ein Eschenblatt im Wind
Verfasst: Samstag 24. August 2013, 12:57
“Endlich wieder zuhause! “ dachte sie erleichtert, als die Tür zu ihren Gemächern hinter ihr zu fiel.
3 Mondläufe war es her, seitdem sie viel zu kurzfristig den Palast verlassen musste. Ein Eilbote hatte ihr die Nachricht überbracht, dass ihr geliebter Bruder Hartwig schwer krank war und sie sich vielleicht besser nach Hause begab um sich zu verabschieden.
Hastig packte sie ihre Sachen, verabschiedete sich von Thelor und begab sich gleich am nächsten Tag auf den Weg nach Eschenthal.
Er hatte sich eine schwere Lungenentzündung zu gezogen und trotz allen Heiltränken, Gebeten und diversen Hausmittelchen war das Fieber einfach zu stark und ging nicht hinunter. Zuerst hatte er nur leichte Anzeichen gezeigt, ein leichter Husten, Kopf- und Gliederschmerzen und auch eine leichte Kurzatmigkeit. Aber er nahm die Symptome nicht ernst und sein Rang als Oberst hielt ihn stets beschäftigt bis es fast zu spät war.
Mit hohem Fieber und schwerer Atemnot kippte er während seines Dienstes um und seitdem behandelte man ihn, doch leider nur mit mäßigem Erfolg bisher.
Als Elanora an kam, dämmerte er fast den ganzen Tag vor sich hin, der Körper bereits deutlich vom hohen Fieber ausgezehrt. Ihre Mutter saß fast den ganzen Tag neben seinem Bett, weinte und hielt seine Hand. Elanora erzählte ihm von Adoran, von Thelor, vom König und hoffte, dass vielleicht zumindest ihre Stimme beruhigend auf ihn wirkte. Außerdem verbrachte sie viel Zeit in der Kirche um zu beten und in der Bücherei um nach einem Heilmittel zu forschen. Die Bibliothekarin gab ihr den Tip es mit Essigwickeln um die Waden zu versuchen und der Hausverwalter meinte, er schwöre bei seinen Kindern auf einen Lindenblütentee um Fieber zu senken. Sie hatte beides ausprobiert und mit der Zeit schien es ihm besser zu gehen. Das Fieber sank langsam und er erholte sich Tag für Tag etwas mehr.
In diesen Tagen verbrachten sie wieder so viel Zeit zusammen wie als Kinder, redeten viel, scherzten, oder lasen jeder in einem Buch. Ihr war gar nicht bewusst gewesen, wie sehr sie ihn vermisst hatte und so genoss sie diese Tage so gut sie nur konnte.
Natürlich war es eine große Ehre im Plast seiner Majestät zu wohnen, doch dort vermisste sie oft die Herzlichkeit, die hier zuhause überall zu spüren war. Jeder ging seinen Aufgaben nach und versuchte ein möglichst gutes Bild von sich zu zeigen. Echte Freundschaften waren wohl eher selten unter dem Adel. Natürlich gab es Ausnahmen. Es gab durchaus ein paar, die sie als Freunde bezeichnen würde, doch wie es anders herum aus sah … sie wusste es nicht genau.
Doch es war nicht nur der Palast seiner Majestät, sondern auch der Wohnsitz und die Wirkungsstätte von Thelor und wenn sie sonst oft an vielem zweifelte, so wusste sie doch, dass sie an seine Seite gehörte. Das spürte sie von ganzem Herzen. Sie liebte ihn aufrichtig und er sie ebenso. Ein größeres Glück können einem die Götter fast nicht gewähren, oder? Sie musste sanft schmunzeln. Vielleicht heirateten sie ja sogar doch noch eines Tages einmal. Zwei Jahre waren sie nun schon verlobt, doch für die Heirat kam immer etwas dazwischen. Eine Krise, ein Krieg, eine göttliche Katastrophe, der Umzug des Hofstaates nach Adoran. Irgend etwas war doch immer los.
Manchmal hatte sie sich schon gedacht, sie sollte Thelor einfach kidnappen, zum Kloster verschleppen und sich dort gleich vor Ort trauen lassen. Wenn es sein muss, von ihrer Eminenz höchst selbst und ohne Zeugen. Aber das würde man ihnen nie verzeihen und würde seinem Ansehen sicher schaden und das wollte sie keines falls. Sie selbst war eher ein Geist, ein eher unbedeutendes Anhängsel, eben nur “die Verlobte”, aber Thelor hatte einen Namen, einen guten Ruf und seine unermütliche harte Arbeit hatte ihn weit gebracht und würde ihn sicher auch noch weit bringen. Und sie würde sicher nie etwas tun, dass ihn in Verruf brachte oder sein Ansehen schmälern würde.
