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Sand zu Sand...

Verfasst: Dienstag 1. April 2014, 22:07
von Kadir Bashir
Die Reise in den Norden war schon lange geplant. Dort lagerten einige der Vorräte die Kadir gerne ins Familienhaus holen wollte. Gerade jetzt, wo mit Salar ein weiterer Sohn der Familie und Tränensucher, zurück gekehrt war. Er hatte alles nötige Organisiert. Die Lamas und Pferde waren mit Satteltaschen ausgestattet worden. Frisch gefüttert und im Trockenen. Dieser Regen setze derzeit nicht nur seinem Volk zu, nein, auch den Tieren, die es nicht gewöhnt waren, dass es hier über eine so lange Zeit regnete.

Der Regen war auch ein Punkt der ihm Sorgen machte. Eigentlich wollte er mit dem Schiff bis in den höchsten Norden reisen und ab dort zu Fuß weiter gehen. Eigentlich… Durch den Regen war die Strömung viel stärker wie sonst. Meter hohe Wellen schlugen immer wieder gegen die, im Hafen liegenden, Schiffe. Er konnte dies weder den Tieren noch den anderen zumuten, die mit der Karawane mitreisen würden. Die Gefahr war viel zu groß und so beschloss er an jenem Abend, den Weg komplett zu Fuß zu gehen. Erst auf den Wegen durch die Durrah, über den Pass nach Norden, über das kleine Fischerdorf die Wege hinauf. Dort war es wenigstens trocken und dieser kalte Schnee war inzwischen völlig dahingeschmolzen. Er hatte die Strecke auf der Karte eingezeichnet, die er sorgfältig zusammen rollte und bei seinen Sachen verstaute. Hazar hatte dafür gesorgt, dass er ja genügend Proviant mit nahm und so war eines der Pferde schon jetzt voll beladen. Nicht etwa mit Gütern oder Handelsgut, sondern mit Essen und Trinken für eine ganze Mannschaft. Dabei zogen sie nur zu 5. Los…

Wachen würden sie diesmal keine Begleiten. Wozu auch? Zum einen war Kadir überall gerne gesehen, zum anderen war es ruhig. Die Streitigkeiten mit Rahal wurden niedergelegt und man arbeitete mal wieder an den Verträgen für einen Waffenstillstand. Würde er diesmal länger halten? Kadir hoffte es... sein Handel, sein ganzes Tun, war dadurch eingeschränkt und als Wesir hatte er stets nur den Vorteil seines Volkes und den des Emirs im Hinterkopf. Händler durch und durch…

Er löschte die Kerzen im Basar der edlen Künste und machte sich auf den Weg nach Hause. Seit Tamina wieder bei ihrer Oma angekommen war, waren die Abende ruhig geworden. Er hatte sich oft gefragt ob er Hazar damit zu viel zu gemutet hatte aber es kam nie ein Klagen von ihr. Sie war die perfekte Frau und er konnte sich keine bessere vorstellen. Die Schritte wurden schneller, er wollte den Abend unbedingt gemeinsam mit ihr verbringen.. wie Hasim schon sagte, vielleicht würde ihnen Eluive nun ein kleines Geschenk machen… eine kleine Wüstenprinzessin oder einen frechen Fennek… der Gedanke gefiel ihm, doch bisher, war die Zeit dafür wohl noch nicht die richtige gewesen. Eluive würde wissen wann der Zeitpunkt gekommen war und wann sie den beiden einen kleinen Anaan oder eine kleine Abla schenken würde.

Hazar hatte gekocht... und sie kochte wahrlich gut. Ein großer Vorteil der Blüten der Ifrey, sie waren bekannt für ihren großartigen Mocca und ihre hervorragenden Kochkünste. Nazeeya stammte ja ebenfalls aus dieser Familie und auch sie zauberte der Familie oft, schöne Abende mit ihrem köstlichen Essen. Sie redeten… es gab so vieles zu bereden, so vieles musste die letzten Wochen zurück stecken und unausgesprochenes lag in der Luft. Er kannte seine Frau, er wusste das er sie an jenem Abend im Haus verletzt hatte. Aber auch wenn es seine Frau war, konnte er keine Rücksicht nehmen, auf Traditionen die schon seit hunderten von Jahren bestand in ihrem Volk hatten. Es hatte ihn geärgert das sie vorher nicht mit ihm gesprochen hatte. Wieso ging sie damit zu Imraan? Die Frage hatte Tage lang an ihm genagt aber er verdrängt sie. Er wollte sich neda den schönen Abend mit ihr ruinieren lassen. Wer wusste schon wie viele Wochen er sie nicht mehr sehen würde. Wie schön sie doch wahr… In Momenten wie diesen wurde es ihm immer wieder bewusst. Er dankte Eluive, dass sie ihm gnädig gestimmt war und er ihr Herz erobern konnte. Seine Rani…

