Der Tod ist nicht das Ende...
Verfasst: Mittwoch 14. August 2013, 17:15
Der Stein weiß nicht, warum der Meißel ihn spaltet;
Das Eisen weiß nicht, warum das Feuer es schmilzt.
Wenn Dein Leben gespalten und versengt wird,
wenn Tod und Verzweiflung Dich anspringen,
klage nicht, noch verfluche Dein Schicksal.
Danke Alatar für die Prüfungen,
die Dich formen werden.
-aus dem Buch der Schmerzen
Ruckartig öffnete er die Augen, bäumte den Oberkörper auf und sog mit einem gierigen Zug verbrauchte, faulig schmeckende Luft in die Lungen…
Er versuchte sich aufzurichten, spürte wie das Blut aus seinem Kopf zurück in die Beine floss; Dunkelheit vor Augen und ein pressender Schmerz im Kopf ließen ihn stöhnend zurücksinken… Sein Brustkorb hob und senkte sich unter kräftigen, fast schnaufenden Atemzügen während er mit geschlossenen Augen dalag und versuchte gegen den Schmerz hinter seinen Schläfen anzukämpfen.
Zehn, zwanzig Sekunden mochten verstreichen; das einzige Geräusch dass er wahrnahm war sein eigenes Schnaufen und das Rauschen seines Blutes in den Ohren.
Schließlich stieß er den Atem aus, richtete den Oberkörper auf und setzte die Hände an um sich hochzustemmen…und griff ins Leere.
Déjà Vu...
Erinnerung. Dies war - nein, MUSSTE - Erinnerung sein. Er konnte nicht wieder in Mael Rayat gefangen sein! Furmas war tot, der Verschlinger schlussendlich selbst verschlungen worden.
"Bist du dir da so sicher?", höhnte eine schnatternde Stimme am Rande seines Bewusstseins.
Das Gefühl von Panik stieg in ihm hoch, pulsierte in seinen Adern wie Säure, drohte sich seines Denkens zu bemächtigen. Schattenhafte Fratzen schälten sich aus der gestaltlosen Finsternis um ihn heraus, tanzten in irrem Reigen um ihn herum und raunten einen Namen:
"Syrr´ael...Syrr´ael...SYRR´AEL!"
Elfen, Menschen, Letharen...sogar die verzerrten, vielgesichtigen Fratzen von Dämonen (Furmas?!).
Manche flüsterten in Ehrfurcht, viele in Verzweiflung und Angst, einige sogar in reinem, feurigem Hass.
Er kannte sie alle...
Manche waren nur noch undeutlich, diffus zu erkennen, graue Schatten kurz vor dem Verblassen. Andere gestochen scharf, in pulsierenden Farben von nahezu schmerzhafter Intensität, die die Augen tränen ließ.
Aber eines hatten sie alle gemeinsam: Sie alle waren von ihm getötet worden.
"Ja, Erzlethyr! Sie alle waren deine Opfer! Sie alle wurden so in gewisser Weise ein Teil von dir! Aber nun endet es...!"
Enden? Was sollte dies bedeuten?!
"Weißt du das denn nicht, du Narr?". Kurzes, höhnisches Lachen.
"Du stirbst gerade!"
Er riss den Mund auf, aber anstatt eines Schreis entwich ihm nur kraftloses Röcheln.
'Das Röcheln eines Sterbenden?', fuhr es ihm durch den Kopf. Instinktiv hob er das Haupt, sah in weiter Entfernung über sich ein helles Licht, während er selbst immer tiefer hinab in die Finsternis sank....
Nein, dies konnte, durfte nicht sein!
"Aber du hast versagt, mein kleiner Lethyr, weißt du das denn nicht mehr?". Versagt?! Unmöglich! Zu Dutzenden hatte seine Disharmonie die Feinde in Stücke gerissen. Und doch...
"...und doch waren es am Ende zu viele.", vollendete die Stimme in hohntriefender Trauer den Gedanken.
Aber es stimmte...
Es war eine Schlacht gewesen, eine von so vielen auf dem Festland, dessen Boden im Lauf der Jahre fast mehr Blut als Regen getrunken hatte. Und er hatte sie verloren, war in irrer Mordgier mit einem kleinen Trupp Getreuer von der Hauptstreitmacht getrennt und schlussendlich überwältigt worden.
Jetzt wartete nur noch das Vergessen und ewige Finsternis auf ihn.
"Ja, komm! Komm zu mir, kleiner Lethar!", lockte die Stimme. Die Panik in ihm erstarb wie gelöschte Glut und seltsame Gleichgültigkeit machte sich in ihm breit.
...
..
.
Aber nur für einen Augenblick. Seine Zeit war noch nicht gekommen! Er hatte noch einen Nutzen, noch Aufgaben zu bewältigen!
"Vater! Lasse mich dir noch einmal dienen!", gellte krächzend seine Stimme und zitternd streckte er die Hand in die Höhe.
Aufeinmal erklang ein Donnern - nein, eine Stimme die vom Licht zu ihm herab drang und die Dunkelheit zerriss: "SO SOLL ES SEIN, SYRR´AEL, EINES MEINER KINDER! TUE BUßE UND KEHRE AN DEN ORT DEINES AUFSTIEGES ZURÜCK! DIENE MIR GUT UND ES WIRD SICH ZEIGEN, OB ES FÜR DICH AUF DIESER WELT NOCH EINEN PLATZ GIBT!"
Eine gigantische Pantherklaue stieß aus dem Licht herab und trug ihn empor...
