Glückwünsche, Kindergespinste und Wildrosen
Verfasst: Sonntag 12. Februar 2006, 20:16
Alptraumserwachen
Der Schlaf war wie Balsam für den müden und über die Grenzen strapazierten, kleinen Körper. Schon während der Prüfung drohten ihre Knie, welche sich aus irgendeinem unerfindlichen Grunde scheinbar in wackeligen Haferbrei verwandelt hatten, mehrfach unter ihr wegzubrechen und sie ahnte, dass in einem solchen Falle ihre dürren, bleichen Ärmchen keine Stütze sein , sondern ebenso wie die spröden Stengel eines Haferhalms im Spätsommer, wegknicken würden.
Doch die schäumende, brodelnde Unruhe in ihr breitete sich kriechend in ihren Adern aus und fand auch noch die letzten, versteckten Reserven. Irgendetwas kurbelte in ihrem Gehirn und suchte wie im Fieber eine Lösung nach der anderen, verglich Problemstellen, verknüpfte Theorien und sie musste lediglich den Mund aufmachen um die Antworten herauszuplappern, welche sie sich selbst hineingedrillt hatte.
Einzig ihre Gliedmaßen waren weit zu langsam und träge um mit der vorgegebenen Geschwindigkeit ihres Denkstübchens mitzuhalten und so kam es nicht gerade selten vor, dass sie nach einer Reihe Aufzählungen noch viele Augenblicke danach beide Hände und Finger vor sich hielt, als wolle sie an ihnen weiterhin abzählen.
Kurz vor der Entscheidung kroch die Müdigkeit dann Hand in Hand mit Freund Erschöpfung eifrig zurück, während Una am Steinpult in den Unterrichtshallen der Beschwörer darauf wartete, dass die Hochgelehrten eine Entscheidung trafen. Ebenso schnell mussten beide fliehen, denn das Herz begann ungesund schnell zu schlagen, als Malchirs Worte unendlich langsam den Weg vom Ohr zur puren Realisation machten:
Bestanden!
Das "danach" ging in einer Welle des wirren Rausches unter, welche fast alles mit sich riss und ihr nur einige, wenige Bilder oder Empfindungen ließ wie zum Beispiel das Gesicht eines jungen Menekaners, welcher stolz und schnell bereit war den Schwur auf den Kodex zu sprechen; die Scham, als sie spät in irgendeinem Gespräch bemerkte, dass sie ihre Magarobe noch immer feste an sich gepresst hielt und der Stab falsch herum in der Armbeuge ruhte...
Das Getöse ebbte erst ab, als sie zunächst auf den Schultern von Cathal gen Gasthof getragen wurde und die sowohl bissigen, als auch glücklichen Phrasen seitens Viljo ihr den Weg ebneten. Nach etwas zu viel des guten Apfelweins fühlte sie sich dann im Schwebezustand zu beseelt um zu Bette zu gehen und spornte die Männer an, sie zu Shanna zu begleiten.
Zumindest Cathal kam diesem Ruf nach und sie bereute ihre Entscheidung erst, als die Kinder im Waisenhaus schon im Bette lagen und ein einziges Wort genügte um mit Hilfe der Mischung aus Alkohol, Schlaflosigkeit und Schwäche etwas zu wecken...
Wenige Momente später fand sie sich selber wieder in Shannas Armen. Wirr hörte sie ihre eigene Stimme, rauchig und erstickt, vor sich hinplappern und verstand nur, dass sie sich gerade unglaublich lächerlich machte. Ein Gespinst aus Kindertagen versuchte sie mit gestammelten Worten ihrer nun offensichtlich überrumpelten Grossbase unter die Nase zu reiben, welche den Geschmack ihrer Urangst jedoch nicht kannte.
Als auch Cathals Blicke unbeteiligter wurden gefror etwas in ihr und ehe sie sich versah, war sie mit einem Schwall gehauchter Floskeln wieder im Freien und ritt dem Schlaf, ihrem Balsam, entgegen.
