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so sprich mein Herz....

Verfasst: Freitag 14. Juni 2013, 00:27
von Aaminah Faghira Ifrey
Der verlorenste aller Tage ist der

an dem man nicht gelacht hat.



Ihre Finger streichen über den feinen, seidenen Stoff des Sandfarbenen Kleides. Die Nadel wird empor gehoben und vorsichtig durch die kleine goldene Perle geführt. Hunderte davon werden sich auf dem Stoff des Kleides wiederfinden, angeordnet zu feinen in sich geschwungenen Ornamenten. Über das Kleid wird ein zweiter ebenso feiner seidener Stoff gelegt welcher mit weißen Muschelperlen verziert ist. In der Mitte, der Stelle wo der Bauch ist wird das Kleid von einer Muschel festgehalten. Die Muschel, strahlend weiß, durchziehen Sandfarbene schieren deren feine Struktur.

Sie hebt das Kleid empor und beginnt es der Schneiderpuppe anzulegen. Hier und da wird noch eine goldene kleine Perle angenäht und an dem oberen Teil des Kleides wird der Stoff am Bauch leicht gezwirbelt. Langsam entfernen sich die Hände von dem Kleid und sie weicht einige Schritte zurück. Ein wahrliches Meisterwerk und sie betet für die Trägerin das es ihr das Glück bringt welches ihr zusteht.

Als die Trägerin das Kleid abholt und sie das Lächeln der Frau sieht, war klar das es sich um die eine Wahre Liebe handeln muss, denn nur ein solches Lächeln, welches bis zu den Augen dringen mag birgt das Geheimnis der inneren Gefühle.

Und genau dieses Lächeln war es was sie selbst dazu bewegte stets ebenso jedem mit einem Lächeln zu begegnen. Viel zu oft ließ man sich von Hass leiten, man ließ zu das dieser einen durchströmt obwohl man selbst doch garnicht so denken möchte...nicht so sein möchte. Man folgt einem Gefühl, einem Gedanken ohne das Große und Ganze zu sehen, ohne vielleicht hinter die Kulissen zu blicken. Ohne vielleicht zu hinterfragen.

Gassur, Malaika und Jalilah sollten wenn Eluive es gut mit ihnen meint bald zu ihrer Familie gehören, als Paar, als Familie. Nicht freut sie mehr als ihre Freundin so lachen zu sehen und die kleine in so guten Händen zu wissen. War es doch das was sie selbst sich ebenso für Zafer und sich wünschte. So oft stand sie vor ihm, so oft sah sie ihn und doch lief sie viel zu oft schnell weiter aus Angst aufdringlich zu wirken obwohl ihr Herz immer danach schrie bei ihm zu sein.


Ich bewache meinen Blick,
Daß er nicht dein Aug erreicht,
Daß er kein tastend Mißgeschick
Mir dein Herz entreißt.

Geh dir also aus dem Wege,
Meide dein Revier,
Doch wenn ich mich schlafen lege.
Dann verein ich mich mit dir:

Laß die Seelen beieinanderliegen
Herz an Herz -
Körperloses, inniges Umschmiegen
Ohne Schmerz.



Das Augenpaar schweift durch das Zimmer, ein sanftes Lächeln legt sich auf ihre Lippen als die Hand während ihrer Gedanken wohl an der Kette verweilte. Sanft streichen die Finger über das filigrane Meisterstück, die Augen schließen sich für diesen Moment um sich an jenen Abend zurück zu entsinnen. Wie ein Traum scheint es ihr als er vor ihr, ruhig und mit seichten Bewegungen, die Kette um den Hals legt. Das warme Metall des Schmuckstückes sich auf die Haut legte und ein kompletter Schauder über ihren Körper huscht. Das Schmuckstück erinnerte sie immer an ihn, so trug sie ihn bei sich doch trug sie das auch schon vorher er wohnt in ihrem Herzen und dort würde sie ihn auch nicht mehr herauslassen.



إنني اعشق عيناك يلي سهروا عيوني الليالي
قلبي يشتاق اليك, كما يشتاق العطشان الي السقي
اري على شفاتيكي بسمة لا تغيب عن بالي
اشعر بالراحة معك يا اغلي من روحي و حياتي

Ich verehre deine Augen, die meine Augen Nächte lang wach lassen,
mein Herz vermisst dich, sowie der durstige das Wasser vermisst,
ich sehe auf deinen Lippen ein lächeln, das nicht aus meinen Gedanken geht,
ich fühle mich bei dir wohl, dir gehört meine Seele und mein Leben.



Die Liebe ist etwas wunderschönes, sie gibt...sie nimmt...sie ruht und kann gleich darauf wieder toben wie ein Sturm. Nie verweilt sie an Ort und Stelle, sie entwickelt sich stets weiter. Liebe lebt nicht davon einander in die Augen zu blicken, Liebe lebt davon in die gleiche Richtung zu schreiten. Nur wer gemeinsam einen Weg beschreitet und die Kraft hat Hügel als auch Täler zu durchforsten, der wird den langen und beschwerlichen Weg einer Beziehung gehen können. Man muss vergeben können, einander zuhören, man muss den Partner nehmen wie er ist, mit all seinen Fehlern. Doch sollte man sich bei alle dem nie selbst aus den Augen verlieren.
Soviel worrauf man achten sollte und doch ist es eigentlich so einfach, höre auf dein Gefühl und lausche deinem Herzen.



Durch Liebe ward das Bittre süß und hold,
Durch Liebe ward das Kupfer reines Gold,
Durch Liebe ward die Hefe rein und klar,
Die Liebe bot der Krankheit Heilung dar,
Durch Liebe wird belebet, wer entschlafen,
Durch Liebe werden Könige zu Sklaven ...
Die Liebe macht das tote Brot zur Seele,
Macht ewig die vergängliche, die Seele!

Maulana Dschelaladdin RUMI (1207-1273)

Verfasst: Freitag 21. Juni 2013, 16:16
von Aaminah Faghira Ifrey
Zwischen Mann und Frau steht die Liebe
Was ist das, nur Triebe?
Nein! Geduld, Nachsicht, Vertrauen,
nur darauf kann man bauen.

Heute schon hier, morgen bereits dort
Eluive kann nehmen das Liebste fort.

Jeden Tag sollten wir denken;
Sie kann nehmen . Sie kann schenken.

Wir sehen die Dinge oft als Problem,
denken, es kann nicht mehr weiter gehen.

Doch halten wir uns an Eluive's Gaben,
werden wir innere Ruhe haben.

Oft fällt es schwer, so zu handeln,
weil wir zwischen gut und schlecht wandeln.

Wir kämpfen täglich mit dem irdischen Leben,
aber nur Sie kann uns geben.




Die Finger streichen über ihre zarte Haut, der Blick ruht auf der blauen Weite des Meeres.


So viele Geheimnisse welches das Meer ins sich trägt, verschlossen vor all unsrer Augen, wieviele Liebende hat es wohl schon getrennt und gleichsam wieder nach langer Trennung zusammen geführt.

Zwei Seelen die einander lieben sollte man nicht voneinander trennen, man sollte sie nicht ihrer Kraft berauben füreinander da zu sein. Man sollte sie zusammen führen, sich an ihrem strahlen ergötzen und spüren wie der Raum welchen sie betretten eine Kraft spüren lässt welche nur die Reinheit der Liebe inne trägt.

Trennt man jedoch beide Seelen voneinander, so verkümmern sie....wie ein Samen welchem das Wasser verwehrt bleibt, wird die Seele verdürren und schrumpelig in seiner Hülle zurück bleibe. Die Hülle wird sich verhärten, sie wird irgendwann zu Stein werden und irgendwann zu Staub verfallen.....

Der Glaube versetzt Berge...Eluive hilf den beiden, hilf ihnen en Weg beschreiten zu können denn du selbst wirst sehen wie rein die Liebe ist welche sie füreinaner empfinden. Selbst ich spüre sie, in jedem Blick welchen sie austauschen, in jedem Wort den sie von ihm spricht, in jeder Gestik welche er vollbringt. Hilf ihnen beieinander sein zu können.

Mein Herz ich will Dich fragen:
Was ist denn Liebe? sag'!
"Zwei Seelen und ein Gedanke,
Zwei Herzen und ein Schlag!"

Und sprich woher kommt Liebe?
"Sie kommt und sie ist da!"
Und sprich wie schwindet Liebe?
"Die war's nicht, der's geschah!"
Und was ist reine Liebe?
"Die ihrer selbst vergisst!"
Und wann ist Lieb am tiefsten?
"Wenn sie am stillsten ist!"
Und wann ist Lieb am reichsten?
"Das ist sie, wenn sie gibt!"
Und sprich wie redet Liebe?
"Sie redet nicht, sie liebt!"


