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Neuanfang
Verfasst: Samstag 16. November 2013, 01:37
von Sibia Ela Rheldar
Was hatte ich erwartet, als ich hier her geschickt wurde?
Alleine sein!
Auf mich alleine gestellt zu sein!
In einer Stadt, voller fremder zu sein!
Ich war erst wenige Tage in Rahal.
Einige versuche, meine alte Ausrüstung und meinen alten Stand wieder zu erlangen waren eher mässig gut gelaufen.
Und dann, nichts ahnend, in der Taverne sitzend, fügte sich doch alles einem anderen Schicksal.
Ein voll gepackter Tag mit vielen Informationen, Gesprächen, Diskussionen und durchaus Freundlichkeiten gepaart mit gewissen Erwartungen beiderseits, neigte sich dem Ende entgegen.
Alles in allem...
Ein guter Tag!
Ich hatte nicht das erwartet. Fleiß ist etwas, das gesehen werden will, ich will keine Geschenke, keine Almosen.
Aber doch will ich meinen Zielen näher kommen.
Und dieser Tag war gefüllt davon.
Erwartungen....
War es richtig gewesen?
Wenn ja, hatte ich mehr Glück als ich zugeben wollte, doch wie waren seine Worte?
Er war Risikofreudig?
Mutig, definitiv, Risikobereit in jedem Falle.
Und von meiner Seite aus?
War es nicht genau das, was ich wollte?
Eine starke Gemeinschaft, ein gefestigter Glauben?
Ein Schwert und ein Schild für den All-Einen.
Viele der Gespräche wurden trotz meiner Anwesenheit geführt und hier und da schien es auch zu schwelen.
Ein Feuer war es nicht, aber Glut war in jedem Falle da.
Mal sehen wie sich alles entwickeln würde, letztlich konnte und durfte ich mir noch kein Urteil erlauben.
Neugierig war ich in jedem Falle und irgendwann würden diese Gesprächsfetzen auch für mich einen Sinn ergeben.
Charlie und der Wolf, der Starr-Wettbewerb zwischen Dazen und Je'yuxalae, Linejra und Adrian...
Irgendwann, nur nicht mehr heute.
Aber immerhin hatte ich ein Bett und ein Dach über dem Kopf.
Morgen würde ich mich auf machen, das Gravierzeug für Dyla verdienen.
Ein leises seufzten, während ich mir das Kissen unter dem Kopf zurecht stauchte.
Gemütlich...
Jedenfalls für den Anfang.
Und das war es.
Mein Neuanfang!
Verfasst: Montag 25. November 2013, 21:08
von Sibia Ela Rheldar
Rahal...
Was für ein Pfuhl aus Tratsch, Missgunst, Neid und Gier.
Nicht das ich alle Rahaler kennen würde, aber das, was mir bisher unter gekommen ist, reicht mir zuweilen schon.
Ich hatte weder Interesse daran, mich dieser Art und Weise hin zu geben, noch mich damit, mehr als es unbedingt nötig war, zu umgeben.
Aber abseits davon, musste ich gestehen, waren durchaus einige Interessante Menschen um mich herum.
Die Gespräche waren, von dem Oberflächlichen kennen lernen, durchaus intensiviert worden, trotz der Tatsache, dass ich der frischeste Zugang in der Gemeinschaft war.
Es versprach also, genau das zu werden, was ich mir vorgestellt hatte. Ob die Bilder, die sich für mich zusammen setzen, letztlich so blieben, blieb jedoch abzuwarten.
Meine Rüstung, komplettiert von Xen'draxol und Dyla'Xunae, passte wie angegossen, meine Fertigkeiten wurden durchaus besser. Fleißig sammelte ich, was nötig war, um meine Schuld zu tilgen, auch wenn man mir versicherte, das ich keine hätte.
Aber ich blieb nicht gerne etwas Schuldig, und vor allem, wollte ich nichts geschenkt.
Ich würde alles mit gleicher Münze zurück zahlen. Eine Hand wäscht die andere, wie es sein sollte.
Dyla hatte ihr Gravur-Werkzeug bereits erhalten, und Xen würde kleckerweise immer wieder etwas von mir bekommen.
Für Dazen hingegen, hatte ich mir etwas besonderes ausgedacht.
Nicht, dass dieses „Etwas“ das einzige bleiben würde.
Seine, neuerdings eher harte Schiene, die er an den Tag legte, war, nachdem was ich mitbekommen hatte, genau der richtige Weg und ich denke, es wird nunmehr nur zwei Möglichkeiten geben, die die Mitglieder der Prätorianer darauf reagieren würden.
Eine zu lasche Hand führt dazu, dass man nicht mehr sondiert.
Was passt, was passt nicht.
Ich sah viele starke Persönlichkeiten und viele fest im Glauben verankerte Köpfe, wenn ich an die Gemeinschaft dachte.
Jeder musste seinen Platz finden. Ich zählte zu denen, die sich ihren Platz noch erarbeiten musste, jedoch hatte ich durchaus meine Ziele, die es zu verfolgen galt.
Eile mit Weile.
Man fing ganz unten an, wie weit es gehen würde, würde sich im Laufe der Zeit heraus stellen.
Perfektion galt es in vielen Dingen zu erlangen. Eins nach dem anderen.
Anfangen musste ich definitiv mit meinen Kampffähigkeiten.
Danach würde es weiter gehen.
Verfasst: Montag 2. Dezember 2013, 14:35
von Sibia Ela Rheldar
- Dir zu dienen heißt, sich im Kampfe zu schulen
Eine passende Gravur für einen Schwertgurt, und passend für mich.
Ja, er wusste genau, wo meine Schwächen waren, jedenfalls die offensichtlichen.
Und das war etwas, was mit viel harter Arbeit wett zu machen war.
Wie stand es um den Rest?
Ich denke, er schätzt mich soweit sehr gut ein, und eines muss ich ihm lassen, die Gespräche wurden nie langweilig, und er war mir in manchen Dingen sehr ähnlich.
Neuanfang...
Ich dachte oft daran, wie sehr ich alles verschwendet hatte.
Wie sehr ich mein Ziel aus den Augen verloren hatte, und wie viel mehr Kraft es jetzt kostete, es nach zu holen.
Es ging voran, keine Frage, aber es brauchte Zeit.
Geduld war eigentlich keine meiner Stärken, aber mir blieb nichts anderes übrig, als Geduld zu beweisen.
Jedes mal, wenn man vom Pferd fällt muss man wieder aufsteigen.
Alles eine Sache der Disziplin.
Und meine galt es zu beweisen. Genau wie mein Ansinnen, die Ritterin hatte sich doch recht klar geäußert.
Phrase oder nicht, ich wollte, dass sie meine Fortschritte sah. Nicht nur sie, keine Frage, aber es war mir wichtig, weiter zu kommen.
Weiter als Person, und weiter in der Gemeinschaft als ein Teil derer.
Ich könnte mich dauerhaft damit aufhalten, an meiner Technik zu feilen, meinen Arm so zu stärken, das mein Schwert 'seine' tödliche Waffe war.
Aber wie nun mal so war, bestand das Leben nicht nur aus einem einzigen Aspekt.
Einer der anderen Aspekte war, das ich nun abseits vom Gemeinschaftshaus ein Heim hatte.
Ein Heim...
Ja, nicht alleine, aber mit einem sehr angenehmem Zeitgenossen.
Ich war sehr skeptisch gewesen, als er mir das Angebot unterbreitet hatte, hatte aber letztlich den Versuch gewagt.
Wir schmiedeten Pläne, gingen neues an.
Ich mag ihn, auch wenn andere wohl nur negatives sehen können.
Woher kam das?
Nicht das es mich interessierte, was andere zu lästern hatten, oder wie andere die Menschen sahen, ich bildete mir mein Eigenes Urteil.
Verfasst: Dienstag 10. Dezember 2013, 05:30
von Sibia Ela Rheldar
Bibbernd kam ich heim.
Eigentlich war der Weg nicht weit von der Bibliothek nach Hause, aber ich musste ja noch unbedingt spazieren gehen.
„Tze....“, machte ich, ehe mir auffiel, das ich lieber leise sein sollte, vielleicht schlief Savar ja schon?
