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Lilien und Nelken
Verfasst: Sonntag 2. Juni 2013, 19:21
von Aki Orikson
Das Feuer knistert beruhigend vor sich her und verschlingt das nachgelegte Holz in Windeseile. Aki sitzt vor dem Kamin, die obligatorische Rumflasche in der einen, die beiden Briefe von Less in der anderen Hand. Insgeheim muss er sich eingestehen, dass sein in die Jahre gekommene Lehrling Recht hatte, egal wie beharrlich er es abgestritten hatte. Vor dem Kamin zu sitzen und nachzudenken scheint ihm lange nicht so schlecht zu bekommen, wie er gewettet hätte. Was jedoch nichts an der Tatsache ändern kann, dass er einfach nicht voran kommt und die Gedanken immer wieder zum ähnlichen Thema zurück kommen. Aki überfliegt ein weiteres Mal den langen Brief, den sie in ihrer Wut geschrieben hatte. Wenn einen so starke Gefühle beherrschen, sind die Worte meist aufrichtiger als wenn ein Mensch ausgeglichen ist. Less befeuert ihn mit so vielen Gedanken und Fragen, doch es ist nicht die Menge, die ihn überfordert, viel mehr die Frage warum sie damit zu ihm kommt. Sie bezeichnet ihn als ihren besten Freund, den sie schätzt und liebt, aber was weiß sie schon von ihm, worauf sie ihr Vertrauen für eine solche Beziehung stützen kann?
Vielleicht liegt es daran, dass sie sich alleine fühlt, wie sie es ihm anvertraut hat. Alleine ihre großen Augen, die zu ihm hoch blicken sprechen Bände. Es ist schwer zu sagen, ob Less überhaupt bewusst ist, wie offensichtlich er ihren Wunsch nach Sicherheit und Geborgenheit in ihren Augen lesen kann. Darüber hinaus verstärkt die scheue, aufgelegte Fassade den stummen Schrei, sie aus ihrer Einsamkeit zu befreien. Natrürlich hat sie reichlich Kunden und auch Besuch, aber es gibt nur wenige, in deren Gesellschaft sie sich wirklich wohl fühlt. 'Ich fühl mich einfach ein bisschen mehr Ich selbst in deiner Nähe.' hatte sie zu ihm gesagt. Aber warum er, warum kann es nicht jemand anderes geben, der ihr wenigstens nur einen Bruchteil dessen zurück geben kann, was sie in die Freundschaft investiert.
Seine Gedanken schweifen in der Erinnerung weiter zurück, bis an den Nachmittag in La Cabeza, als er Less vor knapp einem Jahreslauf kennen gelernt hatte. Er war in seiner, damals noch gewohnten Verkleidung unterwegs. Sie sas in der öffentlichen Taverne am Thresen und starrte in ihren Becher. Ihre zierliche aber dennoch weibliche Gestalt hockte mit aufrechter Haltung dort, die schockoladenbraunen Haaren fielen in den gewohnten, zarten Kringeln über ihre schmalen Schultern. Less trug ihren moosgrünen Wollrock, ein passendes Oberteil und ihr eng geschnürtes Korsett in dem warmen Braunton. Die Kleidung hatte sich bis heute als ihre charakteristische Kombination eingeprägt und immer wenn er an sie dachte, trug ihr Abbild diese Klamotten. Nach der üblichen Begrüßungsfloskel setzte er sich einfach dazu und betrachtete sie neugierig geworden aus nächster Nähe. Er musste feststellen, dass sie durchaus hübsch war, aber scheu und leicht unsicher, was sich auch in dem leichten Stottern bemerkbar machte. Abgesehen davon errötete sie viel zu schnell, wenn er einen Spuch loslies. Sie unterhielten sich unbeschwert und sie erzählte ihm, einem damals noch völlig Wildfremden von ihrem Traum eine eigene Bäckerei zu eröffnen. Eine Bäckerei auf einer Insel voller Rum saufender Piraten, das konnte ja heiter werden.
Die Zeit danach war in seiner Erinnerung schwer auszumachen, nachdenklich legt er die Stirn in Falten, während er nach dem nächsten Treffen sucht, an das er sich erinnern kann. Eine gute Zeit später nach ihrem ersten Treffen, hatte sowohl er als auch Lessaja einen Laden auf La Cabeza angemietet. Soweit er sich entsinnen kann, war eines der ersten 'offiziellen', im Sinne von unverkleideten Treffen in seinem Laden, als sie sich nach Glaswaren erkundigt hatte. Sie kam des Öffteren bei ihm vorbei um Häppchenweise einzukaufen, was ihr Erspartes hergab und versuchte mit ihren noch mageren Einkünften über die Runden zu kommen. Ihm kamen Tage in Erinnerung, an denen sie zum Paudern in seinen Laden kam. An anderen Tagen, wenn viele Kunden bei ihm waren und er nur schwer Zeit für ein paar gewechselte Worte aufbringen konnte, machte sich Less in ihrer zurückhaltenden Art wieder aus dem Staub, bevor er es überhaupt realisieren konnte. Manchmal erhaschte er noch einen Blick auf ihre fliegenden Locken, als sie sich schüchtern an ein paar Kunden vorbei aus dem Laden drückte.
Ein Treffen war ihm jedoch gut im Gedächtnis geblieben, vielleicht sogar zu gut. Less hatte ihn nach Hause eingeladen, um einen Schlüssel zu kopieren, er hatte sein Werkzeug und eine wachsgefüllte Hülle zum Kopieren des Schlüssels mit zu ihr gebracht. Sie schaute ihm neugierig auf die Finger, während er den kleinen Schlüsselbart fest ins Wachs drückte. Sein Blick hob sich und er blickte in ihre rehähnlichen Augen, aus denen Less den Blick erwiederte. Vor allem im Nachhinein war es schwer nachzuvollziehen, aber irgendwas an diesem Moment weckte in ihm das Verlangen sie zu küssen. Ihre Augen wurden größer, als er sich zu ihr hinunter lehnt, den Schlüssel vollkommen außer Acht lassend. Es war zu lang her um sich noch zu erinnern, ob sie seinen Namen hauchte oder ob ihre Reaktion eher positiv oder negativ ausfiel. Im Prinzip war es auch völlig gleichgültig, denn es klopfte in eben jenem Moment an der Türe. Sollte irgendein Knistern vorher im Raum gewesen sein, es war mit einem Mal wie weggewischt. Aki sah Less nur hinterher, wie sie zur Tür ging und sie dann den Mann herzlich begrüßte, seiner Meinung nach zu herzlich. 'Das ist Falco' sagte sie und wurde vom Dekoltee aufwärts rot. 'Ja.. ich kenne Falco.' Mit diesen Worten wandte er sich wieder dem Schlüsselkästchen zu, formt einen Rohling nach dem Vorbild und drückt Less die Schlüssel in die Hand. Diesmal war er an der Reihe damit recht eilig aus ihrem Laden zu verschwinden, wobei er die übliche, cabezianische Grußfloskel an die beiden wendete. Er konnte sich an das Gefühl erinnern, als wäre es gestern gewesen. Ihm war es nichtmal in den Sinn gekommen, dass die Frau mit den großen, einsamen Augen vergeben sein könnte.
