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Vergiss mein nicht...

Verfasst: Dienstag 13. Mai 2014, 21:53
von Gast
Langsame Schriite führten mich vorwärts bis ich, keine zehn Meter weit gekommen, aufgehalten wurde: "Imilas!" Ich blieb stehen, der Blick weiter auf den Weg vor meinen Füßen gerichtet. Zögerlich fuhr mein Herr fort: "Pass einfach auf dich auf, ja!?" Noch immer konnte ich den Blick nicht zu ihm umwenden. Wir beide ahnten, dass es mein letzter Auftrag werden würde. "Du .. bist für mich wie ein Sohn geworden. Ich weiß, dass du das nicht gerne hörst, aber ich wollte, dass du es weißt..." Ich atmete tief ein und schwieg immer noch für den nächsten Augenblick. Nun schwieg auch er. "Ich weiß..", war schließlich alles, was ich herausbrachte ehe ich mich wieder in Bewegung setzte. Ohne ihm noch einmal in die Augen geschaut zu haben, denn ich wusste, dass ich mich dann nie wieder zum Weg umgewendet hätte..
Wochen vergingen bis ich Gerimor erreichte und noch ein paar brauchte es, bis ich das Ziel erreichte: Adoran! Als ich an der Mauer hinaufsah blieb plötzlich für einen Moment die reale Zeit stehen.

Ich knie und lächel. Mein Atem geht unregelmäßig und da vernehme ich auch schon scheppernde Schritte. Die Stimme eines Mannes ertönt: "Alles in Ordnung bei Euch?" Mein Blick wandert hoch und ich kann nicht anders, als zu lächeln. "Ja, es geht mir gut." Der Wachmann schaut mich fragend an und so erkläre ich: "Ich bin nur froh, wieder hier zu sein." -

Wie von Geisterhand berührt starrte ich das Tor an und da ertönte auch schon die Stimme eines Mannes: "Alles in Ordnung bei Euch?" War es Zufall oder gar Einbildung? Irritiert wanderte mein Blick zum gerüsteten Mann neben mir hoch. "Ja, es-", ich stockte kurz und veränderte dann den Satz schnell etwas: "-ist alles in Ordnung, danke." Skeptisch nickte der Wachmann zögerlich. "Euer Name?", fragte er und gleich rutschte ich wieder in diese merkwürdige Vision oder was auch immer es war.

"Euer Name lautet wie? " -

Ich stockte wieder und antwortete dann: "Imilas Pflak.."

"Dann wünsche ich Euch noch einen angenehmen Aufenthalt in Adoran, He-"

Der Wachmann redete dazwischen und riss mich in die Gegenwart: "Was ist Euer Begehr, Herr Pflak?" Für einen erneuten Moment verwirrt schaute ich zu ihm hoch und meinte etwas verspätet: "Ich muss einen Brief zu einer Eurer Bürgerinnen bringen. Elisabeth Marie Hohenberg." Kurz überlegte mein Gegenüber wohl, dann nickte er. "In Ordnung. Ich nehme an, Ihr wisst, wo Ihr sie findet?" Lediglich ein Nicken meinerseits bestätigte es. "Dann wünsche ich Euch noch einen angenehmen Aufenthalt in Adoran, Herr Pflak." Wieder riss er mich in diese zweite Welt und riss mich zu früh wieder heraus. Nur nickend ging ich an ihm vorbei nach Adoran. Erneut zu spät dankte ich ihm.
Die nächsten Stunden verstrichen damit, dass Haus von Eli aufzusuchen und ihr den Brief in den Kasten zu werfen, nachdem ich festgestellt hatte, dass sie nicht anwesend war. Danach suchte ich eine Herberge auf und mietete ein Zimmer an. Aufbrechen würde ich erst morgen..

