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Der Weg des Drachen, oder wie eine Elfe zum Drachen wurde
Verfasst: Sonntag 12. Februar 2006, 13:15
von Liella
Kapitel 1 – Kennenlernen –
Viele Nächte sind vergangen seit der eher zufälligen Begegnung mit zwei gestalten in Berchgard die sich schon nach recht kurzer Zeit, als etwas völlig anderes entpuppten. Es war ein milder Abend im Spätsommer, als Liella wie schon des öfteren zuvor sich auf den weiten Weg nach Berchgard machte um dort ein paar, Dinge zu erwerben die ihr Volk oder sie nicht herzustellen vermochten. Leichtfüßig trug ihr Pferd sie den weiten Weg rund um die Stadt, welche die Menschen Varuna nannten. Ohne zu ermüden legten sie beide den Weg binne eines halben Tages, durch die dichten Wälder Gerimors zurück. Als die Hochelfe und ihr Pferd endlich angekommen waren, wollten sie das dort ansässige Handelshaus des Hinrah-Clans aufsuchen um die nötigen Einkäufe zu erledigen.
Doch fast genau davor hatte sich eine kleine Gruppe von Menschen gebildet, welche zwei gestalten umringten, eine Frau und einen Knaben. Eine für die Elfe fast greifbare Aura der Macht umgab die beiden. Langsam wurde das Pferd zum stehen gebracht, und aus einigen schritten Entfernung beobachtete Liella die beiden eher menschlich aussehenden Gestalten, von Makelloser Schönheit waren Frau als auch Mann. Feingeschnittene Gesichtzüge und eine charismatische Ausstrahlung war den beiden zu eigen. Dies war es wohl auch was die anderen Menschen so sehr an den beiden Interessierte.
Nur zögerlich näherte sich Liella den beiden Wesen, welche umso länger sie sie betrachtete, desto unmenschlicher wirken ließ. Sowohl ihr Gebären als auch ihre Stimmen erinnerten die Elfe viel mehr an ihr eigenes Volk als an das der Menschen. Höflich grüßte sie die beiden Wesen, und wurde daraufhin in ihrer eigenen Sprache begrüßt was sie zunächst stutzen ließ, denn woher sollten diese Wesen die Sprache ihres Volkes können, wo sie doch keine Elfen waren? Misstrauen keimte in ihr auf und sie gab sich noch vorsichtiger als es normal für sie war.
Langsam kam ein Gespräch in der Sprache ihres Volkes zustande, in der sich ihr Misstrauen zunächst in Verwunderung und dann Bewunderung für diese beiden Wesen wandelte. Weder Menschen noch Elfen waren sie, sie gehörten zu der mächtigsten art von Wesen die die Elfe bisher hatte Kennenlernen dürfen, den Drachen. Zwar auch von Eluive mitsamt der Welt erschaffen und doch um so vieles Stärker und Mächtiger als alle anderen Wesen dieser Welt. Nun auch verstand sie die Aura welche sie schon die ganze Zeit über wahrgenommen hatte. Diese beiden waren eine Mutter die ihrem Sohn die Welt zeigen wollte und gleichzeitig auch auf der Suche nach einem sicheren Unterschlupf waren. Der junge Drache schien Interesse an dem Wesen der Elfen gefasst zu haben, so das schließlich eins zum anderen Führte und die beiden Drachen beschlossen Liella zu begleiten denn in Ered Luin würden sie sowohl etwas über das wesen der Elfen erfahren können, als auch einen Sicheren Unterschlupf haben. Nach ein paar nicht ganz so glücklichen umständen in dem sich ein Mensch die Finger an dem Drachenjungen verbrannte, und die Drachenmutter jene Verletzung wieder geheilt hatte, war es endlich soweit und die Drei machten sich daran aufzubrechen. Ihr weg führte sie durch die Tunnel des Unheilsberges da dies den kürzesten Weg darstellte um zu den blauen Bergen zu gelangen. Zwar war der Elfe nicht ganz wohl bei der Wahl des Weges, aber ihrer Meinung nach gab es schließlich kaum etwas das sich dieser Gruppe in den weg stellen konnte. Um sich die Reise zu erleichtern Veränderten diese für Liella edlen Wesen wieder ihre Gestalt in ihre natürliche Form. Gleichzeitig Bewunderung als auch Vorsicht herrschten in der Elfe vor denn sie wusste nicht so recht wie sie reagieren sollte auf diese beiden so gewaltigen Wesen.