Aber nein, ich war die erste zu Hause.
Als die Nacht herein gebrochen war, hatte es wieder zu schneien begonnen.
Schnee... Er hielt einen nur auf.
Kalt, ich hatte nichts gegen Kälte. Nass? Ja, nass war wohl niemand gern.
Die Stiefel landeten im Schuhregal, der Mantel am Kleiderhaken, die Handschuhe und der Schal wurden in die Manteltaschen gestopft.
Der erste Weg führte mich in die Küche, wo ich das Herdfeuer wieder entzündete, nur um direkt heißes Wasser zu machen (das konnte ich immerhin), um mir einen Tee zu kochen.
Ein klecks Honig folgte in die Tasse nachdem der Tee fertig war und mit der Tasse wanderte ich zum Kamin.
Nicht umsonst mein Lieblingsplatz.
Auch der Kamin wurde mit neuem Feuerholz bedacht so das es bald schon wohlig warm knisterte.
Langsam verzog sich die Kälte aus meinen Gliedern, während ich die Tasse mit beiden Händen umschlungen hielt und die Beine ausgestreckt hatte.
Ich lehnte den Rücken an das Bücherregal und nach einer Weile auch den Hinterkopf.
Ich blinzelte und schloß die Augen für einen Moment.
Nicht das ich müde war, aber ich gönnte mir einige Augenblicke der Ruhe und vor allem der Gedankenlosigkeit, meine Konzentration galt der Wärme um mich herum.
Magische Experimente....
Warum hatte ich gleich noch mal zugestimmt?
Achja, Gemeinschaft...!
Außerdem eine perfekte Gelegenheit, die Magistra besser kennen zu lernen und vor allem, einem Gemeinschaftsmitglied irgendwie zu helfen.
Auch wenn mein Verständnis für Magie wohl eher der eines Fisches an Land glich.
Aber sie würde schon wissen, was sie tat.
Und wenn nicht... tja wenn nicht würde ich sehen müssen.
Sie und eine Collega.
Na, abwarten, was das gab. Letztlich beteuerte sie, dass es nicht darum ging mich auf irgendeine Art und Weise mit Magie negativ zu beeinflussen.
Es sollte darum gehen, was ich fühlte.
Langsam trank ich meinen Tee. Die Kälte war gänzlich aus meinem Körper gewichen und eine angenehme Wärme hatte sich breit gemacht.
Wenigstens etwas.
Mein Blick wanderte zur Türe, nicht das ich erwartete, das jemand herein kam, oder das es klopfte, aber den Impuls konnte ich nicht unterdrücken.
Ich stellte die leere Tasse ab und lies mich nach hinten in die Felle sinken, die schon so oft als mein Schlaflager gedient hatten.
Wofür braucht man auch ein Bett, wenn man einen Kamin und Felle hat?
Während ich die tanzenden Flammen beobachtete, lies ich gedanklich die letzten Tage Revue passieren.
Sie waren geprägt von Zorn, Unverständnis und vor allem Kampfgeist.
Auf viele Arten und Weisen.
Und doch huschte ein kurzes Lächeln über meine Lippen, als ich an den heutigen Abend dachte.
Sturkopf.
Jawohl. Beiderseits.
Irgendwann fielen die Augen zu, und das Savar irgendwann nach Hause kam, bekam ich schon nicht mehr mit.
Ich lag, schlafend, wie so oft eingerollt vor dem Kamin.
Verfasst: Sonntag 15. Dezember 2013, 10:29
von Sibia Ela Rheldar
Leise schlich ich mich nach unten.
In der Tasche, die Rüstung, meine Waffen saßen in den Waffenscheiden, aber anziehen wollte ich mich erst unten.
Keine Geräusche verursachen, die unnötig waren, um den Schlafenden nicht zu wecken.
Ich war immer wieder aufgewacht diese Nacht.
Und trotz der Tatsache, dass es dunkel und still war, war nicht an guten Schlaf zu denken.
Kysira hatte sich als schnell und sehr zuverlässig erwiesen.
Sie war vorbei gekommen, um mir einige Tränke zu bringen, die mir das Leben erleichterten.
