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Seltsames im Fischerdorf

Verfasst: Dienstag 21. Februar 2006, 12:18
von Ratten
Der Tag war noch jung und doch störte schon etwas das morgendliche Idyll des Fischerdorfes Bajard. In die von Natur aus frische und salzige Meerluft mischte sich eine deutlich unangenehme Nuance. An den Randgebieten der Insel vermochte der Geruch nur von sehr feinen Nase zu vernehmen sein, doch im Zentrum des Dorfes, etwa auf der Höhe der Gaststätte "Zum wilden Eber", wurden auch die etwas groberen Geruchssinne davon belästigt.

Doch sie hatten es schon längst bemerkt. Wild schnuppernd und mit den Schnurrhaaren aufgeregt zitternd folgten sie ihrer Spur. Viele kleine Körper mit jeweils vier Pfoten verließen ihre Bauten und huschten flink durch die Gassen des Dorfes. Die wuchtigen Tritte einiger erboster Fischer konnten sie nicht aufhalten. Immer weiter eilten sie dem Tageslicht entgegen und mit ihm dem verlockenden Geruch. Fäulnis war es, welche die Tiere anzog. Fäulnis gemischt mit dem Gestank von frischem und altem Tierkot. Schiere Begeisterung tobte in den Köpfen der wuselnden Ratten, bis sich ihnen eine hölzerne Wand in den Weg stellte und ihnen das Ziel vor den Augen schwinden ließ. Ungläubig kratzten sie mit ihren Krallen an dem Holz, bohrten ihre Nagezähne hinein. Verfluchtes Hindernis ! Doch sie würden nicht aufgeben, sie würden sich durchackern !

Bajards Augen mochten an den Anblick einzelner Ratten gewohnt sein, doch jene kleine Schar vermochte auch ihnen ein ungläubiges Runzeln auf die Stirn zaubern. Immer wieder mischte sich zwischen das aufgeregte Quieken der Ratten das leise und gedämpfte Gackern von Hühnern. Und Stunde um Stunde wurde der Gestank schlimmer ... um das Haus, welches sich "Residenz am Hafen" nannte ...

Verfasst: Mittwoch 22. Februar 2006, 09:21
von Ratten
Fast hatten sie es geschafft. Die Erde unter ihren kleinen Pfoten war nur noch locker und die Holzwände trugen erhebliche Biss- und Kratzspuren von sich. Sie waren sicher, dass es sich nur noch um eine kurze Zeit handelte, bis sie ihr Ziel erreichten. Doch dann kamen sie, die Zweibeiner. Mit Stäben schlugen sie nach ihnen, mit ihren bestiefelten Füßen traten sie nach Ihnen. Sie machten ihnen ihre Beute streitig ! In die Türe schlugen sie einen Spalt um hindurchlugen zu können, doch stets achtete ein Menschenweib darauf, dass die Tiere nicht zu nahe an die Öffnung gelangten, nicht ins Haus eindrangen. Verfluchtes Menschenpack.

Auf der anderen Seite des Hauses wurde ein Fenster geöffnet und eine der Menschen presste sich hindurch. Doch auch hier ließ man ihnen keine Möglichkeit ins Haus zu schlitzen, immer wieder traf ein Hieb eines der sich nähernden Tiere. Sie mussten zusehen, wie gackernde Hühner aus dem Haus geholt und fortgebracht wurden. Immer wieder wurden ihnen die Öffnungen ins Haus vor der Nase zugeschlagen. Und immer mehr von Ihnen fielen den tödlichen Händen der Zweibeiner zum Opfer. Wer konnte, der floh zurück durch die Gassen, zurück in die Bauten.

Dieses Ziel war ihnen genommen ... doch bald würden sie wieder mehr sein und bald würde sich ihnen ein Neues bieten.

Verfasst: Mittwoch 22. Februar 2006, 13:04
von Saphiria Omaris
Zufrieden ging sie durch den Wald nach Hause. Mehr hatte sie nicht tun können. Die armen Hühner waren aus ihrem Gefängnis ohne Futter und Wasser befreiht und in Sicherheit. Die Ratten hatte sie versucht wegzuscheuchen, ehe sie von einer übereifrigen Bogenschützin hätten erschossen werden können. Eine kleine Schürfwunde an ihrem Oberschenkel erinnerte noch an ihren Einstieg durchs Fenster. Sie war vorallem erleichtert, dass sie nicht festgenommen worden war, schliesslich hatte sie das Fenster gewaltsam geöffnet. Doch anscheinend waren alle einfach froh dass keine Seuchengefahr mehr bestand. Fest stand eines, sie würde das Haus im Auge behalten und eines Tages der Inhaberin einige klare Worte sagen.

