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Leben, lieben, leiden

Verfasst: Montag 16. Juni 2014, 22:14
von Hailey Lynn Drachenfels
Der Ball

"Ich könnte ihr ja ganz ausversehen den Wein komplett überkippen."
Hailey hätte sich in diesem Moment nichts besseres vorstellen können. Das Gespräch mit Rosalie hatte sie ein wenig aufgeheitert. Die Weinflaschen wurden immer leerer.
„Mein Herz würde dabei so lachen“, kam es voller Schadensfreude aus ihr.
Immer wieder beobachtete sie die beiden, wie sie tanzten und „Sie“ dann auch noch versuchte seine Hand zu halten. Warum war sie eigentlich da? Sie ist nur wegen ihm auf diesen Ball gegangen und dann schien er sich nicht einmal für sie zu interessieren. Das war wohl ein Grund zum Trinken. Noch nie hatte sie so viel getrunken und wusste auch noch nicht welche Folgen das haben könnte. Schließlich hatte es geschmeckt...
Nach einer ganzen Weile wurde sie von Aries dem Gespräch entrissen und Keylon praktisch in die Arme geworfen. Plötzlich wollte er doch tanzen. Nur weil „Sie“ nicht da war? Dennoch hat sie sich darauf eingelassen. Schließlich hatte er ihr diesen Tanz versprochen. Kaum lag sie in seinen Armen, schon war der Tanz vorbei. Kaum hatten sie ein kurzes Gespräch, musste er gehen. Dieser Abend schien ins Nichts hinauszugehen. Doch sie hatte sich so darauf gefreut.
Irgendwann war sie doch ganz froh das er seine Cousine nach Hause brachte. Da konnte sie wenigstens alleine den Heimweg aufsuchen um noch ein wenig nachzudenken. Nachdem sie kurze Zeit später nach den beiden ging, trollte sie noch ein wenig auf dem Eis. Anscheinend hat Keylon sie gesehen oder gehört. Warum sollte er ja sonst zurückkommen? Nach einigen Worten hin und her, brachte er sie schließlich auch nach Hause. Doch was wollte sie Zuhause? Das Gemecker ihrer Mutter anhören, warum sie so betrunken sei? Nein darauf hatte sie wenig Lust.
Einige Meter entfernt war der kleine Marktplatz mit dem Brunnen der Hailey so gefiel. So beschloss sie noch eine Weile dorthin zu gehen. Sie setze sich auf eines der Bänke die um den Brunnen plaziert waren und betrachtete das Plätschern des Wassers, das sie in diesem Moment so beruhigt hatte. Sie machte sich viele Gedanken. Vorallem über Keylon. Seit dem sie ihn das erste mal gesehen hat, hatte sie begonnen Gefühle für ihn zu entwickeln. Alleine schon die Tatsache das er ihre Mutter damals gerettet hatte, machte es ihn zum Helden in ihren Augen. Immer hatte sie versucht auf ihn zuzugehen, aber er war immer so abwesend. Trotz der immer kleinen Gespräche die sie hatten, konnte sie ihre Gefühle nicht abstellen. Hätte er sie wirklich so sehr gemocht wie sie ihn, dann würde sie das doch merken?
Nach einigen Monaten versuchte sie endlich einen Schlussstrich zu ziehen. Also beschloss sie nach Drachenfels zu gehen um Abstand zu gewinnen. Viele Wochen war sie dort um einen klaren Kopf zu bekommen, in der Hoffnung, die Gefühle für ihn würden verschwinden. Doch kaum sah sie ihn, war es wieder um sie geschehen. Warum konnte sie nur nicht von ihm loslassen? Was war so besonders an ihm? Ja er ist ein gutaussehender Mann... Ja und er war auch wirklich zuvorkommend... Aber er liebte sie einfach nicht. Warum sollte auch solch ein toller Mann eine wie sie lieben? Was möchte er von einem kindischen, elternlosen Mädchen? Was sollte auch einladend auf ihn wirken... Für ihn hat sie immer die schönsten Sachen angezogen. Sie begann sogar Schmuck zu tragen. Doch alles hat seinen Sinn verloren, als sie entschieden hat es endlich aufzugeben.
Doch als sie von Drachenfels zurückkam, merke sie das er sich verändert hatte. Plötzlich war er es, der auf sie zuging und immer das Gespräch suchte. Das irritierte Hailey. Plötzlich begann sie sich dann doch wieder Hoffnungen zu machen. Aber wäre es das Wert, wenn daraus nun eine wirklich gute Freundschaft werden würde? Doch egal was wäre, sie könnte ihn niemals zwingen sie zu lieben.

Sie hatte sich schon gewundert warum ihr nicht kalt geworden ist, solange wie sie nun schon draußen war. Wahrscheinlich lag das am Alkohol. Ungewollt schlief sie dann langsam am Brunnen ein.

Stunden später entdeckte sie ein Gardist. Er tippte sie vorsichtig an der Schulter an.
„Fräulein Drachenfels? Geht es Ihnen gut?“ Immer wiederholte er diese Worte.
„Immer diese Betrunken...Pha!“ Ergärte er sich, als keine Antwort kam.
Sie schien das ganze auf den ersten Blick nicht zu verstehen. Doch irgendwie war alles seltsam. Eine noch nie dagewesene Müdigkeit überkam sie. Und warum war es so kalt? Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Vor ihren Augen war alles verschwommen. Sie wusste was er von ihr wollte. Nach einigen Kopfnicken zur Richtungsdeutung kamen sie dann im Hause Drachenfels an. Diese plötzliche Anstrengung als sie versuchen musste mit ihm zu laufen war zu viel für sie gewesen. Er legte sie in ihr Bett und deckte sie zu. Anscheinend hinterließ er auch einen Brief für Lili. Der kleine Lausebengel war die ganze Nacht bei ihr um auf sie aufzupassen. Doch irgendwann bemerkte auch er das etwas nicht stimmte. Sie schlief viel zu tief. Also rief er nach Lili...


Schock

Es klopfte an ihrer Tür. Liliana wollte nach ihr sehen. Es brauchte seine Zeit bis sie verstand wer gerade reinkam. Erst mit viel Anstrengung öffnete sie ihre Augen. Und da war es plötzlich. Dieser unangenehme, quälende Schmerz den sie zu realisieren begann. Es fühlte sich an, als würden tausende Nadeln ihren ganzen Körper durchstechen, immer tiefer und tiefer. Ihre Lungen fühlten sich so schwer an, wie noch nie. Der Hals tat unerträglich weh. Was zum Teufel hatte das ausgelöst? Sie hatte keinerlei Erinnerung. Auch das jemand die Türe reinkam, hatte sie schon fast wieder vergessen. Ihr Kopf tat höllisch weh. Desto mehr sie nachdachte, desto mehr begann ihr Kopf zu schmerzen. Sie wusste nur eines: Sterben war sicher friedlicher. Und das dachte sie dann wirklich. Sie wusste nicht was mit ihr passiert ist, Sie dachte wirklich sie würde sterben. Diese Schmerzen waren so unerträglich. Doch irgendwie interessierte sie das nicht. In ihr war eine vollkommene Leere. Sie fühlte keinerlei Emotionen. Sie hatte nicht einmal die Kraft vor schmerzen zu schreien. Es fühlte sich an wie ein innerer Kampf, den sie glaubte nicht gewinnen zu können.

Sie spürte das jemand sie berührte.
„Ach Lili...“ Dachte sie sich.
Der Puls wurde gemessen und Lili bemerkte wohl das sie zitterte.
Der Puls schien sich wirklich verlangsamt zu haben. Und blass war sie auch. Sicher hätte man sie mit einem weißen Stück Papier vergleichen können. Ihre Temperatur lag unter dem Normaldurchschnitt.
Da begriff ihre Mutter nun auch was mit ihr passiert war. Sofort brachte sie Hailey in die Schwitzkammer und anschließend in das Bad. Lili massierte sie am ganzen Körper.
Das viele Schwitzen tat ihr nicht gut. Andauernd hatte sie das Gefühl sie würde gleich das Bewusstsein verlieren. Ihr Kreislauf war die reinste Katastrophe. Sie konnte nicht laufen, sie konnte selbst ihre Arme nicht heben. Es schmerze ungemein. Jede einzelne Stelle ihres Körpers tat weh.
Einige Worte hatte sie versucht aus sich zu bekommen. Es hatte sie sehr viel Überwindung gekostet. Selbst das reden tat weh. Sie sprach also nur in kurzen Sätzen.
Einige Worte hatte sie mit Lili getauscht. Kurze Zeit später wurde sie wieder ins Bett gebracht. Es viel ihr nicht schwer wieder einzuschlafen.


Verrat

Am nächsten Tag wachte sie wieder recht spät auf. Die Schmerzen sind nach wie vor da gewesen. Warum blieben sie so lange?
Mit Lilis Hilfe hat sie sich dann wieder gebadet und umgezogen. Assamaril und Tooru waren auch da und haben dann gekocht. Doch viel essen konnte sie nicht. Ein Löffel von der Hühnersuppe hatte sie gegessen. Mehr nicht.
Es klopfte an der Haustür. Amelie und Keylon sind gekommen weil Liliana ihn wohl sprechen wollte. Sie wollte nicht das er sie so sieht. Vorallem wollte sie nicht das er Schuldgefühle bekommt. Immer wieder sagte sie ihm, er soll ihr doch bitte nicht böse sein. Erst verstand er noch nicht warum. Und schon verschwanden Liliana und Keylon im Keller. Eine ganze Weile verbrachten sie dort. Zwischendurch hat Torjan ihre Hände und Arme massiert. Der Kleine Junge ging hinab in den Keller um ein wenig für sie zu lauschen. Als er wieder oben angekommen war, sagte er sie reden über „Gefühle“ und „Eine Nacht drüber schlafen“.
Da wurde sie sauer. Warum zum Teufel reden sie über Gefühle? Was hat Lili ihm nur erzählt? Und vor allem: Wer gab ihr das Recht sich in ihr Liebesleben einzumischen?! Was denkt Keylon nun von ihr? Wie konnte sie nur...
So enttäuscht war sie noch nie von ihrer Mutter. Schließlich wollte sie von ihm loskommen und nun sprachen sie über „Gefühle“.
Da wunderte es sie auch nicht mehr das er sie schüchtern ansah als er wieder oben war. Oder die Tatsache das er sie plötzlich beschützen wollte. Mehrmals stellte sie ihm die Frage, warum er sie denn plötzlich unbedingt beschützen wollte. Erst ignoierte er sie. Dann antwortete er vollkommen unerwartet:
„Weil ich dich mag. Weil ich dich sehr mag.“
Damit hatte sie nicht gerechnet. Vollkommen starr blickte sie ihn an. Genau das war es, was sie eigentlich immer hören wollte. Und genau das, war der Beweiß dafür, das sie doch darüber geredet hatten. Sie wurde sauer. Aber aus Schuldgefühlen und Mitleid musste er das nun wirklich nicht sagen... Aus welchem Grund sollte so etwas plötzlich aus seinem Mund kommen? Schließlich sah sie doch wie er mit Jezabel am turteln war. Sollte er doch mit 'ihr' glücklich werden.
So lange hatte sie um ihn gekämpft, über ein verdammtes Jahr. Selbst wenn es so wäre, soll es ihr erst schlecht gehen, damit er bemerkt, das er sie „sehr mag“? Auf Lili war sie erst recht sauer. Sie als Mutter.. Wie konnte sie sie nur so verraten? Warum hat sie nicht darüber nachgedacht wie es ihr nun dabei ging?
Kurz darauf verschwanden alle. Keylon wollte unbedingt wieder kommen. Das dürfte interessant werden...

Nun war auch niemand mehr da der ihr helfen könnte ins Bett zu kommen. Um ehrlich zu sein, wollte sie auch niemanden mehr sehen. Sie setze sich auf den Boden und kroch gequält in ihr Bett.

Irgendwie war immernoch alles seltsam. Ihr Kopf tat immernoch höllisch weh. Sie merkte selbst, das etwas nicht stimmt. Wenn Sie zurückdachte an die letzten Stunden oder Tage, war da kaum etwas. Manchmal reagierte sie auch spät auf Fragen oder geschehene Dinge. Zum ersten mal ist ihr selbst aufgefallen wie oft die doch neben der Spur steht. Doch sagen könnte sie das keinem. Sie würden sich nur noch mehr Sorgen machen...
So schwieg sie die meiste Zeit und antwortete nur wenn es von Nöten war.

Verfasst: Montag 16. Juni 2014, 22:15
von Keylon von Salberg
Als er am nächsten Tag vorbeikam, schlief Hailey.
Liliana ließ ihn nur widerwillig herein.
Doch da er Hailey versprochen hatte vorbei zukommen, stimmte sie schließlich zu.
Doch verbot sie ihm sie auf zuwecken.
Sie führte ihn in das Zimmer wo ihre Tochter schließ und blieb wie aufpassend neben ihr.
Keylon vermochte ihre skepsis zu verstehen. War er es doch der die Schuld daran trug das ihre Tochter
jetzt krank war. Wieviel mehr hätte passieren können, wenn sie nicht einer der Gardisten früh genug gefunden hätte.
Nur kurz sah Keylon sich um und erfasste die ganze Situation auf einen Blick.
Ein Stuhl stand neben dem Bett. Auf dem Nachtisch eine Schüssel mit kaltem Wasser und Tüchern.
Anscheinend hatte Hailey noch immer Fieber, und Liliana kümmerte sich wohl fast rund um dieUhr um ihre Tochter.
Jetzt schlief die junge Frau. Ihr Atem ging ruhig, und sie war wohl auf dem Wege der Besserung.
Das versicherte Liliana ihm auch und Key konnte gar nicht sagen wie erleichtert er darüber war.
Sie so daliegen zu sehen, versetzte ihn einen Stich. Sie sah so verletztbar aus.
Still beugte er sich vor und schob ihr eine der vorwitzigen Haarsträhnen aus dem Gesicht.
Sein Blick glitt dann jedoch sofort zu Liliana, als fürchte er zuweit gegangen zu sein.
Sie anblickend war eine ihrer Fragen sofort in seinem Kopf.
Was fühlte er?
Die Unsicherheit in ihm war so groß wie nie zuvor. Die Zeit würde sehr viel bringen, sogar mehr als er
vielleicht gedacht hatte. Er hatte sie damas stets nur als.... zu jung... Kind fast betrachtet, und seit sie wieder
da war, hatte sie sie sich für ihn zur Frau gemausert. Jung zwar aber vor allem Liebenswert.
Er war gerne mit ihr zusammen. Aber jetzt... zu wissen was sie fühlte, warf ihn so ziemlich aus der Bahn.
Schreckte ihn halb ab aber zog ihn auch zu ihr hin.
Die Verwirrung war komplett.
Würde er jetzt noch die Zeit haben sich selbe zu ergründen?
Sicher, sein Herz schlug schneller, aber was das schon....
Er schüttelte den Kopf als wolle er selber jeden Gedanken von sich schieben.
„Ich muss wieder gehen“ sprach er leise und etwas zu heise zu Liliana, und die Heilerin brachte ihn
dann ohne weitere Worte zur Tür.
„Bestell ihr bitte schöne Grüße von mir. Und sag ihr das ich mein Versprechen gehalten habe und hier war.
Ich werde ein andres mal wieder nach ihr sehen. Gute Nacht Lili.“
Mit diesen Worten ging er und machte sich zurück auf den Weg nach Hause.

Verfasst: Montag 16. Juni 2014, 22:16
von Hailey Lynn Drachenfels
Mittlerweile ging es ihr besser. Die Muskeln taten weniger weh und das Reden fiel ihr leichter. Kein Wunder, so viel Medizin wie sie nehmen musste. Das war wohl der Vorteil eine Heilerin als Mutter zu haben.
Keylon kam diesmal wieder vorbei. Sie war recht überrascht das er wieder gekommen ist. Schließlich hätte das Ganze ihn auch abschrecken können. Dennoch war sie wirklich froh ihn zu sehen.

Sie setzen sich an den Tisch und begannen zu sprechen. Es war sehr unangenehm für Hailey, da die Situation sehr seltsam war. Sie wusste nicht was Liliana ihm wirklich erzählte. Aber auch was er erzählte wusste sie nicht. Sie wusste nur das sie es ihm erzählt haben muss.
Keylon fragte sie über eine Dinge aus, die in der Ballnacht passiert sind. Vorallem was sie zu ihrem Handeln animiert hat. Ehrlich war sie nicht gewesen. Sie wusste nicht was er wusste, so war es besser zu Schweigen und seine Fragen zu umgehen.
Lange konnte sie ihn nicht belügen. Sie ertrug den Gedanken nicht unehrlich ihm gegenüber zu sein. So begann Sie ihm zu erzählen was sie wirklich fühlte und dachte. Es schien als sei das Ganze normal gewesen. Er versuchte wirklich, das Hailey sich wohl fühlt. Und das tat sie auch.
Mit der Zeit hatte sie sich dann auch von dem Gedanken verabschiedet, er täte alles nur aus Mitleid. Doch was sie am meisten traf, war das er sie sehr mochte und wirklich kennenlernen möchte. Er sagte er sei verwirrt und alles sei so seltsam. Da wusste sie das er wahrscheinlich mehr für sie empfindet als er es zugab. Selbst Liliana versicherte später als er ging, das er mehr für sie empfindet. Villeicht begriff er es einfach nicht. Oder Hailey und Liliana lagen einfach falsch.

Wie lange hatte sie sich danach gesehnt, solche Worte aus seinem Mund zu hören? Und vor allem: Er hatte sie auch verwirrt...
Aus diesem Verliebt-Sein ist irgendwann aufrichtige Liebe geworden. Doch er schien sich nicht für sie zu interessieren. Über ein Jahr hinweg versuchte sie um ihn zu kämpfen. Als sie es eingesehen hat, das es keinen Sinn mehr machte ging sie fort um über ihn hinwegzukommen. Als sie wiederkam war plötzlich alles anders. Er fing an sie richtig zu mögen. So wie er erzählte, auf den ersten Blick, als er sie wieder sah.
Was sollte das? Sie fühlte sich wie ein Narr des Schicksals...

Und außerdem war da auch noch Jezabel, die er mochte. Aus diesem Grund sagte sie ihm, das er auf sie keine Rücksicht nehmen soll. Warum sollte sie ihn auch einschränken wollen. Nur weil er jetzt wusste was sie für ihn empfand, hieß das noch lange nicht das er ständig auf sie Rücksicht nehmen musste. Natürlich würde es ihr etwas ausmachen wenn er sich nicht für sie entscheiden würde, aber sie konnte ihn auch zu nichts zwingen. Sie war es gewohnt Herzschmerz zu ertragen, irgendwie würde sie das auch noch aushalten können, redete sie sich immer wieder ein.

Er erzählte ihr, das noch nie eine Frau ihn wirklich geliebt hat. Er erzählte ihr auch die Geschichte mit Rena und dem Sohn. Vorallem was es mit dem Rabendiener auf sich hat, der ihn verfolgt. Die Aussage von ihm das eine Frau ihn nie wirklich geliebt hat, ging ihr nicht aus dem Kopf. Sie fragte ihn was er denn von ihr denkt. Aber er sagte nur er wäre verwirrt, er bräuchte Zeit um eine klare Aussage zu machen. Was hatte das damit zu tun was er über ihre Gefühlte ihm gegenüber denkt?

Lange lag sie noch in ihrem Bett und ließ sich das Gespräch durch den Kopf gehen. Es war befreiend das er nun alles wusste. Und es war auch keineswegs mehr seltsam. Sie hoffte sehr das er Gefühle für sie entwickelt. Aber er hatte Recht, es braucht Zeit. Sie wollte ihn zu nichts drängen. Selbst wenn es sie innerlich zerriss, schließlich wartete sie schon so lange auf ihn. Müde schloss sie ihre Augen und versuchte zu schlafen.
Wie ein Gedankenblitz schoss ihr plötzlich wieder die Frage in den Kopf, die sie ihm gestellt hatte, bezüglich ihrer Gefühle. Und ihr wurde klar, das sie immernoch keine Antwort bekam...

Verfasst: Montag 16. Juni 2014, 22:16
von Hailey Lynn Drachenfels
"Verwirrt sein erscheint mir plötzlich vorteilhaft", sprach sie leise zu Keylon, nachdem er sie das erste Mal geküsst hatte.
Das war wohl ihr erster Kuss. Ohne eine Vorahnung hatte er sie einfach geküsst.
Doch was hieß das schon? Er wusste schließlich immer noch nicht was er wirklich für sie empfand.
Einerseits freute sie sich riesig, das er Gefühle zu entwickeln schien. Andererseits war genau dieser Kuss ein Problem. Sie sprachen gerade erst von Enttäuschungen und Hoffnungen im Leben und das könnte wieder eine geplatzte Hoffnung werden. Ständig dieses "komisch" und "verwirrt" konnte sie langsam nicht mehr hören. Es zerbrach ihr das Herz wenn sie daran dachte das er villeicht eines Tages ihr mitteilen würde das er doch nichts für sie empfindet. Aber er küsste schließlich auch nicht jeden, also musste das ja auch was heißen. Und ihn zu bedrängen, etwas zu sagen was villeicht nicht der Wahrheit entspricht, wäre verkehrt.
Klar, er brauchte seine Zeit und sie verstand das auch. Nur war sie ihm schon eine lange Zeit vorraus und wollte einfach nicht länger warten. Diese Geduld musste sie nun üben, so schwer es ihr auch fallen würde. Trotz seiner Verwirrtheit merkte sie, das er gerne bei ihr war. Mittlerweile verhielt er sich ihr gegenüber auch ganz anders.
Sie genoss jeden Tag mit ihm. Vorallem liebte sie die Art, wie er sie berührte. Jetzt wo sie ihn besser kennenlernte, gefiel er ihr sogar noch besser.

Seine Albträume machten ihr Angst. Der arme Kerl kommt Nachts kaum zur Ruhe. Ihn so niedergeschlagen zu sehen war ungewohnt. Er musste wirklich darunter leiden. Erst die Tatsache, das er gekränkt war, weil er seinen Traum, den Schwertkampf, nicht aufüben konnte und dann auch noch diese ständigen Träume. Irgendetwas musste sie unternehmen, es selbst in die Hand nehmen. Er hat es verdient glücklich zu sein.
Sie verstand einfach den Grund nicht, weshalb er jedes mal das selbe träumte. Und vor allem nach so einer langen Zeit. Doch zu einem Entschluss ist sie nicht gekommen.
Bestimmt gäbe es jemanden, der sich mit psychischen Dingen besser auskennt. Und derjenige war wohl auch schon gefunden...

Verfasst: Montag 16. Juni 2014, 22:18
von Keylon von Salberg
Verrückter konnte es wohl kaum noch kommen, noch eben war er sich unsicher seiner Gefühle, da stand Hailey unten, rief nach ihr und er freute sich wie ein kleiner Junge alleine ihre Stimme zu hören.
Jezabel hatte mit ihrem Schlusswort im Buch recht gehabt. Da suchte man solange nach dem Glück, dabei stand er so lange schon neben einem.
Vor ihrem Weggang hatte er Hailey eher als... nun ja junge Erwachsene gesehen, sie kaum wirklich angesehen und jetzt?
Nach ihrer Wiederkehr? Hatte sie sich gewandelt.
Ihm stand auf einamal einer Frau gegenüber, in dessen rehbraunen Augen er versinken könnte.
Lilis klare Worte über die Gefühle ihrer Tochter hatte ihn in ein wahres Gefühlschaos gestürzt und fast hätte er nicht wirklich mehr gewußt wie er sich ihr gegenüber verhalten sollte.
Aber er wollte es für sich herausfinden.
Darum kam er am nächsten und übernächsten Tag wieder, bis sie die Zeit fanden, in Ruhe und alleine miteinander zu reden.

Anfangs war es eher ein ausweichen beiderseiten.
Hailey wollte herausfinden was ihre Mutter Keylon erzählt hatte, und Key wollte sie dazu bringen ihm zu sagen was sie wirklich für ihn empfand.
Obwohl es unfair war. Denn er würde ihr darauf keine klare Antwort geben können. Er war so verwirrt was seine Gefühle anging.
Sie sprachen lange miteinander, und Key sagte ihr das er nicht wirlich wusste was er fühlte, und sie akzeptierte das.
Als er an diesem Abend ging, gab er ihr einen Kuss auf die Stirn und seine eigenen Gefühle übemannten ihn in einem Sturm der Verwirrtheit.
Nächtelang in denen er eh nicht schlafen konnte, grübelte er, spürte er wie sein Herz schneller schlug bei dem Gedanken an sie, und er kaum wirklich erwarten konnte, das sie wiederkam.

Als sie dann am nächten Abend ins Handelshaus ging, sprang er die Treppe herab, voller Freude ihre Hand in die Seine nehmend und hauchte ihr einen Kuss auf die Schläfe.
Als dann die dunkle Stimme Meister Amus erklang, zuckte er fast erschreckt zusammen.
„Hey Keylon wat fingerst du an meiner Kleinen rum.“
Alleine dieser Satz alleine, vermochte Keylon langsam die Klarheit geben um zu erkennen was sein Herz längst fühlte.
„Deine Kleine, ist nun meine Kleine Amu.“
Sprach er laut und diesmal ohne einer Spur von Unsicherheit, während er sich fest neben sie stellte, und den Arm nun fast besitzergreifend um ihre Hüfte.
„Wat?“
fragte Amu näherkommend und baute sich vor ihnen auf.
Keylon schenkte ihm nur ein Lächeln. Nichts würde ihn jetzt noch aus der Bahn werfen da er sich nun so klar war.
„Ich Blindfisch habe lange gebraucht es mir ein zu gestehen.“ gab er nun zu, sah Hailey dann an und meinte nun leise. „ich glaube ich habe mich verliebt.“
Hailey Blick alleine war ihm der Worte genug, und zum erten male seit langer Zeit fühlte er sich so wirklich glücklich.

Verfasst: Montag 16. Juni 2014, 22:19
von Hailey Lynn Drachenfels
Erschöpft nach ihrer Arbeit machte sie sich auf den Weg zu Amelies Haus um Keylon zu besuchen. Kaum war sie angekommen, stockte ihr Atem. Sie konnte es erst ihren Augen nicht glauben. Da stand er, in der Haustüre auf dem Weg nach draußen, bewaffnet. Er schrie wie ein Verrückter:

"Wo ist Aries?!"
"Hailey, geh rein!"
"Geh sofort ins Haus, du bist in Gefahr!"
"Das ist ein Traum.. Das ist ein Traum."

Verzweifelt versuchte sie ihn zu beruhigen. Was zum Teufel brauchte ihn dazu, zu glauben er wäre in einem Traum?
Einfach so wollte sie sich von ihm nicht abwimmeln lassen und blieb bei ihm. Und plötzlich kippte er um wie ein nasser Sack, fiel zu Boden. So schnell wie er fiel, konnte sie nicht reagieren um ihn rechtzeitig noch aufzufangen. Sie schmiss sich sofort zu ihm auf den Boden und nahm ihm sein Schwert weg. Lange tätschelte sie seine Wangen und rüttelte, schüttelte ihn. Er reagierte nicht.
Egal was sie versuchte, nichts hat funktioniert. Sie nahm ihn in ihre Arme und da bemerkte sie auch das er zu zittern begann. Sie trug ihn schleifend zu der Haustreppe um ihn hinsetzen zu können und lehnte ihn an die Haustüre an, im Schnee sollte er sicherlich nicht liegen bleiben.
Da saß er nun, an der Treppe und war einfach geistig nicht ansprechbar. Sie ging ersteinmal einen Schritt zurück und betrachtete ihn eingehend, überlegte was sie nun hätte machen können. Es schien alles hoffnungslos, sie konnte ihm einfach nicht helfen. Noch nie hatte sie vorher solch eine Angst empfunden. Vorallem diese Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit. Es schmerzte sie ungemein, ihn so ansehen zu müssen. Immer hatte sie versucht stark zu sein um nicht verletzlich zu wirken. Natürlich zerriss es sie, das es ihm schlecht ging und das versuchte sie ihm auch nie zu zeigen. Doch nun war auch sie am Ende ihrer Kräfte. Sie konnte nicht länger stark sein. Diesen Entschluss zu fassen, war hart. Sie begann fürchterlich zu weinen. Ununterbrochen ronnen ihr die Tränen über das Gesicht. Dann ging sie wieder auf Keylon zu, versuchte weiterhin ihn zu wecken.
Ihr Herz schlug schneller als er anfing doch wieder zu reden. Er murmelte leise einen Namen. Eine Person, die er nicht kannte und dann, endlich, öffnete er seine Augen.
Voller Freude schmiss sie sich in seine Arme und drückte ihn so fest wie sie es vorher nie getan hatte.
Ohne groß zu zögern schliff sie ihn gleich zu Malena mit. Sie wusste ihm einfach nicht anders zu helfen. Vorallem sich selbst wusste sie nicht zu helfen. Sie konnte sich einfach nicht beruhigen, weinte unendlich.

Nach einem Gespräch mit ihr, alleine, hatte sie sich wieder zusammenreißen können. Keylon war ebenso mit ihr noch alleine.
Ihre Worte hatten ihr wenig geholfen, doch hatten sie sie besänftigt.
Sie ging aus dem Lehrhospital, setzte sich auf die Truhe die dort stand. Im Raum hielt sie es nicht länger aus, die frische Luft tat ihr gut.

Mitgenommen sah sie in die Ferne, machte sich Gedanken. Wie sollte das weitergehen? Was wäre gewesen wenn sie nicht zufällig dagewesen wäre? Mehrer Fragen gingen ihr durch den Kopf und ließen sie nicht in Ruhe. Selbst die Worte ihrer Mutter lösten nicht viel in ihr aus.

Immer musste sie sich Sorgen um ihn machen. Erst die Albträume, dann sein Kampfgeist, den er anscheinend nicht bewältigen konnte. Und nun, musste sie zusehen wie er anfing sich wie ein Irrer durch seine Tagträume aufzuführen. Dabei schlief er doch nun besser?
Eins war sicher: Mit ihm würde es ihr sicher nie langweilig werden. Doch hatte sie sich auch nie so lebendig gefühlt.
All diese Gefühle, Liebe, Angst, Sorge, kannte sie nicht in diesem Maß.
Trotz das er ihr solche Sorgen bereitete, zog es sie mehr zu ihm hin. Sie wollte sich um ihn kümmern, auf ihn aufpassen und stellte auch seine Gesundheit vor ihre. An ihren Gefühlen ihm gegenüber musste sie sicher nicht zweifeln.

Kurz sprachen sie noch, dann legte er sich im Hospital schlafen.
An Schlaf konnte sie nicht denken, so ging sie noch eine Weile alleine spazieren, bis sie etwa eine Stunde später wieder im Hospital eintraf.
Leise betrat sie das Zimmer indem er schlief, drehte den Stuhl der neben dem Bett stand in seine Richtung und setzte sich auf jenen. Selbst der Spaziergang ließ den Kopf nicht den Mund halten. Sie konnte einfach nicht müde werden.

