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Neuaufbau

Verfasst: Dienstag 11. Juni 2013, 22:52
von Gast
Es war ein gewittriger Abend als die Handwerker der Zunft in dem alten Gebäude ihrer Arbeit nachgingen und man hörte immer wieder heftige Windböen die dicke Regentropfen gegen die Fenster und auf das Dach prasseln ließen. Blitze erhellten die Welt außerhalb immer wieder so stark dass es für kurze Momente so hell wie am Tage war. Es war spürbar dass das Gewitter näher kam und mit jedem Blitz konnte man hören dass der darauf folgende Donner immer schneller kam bis man schon das Vibrieren in den Füßen merkte. Die ersten leicht besorgten blicke gingen zwischen den Handwerkern hin und her, weil alle sich der Tatsache bewusst waren, dass jenes Gebäude schon recht betagt war und über die Jahre schon die ein oder andere Strapaze überstanden hatte. Zu guter Letzt nicht zu vergessen, die Erdbeben die ihre Welt heimsuchte als das Lied Eluives zu verstummen schien. So zeichneten sich die ersten Baufälligkeiten schon als Risse in den Wänden ab und der Windzug war trotz geschlossener Fenster und Türen immer ein wenig zu spüren. So hatten die Handwerker der Zunft über eine Renovierung dieser auch schon seit längerem getrachtet und wie das Unwetter es wollte gab es ihnen nun erst recht einen Grund. Ein Blitz schlug unter einem lauten Donner in das Dach der Zunft ein, welches direkt zu einem Teil einstürzte und direkt ein Feuer entfachte, welches so stark war dass es sogar dem Regen trotzte. Mit Glück befand sich niemand an der Einsturzstelle und sofort reagierten die Handwerker. Sie nahmen alles was ihnen wichtig war um ihr Handwerk zu führen solange man noch halbwegs sicher ein- und ausgehen konnte, ohne sich dabei zu verletzten und stellten alles ein wenig abseits des Gebäudes auf. Andere wiederum versuchten so gut es ging mit Wasser aus dem nahegelegenen See, welches sie immer wieder mit Eimern abschöpften um dem Feuer entgegenzuwirken. Doch das Feuer breitete sich einfach zu schnell aus und als sie ihre wichtigsten Habseligkeiten aus dem brennendem Zunftgebäude gerettet hatten, blieb ihnen keine andere Wahl, als sich der Gefahr zu entziehen und den Rest des Gebäudes niederbrennen zu lassen.

Am nächsten Tage versammelten sich die Handwerker im Haus des Hofschneiders um zu besprechen, wie sie nun weiter vorgehen sollten. Es dauerte nicht lange und schon arbeiteten die Handwerker an einem Plan für ein neues Gebäude. Diesmal sollte es größer werden und noch nutzbringender als das alte Gebäude. Die Wände sollten noch stabiler und Fenster noch dichter Sein. So war nach einem Wochenlauf der Plan für die Architektur schon fertig und so machten sich alle Handwerker nun daran die nötigen Materialen zu besorgen. Sie hackten Holz, schlugen Steine im Steinbruch zurecht, fertigten Glas für Fenster an und auch Feinheiten wie Gardinen und Stoffe für Sitzmöglichkeiten wurden von Schneidern teilweise auch schon vorbereitet. So wuchs mit der Zeit das Zunftgebäude vor den Mauern Rahals empor und bei den Anfängen war schon zu sehen, dass die Handwerker dazugelernt hatten, die Wände waren gerader und schöner und auch optisch schien alles etwas einladender zu wirken als es schon fast fertig war. Sie bauten weiter und schlossen den Bau mit dem Dach ab. Doch auch eine Scheune und ein eingezäunter Außenbereich mit Acker, der an den nahe liegenden See angrenzte, welcher ihnen Wasser spenden sollte, durften nicht fehlen. Nachdem das gröbste getan war, wurde es Zeit für ein kleines zunftinternes Richtfest, wobei sie guter Dinge dann weitere Planungen verrichteten, denn ihr Gelände blockierte den Weg um den See herum, welcher wichtig für die Patrouillen der ehrenwerten Stadtwache war. Nach nicht langer Überlegung war klar, dass nur eine Brücke das Problem lösen konnte und so begannen sie auch am nächsten Tag schon mit dem Bau einer solchen, die den ganzen Fluss überwinden sollte und tatsächlich gelang es ihnen auch. So war dieser Bau kein leichtes Unterfangen und forderte nochmal genau so viel Zeit wie der Bau der der neuen Zunft. Doch auch jenes Werk wurde vollendet und war letztendlich begehbar. Nun konnten die Mitglieder der Zunft wieder zufrieden ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen.