Der Weg einer Lethry
Verfasst: Dienstag 17. Dezember 2013, 21:49
Still saß sie in einer Höhle, weit unterhalb Rahals. Ihre Gedanken gingen hin und her, ohne ein wirkliches Ziel. Ihren schmalen, fast noch etwas kindlichen Körper hatte sie an die Wand gelehnt, den Kopf ebenso, so dass ihr Blick ziellos über die Höhlendecke glitt.
Sie wusste nicht, wie es weiter gehen würde, was ihre Aufgabe war. Sie suchte, doch einen wirklichen Sinn hatte sie noch nicht entdeckt. Wie auch? Die einzige Person, an die sie gewöhnt war, war ihr genommen worden.
Ihre Gedanken kehrten zurück bis zu dem Tag vor etwa 10 Jahresläufen. Sehr dunkel konnte sie sich daran erinnern, doch die Erzählungen, welche die im Nachhinein gehört hatte, hatten dennoch ein klares Bild zurück gelassen.
Wer ihr Vater war, war ihr nicht bekannt und es war ihr auch egal. Sie hatte mit ihrer Mutter und ihre Schwestern zusammen gelebt, 3 ältere Schwestern und sie. Erneut wurde ihre Mutter schwanger und wieder einmal brachte sie eine Tochter zur Welt. Dies war eines der letzen Dinge, welche die hatte tun können, denn dieser Umstand hatte ihrer Mutter das Leben gekostet. Sie hatte nur niedere Wesen geboren, war also ihrer Aufgabe nicht gerecht geworden. So hatten sie sie geholt und vor den Augen ihrer Töchter getötet.
Wirkliche Trauer überkam Shai’naira nicht, hatte doch ihre Mutter ihre Aufgabe nicht erfüllt und demnach ihr Recht zu leben verwirkt. Was jedoch in ihr nagte war, dass sie nun für die Fehler ihrer Mutter gerade zu stehen hatte.
Sie war ein Nichts in dieser Gesellschaft, der Staub auf dem Höhlenboden war mehr wert als sie. Von jeder Seite aus, wurde sie gestoßen und beleidigt, verachtet und als Plage abgetan. Natürlich hatte man nie unterlassen, ihr ihre Stellung immer wieder deutlich vor Augen zu führen, ebenso ihre späteren Aufgaben, nämlich nicht so minderen Nachwuchs zu gebären, wie es einst ihre Mutter tat. Zudem wusste sie, dass es ihr, sollte sie versagen, genauso gehen würde, wie schon ihrer Mutter.
Sie fühlte sich hilflos, bevormundet. Sie wollte dem Panther dienen, ja, jedoch wollte sie nicht wie Dreck gehandelt werden. Und sie wollte sich auch nicht damit abfinden.
Sie ballte die Fäuste bei diesen Gedanken, nicht wissend, was sie tun sollte, als sich neben ihr einige kleinere Brocken aus der Felswand lösten und auf den Höhlenboden fielen. Sie achtete nicht darauf, auch suchte sie nicht nach dem Grund, warum diese fielen. Es war ihr egal.
Ihre Gedanken gingen weiter, von der Behandlung, welche sie erfuhr, zu ihren Träumen und geheimsten Wünschen. Natürlich würde sie nie jemandem diese Dinge mitteilen, war es doch nur eine Schwäche, welche es zu nutzen und gegen sie zu verwenden galt. Doch blickte sie immer wieder mit Neid auf jene, welche schon weiter auf ihrem Weg waren. Weiter darin, sich zu beweisen und sich in der Hierarchie ihren Platz erkämpft hatten, oder zumindest weiter nach oben stiegen. Ob es nun Q’in war, welcher für seine Folterungen bekannt war und dieses mit Bravour beherrschte, oder auch Velvyr… diese hatte sich durchgesetzt. Diese hatte ihren Platz errungen, auch wenn sie das durch Geburt mindere Wesen war, wie auch sie selbst. So etwas war ihr Ziel. Dies wollte auch sie erreichen. Nur wie?
Ihr Blick ging in der Höhle umher, scheinbar irgendeinen Anhaltspunkt suchend, einen Fingerzeig im Gestein oder eine Idee, welche sie nur von Felsboden aufheben musste. Natürlich fand sie nichts außer dem nackten Felsen und erneut lief eine Welle der Wut durch ihren schlanken Körper. Die Faust ballte sich erneut und sie schlug wütend auf den Fels, so dass dieser leicht bebte. Etwas verwundert sah sie auf ihre Faust, die nun lockerer wurde und schließlich erschlaffte. War sie dies gewesen? Hatte ihr Schlag ausgereicht, den Felsen erzittern zu lassen? „Unsinn!“ schalt sie sich selbst. Wahrscheinlich hatte sie es sich nur eingebildet, zu sehr in ihren Gedanken verstrickt, die Wünsche und Ziele welche in ihren Zukunftsvisionen schon Realität waren, hatten ihre Wahrnehmung vernebelt.
