Sand zu Sand...
Verfasst: Dienstag 1. April 2014, 22:07
Die Reise in den Norden war schon lange geplant. Dort lagerten einige der Vorräte die Kadir gerne ins Familienhaus holen wollte. Gerade jetzt, wo mit Salar ein weiterer Sohn der Familie und Tränensucher, zurück gekehrt war. Er hatte alles nötige Organisiert. Die Lamas und Pferde waren mit Satteltaschen ausgestattet worden. Frisch gefüttert und im Trockenen. Dieser Regen setze derzeit nicht nur seinem Volk zu, nein, auch den Tieren, die es nicht gewöhnt waren, dass es hier über eine so lange Zeit regnete.
Der Regen war auch ein Punkt der ihm Sorgen machte. Eigentlich wollte er mit dem Schiff bis in den höchsten Norden reisen und ab dort zu Fuß weiter gehen. Eigentlich… Durch den Regen war die Strömung viel stärker wie sonst. Meter hohe Wellen schlugen immer wieder gegen die, im Hafen liegenden, Schiffe. Er konnte dies weder den Tieren noch den anderen zumuten, die mit der Karawane mitreisen würden. Die Gefahr war viel zu groß und so beschloss er an jenem Abend, den Weg komplett zu Fuß zu gehen. Erst auf den Wegen durch die Durrah, über den Pass nach Norden, über das kleine Fischerdorf die Wege hinauf. Dort war es wenigstens trocken und dieser kalte Schnee war inzwischen völlig dahingeschmolzen. Er hatte die Strecke auf der Karte eingezeichnet, die er sorgfältig zusammen rollte und bei seinen Sachen verstaute. Hazar hatte dafür gesorgt, dass er ja genügend Proviant mit nahm und so war eines der Pferde schon jetzt voll beladen. Nicht etwa mit Gütern oder Handelsgut, sondern mit Essen und Trinken für eine ganze Mannschaft. Dabei zogen sie nur zu 5. Los…
Wachen würden sie diesmal keine Begleiten. Wozu auch? Zum einen war Kadir überall gerne gesehen, zum anderen war es ruhig. Die Streitigkeiten mit Rahal wurden niedergelegt und man arbeitete mal wieder an den Verträgen für einen Waffenstillstand. Würde er diesmal länger halten? Kadir hoffte es... sein Handel, sein ganzes Tun, war dadurch eingeschränkt und als Wesir hatte er stets nur den Vorteil seines Volkes und den des Emirs im Hinterkopf. Händler durch und durch…
Er löschte die Kerzen im Basar der edlen Künste und machte sich auf den Weg nach Hause. Seit Tamina wieder bei ihrer Oma angekommen war, waren die Abende ruhig geworden. Er hatte sich oft gefragt ob er Hazar damit zu viel zu gemutet hatte aber es kam nie ein Klagen von ihr. Sie war die perfekte Frau und er konnte sich keine bessere vorstellen. Die Schritte wurden schneller, er wollte den Abend unbedingt gemeinsam mit ihr verbringen.. wie Hasim schon sagte, vielleicht würde ihnen Eluive nun ein kleines Geschenk machen… eine kleine Wüstenprinzessin oder einen frechen Fennek… der Gedanke gefiel ihm, doch bisher, war die Zeit dafür wohl noch nicht die richtige gewesen. Eluive würde wissen wann der Zeitpunkt gekommen war und wann sie den beiden einen kleinen Anaan oder eine kleine Abla schenken würde.