Und sie selbst? Sie hatte noch nicht ganz ihren Platz gefunden seitdem sie aus dem Regiment ausgetreten war. Aber sie vertraute auf Temora und das alles nach ihrem Willen verlief. Sie würde tun was sie konnte und der Rest wird sich sicher noch finden. In der Woche in der sie nun wieder hier war, war sie Alana im Heilerhaus zur Hand gegangen so gut sie konnte und sie war öfter ausgeritten um im Wald nach dem Rechten zu sehen. Es gab stets ein paar Wildererfallen zu entschärfen, verletzte Tiere zu versorgen oder zu erlösen und sicher zu stellen, dass der Baumbestand nicht überhand nahm und die Straßen verwucherte.
Und das ein oder andere Räubernest konnte sie sicher auch demnächst noch ausräuchern, gegebenenfalls eben mit Verstärkung. Allerdings waren das zwar noble Arbeiten, doch leider ohne Bezahlung und an diesem Punkt musste sie ebenso dringend ansetzen. Sie musste sich in der Jagd verbessern, damit sie sich ein paar Goldmünzen dazu verdienen konnte. So eine peinliche Situation wie erst die Tage im Kessel wollte sie nicht mehr erleben.
Sie konnte sich nicht einmal ein Fass Heiltränke für das Heilerhaus leisten. Ihr fehlten ganze 6 Kronen, doch zum Glück nahm man ihr ab, dass sie mit so viel Geld nicht herum laufen wollte, nicht einmal in der Stadt wo allerorten ein Regimentler treu seine Wache hielt. Oder als auf dem königlichen Fest die Fächer angeboten wurden. Sie hätte nicht einmal den halben Kaufpreis aufbringen können. Thelor hatte zwar angeboten, sie brauche natürlich nur etwas sagen, aber ihr Stolz gebot ihr, sich selbst den Lebensunterhalt zu verdienen und das würde sie auch tun. Immer wieder hörte sie auch ihre ‘Lieblings-Phrase’ “Aber du kannst doch mit dem Bogen und der Armbrust umgehen, damit kann man doch hervorragend Gold verdienen!”
Sie war sich zwar nicht zu fein dafür, sich die Hände auch mal schmutzig zu machen, oder zu schwitzen, aber alles mit Maß und Ziel. Sie wollte ja auch nicht, dass man Thelor verspottete, weil seine Verlobte aussah, als hätte sie gerade einen Schweinestall ausgemistet und genauso roch, weil sie gerade bis zu den Knöcheln in toten stinkenden Orks und Trollen gestanden hatte.
Auf der Schifffahrt zurück nach Adoran hatte ihr jedoch einer der Offiziere den Umgang mit dem Schnitzmesser gezeigt und vielleicht könnte man daraus etwas machen. Man würde sehen.
Jetzt war es jedoch erst einmal an der Zeit, den Tag bei einem Bad ausklingen zu lassen und dann schlafen zu gehen. Morgen war ein neuer Tag und dann würden sicher neue Aufgaben auf sie warten.
3 Mondläufe war es her, seitdem sie viel zu kurzfristig den Palast verlassen musste. Ein Eilbote hatte ihr die Nachricht überbracht, dass ihr geliebter Bruder Hartwig schwer krank war und sie sich vielleicht besser nach Hause begab um sich zu verabschieden.
Hastig packte sie ihre Sachen, verabschiedete sich von Thelor und begab sich gleich am nächsten Tag auf den Weg nach Eschenthal.
Er hatte sich eine schwere Lungenentzündung zu gezogen und trotz allen Heiltränken, Gebeten und diversen Hausmittelchen war das Fieber einfach zu stark und ging nicht hinunter. Zuerst hatte er nur leichte Anzeichen gezeigt, ein leichter Husten, Kopf- und Gliederschmerzen und auch eine leichte Kurzatmigkeit. Aber er nahm die Symptome nicht ernst und sein Rang als Oberst hielt ihn stets beschäftigt bis es fast zu spät war.
Mit hohem Fieber und schwerer Atemnot kippte er während seines Dienstes um und seitdem behandelte man ihn, doch leider nur mit mäßigem Erfolg bisher.
Als Elanora an kam, dämmerte er fast den ganzen Tag vor sich hin, der Körper bereits deutlich vom hohen Fieber ausgezehrt. Ihre Mutter saß fast den ganzen Tag neben seinem Bett, weinte und hielt seine Hand. Elanora erzählte ihm von Adoran, von Thelor, vom König und hoffte, dass vielleicht zumindest ihre Stimme beruhigend auf ihn wirkte. Außerdem verbrachte sie viel Zeit in der Kirche um zu beten und in der Bücherei um nach einem Heilmittel zu forschen. Die Bibliothekarin gab ihr den Tip es mit Essigwickeln um die Waden zu versuchen und der Hausverwalter meinte, er schwöre bei seinen Kindern auf einen Lindenblütentee um Fieber zu senken. Sie hatte beides ausprobiert und mit der Zeit schien es ihm besser zu gehen. Das Fieber sank langsam und er erholte sich Tag für Tag etwas mehr.
In diesen Tagen verbrachten sie wieder so viel Zeit zusammen wie als Kinder, redeten viel, scherzten, oder lasen jeder in einem Buch. Ihr war gar nicht bewusst gewesen, wie sehr sie ihn vermisst hatte und so genoss sie diese Tage so gut sie nur konnte.