Im Gegensatz zu Jetzt, wo es ihm einfach egal wäre, konnte Aki damals mit dem Gefühl nicht sonderlich gut umgehen. Er strafte Lessaja ungerechter Weise mit Ausweichen und sogar Ignoranz. Einer der Gründe, warum sie sich für lange Zeit aus den Augen verloren. Aber vor Kurzem hatten sie sich wieder gefunden und Less hat mittlerweilen einen Laden direkt neben ihm eröffnet. Jedoch ist es schon lange nicht mehr die gleiche Situation wie damals. Sie ist ihren Weg gegangen und er den seinen, welcher ihn bis auf seine Grundzüge verändert hat. Doch Less hällt noch immer stur an dem Bild fest, dass sie von früher von ihm hat. Sie vertraut darauf, dass noch irgendwo in seinen eigenen, unterbewussten Tiefen noch der Mann ist, den sie von La Cabeza kennt. Aber egal wie heftig er versucht sie wach zu rütteln und von der Wahrheit zu überzeugen, desto mehr scheint sie sich an diesen Strohhalm zu klammern. Und egal wie oft er sie enttäuscht, ihr weh tut oder sie zum Weinen bringt, sie bringt es gegen jede Vernunft nicht übers Herz sich von ihm abzuwenden. Nur im Gegensatz zu ihr schreit sein Verstand regelrecht danach, sie wieder alleine zu lassen und die Gefahr somit zu bannen. Er hat es wirklich versucht sie davon zu überzeugen, dass sie ihre Ansprüche auf ein glückliches Leben nicht zurückstellen soll, völlig egal wie viel ihr die Freundschaft wert sei. Der letzte Ausweg war gewesen, ihr diese Entscheidung einfach abzunehmen und den Kontakt abzubrechen. Er konnte schlecht wissen, dass diese Maßnahme derart nach hinten los gehen würde. Ihre Worte hallen noch immer in seinen Ohren wieder. 'Ich werde ein paar Wochen brauchen, dann bist du mich los. Kommst du mich dann manchmal besuchen und bringst mir Blumen mit? Ich mag Nelken oder Lilien sehr gern..' Die Einsicht, wie endgültig und entschlossen ihre Worte gewählt waren kam spät, aber nicht zu spät, um sie daran zu hindern.
Er atmet tief durch und wendet sich von dem Feuer ab, in das er so intensiv gestarrt hat, dass seine Wangen von der Hitze glühen. Du hättest sie nicht aufhalten dürfen. Indem du sie aufgehalten hast, hast du sie egoistischerweise um die Entscheidung bestohlen, wie sie ihr Leben zu führen oder zu beenden hat. Du hast ihr die Hoffnung genommen, jemals wieder glücklich zu werden.
Verfasst: Montag 3. Juni 2013, 07:57
von Gast
Ihr Blick ging auf das weite Meer hinaus. Die Reise war nötig gewesen, für sie wie auch für die Zukunft der Bäckerei. In ihrem Gepäck hatte sie die Vorlagen für einige Tortenkreationen und kleinen Marzipanfiguren. Es würde wahrscheinlich nichts sein, was es alltäglich in der Bäckerei geben würde. Aber vielleicht zu dem ein oder anderen besonderen Tag, würde man sie für so etwas beauftragen.
Alin hatte sie auf jene Idee gebracht gehabt, sie erzählte von Hochzeiten und Hochzeitstorten und solcherlei und irgendwie hatte es auch Sinn gemacht, dass sie so etwas anbot.
Doch nun fiel es ihr schwerer und schwerer es auch wirklich zu tun.
Eine Hochzeittorte für jemand anderen zu backen und selbst dabei, nur davon zu träumen, lies es ihr kälter werden. Aber sie musste an das Geschäft denken und an die Zukunft die vor ihr lag. Bald würde sie jede Krone brauchen, die sie zusammenkratzen konnte.
Denn die Zukunft, die würde nicht einfach werden.
Bei dem Gedanken daran atmete sie tief durch und schlag die Arme etwas mehr um sich selbst herum und lies den Blick an die Ufer streifen die langsam näher kamen.
Die Küste von Rahal tauchte wieder auf und der Hafen kam langsam immer nähe rund näher.
Und damit auch der Gedanke daran, was sie dort erwartete.
Nämlich nichts…Die Einsamkeit unter der Masse erwartete sie dort.
Sie war eine der vielen Bürger Rahals, die ihren tieferen Zweck darin gefunden hatten, irgendetwas für das Reich zu tun. In ihrem Fall eben irgendetwas backen.
Immer wieder kam dabei bei ihr die Frage auf, wieso sie sich damals eigentlich für Rahal entschieden hatte.
War es alleine die Angst gewesen, die sie getrieben hatte oder war es mehr der wünsch gewesen, ein Stück Sicherheit zu haben.
Die Sicherheit, die sie auf der Insel nie bekommen hatte. Auf der Insel selbst, war sie immer ein jene gewesen, die von Raissa der Schosshund war, der das Tat was sie wollte. Zwar hat es ihr keiner ins Gesicht gesagt, aber so dumm wie alle dachten, dass sie wäre, war sie nicht.
Sie hatte den Plan von Raissa recht schnell durchschaut, jedoch was sie nicht gesehen hatte, war das Falco sich durch sie nur an Raissa heranwerfen wollte. Ein Mann der so zärtlich war wie eine Welle und auch so zerstörrerisch wie eine war. Sie fühlte noch heute den Schmerz, als er einfach über Wochen und Monate nicht mehr nachhause gekommen war. Als die Worte von „Wir für immer“ immer blasser wurden und aus ihrem Kopf immer mehr verschwanden. Bis zu jenem Moment als er von seiner Reise wieder da war und er anstatts mit ihr Zeit zu verbringen, lieber Raissa hinterherschwänzelte und ihr neues Haus einrichtete. An jenem Tag, war ihr klar geworden, dass wenn sie die Möglichkeit hatte, sie verschwinden würde von der Insel.
Dann wenn Raissa es nicht mehr verhindern konnte, dass ihr kleiner Schoßhund ging, dann würde sie gehen. Und sich einen Ort suchen, der sie im Notfall vor einer Strafe der Piratenbraut beschützen würde.
Der Moment ergab sich dafür zwar erst Monate später, jedoch hatte sie ihn beim Schopf gepackt, denn es war da als die Insel begann zu zerfallen. Die Handwerker gingen, viele Kämpfer die nicht dem Piratenpack angehörten waren verschwunden und so war es damals auch niemanden aufgefallen, dass die kleine rotbraune Bäckerin, auf ein Schiff gestiegen war und alles hinter sich lies, was diese Insel ausmache.
Alles, nein eigentlich nicht alles, denn ein paar Erinnerungen nahm sie mit sich an Board, die Erinnerung an jene die anders waren, die sie in ihr Herz geschlossen hatte. Einen Krieger mit seiner kleinen Tochter, die sie nie wieder sehen sollte. Und die Erinnerung an einen Mann, aus dem sie einfach nicht schlau wurde, dem sie jedoch vom ersten Atemzug an vertraut hatte. Er war Schmied, Frauenheld und Kämpfer zugleich und doch war er so zerbrechlich wie eine Glasfigur.
Er war ebenso von der Insel gezogen und so hoffte sie insgeheim, ihn irgendwann wieder zu sehen und in diese Augen zu sehen, die ihr sagten „Ich versteh dich“.
Ich habe versucht, es richtig zu machen
Ich habe ein einsames Leben gelebt
Anstatt dass ich hier geschlafen habe
Habe ich in meinem Bett geschlafen
Also zeig mir Familie
All das Blut, dass ich verlieren würde
Ich weiß nicht, wohin ich gehöre
Ich weiß nicht, wann es schiefging
Aber ich kann ein Leben irgendwie führen.
(The Lumineers)
Verfasst: Donnerstag 6. Juni 2013, 11:21
von Gast
Weiter zu gehen,
ist alles was zählt.
Es hat Bedeutung,
ob ein Verlorener fehlt.
Alles ist einfach.
Alles ist leicht.
Niemand wird lernen,
wenn niemand verzeiht.
Schließe die Augen,
was du siehst bleibt bei dir.