Nach wesentlich kürzerem Weg nun kamen die Drei endlich an den blauen Bergen an, wo Liella den beiden Drachen den Standort einer geräumigen Höhle nannte wo sie in ruhe und Frieden leben könnten.
Verfasst: Sonntag 12. Februar 2006, 13:23
von Liella
Kapitel 2 - Entschluss -
Drachen, mächtige und uralte wesen von nahezu unbegrenzter Macht. Wie sollte man solch Wesen verstehen können, die soviel weiser sind als alle anderen? Sicher man könnte sie Studieren und von ihnen auf diese Weise Lernen, doch stand dies nicht in dem Sinne der Elfe. Doch was würde einem den Drachen näher bringen als Selbst einer zu werden? Viele Tage, Wochen und Monate zogen sich ihre Gedanken dahin, überlegten sich das dafür und das dagegen sprechende.
Die Tiefe Verständnis der Drachen für die Welt um sich herum begeisterte die Elfe immer noch seid dem ersten treffen. Aber nicht nur dieses war von Interesse für sie, auch das noch tiefere Eindringen in das Lied, weckte ihre Neugierde. Wie es sich wohl anfühlen Mag, fast eins mit dem Lied der Eluive zu sein? Es war bestimmt traumhaft. Bis jetzt nahm sie die Welt wahr als etwas das man einzeln betrachten konnte aber auch als ganzes, wie sah wohl der Blickwinkel eines Drachen aus? Dieser großen geflügelten Wesen, die trotz allem immer noch Grazilität und Eleganz ausstrahlten.
Doch hatte Liella auch ihre Zweifel an dem ganzen. Würden ihre Fähigkeiten alleine ausreichen um solch eine Verwandlung herbei zu führen? Würde sie sich wieder zurück verwandeln können wenn sie es einmal geschafft hatte. Was würde passieren wenn es ihr misslingen sollte, würde sie dann für immer entstellt bleiben? Sie liebte sowohl ihren Körper als auch die atemberaubende Schönheit der Drachen. Hin und her ging es, und immer wieder wurden die gleichen Gedanken gedacht. Mal siegte die dafür Seite mal überwiegten die Gründe die dagegen Sprachen.
Immer mehr verschloss sich die Elfe bei ihren Überlegungen der Welt um sich herum. Zeitweise vergaß sie sogar das Essen und Trinken, auch der Gemeinschaft konnte sie in den Augenblicken des Grübelns nichts mehr abgewinnen. Wie würden die anderen Reagieren wenn sie einmal so einen Zauber geschaffen und entfesselt hatte? Sie wusste es nicht.
Wieder war es einer dieser Tage, an dem sie alles um sich herum vergaß, die strahlende Sonne die auf ihr Haar schien, der Wind der an ihren Kleidern zupfte. Ihr war alles Egal während sie in der Abgeschiedenheit des Waldes, ihren Gedanken und Phantasien freien lauf ließ. Nicht einmal mehr auf die Geräusche der um sie herum fliegenden Vögel hörte sie noch. So lieblich sie auch trällerten, die Geräusche erreichten nicht mehr ihren Verstand. Einzig und allein die Lösung dieses Problems zählte noch für sie. Was sollte sie tun um diesen Disput beizulegen? Sie wusste es nicht, sie merkte nicht einmal das sie sich von Tag zu Tag immer seltsamer verhielt. Ihre goldenen Augen hatten jedes Funkeln verloren.
Doch schließlich beendete Liella ihren inneren Zwist, der sie von vielen alltäglichen Dingen ablenkte, durch eine Entscheidung, die einfach getroffen werden musste. Wie es letztendlich dazu kam wusste sie selbst nicht mehr. Sie wollte es einfach nur noch schaffen Mittels des Liedes der Eluive, selbst zu einem Drachen heranzureifen.