Sie erhob sich und lief durch die finsteren Gänge. Langsam wand sich der Gang, an Höhlen vorbei, manche größer und manche kleiner, und immer weiter, ehe er langsam anstieg. Immer weiter und steiler wurde der Weg, bis sie nach einiger Zeit einen leichten Luftzug verspürte, welcher mit jedem Schritt stärker und angenehmer wurde. Schließlich stand sie vor dem Ausgang der Höhle und sah sich um. Eigentlich durfte sie nicht hinaus, zumindest nicht einfach so. Nicht ohne Begleitung. War doch ihre Aufgabe, dass sie erst einmal männlichen Nachwuchs zur Welt bringen musste, ehe sie sich das Recht errungen hatte, kämpfen zu gehen oder andere Dinge zu tun. Doch dies wollte sie nicht. Zumindest noch nicht. Irgendwann würde sie ihrer Aufgabe gerecht werden, doch war sie selbst noch zu jung um ein Kind groß zu ziehen. Sie wollte ihre Zeit sinnvoller verbringen als in der Höhle zu sitzen und zu warten, bis sie jemandem interessant genug erschien, dass er sie als seinen Besitz beanspruchte. Vielleicht war es hoch gegriffen, vielleicht ein kindlicher Wunschtraum, sie wusste es nicht und sie machte sich auch keinerlei Gedanken dazu.
Sich vorsichtig umblickend schlich sie vom Höhlenausgang weg. Sie war des öfteren hier draußen unterwegs, wusste aber auch, was ihr drohte, sollte man sie erwischen. Doch daran dachte sie nicht, versuchte es zu verdrängen. So schlich sie schnell und eilig vom Eingang der Höhle weg, über eine Wiese und an Rahal vorbei. Dabei schaute sie sich aufmerksam um, immer in der Angst, sie könnte entdeckt werden. Sie war so darauf konzentriert nach bekannten Gesichtern Ausschau zu halten, dass sie nicht mitbekam, wie sich das Gras, welches sie auf dem Weg von der Höhle weg, platt getreten hatte, sich wieder aufrichtete, so dass sie Spur, welche sie zurück gelassen hatte, sich recht schnell verflüchtigte. Selbst ein geübtes Auge konnte nunmehr nicht mehr ihre Spur sehen.
Doch die junge Lethra war zu beschäftigt um dies zu bemerken, hatten ihre Augen doch etwas entdeckt, was sie in Deckung gehen lies. Sie lies sich hinter einem Busch nieder, fast auf dem Boden kriechend, um nicht entdeckt zu werden und ihre schwarzen Augen spähten durch das Blattwerk um ihr Ziel auszumachen und es zu betrachten. Sie erblickte einen Letharen, welcher in Richtung der Höhle ging. Sehr schnell erkannte sie Mory´tael und sie war froh, rechtzeitig in Deckung gegangen zu sein. Eilig erhob sie sich, als er außer Sichtweite war und rannte weiter. Sie wollte sich im Kampfe üben, dass es heimlich sein musste gefiel ihr zwar nicht, doch ließen die anderen es ja nicht anders zu. Wie sollte sie dem Einen dienen, wenn sie nicht ihre Fähigkeiten schulen durfte um für ihn zu kämpfen? Unwille stieg in ihr auf, während sie den Weg weiter in Richtung Bajard lief und rechts und links des Weges ließen immer wieder einige Blumen ihre Köpfe hängen, als würden sie ihre Wut spüren und mit trauern.
