Ruben Rendan - ein Leben aus scharfem Auge.
Verfasst: Montag 26. Mai 2014, 14:00
Seit meiner Beförderung, oder viel mehr, seitdem mir das Privileg zugesprochen wurde, für das rahalische Reich als Ausbilder zu dienen, haben sich auch andere Dinge verändert.
Auch wenn ich heute der Armee noch diene, ist meine Freizeit expotentiel gestiegen. Zeit, die ich nun für die Vorbereitungen des Unterrichtes brauchte, aber konnte ich auch mein eigenes Training individualisieren
So begann ich den Tag wie jeden Tag mit einem morgentlichen Lauf von Rahal nach Düstersee und wieder zurück. Meinen Bogen auf der Schulter, den Köcher auf dem Rücken, ansonsten nur leichtere Kleidung. So kalt war es nicht mehr. Ich hetzte mich nicht, keine Sprints, nur etwas den Puls nach oben treiben. Auf dem Rückweg machte ich an dem Übungsplatz der rahalischen Garde halt um ein bisschen Spannung auf die Sehne meines Bogens zu bringen.
In meiner Hand lag ein Bogen aus Walnuss, 1 ½ Schritt hoch, entsprechend viel auch die Wirkung der Kraft auf den Pfeil aus. Dem Stroh sei dank, wurden die Pfeile nicht beschädigt und es war auch ein leichtes die Pfeile unversehrt noch einmal zu benutzen. Es war ein gutes Gefühl, die feinen Federn des Geschosses an meinem Mittel- und Zeigefinger, das feine, surrende Geräusch, wenn die Klinge des Pfeils die Luft durchschnitt, nur um dann mit einem brachialen Einschlag das Ziel zu treffen.
Ein Langbogen brauchte gewisse Kraft um gespannt zu werden, so spürte ich auch bald die Anstrenung in meinen Armen. Ich lies den Bogen sinken und betrachtete ihn. Ein guter Aufbau, ohne Biegung der Wurfarme. Großer Kraftaufwand, große Schussweite, aber schwer zu spannen und damit langsam. Vielleicht sollte ich meine neue gewonnene Zeit auch dafür nutzen, um einen angemesseneren Bogen zu entwerfen und zu fertigen? Durchschlagskraft, Reichweite, aber auch Schnelligkeit auf kurze Distanz mit immer noch moderater Durchschlagskraft. Ich würde mir meine Gedanken machen.
Zurück in der Kaserne angekommen, schlug ich sogleich mein Buch auf, um meine Ideen und Gedanken niederzuschreiben.
Ich entzündete meine Pfeife, lies den Blick auf dem Niedergeschriebenen liegen und sinnierte über ein Fazit.
Nach einigen Minuten der Ruhe, lehnte ich mich wieder über das Buch, stützte mein Kinn auf die Rechte und klopfte beiläufig mit der Linken die Asche aus der Pfeife.
Ich war kein Handwerker, darüber war ich mir im Klaren. Diese Art von Bogen komplett selbst zu bauen benötigte eine meisterliche Hand. Ich verstand zwar durchaus etwas vom Aufbau eines Bogens und darüber, worauf man zu achten hätte, aber da hörte es auch schon auf. Ich schlug das Buch zu und trat auf die Straßen des heiligen Reiches um einen Bogenbauer aufzusuchen, dem ich diesen Bogen in Auftrag geben konnte, auf dass er aus meisterlicher Hand hergestellt werden würde.
Auch wenn ich heute der Armee noch diene, ist meine Freizeit expotentiel gestiegen. Zeit, die ich nun für die Vorbereitungen des Unterrichtes brauchte, aber konnte ich auch mein eigenes Training individualisieren
So begann ich den Tag wie jeden Tag mit einem morgentlichen Lauf von Rahal nach Düstersee und wieder zurück. Meinen Bogen auf der Schulter, den Köcher auf dem Rücken, ansonsten nur leichtere Kleidung. So kalt war es nicht mehr. Ich hetzte mich nicht, keine Sprints, nur etwas den Puls nach oben treiben. Auf dem Rückweg machte ich an dem Übungsplatz der rahalischen Garde halt um ein bisschen Spannung auf die Sehne meines Bogens zu bringen.
In meiner Hand lag ein Bogen aus Walnuss, 1 ½ Schritt hoch, entsprechend viel auch die Wirkung der Kraft auf den Pfeil aus. Dem Stroh sei dank, wurden die Pfeile nicht beschädigt und es war auch ein leichtes die Pfeile unversehrt noch einmal zu benutzen. Es war ein gutes Gefühl, die feinen Federn des Geschosses an meinem Mittel- und Zeigefinger, das feine, surrende Geräusch, wenn die Klinge des Pfeils die Luft durchschnitt, nur um dann mit einem brachialen Einschlag das Ziel zu treffen.