Das leise platschern einer Fischflosse vernahm das rechte Ohr und im Augenwinkel bewegte sich die Wasseroberfläche Wellenartig zu jener Bewegung. Die Hände greifen zu dem langen Stoff, die Füße tragen sie zum Wasser hin und berühren jenes. Die Augen schließen sich als das angenehm kühle Wasser ihre Haut zu umspielen beginnt, der Brustkorb dehnt sich zu einem tiefen Atemzug aus und ein zufriedenes seichtes Lächeln legt sich auf ihre Züge.

Mein Herz....es gehört nur dir und Rein ist meine Liebe auch, ich werde dich niemals enttäuschen so Eluive mir helfe, werde ich versuchen stets immer die Richtigen Wege zu gehen. So Eluive will wird sie uns niemals trennen und nichts wünsche ich mir sehnlichster, denn eines ist sicher, mein Herz würde eine solche Trauer nicht ohne tiefe Narben welche bis zu den Stützenden Säulen reichen, überleben. Mein Herz würde zerbrechen, zu tausend Splitter die niemals wieder alle gefunden werden könnten....immer würde ein Stück fehlen, immer würde ein Stück Schmerz sich in meiner Brust wiederfinden.


Ich danke dir liebe Seele das du mein Gegenstück gefunden hast,
ich danke dir das du uns zueinander geführt hast.
Ich danke dir das du unsere Augen füreinander geöffnet hast,
ich danke dir das du unsere Herzen hast sehen lassen.
Ich danke dir für all jene Momente die mein Herz lachen
und meine Seele erstrahlen lassen.

Verfasst: Mittwoch 26. Juni 2013, 17:56
von Aaminah Faghira Ifrey
War ich verloren auf dem Weg den ich gerade vor mir hatte?
War ich falsch an dem Platz an dem ich stand?
War ich bereit den Weg weiter zu gehen?
Würde ich mich von meinen Gedanken und deren Dunkelheit einhüllen lassen?
Würde ich die Stärke haben um meine eigenen Fesseln zu zerreissen?
Möchte ich das alles wollen?


Mein Herz schien stets groß und jeder fand darin sein Stückchen auch wenn die tiefste Stelle nur einer berührte. Ich bin nicht nachtragend, kein Mensch der nicht vergeben kann, kein Mensch der von ganzem Herzen hassen könnte.
Nein ich möchte stets verstehen, stets harmonieren auch wenn ich durch meine aufgeschlossene und direkte Art vielleicht anecken mag. Ich liebe ihn, mehr als alles was ich sonst lieben könnte, doch fühle ich mich ab und an so hilflos. Ich habe Angst ihm nicht gerecht zu sein, ihm nicht die Ratschläge geben zu können....ihm nicht die Richtige Rani zu sein.


Selbstzweifel die mich zerreißen Fadrim....selbstzweifel die ich mit dir hätte besprechen können, sicherlich hättest du eine Antwort gehabt. Sicherlich hättest du mir sagen können was ich tun soll....
Mein Herz fühlt sich an wie wenn es Tonnen schwer ist, es tut weh in meiner Brust....ich möchte weinen aber ich kann es nicht.


Ich hätte so gerne gefragt was los war, hätte so gerne erfahren wie ich ihm helfen kann....aber ich hatte Angst, Angst ihn in seiner Ehre zu verletzten wenn ich danach frage. So bin ich nach Oben und habe gewartet, gewartet bis Hazar kam. Sie war eine gute Zuhörerin und ich wusste das er sie sehr mochte. Sie würde ihm zuhören, für ihn eine stütze sein. Sie würde ihm eine Freundin sein, eine die ich nicht sein kann, nicht in jenem Moment. Nicht während der Selbstzweifel seine schwarzen Schatten über mich warf.


Die Finger glitten über die Kleidungsstücke die nach und nach in eine Tasche gepackt wurden. Bei jedem Kleidungsstück wurde das Herz schwerer, jede Bewegung schien sich ins unendliche zu ziehen. Wieder glitt das Augenpaar auf die Bücher welche auf dem Bett lagen. Die Hand schleudert die Tasche in das Eck und sie lässt sich auf den Boden gleiten. Das Augenpaar richtet sich an die Decke und gefühlte Stunden starrt sie jene einfach nur an, sich nicht bewegend, nur die Augen blinzeln und die Brust hebt sich leicht während sie den Atem in ihre Lunge zieht. Atem welcher wie Blei die Lungen füllt und sie nur noch schwerer werden lässt. Unfähig sich zu rühren.....

Wir kennen uns nie ganz, und über Nacht sind wir anders geworden,
schlechter oder besser.
Theodor Fontane


Und so war es...ich kannte mich nicht, so depressiv, so in mich gekehrt verschlossen vor den anderen. Mein Lächeln gestern war falscher denn je, es kam nicht von Herzen und kam nicht von mir, es war etwas anderes das versuchte die Fassade aufrecht zu halten. Etwas das den anderen die Kraft geben wollte. Mein liebster litt, ich hatte die Freundschaft zweier Menschen zerstört die mir wichtig waren, meine beste Freundin war der Ohnmacht nah, es war meine Schuld ich wollte nicht das es soweit kommt. Ich hätte nicht drängen sollen, ich hätte dem Zeit geben sollen. Doch mein Ungeduld ließ alles ins Chaos stürzen, meine ungeduld war schuld an dem Dilemma. Ich war schuld und noch mehr schuld hatte ich Hazar gegenüber die nun hier in den Trümmerhaufen den ich veranlast hatte zurückkehren musste. Sie war so eine wunderbare Nathifa, er hätte sie verdient....nicht mich...und allein dieser Gedanke ließ meinen Tränen freien lauf denn der Hass auf mich selbst darüber war unerträglich.

Irgendwann versiegten meine Tränen und wieder starrte ich an die Decke, so als würde ich mir eine Lösung erhoffen, ein Bild welches Eluvie selbst auf die Wand niedermalt. Ich vermisste ihn jetzt schon, seine nähe, seine ausstrahlung, seine liebe, seine Stimme, sein Geruch....einfach alles an ihm. Ich sehnte mich nach ihm, jeder Faser meines Körpers tat dies und doch schämte ich mich ihm unter die Augen zu tretten, nicht nachdem was geschehen war.....mit diesem Gewissen würde sie für lange Zeit leben müssen. Das einzige was sie hatte waren die Bilder in ihrem Kopf und ihre Erinnerungen die sie auf ihrer Haut spürte als würden sie in genau jenem Moment geschehen.

  • [img]http://24.media.tumblr.com/989fa815d98c34b88739dc1680f2cac4/tumblr_mngwz77tNv1qilp0uo1_250.gif[/img]
Das ist die wahre Liebe, die immer und immer sich gleich bleibt,
ob man ihr alles gewährt, ob man ihr alles versagt.
Johann Wolfang von Goethe (1749-1832)


Die Nacht warf langsam ihre Schatten und hüllte den Raum in Dämmerlicht, die Kerzen welche nun noch den Raum erhellten flackerten bei den seichten Windstößen leicht auf. Die Augen öffnen sich langsam, sie muss geschlafen haben....der Körper fühlte sich noch immer schwer an und doch erlangte sie die Kraft um aufstehen zu können. Der erste Blick gehörte wohl den Kleidungsstücken, für nur einen Augenblick überlegte sie wohl ob sie diese wieder einräumen solle, jener gedanke wurde jedoch nicht weiter beachtet. Die Hand griff zu der Türklinke und drückten diese nach unten, leise war das krächzen der aneinander reibenden Metalle zu hören als der Türriegel sich löste. Noch für einen Moment hielt sie inne, das seidene Tuch welches locker um ihre Haare gelegt ist bewegt sich in wellenartigen Formen hin und her als ein Windstoß das öffnen der Türe begleitet. Das Augenpaar schweift über die Terrasse, ein tiefes und erschwerliches Einatmen folgt ehe sie die Türe geöffnet lässt und die Treppen hinunter schreitet. Den Blick nicht wirklich klar nach vorn gerichtet läuft sie eher gedankenverloren nach unten um dann sofort den Weg in Richtung Strand einzuschlagen. In ihrer anderen Hand hält sie das Buch, eines der Bücher welche sie ihm geschenkt hatte. Als die Füße den Sand spüren lässt sie sich nieder, legt das Buch auf den Schoß und beginnt die Wörter in sich aufzusaugen.

