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Weißer Skorpion

Verfasst: Samstag 12. Juli 2014, 06:26
von Tooru Weidenhang
Die Sonne begann langsam sich am Horizont hinauf zu schieben und trug die erste Wärme zurück in die Wüste. Wie jeden Morgen lief Tooru ihr Ausdauertraining ab sie passierte grad den Strandabschnitt weit östlich des Hauslosenviertels als sie einen engen Bogen nach Westen einschlug um weiter durch den weicheren Sand zu laufen. Diese Wüste war ein Paradies fürs Training. Harter wie weicher Sand zum laufen, kalte Fliesen für Bauchmuskeltraining sowie Liegestütze, und die Arme der hohen Statuen im Garten der Yazir eigeneten sich hervorragend für Klimmzüge.

Jeden Morgen und jeden Abend durchlief sie diesen Parcour einmal, die Wüste stählte sie und mit jedem Tag wuchsen ihre Muskeln mehr und mehr. Das Leben hier war weit effizienter als das in Cabeza oder Rahal. Dies war der Ort an dem eine Kriegerin leben sollte.


Es war nun 6 Wochen her das sie Khalida auf ihre Einladung folgte. Eine Einladung die dafür gedacht war Assamaril eine Freude zu machen aber sich dann doch ganz anders entwickelte. Statt einiger Tage blieb sie 2 Wochen , es gab auch keinen Grund zurückzukehren, auf Cabeza regnete es und ihr Keller war zu einer Badewanne geworden und damit auch ihr Bett ruiniert. Doch umso länger sie blieb umso mehr schätzte sie sie den Luxus jeden Tag bei Assamaril zu sein und so entschloss sie sich Khalida kurzerhand zu Fragen ob sie der Familie Yazir als Söldnerin dienen könne.

Khalida war zuerst skeptisch, wollte es sich gründlich überlegen und ausserdem ein Duell mit Tooru abhalten um zu sehen ob sie das was sie den Yazir anbot auch liefern konnte.

Zwei Tage später bereits standen sie sich in der Arena gegenüber. Es sollte ein langer dreckiger Kampf werden.

Khalida trieb wohl ihr Stolz, Tooru lediglich der Durst nach Blut und dieses Gefühl das sie so sehr erregte wenn sie die Chance hatte jemanden zu verletzen oder zu töten. Es war weniger was Tooru austeilte als das was sie einstecken konnte was den Kampf auch recht häufig zu ihren gunsten wendete. Mehrfach zwang sie Khalida zu Boden, zumindest ebenso oft wie sie selbst dort lag. Vor allem in der kurzen Faustkampfphase das Kampfes war Tooru ihrer Gegnerin stark überlegen, diese stotterte sogar in anbetracht der rücksichtslos zuschlagenden Kämpferin. Sie trieb Khalida immer weiter zur Erschöpfung doch die Wunden die sie im Kampf einbüßte ließ auch ihren Körper immer mehr nachgeben. Am Ende sollte es wohl der letzte Schlag sein der über Sieg oder Niederlage entschied. Zumindest kam es ihr so vor als würde auch Khalida kaum noch stehen können. Ihr Schlag traf leider das Ziel nicht wärend ihre Schläfe den Schlag der menekanischen Säblerin abbekam und sie am Ende doch zu Boden zwang.

Nachdem Assamaril sie kurz Notdürftig versorgt hatte amüsierte sie Khalida’s Blick nachdem Tooru sich für den Spaß bedankte und sie auf ein baldiges wiederholen hoffte.

Sie war womöglich nur einen Schlag davon entfernt gewesen die stärkste Kriegerin Menekurs zu besiegen, es war ein unglaubliches Gefühl. Zorn, Wahn und Extase konnten eben doch durchaus gegen Technik bestehen.

Offenbar hatte sie Khalida beeindruckt und nur wenige Tage später setzt sie sich vor Sahid, dem Oberhaupt der Familie dafür ein das sie Söldnerin werden sollte und so schwur sie schon wenige Momente später den Yazir im Garten des Anwesens ihre Treue und Loyalität.

Die nächsten Tage waren mehr oder minder aufregend, die meiste Zeit nutzte sie weiterhin um mit Assamaril im Bett zu liegen doch lernte sie auch die anderen Mitglieder der Familie nach und nach kennen. Sie begann einige von ihnen sogar in ihr Herz zu schließen.

Sie wurde hier gut behandelt, trotz dessen das sie eine Nordländerin war behandelten sie die meisten auf Augenhöhe und ihr war bewusst das es nicht nur an der menekanischen Gastfreundschaft lag. Tat sie etwas um sich dieses zu verdienen? Sie wusste es nicht, es war ihr auch egal.

Es stand vieles an die nächste Zeit.

Sie bat darum der Armee beizutreten, es würde harte Arbeit werden vor allem an ihrer Disziplin zu arbeiten, ganz davon zu schweigen das sie die Hochzeit mit Assamaril organisieren musste für die sie noch immer keinen Ort gefunden hatte. Aber Aurea hatte versprochen die beiden zu Segnen, auch wenn es ein anderer wie in der Kirche sein würde. Nichts desto trotz war es mehr als die beiden sich jemals erhoffen konnten. Es lief gut zur Zeit, sehr gut. Sie hoffte es würde so bleiben.

Das Haus der Yazir kam langsam in Sicht und sie verlangsamte ihr Lauftempo immer mehr ehe sie vor ihrer Tür zum stehen kam, hastig schälte sie sich aus ihrer Trainingskleidung, wusch den Schweiß mit einem nassen Lappen von ihrem Körper und legte ihre Uniform an. Ein neuer Tag im Dienst des Skorpions stand ihr bevor.

