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Kopfkino

Verfasst: Donnerstag 6. Februar 2014, 18:49
von Rasmus Malachi Morgenend
Die Arme lässig hinter dem Kopf verschränkt, gekleidet in eine lockere Stoffhose und sonst Nackt, liegt er auf seinem Bett. Heute wieder ein Einzelzimmer, ein höherer Preis, dafür aber etwas Frieden.
Man kann seine Vergangenheit nicht so begraben wie seine Familie.
Sie lässt sich nicht Ausbrennen, so wie sie es versucht haben mit ihm. Er hatte für sie gebrannt und es hat nichts gebracht. Er hat sich hingegeben um die zu schützen, welche ihm wichtig sind aber es hat nichts gebracht. Keine Erlösung, keine Grabsteine, kein Wort der Erinnerung.
Gerimor, ein Ort der Götter, der Konflikte, aber auch der Weite. Hier hätte er untertauchen können, sich verstecken und einsam Leben, einsam Sterben. Aber die Menschen haben ihm einen Strich durch diese logische Rechnung gemacht, denn sie kennen ihn nicht. Sie reden einfach mit ihm, als wäre er kein Monster.
Selbst Qanuc… selbst die Person, die weiß was für ein Monster er ist, oder es erahnen sollte redet einfach mit ihm. Aber er ist doch verflucht, abscheulich oder nicht?
Wieso hätte seine Familie sonst sterben müssen? Und warum wird er nicht ausgestoßen?
Er hat das doch alles gar nicht verdient…

Verfasst: Samstag 8. Februar 2014, 01:44
von Rasmus Malachi Morgenend
Erschöpft, ein Hemd bis zu den Ellenbogen und ein Halstuch um eben diesen, lag er dort im Gemeinschaftssaal der Taverne.
Natürlich ist es hier nicht anders. Überall gleich, so hat es ihm dieser Abend wieder gezeigt. Und ihre Aussage.

Es war ein anstrengender, meist aber auch schöner Abend bis sie dort unten saßen. Ihre Worte trafen ihn tief und schürten die Angst... er konnte das Feuer und das knallen schon fast hören.
Es war falsch mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen, zu enttäuschend und zu beängstigend sind die Konsequenzen.
Außer bei Qanuc... oder dem Zwerg... es sind ihm liebe Gesprächspartner. Der eine weiß es, den anderen Interessiert es schlichtweg nicht. Es ist so einfach, so... befreiend.

Aber am Ende wird er brennen, man meint schon fast die Asche auf der Zunge zu schmecken.

Andere Welten... andere Gesichter... die gleichen Gedanken. Die Gedanken die ihm alles geraubt hatten was seins war.

Irgendwann wird auch sie ihn anschreien, ihn ein Monster nennen.
Dann wird er zufrieden sein, sein Denken bestätigt werden.
Wie lange er wohl seinen Frieden noch genießen darf?

Verfasst: Samstag 8. Februar 2014, 18:50
von Rasmus Malachi Morgenend
Es war wie ein Tritt in das Gesicht, das ganze Gerede. Belanglos vielleicht, aber nicht für ihn. Jeder weitere Satz schien auf seine inneren Barrikaden gerichtet zu sein.

Er macht es nicht mit Absicht, er kann nichts dafür, beruhige dich...

Langsam aber stetig geht es weiter, schon fast präzise schälen sich die Erinnerungen aus seinem Unterbewusstsein. Das erste Mal seit dem wirklichen Geschehen, sieht er die Bilder wieder vor sich.

Ich muss hier weg, nur einen Moment Ruhe, ich muss mich beruhigen...

Es half... nicht mehr in der Mitte des Geschehens, etwas ruhiger. Aber wie ein bitterer Beigeschmack kamen sie ihm nach, eine Hand nähert sich ihm.

Nein, Nein Nein! NEIN! Ich will das nicht, geh weg... Fass mich nicht an...!

Die Worte formen sich in seinem Kopf, jedoch kommt nur ein 'Nein' hervor.

Wie Gewittersturm brechen die Erinnerungen ihre Bahn, bis diese Vertraute Stimme ertönte. Diese Stimme die er sich selber anvertraut hat.

Kalter... Kalter Winter...

[img]http://imageshack.com/a/img208/2092/kn54.jpg[/img]

Verfasst: Montag 10. Februar 2014, 19:01
von Rasmus Malachi Morgenend
Frieden, ein seltsames Gefühl. Belebend und beängstigend.