Verfasst: Donnerstag 27. Juni 2013, 16:30
von Aaminah Faghira Ifrey
  • Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll.
Johann Wolfgang von Goethe

Die Hände umschließen das gerollte Pergament als es ihr von Ranshid einem Boten übergeben wird. Noch für einige Momente blickt das grün-braun gesprenkelte Augenpaar dem Boten hinterher ehe sie im Zimmer verschwindet und das Pergament, zum lesen, entrollen wird.

  • Aaminah,

    man sagt, dass man dort zuhause ist, wo das Herz wohnt.
    Dass mein eigenes Zuhause einmal zu meinem Gefängnis
    werden würde, hätte ich nie gedacht. Ich sitze hier und
    ich kann kaum noch einen klaren Gedanken fassen. Ich
    habe so viel falsch gemacht. Trotz des Verbotes haben
    wir uns weiterhin getroffen. Zwei Liebende voneinander
    entfernt zu halten, das ist doch nicht richtig. Aber unsere
    Lösung war die Falsche. Ich habe die Befürchtung, dass
    Zafer und Gassur sich als Freunde verlieren.
    Ich fühle mich, als wäre ich ein wandelnder Schatten. Ich
    habe Jalilah zu meinen Eltern bringen lassen, bevor mir
    irgendwer auch noch sie nimmt. Ich habe Angst. So starke
    Angst, an all dem nun auch noch zu zerbrechen. Ich musste
    doch Rasin schon gehen lassen. Und nun? Nun habe ich
    begonnen zu lieben und alles, wirklich alles, spielt gegen
    uns. Meine liebste Freundin, ich vermisse ihn so. Aber ich
    weiß, dass ich ihn nicht sehen darf. Ich weiß nicht einmal,
    ob ich ihn überhaupt jemals wiedersehen werde.
    Sie haben es geschafft, mich zu brechen. Ich bin... allein.

    Malaika



Tränen gleiten die weiche Haut an den Wangen herunter und verlieren sich im seidenen Stoff des Schleiers. Auf dem Kissen niederlassend beginnt sie ihre Feder über ein neues Pergament gleiten zu lassen. Ein tiefes Einatmen folgt, kraftsammelnd....doch sitzt sie vor dem Pergament und starrt es an, die Gedanken noch zu wirr um sie auf das Papier niederzuschreiben.

  • Das Glück, kein Reiter wird's erjagen, es ist nicht dort und ist nicht hier.
  • Lern überwinden, lern entsagen, und ungeahnt erblüht es dir.
Theodor Fontane


Geduld ist etwas das ich selbst nicht wirklich beherrschte, wie also sollte ich Malaika nun sagen sie solle warten, alles wird gut. Ja diese Worte würde ich ihr gerne schreiben, würde ihr gerne die Kraft geben, die Kraft zu wissen das alles besser wird. Doch wird es das? Pessimistisch denken ist nicht meine Art, ich bin eher jene die sagt mein Glas ist halb voll...nicht halb leer. Doch gerade jetzt fühlte sich alles so schlecht an, es fühlte sich alles so negativ an. Egal wo der Blick hinführte schien eine Art Chaos zu herrschen.

Doch jeder hat sein Päckchen zu tragen und jeder muss zusehen das er das eigene Päckchen heil auf die andere Seite bringt. So war es und so wird es immer sein, ich liebe meine Freundin von ganzem Herzen und ich möchte versuchen mein Kinn in die Luft zu strecken, würde mich gerne gegen den Wind stellen, doch mir fehlt gerade selbst die Kraft dazu. Zu groß sind meine eigenen Zweifel..zu groß meine eigene Unsicherheit.


Wieder vermag ein tiefes Einatmen folgen, die Feder wird abermals in die Tinte getunkt und schwungvoll beginnt sie dann ihre Gedanken an Malaika niederzuschreiben.
  • Salam Malaika,

    Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft - keinen größeren Reichtum, keine größere Freude.
    Epikur von Samos

    Ich danke dir das du da bist, danke dir das es dich gibt und danke dir für all dein Lachen und Weinen. Für all die Zeit die wir stets miteinander verbracht haben und auch weiter verbringen werden. Ich möchte dir Kraft schenken meine Liebe, Kraft um weiter zu machen. Nimm sie an, halte sie in deinen Händen als wäre es das Wertvollste überhaupt und wenn du sie nutzen willst dann lass ihr freien Lauf. Denke nicht an das was geschehen ist, denke an das was kommen wird, denke daran das es vorran geht. Denke daran das du bald bei uns bist und dann, dann wird sich alles zum Guten wenden. Mach dir keine gedanken über die Freundschaft von Zafer und Gassur, sie werden wieder zueinander finden. Manche Wunden brauchen Zeit bis sie heilen, lassen wir ihnen die Zeit. Menschen sind wie Blumen, sie brauchen Sonne um zu erblühen so wie der Mensch die Freundschaft brauch. Alles wird wieder seine Wege finden, Eluive ist mit uns sie hält ihre Schützenden Hände über uns...wir sind ihre Kinder, sie liebt ein jeden von uns.

    Aaminah
    *neben ihrem Namen ist ein Herzchen gemalt*



Gleichsam wird ein weiteres Pergament herausgezogen, wieder gleitet die Feder über das Papier, lediglich zwei Sätze sind dort geschrieben. Er wird erkennen das es ihre Schrift ist.


  • Freundschaft ist eine Tür zwischen zwei Menschen.
    Sie kann manchmal knarren, sie kann klemmen, aber sie ist nie verschlossen.
    Balthasar Gracián y Morales

    In ewiger Liebe, deine Rani

Das gerollte Pergament für ihren liebsten wird in eine Rote schleife gehüllt und mit einem Zettel 'Zafer' versehen.
Malaika's wird dem Boten überreicht mit der Anweisung es so schnell wie möglich hinzubringen.

Meine Gedanken bleiben wohl noch den ganzen Tag bei ihr, an die lachende Zeit miteinander und ich freue mich schon wenn diese Zeiten wieder anbrechen und unser aller Lachen durch das Haus schallt.
  • Der Freund ist einer, der alles von dir weiß, und der dich trotzdem liebt.
Elbert Hubbard
  • [img]http://up.picr.de/14989998oc.jpg[/img]

Verfasst: Mittwoch 3. Juli 2013, 17:22
von Aaminah Faghira Ifrey
Nachdenklicher denn je war meine Miene und ich wusste nicht ob ich noch länger gute Miene zu dem doch sehr schrägen Spiel machen konnte. Ich freute mich darüber, dass die Beiden einander gefunden hatten, auch freute ich mich Malaika wieder glücklich zu sehen und Gassur ebenso, gemeinsam wirkten die beiden einfach so unbeschwert. Doch als sie gestern zu Besuch war und sie Zafers Reaktion bemerkte... so war das wie ein Messerstich in das Herz. Mir selbst erging es nicht anders, ich spürte wie sich mein Hals zuzog aber ich versuchte die Situation zu retten, versuchte ihn dazu zu bewegen sich näher heran zusetzten. Es lief fehl, genauso wie das Gespräch mit Hazar fehlschlug, alles was ich anfasste schien in meiner Hand zu verwelken, egal was. Und wie ich versuchte die Medallie drehen zu wollen kam ich lediglich nur bei der schlechten Seite an.

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
Bertolt Brecht

Wut stieg in mir auf und der nächstlegende Gegenstand war wohl jener, der daran glauben musste und somit mit einem lauten Krachen an der Wand aufprallte, die Blätter des Buches lösten sich bei dem Aufprall und landeten verstreut auf dem Boden. Ich sackte zu Boden und vergrub meine Hände im Gesicht, um die Tränen darin zu sammeln.
Was soll ich denn noch tun, der Rat ihm die Zeit zu lassen, die er braucht, ja den verstand ich... aber er musste doch sehen, dass man versuchte ihn aus seinem Eck heraus zulocken, dass man versuchte ihn wieder für sich zu gewinnen. Ich versuchte schon mit aller Mühe meine Eifersucht zu zügeln und mir nicht anmerken zu lassen, wie sehr sein Verhalten mich verletzte, ich schluckte diese herunter und versuchte weiterhin die Stütze zu sein, welche ich sein soll. Doch es missglückte die letzten Tage. Würde sein Herz nicht auch bluten, wenn sie getrennt wären? Ich könnte nicht schlafen, weil ich immer wieder wissen wolle wie es ihm geht, was er macht, was sein Herz fühlt. Es ist so schon schlimm ihn leiden zu sehen, zu wissen das er nicht glücklich ist... es zerreisst mich innerlich.

Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.
Konfuzius

Ich hatte einen gemacht, ich hatte ihn gestern verletzt und den Tag davor auch schon... dabei war es nicht meine Absicht. Aber wie sagt man so schön: 'Unwissen schützt vor Strafe nicht'. Ich hoffe, dass er mir verzeihen wird, ich hoffe, dass ich ihn nicht nochmals verletzte.

Mein Papa sagte mir immer: 'Willst du einen Augenblick glücklich sein, räche dich. Willst du ein Leben lang glücklich sein, schenke Vergebung.'
Das ist wohl mitunter ein Grund, weshalb ich über so Vieles stets hinweg sehe, weshalb ich versuche nicht nachtragend zu sein... weshalb ich versuche, eher zu Lachen, auch wenn in meinem Herz in jenem Moment eher die Wut zu brennen scheint. Ich habe verziehen, ich werde verzeihen und ich kann immer wieder vergeben. Was jedoch viel schlimmer ist, ist das ich nicht vergessen kann, Situationen brennen sich in mein Hirn ein und strömen bei ähnlichen Situationen immer wieder durch meine Sinne. Ich versuche zu vergessen, ab und an mag es gelingen und ab und an mag es mich verschlingen... welch Seite sich zeigt entscheidet sich meist erst nach einiger Zeit. Und doch vergebe ich sogleich wieder, um das Feuer nicht noch mehr zu schüren... die Harmonie ist doch viel zu friedlich als jene zerstören zu wollen. Lieber genieße ich die Sonnenstrahlen welche mein Gesicht erwärmen und mein Herz strahlen lassen, als wenn ich weinend und grießgrämig in meinem Hass verkümmere und mein Herz wie eine schrumpelige alte Dattel aussieht.

Ich atmete tief ein, so tief, dass mir meine Lunge fast platzte, mich dabei aufraffend schnappte ich mir den zweiten Band des Buches und lief einfach los, mein Weg führte mich über unseren Hof, zu den Toren, durch MenekUr bis hinauf zum Tempel. Dort ließ ich mich nieder, das Buch auf meinen Schoß legend, begann ich darin zu lesen, einfach um nicht weiter über alles nachzudenken zu müssen, um mich etwas abzulenken und Ruhe zu bekommen. Lange funktionieren sollte dies nicht und ich hing wieder meinen Gedanken hinterher, suchte nach Lösungen und betete zu Eluive das sie mir Kraft schenken sollte, um meine Familie wieder zueinander zu führen. Für einen Moment erhob ich mich und legte einen vollen Goldsack in die Spendenkasse, sicherlich würde Nazeeya es brauchen und sich über eine kleine Spende freuen, immerhin hatte sie auch stets ein offenes Ohr für allerlei Anliegen.

Verfasst: Donnerstag 4. Juli 2013, 01:58
von Aaminah Faghira Ifrey
Egal wie hoch die Mauern sind welche du erbaut hast, man brauch nur tief genug hinein zublicken um zu erkennen....

Wir wollen Perfekt sein für die Welt, für die Menschen um uns herum.
Wir wollen Glücklich sein für uns und für die Menschen um uns herum.
Wir wollen Lachen, für die Menschen um uns herum und auch für uns.
Doch wenn das Lachen nicht mehr zu den Augen dringt, wenn es an ihnen vorbei gleitet, es aufgesetzt wirkt, es nicht mehr strahlt. Dann sind wir nicht nich Glücklich, wir können nicht Lachen, nicht für die Menschen um uns herum und auch nicht für uns. Wir können nicht von uns verlangen Perfekt zu sein, denn die Menschen um uns herum sind es auch nicht. Sie machen auch Fehler....ob sie diese nun mit Absicht begehen oder aber durch ein Gefühl oder einen falschen Gedanken, das ist relativ...denn sie haben ihn gemacht und wachsen erst nachdem sie aus ihm gelernt haben.

Malaika und Gassur haben den Fehler gemacht das sie einander trafen trotz des Verbotes, sie liebten sich, sie vermissten sich. Sie wollten einander haben, einander spüren, aber sie durften es nicht. Sie verletzten die Ehre von sich selbst und die der Familie, aber taten sie es mit Absicht oder einfach weil ihr Gefühl sie dahin lenkte. Kann man Gefühle steuern? Kann man Gefühle lenken? Man konnte sein eigenes Wohl über das eines anderen stellen oder gar umgekehrt, aber wenn man wirkliche Sehnsucht spürte, das beklemmende Gefühl als würden die Wände ohne eine Person einen erdrücken. Als würde man von innen austrocknen....austrockenen weil die spendende Kraft nicht da war, konnte man das einen Fehler nennen wenn man diesem Gefühl nachging? Wenn man in der Wüste wandern ist, schon seit Tagen kein Wasser zu trinken hat und ein Brunnen vor einem steht wo ein Schild dranhängt 'Bitte nicht anfassen' würdet ihr es nicht anfassen? Oder aber würdet ihr dem Drang etwas zu trinken nachgeben?

Es hatte seine Ehre verletzt, er hatte ihm sein Wort gegeben. Er war nun das Oberhaupt er hatte die Verantwortung, für ihn, für uns...für sie später ebenso...und er musste gerade stehen wenn die Familie in ungnade fiel. Noch mehr aber, so denke ich, verletzte ihn das Gassur so leichtfertig mit all dem umging, mit seinem eigenen Vertrauen und dem den die Familie und der Emir ihm entgegen gebracht hatte. War es aber Richtig seinen Freund und Cousin für etwas zu verurteilen wo er nur nach einem Gefühl gehandelt hat? Ich verstehe sein handeln, ich verstehe seine Wut und seine Enttäuschung, ich verstehe seinen inneren Zwist und die Trauer die dabei in seinen Augen liegt. Beide Seiten fühlten sich im Recht, sie hatten beide auch recht, der eine in jener Hinsicht einem Gefühl gefolgt zu sein, der andere in dieser die Ehre zu wahren.

Ein Lächeln legt sich auf ihre Lippen als sie dort an den Pfosten gelehnt in dem Tempel sitztend ihren Gedanken hinterher hing. Bilder von Hazars lächeln huschen vor ihre Augen, sie und Kadir lachten miteinander. Es war schön die beiden so zu sehen und ebenso schön war das Lachen wenn sie und Haroun miteinander sprachen. Hazar wirkte stets so süß wenn Haroun in ihrer Nähe war, so als würde sie sich für etwas schämen wenn sie einen Fehler macht oder eher Angst davor haben einen vor ihm zu begehen. Ganz anders als ich selbst die fast immer mit der Tür ins Haus fällt. Es war schön sie so glücklich zu sehen, auch fand sie es toll als Malaika von Herzem lachte, oder Gassur dieses Strahlen in den Augen hatte. Noch schöner aber war, Zafers Lachen zu sehen, es ließ mein Herz erstrahlen und ein kribbeln legte sich in meinen Körper. Es ließ mich vorallem aber Mitlachen.

Umso schlimmer war es ihn so zerrissen zu sehen, es fühlte sich an als würde mein Herz schwerer sein als jeder Stein den ich je gehoben hatte. Wie ein Berg fühlte es sich an, einen Berg den ich versuchte zu erklimmen...aber ständig wieder abrutschte, jedesmal kurz davor in die Tiefe zu fallen. Immer wieder versuchte ich dabei den Berg hinauf zurufen 'Ranim aiwa, ich spüre deine Angst und Ich weiß, du hast es nicht leicht. Doch ich bin hier für dich da!' Doch der Ruf den ich kläglich zu schreien versuche, kommt tonlos über meine Lippen, es ist als hätte man mir meine Stimme geraubt. Ich wollte ihn keinesfalls verlieren, keinesfalls wollte ich ihn verletzten, ich wollte aber auch keine Hazar verletzten und keine Malaika und keinen Gassur. Sie gehörten alle zu meiner Familie und ich hatte sie alle in mein Herz geschlossen, ich wollte sie Lachen sehen. Alle...

Schlimm genug das mich das Gefühl der Eifersucht zerfraß und es kann sich keiner im geringstes vorstellen wie schlimm es ist ein Gefühl zu haben und es zu hassen. Ich hasste mich selbst für dieses Gefühl, ich konnte ihr nicht in die Augen sehen, ihm es nicht ins Gesicht schreien, weil ich genau wusste das ich beide damit verletzte. Ich wollte es nicht fühlen......ich wollte frei sein von diesem Gefühl, diesem beklemmendem gar erdrückenden Gefühl.