Verfasst: Samstag 12. Juli 2014, 20:51
von Gast
Latifa sah Tooru das erste mal, als sie zu spät zum Unterricht kam, den sie von Atiya bekommen sollte in der Heilkunst. Der Unterricht war schon zuende, und Atiya schien sehr vertraut mit Tooru, doch sie dachte sich nichts dabei.

Etwas mehr als einen Mondlauf später, war Tooru immer häufiger im Haus der Yazir, ehe sie letzten endes ins Gästezimmer im Haus der Yazir einzog. Latifa verstand die Welt nicht mehr. Zuvor hatten die Yazirs doch von den Nordländern so schlecht geredet. Und jetzt zog eine hier ein? Sie beschloss, einfach das Gespräch mit Tooru zu suchen und lernte dabei auch Amie kennen. Das kleine hübsche Mädchen, was wohl zu Tooru gehörte, doch sie nicht Mara nannte. All diese Fragen wollte sie Tooru stellen, und bald hatte sie die Gelegenheit dazu.

Tooru hat sich dem Haus der Yazir verpflichtet, erfuhr sie. Ebenso das Amie nicht ihre Tochter war und Tooru sie auf der Straße von La Cabeza gefunden und sich ihrer angenommen hatte. Und was das wichtigste für sie war, so sagte sie, wäre es bei Assamarill zu sein.
Latifa war verwirrt. Bei Assamarill? Aber... wie konnten die Yazirs so etwas zu lassen? Waren die beiden ein Liebespaar? Aber das ginge doch neda. Ihre gedanken kreisten stets um dieses Thema und natürlich wurde sie zunehmend neugierig. Sie suchte nun häufig das Gespräch mit Tooru und erfuhr immer mehr von ihr und Assamarill. Tooru zeigte Latifa das Haus auf La Cabeza wo sie zuvor gelbt hatten. Mariyah war auch dabei und stellte viele Fragen, die eine Menekanerin nicht stellen sollte. Und Latifa lies sich von Mariyahs neugierde immer mehr anstecken.

Einige nächte später saßen Mariyah, Tooru, Assamarill, Shaymaa und Latifa im Familienraum beisammen. Latifa konnte natürlich auch hier ihre neugierde nicht zurück halten und erfuhr durch ihre Fragen, dass es Tooru natürlich nicht leicht fiel zu sehen was Assamarill durch machen musste, aber das es nicht das schlechteste war was hätte passieren können. Und seit sie hier ist, solle es keine Strafen mehr geben, zumindest keine allzu schweren mehr. Und Amie hätte ein gutes zu Hause, wo sie sicherer sei als auf La Cabeza. Natürlich, das konnte sie schon verstehen nachdem sie die Insel gesehen hatte. Sie beschloss, noch häufiger das Gespräch mit Tooru zu suchen. Natürlich waren die Gespräche mit Shaymaa immer interessant, doch von der großen Familie der Yazir, mit denen sie sich viele gemeinsame Stunden mit Gesprächen im Familienhaus erhofft hatte war nicht viel zu spühren. Als sie damals vor acht Jahren mit ihren Eltern und Brüdern in die Welt hinaus zog, waren die Yazirs eine große Familie gewesen. Doch jetzt waren nur noch wenige übrig, und die wenigen hatten wegen ihrer wichtigen Verpflichtungen Zeit für Latifa zu erübrigen. Und so freute sie sich doch etwas mehr Gesellschaft außer die von Shaymaa zu haben.

Verfasst: Dienstag 15. Juli 2014, 12:56
von Tooru Weidenhang
Tooru hatte nun doch einige Schuldgefühle, ihr Einfluss auf die jungen Natifah’s war stärker als sie gedacht hatte, sie wollte keine cabezianischen Zustände ins Haus bringen. Nun gut cabezianisch war vielleicht übertrieben aber manche der jungen Damen schoßen doch weit über das Ziel hinaus was den willen an Veränderung anging. Wirklich bewusst wurde ihr das erst als man ihr von dem Gespräch mit Khalida erzählte wo Shaymaa und Latifa sich offenbar sehr, zu sehr, für Assamaril einsetzten. Dieses Vorpreschen drohte Tooru’s ganzen Fortschritt den sie sich mit Assamaril erarbeitete zu zerstören. Veränderung in einem Land wie diesem passierte nicht von heute auf morgen. Man sollte auch nicht zuviel auf einmal einfordern. Abgesehen von ihrer Arbeit am Vormittag war Assamaril doch schon wieder ein freies Wesen. Alles andere waren Kleinigkeiten, Kleinigkeiten auf die man noch warten konnte. Sie wusste das die Mädels es nicht böse meinten, sie wussten es nur nicht besser, dennoch nervte es sie.

Zu allem Überfluss erhielt Assamaril wieder eine Strafe, das Problem hierbei war das Tooru diesmal im Haus war als es passierte. Sie bemühte sich es sich nicht anmerken zu lassen wie sehr sie es mitnahm. Wie erfolgreich sie damit war war spätestens dann klar als sie mit Khalida und Mariyah in einem kleinen Kampf durch die Arena der Kaserne rollte. Sie wollte ihren ärger nicht an den beiden auslassen, auch nicht an Assamaril, an niemandem. Aber irgentwohin musste diese Wut entweichen. Khalida war hierzu ein gutes Ziel. Sie war in der Lage sich Tooru zu erwehren und wusste eher als die anderen Menekanerinnen mit ihr umzugehen und bevor Tooru irgentwelche Dummheiten machte und Leute angriff die sich vielleicht nicht wehren konnten bescherte die doch lieber denen die es konnten einen kleinen Kampf. Sie wusste sie würde überwältigt werden und sich bei ihnen beruhigen können.