Hazar hatte gekocht... und sie kochte wahrlich gut. Ein großer Vorteil der Blüten der Ifrey, sie waren bekannt für ihren großartigen Mocca und ihre hervorragenden Kochkünste. Nazeeya stammte ja ebenfalls aus dieser Familie und auch sie zauberte der Familie oft, schöne Abende mit ihrem köstlichen Essen. Sie redeten… es gab so vieles zu bereden, so vieles musste die letzten Wochen zurück stecken und unausgesprochenes lag in der Luft. Er kannte seine Frau, er wusste das er sie an jenem Abend im Haus verletzt hatte. Aber auch wenn es seine Frau war, konnte er keine Rücksicht nehmen, auf Traditionen die schon seit hunderten von Jahren bestand in ihrem Volk hatten. Es hatte ihn geärgert das sie vorher nicht mit ihm gesprochen hatte. Wieso ging sie damit zu Imraan? Die Frage hatte Tage lang an ihm genagt aber er verdrängt sie. Er wollte sich neda den schönen Abend mit ihr ruinieren lassen. Wer wusste schon wie viele Wochen er sie nicht mehr sehen würde. Wie schön sie doch wahr… In Momenten wie diesen wurde es ihm immer wieder bewusst. Er dankte Eluive, dass sie ihm gnädig gestimmt war und er ihr Herz erobern konnte. Seine Rani…
Früh am Morgen, noch ehe die Sonne wirklich aufgegangen war, schlich er sich leise aus ihrem gemeinsamen Bett. Sie sah so friedlich aus, wenn sie schlief. Dieses Geschöpf konnte nur von Eluive geschaffen worden sein. Er beobachtete sie, während er sich leise anzog. Ein sanfter Kuss auf ihre Stirn, ehe er sich leise hinaus schlich. Er trank noch einen kleinen Mocca ehe er sich zum Stall auf machte um die Tiere zu holen. Sie waren alle satt, noch einmal gestriegelt worden und Kadir kontrollierte ob die Taschen auch wirklich fest saßen. Alles war bereit, fehlten nur noch die 4 jungen Tränensucher aus dem Basar. Er wäre gerne alleine los gezogen aber die Wüstensöhne wollten ihn gerne begleiten. Einige von ihnen waren noch nie an der Mine hoch oben bei den Thyren gewesen. So war es in der Tat sehr gut, dass sie mit gingen, er könnte sie dem Volk der Thyren gleich vorstellen und ihre Kisten dort aufstellen lassen.
Der Regen brachte einen Vorteil, sie Sonne brannte nicht so fürchterlich heiß auf ihren Körpern. Der Nachteil? Bereits nach kurzer Strecke waren sie komplett durchnässt. Es machte den Weg nicht leichter sondern eher beschwerlich. Durch die nasse Kleidung hatte mal mehr Gewicht zu tragen und mehr Gewicht, brachte kleinere Schritte mit sich und eine viel zu früh einsetzende Erschöpfung. Die Durrah hatte nichts mehr von ihrer Schönheit. Dunkle Wolken, die einfach nicht mehr schwinden wollten, es wurde nicht mehr richtig hell. Der Regen war so stark, dass auch die Sicht eingeschränkt war. Wenn Eluive doch endlich aufhören würde zu weinen. Was stimmte sie nur so traurig?
Der erste Tag verging wie im Flug aber weit kamen sie leider nicht. Kadir hoffte inständig, dass sie bald den Pass erreichen würden. Ab dort würde die Reise wesentlich leichter werden, doch dies konnte noch gut 3 Tage dauern. Sie suchten nach einem passenden Unterschlupf. In der Durrah ein Zelt aufzubauen, erwies sich als schwierig. Der Sand hatte sich aufgeweicht. Hier und da war mit Treibsand zu rechnen und so gingen sie äußerst vorsichtig vor, bei der Suche nach einem Platz. Die Nacht war unruhig und nicht wirklich trocken und auch das umziehen am nächsten Morgen brachte nichts. Innerhalb kürzester Zeit waren die Kleider wieder genauso durchnässt wie am Tag zuvor. Es war ein endlos scheinender Kreislauf.
Es müsste etwa zur Mitte des Tages gewesen sein, als sie eine Rast machten um etwas zu essen und zu trinken. Der heiße Mocca tat gut, wie er sich langsam seinen Weg die Kehle hinab brannte und den Magen von innen erwärmte. Durch den Regen war an ein Feuer nicht zu denken und so setzte sich nach und nach die Kälte in ihren Gliedern fest. Kaum einer sprach ein Wort, die Stimmung war gedrückt, der Regen hatte sich schon seit Tagen auf die Gemüter der Wüstenkinder gelegt. Wie ertrugen die im Norden nur solch ein Wetter?