Nun saß ich hier im Tempel, irgendwie war die Ruhe angenehm und doch war sie mir fremd. Ich kannte solche Stille nicht, das zweite Buch in meinen Händen haltend weit war ich nicht gekommen mit dem lesen, das erste hatte ich nichteinmal fertig und die Zettel lagen immernoch verstreut in meinem Zimmer herum. Was würde Zafer nur sagen wenn er wüsste das ich es kaputt gemacht hatte....aber meine Wut hatte mich überrannt. Vielleicht würde mir die Ruhe gut tun und der Abstand meine Gefühle beruhigen und mich klarer sehen lassen. Lieber blieb ich alleine mit meinen Gefühlen als diese an geliebten Menschen auszulassen....

Verfasst: Montag 22. Juli 2013, 23:11
von Aaminah Faghira Ifrey
"Die Kinder der Temora"....
"Der Sinn des Adels Teil ein und Zwei".....

Beide Bücher verweilen nur kurz in ihrer Hand ehe diese in die Ecke gepfeffert werden und sie sich mürrisch dreinblickend auf dem Fellbett niederlässt.

"Unverschämter Mann, wenn ich ..........pah!"
Die gedachten Worte bleiben unausgesprochen, flink erhebt sie sich und schreitet mit den Händen fuchtelnd durch das Zimmer dabei menekanisch vor sich her fluchend. Der immernoch durchnässte Stoff des Sari zieht hierbei, fast schon putzend, über die Steinfließen des Bodens. Die Hände ballen sich zu Fäusten und wieder ist ein wütendes ausatmen zu vernehmen. Schnell greift sie nach dem Stoff, hebt ihn etwas empor und schreitet die Treppen hinauf. Oben angekommen klopft sie gefühlte hundert mal an die Türe....diese aber...bleibt verschlossen.

Nach einer Ewigkeit lässt sich die junge Nathifa auf die Treppe niedersinken und seufzt leise auf. Wie dumm sie auch gewesen ist einem Wildfremden den Weg zeigen zu wollen, aber er wirkte so nett und sah so freundlich aus.... wie hätte sie ihm diese freundliche Geste denn verweigern können? Sie wurde doch dazu erzogen stets nett zu sein und vorallem Gastfreundlich.

Normalerweise ritt sie ihre tollpatschige Art nicht unbedingt in solche Schwierigkeiten hinein...diesmal waren es aber keine so einfach zu beseitigenden Schwierigkeiten. Es war ihr nicht wirklich verständlich weshalb ein Temora Gläubiger solch etwas tut, so falsch hatte sie diese Menschen nicht eingeschätzt. Sie konnte sich also nichteinmal auf ihre Menschenkenntnis verlassen. Das Haupt hierzu leicht hin und her schüttelnd folgt ein abermaliges tiefes Einatmen.

Wäre sie nur Zuhause geblieben..... zum Glück hatte sie den Tieren noch Futter gegeben....andererseits würde man so wohl ihr Fehlen nicht schnell bemerken, wenn man es überhaupt bemerken würde.

Das Augenpaar schweift zu dem Stapel Stoff der in der Ecke verweilend liegt, der Rücken wird an den kalten Stein gelegt und zum erstemal bemerkt sie wie einsam und kalt der Raum eigentlich ist und wie sich der kalte und nasse Stoff auf ihre Haut niederlegt. Die Wut wich langsam und die Angst kroch durch Mark und Gebein, die Angst welcher vorher das Temperament der jungen Nathifa den Weg versperrte. Unwillkürlich greifen die Hände zu den Handgelenken sie reibt diese einigemale ehe sie die Beine nah an sich zieht und ihre Hände um diese schlingt. Der Kopf legt sich auf die Knie nieder, die Haare fallen über die Schultern und erst jetzt kommt ihr wieder in den Gedanken das er sie entehrt hatte, er hat ihr den Schleier vom Kopf gerissen...am liebsten würde sie ihm die Augen dafür auskratzen und die Zunge rausschneiden. Wenn sie nur nicht so klein wäre und so untrainiert und.....hach...einfach nicht kampffähig. Das einzige was sie konnte war die einfachste Wolle, den einfachsten Flachs oder gar die einfachste Seide zu etwas wundervollem zu verarbeiten, das konnte sie und eben die restlichen Nathifasachen.

Sie würde das gewollte tun, hauptsache der Familie würde keine Schande bereitet werden und man würde vorallem ihren liebsten und ihrem Ranim, ihrem Herz, nichts antun.

Langsam löst sich die kleine, zierliche Gestalt von der Treppe und schreitet leise tapsend in Richtung des Stoffes. Diesen ergreifend schleppt sie alles zu dem Feuer und lässt sich dort nieder. Die wärme des flackernden Feuers umhüllt sogleich ihren Körper, die Augen werden schwerer und ohne auch noch weiter über etwas Nachzudenken fällt sie mit dem Stoff auf dem Schoß, an die Wand gelehnt, in einen tiefen Schlaf. Langsam rutscht der Körper dabei zur Seite, die Finger gleiten zu der Kette an ihrem Hals, eine gewohnte Position, diese fest umschließend fast klammernd.

Verfasst: Mittwoch 24. Juli 2013, 08:55
von Gast
Alles hatte einen tieferen Sinn, es war nicht schlicht Rache, die ihn so handeln lies, sondern die effektivste Art in seinen Augen so schnell als möglich das Ziel zu erreichen. Er hatte dem Knappen Wolfseiche zugesichert, dass er die geschneiderten Kaftane bald in den Händen halten würde, nun es würde sich noch etwas verzögern, irgendwie fand er Gefallen an seinem neuen Besitz.
Althan fragte sich, wie lange es dauern würde bis das Verschwinden jener jungen Menekanerin auffallen würde, die sich buchstäblich in Luft aufgelöst hatte und nun Sein war.
Sobald er hatte was er von ihr haben wollte, würde er sie wieder frei lassen und in ihr keimend die Gewissheit, dass nicht alle Ostländer Ehrenvoll und Tugenhaft waren.
Er hasste die Verkleidung die notwendig geworden war.
Die langen Haare juckten, der Bart kratzte und in einfachen Gewändern fühlte er sich unwohl, da seine Rüstung ihm wie eine zweite Haut erschien. Dennoch mit diesem kleinen Mädchen wurde er leicht fertig, dass ihr Trotz und Widerstand nur ihre Frucht überdeckte war ihm klar, er konnte sie in jeder ihrer Regung ihrem feinen Mienenspiel ablesen wie in einem offenen Buch.
Selbst als sie ihn furchtlos fast trotzig sagte, dass sie Durst habe die braunen Augen ihn anblitzten, konnte er nicht umhin diese kleine Person zu bewundern. Dass er sie plötzlich hochhob und ihn das Wasserbecken beförderte wurde mit einem entrüsteten Aufschrei belohnt. Triefend nass stand sie bebend vor ihm und seine Mundwinkel hoben sich zu einem trägen Lächeln, er würde bekommen was er wollte, oder sie würde noch eine ganze Weile seine Gegenwart ertragen müssen.
Er ging und lies sie derangiert zurück, später würde er wieder nach wieder sehen... die Türe fiel ins Schloss und sie hörte das klackende Geräusch eines Schlüssels, der ihr den Ausweg versperrte.

Verfasst: Mittwoch 24. Juli 2013, 13:19
von Malaika Leyla Ifrey
Irgendetwas war anders. Irgendetwas war nicht so, wie es sein sollte. Seit Tagen hatte ich kaum mehr wen im Haus gesehen. Das war in letzter Zeit nicht wirklich verwunderlich, irgendwie waren alle der großen Hitze entflohen und hatten sich irgendwo vergraben. Aber dennoch: Irgendetwas machte mich stutzig.

Während ich meinen Rundgang machte und die Federn und Eier einsammelte, kam mir irgendetwas nicht ganz richtig vor. Irgendwas war hier anders. Anders als sonst. Aber ich kam nicht drauf. Noch nicht. Während ich dann das romantische Abendessen bei Kerzenschein für meinen Traummann und mich vorbereitete, schossen mir einige Gedanken durch den Kopf. Was war es, was mir fehlte? Ich spürte doch, dass irgendwas nicht dort war, wo es hingehörte.

Nachdem wir den gemeinsamen Abend und die gemeinsame Nacht ausklingen ließen, wachte ich am nächsten Morgen panisch auf.

Aaminah.