Was ihre Arbeit anging lief aber weiterhin alles bestens. Abbas Omar, dies war die Person die sie sich zum Bürgen machen sollte um der Armee beitreten zu können. Es war im gleichen Moment eine Ehre wie auch eine furchterregende Herausforderung einen Fürsprecher aus dem berühmten Hause Omar für sich gewinnen zu müssen. Zuerst wollte er sie mit in den Tempel nehmen um ein Gebet an Eluive zu richten. Die richtige Kleidung war gefunden aber ihre Nervosität wich nicht. War sie überhaupt würdig zu Eluive zu beten? Sie hatte nie aufgehört an Eluive zu glauben und sie zu lieben aber schon so lange konnte sie ihrem Weg nichtmehr folgen.

Verfasst: Montag 21. Juli 2014, 09:30
von Tooru Weidenhang
Sie stand schon früh am Tempel, noch bevor Abbas Omar auftauchte. Sie war eigentlich immer weit vor der verabredeten Zeit an Treffpunkten aber hier wurde es zum ersten mal gewürdigt, sie freute sich darüber.

Die Schuhe wurden ausgezogen, die Füße gewaschen. Die Durchsuchung der Wache verlief Problemlos, es fühlte sich seltsam nicht einmal einen Dolch dabei zu haben. Ein Platz wurde gesucht, es wurde sich hingekniet und mit Hilfe von Abbas ein Gebet eingestimmt. Es kam ihr unwirklich vor hier zu knien und zur Mara zu sprechen aber es war auch durchaus befreiend.

Omar war ihr offenbar nicht völlig abgeneigt gegenüber in ihrem Wunsch der Armee beizutreten doch wollte er noch mit Sahid und Khalida sprechen sowie sie weiter beobachten und sich dann wieder bei ihr melden.

Die kommenden Tage verbrachte sie mit ihrem üblichen Tagesablauf, trainieren, essen, arbeiten, studieren, schlafen. Immer öfter nahm sie sich aber auch die Zeit für ein Gebet im Tempel was ihr immer besser gefiel. Auch einige leichte Aufgaben im Haus übernahm sie ungefragt, wie gewisse Korrespondenz mit Handelspartnern wenn die benötigte Menge bekannt war und solcherlei Dinge.

Es gab nur einen wirklichen Problempunkt in dieser Zeit: Assamaril.
Wobei es nicht an Assamaril sondern an ihr selbst lag, sie kam immer weniger mit sich selbst klar. War es nun schon so das sie sich zu sehr selbst verstellte nur um hier Erfolg zu haben? Sie war mittlerweile disziplinierter als vor einiger Zeit noch aber weniger weil man es von ihr erwartete sondern mehr aus dem Wunsch heraus eine gute Arbeit zu vollbringen. Verriet sie sich damit selbst? War sie dadurch weniger frei und unabhängig als vorher? Sie wusste es nichtmehr und konnte es nicht mehr abschätzen. War dies hier die Chance ihres Lebens oder etwas wovor sie Angst haben musste das all die Unabhängigkeit die sie sich erkämpft hatte aufmal verloren war? Ventil für diesen Frust mit und über sich selbst war Assamaril. Die hatte es in diesen Tagen wahrlich nicht leicht.

Dann passierte es, die unweigerliche Katastrophe die früher oder später passieren musste. Sie machte einen gravierenden Fehler.

Grade aus der Frostwassergrotte kommend marschierte sie noch vollgerüstet in die Stadt. Normal waren sie immer mit Abbas Omar unterwegs doch diesmal nicht. Die Gewohnheit einfach so bis zum Basar nach dieser Jagd zu marschieren blieb. Problematisch wurde die Sache in dem Moment als sie mit Jala so direkt am Kasernenplatz dem Kalifen vor die Füße lief. Der hatte wenig Verständnis für eine Nordländerin voll gerüstet in der Stadt, Tooru war dies verständlich umso mehr fiel es ihr schwer entschuldigende Worte zu finden und so schwieg sie schlicht, versteckte sich sogar ein wenig hinter Jala die vor ihr stand was bei der dünnen Shoka natürlich sehr sinnfrei war. Sie war wie paralysiert. Khalida und Jala regelten die Sache dann, wie bekam sie garnicht wirklich mit da zuviele Gedanken durch ihren Kopf schoßen. Sie spührte den Drang sich selbst zu schlagen, war dies wirklich wie sie ihre eigene Chance wegwarf? Mit einem Ersteindruck wie diesem? Scheisse.

Selten fühlte sie sich erleichterter Zuhause zu sein, aber würde dies ihr Zuhause bleiben?

Zwei Nächte später versuchten Mariyah und Jala sie zu beruhigen das es schon nicht so schlimm sein würde.

Der fade Beigeschmack Schande über das Haus Yazir gebracht zu haben blieb. Das seltsamste daran war das es ihr etwas bedeutete.

Verfasst: Sonntag 27. Juli 2014, 03:54
von Gast
In den folgenden 7 Tagen folgten viele Gespräche mit Tooru... und Latifa machte auch einige Fehler... sie mischte sich zu sehr bei Tooru und Assamarill ein. Tooru war sehr wütend auf sie weil sie sich in einen Streit zwischen Assamarill und Tooru eingemischt hatte. Latifa konnte es nicht verstehen, warum zwei Menschen die sich doch wohl liebten, so viel streiten mussten. In letzter Zeit hatte sie sowieso so viele Leute um sich herum wütend gemacht wegen den vielen Dingen, die sie sagte, die aber lieber unausgesprochen geblieben wären. Deshalb war sie froh darüber, dass sie mit Tooru nochmal ein klärendes Gespräch führen konnte. Sie ging mit Tooru ins Badehaus da diese gerade von der Jagd kam. Sie war am Anfang etwas verlegen, weil sie Angst hatte, Tooru könnte sich doch erinnern wie sie mit Shaymaa zusammen Tooru ins Bett gebracht hatte nachdem diese im Garten der Yazirs völlig weggetreten sas. Sie dachte, die Angst, dass Tooru sich daran erinnerte würde ihr ins Gesicht geschrieben stehen, doch dem war wohl nicht so. Genauso wenig wie Tooru sich daran erinnerte, sie dachte sie wäre alleine ins Bett gewackelt und Latifa war froh darüber, denn es hätte peinlich enden können wenn sie sich an etwas erinnern würde.