Die halbe Nacht blieb sie wach und beobachtete wie er schlief. Zum Glück schlief er ruhig. Seine nächtlichen Unruhen in den letzen Nächten waren nun wie weggeblasen. Sie merkte das sie sich wohl diese Nacht keine größeren Sorgen um ihn machen musste und nickte dann auch auf dem Stuhl ein, begann zu träumen:

Sie stand auf einer Wiese, die unendlich schien. Der Winter war vorrüber, der Schnee fehlte. Bekleidet war sie bloß mit ihrer Nachtkleidung. Wohl wurde sie plötzlich aus dem Schlaf gerissen. Über ihr, weit entfernt, flogen Raben im Kreis umher.
Sie hatte das Gefühl das jemand neben ihr steht, spürte einen warmen Atem an ihrem rechten Ohr. Doch da war niemand. Leise hauchte ihr die imaginäre Person zu:
"Ich habe ihn."
Sie rannte und rannte. Immer gerade aus, in der Hoffnung irgendwo Etwas oder Jemanden aufzufinden. Vergebens. Die Wiese hörte nicht auf. In der Ferne war nichts. Stille.
Es schien als würde sie stundenlang rennen ohne zu pausieren, fiel schließlich voller Erschöpfung vorwärts auf den Boden, schrie so laut sie konnte, ließ alles raus, schlug mit aller Kraft gegen den Boden bis ihre Hände bluteten. Sie drehte sich um, um sich zu setzen, durchzuatmen. Und da stand er. Eine Person in dunkler, knochiger Robe. In den Armen hielt er Keylon. Der Rabendiener sah sie schemlisch grinsend an. Angst und Hass spiegelten sich in ihren Augen wieder. Sie erhob sich und wollte nach ihrem Liebsten greifen, ihn dem Rabendiener aus dem Armen nehmen. Doch kaum konnte sie die runterhängende Hand Keylons berühren, löste sich der Diener mit Keylon im schwarzen Federgewirr auf, beide waren verschwunden. Wieder überkam es sie und sie schrie weinend alles aus sich hinaus. Die Raben die soeben noch im Himmel kreisten, sanken auf sie hinab.

Diesen weinenden, wirklich lautstarken Schrei konnte sie nicht unterdrücken und weckte sich selbst, so wie alle anderen mit auf.

Verfasst: Montag 16. Juni 2014, 22:21
von Keylon von Salberg
Er backte!
Ja er, der „kühne“ Krieger hatte das Schwert mit einem Kochlöffel vertauscht, oder aber mit dem Federkiel.
Und all das, nur um Hailey zu imponieren.
Er wollte sie zu einem Essen einladen bei dem er alles alleine gekocht hatte.
Sie einmal richtig verwöhnen.
Zum Ersten male in seinem Leben fühlte er sich wirklich glücklich.
Er liebte Hailey.
Ja, so lange es auch gedauert hatte bis er es sich selber eingestanden hatte.
Er liebte sie.
Und er wollte es am liebsten in all seiner Freude es laut herausschreien.
Niemals zuvor hatte er dieses Gefühl so intensiev genießen können.
Sein Herz klopfte wenn sie sich ihm näherte, er konnte stundenlang wachbleiben, nur
um ihr bei Schlafen zu zu sehen.
Sie wirkte dabei so zerbrechlich und er wollte jegliche Gefahr von ihr fernhalten.
Aber dieser Wunsch ging nun einmal leider nicht in Erfüllung.

Als er gerade das selbstgebackene Brot aus dem Ofen holte, hörte er ein Flüstern das an sein Ohr drang. Sein Name. Langezogen und dann „Aries ist weg.... keine Widerrede?“
All das ergab doch keinen Sinn, oder doch?
Träumte er schon wieder?
Hier im Haus jedenfalls war niemand.
Tief durchatmend nahm er sein Schwert in die Hand, trat zur Tür und öffnete diese, obwohl ihm schon an der Schwelle die Haare zu berge standen.
„Wie Aries ist weg!!! Was meinst du?“
Erst jetzt bemerkte er Hailey die wohl gerade auf de Wege zu ihm gewesen war und ihn nun überrascht ansah. „Wie sie ist weg ?“
Keylon stürmte zu ihr bereit möglicherweise sie zu schützen.
„Hörst die es denn nicht. Diese Stimme?“ antwortete er und nur kurz kam ihm die Idee wie verrückt er wirken musste.
Hailey schien verwirrt. „Keylon da sin dkeine Stimmen, du redest Unsinn.“
Keylon drehts sich langsam in alle Richtungen spähend.
Die Angst um Hailey schnürrte ihm fast die Kehle zu.
So schob er sie mit der freien Hand gen Haus.
„Gerh rein Hailey... geh rein. Ich träume ... oder?
Ich träume ... ganz bestimmt träume ich.“ Hailey widersetzte sich gen Haus geschoben zu werden. „ Du wirst hier bestimmt nicht mit einem Schwert herumrennen! Keylon was zum Teufel ist los? Und Nein du träumst nicht !!!
Leg bitte das Schwert weg du machst mir Angst.“ Sie trat näher zu ihm und Keylon schüttelt den Kopf. Er versucht etwas zu sehen was Augenscheinlihc nicht da war.
„Geh rein Hailey... Bitte, du bist in Gefahr. Geh rein. mir zu Liebe. Er ist hier... Er ist ganz bestimt hier.“
Das Hailey noch etwas sagte bekam er dann schon nicht mehr mit.
Als würde ihn der Schlaf wie ein Blitz übermannen kippte er einfach um.
Das Hailey ihn zum Haus schleppte, um ihn weinte. Nichts von all dem.

Es war wie ein Traum oder doch nicht? Es schien so real und dann durchlief ihn ein Schauer als er langsam wieder aufwachte. Er schüttelte sich, versuchte seine Sinne zu sammeln und doch war er nicht mehr vor dem Haus. Es war eher wie eine Höhle, und dann sah er SIE!
Vier Statuen in den verschiedensten Formen und Haltungen standen um ihn herum.
Er war gerade im Begriff sich auf zu rappeln, als sich eine der Statuen ruckartig und knirschend bewegte. Vor Schreck viel Keylon zurück, starrte die sich bewegende Statue an und krabbelte zurück von ihr fort. „Nein! Das ist ein Traum nur ein Traum. Keylon wach auf !!!“
„Wo ist er ?!!“ rief die Statue zu ihm, obwohl er nicht mal sehen konnte ob sich ihre Lippen überhaupt bewegten. Wenn das ein Traum war, würde er sich doch ein Schwert, ein Schild, die Sonne, was auch immer herträumen können oder nicht?
Verzweifelt tastete er um sich, doch um ihn herum war nichts außer der karge Höhlenboden.“
„Wer?“ keuchte er „Wer?!“ er versuchte die Augen zu schließen, diese Situation war zu abstruckt.
„Wo ist Andrin!!“ rief die Statue ihm wieder zu und hatte ihn fast erreicht.
„Ich kenne keinen Andrin.“ brüllte Keylon in Verzweifelung und schlug den Arm vor die Augen, in der Absicht sich zu schützen.
Die Statue gab ein klickendes Geräusch von sich als wäre sie un zu frieden.
„WIR WISSEN ER HAT DEINE TRAEUME BESUCHT! WO IST ER?“
Keylon brüllte dem Ganzen erneut entgegen „ICH KENNE KEINEN ANDRIN VERFLUCHT NOCHMAL!!!! Was ist das hier? Wo bin ich?“
Die Tentakel einer der anderen Statuen schlug nach ihm, bewegten sich aufgeregt
„GNADEN DIR DEINE GOETTER, WENN DU LUEGST!“ fauchte diese Statue und Keylon wiederholte laut „Ich kenne keinen Andrin verflucht.“ Da zuckte er erschreckt zusammen als die restlichen drei Statuen von ihren Plattformen sprangen und sich krachend und Knackend auf ihn zubewegten. „ANDRIN!!“ schrien sie und Keylon bewegte sich
weiter zurück, doch wohin.
In seiner Verzweifelung begann er zu beten. „Herrin Temora steh mir bei, bringe mir Licht während ich im dunklen wandere....“ Weiter kam er jedoch nicht.
Er schlug zu Boden. Erneut wie ein Schlaf und als er erwachend wieder die Augen öffnete, lag er zitternd vor seiner Haustür in Haileys Armen.
Sie weinte hemmungslos und er vergrub sein Gesicht in ihrer Halsbeuge sie fest umarmend.
Immer wieder murmelte er „ich kenne keinen Andrin... ich kenne keinen Andrin.“
„Bei Eluive.. Was ist mit dir los..“ ließ sie sich verzweifeltl und verheult vernehmen und erneut stellte er fest wie sehr er diese Frau liebte. Er wollte sie trösten sie beschwichtigen, und meinte nur leise aber stockend. „Ich... ich ... ich hab... geträumt... sicher ... blos geträumt
Nur habe ich noch nie am Tage geträumt“
Verzweifelt blickte er in ihr Tränenübersähtes gesicht, „Es ist gut... nur ein Traum... nur ein Traum" versucht er sie und auch sich damit zu beruhigen, und übersähte dabei ihr Gesicht mit zahlreichen Küssen .
„Was ist das für ein Traum wenn du irres Zeug redest und einfach so umfällst? Das ist nicht normal. Ich.. ich weiß nicht mehr weiter Keylon...“
Keylon konnte ihr ihre Verzweifelung ansehen und auch er wusste nicht wirklich mehr weiter.
„Hailey ..es ist gut... alles ist gut.“ Er versuchte ihr ein zuversichtliches Lächeln zu schenken
„Nichts ist gut,“ erklärte sie ihm mit fester Stimme sah ihn dann flehensan und meinte leise
„Gehen wir zu Malena.“
Keylon nickte zögerlich. Wie hätte er ihr jetzt auch was abschlagen können.
„Ist gut,“ Meinte er nur und zog sie noch einmal fest in seine Arme, doch diesmal half es ihr nicht. Er konnte ihr zittern spürgen und auch ihm saß das Ganze noch im Nacken.
Nur langsam standen sie auf um dann Hand in Hand zu Lehrhospital zu gehen.