Immer wieder tranken sie Schluckweise Kaktusschnaps. Der Alkohol war die einzig wohlige Wärme die sie zur Zeit verspürten. Diesmal fanden sie keinen so guten Platz zum Übernachten. Viel zu nah an der Durrah, zu nah an den Tieren, die zur Zeit mehr als verrücktspielten. Skorpione, Skarabäen, alle waren sie viel aufgeweckter und bei weitem gefährlicher als sonst. Jemand musste Wache halten. Sie beschlossen sie würden sich abwechseln. Kadir wollte mit der Wache beginnen, die jungen sollten erst einmal schlafen, sich ausruhen. Er kannte diese Strapazen, war dies nicht seine erste Karawane gewesen aber die anderen mussten sich an all das erst noch gewöhnen und dann gleich unter solchen Voraussetzungen. Kadir saß unter dem Vordach eines der Zelte. Kein besonders großer Schutz aber besser als keiner. Er hielt den Blick die meiste Zeit gesenkt, um den Regen in seinem Gesicht zu vermeiden. Kein schönes Gefühl... Die Tropfen wurden fester, dichter und er konnte kaum die Hand vor seinen Augen sehen. Es war also kein Wunder und keines falls verwerflich das er die Gefahr nicht kommen sah… Sie waren leise, sie waren viele und sie schlichen sich an die Zeltlager heran. Als Kadir das rascheln eines der Gestrüppe hörte war es im Grunde schon fast zu spät. Er hob seinen Blick und konnte im Schleier des Regens funkelnde Augen sehen, eine Laterne etwas weiter hinten. „LAAAAAAAAUUUUUUUUFT“ rief er so laut er konnte, um die anderen zu wecken. Die dunkle, klare Stimme zerschnitt die Stille und das prasseln des Regens, so dass es nicht lange dauerte bis die anderen die Köpfe aus den Zelten streckten. Wieder rief er… „LAAAAAAAAAAAUUUUUUUFFT, schnell“… Unsicher sahen sie sich an, sie konnten ihn doch nicht zurück lassen aber er war der Wesir.. er war im Basar der edlen Künste das Oberhaupt… was er sagte hatten sie zu tun und so liesen sie alles stehen und liegen und rannten, so schnell ihre Füße sie tragen konnten, in Richtung Menek’Ur. Die Tiere spürten das etwas nicht stimmte, trabten umher, wirten… Kadirs Herz schlug ihm bis zum Hals. Wie oft hatte Marek zu ihm gesagt, er solle mit ihm üben. Er schmiedete die besten Rüstungen und Waffen und konnte jene nicht führen…
Es waren viele, viel zu viele… sie blieben stehen und nur einer trat näher an ihn heran. Ein fieses, finsteres Grinsen… „Na wen haben wir denn hier…“ Karawanenräuber… Selten und doch gab es sie. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie bei so einem Wetter in der Durrah lauern würden. Mit einem Kopf neig deutet er zu einem seiner Begleiter, um ihn in Richtung der beladenen Pferde zu schicken. Er öffnete die erste Tasche und fand die Vorräte die sie mit genommen hatten. Jene weckten nicht gerade sein Interesse und so machte er sich an das nächste und das danach… überall nur leere Taschen.. „Sie sind leer…“ raunte er brummig zu seinem Anführer zurück. Leer… Kadir wusste, dass mit ihnen nicht zu spaßen war… Er löste seinen Ehering aus Mithril und streckte ihn ihnen zu… sie mussten den Wert des Kalurischen Stahls doch erkennen aber zufrieden waren sie nicht. Auch nicht als er sein Armband und die Kette ablegte… er hatte nichts was ihr Interesse weckte. Noch immer keimte die Hoffnung in ihm auf, dass er all dem irgendwie entkommen konnte. Nur wie? Eluive… Hazar… Seine Gedanken kreisten, der Regen, die Angst die sich langsam auftat… kein klarer Gedanke… Aus ihren Reihen trat einer hervor. Er war schwarz gekleidet, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen… „Etwas gibt es, was von Nutzen wäre“ raunte er in einer Art und Weise, die Kadir erschauern lies. „Opfern wir seine Seele Krathor, auf das er uns gnädig gestimmt ist“… Kadirs Augen weiteten sich… Kaum das die Worte ausgesprochen waren zogen sie ihre Waffen. So sollte es also enden? Eluive, immer wieder rief er in seinen Gedanken ihren Namen, doch der Regen erlosch seine Worte… „Hazar…“ dies war das letzte Wort das über seine Lippen kam… Die Truppe lachte, scheuchte die Pferde auf und liesen Kadir dort liegen wo er war, tot und ohne jeglichen Hauch von Leben in sich...