Ihre Gedanken kehrten jedoch immer wieder zu Mory´tael zurück. Er war ein Lethyr, konnte das Lied Eluives verzerren, es zu einem Lied Alatars machen. Er konnte mit seinen Fähigkeiten Einfluss nehmen, hatte eine Stellung in der Hierarchie, wurde als Person gesehen. So etwas wollte sie auch. Sie wollte Ansehen, eine Aufgabe, welche darüber hinaus ging, junge Letharen zu gebären. Sie wollte mit ihren Fähigkeiten dem Einen dienen und sich innerhalb ihrer Gesellschaft beweisen. Doch welche Fähigkeiten? Mit einem kleinen Aufseufzen nahm sie den Schild zur Hand sowie das Schwert und stieg in die Höhlen hinunter. Immer wieder schlug sie auf die Kopflosen und die Skelette ein, stellte sich vor, wie es wäre, mehr zu können, besser zu sein. Es war noch ein harter Weg, bis sie dies schaffen würde, doch es war ihr Ziel und sie würde darauf hin arbeiten. Sie wusste nicht, ob der Kampf mit Schwert und Schild der Ihre war, ob es ihre Aufgabe war. Doch es war etwas, was sie tun konnte. Sie neidete diejenigen, welche ihre Position gefunden hatten, ihre Fähigkeiten entdeckt. Sie konnte nur versuchen das Beste daraus zu machen, hart zu arbeiten und ihre Fähigkeiten auszutesten. Doch sie erntete nur Missgunst und Kritik, wenn überhaupt. Teilweise auch pure Ignoranz und Hass. Sie wurde gedemütigt und beleidigt, ständig wurde ihr vor Augen gehalten, dass sie nur so viel wert war wie der Staub unter den Schuhen.
Jeden Tag in den letzten Jahren, an welchem sie diese Behandlungen erfuhr, wurde sie wütender. Ihre Wut steigerte sich zu Hass, dieser Hass zu Ehrgeiz. Immer und immer wieder stellte sie sich dieselben Fragen, ihre Gedanken kreisten darum: War dies ihre Aufgabe? Nur eine Lethra zu sein und Nachkommen zu gebären? Immer untergeordnet, zum gehorchen verdammt?
Nein, dies wollte sie nicht. Doch es war noch ein weiter weg bis zu ihrem Ziel. Sie war sich wohl bewusst, dass sie es langsam angehen musste, heimlich. Sie musste zusehen und lernen. Dies war der erste Schritt. Der zweite würde sein, sich der Gemeinschaft zu beweisen, die Oberen auf sich aufmerksam zu machen. Dies würde nicht leicht sein und sie wusste auch noch nicht, wie sie dies bewerkstelligen sollte. Doch sie hatte Zeit. Sie war noch sehr jung, nicht einmal 20 Winter alt. Am Ende des Weges stand Rache und Genugtuung. Für alles, was sie erduldet hatte. Sie würde es ihnen irgendwann heimzahlen, zeigen, dass sie nicht nur eine Lethra, sondern eine gute Dienerin des Panthers war. Sie würde es schaffen…irgendwann.
Sie wusste nicht, wie es weiter gehen würde, was ihre Aufgabe war. Sie suchte, doch einen wirklichen Sinn hatte sie noch nicht entdeckt. Wie auch? Die einzige Person, an die sie gewöhnt war, war ihr genommen worden.
Ihre Gedanken kehrten zurück bis zu dem Tag vor etwa 10 Jahresläufen. Sehr dunkel konnte sie sich daran erinnern, doch die Erzählungen, welche die im Nachhinein gehört hatte, hatten dennoch ein klares Bild zurück gelassen.
Wer ihr Vater war, war ihr nicht bekannt und es war ihr auch egal. Sie hatte mit ihrer Mutter und ihre Schwestern zusammen gelebt, 3 ältere Schwestern und sie. Erneut wurde ihre Mutter schwanger und wieder einmal brachte sie eine Tochter zur Welt. Dies war eines der letzen Dinge, welche die hatte tun können, denn dieser Umstand hatte ihrer Mutter das Leben gekostet. Sie hatte nur niedere Wesen geboren, war also ihrer Aufgabe nicht gerecht geworden. So hatten sie sie geholt und vor den Augen ihrer Töchter getötet.
Wirkliche Trauer überkam Shai’naira nicht, hatte doch ihre Mutter ihre Aufgabe nicht erfüllt und demnach ihr Recht zu leben verwirkt. Was jedoch in ihr nagte war, dass sie nun für die Fehler ihrer Mutter gerade zu stehen hatte.
Sie war ein Nichts in dieser Gesellschaft, der Staub auf dem Höhlenboden war mehr wert als sie. Von jeder Seite aus, wurde sie gestoßen und beleidigt, verachtet und als Plage abgetan. Natürlich hatte man nie unterlassen, ihr ihre Stellung immer wieder deutlich vor Augen zu führen, ebenso ihre späteren Aufgaben, nämlich nicht so minderen Nachwuchs zu gebären, wie es einst ihre Mutter tat. Zudem wusste sie, dass es ihr, sollte sie versagen, genauso gehen würde, wie schon ihrer Mutter.