Sie war nicht im Haus. Sie war nicht anzutreffen, sie war nirgends. Die Tiere waren nicht gefüttert, sie wurden nicht gemistet und es lagen über den Tag verteilt auch viel zu viele Federn herum. Sie war nicht hier. Sie war es, die mir fehlte. Was war passiert? Lag sie irgendwo verletzt? War sie, wie Zahra, in der Wüste gewesen und war irgendwo eingesperrt? Sie würde nicht einfach so gehen ohne sich zu verabschieden. Ich kletterte schnell aus dem Bett und wusch mich, zog mich an. Dann sattelte ich Djadi und ritt durch die Wüste. Ich war nicht ausgebildet darin, alle noch so gefährlichen Ecken ausfindig zu machen und ich musste auch auf mich selbst achten. Aber wenn ihr irgendwo etwas passiert war, dann hätte ich sie so vielleicht finden können. Aber egal, wo ich entlang ritt: Es war keine Spur von ihr.

Beim Zurückreiten bat ich die Wachen am Tor ein Auge auf die Umgebung zu haben. Und fragte, ob sie nicht vielleicht eine Patroullie machen konnten. Irgendwo musste sie doch sein... Ich machte mir Sorgen. Sehr heftige Sorgen.

Verfasst: Mittwoch 24. Juli 2013, 13:32
von Aaminah Faghira Ifrey
Die Hände streichen über die Stoffe mit der die Kaftane angefertigt wurden. Ein tiefes Seufzen ist zu vernehmen und langsam faltet sie jene ordentlich zusammen. Alle werden übereinender gestapelt und auf den von ihm gewünschten Platz gelegt. Das Augenpaar schweift zu dem Wasser, langsam lässt sie sich auf dem Beckenrand nieder und spreizt die Finger in Richtung des Wassers. In eleganter Bewegung lässt sie die Finger durch das Wasser gleiten, die Augen folgen den seichten Wellen die durch die Bewegung durch das Wasser gehen.

So war es also, getrennt zu sein von der Familie...sie vermisste alle so sehr, das gemütliche beieinander sitzen, das Lachen, die Streitereien...die Liebe die in dem Haus herrschte, der zusammenhalt.....Malaika....Hazar....Haroun...Gassur...Zahra...einfach alle. Vorallem aber vermisste sie Zafer, sie wollte ihm wieder in die Augen blicken können, mit ihm gemeinsam lachen. Sicherlich würde er sich sorgen um sie, andererseits könnte auch sein das keiner ihr Fehlen merken würde weil jeder mit stets wichtigen Arbeiten nachging.

Manchmal merkt man erst was man an Menschen hat wenn man sie nichtmehr um sich hat......

Vielleicht würde jemand etwas gesehen haben, vielleicht hat jemand gesehen wie dieser 'feine' Herr sie niederschlug...vielleicht war jemand da der sie gesehen hatte um sie zu holen. Vielleicht aber hielt dieser 'gläubige' Temora diener seine Worte und ließ sie frei.......

Verfasst: Mittwoch 24. Juli 2013, 18:07
von Hazar Sevinc Bashir

Still war es im Haus.
Keiner der Türen knallte, fröhlich vor sich hin summte, kein Gebrülle durch das halbe Haus, nach Namen oder lautstarke Verwünschungen.
Ruhe….

Unter normalen Umständen, wäre ich glücklich über ein bisschen Ruhe im Haus.
Sonst konnte man sich kaum einen Tee machen, da find das Geschnatter an.
Aiwa, ich liebte es.
Aber manchmal war es ein wenig viel.
Viele Natifahs bedeuten viel Geschnatter. Ich konnte und wollte mich da natürlich nicht ausschließen.
Ich liebte es, mit Aaminah am Herd zu stehen und über dieses und jenes, über das und noch viel mehr zu unterhalten.
Wir trieben zuweilen unsere Männer damit in den Wahnsinn oder in die Flucht, aber sie würden es nicht anders wollen.

Ruhe….

Zahra war anderweitig beschäftigt…
Malaika hatte viel mit Kind und Gassur und sich zu tun…
Asiya war viel unterwegs…
Shantir war auch unterwegs…
Djamji wuselte bestimmt wieder irgendwo herum, ihre Füße schienen ja nie still zu stehen…
Sabeena war in der letzten Zeit kaum da…
Zaynah hatte sich seit unserem zufälligen treffen vor der Stadt nie bei uns blicken lassen, als wolle sie gar nichts mit uns zu tun haben….
Sharie war keine Natifah, die laut war, sie war eher die ruhige…


Aaminah….


Wo war Aaminah?
Aaminah war keine, die sich einfach heimlich weit weg stahl.
Sie zog sich zurück, aiwa, aber nicht so lange.
Selbst als sie eifersüchtig auf mich war, war sie im Haus, still, aber da.
Das sah ihr nicht ähnlich.

Ruhe…

Mein Herz verkrampfte sich.
Nach der Sache mit Zahra waren wir alle noch Aufmerksamer.
Wir hatten uns solche Sorgen gemacht, aber wir hatten, vor allem ich hatte, viel zu viel damit abgetan, das sie wegen Amar ihre Ruhe wollte.
Das würde mir nicht nochmal passieren.

Ich suchte im Haus.
Keine Aaminah.
Ich sattelte den schwarzen Mustang und Ritt durch die Durrah.
Schrie mir die Kehle aus dem Hals, nur ihren Namen, mein Blick wanderte sorgenvoll über den flimmernden Wüstensand.

Ruhe….

Keine Antwort, kein Zeichen, keine Spur.
Als der Hengst schwer zu schnaufen begann und das Fell in der Sonne nur noch glänzte, entschied ich, den Heimweg anzutreten.
Ich brachte das Tier zum Stallmeister unseres Hauses, gab ihn ab und bat, das er sich gut um das Tier kümmern würde.

Ich hingegen machte mich wieder auf den Weg.
Zur Karawanserei. Dort frug ich, ob man Aaminah gesehen hätte, ob sie vielleicht doch verreist war, auch wenn ich es mir nicht vorstellen konnte. Aber man verneinte.
Ich streifte zum Hauslosenvirtel, zu dem eingestürzten Brunnen, der Yaamals Verhängnis geworden war. Aber auch dort war nichts zu finden.
Oase… leer.
Tempel… keine Aaminah.
Bazar… niemand da.
Als ich zum gefühlten hundertsten Mal an den Wachen vorbei eilte, sprach mich einer davon an.
„Kann ich dir helfen?“
„Oh, aiwa, hast du Aaminah gesehen? In den letzten zwei Tagen?“
„Aaminah…“, es dauerte eine Weile. „Neda, warte ich frage mal nach.“
Er verschwand und gefühlte Stunden später, kam er wieder zu mir, während ich nervös und ungeduldig herum hibbelte.
„Sie ist mit einem Mann gesehen worden, am Stadttor, vor zwei Tagen. Die beiden sind weg gegangen gemeinsam. Das Gesicht konnte man neda wirklich erkennen, aber Blond war er, und einen Bart trug er.“
Artig bedankte ich mich bei dem Wachhabenden und tappste, mit hängenden Schultern wieder nach Hause.

Aaminah hatte öfter Kundschaft, die es nötig machte, dass sie die Stadt verlies. Wie oft hatte sie einem Fremdländer schon einen Teppich ins Haus gelegt?
Aber sie kehrte doch sonst immer heim.
Wenn sie aufgehalten wurde, wäre das eine Sache von Stunden gewesen, aber doch neda 2 Tage.
Zwei ganze Tage

Mein Schritt beschleunigte sich.
Ich hastete nach Hause. Ich wusste das Zafer auf irgendeiner Reise war, oder was auch immer, jedenfalls würde ich ihn kaum finden. Mein Weg führte mich zu den Häusern die an das Familienhaus angrenzten und klingelte bei Malaika und Gassur sturm.
Ich hoffte zwar, die Kleine nicht zu wecken, aber letztlich würde ein unterbrochener Schlaf entschuldbar sein.
Keine Reaktion. Sie waren bestimmt mit Jalilah unterwegs.
Mein Herz pochte wild.
Fast schon laufend machte ich mich auf den Weg zum Statthalterbüro.
Vielleicht hatte ich dort glück und Gassur musste arbeiten.
Aber auch das war nicht der Fall.

Wieder zurück zum Haus.
Natürlich war wieder keiner zu Hause. Ich verfluchte es. Sonst herrschte doch immer ein kommen und gehen wie im Taubenschlag, wieso denn heute nicht?
Ich schritt in mein Zimmer, und kramte einige Pergamente hervor.
Jeweils eins schrieb ich für Gassur und Malaika, eins für Haroun. Ein kurzes zögern.
Sollte ich für Khalida auch eine Nachricht schreiben?
Als Sekban war sie die Ansprechpartnerin für die Garde.
Wenn wir sie suchen sollten…
Sollte das nicht lieber einer der beiden Männer entscheiden?
Ich schüttelte den Kopf und zog ein drittes und ein viertes Pergament aus dem Schreibtisch.