Verfasst: Sonntag 12. Februar 2006, 13:26
von Liella
Kapitel 3 - Das Treffen –
Die Entscheidung war getroffen, das ziel gesetzt. Doch wie sollte sie es umsetzen wo sie doch nur so wenig über Drachen wusste. Sie waren groß und mächtig, vermochten es Feuer zu spucken und besaßen ihre eigene Art von Magie. Auch waren sie selbst gegen Flammen fast immun. Weder wusste die Elfe etwas über ihre Bewegungen, noch wie sie es schafften zu fliegen. Genauso wenig wusste sie wie der Geist eines Drachen aussah. Ihr blieb nichts anderes, sie musste die Drachen selbst fragen die sich hoch Oben in einer Höhle im blauen Gebirge eingenistet hatten.
Beschwerlich und auch nicht ungefährlich war der Aufstieg über die schmalen Pfade hoch zu einem der Gipfel gewesen. Denn leider war dies der einzige Weg, der sie zu den Drachen führte. Zwei ganze Tage und ihre ganze Geschicklichkeit brauchte sie zum Tempel der Weißheit auf der Spitze des Berges. Trotz ihrer Erschöpfung konnte sie nicht anders, sie musste den Tempel samt seiner aus Marmor geformten Säulen einfach bewundern. Sich eine Pause gönnend, blickte sie hinab zu dem Bildnis des Drachens, das erst vor kurzem hier aufgestellt worden war. Ein elfischer Steinmetz hatte ein Wunder geschaffen, die kleine Statue sah aus als würde sie jedem direkt angucken, und sie brauchte sich nur umzudrehen, um zu meinen das die Statue, aus dem Augenwinkel betrachtet, gleich zum Leben erweckt würde. Jede Schuppe und sei sie noch so klein war Kunstfertig herausgearbeitet und die Augen des Drachen bestanden aus reinen Smaragden.
Alles half nichts sie musste weiter, den ihr vorbestimmten Weg gehen. Durch eine Hintertür, welche kaum zu sehen war, machte sie sich weiter auf den Weg zur Höhle der Drachen. Viele Fragen schossen ihr durch den Kopf. Jede einzelne für sich vermochte vielleicht ein ganzes Buch ausfüllen. So leid es ihr auch tat aber viele davon musste sie auch wieder verwerfen denn es wäre bei weitem zu Respektlos jene zu stellen. Ein paar einfache Fragen um den Verstand dieser Wesen zu ergründen und ihre Sinne zum beobachten mehr blieben der Elfe letztendlich nicht.
Endlich war sie angekommen und betrat auch sogleich die zunächst klein erscheinende Höhle. Rasch aber sah sie, das die Drachen die Höhle nach ihren Wünschen geformt hatten und sie umso tiefer man kam immer größer wurde. Ein kleiner Wasserlauf durchzog die Höhle und floss nur knapp an einem Lavabecken vorbei. In der Nähe der Lava kochte das Wasser regelrecht und schuf ein feucht- warmes Klima im Hort. Durch den schein des flüssigen Gesteins konnte Liella in der hinteren Ecke etwas glitzern sehen, das sich beim näheren Hingucken als ein riesiger Schatz herausstellte. Leicht nur schüttelte sie den Kopf über all den Reichtum, denn letztlich brauchten die Drachen ihn ja nicht. So sorgfältig sie sich auch umschaute und all ihre Sinne anstrengte sie sah keinen der beiden Drachen. Sie wollte sich schon gerade umwenden und die Höhle wieder verlassen als sie etwas schweres auf den Boden fallen hörte. Als sie sich dann herum drehte Richtung Eingang erblickte sie die beiden Drachen, jeder trug ein Tier im Maul. Seline einen großen kapitalen Hirsch und ihr Sohn Selim ein recht junges Reh. Augenscheinlich waren die beiden wohl genauso überrascht Liella vor sich zu sehen in ihrer Höhle wie auch Liella überrascht war die Drachen zu sehen. Höflich verneigte sich Liella vor ihnen und erhob leise ihre melodische Stimme.
