Wenn das Blatt sich wendet...
Verfasst: Sonntag 4. Mai 2014, 13:06
Düster blickte der Himmel auf Adoran, einige wenige Lichtstrahlen waren am Horizont zu erkennen, als Baldur aus dem Fenster blickte. Sein Blick ruhte auf dem Stadtkern, welchen er gut aus dem Mannschaftsraum des Regiments betrachten konnte, auch wenn es noch so dunkel draußen war. Sein Blick löste sich vom Fenster und glitt über seine ruhig schlafenden Kameraden, die gerade ihre wohlverdiente Ruhe genossen.
Viel war in den letzten Wochen geschehen, das Regiment war im Allgemeinen schon sehr unruhig. Jenes ging auch an Baldur nicht unerkannt vorbei, obwohl er sich in den letzten Wochen nach Eloriahus Tod merklich zurückgezogen hatte, schon zu seiner eigenen Sicherheit. Ihm war völlig klar, dass man nach ihm suchen würde. Hatte er doch den Fehler gemacht und seine Beteiligung an Eloriahus Tod vor den Eindringlingen in Adoran nicht einmal verleugnet. So war klar, dass die Bruderschaft der Ritter versuchen würde, jene Tat nicht ungesühnt zu lassen. Hatte er doch die meiste Zeit seines Lebens als Soldat in Rahal verbracht, konnte er sich gut vorstellen, wie mancher dort bereits sein Schwert wetzte, um es ihm mit Freude in den Leib zu rammen.
Auch wenn er nun sein bisheriges Leben völlig hinter sich gelassen hatte nach dem Tod von Eloriahus, da es nun wirklich nichts mehr gab, was er noch mit seiner alten Heimat verband, fühlte er sich immernoch schlecht. Es war eine Flauheit im Magen, die er seit seinem Verrat niemals wirklich losgeworden war. Er war sich ziemlich sicher, dass er jenes Gefühl auch nicht mehr mit Alkohol ertränken konnte, weshalb sein Schnapskonsum in den letzten Wochen, vor allem nach dem peinlichen Vorfall, als er völlig betrunken Vaughain über den Weg gelaufen war, stark eingeschränkt hatte.
Die letzten Wochen hatte er damit verbracht, seinen Dienst nach Vorschrift zu tun und sich im Umgang mit seinem Schwert geübt zu halten; denn früher oder später würde er wieder auf Soldaten aus Rahal treffen, da war er sicher. Wieder glitt sein Blick nach draußen über die Dächer der Adoraner Häuser, die langsam vom Licht der Sonne am Horizont zu glitzern begannen, als die ersten Sonnenstrahlen auf die bunten Schieferplatten auf den jeweiligen Dachstühlen trafen.
Ja, Adoran war wirklich seine neue Heimat geworden, das konnte er fühlen. Zum ersten Male in seinem Leben fühlte er, dass er angekommen war. Würde er eines Tages seinen letzten Atemzug tun, so war er sicher, dass er nicht traurig sein würde, hatte er doch nun endlich näher zu seinem inneren Frieden gefunden als jemals zuvor. Kurz glitten seine Gedanken wieder zu seinen Kameraden, Bekannten und vor allem zu seinen neuen Freunden, die er in den vergangenen Monden gefunden hatte. Was sie wohl denken würden, wenn er sterben würde? Würden sie ihn vermissen? Würde er sie vermissen, wo auch immer er dann sein würde? Er hoffte sehnlichst, dass er Temora mit seinem Einsatz zufrieden gestellt hatte, schließlich hatte er nicht nur Alatar abgeschworen, er lebte den Glauben mittlererweile durch und durch - Es war sein neuer Lebensinhalt geworden, natürlich nicht ohne den guten Einfluss Balators, der ihm nach seiner Ankunft in Adoran zu Gute gekommen war. Auch das Gespräch mit Aurea damals im Tempel hatte sich gut ausgewirkt. Wahrlich hatte er sein Selbst gewandelt - War er doch früher stets Hass erfüllt und aufbrausend gewesen, hatte er doch bedingungslos seinem früheren Herrn Alatar gedient, so hatte man ihm doch letztlich den rechten Weg aufgezeigt, auch wenn er dadurch alles verloren hatte, was er jemals besessen hatte, vor allem seine damaligen Freunde und Bekannten.
Ob jenes eine Prüfung Temoras gewesen war? Nachdenklich betrachtete er einen Passanten, der leise am Regimentsgebäude vorbeischlurfte. War es eine Prüfung gewesen, so hatte er sie bestimmt bestanden. Schließlich hatte er im Kerker ausgeharrt, er hatte alle Strapazen über sich ergehen lassen. Die Befragungen, die Schläge, die Verunsicherungen, das endlose Warten auf Gehör... Hatte Temora ihm doch immer wieder einige Lichtblicke in dieser dunklen Zeit gesendet und diejenigen, welche sich seiner guten Herzens annahmen, insbesondere Helisande und Balator.
Balator... Der Name hallte in seinem Kopf nach. Ihn hatte er wirklich schon lange nicht mehr gesehen, er war einfach auf und davon. Geblieben von jenen engen Vertrauten war ihm nur Helisande, die er über alles schätzte. Würde er seinen letzten Atemzug tun, so wollte er, dass sie alles bekommen sollte, was noch seins war. Schließlich war sie ihm stets eine gute Freundin gewesen und hatte ihn von Anfang an nicht mit der Abscheu betrachtet, wie die anderen Adoraner es zuerst getan hatten in Hinblick auf seine Vergangenheit. Er würde ein Testament aufstzen - nur für den Fall, dass ihn sein bisheriges Glück verlassen und sich für ihn eines Tages das Blatt wenden würde.....
