Umbruch
Verfasst: Freitag 7. März 2014, 06:20
Into the black you are tracing the riddle
Where no man's been
No turning back
No more lost in the middle
Never again, never again
Once you have opened your eyes
Down in the dark you'll be crossing the line
Mit schnellen Schritten durchmaß sie ihre Wohnung und sah aus dem Fenster. Ungeduld. Wie lange war es her, dass sie ein solches Gefühl erfahren und in vollen Zügen genossen hatte? Wie lange war es her, dass sie wirklich sie selbst gewesen war? Viel zu lange, so viel stand fest. Es hatte viel zu lange gedauert, diese Schockstarre abzuschütteln. Diese Nachwirkungen einer Reise, die sie nicht hatte antreten wollen. Sie lehnte sich an die Wand neben dem Fenster und sah nachdenklich hinaus in die Cabezianische Nacht. Nur zur Überprüfung glitt ihr Blick zur Uhr, ehe ein leichtes Lächeln sich über ihr Gesicht zog. Früher hätte sie diesen Kontrollblick nicht gebraucht. Der Lärm in den Straßen und das zunehmende Gröhlen der Betrunkenen hätte ihr genug gesagt. Es war so oft ihr Schlaflied gewesen, dass sie es kaum noch zählen konnte. Aber das war früher gewesen.
Wenn sie sich heute hier umsah, dann wollte sie nur noch mit dem Kopf schütteln. Wenn sie mit denen sprach, die vom Pack übrig geblieben waren, dann kam sie sich alt vor. Furchtbar alt. Wen wunderte es noch, dass sie sich alle in einen Schlaf zurückzogen, aus dem sie nicht einmal zu erwachen versuchten? Oder, in mancher Hinsicht, auch einfach nicht mehr konnten. Manchmal geschah es noch. Dann ging sie zum Strand und erwartete halb, Jaron am Hafen zu begegnen, das vertraute Krautröllchen zwischen den Lippen. Aber das passierte nicht und sie gab langsam die Hoffnung auf, dass es noch einmal geschehen würde. Manche Dinge veränderten sich, andere schienen dazu nicht in der Lage zu sein. Sie selbst mochte sich verstellt haben, eine weitere Maske über das Gesicht gezogen haben, das niemand sehen sollte. Aber wirklich verändert? Nein, das hatte sie nicht. Das würde sie auch nicht.
Manche hatten noch nicht gelernt, zu heucheln. Schade darum, es wäre leichter gewesen, wenn es so wäre. Ihr Blick glitt vom Fenster ab zu dem Piratenhut, der auf ihrem Tisch lag. Er hatte heucheln können. Kaum jemand so gut wie er. Aber er war tot. Dessen war sie sich sicher. Mehr als nur sicher. Trotzdem würde er sich im Grabe herumdrehen, könnte er sehen was hier geschah. In diesem Sinne war es vielleicht sogar gut, dass er nicht mehr herum lief. Aber sie vermisste ihn. Nicht ständig oder auf eine bestimmte Weise. Es gab nur manchmal einen Punkt, an dem sie sich wünschte, er würde wieder da sein und ihr verdammt noch einmal sagen, was sie tun sollte. Aber eigentlich wusste sie es doch schon, oder nicht? Sie wusste, was Vallas von ihr gewollt hatte. Und sie wusste auch, wie sie es bekommen konnte.
Erneut wanderte ihr Blick zum Fenster hinaus, während sie darüber nachsann, welchen Weg sie zu diesem ganz speziellen Balanceakt wählen sollte. Eine Bestandsaufnahme, natürlich. An allererster Stelle musste sie wissen, wo genau sie nun stand. Umso besser, dass niemand mehr übrig war der sich an sie erinnerte. Abgesehen natürlich von den Nestor-Brüdern und Sim. Beide Fälle waren kein Problem. Nicht diesmal. Alessio? Lebte wohl noch, ließ sich aber nicht mehr sehen. Wer wusste schon, was mit dem war. Svetlana, Jose, Nameha? Alle keine Alternative. Nein, sie würde sich auf das verlassen müssen, was sie hatte. Das Lächeln, mit dem sie nun aus dem Fenster sah blieb auf ihren Lippen bis sie sich abwandte um den Hut wieder zu verstauen. Tief in einer ihrer Truhen versteckt, wo niemand ihn finden würde.