Die Zeit nach dem Sturm,
ich danke dem Regen dafür.
Ich folge den Wolken.
Ich ziehe umher.
Ich trage den Regen
für dich hinunter zum Meer.
Die ersten Wochen in Rahal waren wie im Flug vergangen. Sie hatte ein Gespräch mit der damaligen Statthalterin gehabt und dadurch die Möglichkeit erhalten sich in Rahal nieder zu lassen.
Eine kleine Wohnung war dabei ihr Ziel gewesen. Der Traum eine Bäckerei zu betreiben wieder aufgekeimt. Denn immerhin musste sie von irgendetwas leben. Aber um den Traum umzusetzen, brauchte sie erst einmal etwas viel wichtigeres... Gold.
Aber auch dafür gab es eine Lösung und so hatte sie einiges an Unterstützung bei jenem Vorhaben war für sie ein überwältigendes Gefühl gewesen war. Einige Personen in Rahal, vorweg die Betreiberin der Taverne im Hafenviertel und der Hauptmann waren dabei eine große Hilfe und auch Stellarus, der ihr die Möglichkeit gab an seinem Hof mitzuarbeiten, eröffnete ihr neue Tore in die Welt hinaus.
Noch immer erinnerte sie sich an die Worte von Neyla, dass sie nicht so schüchtern sein sollte. Mehr aus sich heraus kommen sollte und vorallem, den Kopf hoch halten sollte.
Denn immerhin war sie ein hübsches Mädel und nur so würde sie zu viel Trinkgold kommen. Busen rein und Bauch raus!
Und so kam es auch, dass sie Neyla gerne half, in der Zeit wo sie Gold ansparen musste dafür die kleine Wohnung zu möblieren und auch mit einer Küche auszustatten. Die Zeit bei ihr in der Taverne, wenn sie heute darauf zurück schaute, hatte sie geprägt. Von Stunde zu Stunde wo sie dort mithalf, fühlte sie wie die Beklemmungen fielen, wie das Stottern nachließ und die Worte ihr einfacher aus dem Mund kommen wollte. Neyla machte sie auch mit allen möglichen Leuten in Rahal bekannt. Lies ihr keine Möglichkeit sich zurück zu ziehen wenn es ihr zu viel wurde und sorgte auch dafür, dass sie mit den Gästen sprechen musste.
Und so geschah es auch einen Tag, dass eine ganz besondere Person in der Taverne aufschlug. Sie stand gerade hinten in der Küche, aber als die Stimme bis an ihr Ohr drang, versteifte sich etwas tief in ihr. Sofort Flammte das Bild einer gewissen Person in ihrem Kopf auf und es wurde ihr gleichsam heis und kalt.
So konnte sie damals nicht anders, als sich noch eine Weile in der Küche herum zu drücken bis es ihr wieder wohl war und kehrte erst dann zu Neyla zurück an den Tresen. Auf dem Weg dort hin, sah sie seinen Rücken. Er saß dort mit einigen anderen Personen, zwei Frauen und einem Mann und die Stimmung war ausgelassen. Er selbst schien sich kein Stück verändert zu haben. Das Kopftuch welches seine Haare halb verdeckte und nur die langen Strähnen zu sehen gab. Das kantige Gesicht, mit dem leichten Bartansatz. Und die leicht schmutzigen Hände vom Kohlestaub.
Sollte sie ihn ansprechen? Sie wusste es nicht. Würde er sie überhaupt wiedererkennen, jene eine Person der sie bereits auf der Insel so vertraut hatte? Wo sie das Gefühl hatte er würde sie verstehen?
Doch gerade als sie mit ihm auf einer Höhe war, kam er ihr zu vor. Und er erkannte sie scheinbar sehr wohl, wie sie dort stand in ihrem grünen Wollrock mit dem Halbarmhemdchen und der braunen Stoffcorsage. Am liebsten wäre sie ihm um den Hals gefallen. Diese Augen die auf ihr lagen, seine Stimme, als dies gab ihr ein Stück das Gefühl irgendwo in sich angekommen zu sein.
Auch Neyla musste es bemerkt haben, denn nach einer kurzen Begrüßung die Lessaja doch wieder zum Stammeln gebracht hatte und dem hochroten Gesicht mit dem sie sich zum Tresen zurück gezogen hatte, brachten die Wirtin zum lachen.
Sie selbst fühlte sich jedoch so, als müsste sich irgendwo die Erde auftun uns sie darin versinken, sie war eine so dumme Gans, in jenem Moment des Wiedersehens hatte sie alles versaut. Er würde sicher denken, dass sie mit ihm vielleicht nichts mehr zu tun haben wollte oder es ihr peinlich war ihn zu kennen!
So tat Lessaja das, was sie immer tat, sie machte sich einfach aus dem Staub.
Aber jener Tag des Wiedersehen mit einem Teil ihres alten Lebens von der Insel, jenen Teil den sie gut fand. Jener Teil der ihr sagte, dass ihr etwas gefehlt hatte die ganze Zeit war nun allgegenwärtig und lies sie nicht mehr los.
Und so war es, dass sie von ihm Begann zu Träumen, von jenen Momenten, die sie verbrachten in Gesprächen und welche ihr wieder aufzeigten, dass ihr seine Freundschaft gefehlt hatte seit den Monaten wo sie die Insel verlassen hatte.
Daher war sie es auch, die Neyla am nächsten Tag ansprach, sie konnte ihr sicher etwas über den Mann mit dem rauen Lachen erzählen. Wo er nun wohnte, was er nun tat und vielleicht auch ob er öfter in die Taverne kam.
Doch das was Neyla erzählte, warf sie ein großes Stück beiseite...
Er hatte geheiratet!
Verfasst: Freitag 7. Juni 2013, 16:48
von Aki Orikson
Bereits nach wenigen Stunden erwacht er aus dem unruhigen Halbschlaf und blinzelt orientierungslos durch den Raum. Eine noch nicht völlig abgebrannte Kerze erhellt die Bettecke mit mattem Licht und hilft ihm sich zu orientieren und die Siluette wahr zu nehmen, die neben ihm liegt. Ihr weiches Gesicht wirkt friedlich und sie atmet in ruhigen, geborgenen Atemzügen durch die leicht geöffneten Lippen. In ihrem schlafenden, erschöpften Zustand hat sie keine Möglichkeit ihre Verletzbarkeit zu verbergen. Er greift vorsichtig nach einer gelockten Haarsträhne und streicht mit den Spitzen über ihre Wange, wobei er beobachtet wie sie die Züge leicht verzieht und ihre Nase sich leicht bewegt. Bevor sie davon aufwachen kann, lässt er sie wieder in Frieden, nur um wenige Herzschläge später das Spielchen zu wiederholen. Schließlich schnippt er die Locke weg und betrachtet ihren zusammengekauerten Körper, der sich in die dünne Decke schmiegt. Auch im dämmrigen Licht kann er die feine Narbe dicht bei ihrem Schlüsselbein erahnen. Seine Finger beginnen leicht unruhig zu zucken und er drückt sich nach einem gedämpften Seufzen sachte aus dem Bett hoch und schlüpft durch die Vorhänge. Nachdem er die Hose etwas zurecht gerückt hat wühlt er suchend in den Tasche, bevor der Blick auf die Ablage neben dem Bett fällt, wo er die Schachtel mit den begehrten Röllchen abgelegt hat. Er zieht eines aus der Schachtel und entzündet es an dem Kerzenstummel in der Nähe. Nach dem ersten, sehnsüchtigen Zug hockt sich Aki auf die Steinstufen zum Wasserbecken und gibt den bitteren Qualm frei. Mit zur Seite gedrehtem Kopf betrachtet er die Schlafende aus der Entfernung und reibt sich seufzend über die rechte Schulter.
Er macht sich keine allzu großen Gedanken über die Worte, die sie gestern noch an ihn gewendet hatte. Immerhin war ihr Körper vollkommen erschöpft und es wäre verwunderlich gewesen, wenn sich das nicht auf ihren Geist ausgewirkt hätte. Nichts konnte so wichtig sein, um ihr auch nur einen Moment länger den Schlaf zu rauben, weshalb er sie ins Reich der Träume hinübergleiten lies. Die Tatsache, dass sie nach wenigen Wimpernschlägen seinerseits bereits eingeschlafen war und tief und fest schlummerte, bestätigte seinen Verdacht wie geschafft sie war. Vielleicht war ihr auch der Wein nicht so gut bekommen, denn er konnte in ihrem aufgewühlten Gerede nur schwer feststellen ob sie wirklich davon überzeugt war, was sie ihm erzählte. Das zu klären hatte keine Eile und er würde sie bestimmt nicht nach Hause lassen, bevor das Thema zu seiner Zufriedenheit geklärt wurde. Im Grunde hat sie sowieso kein Entscheidungsrecht mehr, aber das konnte und würde er ihr zu diesem Zeitpunkt nicht auf die Nase binden. Die Erinnerung an den Abend der Verhandlung war verblasst und würde sicher nicht ohne seine Einwirkung zurück kommen. Es ist besser so. Nur so kannst du für ihren Schutz sorgen und das ist derzeit alles was zählt.
Mit einer leichten Drehung aus dem Handgelenk drückt Aki das Röllchen auf der Stufe neben sich aus und schnippt es achtlos in eine Ecke. Mit einem tonlosen Seufzen schiebt er den Gedanken beiseite und betrachtet Less mit schräg gelegtem Kopf eingehend. Eine leichte Bewegung geht durch ihren Körper, als sie sich auf die andere Seite dreht, durch die leicht transparenten Vorhänge kann er erahnen, wie sie neben sich suchend über die Matraze tastet.
Es war an der Zeit, dass er sich das weitere Vorgehen überlegt. Dabei war es entscheidend, was Less derzeit für ein Bild von ihm hat. Langsam schließt er die Augen und denkt zurück an die erste Begegnung in Rahal an die er sich noch erinnern kann. Er war etliche Male an ihrem kleinen Laden vorbeigelaufen, aber nie hatte er es auch nur in Erwägung gezogen zu klopfen. Und mit jedem Tag wurde der Gedanke, über seinen Schatten zu springen und es doch zu wagen, abwegiger. Nur vage konnte er sich an einen Abend erinnern, als er in der Taverne bei Neyla sas. Less war zu dieser Zeit bei der Handwerkszunft tätig, was ihn nur noch mehr abschreckte. Zwar waren die Unstimmigkeiten mittlerweilen weit entfernte Vergangenheit, doch es erweckte in ihm noch immer keine Freude. Aber er konnte sich vorstellen, warum sie diesen Weg gewählt hatte, immerhin war sie schon immer ein kleiner Sturkopf, wollte Andere nicht belasten und versuchte mühsam ihr Gold zusammen zu kratzen, um ihren Traum mit eigenen Händen zu verwirklichen. Dank der Zunft kam sie leichter an die nötigen Utensilien und Materialien, vor allem teures Werkzeug wurde ihr zur Verfügung gestellt und sie konnte Getränke aus eigener Herstellung an die Hafentaverne verkaufen.
Eines Nachmittags kam es dazu, dass er mit seinem damaligen Lehrling im Schlepptau an Less' Backstube vorbei kam und das Ladenschild auf 'geöffnet' gedreht war. Etwas Proviant für die Mine war nie verkehrt, weswegen die beiden Schmiede einen Abstecher in den Laden wagten. Es war das erste Mal, dass er sie wieder richtig wahr nahm, sie wirkte etwas selbstbewusster, die Haltung möglicherweise einen Tick aufrechter, das Stottern schwächer ausgeprägt als gewohnt. Sie war ganz offensichlich erstaunt ihn zu sehen, auch sein Lehrling wurde neugierig gemustert. Die großen Augen richteten sich wieder auf Aki und er war heil froh, dass er Philip vorstellen konnte und nicht mühsam nach einem Gesprächsthema wühlen musste, nachdem sie sich eine gefühlte Ewigkeit nichtmehr gesprochen hatten. Less verstand sich prächtig mit Philip, die beiden witzelten und lachten und er selbst wurde dieses seltsame Gefühl nicht los, als würde ihn irgendetwas an dieser Tatsache stören. Du hast keinerlei Anspruch auf sie, eure Freundschaft ist über die lange Zeit deutlich geschwächt. Sie sieht glücklich aus, stürz sie nicht ins Verderben.
Die Erinnerung verschwimmt, als Less einen leisen Seufzer ausstößt, die Lippen bewegen sich stumm während sie ein Wort oder einen Namen zu formen scheint. Ihm war die ganze Zeit bewusst, dass er einen schlechten Einfluss auf sie hat und andauernd drängten sich Gedanken in seinen Kopf, die ihn regelrecht anschrieen, vernünftig zu sein. Mittlerweilen ist er geübt darin, diese Gedanken einfach zu ignorieren oder wegzuschieben. Er enttäuscht sie immer wieder aufs Neue und sie ist mittlerweilen schlichtweg daran gewöhnt. Sie klammert sich an der Freundschaft fest, mit der stummen Hoffnung sie wird wieder so wie früher. Er hat sich zu einem völlig anderen Menschen entwickelt, woran Less nahezu jeden Tag erinnert wird, aber sie ist außer Stande ihn gehen zu lassen, da die Angst wieder alleine zu sein zu tief sitzt. Wie so oft im Leben waren es zwei Seiten einer Medaillie.
Die vergangenen Tage, beziehungsweise die, an die sich Less erinnern kann, haben ihn wieder in ein besseres Licht gerückt. Auch wenn dieses nur vorgegaukelt ist und sein Umgang mit ihr eher einem ausgeklügelten Spiel ähnelt, so scheint es doch, dass sie sich wohl fühlt und seine Fassade nicht von ihr hinterfragt wird. Aber sie ähnelt noch immer einem zerbrechlichen Püppchen und er muss jederzeit damit rechnen, dass sie wieder ihren Schutzwall um sich herum aufbaut und in ihr altes Raster zurück rutscht. Du musst vorsichtig sein und das aufgebaute Vertrauen aufrecht erhalten. Und vor allem darf er sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, so wie es gestern fast passiert wäre.
Verfasst: Sonntag 9. Juni 2013, 14:28
von Gast
Wieso hatte sie nur einen Hang für Männer die ihr nicht gut taten? Diese Frage schoss ihr immer wieder durch den Kopf.
Es war nicht gerade zu übersehen, dass es ihr nicht gut tat, wie sie so da saß mit verheulten Augen und einem großen Stück Torte vor sich die sie mehr zerstört hatte mit der Gabel, als dass sie sie eigentlich gegessen hatte.
Der Streit in der Mine mit Aki saß ihr in den Knochen und dennoch hatte sie das unbändige Bedürfnis zu ihm zu gehen. Es war wie eine Droge, wenn sie es nicht hatte wollte sie es und wenn sie es hatte, brachte es sie dazu Wahnsinnig zu werden.
Und so war es auch heute gewesen. Sie war in der Mine bei ihm. Ein Wort hatte das andere gegeben und am Ende war sie es mal wieder gewesen, die sich dem Streit nicht stellen konnte und davon gezogen war.
Wieso war sie eigentlich nicht in der Lage im die Stirn zu bieten? Wieso konnte sie nicht einfach ihm sagen, dass er verdammt noch mal nicht immer dieses Wechselbad, von auf Händen tragen zu mit Worten peitschen bei ihr anwenden sollte.