Früh am Morgen, noch ehe die Sonne wirklich aufgegangen war, schlich er sich leise aus ihrem gemeinsamen Bett. Sie sah so friedlich aus, wenn sie schlief. Dieses Geschöpf konnte nur von Eluive geschaffen worden sein. Er beobachtete sie, während er sich leise anzog. Ein sanfter Kuss auf ihre Stirn, ehe er sich leise hinaus schlich. Er trank noch einen kleinen Mocca ehe er sich zum Stall auf machte um die Tiere zu holen. Sie waren alle satt, noch einmal gestriegelt worden und Kadir kontrollierte ob die Taschen auch wirklich fest saßen. Alles war bereit, fehlten nur noch die 4 jungen Tränensucher aus dem Basar. Er wäre gerne alleine los gezogen aber die Wüstensöhne wollten ihn gerne begleiten. Einige von ihnen waren noch nie an der Mine hoch oben bei den Thyren gewesen. So war es in der Tat sehr gut, dass sie mit gingen, er könnte sie dem Volk der Thyren gleich vorstellen und ihre Kisten dort aufstellen lassen.

Der Regen brachte einen Vorteil, sie Sonne brannte nicht so fürchterlich heiß auf ihren Körpern. Der Nachteil? Bereits nach kurzer Strecke waren sie komplett durchnässt. Es machte den Weg nicht leichter sondern eher beschwerlich. Durch die nasse Kleidung hatte mal mehr Gewicht zu tragen und mehr Gewicht, brachte kleinere Schritte mit sich und eine viel zu früh einsetzende Erschöpfung. Die Durrah hatte nichts mehr von ihrer Schönheit. Dunkle Wolken, die einfach nicht mehr schwinden wollten, es wurde nicht mehr richtig hell. Der Regen war so stark, dass auch die Sicht eingeschränkt war. Wenn Eluive doch endlich aufhören würde zu weinen. Was stimmte sie nur so traurig?

Der erste Tag verging wie im Flug aber weit kamen sie leider nicht. Kadir hoffte inständig, dass sie bald den Pass erreichen würden. Ab dort würde die Reise wesentlich leichter werden, doch dies konnte noch gut 3 Tage dauern. Sie suchten nach einem passenden Unterschlupf. In der Durrah ein Zelt aufzubauen, erwies sich als schwierig. Der Sand hatte sich aufgeweicht. Hier und da war mit Treibsand zu rechnen und so gingen sie äußerst vorsichtig vor, bei der Suche nach einem Platz. Die Nacht war unruhig und nicht wirklich trocken und auch das umziehen am nächsten Morgen brachte nichts. Innerhalb kürzester Zeit waren die Kleider wieder genauso durchnässt wie am Tag zuvor. Es war ein endlos scheinender Kreislauf.

Es müsste etwa zur Mitte des Tages gewesen sein, als sie eine Rast machten um etwas zu essen und zu trinken. Der heiße Mocca tat gut, wie er sich langsam seinen Weg die Kehle hinab brannte und den Magen von innen erwärmte. Durch den Regen war an ein Feuer nicht zu denken und so setzte sich nach und nach die Kälte in ihren Gliedern fest. Kaum einer sprach ein Wort, die Stimmung war gedrückt, der Regen hatte sich schon seit Tagen auf die Gemüter der Wüstenkinder gelegt. Wie ertrugen die im Norden nur solch ein Wetter?

Immer wieder tranken sie Schluckweise Kaktusschnaps. Der Alkohol war die einzig wohlige Wärme die sie zur Zeit verspürten. Diesmal fanden sie keinen so guten Platz zum Übernachten. Viel zu nah an der Durrah, zu nah an den Tieren, die zur Zeit mehr als verrücktspielten. Skorpione, Skarabäen, alle waren sie viel aufgeweckter und bei weitem gefährlicher als sonst. Jemand musste Wache halten. Sie beschlossen sie würden sich abwechseln. Kadir wollte mit der Wache beginnen, die jungen sollten erst einmal schlafen, sich ausruhen. Er kannte diese Strapazen, war dies nicht seine erste Karawane gewesen aber die anderen mussten sich an all das erst noch gewöhnen und dann gleich unter solchen Voraussetzungen. Kadir saß unter dem Vordach eines der Zelte. Kein besonders großer Schutz aber besser als keiner. Er hielt den Blick die meiste Zeit gesenkt, um den Regen in seinem Gesicht zu vermeiden. Kein schönes Gefühl... Die Tropfen wurden fester, dichter und er konnte kaum die Hand vor seinen Augen sehen. Es war also kein Wunder und keines falls verwerflich das er die Gefahr nicht kommen sah… Sie waren leise, sie waren viele und sie schlichen sich an die Zeltlager heran. Als Kadir das rascheln eines der Gestrüppe hörte war es im Grunde schon fast zu spät. Er hob seinen Blick und konnte im Schleier des Regens funkelnde Augen sehen, eine Laterne etwas weiter hinten. „LAAAAAAAAUUUUUUUUFT“ rief er so laut er konnte, um die anderen zu wecken. Die dunkle, klare Stimme zerschnitt die Stille und das prasseln des Regens, so dass es nicht lange dauerte bis die anderen die Köpfe aus den Zelten streckten. Wieder rief er… „LAAAAAAAAAAAUUUUUUUFFT, schnell“… Unsicher sahen sie sich an, sie konnten ihn doch nicht zurück lassen aber er war der Wesir.. er war im Basar der edlen Künste das Oberhaupt… was er sagte hatten sie zu tun und so liesen sie alles stehen und liegen und rannten, so schnell ihre Füße sie tragen konnten, in Richtung Menek’Ur. Die Tiere spürten das etwas nicht stimmte, trabten umher, wirten… Kadirs Herz schlug ihm bis zum Hals. Wie oft hatte Marek zu ihm gesagt, er solle mit ihm üben. Er schmiedete die besten Rüstungen und Waffen und konnte jene nicht führen…

