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Glaubenswandel
Verfasst: Montag 13. Februar 2006, 22:19
von Pherodas
Diesem letzten, geheimen Treffen waren schon viele voran gegangen.
Langsam hatte Rydain Zweifel im Herzen Cyberian an dem Glauben Temoras gesäht,
nach und nach sein scheinbar unerschütterbar Vertrauen in Temora von innen heraus
mit seinen Worten zerfressen, bis es schließlich brach.
Anfangs entsetzt hatte Cyberian selbst diesen Vorgang beobachtet,
später gierig jedes Wort Rydains in sich aufgenommen, immer mehr kam er von den Wegen Temoras ab,
bis er schließlich anfing Alatar als seinen wahren Gott zu empfinden.
Nun, bei diesem letzten Treffen, sollte er endgültig die alten Schwüre die ihn an
die Grafschaft banden brechen und Temora entsagen.
Es war eine finstere Nacht. Der Himmel war bedeckt von dunkel, bedrohlichen Wolken,
die selbst das Licht des Mondes verschlungen. Hinzu kam der dichte Nebel welcher über dem Land lag,
und jedwedes Lebewesen, Licht und Geräusch zu verschlucken schien.
Cyberian folgte der dunklen Gestalt vor sich, welche berobt und verhüllt Rydain verbarg.
Sie kamen auf eine kleine Lichtung, in dessen Mitte ein steinerner Tisch stand,
auf welchem ein einfacher silberner Kelch sowie ein Dolch lagen.
Rydain stellte sich auf die eine Seite dieses Tisches und bedeutete Cyberian,
welcher am Rand der Lichtung stehen geblieben war, sich auf die andere Seite zu stellen.
Als er seinen Platz erreicht hatte begann das Ritual…
Mit dumpfer Stimme begann Rydain zu sprechen, ob Cyberian bereit sei,
all seine alten Schwüre und Banden zu brechen,
sich vollends von der Grafschaft und Temora ab zu wenden
und von nun an Rahal und vor allem anderen Alatar treu zu dienen.
Cyberian willigte ein, schwor seine neue Treue zu Alatar und besiegelte diesen Schwur,
in dem er, Rydains Anweisungen folgend, sich mit dem Dolch in die Handfläche Schnitt,
sein Blut mit dem, welches sich bereits in dem Kelch befand, vermischte und schließlich davon trank.
Ein neues Gefühl breitete sich in ihm aus. Alle Zweifel an seinem neuen, und an seinem alten Glauben vielen von ihm ab.
Er erkannte welcher Weg der Richtige für ihn wahr, er würde Alatar dienen,
doch erst mußte er die nötigen Vorkehrungen treffen ….
Verfasst: Mittwoch 15. Februar 2006, 15:59
von Ian Vondran
Ian fragte sich einmal mehr was er hier tat. Er schlich bei Nacht und Nebel durch den Wald, seinem guten Freund Cyberian hinterher, doch war er das ueberhaupt noch?
In den letzen Wochen hatte er sich veraendert, immer mehr Abstand zu ihm genommen, bis er schließlich heute Nacht ohne jedes Wort, unbemerkt aus ihrem gemeinsamen Quartier zu schleichen versuchte. Ohne recht zu wissen was er tat folgte er ihm nun vorsichtig, beobachtete wie Cyberian an einer Wegkreuzung auf eine vermummte Gestalt traf, und diesem dann ohne jedes Wort in den nahen Wald folgte.
Nun stand er am Rande einer kleinen Lichtung, verbarg sich im Schatten eines alten Baumes, lauschte und beobachtete voller Schrecken was dort vor sich ging.
Noch ehe das Ritual beendet war, war er wieder verschwunden, er hatte genug gesehen und stand nun im inneren Zwist mit sich selbst, was er zu tun hatte, war es doch sein Freund um den es sich hier handelte. Innerer Schmerz stieg stetig und wehmuetig in ihm auf, war doch jener Cyberian vom Pfade der Tugenden abgekommen, dem er so zielstrebig gefolgt ward. Gewiss wusste er was jetzt zu tun ward, er wuerde versuchen seinen Freund zu bekehren, auf dass jener wieder Recht bei Sinnen sein wuerde.
Doch benoetigte er dazu die Hilfe von einem, der Cyberian fast genauso gut kannte, und so ergingt am selbigen Tage noch ein privates Schreiben an den Hauptmann der koeniglichen Garde.
http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?p=39840#39840
Verfasst: Sonntag 5. März 2006, 10:27
von Pherodas
Heute würde er wieder einen der Dienste zu Ehren Alatars beiwohnen.
Es war erschreckend wie wenige des Volkes von Rahal sich bei dem
letzten in dessen Kirche eingefunden hatte um den Worten der Ritter
Alatars zu lauschen.
