Ein spezielles Kleinod
Verfasst: Sonntag 26. Februar 2006, 02:35
Säuberlich, fast schon penibel, bürstete sie ihre Weste aus, entfernte den letzten Staub davon, strich mit der Hand ein paar Fasern glatt, deren kurze stoppelige Enden sich ungebührlich vom sonst glatten Stoff abhoben. Weiß, darunter das grüne Hemd, genauso geflissentlich gepflegt. Alles in allem konnte man nichts anderes behaupten, als daß die Knappin mit aller ihr möglichen Würde und möglichst angemessenem Stolz die Wappenfarben ihres Herrn trug.
Manchmal vermisste sie ihre eigenen Farben, doch das stand nicht zur Debatte. Ein Knappe gehörte zu seinem Ritter wie der eigene rechte Arm an den Körper, bis sich das Band aus Treue deutlich löste - wünschenswerterweise durch den Ritterschlag.
Nachdenklich fiel Darnas Blick ein weiteres Mal auf ihre kleine Kommode, in der sie unter anderem einen kleinen Beutel mit mehreren Edelsteinen darin verwahrte.
Sie war sich noch nicht sicher, ob sie Herrn McMurphy durch ihren Wunsch tatsächlich den geplanten Auftrag übergeben sollte. Die Schwierigkeit, daß sie zur Verwirklichung ihre bisherigen Ersparnisse erstmal mehr als verdoppeln musste und dann also fast alles für ein einziges Schmuckstück ausgeben würde, fand nicht einmal wirklich Beachtung bei ihren Überlegungen. Darum ging es nicht.
Sie wollte für ihren Herrn etwas Besonderes. Ein greifbares Zeichen ihrer Dankbarkeit, für seine Güte, für seine Unterweisung, für seinen Schutz, seinen Glauben in sie, für sein ganzes Wesen, das Tag für Tag redlich ihre Hochachtung verdiente.
Es war sicher nicht die originellste aller Ideen, aber sie fand Gefallen daran - eine Kette mit einem Medaillon daran, eine Meisterleistung der Edelsteinschleifkunst darin, denn aus Smaragden und Diamanten geformt sollte es das Hauszeichen im Wappen Sir Aradans fassen, ein weißes Pferd auf grünem Grund. Sie hatte beim Juwelier von Varuna die schönsten der Steine heraussuchen lassen, die sie von ihren Übungsgängen in die unheimlichen Katakomben mitgebracht hatte.
Wenn dieses Kleinod von einer Goldkette getragen wurde, gut - Gold fand sich ja ebenso im gesamten Wappen und zeugte von besonderer Kostbarkeit.
Doch im bisherigen Gespräch hatte es sehr den Anschein gemacht, daß Herr McMurphy den Wert des Schmuckes allein auf die Frage reduzierte, ob die Kette aus Gold oder Silber zu machen sei - als spiele das Medaillon und die Feinarbeit daran überhaupt keine Rolle.
Daß er sie im Falle einer Silberkette an Frau Alliestra "abschieben" wollte, nahm sie besonders übel. Nicht im Geringsten, weil sie an der Qualität aus den Händen der ihr bereits bekannten Feinschmiedin gezweifelt hätte, sonder weil das Verhalten ihres Kollegen den Verdacht schürte, daß es Herrn McMurphy völlig egal war, für wen und wie aufwendig der Auftrag sein sollte.
Nachdenklich schürzte sie die Lippen. Er war in Eile und müde gewesen, war das eine Entschuldigung und Negierung ihrer Bedenken? Oder wäre er sogar dankbar darum, wenn die Gardistin zu jemand anders ginge, weil er doch noch Groll wegen des Vorfalles am Tag der Brandstiftung am Waisenhaus hegte? Hatten einfach zu wenige Informationen für ihn vorgelegen, hatte sie sich unklar ausgedrückt, hatte sie die Bedeutsamkeit nicht richtig vermitteln können?
Sie wollte kein lieblos angefertigtes, wenn auch qualitativ genügendes Produkt der Feinschmiedekunst aushändigen.
Sie wollte ein spezielles Kleinod für einen speziellen Menschen.
Manchmal vermisste sie ihre eigenen Farben, doch das stand nicht zur Debatte. Ein Knappe gehörte zu seinem Ritter wie der eigene rechte Arm an den Körper, bis sich das Band aus Treue deutlich löste - wünschenswerterweise durch den Ritterschlag.
Nachdenklich fiel Darnas Blick ein weiteres Mal auf ihre kleine Kommode, in der sie unter anderem einen kleinen Beutel mit mehreren Edelsteinen darin verwahrte.
Sie war sich noch nicht sicher, ob sie Herrn McMurphy durch ihren Wunsch tatsächlich den geplanten Auftrag übergeben sollte. Die Schwierigkeit, daß sie zur Verwirklichung ihre bisherigen Ersparnisse erstmal mehr als verdoppeln musste und dann also fast alles für ein einziges Schmuckstück ausgeben würde, fand nicht einmal wirklich Beachtung bei ihren Überlegungen. Darum ging es nicht.
Sie wollte für ihren Herrn etwas Besonderes. Ein greifbares Zeichen ihrer Dankbarkeit, für seine Güte, für seine Unterweisung, für seinen Schutz, seinen Glauben in sie, für sein ganzes Wesen, das Tag für Tag redlich ihre Hochachtung verdiente.
Es war sicher nicht die originellste aller Ideen, aber sie fand Gefallen daran - eine Kette mit einem Medaillon daran, eine Meisterleistung der Edelsteinschleifkunst darin, denn aus Smaragden und Diamanten geformt sollte es das Hauszeichen im Wappen Sir Aradans fassen, ein weißes Pferd auf grünem Grund. Sie hatte beim Juwelier von Varuna die schönsten der Steine heraussuchen lassen, die sie von ihren Übungsgängen in die unheimlichen Katakomben mitgebracht hatte.
Wenn dieses Kleinod von einer Goldkette getragen wurde, gut - Gold fand sich ja ebenso im gesamten Wappen und zeugte von besonderer Kostbarkeit.
Doch im bisherigen Gespräch hatte es sehr den Anschein gemacht, daß Herr McMurphy den Wert des Schmuckes allein auf die Frage reduzierte, ob die Kette aus Gold oder Silber zu machen sei - als spiele das Medaillon und die Feinarbeit daran überhaupt keine Rolle.
Daß er sie im Falle einer Silberkette an Frau Alliestra "abschieben" wollte, nahm sie besonders übel. Nicht im Geringsten, weil sie an der Qualität aus den Händen der ihr bereits bekannten Feinschmiedin gezweifelt hätte, sonder weil das Verhalten ihres Kollegen den Verdacht schürte, daß es Herrn McMurphy völlig egal war, für wen und wie aufwendig der Auftrag sein sollte.
Nachdenklich schürzte sie die Lippen. Er war in Eile und müde gewesen, war das eine Entschuldigung und Negierung ihrer Bedenken? Oder wäre er sogar dankbar darum, wenn die Gardistin zu jemand anders ginge, weil er doch noch Groll wegen des Vorfalles am Tag der Brandstiftung am Waisenhaus hegte? Hatten einfach zu wenige Informationen für ihn vorgelegen, hatte sie sich unklar ausgedrückt, hatte sie die Bedeutsamkeit nicht richtig vermitteln können?
Sie wollte kein lieblos angefertigtes, wenn auch qualitativ genügendes Produkt der Feinschmiedekunst aushändigen.
Sie wollte ein spezielles Kleinod für einen speziellen Menschen.