Untertänigst Grüß ich euch,
euch die ältesten aller Wesen.
Eure Gunst bin ich hier mir zu erbitten,
denn sehnlichst ist mein fleh’n.
Tief verborgen im Herzen
Denn euch die ihr gebietet über die Elemente
Euch gilt mein Untertänigster Gruß.
Mit einer so vielstimmigen Tonlage antworte die alte Drachendame, das ihre Laute die Seele umspielten und nicht nur mit den Ohren gehört werden konnten, sondern auch mit dem Herzen.
Erhebe dich wieder,
du, die du uns Schutz gewährtest.
Erhebe dich
und blicke mir in die Augen.
Auch ich grüße dich,
Kind des Phanodain.
Du die das Lied der Eluive vernimmt.
Erhebe dich
und antworte mir.
Sprich freien Herzens
und reiner Seele,
Was ist dein begehr?
Langsam hoben sich die Augen der Elfe wieder und blickten in die Augen, des Wesens das ihr denken beflügelt hatte. Für kurze Momente gar verlor sie sich in den Blicken des Drachen. So tief wie die tiefsten Seen waren ihre Augen und so voller Weisheit, wie sie kein zweiter erreichen kann. Ein Zittern ging von ihrem Leib aus, wie sie so klein und hilflos der Gnade der Drachin ausgeliefert war. Erst nach einer geraumen weile fand sie den Mut ihren Wunsch frei herauszusprechen, so wie es sich Seline gewünscht hatte.
Zu einem der euren möcht ich werden können,
zu einem der Himmelsherrscher.
Ich möchte euch beobachten dürfen
Um zu lernen und zu verstehen.
Sagt mir was soll ich tun,
mein Herz ward ganz zerfressen von dem Wunsch
seid mein Aug euch erblickte.
Lange lange Zeit überlegte der Wyrm. Während des Schweigens war dem Drachenjungen wohl langweilig geworden. Es begann sich genüsslich über die rohe Beute herzumachen, indem es kleine Fleischfetzen heraus riss, sie in die Luft warf und dann gierig wieder danach schnappte. Erst als schon das halbe Reh weg war, kam eine Antworte von Seline.
Dein Wunsch sei gewährt,
doch wirst du nie einer der unsrigen
Zu sehr wirst du Edhil bleiben.
Ich gestatte dir schweren Herzens,
zu beobachten und Wahrzunehmen.
Doch mehr als du siehst,
wirst du nie erfahren.
Zu mächtig wäre dein Wissen,
selbst für eine deines Volkes.
Ein Lange ersehnter Traum wurde war als Liella diese worte vernahm. Noch einmal verbeugte sie sich tief und richtete ihre Stimme an Seline.
Mein Dank gilt euch,
niemals kann ich es vergüten,
denn Gnade ist es,
was ihr mir zu teil werden lasst.
Von nun an war die Elfe eine geduldete Beobachterin in der Höhle, in welcher sie mehr Zeit verbrachte als sie es draußen beim Tageslicht tat. In den nächsten Monden lernte sie viel über das Zusammenspiel der Muskeln und die Gebärden der Drachen. Verstand wieso sie so manches taten und konnten. Immer näher kam sie ihrem Ziel die Studien zu beenden, doch so sehr sie es sich auch wünschte, den Verstand und die Magischenfähigkeiten eines Drachen waren zu vielschichtig als das Liella sie verstehen konnte.
Verfasst: Sonntag 12. Februar 2006, 13:29
von Liella
Kapitel 4 - Fehlschlag –
Nun war es Endlich soweit sie hatte alles getan was sie konnte, jetzt ging es darum den Zauber zu weben, der das Wunder vollbringen sollte. Doch wie anfangen? Erst den verstand, erweitern, damit er die vielen dinge aufnehmen konnte oder doch erst den Körper samt Flügel? Auch wenn es gefährlich war, ihr blieb nicht viel anderes übrig als es zu probieren. Sicher es war Gefährlich einen neuen Zauber ohne rechtes Wissen anzuwenden und ihn auszuprobieren, vor allem wenn es darum ging, den eigenen Körper zu verändern.
