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Willkommen in Bajard - Wiola Distelbach

Verfasst: Mittwoch 30. Juli 2014, 17:15
von Gast
Willkommen in Bajard

So sagte es zumindest der Herold. Sie war also nun in Bajard. Ob das, dass gesuchte Dorf war, wusste Wiola nicht, aber sei's drum! Ihr Gold, das sie mit hatte, war zu Ende. Sie war also hier gestrandet.

Aber ob dies jetzt diese Insel war die sie suchte? Das Mädchen war sich nicht sicher, Erwachsene waren seltsam, und sie hörten nie richtig zu und wussten vorallem alles immer Besser, so meinten sie zumindest. Und hatten ihr schon mehrfach falschen Rat gegeben.

Wie es wohl ihrer Mutter ging?

Elisabeth, die Mutter von Wiola war eine sehr schöne junge Frau gewesen, damals als sie sich Hals über Kopf in einen Seemann verliebte und mit ihm durchbrennen wollte. Doch der Seemann war verschwunden, er war nicht gekommen in jener Nacht, als sie mit ihm auf und davon wollte.
So blieb sie zurück, nicht nur alleine sondern dazu auch noch Schwanger. Eine Schande für die Distelbachs, einer aufstrebenden, gut bürgerlichen Familie.
Die 17 jährige Schwangere wurde zu Tante Dorothea geschickt, weit weg von allem.

In dieser Einöde, weg von allem was irgendwie Spannend oder Interessant war, wuchs Wiola auf. Terrorisiert von Tante Dorothea, welche ganz eigene Ansichten vertrat, was Erziehung und Ausbildung anging. Musik war das einzige, was Wiola geniessen konnte. Sie lernte das Spielen der Harfe und auch der Laute, zeigte gutes Taktgefühl für Tambourin und Trommel.
Gesang, war nicht gerade des Mädchens liebstes, was aber eher an der Auswahl der Lieder lag, als am eigentlichen Akt.
Aber am liebsten war Wiola bei ihrer Mutter, welche die schönsten Geschichten erzählen konnte, meist Liebesgeschichten und immer mit glücklichem Ende.
Doch die Geschichte von Elisabeth, würde kein glückliches Ende nehmen. Seit der Geburt ihrer Tochter Wiola wurde sie immer schwächer und war nun da Wiola fast 11 Jahre alt war, bettlägerig und stand nur noch selten auf.
Tante Dorothea gab zumindest der Geburt die Schuld. Doch Elisabeth und Wiola wussten es besser, das gebrochene Herz war Schuld.

Zusammen spannen Elisabeth und Wiola Geschichten, wie Wiola in Freiheit und ohne Zwang lebte. Immer wieder kehrte der flüchtige Seemann als Held in die Geschichten zurück, bis sich Wiola sicher war, er, ihr Vater, wäre unabdingbar für eine glückliche Zukunft. Sie musste ihn finden!

Pläne waren schnell geschmiedet und natürlich überliess Elisabeth ihrer Tochter ihre letzten Ersparnisse, wenn es auch nicht all zu viel war.
Alleine machte sich das Mädchen dann eines Nachts, nach einem herzerweichenden Abschied von ihrer Mutter, auf den Weg zum nächsten Dorf, wo es einen kleinen Hafen gab. In Daony bestieg sie mutig das nächste Schiff in eine grosse Stadt um dort ihr Glück zu versuchen. Aus den Erzählungen ihrer Mutter wusste sie, das ihr Vater auf dem Weg war ein Pirat zu werden, er suchte die Freiheit und hatte von einer Insel geschwärmt, auf der diese freiheitsliebenden Seeleute das sagen hatten.

Nun, Wiola hatte oft ihre liebe Mühe dabei, Seemannsgarn von Tatsachen zu trennen und so wirklich offen wollte mit ihr niemand darüber Sprechen, aber Abends wenn die Seeleute betrunken waren, waren ihre Zungen lockerer und sie konnte so einiges an Informationen zusammen tragen. Drei Worte kamen der jungen Dame dabei immer wieder zu Ohren;

Insel
Gerimor
neutrales Dorf

Und das Mädchen hatte mehr als Glück ein paar Tage später ein Schiff zu finden das diese Insel Gerimor anfuhr. Es war kein Passagierschiff, aber sie nahmen das Mädchen mit für einige Goldmünzen.
Diese Goldmünzen waren fast alles was Wiola besass, doch sie musste es wagen. Also stach das Mädchen mit dem Schiff in See.

Die Überfahrt war ein grosses Abenteuer und Wiola genoss es am Bug zu stehen und hinaus zu sehen auf die Wellen, die See konnte ihr nichts anhaben. Der Steuermann, bei dem Wiola oft sass, grinste sie oft an und meinte dann, das sei das Seemannsblut in deinen Adern, deshalb würde ihr der Seegang nichts ausmachen.

Die Überfahrt dauerte mehrere Wochen, es war eine lange Reise und manchmal war Wiola am zweifeln ob sie auf dem richtigen Weg war, doch nun gab es kein zurück mehr. Das Mädchen musste einfach auf ihr Schicksal vertrauen, und auf ihr Herz.

So stand Wiola wieder auf festem Grund, die Mannschaft hatte sie verabschiedet und ihr Glück gewünscht, doch mehr, als dass sie sich auf der Insel Gerimor befand, wusste sie nicht.

Doch der nette Herold verkündete sie sei nun in Bajard und ein recht gehetzter Mann rief ihr zu, sie solle vorsichtig sein, da draussen herrsche Krieg.

Sie war also in Bajard und auf der Insel Gerimor herrschte Krieg. Nicht gerade das, was sie erwartet hatte..