Verfasst: Montag 16. Juni 2014, 22:22
von Hailey Lynn Drachenfels
Schweren Herzens packte Hailey rasch einige Dinge zusammen, nachdem Keylon gegangen war, in dem Glauben sie würde friedlich zu Hause schlummern. Einiges hatte sie schon im Handelshaus zusammengepackt, auch die Notiz für Keylon hatte sie dort verfasst, um später an Zeit zu gewinnen. Er merkte das etwas nicht stimmte, doch schob sie es auf ihre Schmerzen und Müdigkeit.
Er würde sicher sauer werden, sie wäre schon wieder plötzlich fort. Er würde wieder nicht wissen wo sie ist und wie lange sie weg blieb, vermochte sie selbst nicht sagen zu können. Ja villeicht würde ihn das sogar verletzen. Das war ihr bewusst. Aber sie konnte nicht anders.

Die Entführung hörte sie fast mittlerweile aus aller Munde. Niemand hatte sie damit in Ruhe gelassen. Aber ihre sichtbaren Verletzungen warfen wohl viele Fragen bei ihrem Gegenüber auf. Doch niemand hatte verstanden, wie es ihr eigentlich dabei geht, wenn sie sich ihre Mäuler darüber zereißen.
Sie hatte versucht damit umzugehen, wurde sogar gegenüber dem Oberst pampig. Irgendwann hatte auch sie keine Lust darüber zu sprechen und jeden Tag damit konfrontiert zu werden. Jeden Tag Streitereien, Auseinandersetzungen. Lauter Menschen die sie nicht verstanden.
Sie war so voller Hass, Wut und Zorn. Vor allem Rachsucht. Die Zeit in der Gefangenschaft hatte sie sehr geprägt, villeicht sogar mehr als sie selbst dachte. Es hatte sie aber auch abgehärtet, sie innerlich stärker und stabiler gemacht.
Auf das Regmient war sie nicht sonderlich gut zu sprechen. Schließlich haben sie diesem elendigen Piraten einen Grund gegeben, sie wieder zu entführen. Niemals hätte sie dem Steckbrief zugestimmt, wenn sie deren Vorhaben geahnt hätte. Sie hatte nie viel von dem Reich gehalten, was aber größtenteils mit ihrer Vergangenheit zusammenhing. Sie hatte es dennoch geduldet, weil sie es nicht anders kannte, sich wo anders nicht wohl fühlte. Und dann war da auch noch Liliana, die sie so herzlichst bei ihr aufgenommen hatte. Aber auch nach all den Jahren änderte sich ihre Meinung gegenüber dem Reich nicht.

Und dann der Schock. Keylon war nun einer von denen, die sie im Moment und damals schon so sehr verachtet, umgangen hatte. Dabei fing es gerade an einigermaßen gut zu laufen, die Launen lockerten sich. Und dann der Schlag ins Gesicht. Sie versuchte sich das nicht anmerken zu lassen, dachte nach, bevor sie handelte. Sie konnte ihm nicht ehrlich sagen was sie darüber dachte, es war sein Wunsch. Es war mehr als ein Wunsch, es war ein Traum. Wäre sie an seiner Stelle gewesen, hätte sie niemanden gewollt der ihren Träumen im Weg stand. Sie befand sich in einer Sackgasse. Den ganzen Tag über machte sie sich Gedanken über all das, was in so kurzer Zeit passiert war. Es war zu viel. Zu viel für ihren Kopf. Das musste aufhören.
Das Problem war weniger, das sie immer mehr mit dem Reich konfrontiert wurde, sondern die Angst all das was sie in der Vergangenheit erlebt hatte, noch einmal durchstehen zu müssen. Alle Menschen noch einmal verlieren zu können, die ihr so viel bedeuteten.

Möglicherweiße war es nun genau das womit sie sich auseinandersetzen sollte.
Sie beschloss zurück in ihre Heimat zu reißen, um ihre Vergangenheit endlich ganz hinter sich lassen zu können, um einfach etwas Abstand zu gewinnen. Um keinen Menschen um sich zu haben den sie kannte, um ihren Gedanken freien Lauf zu lassen. Es brach ihr das Herz Keylon wieder alleine lassen zu müssen. Gerne hätte sie mit ihm ein Gespräch gesucht, aber er würde sie nicht lassen. Und wenn, dann würde er sicher an ihrer Seite bleiben wollen. Doch das ging nicht. Bislang hatte sie sich ihm gegenüber immernoch nicht ganz geöffnet. Alles sollte er nicht wissen. Er wusste schon mehr als ihre Mutter.

Die Notiz wurde rasch auf den Esstisch plaziert. Hailey nahm ihr großes, recht auffälliges Skizzenbuch aus dem Regal, welches sie in ihrer Kindheit begleitet hatte. So konnte sie wissen wo genau sie lebte, wie es damals ausgesehen hatte. Und nun konnte sie alles noch einmal zeichnen, damit es verständlicher wird.

Sie nahm ihr Pferd mit, damit sie nicht viel Laufen musste. Die Schmerzen die sie immernoch stark empfand, würden sie zu sehr schwächen.
Hailey begab sich in die Dunkelheit vermummt, bewusst auf den Weg nach Bajard. Das ist einer der wenigen Orte, an dem sie jemand erkennen würde. Auf diesem Weg hätte sie keinem bekannten Gesicht begegnen können. Sie blieb eine Weile vor dem Schiff stehen, dachte darüber nach ob sie nun wirlich verreisen sollte.
'Würde ich es nicht tun, würde ich nie loslassen können..' dachte sie sich und ging währenddessen auf das Schiff, welches in Richtung ihrer alten Heimat steuerte.
Sie wusste nicht was sie erwarten würde. Aber das würde sie in einigen Stunden feststellen, wenn das Schiff um die Morgenstunden dort ankommen würde.

Verfasst: Montag 16. Juni 2014, 22:23
von Keylon von Salberg
Es war schon später in der Nacht als Keylon heim kam.
Er hatte noch freiwillig eine Wache übernommen beim Leseabend und war dann abends wie
versprochen noch heim geritten zu Hailey.
Als er ankam, lag das Haus im Dunkeln, was ja nicht wirklich untypisch war, schließlich würde Hailey ja schlafen, so hoffte er.
Sie war ziemlich aufgewühlt gewesen am Abend, und er war bei ihr geblieben bis sie eingeschlafen war. Erst dann hatte er sich auf den Weg gemacht.
So hatte er es ihr versprochen gehabt.

Als er sch vom Pferd schwang, fiehl ihm sofort auf das Haileys Pferd fehlte.
Sofort wurde ihm fast übel, als in senen Gedanken sich die wildesten Fantasien entwickelten.
Ohne das Schwert zu ziehen stürmte er mit laut klopfendem Herzen ins Haus hinein ihren Name laut auf den Lippen.
„Hailey?!!!!!!“
Er brauchte kein Licht um sich zu orientieren, und so sprang er zwei Stufen auf einmal nehmend die Treppe hinauf um dann fast ein wenig fassungslos vor dem leeren Bett zu stehen.
Es sah nicht nach einem Kampf aus.
Der Schrank stand halb offen, und als Keylon sich langsam näherte konnte er sehen das ihre Sachen fort waren, genauso wie ihre Tasche.
Dem jungen Krieger wurde schlecht.
War Drakhon wieder da gewesen oder Diego ....
Aber hätte es dann nicht Kampfspuren gegeben? Hätte sie dann einfach so ihre Sachen gepackt?
Wie in einem bösen Traum gefangen ging er die Treppe hinab.
Er fühlte sich als hätte ihm jemand eine Keule über den Schädel gezogen und so zündete er ersteinmal die Lichtquellen an um wenigstens ein wenig Licht zu haben.

In ihm war nur Verwirrtheit und eine gewisse Leere, weil er nicht verstand war wirklich los war. Der Tag hatte doch so schön begonnen gehabt, und am Nachmittag hatte er den Verlobungsring bestellt und auch bereits die Freunde eingeweiht, wie er es hatte machen wollen, und jetzt?
Jetzt war sie einfach weg.
Er schüttelte den Kopf, fast so als wolle er die Situation nicht wahr haben.
Wollte aus diesem bösem Traum aufwachen dann jedoch sah er es.
Die Notiz auf dem Tisch.
Keylon wusste nicht einmal ob er wirklich lesen wollte was dort stand, dennoch trat er langsam heran.
Ohne die Notiz auf zu nehmen blickte er einfach darauf, ohne wirklich die Worte die Sätze die darauf standen wirklich zu begreifen.
Dann nahm er sie und flüsterte fast Wort für Wort.

Ich bin weg. Tut mir leid das ich dir das nicht persönlich sage,
aber du hättest mich nicht gelassen.
Bitte mach dir nun keine Gedanken, ich brauche einfach Zeit zum
Nachdenken. Es ist im Moment so viel passiert, das ich einfach etwas Abstand von
allem Brauche um einen klaren Kopf zu bekommen.
Bitte such mich nicht, du wirst mich nicht finde.
Ich bin mit dem Schiff wahrscheinlich schon weit verreist, wenn du das liest.
Es tut mir leid, aber ich kann icht anders.
Ich liebe dich.
Hailey

Blicklos schaute er auf die Notiz.
Sie war weg.
Sie war wirklich weg, und hatte ihn verlassen.
Die ganze Situation war zuviel für sie gewesen. Natürlich das hatte er auch vermutet gehabt, aber am Morgen noch hatte er gelaubt sie wäre daran gewachsen.
Es war seine Schuld.
Sie hatte vorher ein so sicheres unbekümmertes Leben geführt und dann wurde sie in durch ihn in Situationen hineingezogen denen sie nicht wirklich gewachsen gewesen war. Natürlich war das alles zuviel für sie. Das änderte noch nicht einmal wirklich etwas an der Liebe die sie füreinander empfanden, aber es war hinderlich und belastete sie beide.
Niemals hätte Keylon sie in Gefahr gebracht oder gewollt das all das ihr geschieht, aber es war nicht zu ändern.
Sie war fort.
Fort....
Weg...
Eine einzelne Träne tropfte auf die Notiz und hinerließ ihre Spur dort, dann übernahm die Wut, der Zorn sein Handeln und unterdrückte all die andren Gefühle.
Er fasste den Tisch und schob ihn mit aller Kraft halb durch den Raum, und der Stuhl flog hinterher um krachend daneben an der Wand zu zersplittern.

Das konnte doch nicht wahr sein.
„HAAAAAILEY!!!“ brüllte er noch bevor er mit der geballten Faust gegen die Wand neben sich schlug. Einfach in der Hoffnung das der körperliche Schmerz den in seinem Inneren vertreiben würde.
Er wusste nicht wirklich was er fühlen sollte.
Sicherlich sie brauchte die Zeit ... und dann?
Würde sie wiederkommen? Und wenn sie wieder da wäre?
Keylon konnte nicht länger bleiben.
Er stürmte aus dem Haus.
Sein Pferd war noch gesattelt, und so preschte er in die Nacht in der Hoffnung das dies alles nur ein böser böser Traum wäre.