Vorallem weil der Streit wieder um die gleiche Sache ging, es ging meist um genau das. Darum das sie einfach zu anhänglich war, ein Stück zu besitz ergreifend und zu stark klammernd.
Er wollte nicht dass sie das tat und irgendwie ging es nicht in ihren Kopf hinein.
Mit Wut stach sie wieder in die Torte und spritze damit einen Haufen Sahne quer über den Tisch. Ihre Augen fuhren dabei über das Bildnis was sich dadurch auf den Tisch bildete. Ein wildes Chaos aus Erdbeerstücken, Sahne und Kuchenboden.
Eben ein Chaos genauso wie ihr Leben eines war. Wieso konnte sie nicht einfach ihn Links liegen lassen und Glücklich leben? Sich neues Glück suchen ohne ihn?
Es waren die wenigen Stunden Glück, die sie irgendwie davon abhielten es zu tun. Diese Momente wo er seine zärtliche Seite zeigte, seine Führsorge für sie und all das was auf sie noch wartete.
„Du tötest ein Stück von dir selbst, wenn du es tust.“ Die Worte hatten sich in ihren Kopf eingebrannt und waren jene gewesen, die sie ins wanken brachte. Er hatte mit diesen Worten genau den Zahn getroffen der an ihr nagte. Wenn sie es tun würde, würde sie etwas Töten in sich und einen guten Teil von ihrer Seele. Und doch war es nicht so, dass sie auch etwas tötete wenn sie es nicht tat? Ihre Freiheit? Obwohl war sie überhaupt frei?
Ihre Gedanken schossen dabei in ihr Schlafzimmer hinab, dort wo der Reif lag, wie ein Mahnmal neben dem Bett und sie genau wusste, sie würde ihn wieder anlegen wenn es die Zeit dafür bedürfte. Und wieso tat sie es?
Weil sie abhängig war… nicht frei.
Was hatte der Reif für eine Bedeutung für ihn, hatte er überhaupt eine? Natürlich hatte er eine, er hatte es ihr lang und breit erklärt gehabt und doch wollte ihr Gehirn nicht verstehen was er ihr damit sagen wollte.
Es war nicht so, dass er sie mochte oder gar liebte. Nein es war mehr der Wille daran, dass kein anderer sie besitzen dürfte. Und eigentlich hatte sie sich damit zufrieden gegeben. Denn es war ein Stück Sicherheit gewesen in ihr selbst, dass er sie nicht einfach allein lassen würde.
Und doch saß sie nun alleine da, wusste nicht wo hin mit sich selbst und immer wieder glitten ihre Augen hinüber zur Wand, wohinter sein Reich begann und widerstand dem Drang aufzustehen und einfach hinüber zu gehen.
Denn einen Besitz konnte man auch einfach Wegwerfen wenn es einem zu Langweilig wurde. Einen Besitz konnte man austauschen gegen etwas Besseres und genau diese Angst hatte sie in der Mine zu diesen Worten gebracht.
Die Tatsache, dass er sich darüber aufregte, dass sie einen Plan B sich zurecht gelegt hatte, wenn er wirklich aus Rahal verbannt werden würde und den Plan eher als Fessel sah, die sie ihm umlegen wollte schmerzte.
Er war nie gedacht gewesen dafür, ihn an sie zu Fesseln, nein es war mehr so gewesen, dass sie ihn damit vor etwas schlechteren bewahren wollte.
Mit jedem Wort was sie in der Mine gesagt hatte, wurde ihr klarer, dass er sie wegwerfen würde, wenn sie ihren Sinn nicht mehr erfüllte. Wenn es nicht mehr so funktionieren würde wie er es wollte und dennoch war sie bereit sich einfach weg werfen zu lassen.
Wie ein Stück Benutztes Etwas.
Er hatte gesagt, sie verstehe den Sarkasmus hinter seinen Worten nicht. Aber war es nicht so, dass sie mehr da sah was eigentlich hinter den Worten steckte? Oder Sah sie doch zu viel wie er es sagte und es war nur seine verschrobene Art ihr zu zeigen, dass sie sich umsonst Sorgen machte? Das sie endlich damit aufhören sollte ihn zu bemuttern und einer Freundschaft nach zu jagen wie ein gehetztes Tier, welche es gar nicht mehr gab?
Sie begann dabei wieder zu Schurzen und die Gabel bohrte sich in die Tischplatte hinein, als sie mit Wucht damit auf das Holz schlug.
Sie wollte diese Freundschaft, sie wollte den letzten Strohhalm für sich haben, ganz allein einmal etwas für sich.
Und diese Freundschaft war etwas für sie alleine, keiner würde sie ihr nehmen können in ihrem Herzen. Selbst nicht wenn man ihr sonst alles andere nehmen würde.
Denn die Momente wo er sie auf Händen trug, würden in ihren Kopf bestand halten und die ganzen schlechten Momente wie eine Flutwelle wegstreichen.
Denn jemand der nichts anderes Gutes hat, an was er denken kann, der hält sich an dem wenigen fest, was einem ein Lächeln auf die Lippen zauberte.
Und sie würde ihn wieder aufsuchen, ihre Droge zu sich nehmen auch wenn sie danach brannte wie Feuer in ihrem Leib.
Aber bis zu diesem Moment gab es noch etwas zu tun, abgesehen davon das Chaos im Äußerlichen zu beseitigen.
Sie würde Sophie aufsuchen müssen dafür, doch es würde sich vielleicht auszahlen es zu tun um den Strohhalm noch eine Weile wachsen zu lassen.
Verfasst: Donnerstag 13. Juni 2013, 12:45
von Gast
Plötzlich wurde alles Dunkel um sie, die Treppenstufen unter ihren Füßen schwankten und es riss sie einfach mit sich. Sie spürte nur noch den Druck des Tuches auf ihrem Mund und ihrer Nase und wie ein Körper sie auffing. Dann war alles weg und in tiefer Dunkelheit gehüllt, die sie schweben lies und forttrug.
Bilder tauchten vor ihrem Auge auf, und der Schmerz in ihrem Rücken stach ihr in den Geist hinein. Sie sah sich selbst wie von einer weit entfernten stelle wie sie auf ein jüngeres Ich schaute. Wie es in den Ketten hing und der Kopf weit nach unten baumelte.
Es war sicher schon ein gutes Jahrzehnt her, ihre Haare waren noch kürzer und ihr Gesicht wirkte noch jung, und dennoch waren ihre Augen so stumpf und leer, ihre Mimik regelrecht weg gefressen. Und sie spürte in sich selbst den gleichen Schmerz wie damals. Wie der ganze Körper brannte wie Feuer. Ihre Füße sie auf dem Boden nicht mehr tragen wollten und die Ketten schwer in ihre Handgelenke einschnitten.
Er hatte sie für Stunden hier bereits hängen gelassen und keines der anderen Mädchen dürfte ihr auch nur zu nahe kommen, geschweigeden irgendwie Wasser oder etwas anderes zukommen lassen.
Er hatte sie mit der Peitsche solange verprügelt, bis sie nicht mehr geschrien hatte, bis sie nicht mehr weinen konnte. Und ihr ganzer Körper nur noch brannte wie unter Feuer. Die Leinenbluse war hinten aufgerissen und bedeckte den rot und blau geschlagenen Rücken nur noch wenig.
Und denn noch spürte sie nicht wie die Sonne die Hoch am Horizont stand ihr zusätzlich die Haut noch verbrannte.
Sie fühlte nur noch diesen tiefen und dunklen Schmerz in sich, den Willen diesen Schmerz einfach nicht zuzulassen, ihn auszublenden und weit weg zu schieben.