Es hat wirklich geholfen, zu reden, zu offenbaren, zu wagen. Es bleibt aber irgendwie unwirklich.

Ich habe mich ihr vollends anvertraut und sie hat mich nicht verurteilt...

Kann man Menschen vielleicht doch trauen?

Selbst Er hat mich nicht verurteilt...

Zwei Vertraute und keine Schmerzen, irgendwas schien falsch zu laufen. Vielleicht war es an der Zeit umzudenken, vielleicht war die Welt gar nicht so schlecht wie er dachte?

Vorsicht, Geheim halten sollte ich es dann... ich soll vorsichtig sein, das leuchtet ein...

Aber wollte man einen Grund haben vorsichtig zu sein? Er wusste es im Moment nicht. Noch ist diese Geschichte nicht abgeschlossen, es fehlt noch die Zeit um Wunden zu bedecken mit dem Staub der Erinnerung, einer Erinnerung ohne zerreißenden Schmerz.
Und er folgte ihrem Rat und schrie...
Umgeben von riesenhaften Wesen welche nach seinem Leben trachten hat er sich seit langem nicht mehr so lebendig gefühlt.
Schnitte in den Armen, unwichtig, laufen, schießen, schreien. Sie schienen verwirrt, fast genauso wie er.

Was hat diese Frau mit ihm angestellt?
Auch wenn der Schatten noch drohend über ihm schwebt sieht er einen Lichtblick...
Hoffnung

Verfasst: Freitag 21. Februar 2014, 11:06
von Rasmus Malachi Morgenend
Mitten im Wald, allein, nur in Hose und Schuhe gekleidet, der Bogen und ein paar Pfeile in Griffweite.
Schweißperlen rinnen von seiner Stirn, das Gesicht ist gerötet, ebenso die Knöchel seiner Hände.

Je mehr ich mich wieder zusammen baue, um so mehr scheint die Welt um mich herum auseinander zu fallen...

Verzerrt schwirren ihm diese Gedanken durch den Kopf, zu konzentriert ist er damit seine Entspannungsübungen durchzuführen und immer wieder daran zu scheitern, bis eine Faust wieder ihren Weg an die Rinde eines Baumes finde, begleitet von einem Fluchen.

'An deiner Seite' das hatte er auch immer gesagt und trotzdem ist der gestorben...

Mit einem Fluchen sank er schlussendlich auch auf die Knie, die blutigen Knöcheln in den Schnee drückend. Es gab Gründe warum er so gut wie immer Handschuhe trug, es vermied, andere Menschen mit seiner Haut zu berühren.
Es blieb ein Gefühl von Abscheu in seinem Herzen, er ist falsch und doch scheinen ihn die Menschen zu mögen, obwohl sie es Wissen.

Aber er hat keine Zeit für Schwäche, er muss stark sein, für die anderen. Für Aleyna, für Fey, für Qanuc.

'An deiner Seite' ... gefesselt oder freiwillig? Kann ich dem überhaupt entfliehen oder bin ich in eurem Sog gefangen?

Sie konnten ihm alles mögliche geben. Mitgefühl, Verständnis oder einfach eine Aufgabe oder eine Ohrfeige.
Doch all dies änderte nichts an seinen Gedanken, denn sie können ihm nicht bei der Sache helfen, die er sich so sehr wünscht.

Nicht mehr allein zu sein... wieder lieben zu können.

Verfasst: Mittwoch 26. Februar 2014, 18:47
von Rasmus Malachi Morgenend
Wenn man Kopfüber von der Takelage hängt, kommt einem die Welt irgendwie seltsam vor. Alles sieht anders aus, ist irgendwie verlehrt aber doch an seinem Platz. Oder ist man selber einfach fehl am platz?

Mit den Kniekehlen in den Seilen und einem kurzärmeligem Hemd an, hing er da, zog seinen Oberkörper immer wieder nach oben, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, leise ächzend.
Hier fühlte er sich irgendwie zuhause, das leichte schwanken mit dem Wind und den Wellen schienen ihm Sicherheit, Halt zu bieten.

Die Welt ist im stetigen Wandel, und doch bekomme ich so einige Sachen nicht aus dem Kopf...

Der Körper wird für einen Moment ruhiger und der wischt sich mit beiden Händen über das Gesicht.

So viele Leute um mich herum haben Probleme, ich habe das gröbste eigentlich schon überstanden.. dachte ich. Und nun habe ich ständig diese Gedanken welche mich wütend, traurig machen, gleichzeitig aber auch den Körper kribbeln lassen... ätzend! Aber vielleicht...? Nein, ausgeschlossen!