Der Regen war auch ein Punkt der ihm Sorgen machte. Eigentlich wollte er mit dem Schiff bis in den höchsten Norden reisen und ab dort zu Fuß weiter gehen. Eigentlich… Durch den Regen war die Strömung viel stärker wie sonst. Meter hohe Wellen schlugen immer wieder gegen die, im Hafen liegenden, Schiffe. Er konnte dies weder den Tieren noch den anderen zumuten, die mit der Karawane mitreisen würden. Die Gefahr war viel zu groß und so beschloss er an jenem Abend, den Weg komplett zu Fuß zu gehen. Erst auf den Wegen durch die Durrah, über den Pass nach Norden, über das kleine Fischerdorf die Wege hinauf. Dort war es wenigstens trocken und dieser kalte Schnee war inzwischen völlig dahingeschmolzen. Er hatte die Strecke auf der Karte eingezeichnet, die er sorgfältig zusammen rollte und bei seinen Sachen verstaute. Hazar hatte dafür gesorgt, dass er ja genügend Proviant mit nahm und so war eines der Pferde schon jetzt voll beladen. Nicht etwa mit Gütern oder Handelsgut, sondern mit Essen und Trinken für eine ganze Mannschaft. Dabei zogen sie nur zu 5. Los…
Wachen würden sie diesmal keine Begleiten. Wozu auch? Zum einen war Kadir überall gerne gesehen, zum anderen war es ruhig. Die Streitigkeiten mit Rahal wurden niedergelegt und man arbeitete mal wieder an den Verträgen für einen Waffenstillstand. Würde er diesmal länger halten? Kadir hoffte es... sein Handel, sein ganzes Tun, war dadurch eingeschränkt und als Wesir hatte er stets nur den Vorteil seines Volkes und den des Emirs im Hinterkopf. Händler durch und durch…
Er löschte die Kerzen im Basar der edlen Künste und machte sich auf den Weg nach Hause. Seit Tamina wieder bei ihrer Oma angekommen war, waren die Abende ruhig geworden. Er hatte sich oft gefragt ob er Hazar damit zu viel zu gemutet hatte aber es kam nie ein Klagen von ihr. Sie war die perfekte Frau und er konnte sich keine bessere vorstellen. Die Schritte wurden schneller, er wollte den Abend unbedingt gemeinsam mit ihr verbringen.. wie Hasim schon sagte, vielleicht würde ihnen Eluive nun ein kleines Geschenk machen… eine kleine Wüstenprinzessin oder einen frechen Fennek… der Gedanke gefiel ihm, doch bisher, war die Zeit dafür wohl noch nicht die richtige gewesen. Eluive würde wissen wann der Zeitpunkt gekommen war und wann sie den beiden einen kleinen Anaan oder eine kleine Abla schenken würde.