Gedankenschwer machte sich die Elfe wieder auf den Rückweg von der Drachenhöhle, zu ihrem angestammten Ruheplatz. Einen Sonnenlauf später war sie angekommen und machte sich sogleich an die Vorbereitung für diesen doch sehr komplexen Zauber. Nur von dem Rauschen eines kleinen Baches und dem lieblichen Gesang der Vögel umgeben, setzte sie sich auf einen von grün-bräunlich schimmerndem Moos überzogenen Stein und schloss langsam ihre Augenlieder. Für Liella galt es zunächst einmal ihren Geist zu klären und von allem Weltlichen zu befreien, damit sie sich einzig und alleine auf ihr Ziel konzentrieren konnte. Jeder ablenkende Gedanke mochte sich als Fatal erweisen. In der Zeit von einem Zehntag, aß noch trank sie etwas. Es war ihr gänzlich egal ob sie dabei abmagerte und die Knochen schon spitz hervorstanden. Alleine die Reinigung des Körpers und des Geistes hatte noch Bedeutung.
Als die Sonne zum elften Mal aufzugehen begann und den Himmel im Osten rot zeichnete, war es endlich soweit der Zauber sollte an diesem Tag gewirkt werden. Etwas zittrig kam sie wieder auf die Beine und schüttelte sie leicht aus um zumindest etwas Gefühl in ihnen zurückzuerlangen. Innerhalb weniger Minuten war sie mit etwas unbeholfenen Schritten dann beim Ritualplatz angekommen, wo sie sogleich die fest eingebauten Schutzzauber binnen weniger Augenblicke aktivierte. Denn schließlich sollte durch ihr tun kein anderes Wesen verletzt werden, egal wie es auch ausging. In die Mitte dieses Schutzkreises ließ sie sich dann nieder. Zunächst auf den Knien, doch dann, wohl weil es etwas unbequem war auf den Fersen zu sitzen, im Schneidersitz. Ihre Hände wurden flach auf die Knie gebetet und ihre Augenlider senkten sich langsam hinab. Wenn Liella sie wieder öffnete wollte sie die Welt aus Drachenaugen sehen.
Zunächst einmal wollte sie ihren Geist anpassen, denn auch wenn sie nicht genau wusste was sie da tat so war sie sich doch sicher, das ein Körper ohne entsprechenden Geist gleich wieder zerfallen würde. Also begann sie sich auf das Lied der Eluive einzustimmen, indem sie ihr ureigenes Seelenlied langsam dem Lied der Eluive anpasste. Immer näher und näher ließ sie die beiden Lieder sich annähern. Sie spürte die Verlockung des Liedes eins mit ihm zu werden und ihre Existenz aufzugeben, dass einzige was sie daran hinderte der Verlockung zu erliegen war ihr tief im Herzen verankerter Wunsch, den sie sich ständig vor Augen führte. Fast war sie eins mit dem Lied doch immer noch trennten sie wenige Noten von Eluives Lied. Ein Gefühl von nahezu unbegrenzter Macht durchströmte die Elfe. Doch war es nicht ihr Ziel diese Macht einfach freizusetzen, sie musste sie lenken und in geordnete Bahnen bringen, erst dann würde sich ihr Wunsch erfüllen. Teilweise nutze Liella die Macht dafür zunächst vorsichtig dann immer Stärker an den Grenzen ihres Verstandes zu rütteln, bis sie bemerkte, das er sich zunächst zögerlich, dann immer schneller begann auszudehnen.