Die Arme hingen schlaff gen Deck gerichtet, die Augen geschlossen, der Atem leicht angestrengt von seiner Bewegung, ein leises und genervtes schnauben geht von ihm aus ehe er den Körper wieder hochzieht, die Hände wieder an den Kopf legt.

Ich werde noch wahnsinnig, wenn ich es nicht schaffe mich abzulenken...!

Verfasst: Donnerstag 6. März 2014, 21:21
von Rasmus Malachi Morgenend
Im Sog des Herzogs und der Dornenkönigin

Alles läuft schief, alles was schief gehen konnte lief schief.
Sie hatte es zu weit getrieben, hatte ihn gereizt, er konnte nicht mehr still
halten, konnte sich nicht mehr zurücknehmen.
Ein Gespräch, ein einfaches Gespräch hatte ihn von einem Freund zu einer
Ratte heruntergestuft und warum das? Weil ihm niemand gesagt hat was hier
überhaupt los war, und nun sollte er folgen wie ein Untertan?
Niemals.

Er wurde schon zulange herumgeschubst, immer wieder wie ein Spielball
umher geworfen.
Freunde durften ihn um etwas bitte, jemand der ihn als Ratte beschimpft
hatte aber keine Macht über ihn. Scheinbar war kein Platz für ihn in dieser
Familie, der Herzog hatte sich seine Königin erwählt und jene fand ihn nicht
mehr wert als eine Ratte.

'Der geht jetzt heulen, ich muss den trösten' was bei Alatar denkt sich
diese Frau bloß?
Er ist kein jammerndes Kleinkind, aber es ist wohl verständlich das man
nach Folter und dem Verlust der Familie ein paar Probleme hat, aber nur
weil sie nicht mit ihren Süchten klar kommt ist er noch lange kein
Weichling.
Sie hatte seine dunkle Seite wieder heraufbeschworen, eine Seite welche
er nie wieder gewinnen lassen sollte. Sie hatte ihn verletzt, tief verletzt.

'Nicht einmal helfen lässt sich diese dumme Kuh verdammt noch mal und
danach wird man beleidigt'


Seine Fäuste prasselten auf den Baum nieder, die Knöchel schon rot vor
Blut bis diese Stimmen in aus seinen Gedanken rissen.

Stillstand.
Wut.
Trauer.
Und vielleicht ein Kern von Hass, tief in innerem.

Und von alledem Zeug ein herrenloser Ring und ein durchgestrichener
Name in einer Steinsäule.

Verfasst: Donnerstag 6. März 2014, 23:48
von Feyanie Kanza
Es brannte in ihr, kein mal seitdem sie auf ihrem Entzug war, war der Drang in ihr groesser eine der diversen Notfallrationen an Wildkraut zu rauchen die sie an Bord des Schiffes versteckt hatte, der Drang das erlebte mit Rum, Schnaps oder was auch immer herunter zu spuehlen.

Wieso hatte sie das getan was sie tat? Schlicht weil es Gewohnheit war.
Sie sei mehr Wert als sie dachte meine Rasmus vorher noch zu ihr, eindrucksvoller als heute konnte sie ihn wohl nicht vom Gegenteil ueberzeugen.

Und Qanuc? Der wusste noch nichts von alledem, der wuerde wahrscheinlich endgueltig genug von ihrer Art haben und sie von Bord werfen. Sie war die Leibwaechterin der Kuenstler und auch wenn es ihre Absicht war Rasmus dort in Bajard zu beschuetzen, so lies ihr Character, ihre Gewohnheit und ihre uebertrieben aufgesetzte Haerte nicht zu das sie die Enttaeuschung und Aggression verbergen konnte die ausgeloest wurde als sie ihn mit diesem Kerl reden sah. Der Kerl der erst Qanuc toeten wollte und es bei ihr auch fast geschafft hatte....

Aber sollte dieser Grund sie sagen lassen was sie sagte? Nein, Rasmus war Familie und sie war heut die Ratte die sie vorher noch in ihm sah.
Sie warf ihm vor staendig rumzuheulen, nun war sie es die weinte.

Der Drang sich zu betaeuben war so stark...aber es war nicht das Kraut welches ihr fehlte, es war nicht der Alkohol, es war Rasmus.
Die Person der sie so sehr vertraut hatte ihre Hochzeit zu organisieren.

Sie musste etwas tun, ihn zurueckbringen in seine Familie, den Platz in den er gehoerte, mehr noch als sie. Und so machte sie sich auf den Weg.