Nach dem Gespräch war Latifa sehr erleichtert, dass Tooru neda mehr böse auf sie war. Auch gab Tooru ihr viel zum nachdenken mit auf den Weg. Zu Hause lag sie lange wach und dachte über Toorus worte nach. Was wollte sie erreichen? Sie wusste es nicht.... aber es würde eine Zeit kommen, in der sie es wohl wissen würde und bis da hin würde sie so weiter machen wie bisher. Mit dem unterschied, sich neda mehr so viel ein zu mischen überall.

Latifa war dann einige Tage wenig bis gar nicht im Familienhaus und war viel unterwegs um Kräuter zu sammeln. Als sie dann wieder kam, traf sie sogleich auf Tooru und befragte diese über die neuesten Entwicklungen im Hause der Yazir. Tooru erzählte ihr, dass sie die Karten gelegt bekommen habe und es dort hieß, sie sei etwas besonderes. Sie schien fast beleidigt darüber, dass sie etwas besonderes sein sollte und kippte so viel Alkohol in sich hinein, dass sie beim darauffolgenden Badengehen unterging. Latifa rettete Tooru und schleppte sie ins Heilerzimmer ins Bett. Besorgt wegen der fehlenden Ansprechbarkeit blieb sie wachend neben Tooru sitzen und betrachtete diese nachdenklich aber auch irgendwie verständnislos. Warum musste jemand ständig so viel trinken, alles kaputt hauen, und so viel unfug treiben? Sie konnte Tooru nicht verstehen.... sie hatte doch die Verantwortung für Amie, wie konnte man sich dann so in Gefahr bringen und immerzu betrinken? Sie versuchte sie zu verstehen.... doch bisher gelang es ihr nicht. Ob dies jemals gelingen würde, würde wohl die Zeit zeigen. Mit diesen Gedanken schlief sie vollkommen erschöpft und mit total durchnässten Kleidern im Stuhl ein.

Verfasst: Dienstag 29. Juli 2014, 10:25
von Tooru Weidenhang
Wieder ein Morgen den sie mit Kater erwachte. Das einzige was Mariyah’s ausgesprochenes Trinkverbot brachte war das Tooru sich nun mehr Mühe gab es zu verheimlichen und Tagsüber Wildkraut als Ersatzstoff nahm. Dabei war es garnicht so lange her das sie eigentlich mit dem Rauchen aufgehört hatte.

Es waren irritierende und schwierige Tage gewesen. Tooru war schon immer eine Einzelgängerin und eine Aussenseiterin, viel machte es ihr nicht aus, immerhin war es Gewohntheit. Jedoch hier in Menekur spitzte sich dieses Gefühl noch weiter zu, zumindest ausserhalb des Hauses Yazir. Die Mitglieder der anderen Familien nahmen eher wenig Rücksicht auf sie und sprachen dauernd in ihrem Menekanisch, sicher war es nichts was Tooru ihnen wirklich vorwarf und sie bemühte sich ja auch die Sprache zu lernen doch diese Sprachbarriere ließ sie sich so offensichtlich Fremd fühlen, so ungeachtet. Oder der Vorfall im Büro des Kalifen bei dem sie sich für die Sache mit der Rüstung entschuldigen wollte. Sie stand schon eine ganze Weile dort, alle kamen dran, die Männer die nach ihr kamen wurden vor ihr aufgerufen – gut Männer haben hier nunmal diesen Stellenwert. Doch am Ende öffnete sich die Tür nichtmehr, sie stand da mit Mariyah und wartete…und wartete…doch nichts passierte. Man wollte sie nicht anhören, vielleicht nur heute nicht, vielleicht auch garnicht. Die tröstenden Worte Mariyah’s nahm sie kaum mehr war und ging einfach nach Hause. Hier war sie nichts als weißer Dreck. Wertloser noch als die Sklaven der Yazir denn diese waren immerhin noch Besitz der Familie. Den Abend verbrachte sie mit 2 Flaschen Rum in ihrem Studienzimmer.

Die wärme der Yazir reichte nichtmehr aus ihre schlechten Gefühle zu kompensieren und zu allem Überfluss war auch Assamaril für eine Woche in den Tempel geschickt worden Demut zu lernen.

Den anderen Tag war Tamika zu Gast im Haus und legte Mariyah die Karten, sie hatte offenbar eine glückliche Zukunft vor sich. Komisch wurde es für Tooru als Mariyah wollte das sie sich auch die Karten legen lässt.

Tamika: wie lautet deine frage?

Hier gab es nur eine sinnige Antwort, obwohl Tooru auch interessiert hätte ob sie es überhaupt zum 21. Lebensjahr erreicht.

Tooru: habe ich eine Zukunft in Menekur...
Tooru zog 4 Karten, „Das Gericht“, „Der Teufel“, „Der Magier“, „Die Kraft“
Tamika: das gericht hat mehrere bedeutungen.. in jedem falle jedoch ist es eine aufforderung sich von alten lasten zu lösen und zu lernen zu vergeben.
Der teufel bedeutet dir dich von alten vorurteilen und selbsterlegten tabus freizumachen

Tooru hatte Tabu’s? Nun gut vielleicht irgendwo vergraben.

Tamika: der magier.. hm hmm, eluive scheint dich als etwas besonderes auserkoren zu haben unter deinesgleichen.

Ihr Mund klappte auf. Was bitte?! Das kam nun mehr als überraschend.

Tamika: willst du erfolg erfahren in deinem vorhaben ist es wichtig dass du stetige präsenz zeigst

Nun das war kein Problem und ohnehin jeden Tag so.