Natürlich war es eine große Ehre im Plast seiner Majestät zu wohnen, doch dort vermisste sie oft die Herzlichkeit, die hier zuhause überall zu spüren war. Jeder ging seinen Aufgaben nach und versuchte ein möglichst gutes Bild von sich zu zeigen. Echte Freundschaften waren wohl eher selten unter dem Adel. Natürlich gab es Ausnahmen. Es gab durchaus ein paar, die sie als Freunde bezeichnen würde, doch wie es anders herum aus sah … sie wusste es nicht genau.
Doch es war nicht nur der Palast seiner Majestät, sondern auch der Wohnsitz und die Wirkungsstätte von Thelor und wenn sie sonst oft an vielem zweifelte, so wusste sie doch, dass sie an seine Seite gehörte. Das spürte sie von ganzem Herzen. Sie liebte ihn aufrichtig und er sie ebenso. Ein größeres Glück können einem die Götter fast nicht gewähren, oder? Sie musste sanft schmunzeln. Vielleicht heirateten sie ja sogar doch noch eines Tages einmal. Zwei Jahre waren sie nun schon verlobt, doch für die Heirat kam immer etwas dazwischen. Eine Krise, ein Krieg, eine göttliche Katastrophe, der Umzug des Hofstaates nach Adoran. Irgend etwas war doch immer los.
Manchmal hatte sie sich schon gedacht, sie sollte Thelor einfach kidnappen, zum Kloster verschleppen und sich dort gleich vor Ort trauen lassen. Wenn es sein muss, von ihrer Eminenz höchst selbst und ohne Zeugen. Aber das würde man ihnen nie verzeihen und würde seinem Ansehen sicher schaden und das wollte sie keines falls. Sie selbst war eher ein Geist, ein eher unbedeutendes Anhängsel, eben nur “die Verlobte”, aber Thelor hatte einen Namen, einen guten Ruf und seine unermütliche harte Arbeit hatte ihn weit gebracht und würde ihn sicher auch noch weit bringen. Und sie würde sicher nie etwas tun, dass ihn in Verruf brachte oder sein Ansehen schmälern würde.
Und sie selbst? Sie hatte noch nicht ganz ihren Platz gefunden seitdem sie aus dem Regiment ausgetreten war. Aber sie vertraute auf Temora und das alles nach ihrem Willen verlief. Sie würde tun was sie konnte und der Rest wird sich sicher noch finden. In der Woche in der sie nun wieder hier war, war sie Alana im Heilerhaus zur Hand gegangen so gut sie konnte und sie war öfter ausgeritten um im Wald nach dem Rechten zu sehen. Es gab stets ein paar Wildererfallen zu entschärfen, verletzte Tiere zu versorgen oder zu erlösen und sicher zu stellen, dass der Baumbestand nicht überhand nahm und die Straßen verwucherte.
Und das ein oder andere Räubernest konnte sie sicher auch demnächst noch ausräuchern, gegebenenfalls eben mit Verstärkung. Allerdings waren das zwar noble Arbeiten, doch leider ohne Bezahlung und an diesem Punkt musste sie ebenso dringend ansetzen. Sie musste sich in der Jagd verbessern, damit sie sich ein paar Goldmünzen dazu verdienen konnte. So eine peinliche Situation wie erst die Tage im Kessel wollte sie nicht mehr erleben.
Sie konnte sich nicht einmal ein Fass Heiltränke für das Heilerhaus leisten. Ihr fehlten ganze 6 Kronen, doch zum Glück nahm man ihr ab, dass sie mit so viel Geld nicht herum laufen wollte, nicht einmal in der Stadt wo allerorten ein Regimentler treu seine Wache hielt. Oder als auf dem königlichen Fest die Fächer angeboten wurden. Sie hätte nicht einmal den halben Kaufpreis aufbringen können. Thelor hatte zwar angeboten, sie brauche natürlich nur etwas sagen, aber ihr Stolz gebot ihr, sich selbst den Lebensunterhalt zu verdienen und das würde sie auch tun. Immer wieder hörte sie auch ihre ‘Lieblings-Phrase’ “Aber du kannst doch mit dem Bogen und der Armbrust umgehen, damit kann man doch hervorragend Gold verdienen!”
Sie war sich zwar nicht zu fein dafür, sich die Hände auch mal schmutzig zu machen, oder zu schwitzen, aber alles mit Maß und Ziel. Sie wollte ja auch nicht, dass man Thelor verspottete, weil seine Verlobte aussah, als hätte sie gerade einen Schweinestall ausgemistet und genauso roch, weil sie gerade bis zu den Knöcheln in toten stinkenden Orks und Trollen gestanden hatte.
Auf der Schifffahrt zurück nach Adoran hatte ihr jedoch einer der Offiziere den Umgang mit dem Schnitzmesser gezeigt und vielleicht könnte man daraus etwas machen. Man würde sehen.
Jetzt war es jedoch erst einmal an der Zeit, den Tag bei einem Bad ausklingen zu lassen und dann schlafen zu gehen. Morgen war ein neuer Tag und dann würden sicher neue Aufgaben auf sie warten.