Where no man's been
No turning back
No more lost in the middle
Never again, never again
Once you have opened your eyes
Down in the dark you'll be crossing the line
Mit schnellen Schritten durchmaß sie ihre Wohnung und sah aus dem Fenster. Ungeduld. Wie lange war es her, dass sie ein solches Gefühl erfahren und in vollen Zügen genossen hatte? Wie lange war es her, dass sie wirklich sie selbst gewesen war? Viel zu lange, so viel stand fest. Es hatte viel zu lange gedauert, diese Schockstarre abzuschütteln. Diese Nachwirkungen einer Reise, die sie nicht hatte antreten wollen. Sie lehnte sich an die Wand neben dem Fenster und sah nachdenklich hinaus in die Cabezianische Nacht. Nur zur Überprüfung glitt ihr Blick zur Uhr, ehe ein leichtes Lächeln sich über ihr Gesicht zog. Früher hätte sie diesen Kontrollblick nicht gebraucht. Der Lärm in den Straßen und das zunehmende Gröhlen der Betrunkenen hätte ihr genug gesagt. Es war so oft ihr Schlaflied gewesen, dass sie es kaum noch zählen konnte. Aber das war früher gewesen.
Wenn sie sich heute hier umsah, dann wollte sie nur noch mit dem Kopf schütteln. Wenn sie mit denen sprach, die vom Pack übrig geblieben waren, dann kam sie sich alt vor. Furchtbar alt. Wen wunderte es noch, dass sie sich alle in einen Schlaf zurückzogen, aus dem sie nicht einmal zu erwachen versuchten? Oder, in mancher Hinsicht, auch einfach nicht mehr konnten. Manchmal geschah es noch. Dann ging sie zum Strand und erwartete halb, Jaron am Hafen zu begegnen, das vertraute Krautröllchen zwischen den Lippen. Aber das passierte nicht und sie gab langsam die Hoffnung auf, dass es noch einmal geschehen würde. Manche Dinge veränderten sich, andere schienen dazu nicht in der Lage zu sein. Sie selbst mochte sich verstellt haben, eine weitere Maske über das Gesicht gezogen haben, das niemand sehen sollte. Aber wirklich verändert? Nein, das hatte sie nicht. Das würde sie auch nicht.
Manche hatten noch nicht gelernt, zu heucheln. Schade darum, es wäre leichter gewesen, wenn es so wäre. Ihr Blick glitt vom Fenster ab zu dem Piratenhut, der auf ihrem Tisch lag. Er hatte heucheln können. Kaum jemand so gut wie er. Aber er war tot. Dessen war sie sich sicher. Mehr als nur sicher. Trotzdem würde er sich im Grabe herumdrehen, könnte er sehen was hier geschah. In diesem Sinne war es vielleicht sogar gut, dass er nicht mehr herum lief. Aber sie vermisste ihn. Nicht ständig oder auf eine bestimmte Weise. Es gab nur manchmal einen Punkt, an dem sie sich wünschte, er würde wieder da sein und ihr verdammt noch einmal sagen, was sie tun sollte. Aber eigentlich wusste sie es doch schon, oder nicht? Sie wusste, was Vallas von ihr gewollt hatte. Und sie wusste auch, wie sie es bekommen konnte.
Erneut wanderte ihr Blick zum Fenster hinaus, während sie darüber nachsann, welchen Weg sie zu diesem ganz speziellen Balanceakt wählen sollte. Eine Bestandsaufnahme, natürlich. An allererster Stelle musste sie wissen, wo genau sie nun stand. Umso besser, dass niemand mehr übrig war der sich an sie erinnerte. Abgesehen natürlich von den Nestor-Brüdern und Sim. Beide Fälle waren kein Problem. Nicht diesmal. Alessio? Lebte wohl noch, ließ sich aber nicht mehr sehen. Wer wusste schon, was mit dem war. Svetlana, Jose, Nameha? Alle keine Alternative. Nein, sie würde sich auf das verlassen müssen, was sie hatte. Das Lächeln, mit dem sie nun aus dem Fenster sah blieb auf ihren Lippen bis sie sich abwandte um den Hut wieder zu verstauen. Tief in einer ihrer Truhen versteckt, wo niemand ihn finden würde.