Hazar hatte gekocht... und sie kochte wahrlich gut. Ein großer Vorteil der Blüten der Ifrey, sie waren bekannt für ihren großartigen Mocca und ihre hervorragenden Kochkünste. Nazeeya stammte ja ebenfalls aus dieser Familie und auch sie zauberte der Familie oft, schöne Abende mit ihrem köstlichen Essen. Sie redeten… es gab so vieles zu bereden, so vieles musste die letzten Wochen zurück stecken und unausgesprochenes lag in der Luft. Er kannte seine Frau, er wusste das er sie an jenem Abend im Haus verletzt hatte. Aber auch wenn es seine Frau war, konnte er keine Rücksicht nehmen, auf Traditionen die schon seit hunderten von Jahren bestand in ihrem Volk hatten. Es hatte ihn geärgert das sie vorher nicht mit ihm gesprochen hatte. Wieso ging sie damit zu Imraan? Die Frage hatte Tage lang an ihm genagt aber er verdrängt sie. Er wollte sich neda den schönen Abend mit ihr ruinieren lassen. Wer wusste schon wie viele Wochen er sie nicht mehr sehen würde. Wie schön sie doch wahr… In Momenten wie diesen wurde es ihm immer wieder bewusst. Er dankte Eluive, dass sie ihm gnädig gestimmt war und er ihr Herz erobern konnte. Seine Rani…
Früh am Morgen, noch ehe die Sonne wirklich aufgegangen war, schlich er sich leise aus ihrem gemeinsamen Bett. Sie sah so friedlich aus, wenn sie schlief. Dieses Geschöpf konnte nur von Eluive geschaffen worden sein. Er beobachtete sie, während er sich leise anzog. Ein sanfter Kuss auf ihre Stirn, ehe er sich leise hinaus schlich. Er trank noch einen kleinen Mocca ehe er sich zum Stall auf machte um die Tiere zu holen. Sie waren alle satt, noch einmal gestriegelt worden und Kadir kontrollierte ob die Taschen auch wirklich fest saßen. Alles war bereit, fehlten nur noch die 4 jungen Tränensucher aus dem Basar. Er wäre gerne alleine los gezogen aber die Wüstensöhne wollten ihn gerne begleiten. Einige von ihnen waren noch nie an der Mine hoch oben bei den Thyren gewesen. So war es in der Tat sehr gut, dass sie mit gingen, er könnte sie dem Volk der Thyren gleich vorstellen und ihre Kisten dort aufstellen lassen.
Der Regen brachte einen Vorteil, sie Sonne brannte nicht so fürchterlich heiß auf ihren Körpern. Der Nachteil? Bereits nach kurzer Strecke waren sie komplett durchnässt. Es machte den Weg nicht leichter sondern eher beschwerlich. Durch die nasse Kleidung hatte mal mehr Gewicht zu tragen und mehr Gewicht, brachte kleinere Schritte mit sich und eine viel zu früh einsetzende Erschöpfung. Die Durrah hatte nichts mehr von ihrer Schönheit. Dunkle Wolken, die einfach nicht mehr schwinden wollten, es wurde nicht mehr richtig hell. Der Regen war so stark, dass auch die Sicht eingeschränkt war. Wenn Eluive doch endlich aufhören würde zu weinen. Was stimmte sie nur so traurig?
Der erste Tag verging wie im Flug aber weit kamen sie leider nicht. Kadir hoffte inständig, dass sie bald den Pass erreichen würden. Ab dort würde die Reise wesentlich leichter werden, doch dies konnte noch gut 3 Tage dauern. Sie suchten nach einem passenden Unterschlupf. In der Durrah ein Zelt aufzubauen, erwies sich als schwierig. Der Sand hatte sich aufgeweicht. Hier und da war mit Treibsand zu rechnen und so gingen sie äußerst vorsichtig vor, bei der Suche nach einem Platz. Die Nacht war unruhig und nicht wirklich trocken und auch das umziehen am nächsten Morgen brachte nichts. Innerhalb kürzester Zeit waren die Kleider wieder genauso durchnässt wie am Tag zuvor. Es war ein endlos scheinender Kreislauf.
Es müsste etwa zur Mitte des Tages gewesen sein, als sie eine Rast machten um etwas zu essen und zu trinken. Der heiße Mocca tat gut, wie er sich langsam seinen Weg die Kehle hinab brannte und den Magen von innen erwärmte. Durch den Regen war an ein Feuer nicht zu denken und so setzte sich nach und nach die Kälte in ihren Gliedern fest. Kaum einer sprach ein Wort, die Stimmung war gedrückt, der Regen hatte sich schon seit Tagen auf die Gemüter der Wüstenkinder gelegt. Wie ertrugen die im Norden nur solch ein Wetter?