Tamika: die kraft... ,diese karte bedeutet das was sie tatsächlich zeigt.
Setze deine innere kraft für deine ziele ein...
Sei stets als ganzer mensch anwesend.. versammle deine kräfte im brennpunkt des geschehens.
Wenn du dies befolgst wird das schicksal dich auf deinen rechten weg führen
und du wirst eine lange und erfüllte zukunft in menekur haben.

Innere Kraft….hätte sie die würd sie jetzt nicht wieder mit Kater hier sitzen…

Tooru war Tamika dankbar auch wenn das Kartenlegen am Ende eher eine gewisse Last auf ihre Schultern legte.

Verfasst: Sonntag 3. August 2014, 12:49
von Gast
Schweren Schrittes trugen sie ihre Stiefel Richtung Badehaus, sie spürte jeden Knochen, jeden Muskel im eigenen Körper. Die Stundenlange Arbeit in der Mine forderte ihren Tribut, mühsam schaffte sie es ihre Kleidung abzulegen und ging die Treppen hinunter, es war niemand da, sie hatte das Badehaus ganz für sich. Schon der erste Schritt, bis zum Knöchel, ins Wasser war eine wohltat und so lies sie einen nach dem andren folgen, bis ihr das Wasser zum Halse stand. Sie ließ sich mehr und mehr auf dem Rücken treiben und hing ihren Gedanken nach. Zuhause würde sie wieder ihr begegnen. Sie, mit der sie sich so gut angefreundet hatte, deren obszöne Ausdrucksweise ihr immer wieder ein schmunzelndes Kopfschütteln beschert hat und wie ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Zukunft der Stadt schien. Das, womit sie mit ihrer Cousine schon das ein oder andere mal gesprochen hatte. Mehr Leben in Menek'Ur, wenn sie sich an alle Umstände hier dauerhaft gewöhnen konnte, dann konnten das auch andere, ein Schritt in die richtige Richtung.

Doch dann geschah etwas, dass ihre Hoffnungen und kleinen Träume mit einem Schlag zerschmettert hat. Sie war sich nicht sicher, was es war, doch die Auswirkungen waren deutlich spürbar. Sie saß da... wie eine Puppe, eine leere Hülle, die nur dann sprach, wenn sie es für nötig hielt und ansonsten nur starr in eine Richtung blickte. Das ärgerte Mariyah, machte sie fuchsteufelswild, was ist aus ihr geworden? Als dieses langweilige...etwas... wollte sie sie hier nichtmehr haben, es musste wieder so sein wie davor. Auch wenn sie ihr Regeln versuchte aufzustellen und sie an manchen Ecken eine Grenze überschritt war das andere Extrem einfach nur unerwünscht für sie. Sie versuchte auf ihre Art, sie wieder in die richtige Bahn zu lenken, jedoch ließ der Erfolg noch auf sich warten, nichts schien geklappt zu haben, weder Zuneigung, noch Abneigung, noch das androhen einer Strafe... sie blieb dieses leere Ding.

Vielleicht würde es wieder anders, wenn man sie endlich in der Armee aufnimmt...

Mit einem leichten Kopfschütteln riss sie sich aus ihrer Gedankenwelt und stellte sich wieder mit beiden Beinen auf den Beckenboden und drehte sich im Kreis - immer noch alleine. Sie ging der täglichen Hygiene nach, schlurfte wieder die Treppen hoch und kleidete sich in ihre mitgebrachten frischen Gewänder und machte sich geistig schonmal für das Aufeinandertreffen bereit.

Verfasst: Sonntag 3. August 2014, 22:19
von Tooru Weidenhang
Amie war fortgelaufen…das wievielte mal nun? Sie konnte es nichtmehr zählen.
Es sollte aber das letzte mal sein. Sie würde sie nicht wieder aufnehmen, dies stand für sie fest.

Die Probleme die dieses Kind mit sich brachte waren nicht zu lösen, dabei war es egal wie sehr sich Tooru auch abmühte, sich diesem Kind hingab und aufopferte. Es endete immer gleich. Nun stellte sich die Frage ob sie eine schlechte Mutter war oder Amie ein schlechtes Kind. Nun nein, eigentlich stellte sich diese Frage nicht, es war Tooru nunmehr scheissegal was mit ihr passierte, sie ärgerte sich mehr über die klaffende Wunde in ihrem Herzen die ihr verschwinden in sie riss.

Sie hatte ohnehin ein Alkohol- und Krautproblem und jene schienen nun völlig ausser Kontrolle zu geraten. Das war nicht gut, absolut nicht, darüber war sie sich selbst im klaren. So etwas durfte nicht wieder vorkommen, nie wieder. Sie hatte es so oft versucht und immer wieder stand sie hier an diesen Punkt mit diesem Stechen in der Brust.

Nie wieder würde sie jemanden in ihr Herz lassen, für Freunde, Familie war kein Platz in ihrem Leben mehr, sie konnte es sich nicht leisten noch einmal so einen Verlust verkraften zu müssen. Sie wollte der Armee beitreten, den Yazir eine gute Söldnerin sein, Emotionen waren Zeitverschwendung. Klar tat es weh diese Distanz aufzubauen die nun zwischen ihr und Mariyah herrschte, auch den anderen gegenüber. Ihr war klar das sie diese Personen damit bestrafte und ihnen unrecht tat. Aber nur so konnte es funktionieren…das glaubte sie zumindest.

Sie hatte ein Gespräch mit ihrer alten Freundin Nora darüber, diese gab ihr etwas Zuversicht das es doch klappen könnte wenn sie nur die richtige Balance finden würde…doch diese Zuversicht erstarb schon kurze Zeit wieder überspühlt von der Dunkelheit ihrer Gedanken.

Doch schon am nächsten Tag sollte sie wieder einmal etwas besseren belehrt werden.