Ich war froh, dass das so schnell gegangen war, auch wenn ich mir durchaus darüber im klaren gewesen war, dass sie als Magistra nicht nur mehr zu tun hatte, als ich, sondern auch dass es gar nicht nötig gewesen wäre, sich so zu eilen.
Tränke, die die Sicht verbesserten, gerade in den Höhlen ein ungemein nützliches Zeug.
An meine Sonderbestellung hatte sie leider nicht gedacht.
Aber vielleicht war es gut so?
Mit einem leisen schnaufen schob ich die beiden Bücher in meiner Tasche von links nach rechts.
Als wären sie Steine, die alles zusätzlich erschwerten. Die Bücher hatte ich, seid ich sie bekommen hatte, nicht weg geräumt, egal wo es hin ging.
Mahnung oder Erinnerung?
Mit möglichst leisen Schritten (was man so leise nennt, als jemand dessen Beine in Metallplatten steckten), verließ ich nach dem Anrödeln das Haus.
Die Sonne war gerade dabei auf zu gehen und lies den Schnee, der den Boden zu Hauf bevölkerte, glitzern, als ich das Haus verließ.
Ich kniff die Augen zusammen und sah mich um. Die kalte Morgenluft schlug mir ins Gesicht.
Tief durchatmen, einmal strecken und dann wanderte ich gen Treffpunkt.
Laufen in Plattenrüstung mit anschließendem Waffengang.
Kondition und Übung.
Ein sachtes nicken...
Während ich auf die anderen wartete, ließ ich den gestrigen Tag Revue passieren.
Eines war mir mal wieder aufgefallen. Ich kannte noch immer zu wenig Leute in Rahal. Gerade die, die interessant waren, kennen zu lernen.
Nicht weil ich denke, sie können mich irgendwie voran bringen (nicht momentan), aber es war immer gut zu wissen was um einen herum passierte.
Viele von den Zusammenhängen waren schwer nachvollziehbar, wenn man nicht mal wusste, wer die Beteiligten war.
Eigentlich ging mich dieses Gespräch auch nichts an, aber trotz nachfragen, wollte man nicht, dass ich ging.
Also war ich geblieben und hatte stumm dem ganzen gelauscht.
Oftmals war es ein Vorteil, schweigen zu können.
Auch wenn es manchen durchaus aufzufallen schien, dass ich nicht so abwesend war, wie ich es gerne vorgab zu sein.
Nichtsdestotrotz hatte man einfach weiter geredet. Eine Art Vertrauensbeweis, der mir, zumindest von einer Seite her, schon mehrfach entgegen gebracht wurde, und den ich nicht vor hatte zu enttäuschen.
Als die anderen nach und nach eindtrudelten wischte ich die Gedanken beiseite und legte wieder meinen, nur zu bekannten, stoisch-monotonen Gesichtsausdruck auf.
Jetzt waren andere Dinge wichtig.
Das einzige, auf das ich mich wirklich freute, war der Tanz.
Mal sehen, wie das werden würde....
Aber jetzt, laufen...
Verfasst: Freitag 27. Dezember 2013, 06:57
von Sibia Ela Rheldar
Was bestimmt das Leben?
Nicht nur der Glaube und die eigenen, festen, Überzeugungen.
Jede Begegnung prägt das Leben, verändert zu einem gewissen Teil einen Menschen, bringt ihn voran oder hält ihn auf.
Stillstand ist ein Zustand des Unterganges. Der Anfang vom Ende.
Strebsamkeit ist eine Eigenschaft, die, gut genutzt, in die Richtigen Bahnen führen kann, aber gleichsam ebenso hinderlich sein kann, wenn es zu viel desgleichen wird.
Perfektion...
Perfektion ist stets zu erzielen, obgleich der Mensch in seinem Sein kaum das erreichen wird, was er sich vornimmt zu sein.
Auch einem perfekt ausgebildeten Schwertkämpfer kann der Tod drohen.
Ein Fehler, ein unbedachter Moment, ein einzelner Augenblick des haderns und schon ist alles vorbei.
Nun saß ich hier.
