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Ein schlichter Zettel für Kadir

Verfasst: Mittwoch 19. Juni 2013, 23:21
von Yasmeen
*Getrocknete Schminkflecken, womöglich die von Tränen, fanden übereinander ihren Platz auf dem Pergamentfetzen. Des Nachts hatte sie ihrem Cousin den Zettel durch den Türschlitz seines Hauses geschoben, bevor sie wieder in den Palast durch den Hintereingang zurückkehrte.*


Es schmerzt im ganzen Körper, bis in die letzte Vene, wenn einem das Herz aus der Brust gerissen wird...


Yasmeen

Verfasst: Donnerstag 20. Juni 2013, 15:24
von Kadir Bashir
Als Kadir sich an jenem morgen, voll von Salzstaub, auf den Weg in sein Haus machte fand er Yasmeens Nachricht vor.
Seufzend senkte er den Blick

"ich weiß Cousine... ich weiß"

murmelte er vor sich hin und legte das Pergament auf die Küchenzeile. Er würde ihr später einige Zeilen schreiben, was er jetzt brauchte war ein Bad und frische Kleidung, ehe ihn jemand sah.

Verfasst: Freitag 21. Juni 2013, 07:36
von Kadir Bashir
Frisch gewaschen... umgezogen... und etwas zur Ruhe gekommen schlich er sich in sein Haus. Noch wollte er niemanden sehen. Er wollte nicht gefragt werden wie es ihm geht, ob er Hilfe braucht...

Er setzte sich an den Tisch, zückte Feder und Pergament und begann seiner Cousine einige Worte zu schreiben


Meine liebste Cousine,

hier sitze ich, will dir einige Zeilen schreiben und weiß gar nicht so richtig was. Gibt es hierfür die richtigen Worte? Ich kann durchaus verstehen, dass auch du mich für jene Entscheidung nun hasst aber ich hatte keine Wahl...

Viel zu oft hatte sie in den letzten Wochen und Monaten über die Strenge geschlagen. Gleich welche Strafen ihr auferlegt wurden, lernte sie nicht aus ihren Fehlern. An jenem Tag waren wir nicht allein Yasmeen... sie stellte sich nicht unter vier Augen gegen mich. Unabhängig von der Tatsache das sie mich verletzt, enttäuscht und gedemütigt hat, stand Rashid direkt daneben und all die anderen.

Sie wiedersprach mir, sie wiedersprach Rashid. Sie widersetzte sich und selbst als Zafer ihr sagte sie solle sich meiner Weisung fügen trotzte sie. Wie ein kleines Kind, mir völlig fremd stand sie vor mir. Aiwa wir haben die Sturheit im Blut aber dieses Verhalten kann ich nicht damit rechtfertigen.

Rashid hatte recht mit seiner Forderung sie aus der Familie auszuschließen. Ich wünschte es wäre anders. Aber mit dieser Anklage musste ich mich als Oberhaupt leider auseinander setzen. Glaube mir das ich mir all das nicht leicht gemacht habe. Sie ist meine Fidah Yasmeen... ich musste meine eigene kleine Fidah, die ich immer beschützen wollte, der Familie verweisen. Die Konsequenz... sie wird mich für immer hassen. Denkst du, du erzählst mir etwas neues mit deinen Zeilen? Glaubst du ich kenne jenen Schmerz nicht? Weit gefehlt Cousine...

Aber so muss nun wohl jeder sein Päckchen tragen... es gibt keine Sieger, nur Verlierer.

*schwungvoll unterschrieben*


Kadir