Wirklich schon erwachsen werden?
Verfasst: Donnerstag 6. Juni 2013, 14:51
- Nachdem Luca sie nachause brachte, kuschelte sie sich gleich zwischen Sir Schneefell und Theo auf die Felle vor dem Kamien.Vorsichtig legte sie den Kopf auf das weisse Fell des Hundes, den Luca ihr vor einigen Tagen schenkte und blickt gedankenverloren in das prasselnde Feuer.
Der Unterricht bei Hochwürden Ardan machte sie nachdenklich, hat sie Ziele, folgte sie Tugenden. Neid und Hass waren ihr eigentlich eher fremd, dafür war sie viel zu unbeschwert. Wut dagegen war ihr ein Begriff, Luca verstand es wirklich gut sie immer wieder in Rage zu bringen, auch wenn sie langsam nicht mehr verstand warum das eigentlich so war. Als sie nach dem Unterricht in der Taverne waren und Luca sowie auch Hochgeboren Silvan von Dragenfurt dazu kamen, wurde ihr schmerzlich bewußt warum man sie garnicht wirklich ernst nahm.
Wieder schmiegte sie sich nach Nähe suchend an Sir Schneefell und lies ihre kalten Zehen unter dem Fell von Theo verschwinden, der darauf nur ein kurzes Murren von sich gab, sich aber gleich wieder müde zusammen kauerte.
Luca wusste sich genau zu Verhalten in der nähe des Hochgeboren, aber ihr war das völlig fremd. Sie stand erst im Training, viel zu erzählen hatte sie nicht und das sie nur Unsinn machte und Abenteuer suchte, schien auch keinen wirklich zu interessieren. Sie war nur ein kleines Mädchen, nicht mehr und nich weniger, aber irgendwie wollte ihr das nicht so recht gefallen. Alle schienen eine Aufgabe, ein Ziel im Leben zu haben. Doch sie lebte lieber in den Tag hineinen, eigentlich hatte ihr das bisher nie wirklich kopfzerbrechen bereitet. Nur langsam dämmert ihr einfach daß, das vielleicht nich genug im Leben war und nun kam sie sicher immer einsamer vor. Alle hier waren so lieb zu ihr, ihr Onkel, seine Verlobte, Marri, Garret, ja sogar Luca. Aber immer wieder schlich sich dieses Gefühl von klein und verloren sein in ihr Herz. Immer öfter bekam sie das Gefühl fehl am Platz zusein und auch wenn Luca meist nett zu ihr war, schaffte er es mit nur einem Satz oder Geste das Gefühl in ihr nur noch mehr zu schürren. Sie war halt die kleine, die eine, die die auf Bäume klettert, ungeniert ihre Meinung sagte, immer fröhlich sein wollte, einfach alles machen was sie wollte, war das wirklich so falsch?
Eingekuschelt zwischen den Hunden schlossen sich langsam ihre grünen Augen und wie als würde es sie in den Schlaf wiegen, murmelt sie das Gedicht ihrer Mutter.
Wie der Sturm im Wasserglas.
Wie die Flieg auf meiner Nas.
Wie der Zucker in meinem Tee.
Wie die Lilie auf dem See.
Wie der Wirbel, wie der Wind.
Bist du Engel und auch Kind.
Alles andere sei einerleih.
Denn so lieb und lebe frei.