Meinen Milchkrug in der Hand, ins Feuer starrend.
Soviel und doch so wenig war passiert.
Ahad Drugar, ein Mann der mir durchaus eindrucksvoll bewiesen hatte, wie viel ich noch zu lernen hatte.
Der Übungskampf war nicht sonderlich lang, aber er hatte stets die Überhand gehabt.
Seine Schläge waren stets gut gezielt und er hatte mich mit Erfolg deutlich aus meiner Angriffsposition geholt und in die Defensive gezwungen... Dauerhaft!
Ein Umstand den ich für den Moment verkraften konnte, aber der mir deutlich zeigte, wie viel Blut und Schweiß noch vor mir liegt.
8. Dir zu dienen heißt sich im Kampfe zu schulen,
denn jene unbelehrbaren Ketzer werden zur Ankunft deines Reiches auf Erden gerichtet werden.
Früher hätte ich wahrscheinlich irgendwas im Anschluss noch schlagen wollen, aber stattdessen aber spornte es mich an.
Noch mehr Üben, noch mehr laufen und sich noch mehr anstrengen!
Irgendwann würde ich sicher noch mal die Gelegenheit bekommen, mich zu revanchieren.
Vorerst musste ich mit dem Urteil 'Eine zähe Gegnerin' zu sein, leben.
Immerhin nicht niederschmetternd, sondern ein gewisser Teilerfolg.
Zäh heiß letztlich für mich, das ich immerhin gut darin war, Schläge und Niederlagen weg zu stecken.
Für den Moment.
Ritterin Lilienhayn, ein Teil der Gemeinschaft, und jemand, zu dem man durchaus aufsehen konnte.
Das Gespräch, das sie mit mir führen wollte, lief in eine Richtung, die nicht nicht gänzlich erwartet hatte.
Sie wollte, verständlicherweise die neuen Mitglieder einschätzen können. So auch mich.
Das es etwas schwierig war, bei der Art, die wir beide hatten, war mir auch klar.
Die Basis für Gespräche war da.
Es lag nun an mir, diese aus zu bauen.
Und ich wusste schon genau, wie ich das anstellen wollte.
Wir hatten uns, grob, für einen nächsten Termin verabredet, der allerdings noch nicht fest stand.
Ich wollte dieses Gespräch, während dem Spazieren gehen nicht noch weiter ausreitzen und schon gar nicht, wenn ich daran dachte, das die halbe Prätorianer Gemeinschaft in Savars und meinem Haus saß.
Das würde ganz in Ruhe passieren. Vielleicht bei einem Tee... oder dergleichen.
Jedenfalls war mir jetzt nach dem Gespräch das ich aufgeschoben hatte.
Ich würde mich dem Urteil stellen, selbst wenn es negativ ausfallen würde.
Meine Gedanken kreisten, dank einiger Wortfetzen der Ritterin, immer wieder um die letzte, vergangene Zeit.
„Ihr habt euch verändert in der kurzen Zeit“
War das so?
Ja, ich hatte einen gewissen Draht zu einigen anderen gefunden, eine Basis auf der man gut zusammen agieren konnte.
Oft hatte ich meine antrainierte starre Mine fallen lassen. Vor einigen mehr vor anderen weniger.
Es kam immer auf die Situation an.
Momentaufnahmen der letzten Zeit gingen mir durch den Kopf.
Eigentlich war ich mit alldem zufrieden.
Ich erhob mich, brachte meinen Becher in die Küche und machte mich auf den Weg nach oben.
Schlafenszeit!
Verfasst: Samstag 8. Februar 2014, 21:34
von Sibia Ela Rheldar
Es war einige Zeit ins Land gezogen.
Die Erkenntnis die dem ganzen entnommen werden konnte war:
Je mehr sich ändert, desto mehr bleibt gleich!
Die regelmäßigen… besser gesagt, die täglichen Runden mit den Prätorianern war mir in Fleisch und Blut übergegangen, auch wenn ich so manches Mal lieber im Bett liegen geblieben wäre.
Aber immerhin hatte ich ein neues Ziel.
Bringe jemandem bei, zu kämpfen und sich zu halten wie ein Krieger, mit dem Wissen, das es schier unmöglich erscheinen konnte.