Unerwarteter weise schaffte sie es aber nicht mehr den Verstand zu bremsen und die Ausdehnung am gewünschten Punkt anzuhalten. Schwindel überkam sie und sie hatte das Gefühl ihre Gedanken würden durch Watte gleiten so langsam tröpfelte es nur noch in ihrem Geist. Mit dem vermeintlich letzten bisschen Verstand, das sie noch hatte schaffte sie es gerade noch die aufgestauten Energien nicht mehr in ihren Verstand zu leiten sondern in ihren Körper umzulenken. Ganz langsam merkte sie wie der Schwindel verflog und sie wieder klar denken konnte. Doch war dies scheinbar alles was sie noch konnte, weder fühlte sie ihren Körper noch merkte sie etwas von der Umgebung, allein ihr Geist war noch da. Als sie versuchte die Augen zu öffnen war alles um sie herum schwarz. Rasch verstand sie aber, das es mittlerweile nur dunkel geworden war. Als sie dann hinabblickte an die Stelle wo eigentlich ihr Körper hätte sein sollen, sah sie in dunklen grau tönen ihren sitzenden Körper zwei Schritt unter sich immer noch im Schneidersitz. Nun erst wurde sie sich ihrer Lage bewusst. Sie hatte ihren Körper gänzlich verlassen, sie hatte es geschafft die Verbindung zu ihrem Körper zu kappen und bestand nun nur noch aus Seele und Verstand. War dies der Tod fragte sie sich. Liella wollte es einfach nicht Wahrhaben so von ihrem Körper getrennt zu sein, und versuchte mit allen ihr zu Verfügung stehenden Mittel wider in ihren Körper zu gelangen. Zwar schaffte sie es ihrem Körper immer näher zu kommen, doch erreichen konnte sie ihn nicht. Nunmehr einen Schritt von ihrem Körper verharrte sie in der Luft und blickte sich verzweifelt um. Wer vermochte es ihr zu helfen? Wer konnte sie in ihrem Körper zurückführen? Die antwort lautete, dessen war sie sich die ganze Zeit über zwar bewusst, aber sie wollte sie nicht wahrhaben. Keiner, außer ihr selbst. Sie war eines der Stärksten Wesen dieser Welt was den Verstand anging, also musste sie es irgendwie schaffen, wenn nicht sie dann würde niemand ihr helfen können.
Langsam wurde die Umgebung heller und sie konnte einigermaßen sehen, wenn auch alles in graue Farbe getaucht zu sein schien. Noch zwei weitere Tage verbrachte sie so in diesem Geist ähnlichen zustand, bis ihr dann doch noch etwas einfiel. Die Schutzschilde die sie umgaben, wurden von sehr starker Magie gespeist, vielleicht konnte sie diese anzapfen und zu ihrer eigenen machen. Langsam passte sie sich zu dem Lied der Eluive, welches sie unterbewusst immer mit ihrem Seelenlied verbunden hielt auch noch dem Lied des Schirms an, was ihr noch größere Kräfte verlieh, allerdings wurde dadurch auch der Schutzschild merklich schwächer bis er dann völlig zusammenbrach. Die gesammelte und ihre eigenen Energie bündelte sie für einen letzten Großen versuch, es musste einfach klappen oder sie wäre für alle Zeit in diesem Zustand gefangen. Und es gelang ihr unter sichtlichen Mühen auch das Band zu ihrem Körper erneut zu knüpfen. Sobald das geschafft war, entlud sich ihre gesamte Anspannung plötzlich auf den Körper, welcher daraufhin vor Erschöpfung in sich zusammenfiel.
Erst am nächsten Tag erwachte sie wieder aus ihrer Bewusstlosigkeit, schwer war ihr Kopf, so musste sich wohl ein Kater nach einem Trinkgelage anfühlen, waren ihre einzigen Gedanken. Immer noch Körperlich und Geistig erschöpft schloss sie wieder die Augen und versuchte die Schmerzen zurückzudrängen. Wieder einen Tag später schaffte sie es dann gerade sich zu erheben, getrieben von einem Hunger so wie sie ihn noch nie erlebt hatte. Daraufhin wurde Liella sich erst bewusst, das sie seid sehr langer Zeit weder gegessen noch getrunken hatte. Stolpernden Schrittes machte sie sich auf um etwas zu Essen und zu Trinken. Egal wie groß ihr Hunger auch war nur vorsichtig nahm sie ein paar kleinere Brocken zu sich, um ihren Körper nicht zu überlasten. Beim Essen gab sie sich selbst den Schwur, in einem halben Mondumlauf wollte sie es noch einmal versuchen und dann würde sie es schaffen.