Sie fühlte sich hilflos, bevormundet. Sie wollte dem Panther dienen, ja, jedoch wollte sie nicht wie Dreck gehandelt werden. Und sie wollte sich auch nicht damit abfinden.
Sie ballte die Fäuste bei diesen Gedanken, nicht wissend, was sie tun sollte, als sich neben ihr einige kleinere Brocken aus der Felswand lösten und auf den Höhlenboden fielen. Sie achtete nicht darauf, auch suchte sie nicht nach dem Grund, warum diese fielen. Es war ihr egal.
Ihre Gedanken gingen weiter, von der Behandlung, welche sie erfuhr, zu ihren Träumen und geheimsten Wünschen. Natürlich würde sie nie jemandem diese Dinge mitteilen, war es doch nur eine Schwäche, welche es zu nutzen und gegen sie zu verwenden galt. Doch blickte sie immer wieder mit Neid auf jene, welche schon weiter auf ihrem Weg waren. Weiter darin, sich zu beweisen und sich in der Hierarchie ihren Platz erkämpft hatten, oder zumindest weiter nach oben stiegen. Ob es nun Q’in war, welcher für seine Folterungen bekannt war und dieses mit Bravour beherrschte, oder auch Velvyr… diese hatte sich durchgesetzt. Diese hatte ihren Platz errungen, auch wenn sie das durch Geburt mindere Wesen war, wie auch sie selbst. So etwas war ihr Ziel. Dies wollte auch sie erreichen. Nur wie?
Ihr Blick ging in der Höhle umher, scheinbar irgendeinen Anhaltspunkt suchend, einen Fingerzeig im Gestein oder eine Idee, welche sie nur von Felsboden aufheben musste. Natürlich fand sie nichts außer dem nackten Felsen und erneut lief eine Welle der Wut durch ihren schlanken Körper. Die Faust ballte sich erneut und sie schlug wütend auf den Fels, so dass dieser leicht bebte. Etwas verwundert sah sie auf ihre Faust, die nun lockerer wurde und schließlich erschlaffte. War sie dies gewesen? Hatte ihr Schlag ausgereicht, den Felsen erzittern zu lassen? „Unsinn!“ schalt sie sich selbst. Wahrscheinlich hatte sie es sich nur eingebildet, zu sehr in ihren Gedanken verstrickt, die Wünsche und Ziele welche in ihren Zukunftsvisionen schon Realität waren, hatten ihre Wahrnehmung vernebelt.
Sie erhob sich und lief durch die finsteren Gänge. Langsam wand sich der Gang, an Höhlen vorbei, manche größer und manche kleiner, und immer weiter, ehe er langsam anstieg. Immer weiter und steiler wurde der Weg, bis sie nach einiger Zeit einen leichten Luftzug verspürte, welcher mit jedem Schritt stärker und angenehmer wurde. Schließlich stand sie vor dem Ausgang der Höhle und sah sich um. Eigentlich durfte sie nicht hinaus, zumindest nicht einfach so. Nicht ohne Begleitung. War doch ihre Aufgabe, dass sie erst einmal männlichen Nachwuchs zur Welt bringen musste, ehe sie sich das Recht errungen hatte, kämpfen zu gehen oder andere Dinge zu tun. Doch dies wollte sie nicht. Zumindest noch nicht. Irgendwann würde sie ihrer Aufgabe gerecht werden, doch war sie selbst noch zu jung um ein Kind groß zu ziehen. Sie wollte ihre Zeit sinnvoller verbringen als in der Höhle zu sitzen und zu warten, bis sie jemandem interessant genug erschien, dass er sie als seinen Besitz beanspruchte. Vielleicht war es hoch gegriffen, vielleicht ein kindlicher Wunschtraum, sie wusste es nicht und sie machte sich auch keinerlei Gedanken dazu.
Sich vorsichtig umblickend schlich sie vom Höhlenausgang weg. Sie war des öfteren hier draußen unterwegs, wusste aber auch, was ihr drohte, sollte man sie erwischen. Doch daran dachte sie nicht, versuchte es zu verdrängen. So schlich sie schnell und eilig vom Eingang der Höhle weg, über eine Wiese und an Rahal vorbei. Dabei schaute sie sich aufmerksam um, immer in der Angst, sie könnte entdeckt werden. Sie war so darauf konzentriert nach bekannten Gesichtern Ausschau zu halten, dass sie nicht mitbekam, wie sich das Gras, welches sie auf dem Weg von der Höhle weg, platt getreten hatte, sich wieder aufrichtete, so dass sie Spur, welche sie zurück gelassen hatte, sich recht schnell verflüchtigte. Selbst ein geübtes Auge konnte nunmehr nicht mehr ihre Spur sehen.