Und sie hörte wie damals nun in ihrem Geist jenes Lied vor sich was sie innerlich summte. Es war eine Melodie einfach nur in ihrem Kopf gewesen, schwer und traurig zugleich. Aber damals hatte sie es beruhigt und auch noch jetzt beruhigte es die Bilder in ihrem Kopf und lies sie etwas milder wirken.
Er hatte sie damals bestraft dafür, dass sie versucht hatte sich seinen Befehlen zu wiedersetzen. Das sie nicht rechtzeitig von der Gänsewiese heim gekommen ist und man sie hatte holen müssen, was natürlich sofort darin mündete, dass er glaubte sie hätte weglaufen wollen.
Und dafür hatte sie die Quittung bekommen.
So wie sie nun auch die Quittung hatte für das wieso sich nun ihr Geist so weit in ihr innerstes zurück gezogen hatte.
Sie war es gewesen die sich wieder einmal widersetzt hatte, sie wollte aufbegehren, wollte nicht das was Aki wollte.
Oder wollte sie es doch?
Nein sie war unendlich sauer auf ihn, wie er nur seine Zukunft und damit auch die ihre so hatte gefährden können. Wie konnte er einfach nur so wild und blauäugig sich von einem Unglück ins nächste stürzen.
Nur diesmal war es anderes, sie hatte gedacht, er lässt sie einfach so gehen, war es doch lange genug sein Wunsch, dass sie einfach ging und ihm den Rücken zu kehrte.
Aber nun wo sie es wollte, schien es so als wollte er es mit allen Mitteln verhindern.
Und die Worte, dass er sie an das Bett fesseln wollte um zu verhindern, dass sie das tat, was sie ihm an den Kopf geworfen hatte. Zeigte ihr, dass sie verloren war.
Dennoch hatte sie es versucht, aber in dem Moment wo er ihr sagte, dass er noch etwas für sie habe, war ihr klar, dass er ihr nun entweder das Messe in den Bauch stoßen würde oder etwas anderes tun würde um ihr gehen zu verhindern.
Der Grund wieso sie sich nicht gewehrt hatte, denn es hatte keinen Sinn gehabt. Und auch das Leona weg gegangen war um es nicht mit anzusehen, zeigte ihr, wie sehr auch seine Schwester darunter litt was er tat.
Leona hatte sie überreden wollen es nicht zu tun, hatte sie gewarnt. Aber dennoch wollte sie ihre Wut nicht bändigen, den Zorn über Aki der in ihr tobte, zwang sie dazu aufzubegehren gegen das was er wollte. Sie wollte ihr Leben, ihre Freiheit und vor allem wollte sie nicht zusehen wie er sie alleine lies und wie sie darunter leiden würde. Wenn sie selbst die Einsamkeit ohne ihn wählen würde, wäre es vielleicht einfacher, das alles durchzustehen, denn sie hatte es selbst gewählt und ist nicht von ihm im stich gelassen worden.
Er würde verfolgt er würde irgendwo hin gehen, wo kein Platz für sie war, genauso wie kein Platz in seinem Herzen für sie war, daher wollte sie es sich lieber selbst rausreisen, bevor er es erneut tat.
Sie war nur eine seiner Marionetten, eine Frau die ihm verfallen war, eine von ganz vielen. Das hatte er ihr selbst gesagt, dass sie so war wie alle anderen.
Ein Besitz, etwas was er besitzen wollte, auch dies hatte er ihr selbst gesagt.
Und dennoch liebte sie diesen Mann, genoss es wenn er sie berührte, wenn er in ihre Haare griff oder einfach nur sie ansah.
Sie spürte noch von weiter ferne ihrer Gedanken, wie ein dickes Seil um ihre Handgelenke gebunden wurden und sie irgendwo leicht hinauf gezogen wurde.
Er hatte sie irgendwo festgebunden.
Und es würde wie damals sein, die Mädchen waren nun Leona und auch sie würde ihr nicht helfen dürfen.
Manchmal fühle ich mich als würde mir die Welt über die Schulter schauen
Ich weis nicht wieso, aber ich fühle meine Ausdauer schwinden.
Ich will nicht wissen
Ich will nicht fühlen
Ich will nicht sein
Ich will nicht verrückt klingen
Ich will nicht geistesgestört klingen
Aber ich kann den Druck nicht aushalten.
Hast du dich je genauso gefühlt?
Als müsstest du wegrennen?
Die Anspannung wächst aber ich spüre wie die Mauern dicker werden.
Und dann fühle ich mich scheinbar immer noch besser.
Ich will nicht wissen
Ich will nicht fühlen
Ich will nicht sein
Ich will nicht verrückt klingen
Ich will nicht geistesgestört klingen
Aber ich kann den Druck nicht aushalten.
Hast du dich je genauso gefühlt?
Als müsstest du wegrennen?
(Have you ever felt? Ill Nino)
Verfasst: Donnerstag 13. Juni 2013, 14:01
von Aki Orikson
Mit einem unangenehmen Schnaufen neigt er den Kopf zur Seite und lässt ihn kraftlos hängen. Unter angestrengtem Blinzeln versucht er den Schleier zu vertreiben der sich dank der Bewusstlosigkeit auf seinen Blick gelegt hat. Er nimmt das Tropfen von Wasser in der Ferne wahr, das immer lauter und penetranter zu werden scheint, sobald er sich darauf konzentriert. Nach einem weiteren, schmerzbedingten Stöhnen lässt er den Kopf vornüber hängen und spannt die Schulterpartie prüfend an, wobei sich die Schulterblätter unter der gebräunten Haut abzeichnen. Sein unfokusierter Blick streift über die kühlen Fliesen auf welchen er kniet, sehr langsam und mechanisch reckt er das Kinn und blickt zu seinen nach oben gestreckten, angeketteten Handgelenken. Das leise Scheppern der Ketten hallt durch den Raum, als er prüfend an beiden Ketten zieht, die so weit herab gelassen wurden, dass er fähig ist zu knien. Nach mehrmaligem Blinzeln sucht er den Boden und die Umgebung um sich herum ab. Die kleine, mehrfach verriegelte Kammer mit dm Holzrahmen und den daran angebrachten Haken und Ketten ist ihm bestens bekannt, jedoch nicht aus dieser Perspektive.
Bereits nach einem kurzen Abwägen ist ihm klar, wem er das zu verdanken hat. Seiner Schwester, Leona. Sie hatte erwähnt, dass sie vor hat ein paar Geistes beeinflussende Tränke an ihm auszuprobieren, aber er hatte damit gerechnet, dass sie noch einige Experimente vor sich hatte. Dank dieser Lüge hat sie ihn nun überrumpelt.
Sein Herzschlag ist ungewohnt schnell und die Gedanken, welche durch seinen Kopf kreisen bilden ein Durcheinander, fast wie eine fremde Stimme, die auf ihn einspricht. Als er an den Fesseln zieht, wird ihm erst der kalte Schweiß bewusst, der an seiner Haut haftet und gelegentlich von dieser abperlt. Ein paar feuchte Strähnen kleben ihm im Gesicht und er spürt jeden Muskel seines Körpers ungewohnt intensiv. Sie hat dich auf Entug gesetzt, deine Dosis schwindet. Mit einem unruhigen Keuchen, streckt er die Knie durch und richtet sich auf, wie ein Schatten seiner Selbst. Er beginnt zu wüten und heftig an den Ketten zu zerren, wodurch er nur daran erinnert wird, wie gut er den Rahmen im Boden verankert hat. Fauchend und knurrend lässt er erst nach vielen Versuchen nach und sinkt wieder auf die Knie zurück. Sein Brustkorb bäumt sich heftig unter jedem gierigen Atemzug auf. Sie hat dir die Kontrolle genommen, weil sie weiß wie unerträglich das für dich ist.