Es waren viele, viel zu viele… sie blieben stehen und nur einer trat näher an ihn heran. Ein fieses, finsteres Grinsen… „Na wen haben wir denn hier…“ Karawanenräuber… Selten und doch gab es sie. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie bei so einem Wetter in der Durrah lauern würden. Mit einem Kopf neig deutet er zu einem seiner Begleiter, um ihn in Richtung der beladenen Pferde zu schicken. Er öffnete die erste Tasche und fand die Vorräte die sie mit genommen hatten. Jene weckten nicht gerade sein Interesse und so machte er sich an das nächste und das danach… überall nur leere Taschen.. „Sie sind leer…“ raunte er brummig zu seinem Anführer zurück. Leer… Kadir wusste, dass mit ihnen nicht zu spaßen war… Er löste seinen Ehering aus Mithril und streckte ihn ihnen zu… sie mussten den Wert des Kalurischen Stahls doch erkennen aber zufrieden waren sie nicht. Auch nicht als er sein Armband und die Kette ablegte… er hatte nichts was ihr Interesse weckte. Noch immer keimte die Hoffnung in ihm auf, dass er all dem irgendwie entkommen konnte. Nur wie? Eluive… Hazar… Seine Gedanken kreisten, der Regen, die Angst die sich langsam auftat… kein klarer Gedanke… Aus ihren Reihen trat einer hervor. Er war schwarz gekleidet, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen… „Etwas gibt es, was von Nutzen wäre“ raunte er in einer Art und Weise, die Kadir erschauern lies. „Opfern wir seine Seele Krathor, auf das er uns gnädig gestimmt ist“… Kadirs Augen weiteten sich… Kaum das die Worte ausgesprochen waren zogen sie ihre Waffen. So sollte es also enden? Eluive, immer wieder rief er in seinen Gedanken ihren Namen, doch der Regen erlosch seine Worte… „Hazar…“ dies war das letzte Wort das über seine Lippen kam… Die Truppe lachte, scheuchte die Pferde auf und liesen Kadir dort liegen wo er war, tot und ohne jeglichen Hauch von Leben in sich...

Verfasst: Mittwoch 2. April 2014, 11:17
von Hasim Bashir
Es war kaum die Sonne aufgegangen, war der Säbler der Erste der das Familienhaus der Bashir verlies. Der morgendliche Dienst durfte nicht warten, und so konnte man ihn kurz darauf in den Farben der Armee des Reiches der Sonne durch Menek'Ur wandern sehen. Wie friedlich die Stadt doch war ohne diesem hektischen Treiben des Tages. Vor allem der Basar. Er genoss diese Ruhe immer wieder und dann auch zusehen zu dürfen wie das Volk erwachte.

Eine Ruhe die bald ihr Ende finden würde..

Während er den Weg zur Kaserne nahm, kamen schon zwei der Karawanenbegleiter von Kadir panisch auf ihn zugelaufen. Die Angst war ihnen noch ins Gesicht geschrieben. Der Atem der ihnen nahezu verwehrt blieb zeigte wie sie sich selbst hetzten um heim zu kehren. Einer der beiden erkannte Hasim, eilte auf ihn zu und stammelte vor sich hin derweil dieser erschöpft auf die Knie sank. Ein Überfall. Wie oft hatte er seinem Vetter gesagt, er sollte nicht ohne ihn los ziehen?

Sofort weiteten sich die Augen des menekanischen Wachbrocken. Obwohl er sonst bemüht war so wenig Regung wie nur möglich zu zeigen, erkannte ein jener der ihn nun sehen würde deutlich die Besorgnis.