Verfasst: Mittwoch 22. Februar 2006, 15:32
von Livial N´antes
Eines Nachts kam sie zurück nach Bajard.Die Straßen waren menschenleer und ruhig.Sie ließ ihr Pferd beinahe lautlos zu ihrem Haus traben, doch als sie die bretter an der Tuer sah stockte sie kurz.

Vor einigen tagen hatte sie die Huehner mit einer Menge Futter in dem Haus zurück gelassen und musste selber auf eine Reise gehen.Sie wusste das die Huehner sicherlich viel Mist hinterlassen wuerden aber sie war es ja gewohnt diesen zu reinigen.

Flink und leichtfueßig sprang sie vom Pferd und lukte durch das Fenster.Sie hoerte das Kratzen und sie sah auch das die Huehner nicht mehr da waren.Also war jemand hier eingebrochen, ging es ihr durch den Kopf.

Es sollte nicht bekannt werden das sie hier wohnte deshalb hatte sie keinen Postkasten und hatte auch sonst auf das Schild nicht ihren namen geschrieben.
Schnell oeffnete sie leise ein fenster und schnappte sich ihre Sachen ehe ihr Blick dann auf die Ratten fiehl.

Mit entsetzen in den Augen schloss sie das Fenster wieder hinter sich und ritt wieder von dannen..

Verfasst: Mittwoch 22. Februar 2006, 17:06
von Ronya Sotan
Der ärger mit diesem haus war vorbei .
Ein ruhigr wachgang entwickelte sich fast zum Desaster und was am schlimmsten war ,er führte zum streit mit einem Kameraden den sie eigentlich hoch schätzte.
Tief im inneren wusste Ronya natürlich das karl in gewisser Weise irgendwo recht hatte , doch andererseits war sie im Dienst und sie hatte die verantwortung.
Hätte sie nichts getan und es wäre zwei Tage später vielleicht zu einer Seuche in Bajard gekommen so hätte man Sie vielleicht dafür verantwortlich gemacht.
Stadtmenschen würde Ronya wohl nie verstehen.
Sie legen größten wert auf den Besitz des einzelnen und dabei ist es ihnen vollkommen gleich ob andere dadurch schaden erleiden.
Sie wusste auch das sie richtig gehandelt hatte und Leannes Brief als Antwort auf den Wachbericht , gab ihr recht.
Auch wenn diese Frau nur eine einfach Bäuerin war so machte sie doch grade ihr kühler Kopf und ihr unbürokratisches verhalten , umso sympatischer.
Sie mochte diese Frau die den Mut hatte sich an der Spitze und wenn es auch nur an der einer kleinen Stadt war , zu stellen.
Ronya nahm also ein Pergament und schrieb einige Zeilen.

" An die Bewohnerin dieses Hauses ,

ich war gezwungen dieses Euer Haus am gestrigen Tage öffnen zu lassen.
Wir haben die Hühner welche Ihr dort hieltet bei der Stallmeisterin Ophra in obhut gegeben.
Desweiteren haben wir euer Haus gereinigt von kot und anderen resten die dafür verantwortlich waren das sich Ratten um euer Haus sammelten.
Wir sahen uns genötigt eben wegen jener Ratten zu handeln.
Damit euer besitz im nachinein nicht opfer von dieben wird , haben wir die Türen vernagelt.
Auf Anweisung der Bürgermeisterin habt ihr eine Strafe von 5 Kronen zu zahlen und ferner habt ihr nachzuweisen wie es um eure Bürgerschaft in Bajard bestellt ist.
Da uns die Umstände nicht klar sind warum ihr diese Tiere in dem haus gehalten habt , machen wir euch keinen Vorwurf , doch wir waren um eure sicherheit und letztendlich auch um die Bajards besorgt.
Sofern ihr also gewillt seid diese von der Bürgermeisterin festgesetzte Strafe von 5 Kronen zu begleichen , könnt ihr euch entweder an die Bürgermeistern Leanne wenden oder an die Stadtwache Bajards , besser noch an mich oder Cai Brean.
An mich deswegen weil ich dafür verantwortlich zeichne das euer haus vernagelt wurde.
Niemand macht euch einen Vorwurf da wir eure beweggründe nicht kennen , also braucht ihr auch keine Angst vor etwaigen übergriffen oder sonstigen zu haben.

Hochachtungsvoll
Ronya
Stadtwache zu Bajard. "


Ronya nahm dieses Pergament und nagelte es gut sichtbar an die Haustüre des Hauses .