Nur die schweren, rasselnden Atemzüge durchbrechen die Stille, bis er sich wieder fängt und erinnernd den Kopf etwas anhebt. Die Geschehnisse der letzten Nacht drängen sich in sein Gedächtnis. Er war mit Leona zusammen zu Less gegangen, um diese zu beruhigen. Statt dessen war sie völlig ausgerastet und wollte ihn rauswerfen. Sie wollte ihm das verwehren was ihm zu gleichen Teile zu stand. Unfähig weiter mit ihr zu disskutieren aber auch unfähig sie einfach so gehen zu lassen und ihm die Entscheidung abzunehmen, hatte er sie betäubt und sie vorerst ans Bett gefesselt. War sie noch da? Hatte Leona sie frei gelassen, um ihr zu helfen? Allein der Gedanke daran, dass Less ungehindert ihren Willen durch setzen kann, reizt ihn zur blinden Wut. Das Gefühl von Zorn und Kraft, dass ihn durchströmt ist überwältigend. Er war sich nicht mal mehr bewusst, was Leona's Zeug wirklich unterdrückt, da es mittlerweilen zum Alltag geworden war, es zu konsumieren.
Wieder rückt sein Blick durch den Raum und mit jedem Augenblick wird er unruhiger und der Blick in seinen Augen zorniger und raubtierhafter. Wie viel Zeit war vergangen? War es schon zu spät um Less noch aufzuhalten? Was zum Teufel dachte sich Leona nur, als sie diesen überaus schlechten Zeitpunkt gewäht hat? Nach einem tiefen, kehligen Atemzug legt er den Kopf in den Nacken und beginnt aus vollstem Halse ihren Namen zu brüllen. Komm her.. ich will dich zerreissen.
Verfasst: Mittwoch 26. Juni 2013, 23:54
von Aki Orikson
Seine Atmung geht noch immer unerwartet unruhig, als er sich im Dickicht verborgen hält, in einem Klumpen feuchten Moos knieend. Er hat Less' Hof im Blickfeld, genau genommen ihre Haustüre und kauert seid Stundenläufen gegen einen Baum gelehnt im Wald und betrachtet diesen Punkt. Bei jedem noch so leisen Geräusch zuckt er zusammen und lässt in erwachender Paranoia den Blick schweifen. Mit einem tiefen Seufzen nimmt er es hin, als mit leisem Prasseln ein warmer Sommerregen einsetzt, dessen gepaarte Tropfen die Kapuze durchweichen und anschließend einige Haarsträhnen dunkel färben. Immer und immer wieder rasen die gleichen Gedanken durch seinen Kopf, mittlerweilen unzählige Male, dass es ihn fast wahnsinnig machen würde, wäre Leona's Beruhigungsmittel nicht noch immer so unmenschlich hoch dosiert in seinem Kreislauf.
Was, wenn Less tod ist? Baldur und Scarlett sind keine Heiler, vielleicht ist sie verblutet? Möglicherweise weil du nicht schnell genug gehandelt hast. Warum, zum Teufel, konntest du sie nicht aufhalten? Du hättest absehen müssen, was sie vor hat.
Seufzend schlingt er die Finger um den jeweiligen Oberarm, als sich durch den Nieselregen eine sanfte Gänsehaut bildet. Er hatte Less einen völlig durchschnittlichen Brief geschrieben, so wie viele Male in letzter Zeit. Dank Leona's Spritze, die ihrer Meinung nach einen Ochsen außer Gefecht gesetzt hätte, war er am nächsten Tag in erzwungenen Gelassenheit ans Werk gegangen. Seltsamerweise hatte seine Antwort Less derart erzürnt, dass sie lediglich ein paar wüste Beschimpfungen auf die Rückseite seines Briefes gekritzelt hat und diesen in Windeseile zurück zum Absender geschickt hat. Die niedergeschriebenen Beleidigungen hatten ihn so verwirrt, dass er sobald wie möglich aufs Festland gefahren war, um sich zu ihrem Hof zu stehlen.
Als er ihr blasses, hageres Gesicht mit eigenen Augen sah und sie sich vor seinen Augen erbrechen musste, war ihm klar, dass ihr Ausbruch nichts mit ihm zu tun hatte. Sie war aufgewühlt, da ihre körpereigenen Funktionen verrückt spielen. Leona hatte ihm vorsorglich ein paar Kräuter gegen Übelkeit mitgegeben, die er mit heißem Wasser aufgoss, während Less wütente wie eine Wahnsinnige. Warum tust du das. Das macht mich wahnsinnig. Ich bin doch da für dich, oder etwa nicht? Scheinbar nicht, denn kaum war sie aus seinem Blickfeld verschwunden, hatte sie scheinbar nach dem Schürhaken gegriffen, der am Kamin lehnte. Trotz der fallen gelassenen Teetasse und dem kochenden Wassers, das seine Stiefel durchtränkte, war er nicht schnell genug bei ihr, um sie aufzuhalten. Mit einem lauten Scheppern fiel das schwere Eisen auf den Boden, als Less bereits in seinen Armen zusammensackt. Mit einigen zusammengeknüllten Tüchern versuchte er die Blutung an der Platzwunde auf Bauchhöhe zu stillen, jedoch dauerte es nicht lang, bis ihre Augenlider schwer vor Schock zu flackern begannen. 'Du musst bei mir bleiben, Less. Sieh mich an. Du darfst das Bewusstsein nicht verlieren.' Mühelos zieht er ihren kraftlosen Körper in die Arme und tritt, unter einem Anflug von Verzweiflung die Haustüre auf. Du musst sie nach Düstersee bringen, völlig egal auf wen du triffst und ob sie dich einsperren. Es geht um ihr Leben.
Schließlich hatte er sie zu Baldur's Haus geschleppt, wo er einige Male gegen die Tür stieß und mit hämmerndem Herzen wartete, dass jemand öffnet. 'L-lass mich einfach hier liegen.' stieß Less unruhig zu ihm aus, als sie realisierte, wo er sie hingebracht hatte. 'Nein. Ich kann nicht.' 'Du.. du kannst, geh!' Seine Miene blieb jedoch entschlossen, als er hoffnungsvoll auf die Tür starrte hinter der gleichermaßen Less' Rettung und sein Verderben wartete. 'Egal.. Wenn sie dich bekommen.. das will .. will ich nicht.' stotterte Less mühevoll. Sie verblutest förmlich, wie kannst sie sich da noch Sorgen um dich machen? Die Tür wurde aufgestoßen und nachdem Baldur und Scarlett die Situation einigermaßen überblickt hatten, wurde ihm Less aus den Armen gerissen und Scarlett verscheuchte ihn nach kurzem Zögern mit einem ihrer Dolche bewaffnet. Sie ließ ihn überraschender Weise ziehen und auch als Baldur's schwere Schritte sich näherten, wollte dieser ihn nur zum Teufel jagen. Du hast keine andere Wahl als sie zurück zu lassen. Sie ist hier alle Male besser aufgehoben als bei dir.
Wie aus einer entfernten Ecke der Mine hallen die zornigen Worte seines ehemaligen Amigos an sein Ohr. 'Du Dreckskerl! Du hast ihr das angetan. Dafür wirst du brennen!' Er kann das Kribbeln regelrecht auf seiner Haut fühlen, als er aus dem seichten Dämmerzustand aufschrickt. Gehetzt sieht er sich um, wobei das durchnässte Leder an seinem Körper bei der Bewegung leise knarzt. Er kann sich bereits bildlich vorstellen, wie seine Schwester wüten wird, wenn sie davon erfährt. 'Was hättest du ihnen erzählen wollen, um dich raus zu reden? Das du ein Monster bist?'