Seit diesem ersten Gottesdienst welchem er beigewohnte hatte, hatte
er viel in dem Buch, welcher jeder Anwesende erhalen hatte,
"Die Geschichte Alatars" gelesen, doch hatte es einen Glauben nicht,
wie er es sich erhofft hatte, gefestigt, sondern erneute Zweifel erzeugt,
welche ihn nun plagten. Er würde Rydain um Hilfe bitten, ihn auf den
rechten Weg zu führen und diese Zweifel an dem Einen zu tilgen.
Verfasst: Sonntag 5. März 2006, 17:41
von Pherodas
Die 2. Predigt welche er nun lauschen durfte hatten nicht die von ihm erhoffte Wirkung.
Nicht begrub sie seine Zweifel, häufte nur weitere an. Rydain konnte
er nicht im Hilfe bitten, er war nicht auffindbar, so beschloss er seinem alltäglichen Pflichten
nach zu gehen, oder besser, Informationen in Varuna zu sammeln, welche Rahal vielleicht
nützlich sein könnten? Oder suchte er doch nur die Nähe
seiner Freunde, welche sich wohl bald von ihm abwenden würden, und genau dies geschah,
früher als er es sich erhofft hatte.
Als er den Hof des Kastells betrat kam ihm sein Freund Ian entgegen, zögerte, und zerrte
Pherodas dann sichtlich erbost in einen ruhigen Winkel der Wehrgänge und berichtete:
Was er gesehen hatte, in jender Nacht, bei dem finstren Ritual.
Das der Hauptmann bereits unterrichtet war, ein Haftbefehl bald würde ausgestellt sein.
Sie waren keine Freunde mehr, all seine Kameraden würden sich von him abwenden,
die Enttäuschung mit welcher Ian unverkennbar zu kämpfen hatte, ließen auch Pherodas
nicht unberührt, und er selbst stellte sich die Frage, mit welcher Ian schon verzweifelt versuchte,
ihm etwas zu entlocken, warum !?
Er wusste es nicht, warum war sein Glaube nicht so fest gewesen wie der Ians, warum
hatte er Temora abgeschworen und den Weg zu Alatar gefunden, warum setzte er all das,
was er hatte aufs Spiel ?
Doch nun war es zu spät, es war vorbei, er war aufgeflogen.
Nur mit einen "Leb Wohl" verschwand er in den Gassen Varunas, hinaus aus der der Stadt.
Er hatte sich entschieden, doch war es das richtige?
Verfasst: Sonntag 5. März 2006, 23:09
von Ian Vondran
Schwer tat sich der Glaeubige in jenen Augenblicken. War es doch ein alter Freund der sich von ihm abgewand, der ihn regelrecht verraten hatte. Er war in jenem Moment zu bestuerzt, zu betruebt und abwesend um einen klaren Gedanken haette fassen koennen, so wusste er nur seinen Unmut ueber das Ganze lautstark zu aeußern. Er hatte Worte gesprochen, die er nicht so gemeint hatte, Worte der Perplexitaet, Worte der Enttaeuschung die er wohl bereuen wuerde.
Es war nicht rechtens ihn ziehen zu lassen, so war es an ihm seinen alten >>Freund<< aufzusuchen, sein Wort als Glaeubigen, als Freund, an ihn zu richten und ihn auf ein Neues zu bekehren; nein... nicht bekehren, vielmehr ihn zu ueberzeugen. Er wuerde ihn nicht einfach aufgeben, wenngleich schon entsprechende Schritte eingeleitet worden waren ihn zu tadeln.
Verfasst: Montag 20. März 2006, 18:31
von Pherodas
Er hatte sich zurück gezogen, in die Wälder, fernab der Städte, nicht einmal ein Gehöft
war in der Nähe der kleinen, mit Blumen bewachsenen Wiese, welche er sich auserkohren hatte.
Hier nun weilte er schon seit Tagen, wenn nicht sogar schon Wochen, tief in Gedanken versunken.
Er war wieder auf Ian getroffen, nahe Bajard. Doch war es nicht zu einem Streit zwischen ihnen
gekommen. Ian hatte, schon fast verzweifelt, so schien es Pherodas, versucht
ihn von dem zu überzeugen, an was beide einst, Ian noch immern, fest geglaubt hatten.
Er erinnert Pherodas an die Tugenden, welchen auch dieser veruscht hatte gerecht zu werden,
erinnerte ihn an all seine Freunde, seine Kameraden, und welche Enttäuschung es war,
als Pherodas all dies Fallen ließ, welch Zorn sie nun gegen ihn hegen, doch auch von der Hoffnung,
welche ein jeder in sich trägt, das er wieder zu den seinen zurück kehren möge.
Es war eine lange Unterhalten geworden, oder besser, wenn auch widerwillig, hatte Pherodas
dieser Art Predigt gelauscht, und irgendetwas hatte es in ihm berührt, Erinnerungen an vergangene
Tage kamen nun in ihm auf. All diese Ereignisse, all diese Gefechte, welche er im Namen Temoras,
an der Seite Seiner Kameraden ausgefochten hatte, Schweiß und Tränen der Ausbildung, welche sie alle
durchlitten hatten, doch dennoch, er war dort glücklich gewesen.
Über all dies sann er nach, wieder wurde an seinem noch so jungem, neuen Glauben gerüttelt,
drohte zu fallen. Es verwirrte ihn alles zu sehr, er wusste nicht wohin, und war hier her, an diesen
Ort der Stille geflüchtet, um sich für einen, seinen weiteren Weg zu entscheiden.
War es damals gut, wie es damals war, sollte er versuchen zu all dem zurück zu kehren ?
Oder war es gut so, wie es momentan war ? Er hatte Rydain schon seit langer Zeit nicht mehr gesehen,
gerade jetzt, wo ihn so viele Zweifel plagten.
Verfasst: Donnerstag 30. März 2006, 22:50
von Ian Vondran
Er machte sich sorgen, gleich wieviele andere Sachen ihn momentan beanspruchten oder belasteten. War jener Pherodas doch einst sein so treuer Freund und Wegbegleiter, Helfer in der Not und Bruder im Sinne der Freundschaft. Er vermisste ihn, den einfach gestrickten, jungen Kempen, den jungen Mann, das aufmunternde Laecheln und die Lebensfreude die jener einst immer praesentierte. Er wusste, er haette ihn damals nicht gehen lassen sollen. Er hatte die falsche Erfahrung gemacht, er war es der doch eigendlich einer derer am Hofe der Koenigin sein wollte, die stehts tugendhaft und stolz unter dem Banner der Temora den Glauben und den Frieden ins Land tragen.
Oft musste er an ihn denken, oft gingen ihm die schoenen, gemeinsamen Stunden durch den Kopf, die Feste und Schlachten, Gespraeche und amuesanten Anekdoten der beiden. Er hatte ihn noch nicht aufgegeben den er wusste Pherodas trug etwas in sich, etwas, was tief in ihm drin noch gegen den Sog Alatar's verbittert ankaempfte. Und er wuerde alles dafuer tun, jener kleinen, letzten Instanz beizustehen und ihn zu sich zurueckholen, zu sich zurueck und in die Reihen der Temora, der Tugendhaften, der Guten.
Verfasst: Freitag 31. März 2006, 14:16
von Pherodas
Langsam schritt er auf das Tor der Stadt zu, er hatte gehofft bekannte Gesichter dort zu treffen,
doch zwei junge, ihm unbekannte Gardisten versperrten ihm den Weg.
Sie hatten ihn erkannt, er war ein gesuchter Mann, sie wussten nicht warum, auf geheiß des Hauptmanns
fest zu nehmen, sollte man ihn auch nur in der Nähe von Varuna antreffen. Und genau dies taten sie.
Sie fragten ihn etwas, er hörte ihnen nicht zu, blieb stumm. Sie führten ihn ab, er wehrte sich nicht.
Sie betraten den Hof des Kastells, noch immer war niemand zu sehen den er kannte, wo waren all seine
alten Kameraden ?
Einer der Männer lief in das Kastell, wahrscheinlich um dem Herrn hauptmann bescheid zu geben,
doch kehrte bald zurück ... alleine.
Dann wurde er in den Kerker geführt, seiner Waffen und manch einem Kleidungsstückes entledigt, und eingesperrt.
Er blieb zurück, warum war er her gekommen ? Er hatte einen wagen entschluß gefasst, er wollte zurück,
hierher, zu seinen Kameraden und zu seinen Freunden, doch wo waren sie, würden sie ihn wieder auf nehmen ?
Verfasst: Freitag 31. März 2006, 16:23
von Ian Vondran
>>Ich habe dich noch nicht vergessen alter Feund, und immer noch warte ich auf dich. Erinnere dich, erinnere dich an die edlen Werte, die alten Zeite, die Kraft die mit dem Glauben an Temora in dir einst schon gedieh, erinnere dich an deine Kameraden, deine Freunde, deine Frau,
erinnere dich an mich.<<
Spaet nachts muss es wohl gewesen sein als jemand einen Zettel mit den obigen Worten an das Zellenschloss geheftet hat. Pherodas schlief tief und fest, sammelte neue Kraft um die kommenden Tage zu ueberstehen. Er hatte von all dem nichts mitbekommen, doch wuerde er alsbald schon wissen, dass es da noch jemanden gab, der ein Aug' auf ihn geworfen und nicht vergessen hatte, jemanden, der noch an ihn glaubte und alles daran setzen wuerde seinem Freund zu helfen.