In Gedanken verloren gehe ich auf einem Strand auf und ab. Dabei ignoriere ich die Sonne, deren warmen Sonnenstrahlen meine davon gekennzeichnete Haut berühren. Mein Haar weht durch den Wind am Strand wild umher und fliegt mir gelegentlich ins Gesicht.-

Fast schon erschrocken öffnete ich die Augen und holte einmal tief Luft bevor ich wieder normal atmete. Ein Blick durch die Gegend verriet mir, dass ich im Mietszimmer war. Der Raum war weitesgehend dunkel. lediglich ein leichtes silbernes Licht des Mondes fand seinen Weg herein. Als hätte ich bereits stundenlang geschlafen, so wach fühlte ich mich in diesem Moment, doch geistig fühlte ich mich wie ein alter verwirrter Mann. Gelähmt von diesen verwirrenden Gedanken schob ich meine Beine zur Seite aus dem Bett und ging zum kleinen Fenster. Sein Ausblick gewährte einen Blick auf eine Wiese neben der Herberge. Die ganzen Vögel, die tagsüber dort herumflatterten und ihre Lieder zwitscherten schliefen nun alle, wie wohl so ziemlich jedes andere Wesen mit Ausnahme von mir auch. Lange musste ich noch da gestanden und einfach nur aus dem Fenster gestarrt haben, denn als ich wieder aufwachte saß ich auf dem Boden, der Rücken nur an die Seite des Bettes angelehnt, was recht nah am Fenster stand. Ich erinnerte mich auch nicht mehr daran, dass ich es wieder ins Bett geschafft hatte. Auch, wenn ich offensichtlich noch mal geschlafen hatte, so fühlte ich mich nicht ausgeruht, aber der Tag musste weiter gehen. Nachdem ich nur aus der Notwendigkeit heraus ein Stück Brot gegessen hatte ging ich wieder Richtung Tor, doch als ich dort stand und die Wachen wohl darauf warteten, dass ich irgendetwas tun würde blieb ich einfach nur stehen und starrte in die Ferne außerhalb Adorans. Nichts denkend und nichts machend außer atmen. Gerade als sich einer der Wachmänner in meine Richtung begeben wollte reagierte ich dann doch wieder auf meine Umwelt und schaute zu ihm. Sofort blieb er stehen und blickte mich abwartend an. Mit einem knappen "Morgen.." drehte ich mich wieder um und ging ins Innere der Stadt zurück. Noch im selben Stundenlauf wurde ein Brief an meinen Herrn aufgesetzt:



Adoran
18.Wechselwind 257
An den edlen Herrn Hohenberg!

Ich grüße Euch, mein Herr!

Wie aufgetragen habe ich Eurer Schwester den Brief gebracht, jedoch kann ich nicht, wie eigentlich geplant, zu Euch zurückkommen. Merkwürdige Visionen und unerklärliche Gefühle halten mich hier fest und ich werde nicht eher ruhen und zurückkehren können bis ich den Grund dafür herausgefunden habe. Natürlich hoffe ich, dass es schnell geht, aber ich kann für nichts garantieren.
Ich hoffe, Ihr versteht und gewehrt!

Hochachtungsvoll
gez. Imilas Pflak



Eine Antwort kam schnell zurück und sie war so.. Ja, so wie ich es eben erwartet, aber irgendwie auch nicht erhofft hatte..



Kosnok
27.Wechselwind 257
An Herr Imilas Pflak

Ich grüße dich, Imilas!

Mit Freuden vernahm ich deine Botschaft und ich kann dir nur sagen, dass ich stolz bin, dich bei mir gewusst zu haben. Du warst immer so fleißig und pflichtbewusst. Ich musste mir nie Sorgen darum machen, etwas zu vergessen zu haben, denn du hast für mich an alles gedacht. Wenn ich irgendetwas nicht selber erledigen konnte hast du es für mich getan und ansonsten warst du immer ein freundlicher und höflicher junger Mann. Das sich unsere Wege nun nach so schönen Jahren, die ich niemals vergessen werde, trennen war abzusehen und zumindest ich befürchtete es schon bei deinem letzten Aufbruch. Lass mich dir nur noch sagen: Nehme dir alle Zeit, die du brauchst, denn diese Möglichkeit bekommst du vermutlich nicht noch einmal und nutzt du sie nicht, wirst du es deinen Lebtag bereuen! Ich hoffe natürlich, dass es dir kein Leid antut, aber vor Allem wünsche ich dir Klarheit. Egal, was du herausfindest, bleibe stark und denke daran, dass du immer Leute um dich herum hast, die dir zur Seite stehen!

In Liebe
gez. Serot van Hohenberg

Verfasst: Donnerstag 15. Mai 2014, 12:18
von Aris Keltas
(gelöscht)