Salam Alaikum Gassur & Malaika

Ich habe mit einer der Wachen gesprochen.
Aaminah ist vor 2 Tagen mit einem Fremdländer mitgegangen und neda wieder heimgekehrt bis jetzt.
Der Mann soll blond gewesen sein und Bärtig.
Mehr konnte man mir aber neda sagen.

Ich habe die Durrah abgesucht, aber sie ist neda zu finden.
Ich werde nach Bajard reiten und mich dort umhören.


Hazar




Salam Alaikum Haroun

Ich habe mit einer der Wachen gesprochen.
Aaminah ist vor 2 Tagen mit einem Fremdländer mitgegangen und neda wieder heimgekehrt bis jetzt.
Der Mann soll blond gewesen sein und Bärtig.
Mehr konnte man mir aber neda sagen.

Ich habe die Durrah abgesucht, aber sie ist neda zu finden.
Ich werde nach Bajard reiten und mich dort umhören.

Hazar





Salam Alaikum Sekban Khalida

Ich habe mit einer der Wachen gesprochen.
Aaminah ist vor 2 Tagen mit einem Fremdländer mitgegangen und neda wieder heimgekehrt bis jetzt.
Der Mann soll blond gewesen sein und Bärtig.
Mehr konnte man mir aber neda sagen.

Ich habe die Durrah abgesucht, aber sie ist neda zu finden.

Vielleicht ist es möglich, bei der Suche zu helfen?
Die Augen der Garde sind geschult und die Arme Kampfbereit.
Ich mache mir wirklich große Sorgen um meine Cousine.

Eluive möge uns alle Schützen

Hazar Sevinc Ifrey




Salam Alaikum Kadir

Aaminah ist seit zwei Tagen verschwunden.
Ich bin ausgeritten, sie zu suchen.

Mach dir keine Sorgen, ich habe meine Familie informiert und die Sekban.

Hazar



Ich ließ den Rappen wieder satteln.
Haroun bekam seinen Brief unter den Türschlitz hindurch geschoben.
Gassur und Malaika ebenso.
Kadir würde seinen Brief auf dem Wohnzimmertisch finden.
Und Khalida würde den Brief von einer der Wachmänner bekommen, wenn sie das nächste Mal in die Kaserne kam.

Ich schwang mich auf den Rücken des Mustangs und trieb ihn an, erst Briefe weg bringen, dann Richtung Bajard.

Verfasst: Mittwoch 24. Juli 2013, 18:47
von Gast
Dann als der Wachwechsel an den Toren durchgeführt wurde unterhielt man sich darüber was vorgefallen war, eine junge Blüte aus dem Hause Ifrey wurde vermisst. Einer der Wachenleute wird sich an den Fremden vor zwei Tagen erinnern können und den Anderen sagen, dass er sich mit ihm unterhalten habe. Er habe mir bajarder Akzent gesprochen und bei der Überprüfung erzählt er käme aus der Nähe vom Kloster und wolle Teppiche erwerben. Schlussendlich habe er keine mit sich geführt, doch auch jener Wachhabende bestätigt, dass er später den Fremden mit einem Pferd und einem Packpferd zwischen Stall und Stadtmauer, mit der jungen Blüte der Ifrey habe reden sehen ehe beide sich auf die Bajarder Handelsroute begeben haben... irgendwo auf dem Weg wird ein zertretener Skorpion liegen, vertrocknet und ausgedörrt von der erbarmungslosen Sonne, doch ein Hinweis auf den Verbleib der jungen Frau wird es nicht sein.

Heute...

Da schlief sie nun friedlich und still, ich genoss diese Stille dennoch lauschte ich zuerst ihren Atemzügen, immerhin konnte es ja sein, dass sie mich täuschen wollte. Nein, sie waren ruhig und gleichmäßig.
Ich lies sie schlafen, lies sie Kraft sammeln für das noch Kommende. Mein Kopf dröhnte und langsam fragte ich mich, was mich geritten hatte ihr MEIN Bett als Lager zu überlassen, meine Muskel protestierten von dem unbequemen Lager auf der Bank. Doch ich hatte schon Schlimmeres überstanden, wieder glitt mein Blick zu der kleinen Gestalt.
Sie drehte sich im Schlaf und murmelte leise, es schien als habe sei einen Traum. Ihr Gesicht, dass ich unverhüllt ungeniert betrachten konnte war erschreckend jung und dennoch würde sie bald schon das Eigentum eines Mannes sein. Wenn ich ehrlich war war es leicht gewesen ihrer habhaft zu werden. Was für ein Mann war dass, der seinen Besitz so sträflich vernachlässigte?

Da stand ich nun angelehnt an der Wand und betrachtete sie eingehend. Würde man schon nach ihr suchen? Würden die spärlichen Hinweise sie ausreichend aufscheuchen, dass sie ihren Weg nach Schwingenstein fanden? Ein sardonisches Lächeln umspielte meine Lippen, zwei Tage noch, bei guter Führung, meine Liebe.
Die Kaftane waren angefertigt, doch wenn sie glaubte ich würde sie sobald gehen lassen würde sie enttäuscht werden. Die nächste Lektion würde sie erwarten... Temoragläubige sagten nicht immer die Wahrheit. Ich hoffte dass jenes Saatkorn was gesetzt wurde aufgehen würde.
Ich legte ihr einige Früchte auf das Tablett und einen Krug Wasser, sicher würde sie sich fragen, wann ich sie besucht hatte. Ich nahm die Kaftane an mich und ging wieder hinauf.

Verfasst: Samstag 27. Juli 2013, 10:30
von Aaminah Faghira Ifrey
Wieder war sie zu spüren, diese unbändige Wut die in ihr empor kroch...sie suchte den Weg nach oben, die Augen huschen durch das Zimmer und suchten einen Pol an dem sie ihrer Wut den freienlauf lassen konnte. Die Lippen pressen sich aufeinander, die Hände legen sich in ihr Gesicht, sie lässt sich auf die Knie nieder und lässt der Wut mit Tränen den freienlauf. Langsam zeichnen diese ihren Weg die zarte Haut hinab, die Wangen zum Kinn...vom Kinn versickern diese dann im Stoff des frisch genähten Kopftuches.

Wieviele Tage waren nun schon dahin hinfrotgezogen, wieviele Sonnenstrahlen sind ihrer Haut verwehrt geblieben....wie sehr vermisste sie die frische Luft wenn ein seichter Wüstenwind ihre Lungen beflügelte. Wie sehr....vermisste sie ihre Familie. Nichts sehnte sie mehr als diese wieder zu sehen, es war so einsam, so kalt.....das Feuer wärmte ja....doch war es eine Menschliche kälte welche eher das Gefühl des frierens in ihr hervorrief.

Der zierlich kleine Körper ließ sich auf dem Fellbesetzten Bett nieder, die Decken um sie geschlungen legt sie sich in die Kissen hinein. Unwillkürlich streicht sie mit ihren Händen über die Handgelenke, über die druckstellen am Arm welche von seinem Griff zu sehen waren. Sie konnte froh sein das er ihr dies einemal das Tuch ließ, er hatte sie schon entehrt...nocheinmal konnte sie dies nicht ertragen. Was würde Zafer sagen wenn er es wüsste? Sicher würde sie zuerst ärger bekommen weil sie den Mann zu den Bergen führen wollte um ihm den Weg zu zeigen. Oftgenug war sie schon dort gewesen und hatte Kakteen gesammelt, sie kannte die Stelle und sie kannte den Weg in der Wüste....woher hätte sie denn wissen sollen das sich unter einer so freundlichen Maske ein solch böser Mann befindet. Niemals hätte sie gedacht das die Menschen welcher des Guten gläubig sind zu solchem fähig sind, weshalb ist er nicht einfach zu mir um diese zu kaufen, weshalb hat er sie in in einen Keller gesperrt, sie gezwungen die Kaftane zu fertigen, sie entehrt.....sie gedemütigt.....auf die Knie gezwungen mit Gewalt... Niemals würde sie das jenem Volk verzeihen, niemals würde sie wieder ohne einen Hintergedanken einem Menschen Vertrauen schenken.