Sie war unterwegs mit Assamaril und Mariyah, wurde langsam wieder nüchtern, und ritt mit ihnen in Richtung Kronwalden. Mariyah wollte unbedingt ein Buch haben, den zweiten Band eines Kinderbuchs welches sie ihr einmal vorgelesen hatte als sie krank war und sie bekam es.

Zuhause wurde sie noch kurzerhand überredet ihre Naturhaarfarbe wieder zu tragen, das Blond mit dem sie aufwuchs bevor sie auf der Flucht vor ihrem Vater ihre Mähne solange in diesem ordinären braun hielt.

Tooru las ihr dann den zweiten Band vor, Mariyah legte ihren Kopf auf Tooru’s schoß. Sich dem erwehren tat sie nicht, unangenehm war es ihr trotzdem. Doch je weiter die Geschichte fortschritt, mit jeder Seite die sie umblätterte und auf die Menekanerin auf ihrem Schoß herunterschielte, umso mehr wurde ihr bewusst das ihr Plan fehlschlagen würde.

Sie könnte sich diesen Menschen nicht verschließen, sie mochte sie.

Verfasst: Sonntag 17. August 2014, 05:09
von Tooru Weidenhang
Etwas mehr als eine Woche trug sie nun die Uniform mit dem Abzeichen einer Akemi, eine Woche den Bürgerbrief Menekurs.

Sie hatte allen Vorgaben erfüllt, die Yazir, Abbas Omar und selbst den Kalifen überzeugen können. Wobei der Kalif war ja nun der Emir… so wie es ihr vorkam hatte Sahid sie als fleissige und zuverlässige Natifah beschrieben. Sie fand es sogar etwas niedlich wie er über sie redete, es war schon erstaunlich das er sich so für sie einsetzte.

Trotz allem war ihr klar das es lange dauern würde bis zu ihrer ersten Beförderung, vielleicht kommt sie sogar nie da solche für Wilde nicht vorgesehen sind. Aber das macht nichts. Sie hatte nun Ordnung in ihrem Leben, Stabilität, eine ganze Familie die hinter ihr steht und eine Assamaril mit der es auch wieder besser lief. Es kam ihr nicht auf den Rang an, den Ruhm oder den Sold. Sie tat endlich etwas sinnvolles und das aus ganzem Herzen. Auch ihre Freundschaft zu Mariyah war stark wie nie und sie fand diese Balance ihrer Gefühle über die sie noch vor kurzem mit Nora sprach. Meistens zumindest.

Es könnte perfekt sein…wären nicht noch immer dunkle Wolken am Horizont…

...aber diese mussten warten. Die Uhr im Gemeinschaftsraum stand auf 5:00. Es war Zeit für das tägliche Training.

Verfasst: Dienstag 19. August 2014, 17:21
von Tooru Weidenhang
Gäste, Gäste waren wie die Pest. Immer wenn Nordländer kamen hatte sie das Gefühl von Konkurrenz im Nacken. Konkurrenz die ihr das was sie sich hier erarbeitet hatte wieder wegnehmen wollen oder sich auf einfacherem Wege erschleichen wollen. Sie würde so etwas nicht zulassen.

Erst dieser Tage kam wieder ein Gast, setzte sich mit Waffen an den Tisch. Als Gast?! Sie verstand das Sahid ein guter Gastgeber sein musste, aber ihr war viel wichtiger das sich die Gäste auch wie gute Gäste benahmen und sich nicht seltsam anmutende Freiheiten herausnahmen oder respektlos handelten.

Ausserdem wie sollte sie ihren Job als Schützerin des Hauses erledigen wenn Sahid die Gäste mit Waffen an den Tisch lässt? Sie selbst hatte bisher jedem die Waffe in aller Freundlichkeit abgenommen, sie freute sich jedesmal über das Verständnis der Gäste. DAS waren gute Gäste. Aber dieser Kerl? Und einen Bürgerbrief wollte er haben. Die Frage danach stellte er so als sei dies das selbstverständlichste der Welt. Als Wilde oder Wilder in Menekur zu leben war ein Privileg! Es war nicht einfach nur ein Antrag mit anschliessendem aushändigen eines Papiers. Neda, es war etwas das man sich verdienen musste, verdienen sollte.

Aber nein, Sahid beklagte sich über ihr Verhalten, als wenn er sie aufmal aufgrund ihres diplomatischen Geschicks in die Familie geholt hatte.

Wofür hatte sie so hart gekämpft? So sehr gegen ihren inneren Zorn geprügelt bis dieser endlich verstummte und nur in solchen Momenten wieder aufflammte? Das nun jeder der wollte einfach so ins Land marschierte und dort Wohnhaft wurde? Scheisse da war es wieder…dieser Konkurrenzdruck.

Sie würde noch härter und noch mehr arbeiten müssen, jeden Tag aufs neue. Sie durfte ihren Stand nicht verlieren.

Sie durfte nicht jenen nachstehen die Dreisstigkeit und Respektlosigkeit gegenüber ihren Gastgebern als Charaktermerkmal haben. Niemals.

Mit Waffen an den Tisch…bei Eluive. Die Wand bekam noch einen Schlag ab bevor sie voll Zorn ihren Wachdienst am Osttor antrat. So sehr sie Menekur liebte doch leider tat die Hitze der Wüste nicht viel dabei ihr erhitztes Gemüt abzukühlen.

Sie war die weiße Akema des Sanjeen, sie war die Söldnerin der Yazir - die Familie die sie so sehr liebte, Dinge über die sie so sehr stolz war. Es durfte keine anderen geben. Nicht in ihrer Welt. Die Beachtung die sie hier trotz allem gefunden hatte wieder zu verlieren, das würde sie zerstören. Dessen war sie sich sicher.