"Und ihr feigen Hunde habt ihn allein gelassen?", brüllte er ihn plötzlich an. Kurz danach schnappte er nach dem Arm des Gehetzten und zerrte ihn mit sich. Hasim lies ihm auch keine andere Wahl, er musste mit, und das obwohl dieser sichtlich nicht zum Ort des Geschehens zurück wollte. "Du wirst mich hinführen", maulte er diesen herrisch an als sie beim Stall hinter der Kaserne angekommen waren und zwei Pferde gesattelt wurden...
~~~ Später ~~~
Sie näherten sich dem Ort, und schon von weitem konnte er den Körper seines Vetters sehen. Ein Grund das eigene Reitpferd noch mehr anzutreiben. Sein Wegführer hingegen machte sofort kehrt, wer wusste schon ob sie nicht noch lauerten und der Säbler kam bestimmt alleine zurecht!

Doch Hasim störte sich gerade nicht daran das der Feigling nochmals davon lief. Inzwischen war er bei seinem leblosen Verwandten angekommen, sprang vom Pferd und hetzte zu ihm, gleich auf die Knie stürtzend. Sofort senkte er den Kopf um nach einem möglichen Herzschlag seines Vetters zu hören, doch nichts. Genauso hatte die fahle, blassere, untypische Hautfarbe schon verraten lassen, dass es nicht mehr möglich war etwas zu ändern.

Mit dem Blick in das Gesicht seines Cousins gerichtet, saß er einfach nur da mit hängenden Schultern und hätte ihn jemand beobachtet, wären die stummen Tränen voller Trauer und Zorn aufgefallen, die sich still ihren Weg suchten...

Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis der Säbler es begreifen wollte und konnte. Auch die Tränen waren versiegt. Jetzt musste er stark sein, für Hazar, für die Familie, er konnte es sich nicht leisten zu zeigen wie ihn dieser Verlust traf. Zumindest vor den anderen musste er Haltung waren, war er doch sonst auch gut geübt darin keine Regungen zu zeigen um seinen Gemütszustand zu verbergen.

Hasim hob ihn hoch, er sollte nach Hause kommen und nicht hier liegen. In seinen Umhang eingewickelt trug er ihn selbst die Strecke über während das Pferd neben ihm hertrottete, als würde es den Schmerz seines Herren erkennen. Dies war nunmal der schwerste Weg ein Familienmitglied zu verlieren...

Verfasst: Donnerstag 3. April 2014, 19:59
von Gast
Das Armband, das er von seinem Freund hatte, lag für den heutigen Tag auf einem seiner Arbeitstische. Es sollte nach seinem Ableben nicht beschädigt werden, damit er zumindest noch einige Andenken an ihn hatte. Kadir war zu früh gegangen und sicherlich tröstete sich Imraan damit, dass er nun in Eluives Schoß verweilt und es seiner Seele sicherlich gut ging. Er hasste es aber, dass es keinen Abschied gab. Es würde einen Abschied im Tempel geben, der zwar hochoffiziell und sicherlich auch aufwändig gestaltet sein würde, doch war es eigentlich nur sein Körper, den sie dort übergaben. Die eisblauen Augen starrten die Decke an, während er den warmen Atem seiner Rani an seiner Brust spürte, der linke Arm lag über seinem Bauch. Trost gab ihm das sicherlich - er hätte auch anders reagiert, wenn er sie nicht hätte, wenn er nicht eine Zukunft planen würde. Er musste inzwischen an mehr denken, als nur sich. Alle Titel die er trug, brachten eine Verantwortung mit: Kalif und Ranim.

Die Mondstrahlen fielen auf seine Augen, als dieser sich still über den Nachthimmel schob und ihm schließlich ein Signal schicken wollten, das wohl nur er für sich interpretierte. Es war das Zeichen für ihn loszuziehen. Langsam und ruhig schob er Anisahs Arm zur Seite, woraufhin sich auch diese auf die andere Seite drehte. Behutsam wurde ihr Rücken mit seiner, viel zu kurz geratenen, Bettdeckenseite zugedeckt und mit den Fingern diese unter ihren Leib geschoben. Ein sanfter Kuss folgte an ihre rechte Wange, die Hand streichelte über ihre Schulter hinweg. Jede Trennung fiel ihm schwer, allein schon, wenn sich deren beider Hände voneinander lösen mussten. Es war kein gutes Gefühl, trotzdem war es gut ein solches Gefühl zu kennen - das auch erwidert wurde. Er lächtelte auf, er traute es sich, wenn er allein war, während die Gedanken doch immer noch bei Kadir waren. Er wollte sie nicht alleine lassen, nicht jetzt, nicht hier im Palast. Sie brauchte aber dennoch ihren Schlaf und wenn sie sauer auf ihn war, dann musste das so sein. Mit dem Kohlestift wurde eine kurze Notiz neben ihrem Kissen abgelegt, dann ging er schon zu der Rüstkammer