Viel war in den letzten Wochen geschehen, das Regiment war im Allgemeinen schon sehr unruhig. Jenes ging auch an Baldur nicht unerkannt vorbei, obwohl er sich in den letzten Wochen nach Eloriahus Tod merklich zurückgezogen hatte, schon zu seiner eigenen Sicherheit. Ihm war völlig klar, dass man nach ihm suchen würde. Hatte er doch den Fehler gemacht und seine Beteiligung an Eloriahus Tod vor den Eindringlingen in Adoran nicht einmal verleugnet. So war klar, dass die Bruderschaft der Ritter versuchen würde, jene Tat nicht ungesühnt zu lassen. Hatte er doch die meiste Zeit seines Lebens als Soldat in Rahal verbracht, konnte er sich gut vorstellen, wie mancher dort bereits sein Schwert wetzte, um es ihm mit Freude in den Leib zu rammen.
Auch wenn er nun sein bisheriges Leben völlig hinter sich gelassen hatte nach dem Tod von Eloriahus, da es nun wirklich nichts mehr gab, was er noch mit seiner alten Heimat verband, fühlte er sich immernoch schlecht. Es war eine Flauheit im Magen, die er seit seinem Verrat niemals wirklich losgeworden war. Er war sich ziemlich sicher, dass er jenes Gefühl auch nicht mehr mit Alkohol ertränken konnte, weshalb sein Schnapskonsum in den letzten Wochen, vor allem nach dem peinlichen Vorfall, als er völlig betrunken Vaughain über den Weg gelaufen war, stark eingeschränkt hatte.
Die letzten Wochen hatte er damit verbracht, seinen Dienst nach Vorschrift zu tun und sich im Umgang mit seinem Schwert geübt zu halten; denn früher oder später würde er wieder auf Soldaten aus Rahal treffen, da war er sicher. Wieder glitt sein Blick nach draußen über die Dächer der Adoraner Häuser, die langsam vom Licht der Sonne am Horizont zu glitzern begannen, als die ersten Sonnenstrahlen auf die bunten Schieferplatten auf den jeweiligen Dachstühlen trafen.
Ja, Adoran war wirklich seine neue Heimat geworden, das konnte er fühlen. Zum ersten Male in seinem Leben fühlte er, dass er angekommen war. Würde er eines Tages seinen letzten Atemzug tun, so war er sicher, dass er nicht traurig sein würde, hatte er doch nun endlich näher zu seinem inneren Frieden gefunden als jemals zuvor. Kurz glitten seine Gedanken wieder zu seinen Kameraden, Bekannten und vor allem zu seinen neuen Freunden, die er in den vergangenen Monden gefunden hatte. Was sie wohl denken würden, wenn er sterben würde? Würden sie ihn vermissen? Würde er sie vermissen, wo auch immer er dann sein würde? Er hoffte sehnlichst, dass er Temora mit seinem Einsatz zufrieden gestellt hatte, schließlich hatte er nicht nur Alatar abgeschworen, er lebte den Glauben mittlererweile durch und durch - Es war sein neuer Lebensinhalt geworden, natürlich nicht ohne den guten Einfluss Balators, der ihm nach seiner Ankunft in Adoran zu Gute gekommen war. Auch das Gespräch mit Aurea damals im Tempel hatte sich gut ausgewirkt. Wahrlich hatte er sein Selbst gewandelt - War er doch früher stets Hass erfüllt und aufbrausend gewesen, hatte er doch bedingungslos seinem früheren Herrn Alatar gedient, so hatte man ihm doch letztlich den rechten Weg aufgezeigt, auch wenn er dadurch alles verloren hatte, was er jemals besessen hatte, vor allem seine damaligen Freunde und Bekannten.
Ob jenes eine Prüfung Temoras gewesen war? Nachdenklich betrachtete er einen Passanten, der leise am Regimentsgebäude vorbeischlurfte. War es eine Prüfung gewesen, so hatte er sie bestimmt bestanden. Schließlich hatte er im Kerker ausgeharrt, er hatte alle Strapazen über sich ergehen lassen. Die Befragungen, die Schläge, die Verunsicherungen, das endlose Warten auf Gehör... Hatte Temora ihm doch immer wieder einige Lichtblicke in dieser dunklen Zeit gesendet und diejenigen, welche sich seiner guten Herzens annahmen, insbesondere Helisande und Balator.
Balator... Der Name hallte in seinem Kopf nach. Ihn hatte er wirklich schon lange nicht mehr gesehen, er war einfach auf und davon. Geblieben von jenen engen Vertrauten war ihm nur Helisande, die er über alles schätzte. Würde er seinen letzten Atemzug tun, so wollte er, dass sie alles bekommen sollte, was noch seins war. Schließlich war sie ihm stets eine gute Freundin gewesen und hatte ihn von Anfang an nicht mit der Abscheu betrachtet, wie die anderen Adoraner es zuerst getan hatten in Hinblick auf seine Vergangenheit. Er würde ein Testament aufstzen - nur für den Fall, dass ihn sein bisheriges Glück verlassen und sich für ihn eines Tages das Blatt wenden würde.....