Schauen wir was die Zeit zeigt, vielleicht stellt sie sich ja gut an?
Es konnte jedenfalls nicht schaden, ganz gleich, wie gut sie sein würde, am Ende…
Außerdem war es für mich eine gute Übung, selber Fähigkeiten weiter zu geben und meinen Teil fürs Gemeinschaftsleben noch mal dazu zu tun.
Nach unserem üblichen Training am Morgen machte ich mich auf den Weg nach Hause.
Waschen, umkleiden und erstmal Frühstücken.
Beim umziehen fiel mein Blick auf den grünen Stoff.
Fast wie automatisch entfuhr ein seufzten meiner Kehle.
Der Stempel…
Schönes Ding, sicher.
Gut gearbeitet, auf jeden Fall.
Passend für mich?
Das war die große Frage. Ich mochte keine Kleider, keinen unnützen Tand wie Schmuck oder Schminke.
Wer nicht mit mir zurecht kam, musste es halt bleiben lassen.
Freunde waren so oder so ein zweischneidiges Schwert.
Machten sie dich auf der einen Seite stark, hemmten sie dich auf der anderen.
Nur eine Hand voll Menschen, denen man wirklich vertrauen konnte… Das reichte.
Ich musste Revue passieren lassen.
Wo stand ich?
Wem vertraute ich? Und wer stand in Gefahr, mein Vertrauen zu haben?
Es gab einige, die ich mochte, gerade aus der Gemeinschaft.
Daran hatte sich nicht viel geändert.
Im Gegenteil, einiges hatte sich vertieft.
Meine Finger strichen über die feinen Verzierungen des Kleides.
Eigentlich ein wirklich schönes Kleid.
Ansehen mochte ich es mir gerne, die kleinen Details, die Blätter, die die Säume zierten, die beiden majestätischen Tiere, die aufeinander zuliefen….
Unauffälliges Waldmuster, ja sicher….
Das würde sich noch rächen…
Ideen hatte ich schon genug. Mal sehen, wie es dann aufgenommen würde.
Wer mir trotz allem immer sympathischer wurde, auch wenn er mir in manchen Dingen sehr ähnelte war jemand, von dem ich anfangs geglaubt hatte, ich würde mit ihm gar nicht zurecht kommen.
Aber auch er würde sicher noch die eine oder andere kleine Gemeinheit abbekommen.
Einfach, weil er „Befehlen“ gefolgt war, und das mit einer Hämischen Freude daran, selbst wenn er sich nicht viel anmerken lies. Manchmal reichte eine kleine Geste, ein Zucken, ein Blick.
Dabei fiel mir wieder ein, das ich noch was gegen die Maden tun wollte.
Kleine, fiese Viecher….
Irgendwie mochte ich diese Art des Umganges, solange es bei dem einen oder anderen Spaß blieb.
Ernst war es zuweilen schon genug.
Und es gab auch genug Ärger, und Dinge die nicht so liefen, wie sie sollten.
Ich muss gestehen, ich mochte es, manchmal einfach ein wenig unbeschwert zu sein, einfach mal ein wenig Unsinn aushecken, selbst, wenn er auf meine Kosten ging.
Mit wem ich noch in naher Zukunft ein Gespräch wollte, war die Ritterin.
Eine der wenigen, mit denen ich noch erst warm werden musste.
Oder sie mit mir.
Ich hob beide Mundwinkel an zum Lächeln.
So war das, zwei recht Mimikarme Frauen, die miteinander agieren sollten.
Ich konnte sicher noch viel von ihr lernen, und ich wollte es auch.
Keine Frage, ich war durchaus begeistert von der Tanzstunde gewesen.
Wenngleich diese mir ein Gefühl des Erstickens gebracht hatte, gepaart mit einem satten blauen Fleck auf der Mitte der Brust.
Letztlich hatte es mir aber doch gezeigt, das ich, stur wie ich war, besser doch andere Wege gehen sollte.
Aber diese Stunde war nicht die letzte gewesen.
Irgendwann würde ich schon noch dazu kommen, mich dahingehend zu Revanchieren.