herüber, um seine Rüstung anzulegen. Die einzelnen Rüstteile aus Leder- und Kettenstücken wurden fast schon gänzlich blind angelegt. Die Ledermaske wurde über den Mund und die Nase geschoben, die Waffengurte wurden um die Hüfte gebunden, ein Köcher an den Oberschenkel geschnallt, der Bogen über den Rücken gezogen. Nachdenklich sah er sich um, als sein Blick dann in einer Ecke des Raumes hängen blieb. Der Schatten verhüllte dort seinen alten Freund, seinen Bruder, seinen Schüler und Lehrmeister. Die Mundwinkel hob er an, Worte mussten hier nicht gewechselt werden. Das Geschenk, das ihm überreicht wurde, war ein altbekanntes. Der Griff um den Säbel war fest - die Leihgabe sah er wohl längst als seinen Besitz an. Die Waffe hatte ihm treue Dienste geleistet und war wohl sein verlängerter Arm geworden. Auch diese verschwand alsbald in der Waffenscheide. Die Stufen zum oberen Bereich des Palastes und damit auch Thronsaales wurden mit wenigen Schritten genommen, als er direkt zu einer der Palastwachen hinging. Die Anweisung war direkt und prompt - eine Antwort wurde nicht abgewartet. Anisah sollte vor dem Morgengrauen aufgeweckt und zum Yazirviertel geleitet werden.

Der Wüstenkrieger saß auf seinem Sandläufer vor dem Anwesen der Bashir. Der schwarze Mantel hing ihm an den Oberschenkeln hinab, bot also noch genug Bewegungsfreiheit an. Sämtliche Waffen befanden sich, für seine Verhältnisse, in direkter Griffreichweit. Zwei blaue Augen glänzten in der Nacht und spiegelten den Mond wieder. Hasim konnte offenbar auch nicht schlafen, so dass Imraan dessen Gestalt im Garten des Anwesens sitzen sah. Eigentlich wollten sie sich doch erst morgens am Osttor treffen, aber das konnte er nicht abwarten. Hoffnungsvoll sah er zu ihm herüber, als dann ein sachtes Nicken zur Aufforderung folgte. Heute wurde keine Uniform angelegt, heute wurde kein Kleidungsstück mit der Farbe der Omar angelegt. Diese Nacht war er nicht als Kalif, nicht als Hadcharim und auch nicht als ehemaliger Sajneen aufgebrochen. Heute war er Mörder.

Verfasst: Freitag 4. April 2014, 20:29
von Hasim Bashir
Der Säbler fand in dieser Nacht keine Ruhe. Unruhig zuckte er immer wieder zusammen, die Atmung hektisch . Im Traum verarbeitete er diesen schrecklichen Tag. Versuchte es zumindest. Irgendwann riss er die Augen doch auf und starrte die Zimmerdecke an. Hellwach mit einem Schlag.

Schlaf würde der Menekaner nicht mehr finden, aber er hatte nun wenigstens Zeit sich vorzubereiten. Waffen, Wasserschläuche, Proviant und anderes wurde mit größter Sorgfalt in einem Beutel verstaut. Die Rüstung auf ihre Funktionalität geprüft und angelegt. In der Farbe des Sandes war sie dennoch zu hervorstechend. Statt dessen zog er es vor sich mit einigen grauen Lumpen zu verhüllen, eine bessere Wahl wenn man nicht auffallen wollte.

Als alles vorbereitet war, trieb es ihn in den Garten. Es dauerte dafür auch nicht lange bis er Gesellschaft am Tor erblickte. Das nicken von Imraan richtig deutend, stand er auf und neigte mit dem üblichen Respekt tief den Kopf.
"Wir können den, der mir den Weg zeigte neda mitnehmen, also wurde etwas vorbereitet von Aalissay", erklärte der hoch gewachsene Bashir während er einige Pergamentrollen aus dem Beutel zog. Sie ausrollend, waren verschiedene Zeichnungen mit den Gesichtern der Wüstenräuber erkennbar. Sie an den Kalifen reichend, erklärte er ihm weiter: "So können wir sie in Ruhe suchen, ohne das es Zeugen gibt was passieren wird".Beide Wüstensöhne nickten sich zu.

Zusammen gingen sie zu den Stallungen der Bashir. Zwei schwarze Hengste standen gesattelt bereit, nicht die üblichen bevorzugten Reittiere, aber stark und ausdauernd für ihre Zwecke. Erstmal sollte der Weg sie dorthin führen, wo Hasim seinen Vetter gefunden hatte. Die Örtlichkeiten erkunden. Anhand von geschundenen Tieren oder Kakteen, die von diesem Gesindel anders behandelt wurde als von einem Sohn der Durrah, würde man sie schon irgendwie finden!

So fand die Reise ihren Anfang, in einer Nacht die bald zum Tage werden würde. Ein blutiger Tag..

Verfasst: Freitag 4. April 2014, 22:09
von Aaminah Faghira Ifrey
Ich konnte den Schmerz in ihr fühlen, ihn spüren und das ohne das ich ihr in die Augen blickte.

Ich spürte als sie bei mir lag, wie ihr Puls raste...wie der Körper bebte und zitterte.