Verfasst: Montag 16. Juni 2014, 22:23
von Hailey Lynn Drachenfels
In Ermansberg angekommen suchte sie vorerst eine Taverne auf, ihr Magen beschwerte sich schon seit Stunden. Nach der warmen Mahlzeit ritt sie zu ihrem alten Waisenhaus, um den Hausdamen einen Besuch abzustatten. Ihr Name leuchtete nur bei der dort Ältesten ein. Ohne das die Dame groß nachdenken musste, packte sie Hailey am Arm und schmiss sie raus. Was war da los? Was ist in all der Zeit geschehen, das sie so verachtet wurde? Dabei wollte sie sich nur um ihre Schwester erkundigen...
Nun musste sie sich was anderes überlegen.

Mit viel Schwung begab sie sich auf das Pferd, suchte den Weg zum Gemeindehaus auf. Möglicherweise gäbe es doch jemanden Ihresgleichen, der sich an die beiden überlebenden Schwestern erinnern konnte, selbst wenn 15 Jahre vergangen sind. Aber auch dort stieß sie auf verärgerte Gesichter, wurde wieder gebeten zu verschwinden.
Das konnte doch nicht wahr sein...
Verzweifelt glitt ihr Gesicht in die Hände. Eine Möglichkeit gab es noch. Sie musste in ihre Heimatstadt, die sie nur noch als Ruine in Erinnerung hatte. Die Wahrscheinlichkeit das dort alles neu aufgebaut wurde, war sehr gering, aber es war möglich.
In hohem Tempo dauerte der Weg dorthin eine volle Stunde.

Ihr stockte der Atem als sie ankam. Das war einst ihr Zuhause...
All mögliche Gefühle kamen in ihr auf.
Der Hafen und all die naheliegenden innenstädtische Häuser waren ausgebrannt. Der schöne Strand.. verdreckt und verlassen. Kein Leben.
Umherliegende Knochenteile.. von Menschen die sie villeicht einst kannte... Ihr wurde sofort schlecht, das Gesicht wurde kreidebleich. Sie musste verschwinden ehe sie davor war zusammenzubrechen.

Die weiterentfernten Häuser waren soweit verschont geblieben, auch ihr Elternhaus. Nach kurzem Einsehen in ihre damaligen Zeichnungen wusste sie ungefähr wie das Haus aussah, fand es auch nach einem längeren Spaziergang in Richtung Berg. Es sah nach wie vor ihren Zeichnungen ähnlich, die Pflanzen haben ohne Pflege nicht überlebt, auch der Brunnen der in diesem Handwerkerviertel plaziert war, hatte schon bessere Zeiten erlebt.
Und da war es. Ihr altes Haus. Mit ungutem Gefühl öffnete sie die Ladentüre der Schneiderei ihrer Mutter, trat langsamen, zittrigen Schrittes voran.
All die Möbel die in diesem Raum standen waren mit großen, weißen Leinentüchern bedeckt. Wer hatte sich hier noch diese Mühe gemacht? Und wozu? Die ganze Stadt war verlassen, welchen Sinn hatte es?
Auch der komplette Wohnbereich war übersäht mit diesen Tüchern. War das Julie's Werk? Wusste sie das Hailey irgendwann zurückkommen wollen würde?
Eilig huschte sie nach draußen, musste Luft schnappen, ihre Gedanken neu ordnen. Vielleicht... Ja vielleicht war Julie doch noch hier in der Nähe... Aber sie hätte sie nicht aufsuchen können.

Ein älterer Mann taumelte, mit einer Flasche in der Linken, den Brunnenplatz entlang. Wohlmöglich war er nicht nüchtern. Schon nach kurzer Zeit realisierte er das Mädchen, welches gedankenverloren vor dem Haus ihrer Eltern saß, lief auf sie zu. Er musterte sie einen Moment, reichte sofort begreifend ohne ein Wort zu sagen seine Flasche an sie weiter. Hailey nahm die Flasche entgegen, trank viele große Schlücke aus dieser. Das hatte sie nun gebraucht.
Er setzte sich zu ihr auf den Boden, die Flasche wechselte abwechselnd den Besitzer bis er den letzten Tropfen austrank. Dann erhob sich seine raue Stimme.
"Dein Haus?"
Hailey nickte bestätigend.
Lange haben sie gesprochen. Er hatte ihr alles erzählt, vom Tag der 'Abrechnung', wie er es nannte, bis hin zur Vertreibung der Bewohner aus Ermansberg.
Als es kälter wurde, lud er sie zu sich ins Haus ein. Seit der Vertreibung hatte der ehemalige Gardist sein Haus komplett neu aufgebaut. Hailey folgte ihm.
Kaum ist der Herr fast mit der Tür in das Haus gefallen, schnappte er sich die nächste Flasche Rum. Ein stark verzweifelter Mann, dachte sie sich.
Er setzte sich ganz gediegen auf die Holzbank, die neben dem Tisch plaziert war, drehte sich einige Glimmstängel, mit einer Füllung die Hailey nicht kannte, entzündete sein Werk. Dem Geruch des Qualmes zu urteilen, war dies kein normaler Tabak. Er bot es ihr an und sie zögerte nicht lange, vor lauter Neugier. Oft hatte sie heimlich normalen Tabak geraucht, aber das war neu. Sie befand sich nach wenigen Zügen in einem gefesselten Rauschzustand. Dinge um sie herum begannen zu verschwimmen, die Stimme des Mannes veränderte sich schlagartig... Es war alles... Einfach witzig.
Er lies sie eine Weile mit ihrem Zustand alleine, lies das Kraut auch auf sich wirken. Sie fing an, ihn mit komplett anderen Augen zu sehen. Sie hatte nun verstanden weshalb er rauchte und gleichzeitig trank. Es hatte geholfen den inneren Schmerz zu unterdrücken, von ihm abzulenken. Nicht lange, aber für den Moment lange genug. Dieser Mensch hatte so viel gelitten... Das war sein einziger Ausweg. Er hatte niemanden. Genau so fühlte sie sich in diesem Moment.

Müde suchte sie wieder den Weg zum Elternhaus auf, entfernte noch halb benebelt die Leinentücher von den Möbeln und Gemälden. Dieses Haus war so schön. Und nun sah es noch bequemer aus.
Sie sammelte einige trockene Hölzer zusammen, entfachte ein Feuer im Kamin, rückte den großen Sessel näher, um sich dann gemütlich vor dem Feuer auf ihm niederzulassen. Nachdenklich betrachtete sie das lodern der Flammen.

Fakt war, diese Stadt war leer. Bis auf sie und den Gardisten gab es kein Anzeichen von Leben. Die überlebenden Bewohner wurden aus dem nächsten Dorf vertrieben, weil ein Zusammenleben mit Adel und Dorftrotteln unmöglich geworden war. Und Julie? Es war immernoch unklar von wem sie adoptiert wurde.
Waren die Einheimischen zu protzig? Sie wusste das sie gerne mit ihrem Gold geprahlt haben, es gerne gezeigt haben. Waren sie selbst Schuld, das sie letzendes von Piraten ausgenommen und getötet wurden? War die Angst dieser möglichen Wiederholung so groß in ihr, das sie nun das komplette Reich umgehen sollte?
Und Keylon? Er war schon immer ein Teil davon.. Aber sie wollte auch das er Teil ihres Lebens war. Desto älter sie wurde, desto mehr belastete sie ihre Vergangenheit.
Aber wäre all das nicht passiert... Hätte sie höchstwahrscheinlich eine gute Position in dieser Stadt geführt. Sie war schließlich Tochter eines Edelmannes, er hatte es bereits für sie entschieden gehabt. Aus ihr sollte etwas werden. Das war sein Wille.
Sackgasse.

Hailey nahm die Kugel, die einst Keylon getroffen hatte und den Brief von Drakhon, mit ihrer Haarsträhne im Umschlag hervor. Beides wurde in das Feuer geschmissen. Sie wollte ihre Vergangenheit in der Vergangenheit lassen. Das Feuer brannte aus, Hailey schlief im Rauschzustand auf dem bequemen Sessel ein.

Die nächsten Tage verbrachte sie wieder mit dem ehemaligen Gardisten, er führte sie durch die Stadt, zeigte ihr die Stellen die sie damals gezeichnet hatte um die Skizzen noch einmal ausbessern zu können. Ihm flossen die Tränen bei dem Anblick auf ihre Skizzen, die noch die schöne, bunte, lebendige Stadt darstellten. Abends tranken sie gemütlich zusammen und auch das Wildkraut floss in ihren Alltag hinein als wäre es selbstverständlich. Sie hoffte sie könnte hier über die damaligen Ereignisse wegkommen, doch wurde es mit seinen Erzählungen immer schlimmer. All das, was er erzählte, hatte er selbst erlebt und mit seinen eigenen Augen betrachtet. Auch ihre Eltern hatte er gekannt. Diese Erzählungen brachten Hailey letzendes an ihre Grenzen. Sie weinte sich Nachts in den Schlaf, liegend im Bett ihrer Eltern. Sie war alleine... So alleine... Alleine und verzweifelt. Sie dachte all die Jahre, sie würde mit ihrer Situation zurechtkommen. Ein großer Irrtum.
Sie wusste das es nicht gut war, was sie tat. Alkohol war keine dauerhafte Lösung für ihre Probleme. Sie brauchte wieder bekannte, vertraute Gesichter um sich. Ihre Abreise war geplant. Schnell verfasste sie einen Brief an ihre Schwester, heftete ihn mit einem Messer an die Türe damit er nicht zu übersehen war.

Zuhause von der langstündigen Fahrt angekommen, blieb sie zuerst im Türrahmen stehen. Der Tisch und die Stühle hatten ihren gewohnten Platz verlassen. Als sie genauer hinsah, erkannte sie den zersplitterten Stuhl. Das hätte nur Keylon sein können... Er war sauer und sie vermochte augenblicklich nicht sagen zu können ob sie sich beim Aufeinandertreffen dem Stuhl ähnlich fühlen müsste. Das gab er ihr damit zu verstehen. Sie hatte Angst ihm gegenüber zu treten.
"Keylon..?"
Doch keine Stimme ertönte. Erleichtert setzte sie ihre Sachen ab, verräumte die Kleidung und sonstigen Kram an ihren eigentlichen Platz. Die Möbel fanden den richtigen Weg zurück, die Restteile des Stuhls hatte sie entsorgt. Alles sah wieder normal aus.
Um Keylon vorerst nicht über den Weg zu laufen, blieb sie auserhalb der gewohnten Aufenthaltsorte, nächtigte dort. Ihre Wunden würden sie bald zwingen den Weg nach Adoran anzutreten. Das hatte jedoch vorerst Zeit. Vorher musste sie andere Besorgungen machen...