Verfasst: Dienstag 19. August 2014, 18:21
von Sahid Ibrahim Yazir
*Ein formloser Zettel hängt, deutlich sichtbar, an der Türe zu Toorus Zimmer*

Salam Tooru,

du hast dich heute folgenden Fehlverhaltens schuldig gemacht:

Respektlosigkeit gegenüber deinem Oberhaupt in Anwesenheit eines Gastes.
Respektlosigkeit gegenüber eines Gastes.

Das menekanische Gastrecht ist heilig. Wer von einem Mitglied der Yazir zu Tische geladen wird, muss mit Anstand und Respekt behandelt werden, bis er das Haus wieder verlässt.
Die Kleidungsvorschriften in diesem Haus bestimmt das Oberhaupt, neda Tooru Weidenhang.

Da ich ein Schriftstück des Emirs vorliegen habe, in welchem er dich ausdrücklich lobt, werde ich sein Lob mit deinem Fehlverhalten aufwiegen, sein Lob dir gegenüber gilt damit in meinen Augen als erloschen. Dies soll deine Strafe sein.

Beim nächsten Mal werde ich dich an deinen Blutschwur erinnern, dann wird die Strafe härter sein als dieses Mal.
Ich habe dich in diese Familie aufgenommen und dir großes Vertrauen entgegen gebracht. Enttäusche mich neda noch einmal.
Geh in den Tempel und bete zur Mara.


*schwungvoll unterzeichnet*
Sahid

Verfasst: Dienstag 2. September 2014, 06:03
von Tooru Weidenhang
"Wenn du einen Wunsch hast, wird Tooru in gerne erfüllen. ich ziehe mich nun zurück.“, das waren seine Worte. Worte die den Zorn in ihr aufstiegen ließen. War er es nicht der zuletzt noch über Respekt redete? Was war von diesem Respekt nun übrig geblieben? Es war zur vierten Morgenstunde, sie war offenbar auf dem Weg für die Familie neue Ressourcen zu erjagen und er? Alles was ihm in den Sinn kam war es sie zur Sklavin zu degradieren. Hätte er sich wenigstens die Mühe gemacht ein „hudad“ in den Satz zu integrieren, aiwa sie hätte seiner Bitte mit Freude entsprochen. Doch so? Er wusste doch um ihren Wert! Sie war sich sicher noch nie hatte eine Nordländern soviel für seine Familie getan wie sie, und das ohne auch nur einen Hauch der Gegenleistung zu erwarten oder zu verlangen.

Sie kochte für die Familienmitglieder, neue Mitglieder der Familie führte sie im Haus herum, hieß sie herzlich wilkommen. Sie sorgte mir dafür das die wichtigsten Dinge im Haus immer in ausreichender Menge da waren und half den Sklavinnen aus wo immer sie konnte. Selbst den Stall mistete sie aus, bemühte sich den Hausfrieden zu waren wenn es mal zwischen den Natifahs brodelte. Heute erst kaufte sie Angeln im Überfluß, aus eigener Kasse. Etwas worum man sie nicht einmal bat. Etwas das sie für den neuesten Zuwachs der Yazirfamilie tat. Selbst um Sahids wohlergehen kümmerte sie sich täglich, wenn sie bemerkte das er über gewisse Dinge neda sprechen wollten nahm sie die’s ohne weiter nachzubohren hin – aus Respekt. Sie versuchte dann seine Laune auf andere Weise zu heben, ob mit einer Kleinigkeit zu essen oder dem sammeln von Kakteen für seinen Schnaps. Einfach Dinge die sie für alle Mitglieder der Familie tat. Und nun war das neda mehr genug?

Und all das war ihm kein „hudad“ wert? Nicht einmal zur vierten Morgenstunde?

Den Stand den sie sich hier erbaut hatte, den Stolz den sie sich für sich selbst erarbeitet hatte. All das nahm er ihr mit diesem einen Satz wieder. Aber es blieb aiwa neda dabei. Danach musste er ihr auch noch drohend entgegenfauchen. Was hatte sie denn getan es zu verdienen? Sie hoffte einfach Sahid würde zur Einsicht kommen welch Unrecht er ihr tat. Sie hoffte es für sich und ihren Kopf der ihr wieder zu schaffen machte.

Nichts desto trotz würde sie morgen wieder alles für die Familie tun, und alles für Menekur. Ob sie dabei die Uniform trug oder nicht. Denn sie war dazu verpflichtet – von Herzen.

Ein weiterer Tag klang aus, mit Rum und Wildkraut.

Verfasst: Dienstag 2. September 2014, 13:37
von Gast
Ihr Bruder war wieder da und das war vielleicht der Grund, warum sie die Treppen am Morgen tänzelnd und summend nahm. Es war noch ruhig im Haus und auch wenn es wieder dieser Trubel wäre, an den sie sich noch immer nicht gewöhnt hatte, könnte heute nichts ihre Stimmung drücken. Als Tooru in ihren Blick kam, riss sie die Arme auf und spring ihr einfach entgegen. Sie hatte gar nicht die Möglichkeit auszuweichen und so wurde die Festländerin umarmt und ein Kuss auf ihre Stirn gedrückt.

"Salam Aleikum, kleine Blüte!"

Die Euphorie schwang weiter, die Arme wurden gelöst und sie tanzte und tanzte durch den Raum. Der Körper bog sich nach hinten weg und die braunen Haare zogen ihre Kreise im Wind. Erst bei der nächsten Drehung registrierte sie die Laune der Blonden und brach ihre Bewegungen ab. Die Freude machte Platz für Sorge und noch etwas taumelnd führten sie die nackten Füße zum Sitzkreis. Sie sagte nichts zu ihr, sie dachte lediglich das erste Mal etwas intensiver über diese Person nach, die da in der Küche stand und irgendwas herumfummelte.