Ich konnte nichts tun, nichts was ihr Leiden verringern würde, nichts was ihr den Schmerz nehmen würde....ich konnte ihr einfach nur beistehen damit sie diesen Schmerz nicht alleine tragen musste.

Das tat ich, ich legte meine Arme um sie und hielt sie bei mir, strich mit sanften Bewegungen über ihr Haar und summte leise Lieder welche meine Mutter uns stets vorsang.

Eluive gibt und sie nimmt....beides im Einklang so das jenes Gleichgewicht wieder hergestellt ist. War es das? Das Gleichgewicht....*ein leises aufschnauben bei diesem Gedanken* war das Gleichgewicht im Einklang? So oft habe ich Nathifas hier im Hause weinen sehen, ich selbst schließe mich da mit ein...Yaamal, Zafer welcher immernoch verschwunden ist und zu guter letzt Issam welcher wohl wieder eine Reise angetreten ist und nunja...ich warte, so wie ich es weiter tun werde. Ich nehme die Dinge wie sie sind, vielleicht mag der ein oder andere denken ich sei Gefühlskalt...vielleicht bin ich das mittlerweile auch. Vielleicht habe ich ein Problem damit meine eigenen Gefühle auch nur ansatzweise zu zeigen. Doch jetzt wo ich sie sehe.....ihr Leiden fühle wird mir bewusst, das man Gefühle nicht einfach abschalten kann. Man kann nicht vor ihnen davon laufen, man kann sie verbergen für einige Momente, aber niemals wird man vor ihnen davon laufen können.

Auch mich erfasst die Trauer, auch ich weine in jener Nacht, ich weine mit ihr auch wenn meine Augen kaum Tränen rinnen lassen. Ich werde stark sein für sie, ich werde sie herausziehen sie stärken so das sie ihr inneres Gleichgewicht wieder finden kann.

Sanft streichen meine Finger über ihr Haar, die Augen geschlossen lausche ich der Stille welche keine Stille war, es war eher eine art Loch in welches man hineinfällt sich jeglicher Worte überdrüssig. Eine Stille welche einem die Kehle zum Atmen zu schnürrt, eine Stille welche die Tränen und das Schluchzen verebben lassen weil eine art Fassungslosigkeit eingekehrt ist.

Als ich merkte das sie eine der kurzen Schlafphasen hatte, stand ich auf um ihr etwas zu essen zu richten, ich nahm Obst und Tee mit nach oben, nichts was den Magen noch erschweren würde. Süßigkeiten um die Freude in die Augen zurückzubringen....auch wenn ich wusste das es Hoffungslos war das jenes sogleich funktionierte.

Nichts rührte sie an......nichteinmal viel Tee trank sie. Ich wollte sie nicht zwingen, nein...sie sollte ihre Trauer ausleben, auch sollte sie sich hierzu die Zeit nehmen welche sie brauchte. Noch hatte sie niemanden darüber informiert das ihre Cousine bei ihr war, auch wenn sie den Zettel schon gefunden hatte, so wusste sie das Hazar ihr dankbar wäre wenn sie ihr die Zeit geben würde.

Natürlich war ihr klar das in der Familie sicher schon jemand bemerkt hat das ich neda alleine war, und auch wurde wohl Hazar schon gesehen als sie mit leerem Blicke durch die Küche schritt. So blieb wohl auch nicht aus das die Hauswachen mir mitteilten das der Sajneen wohl nach ihr suchte. Ich hatte geschworen ihr die Zeit zulassen und trotzdem war es meine Pflicht wenigstens zu sagen das es ihr gut geht.....so sagte ich zu einer der Hauswachen das falls sie jenen treffen sollten welcher nach Hazar suchte....sie sagen könnte das sie hier sei und das es ihr gut geht.


Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft - keinen größeren Reichtum, keine größere Freude.


Epikur von Samos


Lange dauerte es bis ich begriff das es Kadir war dem das Leben genommen wurde, bis ich begriff das er tot war, wahrnahm das auch ich einen guten Freund verloren hatte. Einen Weggefährten auf Freundschaftlicher und Beruflicher basis, einen Menschen mit dem ich lachen aber auch weinen konnte.......ich trauere um dich mein Freund...ich trauere.....lebe Wohl und pass da oben auf alljene auf welche dir am Herzen lagen.

Ich werde dich in jeder meiner Gebete miteinschließen so das die nur gutes auf dem Weg welchen du gehst wiederfahren wird. Mögest du in Ewigem Frieden ruhen.

Verfasst: Samstag 5. April 2014, 19:01
von Hazar Sevinc Bashir

Ich war Aaminah so dankbar.
Sie musste nicht viel sagen, sie schwieg mit mir.
Ich konnte nicht sprechen, ich wollte nicht.
Ich hatte irgendwann keine Kraft mehr zu weinen, der Tränenfluss versiegte.
Das einzige, was blieb, war die leere.