Verfasst: Montag 16. Juni 2014, 22:24
von Keylon von Salberg
Klopfte es?
Keylon sah zur Tür und stand auch auf.
Das leise Klopfen klang nur einmal, zaghaft, und nicht so als würde es jemand eilig haben
das ihm aufgemacht wurde.
Vorsichtig öffnete der junge Mann die Tür und sah eine Frau die sich wohl längst abgewandt hatte,
als hätte sie nicht wirklich gehofft das jemand zu Hause war.
Natürlich erkannte Keylon sie sofort und seine Gefühle gerieten für einen Moment durcheinander.
In den Arm ziehen, sie anschreien, die Tür wieder einfach zumachen, aber alles in allem war
doch Unverständnis eher das Gefühl was hervorstach.

"Hailey?" Rief er nicht wirklich laut, doch so das sie es wohl hören mochte. und sie blieb auch stehen,
wandte sich langsam um, der Blick unsteht auf Keylon gerichtet kam sie näher.
"Hallo Keylon."meinte sie fast leise und er nickte einfach nur, unfähig auch nur ein Wort über seine Lippen zu bringen.
"Geht es dir gut?" kam die nächset Frage von ihr und er holte tief Luft um nicht zu sarkastisch zu klingen.
"Wie soll es mir schon gehen. Ich verstehe es nicht. Erklär es mir.
Hatten wir nicht noch kurz vorher gesagt das wir immer miteinander reden sollten.?"
Sie nickte stumm und setzte sich auf die Treppe neben ihm.
Für einen kurzen Moment war er versucht sich neben sie zu setzen, aber er war zu... gekränkt und zu stolz um dies zu
tun.
"Du denkst nicht wirklich das du wiederkommst und alles ist wie immer? Ich hab es nicht verstanden. Morgens noch
war alles in Ordnung, und auch noch kurz bevor ich ging und dann? Kam ich nach Hause und du warst fort."
Hailey nickte sah ihn nicht an und meinte dann leise. "Du behandelst mich jetzt aber nicht wie den Stuhl oder?"
Keylon starrte sie fassungslos an und schüttelte sofort den Kopf.
"Nein natürlich nicht. Wie kommst du nur darauf?"
Nun ließ er sich doch neben sie auf der Treppe nieder.
"Ich hab ihn gesehen und die Wut gespürt die du wohl hattest."
"Ich würde niemals eine Frau schlagen Hailey, ich war nur einfach überrascht und verletzt. Warum hast du vorher nicht mit mir
geredet?"
"Du hättest mich nicht gehen lassen." erklärte sie leise und Keylon wusste wie recht sie hatte.
"Ich brauchte einfach die Zeit um zu wissen wie es weitergehen kann. Ich bin zurückgereist in meine Heimat, um
nach zu denken."

Sie unterhielten sich lange. Minuten? Stunden? Und Keylon war klar das er einfach nur froh war das sie wieder da war, das
sie wieder bei ihm war.
Sie war nicht gegangen weil sie ihn nicht liebte, sondern eben weil sie ihn liebte, und versuchen
wollte an seiner Seite zu leben,und dieses Leben auch zu führen.
Näher und Näher kamen sie sich wieder, bis hin das er den Arm um sie legte, um ihr zu zeigen das er sie verstand.
Auch wenn er nicht gänzlich einverstanden damit war das sie einfach so gegangen war.
Am Ende zählte nur das sie einander wieder nah waren.

Verfasst: Montag 16. Juni 2014, 22:25
von Hailey Lynn Drachenfels
Verlobt sein.. Etwas was die beiden einen Schritt näher brachte. Doch gleichzeitig brachte es mehr Verantwortung auf. Eine gewisse Verantwortung, die sie nicht übernehmen wollte. Dieses Gefühl.. gefesselt zu sein, an etwas gebunden zu sein.. Sie mochte es nicht. Trotz das sie diesen Kerl so abgöttisch liebte, wollte sie keine Verantwortung übernehmen. Der Spruch in ihrem Ring „Mein Glück in deinen Händen“.. Es erinnerte sie nun jeden Tag daran, das sie für sein Glück verantwortlich war. Warum sie? Gerade Sie.. Die sich an nichts hat binden lassen wollen.

Sie hatte das Gefühl alles Glück der Welt gefunden zu haben, wenn er bei ihr war. Wenn er ging, wurde alles anders. Sobald er von ihr ging, kamen alle Dinge in ihr wieder hoch.

Der Besuch in ihrer Heimat.. Die Knochen der Menschen die sie sah.. Die Trümmer..

Der Tod ihrer Eltern.. Der sie in diesem Moment mehr belastet als alles andere. Liliana war stets eine gute Ersatzmutter gewesen. Doch auch sie könnte niemals ihre leiblichen Eltern ersetzen. Es nagte an ihr, wie nie zuvor.

Keylons Beitritt in der Garde.. Ihn in seiner Uniform zu sehen.. Mit all den anderen.. Ein Albtraum.

Wenn er wenigstens bei ihr war, ging es ihr besser. Er brachte sie auf andere Gedanken, sie konnte glücklich und unbesorgt sein. Doch auch seine Anwesenheit lies nach. Er hatte Dienst.. Immer Dienst. Sie hasste es.

Wieder ein Tag, an dem er kaum da war. Sie suchte lange nach ihm, bis sie ihn wieder mit den anderen Gardisten fand. Wieder diese Uniform, die sie am liebsten hätte verbrennen wollen. Ihre Laune war wieder im Keller.
Sie entfernte sich für einen Augenblick, um in aller Ruhe ihren Kräuterstängel zu rauchen, ging wieder zu ihrer Mutter, dessen Weg sie auch schon davor aufgesucht hatte. Als diese sich schlafen legte, ging sie mit Elenor an den großen Wasserfall, der sich in der Nähe Berchgards befand, ausgerüstet mit einer Flasche Schnaps.

Keylon kam recht schnell dazu, er bemerkte das das alte Haus leer stand. Sie hatte ein neues gemietet um seinem Wunsch nachzukommen, in der Gegend zu leben, in der er leben wollte. Er war aufgebracht, wollte nicht ruhig mit sich reden lassen, doch hatte sie sich in ihrem Rausch nicht aus der Ruhe bringen lassen.
Er hatte stets Sorge um sie. Mehr als gut für ihn war. Wo war sein Vertrauen? Als er ging hatte sie alles um sich herum vergessen. Sie rauchte vor Elenor, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden das sie es weitererzählen könnte. Es war ihr egal. Auch Elly ging dann und Hailey sprang samt mit Kleid und Schuhen in das nicht sehr hohe Wasser, kletterte mühevoll an einer ruhigen Stelle herab. Sie war komplett durchnässt. Die Abkühlung hatte ihr gut getan. Sie musste alleine sein. An einem Ort, an dem sie keiner hätte groß erkennen können.

In Bajard angekommen setzte sie sich auf die Bank, welche sehr nah am Hafen stand. Sie trank weiter, rauchte einen Krautstängel nach dem anderen. Und wieder hatte sie den Gedanken das nächste Schiff in ihre alte Heimat zu nehmen. Was hätte sie jetzt noch halten können? Eine Mutter, die nicht ihre war? Ein Verlobter, der durch seine Laufbahn nur noch Kopfschmerzen bereitete, der kaum noch da war? Doch sie liebte ihn.. Sie hatte ihn schon einmal mit plötzlichem Verschwinden verletzt.

Was wäre, wenn sie wirklich in ihre Heimat gehen sollte? Sie würde wieder nichts außer Trümmer vorfinden. Der einzigste Mensch der dort lebte, war selbst nicht besser als sie. Er war es schließlich, der ihr zeigte wie sie mit dieser Situation umzugehen hatte. Er empfand das selbe. Sein Leben bestand nur noch aus Alkohol und wilden Kräutern die er rauchte. So wie sie es nun mittlerweile täglich tat. Sie war am Ende.

Ihre Überlegungen wurden durch Tooru unterbrochen, die sie am Hafen aufgefunden hatte. Sie nahm sie mit auf die Insel, zeigte ihr den Strand, sie tranken beide weiter. Hailey rauchte am Stück einen Stängel nach dem anderen. Sie unterhielten sich nicht lange.
Doch war es nun Tooru, die sie davor abgehalten hatte einen großen Fehler zu begehen. Sie hatte Hailey abgelenkt. Dafür würde sie ihr am nächsten Tag dankbar sein.

In ihrem Rausch begab sie sich in das Handelshaus, wo Keylon bereits schlief. Der Weg dauerte lange, sie war schwach, müde und heftigst betrunken. Sie ging in sein Zimmer, knallte unbeabsichtigt die Türe zu. Das nasse Kleid schmiss sie auf den Stuhl, Schuhe trug sie keine mehr. Sie legte sich bekleidet, noch mit nassen Haaren, mit Tränen überlaufendem Gesicht in das Bett ihres Liebsten, um dort endlich wieder neben ihm ein Stück Ruhe und Zuflucht zu finden.

Verfasst: Montag 16. Juni 2014, 22:25
von Keylon von Salberg
Er hatte sich Sorgen gemacht.
So müde er auch war, schlaf konnte er lange nicht finden.
Hailey hatte Schnaps getrunken, und das seiner Meinung nach nicht wenig.
Auch aus diesem Grunde war er gegangen. Er hatte einmal wieder das Gefühl gehabt das sie nicht glücklich war.
Nicht glücklich mit ihm. Sie tat Dinge, brachte sich in Gefahr, trank, und er bedauerte es das er so wenig bei ihr sein konnte.

Lange hatte er sich gegen diese Liebe gesträubt, bevor er sie zugelassen hatte und jetzt?
Er hatte Angst sie zu verlieren, und er wusste nicht was er ändern sollte.

Nein er schlief nicht als sie Stunden später zu ihm kam.
Die Art wie sie die Tür schloss, ließ ihn erkennen das jetzt nicht die Zeit war, mit ihr zu sprechen. So schwieg er, blieb liegen und spürte wie sie sich zu ihm legte.
Genauso spürte er das ihre Kleidung klamm war und ohne weitere Worte drehte er sich um und nahm sie in die Arme.
Sie konnte durchaus glauben das er noch schlief. Er schwieg auch weiterhin, doch er spürte ihre Tränen, und diese Taten ihm mehr weh als die Wunden die Drakhon ihm zugefügt hatte.