Verfasst: Sonntag 12. Februar 2006, 13:31
von Liella
Kapitel 5 - Erfolg -
Jetzt war es endlich soweit die 15 Tage waren sehr schnell vorbei gegangen, denn vielmehr als Schlafen, Essen und Trinken tat die Elfe in dieser Zeit nicht. Wieder begab sie sich an den Ort der Meditation und ließ sich dort im Schneidersitz nieder. Langsamer als beim letzten Mal klärte sich ihr Verstand. Doch war dies immer noch schnell im Gegensatz zu vielen Menschen die dies versuchen mochten. Während dieser Zeit beschäftigte sie sich alleine mit dem Aufbau des Zaubers, was hatte sie falsch gemacht beim letzten mal? Nach kurzem hin und her fiel es ihr wie Schuppen von den Augen, sie hatte einen Fehler gemacht, einen der sich beinahe als fatal erwiesen hatte. Nicht der Geist stand an erster stelle auch wenn dies vorher aus ihrer sicht logisch erschien. Der Geist hatte sich dermaßen ausgebreitet gehabt, das der Körper zu klein für ihn wurde und er sich einen anderen Weg suchen musste um zu überleben. Sie musste also erst mal den Körper formen und dann erst den Geist. So hatte der Verstand genug platz im Kopfe des Drachen um sich so zu erweitern wie es erhofft war. Aber einen Vorteil hatte es, diesen Fehler zu begehen, dass gestand sie sich Selbst ein, wenn man die Hilfe anderer Wirkenden hat, so könnte man seinen Körper verlassen und auf diese Weise die Welt bereisen, oder gar gänzlich in andere Körper schlüpfen. Dann könnte man auch ohne weiteres wieder zurückkehren, denn wenn genug Energie vorhanden war, so war das was sie beim erstenmal versucht hat fernzuhalten von ihrem Körper, leicht zu bezwingen.
Diesmal war die Meditation schon nach 5 Tagen vorbei. Auch wenn sie vielleicht nicht gänzlich gereinigt war vom Körperlichen her, so war doch ihr Geist voller Tatendrang. Wieder verband sie sich mit dem Lied der Eluive, spürte seine verlockende Wirkung auf sie, doch auch diesmal widerstand sie der Versuchung, sich einfach aufzugeben. Das Lied gaukelte ihr vor das es so leicht wäre und das sie dadurch die Erfüllung finden würde, doch wusste sie es besser. Ihr Wunsch war so stark, da war sie sich sicher, dass er sie über alle Hindernissee hinwegführen würde, egal wie umschmeichelnd die Gefühle auch waren. Dann war das schlimmste überstanden, Liella war mit dem Lied verbunden. Nunmehr hieß es den Körper zu formen. Das Bild feste vor Augen begann sie zunächst mit der Form eines Drachen, sie wählte nicht die große aus Angst sich zu Überanstrengen, sondern wählte eine Form ähnlich der Selims, klein, mit vier Beinen, einem kräftigen muskulösen Hals, und zweien von einer Lederartigen Membran überzogenen Flügel. Um es möglichst einfach zu machen beließ sie ihre Hautfarbe bei dem sanften Goldton der ihr zu eigen war, ebenso die dazu passende Augenfarbe. Dann kam die Masse, dran wie viel mochte so ein Drache wiegen, fragte sie sich kurzzeitig und entschied sich dann für ein Gewicht von 1500 Pfund. Sie merkte wie ihr Körper langsam daraufhin immer schwerer auf den Boden drückte. Weich war ihre Haut fast der eines Elfen gleich, da der Haut noch die Struktur fehlte. Dies holte sie sogleich nach was zwar etwas ihre Beweglichkeit einschränkte, aber durch die unzählbar kleinen und großen Schuppen wurde alles in sich steifer und Stärker. Die ganze Verwandlung war lediglich ein sehr komisches Gefühl, so als ob man über eine Schicht Kleidung noch eine dickere anzieht. Zuletzt formte sie die Zähne und Klauen und machte beides so hart wie der stärkste Stein. Lang und dünn standen sie in ihrem Mund... oder war es nicht eher ein Maul.