Sie war keine Sklavin, sie war eine Söldnerin. Verwirrend, das verwirrte Noelani wirklich und doch akzeptierte sie das, auch wenn es für sie neu war. Sie scheuchte Tooru nicht herum, gab ihr keine niedrigen Aufgaben, sie war eher wie eine Cousine mit etwas hellerer Haut. Aber warum war sie hier? Fand sie keinen Anschluss bei ihrer Familie, auf ihrem Land? Wieso will ein Mensch wie sie bei Leuten wie uns ruhen, leben, frei sein? Sie stützt den Ellenbogen auf dem Tisch ab und bettete das Kinn in der Handfläche. Aufmerksam verfolgte sie weiter ihre Regungen und viele Fragen gingen ihr noch durch den Kopf. Aber wie hatte sie bereits festgestellt? Die Zeit würde es wohl erklären...

Verfasst: Freitag 12. September 2014, 02:08
von Tooru Weidenhang
Und sie durchlebte wieder eine Strafmaßnahme. Sie hatte sich doch lediglich mit 6 Letharen angelegt. Was für andere reichlich bescheuert klingt war der Nervenkitzel den sie schon eine Weile vermisst hatte. Aber es war nicht das sie sich mit den Letharen angelegt hatte welches ihr die Strafe einbrachte. Es war das sie wiedermal für die Familie sprach, oder besser gesagt einfach lauter als alle anderen in der Familie. Dies brachte ihr eine Woche suspendierung vom Dienst ein sowie ein Sprechverbot bis zum Ende des Wochenlaufs. Zuerst noch wütend darüber war sie doch am nächsten morgen erfreut darüber das nichts schlimmeres auf sie zukam. Eine Woche nicht sprechen? Das war keine Strafe, das war eine Herausforderung. Sie würde das positive darauß ziehen, es Sahid und vor allem sich selbst beweisen. Irgendwo in ihr steckte sowas wie Disziplin.

Was wirklich schmerzte waren Mariyah’s Worte von denen sie nur zu gut wusste das sie wahr waren.

Sie brachte an jenem Abend die Familie in Gefahr, nur weil sie leichtsinnig war. Niemand am Tor war gerüstet abgesehen vom Feind und sie stand kurz davor ihre Fäuste arbeiten zu lassen. Es war töricht. Sie hätte sie nicht alle besiegen können und sollte auch nur eine Natifah der Yazir verletzt werden hätte sie in ihrer Aufgabe versagt. Den Sinn ihrer momentanen Existenz…und das alles nur für ein wenig Adrenalin.

Temperament nannte Sahid ihre Ausbrüche, doch eigentlich war es reiner Wahnsinn.

Wieder nahm sie sich vor besser zu werden, mit dem trinken aufzuhören, an ihren Aggressionen zu arbeiten. „Du hast dich schon so sehr verändert seit du hier bist“, sagte Thahida zu ihr. Tooru wusste das es nur bedingt zutraf. Alles was sich verändert hatte war ihre Fähigkeit ihr innerstes besser in Dunkeln zu halten. Wobei ihre neue Lebensfreude die sie nach aussen ausstrahlte war so dermaßen übertrieben, es wunderte sie das es den anderen nicht auffiel.

Sie kannte sich selbst, und so wusste sie auch das eine Besserung kaum möglich wäre. Selbst in dieser Nacht betrank sie sich wieder früh am morgen hinter einer der Dünen etwas abseids des Hauses und sie war sich sicher – morgen wird wieder ein Scheisstag aber aufhören zu versuchen das Beste darauß zu machen würde sie nicht.

Sprachverbot weil sie zu laut war, nur das was zählte und wichtig war...das sagte sie nie.

Verfasst: Freitag 12. September 2014, 02:27
von Gast
Sie tat mir leid aber ich wusste auch, dass man sich durchsetzen musste. Mariyah sagte mir schon zu oft, dass ich zu weich wäre. Also versuchte ich härter zu sein und ich hatte das Gefühl ich versagte, besonders bei dem blonden Mädchen. Ich beobachtete wie sie die ganzen Zettel schrieb, Bilder malte und sich mit seltsamen Gesten ausdrückte. Natürlich, eine gerechte Strafe, würde ich Sahids Worte nie anzweifeln, aber...

Stellte man sich vor in selber Lage zu stecken, war es nicht sonderlich erfrischend. Davon einmal abgesehen das es damals zwar auch Tage gab, wo ich nur höflich lächelte und keinen Ton von mir gab, aber bei ihr hing ja viel mehr an alledem. Wo sollte sie denn hin? Also musste ich theoretisch wirklich hart sein, damit sie lernt und blieb. Trotzdem war ich in jener Nacht jene, die ihr einen Zettel hinlegte.
  • Salam Aleikum kleine Blüte,
    es wird dich vielleicht interessieren, dass ich heute einen Freund von dir getroffen habe. Also er nannte sich zumindest so, ich konnte nicht wirklich beurteilen was er für einer war. Er hatte Schusswaffen und redete seltsam. Mit was für Leuten gibst du dich ab..? Ich habe ihm zwar angeboten dich zu besuchen, aber nehme es mir nicht übel wenn ich hoffe, dass das nie passieren wird.

    Aber trotz allem, Tooru, liebe Grüße von Dieto mit der komischen Aussprache. Und... du hast es bald geschafft.


    Noelani
Diesen Zettel faltete ich zweimal zusammen und schob ihn dann unter ihre Tür durch. In der Hoffnung die gefühlten 300 Flaschen, in welchem mal Alkohol war, ließen den Zettel hindurch und seine Wirkung offenbaren. Dann bewegte ich mich mit einem Seufzen empor und meine Schritte waren von Müdigkeit und Erschöpfung geprägt. Ein gelungener Abend. Und als mir jener Gedanke kam, blickte ich kurz auf das Amulett, welches ich anhob, um mich nicht ganz zu verrenken.

Zumindest zum Teil.