Hailey litt.
Sie litt seinetwegen.
Das Warum... vermochte er nicht so genau zu sagen, aber Fakt war das er
für die Qual Haileys die Schuld trug.
Konnte er es ändern ?
Doch wie?
War er zu bestimmend? Hielt er sie von etwas ab?
Selber nun Unglücklich, zog er sie enger in die Arme.
Vielleicht war sie ohne ihn doch besser dran, wäre Glücklicher...
Das sie ihn liebte, daran hatte er keinerlei Zweifel, aber manchmal konnte Liebe auch belasten und unglücklich machen.
Vielleicht war er nicht der Richtige für sie. Der der sie glücklich machen konnte. Auch wenn er es noch so sehr wollte.... und er wollte es.
Aber hatte er auch die Chance dazu?
Liebe war geben und nehmen, und sie verzichtete auf so viel für ihn.
War es nicht an der Zeit es ihr zurück zu geben? Doch wie?
Vielleicht war es ihr Glück wenn er sie freigab ...
Es würde weh tun. Beiden weh, aber sie würde vielleicht darüber wegkommen. Eher als wenn sie sich immer und immer wieder verbiegen musste. Das war nicht sie. Er wollte, er durfte sie nicht verändern, und doch ...
Er wollte sie nicht verlieren.
Er wusste nicht wann er das letzte mal so glücklich gewesen war seit sie zusammen waren und auch seine Schwestern hatten dieses Bemerkt.
Ohne sie würde er wieder in das Dunkel eintauchen, das ihn so lange umgeben hatte.

Zärtlich strich er ihr über ihr Nasses Haar.
"Ich liebe dich Hailey," flüsterte er und konnte nicht vermeiden das auch ihm einige Tränen die Wange herabliefen und ihr Ziel auf ihren Lippen fanden.

Verfasst: Mittwoch 25. Juni 2014, 23:12
von Keylon von Salberg
Lange Tage, Wochen gingen dahin.
Und Keylon war sich seiner Wahl nie so sicher gewesen wie jetzt.
Hailey war nicht immer einfach... weiß Temora nicht. Ihr Temperament, hatte oft schon des öfteren Nerven gekostet, aber sie fanden immer wieder Lösungen und Auswege mit denen sie beide leben konnten, und vor allem half ihnen ihre Liebe über so vieles hinweg.

Drakhon, den Angriff damals, das Keylon im Regiment war und was noch alles. Er versuchte ihr jeden Wunsch aus den Augen ab zu lesen, so wie sie es tat.
Nach dem Angriff hatten sie ein neues Haus gesucht und es in Junkernsteyn gefunden.
Sie waren sich sicher das man sie hier nicht finden würde, aber im stillen litt Keylon unter der Trennung von seiner Familie, die in Kronwalden geblieben war.
Er überließ es Hailey das Haus ein zu richten, er hatte dafür überhaupt kein Händchen.
Wahrscheinlich wäre es bei einem Kamin einem Fell und einer Kochstelle geblieben.
Er freute sich nun endlich mit ihr gemeinsam ein Haus zu haben und doch ... fehlte ihm Amelie, mit der sie gemeinsam oft den Morgen bei einem Frühstück begonnen hatten.
Natürlich sagte er kein Ton darüber zu Hailey, wollte er doch sein Glück mit ihr auch hier finden. Aber er hatte seine Verlobte unterschätzt.

Natürlich hatte sie bemerkt was in ihm vorgegangen war.
Dazu brauchte es keine Worte, sie kannte ihn inzwischen so gut, das sie wusste was in ihm vorging.
Und so handelte sie ohne ihn zu fragen.
Eines abends als er heim kam, war das Haus leer, stand zum Verkauf, und für einen Moment hatte Panik den jungen Mann ergriffen.
Er hatte sich sofort aufgemacht Hailey zu suchen, die er auch in Adoran fand, wo sie mit strahlenden Augen auf ihn zugelaufen war.

Noch bevor er fragen konnte, hatte sie ihn an der Hand gefasst, und ihn mit sich gezogen.
Sie erlaubte keine Fragen, führte ihn nach Kronwalden, an Amelies Haus vorbei und direkt in der Nähe zu einem anderem Haus, das sie angemietet hatte.
"Das ist nun unser neues zu Hause."
Meinte sie strahlend und sah ihn doch etwas unsicher an ob seiner Reaktion.
Er wusste, er hätte sauer sein müssen, schimpfen. Wie konnte sie einfach so über seinen Kopf hinweg entscheiden ...
Aber wie könnte er ? Sie hatte ihm damit den größten Gefallen getan, und das ohne das er etwas hätte sagen müssen.
"Ich liebe dich."
Was das Einzige was er in dem Moment vorbrachte, zu bewegt um weiter zu sprechen. Als sie ihn dann immer noch fragend unsicher anblickte, hatte er sie in seine Arme geschlossen.
"Du bist das Beste was mir je passiert ist."
meinte er leise, und Hailey wusste in diesem Moment das sie alles Richtig gemacht hatte.

Verfasst: Sonntag 29. Juni 2014, 15:18
von Hailey Lynn Drachenfels
Sie packte. Ja, sie packte wieder. Sie wollte gehen. Doch dieses mal nicht alleine.
Im Moment war so vieles passiert, das sie wieder nicht wusste wohin mit ihren Gedanken.
Erst die Zerstörung Adorans, dann das plötzliche Verschwinden Lilianas, gefolgt von einem Nervenzusammenbruch. Und als sie versuchen wollte sich mehr Arbeit zu verschaffen, stieß sie mit anderen Personen zusammen, denen das gar nicht passte.
Sie hatte es satt sich zu streiten. Satt ihre Zeit unnötig zu verschwenden. Nur Amu war in der Lage normal mit sich reden zu lassen. Sie sollte über ihre Entscheidung noch einmal schlafen... Sie sollte sich abreagieren.
Schlaf... Nein daran war nicht zu denken. Sie war so geladen von dem Gespräch mit Shyra und Amelie, das ihr der Kragen geplatzt ist.

Keylon hatte noch länger Wache, so blieb ihr einiges an Zeit um alles was sie benötigen würden zu verstauen.
Von Kleidung, bis hin zum Essen, an alles hatte sie gedacht.
Hailey stellte die letzte Tasche an den Ausgang, in diesem Moment kam Keylon die Türe hinein. Seine Müdigkeit war wie weggeblasen als er erschrocken die großen, bepackten Taschen erblickte.
"Hailey, was tust du da?"
"Gut das du da bist. Wir gehen nun!" Entgegnete sie ihm lächelnd und drückte ihm auch schon eine der Taschen in die Hand. Unmotiviert nach seiner Wache lies er den Kopf hängen. Wohl hatte er sich erhofft nun zu solch einer späten Stunde schlafen zu gehen. "Und wohin gehen wir?"
"Das ist eine Überraschung."

Sie befüllte Charlies Futtertrog, sodass er genug Essen für die nächsten 5 bis 6 Tage hatte und schon machten sie sich auf den Weg zum Hafen.
Keylon war skeptisch und konnte nicht aufhören sie mit Fragen zu durchlöchern. Zu ihrem Vergnügen. Es fiel ihr schwer, doch waren ihre Lippen verschlossen. Wie Neugierig er doch plötzlich war...
Es dauerte nicht lange bis er einschlief. Neben ihm liegend betrachtete sie ihn beim Schlafen. Sie konnte immer noch keine Ruhe finden, so blieb sie wach.
Sanft streichelten ihre Finger über sein Gesicht und über sein Haar, nur zart, sodass er keineswegs dadurch wachwerden konnte.
Gedankenversunken sah sie ihn an. Und ihr wurde bewusst wie viel er ihr eigentlich bedeutete, wie viel Glück sie doch mit ihm hatte.
Sie hatten beide schon so viel erlebt, sind alle Steine umgangen die ihnen in den Weg gelegt wurden. Sie wusste wie schwierig sie selbst in der letzten Zeit gewesen war. Doch zog es ihn nicht von ihr weg. Sie war dankbar für seine alleinige Anwesenheit wenn es ihr schlecht ging. Er hatte sie stets verstanden und ist immer hinter ihr gestanden. Ja, er schreckte sogar nicht davor zurück für sie zu kämpfen, sie zu verteidigen. Aus eigenem Entschluss.
Auch sie musste viel mit sich machen lassen. Es war nicht immer einfach, dennoch ist sie an den letzten Ereignissen gewachsen. Ob sie blind vor Liebe war, oder diese Dinge nur aus Dummheit mitmachte, war nebensächlich. Es war der Preis den sie für diese Beziehung zahlen musste und dieser war es trotz der Narben allemal wert.

Sie waren so verschieden... Und doch wieder so gleich.
Es brauchte keinerlei Worte mehr. Sie verstanden sich auf Anhieb und spürten wenn etwas mit dem anderen nicht stimmte.

"Purzelchen..." Kam es grinsend über ihre Lippen als sie ihn mit einem Kuss wecken wollte. Sie wusste wie sehr er es hasste so genannt zu werden und doch machte sie sich des öfteren einen Spaß draus.
Brummend öffnete er seine Augen und sah sie böse an.
"Du kannst mir nicht lange böse sein." Meinte sie leise. Der Satz alleine lies ihn wieder lächeln und sie fühlte sich wieder einmal bestätigt.
"Komm, steh auf. Wir sind gleich da."
Keylon nickte noch leicht träge ehe er sich aus dem Bett erhob. Er zog sich wieder an und ging nach oben, nach draußen um einen Blick auf ihren neuen Aufenthaltsort werfen zu können. Von weitem schon war die Insel zu erkennen, welche so begrünt war, das sie fast wie der reinste Dschungel aussah. Sie war kleiner als die meisten Inseln dort, doch groß genug um sich dort für wenige Tage aufzuhalten, leben zu können. Das Wasser war so blau, so rein, das man beim näheren befahren der Insel auf den Grund sehen konnte.
"Woher kennst du diesen Ort?" Fragte er sie total überrascht und sie konnte sehen wie beeindruckt er davon war.
"Wir sind hier in der Nähe meiner Heimat. Ich habe die Insel bei meiner Rückreise entdeckt."
Keylon richtete den Blick wieder zu der Insel, zog Hailey in seine Arme.

Nun konnten sie beide einfach unbekümmert sein.
Keine Verpflichtungen.
An nichts denken.
Einfach nur die Zeit zusammen genießen.