Ich hatte Aaminahs Bett versaut, meine Füsse brachten den Sand und das Blut mit sich. Meine Cousine störe das nicht, bezog das Bett einfach neu, und sorgte dafür, das ich mich wusch und die Wunden reinigte.
Ich liebte sie dafür, auch das sie versuchte, mir Essen und Getränke zu bringen.
Aber alles schmeckte nur nach Sand.
Ein paar Schlucke von ihrem Tee, sie kochte wunderbaren Tee… normalerweise schmeckte er mir sehr gut.
Kaktusblüten, leicht süßlich nur, ein zarter Geschmack.
Heute fad, nach nichts.
Essen würgte ich mir gar nicht erst herunter, Hunger verspürte ich so oder so nicht.

Sie kannte den Schmerz.
Yaamal…
Auch den Schmerz der Liebe.
Ich war für sie da gewesen, als Zafer ging. Ich wusste um das hin und her mit Issam.
Damals war ich die starke, hatte sie abgelenkt, hatte ihr eine Schulter zum ausweinen geboten.
Aber im Moment musste sie die starke sein.

Entweder, sie hatte viel mehr geweint, wenn ich nicht da war, oder sie war einfach stärker als ich.
Die weißen Sachen waren ein graus.
Normalerweise trug ich so gerne Farben, gemischt, oder auch einzeln.
Weiß…
Mein Hochzeitskleid war weiß gewesen.
Glückliche Zeit.

Heute trug ich wieder die Farbe der Unschuld…
Und ich würde sie nicht mehr so schnell ablegen.
Witwe.

Es hatte mich Überwindung gekostet, ins Bashirhaus zu gehen. Letztlich musste ich es aber schaffen. Der Familie unter die Augen treten.
Als ich vor dem Eingang des Familienhauses stand, und die weißen Vorhänge sah, war sie wieder da, die Welle der Übelkeit.
Kadirs und mein erstes, wirklich ernsthaftes Gespräch hatte hier im Garten statt gefunden. Damals war er so verletzt, und ich war so schüchtern.
Der Anfang einer wundervollen Zeit. Eine Zeit, die jetzt geendet hatte.
Eine Zeit, die nie wieder zurückkehren würde.
Ich sollte der Mara danken, beten, dass jede Natifah einen so wundervollen Ranim bekam, wie meiner einer gewesen war.
So liebevoll, so fürsorglich, so herzlich.
Mein Verstand wusste das.
Aber mein Herz konnte das nicht.
Ich trat durch die Vorhänge ins Haus und hörte sie schon am Tisch in der Küche reden. Das war der Moment wo ich mir sicher war, das ich es noch nicht konnte. Ich konnte noch nicht mit ihnen reden.
Also wollte ich nur schnell ein paar Sachen mitnehmen, und dann wieder gehen.
Leise und ungesehen.
Doch das quietschende Scharnier der Kiste verriet mich, und es dauerte nicht lange, bis Aqila im Eingang stand.
„Hazar..“
Ihre Stimme war nicht mehr als ein Flüstern.
Sie sah mich sorgenvoll an.
Innerlich resignierte ich. Ich musste da durch, ob ich wollte oder nicht.

Das Gespräch brachte mir eine Erkenntnis.
Hasim war enttäuscht. Oder vielleicht doch böse?
Er verstand meine Situation, sagte er.
Ja, er versuchte sie sicher zu verstehen, und natürlich, ein Teil ihrer Familie war gestorben. Ihres Blutes.
Ich schloss mich selber aus, lief davon.
Der Schmerz saß auch in ihnen tief. In jedem von ihnen.
Ein Verlust.
Aber ich wollte nichts mehr, als mich meiner Trauer hin zu geben, ich wollte für niemanden die starke Hazar sein.
Für niemanden aufpassen müssen, was ich sagte.
Und ich wollte keine bedauernden Blicke.
Da steht sie, die Witwe.
Nicht, das ich irgendeinem von ihnen das so unterstellen wollte, aber ich kam mir so vor.
Dumm kam ich mir selber schon genug vor.

Hasims Befehl war klar.
Nirgendwo hin gehen ohne dass er weiß wo ich bin.
Keine Widerrede!
Er bot mir an, dass ich mich an ihn wenden könne. Mich ausweinen, aussprechen. Aber was gab es groß zu reden?
Mein Herz ist Tod.
Meine Zunge war in diesem Moment einfach schneller.
Es tat mir leid, ich hatte zu schnell geredet, ihn damit verletzt. Er brummte nur, schnaufte, wie es seine Art war, aber ich hatte getroffen.
Unbeabsichtigt.

Kontrolle….
Ich musste mich kontrollieren.
Einer der Gründe, warum ich lieber nach einer Salbe für meine Füße fragte, als die Magie wirken zu lassen.
Ich kann die Magie immer noch nicht kontrollieren.

Kadirs Beerdigung.
Danach wollte ich weg. Wohin? Keine Ahnung, einfach weg.
Niemanden verletzen um mich herum.
Nicht mehr selber verletzt werden.
Vielleicht würde ich einen neuen Lebensinhalt finden. Vielleicht würde ich etwas finden, auf das ich mich stürzten konnte.
Vielleicht….
„Darüber reden wir noch“, brummte Hasim.

Weiße Kleidung in den Armen, ein Bündel, das ich an mich presste. Zwei Tiegel in den Händen, in der die Wundsalbe war.