Zurück ins Leben. Zurück nach Alathair.
Das Eisen weiß nicht, warum das Feuer es schmilzt.
Wenn Dein Leben gespalten und versengt wird,
wenn Tod und Verzweiflung Dich anspringen,
klage nicht, noch verfluche Dein Schicksal.
Danke Alatar für die Prüfungen,
die Dich formen werden.
-aus dem Buch der Schmerzen
Ruckartig öffnete er die Augen, bäumte den Oberkörper auf und sog mit einem gierigen Zug verbrauchte, faulig schmeckende Luft in die Lungen…
Er versuchte sich aufzurichten, spürte wie das Blut aus seinem Kopf zurück in die Beine floss; Dunkelheit vor Augen und ein pressender Schmerz im Kopf ließen ihn stöhnend zurücksinken… Sein Brustkorb hob und senkte sich unter kräftigen, fast schnaufenden Atemzügen während er mit geschlossenen Augen dalag und versuchte gegen den Schmerz hinter seinen Schläfen anzukämpfen.
Zehn, zwanzig Sekunden mochten verstreichen; das einzige Geräusch dass er wahrnahm war sein eigenes Schnaufen und das Rauschen seines Blutes in den Ohren.
Schließlich stieß er den Atem aus, richtete den Oberkörper auf und setzte die Hände an um sich hochzustemmen…und griff ins Leere.
Déjà Vu...
Erinnerung. Dies war - nein, MUSSTE - Erinnerung sein. Er konnte nicht wieder in Mael Rayat gefangen sein! Furmas war tot, der Verschlinger schlussendlich selbst verschlungen worden.
"Bist du dir da so sicher?", höhnte eine schnatternde Stimme am Rande seines Bewusstseins.
Das Gefühl von Panik stieg in ihm hoch, pulsierte in seinen Adern wie Säure, drohte sich seines Denkens zu bemächtigen. Schattenhafte Fratzen schälten sich aus der gestaltlosen Finsternis um ihn heraus, tanzten in irrem Reigen um ihn herum und raunten einen Namen:
"Syrr´ael...Syrr´ael...SYRR´AEL!"
Elfen, Menschen, Letharen...sogar die verzerrten, vielgesichtigen Fratzen von Dämonen (Furmas?!).
Manche flüsterten in Ehrfurcht, viele in Verzweiflung und Angst, einige sogar in reinem, feurigem Hass.
Er kannte sie alle...
Manche waren nur noch undeutlich, diffus zu erkennen, graue Schatten kurz vor dem Verblassen. Andere gestochen scharf, in pulsierenden Farben von nahezu schmerzhafter Intensität, die die Augen tränen ließ.
Aber eines hatten sie alle gemeinsam: Sie alle waren von ihm getötet worden.
"Ja, Erzlethyr! Sie alle waren deine Opfer! Sie alle wurden so in gewisser Weise ein Teil von dir! Aber nun endet es...!"
Enden? Was sollte dies bedeuten?!
"Weißt du das denn nicht, du Narr?". Kurzes, höhnisches Lachen.
"Du stirbst gerade!"
Er riss den Mund auf, aber anstatt eines Schreis entwich ihm nur kraftloses Röcheln.
'Das Röcheln eines Sterbenden?', fuhr es ihm durch den Kopf. Instinktiv hob er das Haupt, sah in weiter Entfernung über sich ein helles Licht, während er selbst immer tiefer hinab in die Finsternis sank....
Nein, dies konnte, durfte nicht sein!
"Aber du hast versagt, mein kleiner Lethyr, weißt du das denn nicht mehr?". Versagt?! Unmöglich! Zu Dutzenden hatte seine Disharmonie die Feinde in Stücke gerissen. Und doch...
"...und doch waren es am Ende zu viele.", vollendete die Stimme in hohntriefender Trauer den Gedanken.
Aber es stimmte...
Es war eine Schlacht gewesen, eine von so vielen auf dem Festland, dessen Boden im Lauf der Jahre fast mehr Blut als Regen getrunken hatte. Und er hatte sie verloren, war in irrer Mordgier mit einem kleinen Trupp Getreuer von der Hauptstreitmacht getrennt und schlussendlich überwältigt worden.
Jetzt wartete nur noch das Vergessen und ewige Finsternis auf ihn.
"Ja, komm! Komm zu mir, kleiner Lethar!", lockte die Stimme. Die Panik in ihm erstarb wie gelöschte Glut und seltsame Gleichgültigkeit machte sich in ihm breit.
...
..
.
Aber nur für einen Augenblick. Seine Zeit war noch nicht gekommen! Er hatte noch einen Nutzen, noch Aufgaben zu bewältigen!
"Vater! Lasse mich dir noch einmal dienen!", gellte krächzend seine Stimme und zitternd streckte er die Hand in die Höhe.
Aufeinmal erklang ein Donnern - nein, eine Stimme die vom Licht zu ihm herab drang und die Dunkelheit zerriss: "SO SOLL ES SEIN, SYRR´AEL, EINES MEINER KINDER! TUE BUßE UND KEHRE AN DEN ORT DEINES AUFSTIEGES ZURÜCK! DIENE MIR GUT UND ES WIRD SICH ZEIGEN, OB ES FÜR DICH AUF DIESER WELT NOCH EINEN PLATZ GIBT!"
Eine gigantische Pantherklaue stieß aus dem Licht herab und trug ihn empor...
Zurück ins Leben. Zurück nach Alathair.