Immer wieder tranken sie Schluckweise Kaktusschnaps. Der Alkohol war die einzig wohlige Wärme die sie zur Zeit verspürten. Diesmal fanden sie keinen so guten Platz zum Übernachten. Viel zu nah an der Durrah, zu nah an den Tieren, die zur Zeit mehr als verrücktspielten. Skorpione, Skarabäen, alle waren sie viel aufgeweckter und bei weitem gefährlicher als sonst. Jemand musste Wache halten. Sie beschlossen sie würden sich abwechseln. Kadir wollte mit der Wache beginnen, die jungen sollten erst einmal schlafen, sich ausruhen. Er kannte diese Strapazen, war dies nicht seine erste Karawane gewesen aber die anderen mussten sich an all das erst noch gewöhnen und dann gleich unter solchen Voraussetzungen. Kadir saß unter dem Vordach eines der Zelte. Kein besonders großer Schutz aber besser als keiner. Er hielt den Blick die meiste Zeit gesenkt, um den Regen in seinem Gesicht zu vermeiden. Kein schönes Gefühl... Die Tropfen wurden fester, dichter und er konnte kaum die Hand vor seinen Augen sehen. Es war also kein Wunder und keines falls verwerflich das er die Gefahr nicht kommen sah… Sie waren leise, sie waren viele und sie schlichen sich an die Zeltlager heran. Als Kadir das rascheln eines der Gestrüppe hörte war es im Grunde schon fast zu spät. Er hob seinen Blick und konnte im Schleier des Regens funkelnde Augen sehen, eine Laterne etwas weiter hinten. „LAAAAAAAAUUUUUUUUFT“ rief er so laut er konnte, um die anderen zu wecken. Die dunkle, klare Stimme zerschnitt die Stille und das prasseln des Regens, so dass es nicht lange dauerte bis die anderen die Köpfe aus den Zelten streckten. Wieder rief er… „LAAAAAAAAAAAUUUUUUUFFT, schnell“… Unsicher sahen sie sich an, sie konnten ihn doch nicht zurück lassen aber er war der Wesir.. er war im Basar der edlen Künste das Oberhaupt… was er sagte hatten sie zu tun und so liesen sie alles stehen und liegen und rannten, so schnell ihre Füße sie tragen konnten, in Richtung Menek’Ur. Die Tiere spürten das etwas nicht stimmte, trabten umher, wirten… Kadirs Herz schlug ihm bis zum Hals. Wie oft hatte Marek zu ihm gesagt, er solle mit ihm üben. Er schmiedete die besten Rüstungen und Waffen und konnte jene nicht führen…
Es waren viele, viel zu viele… sie blieben stehen und nur einer trat näher an ihn heran. Ein fieses, finsteres Grinsen… „Na wen haben wir denn hier…“ Karawanenräuber… Selten und doch gab es sie. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie bei so einem Wetter in der Durrah lauern würden. Mit einem Kopf neig deutet er zu einem seiner Begleiter, um ihn in Richtung der beladenen Pferde zu schicken. Er öffnete die erste Tasche und fand die Vorräte die sie mit genommen hatten. Jene weckten nicht gerade sein Interesse und so machte er sich an das nächste und das danach… überall nur leere Taschen.. „Sie sind leer…“ raunte er brummig zu seinem Anführer zurück. Leer… Kadir wusste, dass mit ihnen nicht zu spaßen war… Er löste seinen Ehering aus Mithril und streckte ihn ihnen zu… sie mussten den Wert des Kalurischen Stahls doch erkennen aber zufrieden waren sie nicht. Auch nicht als er sein Armband und die Kette ablegte… er hatte nichts was ihr Interesse weckte. Noch immer keimte die Hoffnung in ihm auf, dass er all dem irgendwie entkommen konnte. Nur wie? Eluive… Hazar… Seine Gedanken kreisten, der Regen, die Angst die sich langsam auftat… kein klarer Gedanke… Aus ihren Reihen trat einer hervor. Er war schwarz gekleidet, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen… „Etwas gibt es, was von Nutzen wäre“ raunte er in einer Art und Weise, die Kadir erschauern lies. „Opfern wir seine Seele Krathor, auf das er uns gnädig gestimmt ist“… Kadirs Augen weiteten sich… Kaum das die Worte ausgesprochen waren zogen sie ihre Waffen. So sollte es also enden? Eluive, immer wieder rief er in seinen Gedanken ihren Namen, doch der Regen erlosch seine Worte… „Hazar…“ dies war das letzte Wort das über seine Lippen kam… Die Truppe lachte, scheuchte die Pferde auf und liesen Kadir dort liegen wo er war, tot und ohne jeglichen Hauch von Leben in sich...