Ein Langbogen brauchte gewisse Kraft um gespannt zu werden, so spürte ich auch bald die Anstrenung in meinen Armen. Ich lies den Bogen sinken und betrachtete ihn. Ein guter Aufbau, ohne Biegung der Wurfarme. Großer Kraftaufwand, große Schussweite, aber schwer zu spannen und damit langsam. Vielleicht sollte ich meine neue gewonnene Zeit auch dafür nutzen, um einen angemesseneren Bogen zu entwerfen und zu fertigen? Durchschlagskraft, Reichweite, aber auch Schnelligkeit auf kurze Distanz mit immer noch moderater Durchschlagskraft. Ich würde mir meine Gedanken machen.
Zurück in der Kaserne angekommen, schlug ich sogleich mein Buch auf, um meine Ideen und Gedanken niederzuschreiben.
Bauweise:
Gebogenen Enden der Wurfarme. Mehr anfängliche Speicherung der Energie durch die Hebelwirkung, ohne Steigung der aufzuwendenden Kraft bei Spannung des Bogens. Mehr Durchschlagskraft, weitere Distanzen, geringerer Kraftaufwand.
Randbemerkung: Treffsicherheit sinkt durch Vibration der Wurfarme
Biegung der Enden nicht zu stark um Vibration zu mindern, Besserung der Reichweite durch Länge des Bogens.
[s]Eventuelle Gewichtseinsparung durch leichtere Materialien?[/s]
Leichtere Materialien, weicher, mehr Vibration. Gewichtszunahme des Bogens nicht zu umgehen?
Größe nähe eines Langbogens, etwa um die 1,50 Schritt.
Materialien:
1. Hornbogen in Schichtbauweise mit Sehnenbelag
2. Holzkern mit Hornbeschichtung und Sehnenbelag (Rind)
3. Reiner Hornborgen.(Zu schwer, zu hartes Material)
Zu 1: Hohes Gewicht, günstige Anschaffung. Eventuelle Gewichtsparung durch hölzerne Bogenenden?
Zu 2: Gewichtsreduzierung durch Holzkern, Rückenseite mit Hornverhärtung, Bauchseite durch Sehnenbelag. Hohe Anschaffung durch dickeren Sehnenbelag, Schutz vor Feuchtigkeit.
[s]Weitere Idee: Schichtbauweise mit mehreren Holzarten.[/s] Vermutlich zu weich, zu viel Vibration, Schutz gegen Feuchtigkeit – noch stärkerer Sehnenbelag – zu teuer.
Holzart, kommt nur Nussholz in Frage, alle anderen Materialien zu weich. Härteres Holz, Verringerung der Vibration, mehr Speicherung der Energie. Vielleicht mehr Kraftaufwand, jedoch sicherlich moderate Reduzierung durch Biegung der Wurfarme.
Sehne:
Geringe Dehnung unter Zugkraft, damit sich Energie direkt auf Bogen überträgt und Krümmung eintritt, ansonsten extremer Verlust von Durchschlagskraft und Reichweite.
Entsprechende Reißfestigkeit im Verhältnis zum Gewicht. Langer Bogen mit Biegung, große Zugkraft auf Sehne, weniger Druckkraft. Höheres Gewicht vermutlich nicht auszuschließen.
Metall kommt nicht in Frage, zu hohes Gewicht, zu viel Eigenbedarf an Energie um zu beschleunigen.
Pflanzenfasern? Zweifel an Reißfestigkeit, eventuell Hanffasern.
Tierfasern, vorzugsweise gedrehte Rohhaut vom Rind.
Ich entzündete meine Pfeife, lies den Blick auf dem Niedergeschriebenen liegen und sinnierte über ein Fazit.
Nach einigen Minuten der Ruhe, lehnte ich mich wieder über das Buch, stützte mein Kinn auf die Rechte und klopfte beiläufig mit der Linken die Asche aus der Pfeife.
- Fazit:
Bogen in Kompositbauweise mit einer Höhe von 1 ½ Schritt. Verbaute Materialien Nussholz, Horn vom Elch, sowie Versiegelung und Verhärtung mit einem Sehnenbelag vom Rind. (Achilless-Sehne). Sehne aus Rohhaut vom Rind. Vollholz Bogenenden, ebenfalls Nussholz, zur Gewichtsreduzierung.
Ich war kein Handwerker, darüber war ich mir im Klaren. Diese Art von Bogen komplett selbst zu bauen benötigte eine meisterliche Hand. Ich verstand zwar durchaus etwas vom Aufbau eines Bogens und darüber, worauf man zu achten hätte, aber da hörte es auch schon auf. Ich schlug das Buch zu und trat auf die Straßen des heiligen Reiches um einen Bogenbauer aufzusuchen, dem ich diesen Bogen in Auftrag geben konnte, auf dass er aus meisterlicher Hand hergestellt werden würde.