Was hatte sich getan draußen, hat man nach ihr gesucht? Hatte man überhaupt eine Möglichkeit sie zu finden? Sie war erst wieder hier unten erwacht...das letzte woran sie sich erinnern konnte war der Skorpion und darauf folgte der Schlag des Mannes. Sie wollte doch nur helfen...jedesmal wenn sie helfen wollte lief etwas schief, das war bei Zahra auch so gewesen...da war dann plötzlich Khalida und Zahra mit ihr böse obwohl sie es lediglich gut meinte.....und nun das hier.

Manchmal schlug das Leben merkwürdige Wege ein, manchmal lernte man aus den abartigsten Situationen, in letzter Zeit spielte sich ihr Leben in einer Bergigen Landschaft ab...höhen und tiefen. Wenn sie ehrlich war hatte sie noch immer nicht den Tod ihres Bruders überwunden, ließ sich dies aber nicht anmerken, sie wollte das es weiter geht, ihre Schwester war schon lange nichtmehr im Familienhaus aufgetaucht...war sie noch immer bei ihren Eltern? Die Gestalt in der Wüste...es war Saahir...sie war sich sicher, aber sie war so verschwommen und wirkte irgendwie so unwirklich. Wollte ihr Gehirn ihr einen Streich spielen? Wurde sie langsam verrückt?

Talib und Rija waren Spurlos verschwunden, sie waren beide sehr energievolle Menschen und sicherlich war ihnen etwas eingefallen was sie in ihrem Leben verbessern wollten, vielleicht hatten sie bessere Wege für ihre Zukungt gefunden. Vielleicht aber....war ihnen auch etwas zugestoßen. Sie hatte Talib sehr gern, auch wenn er ab und an recht engstirnig war und seine Ansichten die eines Pferdes glichen welcher mit Scheuklappen nur seine Eigene Sicht zu sehen schien. Doch war sein Herz groß und er vergab auch schnell wenn er wusste das es eben nicht der Fehler des fehlenden war....

Vielleicht musste sie die Dinge einfach mal aus einer anderen Perspektive sehen, vielleicht war sie zu engstirnig und Urteilte oft zu schnell, vielleicht steckte auch hinter dem Mann hier....etwas das seine Fehler erklärte...sein Handeln erklärte.......

Verfasst: Samstag 27. Juli 2013, 19:47
von Benedict Weber
Schritt für Schritte hatte ich mein Tun durchdacht und geplant. Jede ihrer Handlungen fast immer richtig vorausgesehen war diese Kleine für das was ich mit ihr vor hatte wie geschaffen. So jung, so vertrauensselig hatte sie sich heute vormittag gezeigt, wo sie gestern noch so voller Zorn gewesen war. Scheinbar hatte sich ihr Entführer ihr geöffnet und sie schien zu hoffen einen Teil zu finden, der ihn menschlicher werden lies, weniger bedrohlich und einen Teil der ihr den Eindruck vermitteln konnte ihr Freund zu sein. Schlussendlich hatte ich sie wieder enttäuscht... diesmal war es mir ohne ihre Gegenwehr gelungen sie in das Land der Träume zu schicken. Gen Abend hatte ich mit seiner süßen Last den Platz erreicht, den ich für meinen nächsten Schritt vorgesehen hatte.
Der nächste Schritt würde bedeutet komplexer werden... ihr Vertrauen war erschüttert, doch ich hoffte, dass ihr Heimweh und Sehnsucht zu den Ihrigen sie willig machen würde auf mich zuzugehen. Einige Trümpfe hatte ich noch in der Hand und das Spielchen, dass sich für mich als so amüsant gestaltet hatte würde heute Abend zu Ende gebracht...

Verfasst: Sonntag 28. Juli 2013, 19:37
von Aaminah Faghira Ifrey
Mann: Wisst ihr... was Verrat ist... wenn man enttäuscht wird....
Mann: ich bin ein ruhiger Mann, war es...
Mann: *meint er dann langsam*
Mann: wurde nicht gefragt... sondern wurde vor vollendeten Tatsachen gestellt...
Mann: *sein Gesicht wirkt verschlossen*
Mann: *er senkt den Blick wieder auf das Tablett nicht wirklich ergeben die Worte einen Sinn
Mann: der sich ihr erschließen wird*
Mann: *er zieht die Brauen zusammen und sieht dann wieder zu ihr*

Aaminah Faghira Ifrey: *blickt und dann tief einatmet.*
Mann: Meine Eileen.... macht es auch nicht mehr lebendig...
Mann: Sie wurde getötet...
Aaminah Faghira Ifrey: Eileen?
Mann: Mein Eheweib..
Aaminah Faghira Ifrey: Oh *nun wird sie stiller und der Blick schweift von ihm wieder zu dem Mocca*


Der Tod....sie wusste sehr genau wie sich der Mann fühlen musste, der Druck im Herzen, das Schlucken fiel einem schwer da man meinen könnte ein Klos steckt im Hals fest....immer wieder überkam sie das Gefühl wenn sie von ihrem Bruder sprach. Aber das Leben gab und nahm man musste sich damit abfinden denn niemals würde es anders sein. Nur für einen kurzen Moment empfand sie Mitleid mit dem Mann, mit jenem Mann der sie über Tage in diesem Keller eingesperrt hatte.

[img]http://up.picr.de/15324427kn.jpg[/img]

Er bat ihr Mocca und Süßes an, ungern wollte sie es annehmen, doch als er von seiner Frau sprach.....sie wollte ihm diese eine Gastfreundschaft nicht verwehren. Als sie merkte wie die Müdigkeit über sie einbricht wusste sie warum sie gut getan hätte die Gastfreundschaft abzulehnen. Der Körper sackt auf dem Bett in sich zusammen.


[img]http://up.picr.de/15324446dh.jpg[/img]

Nach einer Gefühlten Ewigkeit erwacht sie wieder, das zwitschern von den Vögeln war wahrzunehmen und die Helligkeit welche sich in ihre Augen brannte ließ ihre Augen schmerzen. Das zierpen von Grillen, das rascheln von den Gräßern, all das war um sie herum wahrzunehmen. Langsam öffnet sie die Augen, blinzelt einigemale auf, so hell, so ungewohnt...ihre Augen mussten sich erstmal an die natürliche Helligkeit gewöhnen. Über ihr ragten die Baumkronen in die Luft und der blaue Himmel fand hier und da, so wie auch die Sonne, den Weg durch die sich windenden Baumkronen. So wunderschön der Anblick auch war so zehrte in ihr die Übelkeit, der Schlaftrunk hatte ihrem Magen zugesetzt, was wohl unter anderem auch an ihrem Essensstreik im Keller lag. Der Körper windet sich zur Seite, gerade noch so packte sie es die Verhüllung von ihren Lippen zu entfernen um sich des wenigen Mageninhaltes zu entleeren. Ihr Kopf schmerzte und ihr war noch immer schwindelig, ab und an sackte sie wieder in einen vor sich her dämmernden Schlaf. Irgendwann sprach eine tiefere ruhige Stimme zu ihr, rüttelte sanft an ihr um für einige Momente wieder ihre Aufmerksamkeit zu erhaschen. Er war groß...sehr hochgewachsen, hatte dunkles Haar, seine Stimme war angenehm ruhig auch wenn etwas strenge in dieser schwang. Immer wieder hörte sie zwischen seinen Worten das gezwitscher der vögel in den Bäumen bis sie wieder müde in sich zusammenbrach. Da sie selbst noch schwach war ließ sie davon ab sich zu wehren, wie auch...immer wieder fielen ihr die Augen zu und mit der Übelkeit kämpfte sie noch immer. Wieder verstand sie einige Wortfetzen: "...bring Euch nachhause....suchen nach Euch...". So wurde sie auf das Pferd gehievt, er nahm hinter ihr platz, und sie ritten über die Strassen, an Grenzwarth vorbei bis zur Durrah. Irgendwann stieg er ab um das Pferd näher an eine Palmen besetzte Düne zu führen. Dort half er ihr vom Pferd hinab, er blickte nochmals freundlich zu ihr ehe er sich mit diesen Worten verabschiedete und seinen Weg weiter ging. "Grüßt Kadir von mir ... man nennt mich Althan!"



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Müde sackten ihre Beine wieder zusammen, sie blickt ihm noch nach bis er hinter den Dünen verschwunden schien. Der zierliche Körper lehnt sich an einen der Baustämme ehe sie sich langsam aber sicher in der Abenddämmerung aufraffte und mit hilfe von einigen Schleichwegen wieder in ihr Haus zurück lief, sie wollte nicht alle wecken, wollte nicht das wegen ihr nun alle aus ihren Träumen gerissen werden. So huschte sie leise in ihr Zimmer......falls jemand wach war würde er wohl die junge Nathifa durch den Hof huschen sehen.