So verließ ich das Bashirvirtel wieder.

Verfasst: Donnerstag 17. April 2014, 11:20
von Gast
Die beiden Janitschare hatten sich auf den Weg gemacht und bald schon das Osttor Menek’Urs hinter sich gelassen. Die Pferde waren nicht gerade vollgeladen, um einen schnellen Ritt zu ermöglichen. Die typische menekanische Rüstung war keine Platte, sondern eine Zusammensetzung aus verschiedenstem Leder, Skarabäenpanzerplatten und fein gewobenen Kettengliedern. Das machte die Rüstung im einfachsten Sinne: effizient.

Während sie den beschriebenen Spuren folgten, waren beide absolut schweigsam. Keiner musste mehr über das Geschehene ein Wort verlieren und beide wussten auch in etwa, was auf sie zukommen wird. Imraan war vielleicht eine härtere und längere Ausbildung durchgegangen, doch konnte er einem Jemaat und seinem Handwerk vertrauen. Viele wachsen in der Durrah auf und kennen sie, wie die eigene Westentasche. Demnach gehörte zu den Aufgaben eines Wüstenjägers: Fährtenlesen, das Ausnehmen von Tieren, jegliche Verarbeitung von Fellen und Innereien des Tieres, Wundversorgung, manche kannten sich sogar mit der Alchemie aus. Die Ausbildung eines Omars wird währenddessen immer im Beisein eines Lehrers stattfinden, überwacht und von dritter Stelle direkt geprüft. Versagt der Omar, trägt der Lehrer die Schuld. Glücklicherweise musste Imraan nie erleben, wie sein Lehrmeister damals Strafen erhielt.

Das was an Ort und Stelle stattgefunden hatte, konnte noch nachvollzogen werden und so folgten sie einer Spur, die sich jedoch bald aufgrund des Sandwindes verflüchtigte. Sorgen machte er sich nicht. Es gab nicht viele Wege in der Durrah, die nicht zum Tode eines Menekaners führen würden. Deswegen wurde auch den Nordländern immer geraten, dass sie sich doch auf den Straßen nach Menek’Ur bewegen sollten. Vielen reichte es ja schon, wenn die bloße Sonne ihnen den Scheitel brutzelte. So wusste er auch, welche Oase diese Mörder wohl als nächste ansteuern würden. Eine kleinere Gruppe konnte sich außerdem schneller fortbewegen, vor allem mit einer solchen Motivation, die die beiden in sich trugen und direkt an die beiden Reittiere weitergaben.

Ein Glimmen war es, das sie aus dieser Entfernung heraus an einer Oase erkennen konnten. Hier wurden auch die Spuren weiter geführt und entsprachen genau denen, die sie vormals verloren hatten. Während sie beide von ihren Gäulen stiegen, wurden die Ledermasken über die Nase gezogen, das Kopftuch wurde tiefer ins Gesicht gezogen und verhüllte die Stirn. Jetzt waren nur noch die beiden Augenpaare der Männer in der nächtlichen Durrah zu erblicken. Das Anschleichen funktionierte hier nicht, wie man es in den Wäldern verrichten konnte. Man musste zwar auf keine Äste aufpassen, doch gab es hier kleine Gefahren, wie die Skorpione, Schlangen und andere giftige Krabbeltiere, die sich unterirdisch bewegten. Außerdem bewegten sie sich auf einer völlig freien Fläche – ducken half hier nicht. Beide legten sich auf den Boden und mussten die restliche Strecke robben.

Während die Arme abwechselnd nach vorne wanderten, wurden die Beine zum Abdrücken in den Wüstenboden gestemmt. Die Kraft sollte hier hauptsächlich aus den Beinen genommen werden, damit für einen Kampf noch genug Schwung für die Arme da war. Zwei Wachen waren bei der Oase aufgestellt - ideal, um lautlos vorzugehen.

Das restliche Lager wurde betrachtet, ob nicht doch jemand nur schlummerte und beim kleinsten Laut einen Ton von sich geben würde. Einen Alarm konnten sie nicht gebrauchen – ein offener Kampf könnte den Tod bedeuten. Im Rücken der einen Wache, richtete er sich langsam auf, Hasim sollte sich um die andere Wache kümmern. Der Bogen wurde vom Rücken gezogen, der Pfeile bereits eingelegt, der Kopf leicht schief gelegt, um diesen näher an der Sehne zu halten, beide Augen wurden zusammen gekniffen, als der Nacken der Wache anvisiert wurde. Als sich der Pfeile von der Sehne löste, dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis der Pfeil genau dort einschlug, wo es Imraan auch erwartet hatte. Er durchschlug den Hals und brachte die Knochen zum Brechen, als die Pfeilspitze der Wache am Hals herausstand. Kein Ton, nur ein Röcheln, als der Mörder an seinem eigenen Blut erstickte. Nummer eins war erledigt.