Der Schlaf war wie Balsam für den müden und über die Grenzen strapazierten, kleinen Körper. Schon während der Prüfung drohten ihre Knie, welche sich aus irgendeinem unerfindlichen Grunde scheinbar in wackeligen Haferbrei verwandelt hatten, mehrfach unter ihr wegzubrechen und sie ahnte, dass in einem solchen Falle ihre dürren, bleichen Ärmchen keine Stütze sein , sondern ebenso wie die spröden Stengel eines Haferhalms im Spätsommer, wegknicken würden.
Doch die schäumende, brodelnde Unruhe in ihr breitete sich kriechend in ihren Adern aus und fand auch noch die letzten, versteckten Reserven. Irgendetwas kurbelte in ihrem Gehirn und suchte wie im Fieber eine Lösung nach der anderen, verglich Problemstellen, verknüpfte Theorien und sie musste lediglich den Mund aufmachen um die Antworten herauszuplappern, welche sie sich selbst hineingedrillt hatte.
Einzig ihre Gliedmaßen waren weit zu langsam und träge um mit der vorgegebenen Geschwindigkeit ihres Denkstübchens mitzuhalten und so kam es nicht gerade selten vor, dass sie nach einer Reihe Aufzählungen noch viele Augenblicke danach beide Hände und Finger vor sich hielt, als wolle sie an ihnen weiterhin abzählen.
Kurz vor der Entscheidung kroch die Müdigkeit dann Hand in Hand mit Freund Erschöpfung eifrig zurück, während Una am Steinpult in den Unterrichtshallen der Beschwörer darauf wartete, dass die Hochgelehrten eine Entscheidung trafen. Ebenso schnell mussten beide fliehen, denn das Herz begann ungesund schnell zu schlagen, als Malchirs Worte unendlich langsam den Weg vom Ohr zur puren Realisation machten:
Bestanden!
Das "danach" ging in einer Welle des wirren Rausches unter, welche fast alles mit sich riss und ihr nur einige, wenige Bilder oder Empfindungen ließ wie zum Beispiel das Gesicht eines jungen Menekaners, welcher stolz und schnell bereit war den Schwur auf den Kodex zu sprechen; die Scham, als sie spät in irgendeinem Gespräch bemerkte, dass sie ihre Magarobe noch immer feste an sich gepresst hielt und der Stab falsch herum in der Armbeuge ruhte...
Das Getöse ebbte erst ab, als sie zunächst auf den Schultern von Cathal gen Gasthof getragen wurde und die sowohl bissigen, als auch glücklichen Phrasen seitens Viljo ihr den Weg ebneten. Nach etwas zu viel des guten Apfelweins fühlte sie sich dann im Schwebezustand zu beseelt um zu Bette zu gehen und spornte die Männer an, sie zu Shanna zu begleiten.
Zumindest Cathal kam diesem Ruf nach und sie bereute ihre Entscheidung erst, als die Kinder im Waisenhaus schon im Bette lagen und ein einziges Wort genügte um mit Hilfe der Mischung aus Alkohol, Schlaflosigkeit und Schwäche etwas zu wecken...
Wenige Momente später fand sie sich selber wieder in Shannas Armen. Wirr hörte sie ihre eigene Stimme, rauchig und erstickt, vor sich hinplappern und verstand nur, dass sie sich gerade unglaublich lächerlich machte. Ein Gespinst aus Kindertagen versuchte sie mit gestammelten Worten ihrer nun offensichtlich überrumpelten Grossbase unter die Nase zu reiben, welche den Geschmack ihrer Urangst jedoch nicht kannte.
Als auch Cathals Blicke unbeteiligter wurden gefror etwas in ihr und ehe sie sich versah, war sie mit einem Schwall gehauchter Floskeln wieder im Freien und ritt dem Schlaf, ihrem Balsam, entgegen.