Doch die junge Lethra war zu beschäftigt um dies zu bemerken, hatten ihre Augen doch etwas entdeckt, was sie in Deckung gehen lies. Sie lies sich hinter einem Busch nieder, fast auf dem Boden kriechend, um nicht entdeckt zu werden und ihre schwarzen Augen spähten durch das Blattwerk um ihr Ziel auszumachen und es zu betrachten. Sie erblickte einen Letharen, welcher in Richtung der Höhle ging. Sehr schnell erkannte sie Mory´tael und sie war froh, rechtzeitig in Deckung gegangen zu sein. Eilig erhob sie sich, als er außer Sichtweite war und rannte weiter. Sie wollte sich im Kampfe üben, dass es heimlich sein musste gefiel ihr zwar nicht, doch ließen die anderen es ja nicht anders zu. Wie sollte sie dem Einen dienen, wenn sie nicht ihre Fähigkeiten schulen durfte um für ihn zu kämpfen? Unwille stieg in ihr auf, während sie den Weg weiter in Richtung Bajard lief und rechts und links des Weges ließen immer wieder einige Blumen ihre Köpfe hängen, als würden sie ihre Wut spüren und mit trauern.
Ihre Gedanken kehrten jedoch immer wieder zu Mory´tael zurück. Er war ein Lethyr, konnte das Lied Eluives verzerren, es zu einem Lied Alatars machen. Er konnte mit seinen Fähigkeiten Einfluss nehmen, hatte eine Stellung in der Hierarchie, wurde als Person gesehen. So etwas wollte sie auch. Sie wollte Ansehen, eine Aufgabe, welche darüber hinaus ging, junge Letharen zu gebären. Sie wollte mit ihren Fähigkeiten dem Einen dienen und sich innerhalb ihrer Gesellschaft beweisen. Doch welche Fähigkeiten? Mit einem kleinen Aufseufzen nahm sie den Schild zur Hand sowie das Schwert und stieg in die Höhlen hinunter. Immer wieder schlug sie auf die Kopflosen und die Skelette ein, stellte sich vor, wie es wäre, mehr zu können, besser zu sein. Es war noch ein harter Weg, bis sie dies schaffen würde, doch es war ihr Ziel und sie würde darauf hin arbeiten. Sie wusste nicht, ob der Kampf mit Schwert und Schild der Ihre war, ob es ihre Aufgabe war. Doch es war etwas, was sie tun konnte. Sie neidete diejenigen, welche ihre Position gefunden hatten, ihre Fähigkeiten entdeckt. Sie konnte nur versuchen das Beste daraus zu machen, hart zu arbeiten und ihre Fähigkeiten auszutesten. Doch sie erntete nur Missgunst und Kritik, wenn überhaupt. Teilweise auch pure Ignoranz und Hass. Sie wurde gedemütigt und beleidigt, ständig wurde ihr vor Augen gehalten, dass sie nur so viel wert war wie der Staub unter den Schuhen.
Jeden Tag in den letzten Jahren, an welchem sie diese Behandlungen erfuhr, wurde sie wütender. Ihre Wut steigerte sich zu Hass, dieser Hass zu Ehrgeiz. Immer und immer wieder stellte sie sich dieselben Fragen, ihre Gedanken kreisten darum: War dies ihre Aufgabe? Nur eine Lethra zu sein und Nachkommen zu gebären? Immer untergeordnet, zum gehorchen verdammt?
Nein, dies wollte sie nicht. Doch es war noch ein weiter weg bis zu ihrem Ziel. Sie war sich wohl bewusst, dass sie es langsam angehen musste, heimlich. Sie musste zusehen und lernen. Dies war der erste Schritt. Der zweite würde sein, sich der Gemeinschaft zu beweisen, die Oberen auf sich aufmerksam zu machen. Dies würde nicht leicht sein und sie wusste auch noch nicht, wie sie dies bewerkstelligen sollte. Doch sie hatte Zeit. Sie war noch sehr jung, nicht einmal 20 Winter alt. Am Ende des Weges stand Rache und Genugtuung. Für alles, was sie erduldet hatte. Sie würde es ihnen irgendwann heimzahlen, zeigen, dass sie nicht nur eine Lethra, sondern eine gute Dienerin des Panthers war. Sie würde es schaffen…irgendwann.