Jetzt wurde es schwerer für Liella es galt zu den schon bestehenden Liedern ein weiteres hinzuzufügen und ihr Seelenlied zu teilen so das ein Lied an das der Eluive angepasst blieb und ein anderes sich an das des Feuers anpasste. Auch mit diesem, musste sie sich nahezu gänzlich verbinden um ähnlich gegen Feuer gestählt zu sein wie ein Drache. Es war zwar kompliziert dadurch das noch ein Lied hinzugefügt werden musste, aber ansonsten war es eine eher leichte Übung.
Nun aber kam die Sache vor der sie sich insgeheim ein wenig fürchte sie musste ihren Verstand ändern, damit sie sowohl die Fähigkeiten des Körpers als auch die Sicht eines richtigen Drachens ihr eigen nennen konnte. Einmal war es schiefgegangen, darum hoffte sie das es einfach funktionierte. Soviel Energie wie beim letzten Versuch stand ihr nicht mehr zur Verfügung, denn die Umformung des Körpers hatte schon einiges Verbraucht. Liella ging das Risiko aber trotz des vorherigen Fehlschlags ein und führte die Energie wieder an die Grenzen ihres Verstandes um ihn zu erweitern. Besser als erhofft klappte es, und die grenze dehnte sich langsam aus so das sie dinge die sie beobachteten Eigenheiten der Drachen zu ihren machen konnten. Immer im Hinterkopf behielt sie dabei, das irgendwann der Augenblick gekommen war wo sie die Anpassung an die Lieder nicht mehr aufrecht erhalten konnte, und sie sich zurück verwandelte.
Es war geglückt, sie hatte es geschafft. Ganz vorsichtig öffnete sie die nun weitaus größeren Augen und sah sich auf dem Ritualplatz um, seltsam war das Gefühl von jetzt auf gleich einen so langen Hals zu haben, sie musste sich erst einmal daran gewöhnen. Ihre Auge zeigten ihr die Welt so gestochen scharf, wie sie sie noch nie gesehen hatte. Jedes kleine detail nahm sie war, und sei es auch noch so winzig. Alles war ihr bekannt und doch so neu mit den Augen. Sie meinte neu geboren zu sein. Langsam versuchte sie ihre Flügel auszustrecken, doch der Raum war einfach viel zu klein dafür. Also machte sie sich daran den Raum zu verlassen. Dank ihres Seelentieres war sie zum Glück wenigstens in der Lage ihre vier Beine zu kontrollieren. Der unterschied zwischen dem Wolf und dem Drachen war aber, dass sie nun keinen Instinkt zurückdrängen musste, sondern stets bei Verstand blieb. War das Herrlich, eine ungeahnte Hockstimmung überkam sie, nun da ihr Wunsch in Erfüllung gegangen war. Mehr hüpfend als gehend, kam sie draußen an. Deutliche Spuren im Stein hatte, ihr neuer Körper hinterlassen, die Platten waren teilweise gebrochen und ihre Krallen hatten tiefe abdrücke hinterlassen.
Draußen angekommen konnte sie endlich den Wind unter ihren Flügeln spüren. Unbeschreiblich schön war dieses Gefühl. Doch als sie einen Freudenschrei ausstoßen wollte kam anstatt eines Lautes, erst einmal ein Feuerball aus ihrem Maul. Das musste sie wohl wenn noch üben. Tief in ihrem inneren merkte sie, das ihre Zeit in diesem Körper bereits abgelaufen war, so dass sie schweren Herzens die Verwandlung wieder rückgängig machen musste. Ein wenig betrübt war sie schon, als sie wieder in ihren eigenen Körper zurückkehrte. Bald, sehr Bald sogar, versprach sie sich selbst sollte es wieder soweit sein und sie würde den Körper tauschen.