Mit einem gedämpften Keuchen erhebt er seinen halb tauben Körper aus der lauernden Position und schleppt sich durch die undurchdringliche Nacht und den noch immer anhaltenden Regen zu Less' Haus. Mit klammen Fingern packt er den Zaun und schwingt sich über das Gatter hinweg in den Garten, wo er kurzerhand bis zu den Knöcheln im schlammigen Boden versinkt. Fluchend und klatschnass stapft er zur Hintertür und kramt nach einem Dietrichbund, der ihm einige Male durch die Finger rutscht, bevor er es zustande bringt das Schloss zu knacken. Ungeachtet der Schlammabdrücke und der Pfütze die er hinterlässt, schlurft er ins Haus und schlüpft in dem schlecht beleuchteten Raum aus seiner Kluft. Mit einigen Holzscheiten entfacht er das Feuer neu und rollt sich auf dem Teppich knapp dicht vor dem wärmenden und trocknenden Feuer zusammen. Warum bist du noch hier? Die Situation ist wieder mal nur deinetwegen entgleist. Verschwinde endlich aus ihrem Leben.
Und doch kann er es nicht. Noch nicht. Mit einem gequälten Keuchen windet er sich auf dem Teppich, als sich seine Muskeln unkontrolliert Verkrampfen. Er stellt sich geistig bereits auf eine unruhige Nacht ein. Einerseits Dank Leona's Teufelszeug und andererseits da er vollkommen im Dunklen tappt, was Less's Zustand angeht. Dank dem brennenden Schmerz, der nahezu ununterbrochen durch ihn Zucken und ihm den Schlaf verbietet, wird die Hoffnung mit jedem Mal aufzucken kleiner. Ich bin für dich da Less, auch wenn du es nicht glauben willst.
Wenn du dein Bestes gibst, aber nicht erfolgreich bist,
Wenn du bekommst, was du willst, aber nicht was du brauchst,
Wenn du dich müde fühlst, aber nicht schlafen kannst,
Und in Wiederholung steckenbleibst.
Wenn die Tränen dein Gesicht herunterrinnen,
Wenn du etwas verlierst, das du nicht ersetzen kannst,
Wenn du jemanden liebst, aber es zu Ende geht.
Könnte es schlimmer sein?
Lichter werden dich nach Hause führen
Und deine Knochen werden Feuer fangen,
Und ich werde versuchen, dich zu heilen.
Coldplay - Fix you
Verfasst: Donnerstag 27. Juni 2013, 14:59
von Alek Lassan
Als der breitschultrige Hühne an diesem viel zu frühen Morgen das Bett verlies war seine erste Aufgabe der Acker gewesen. Doch gerade als er jenen umgraben wollte erkannte er die Stiefelabdrücke im feuchten Erdboden. Sofort verengten sich die Augen mit einem bedrohlichen Blick. "Einbrecher", knurrte er. Den Kopf von links nach rechts streckend, knackste sein Stiernacken ehe sich die Muskeln seines Körpers anspannten und diese noch mehr zur Geltung kamen.
Wachsam sahen sich die Augen daraufhin um. Ein tiefes Grollen entrann seiner Kehle während er den Hof abstapfte. Bei der aufgeknackten Tür schnaubte er wütend, ergriff die Türklinge und riss sie ruckartig auf. Mit schweren stapfenden Schritten kam der ehemalige Axtschwinger auf Aki zu und brüllte ihn mit üblich gebrochener Gemeinsprache an: "Du raus, sonst nichtmal Mutter erkennt Dich!"
Verfasst: Sonntag 30. Juni 2013, 16:50
von Gast
Und an manchen Tagen ist es nicht leicht und an machen Tagen ist es nicht schwer
An einigen Tagen kommt es gar nicht und das sind auch die Tage, die nie enden
Und einige Nächte in denen du Feuer spuckst und an einigen Tagen, an denen du in Eis eingeschlossen bist
An einigen Tagen bist du wie etwas, was ich noch nie zuvor gesehen habe und auch nie wieder sehen werde
Und vielleicht bin ich verrückt, oh ja es ist wirklich verrückt aber so wahr
Ich weiß, dass du mich retten kannst, denn niemand kann mich retten, ausser dir
Solange der Planet sich dreht und solange die Sterne noch leuchten
Solange deine Träume wahr werden, glaub mir, dass
Ich alles für die Liebe machen werde und ich bleibe bis zum finalen Ende
Ich würde alles für die Liebe tun, ich schwöre und unterzeichne einen Pakt
Aber ich werde mir das niemals verzeihen, wenn wir nicht den ganzen weg gehen – heute Nacht
Mit wucht holte sie aus um den Kerzenständer an die gezeigte Stelle treffen zu lassen.
Ihren eigenen Schmerz schob sie dabei soweit sie konnte zur Seite hin, denn sie hatte keine andere Wahl als das zu tun was er von ihr verlangt hatte, wenn sie selbst das bekommen wollte, was sie wollte.
Es war wie ein Packt zwischen Gutem und Bösem.
Etwas böses musste getan werden, um überhaupt erst einmal etwas gutes daraus hervorbringen zu können.
Und dies war wohl auch der Grund wieso sie die Augen fest schloss als sie spürte wie sich der Widerstand seines Körpers auf den Kerzenständer übertrug und damit weiter auf ihren Arm.
Ihre Bauchdecke krampfte sich dabei und zeigte ihr nur um so deutlicher, wie groß die Kraft gewesen war, die sie hinein gelegt hatte.
Hatte sie ihm die Rippen gebrochen?
Nein man hatte kein knacken gehört, nur sein tiefes Ausatmen, was dumpf von den Wänden des Kellers wiedergeworfen wurde. Es zeigte deutlich, dass es gesessen hatte. Das der Schmerz nun genauso durch seine Venen sich schob wie durch Ihre. Und sie konnte nicht anders als den Kerzenständer los zu lassen, dass er mit einem Klong auf dem Boden aufkam.
Sie wollte den Gegenstand des Schmerzes nicht mehr in der Hand halten. Er fühlte sich fehl darin an, genauso fehl, wie das Bild des Mannes den sie sich wünschte an ihrer Seite, der nun vor dem Bett kniete und sich gekrümmt die Seite hielt.
Jedoch waren die alternativen die Leona wohl hatte auch nicht besser, er hatte von einem Stachelband gesprochen um sich selbst zu strafen. Etwas was sich tief in sein Fleisch bohren sollte um einen kontinuierlichen Schmerzreiz zu senden.
Kurzzeitig tauchte dabei das Bild vor ihr auf, wie an einer Lederschnur kleine Hacken angebunden waren und sich tief in das Fleisch hinein schnitten wenn man damit getroffen wurde.
Nein so etwas wollte sie nicht an Aki sehen.
Gerade mit jenem Gedanken beschäftigt, war er es der sie langsam wieder richtig ins Bett legte und ihr das Kopfkissen zurecht schob. Und schlagartig war auch wieder jene Müdigkeit da, die allein der Weg von Baldurs Heim bis zu ihrem Hof heraufbeschworen hatte.
Und ihre Lider wurden schwerer um so tiefer sie mit dem Kopf in das Kissen hinein sank.
Und es wurde auch nicht besser, als der warme Körper sich hinter sie legte und die Arme um sie schlang. Sein Herz an ihrem Rücken klopfte dabei noch heftig vor Schmerz und auch sein Atem zog sich ziehend in seine Lungen ein um dann schnaubend wieder hinaus zu kommen.
Der Preis für jene Nacht war der Schmerz gewesen.
Seiner und der Ihre.
Würde es nun jede Nacht so sein? Würde sie dafür bezahlen müssen, jede Nacht aufs neue?
Sie wusste es nicht, aber allein die Tatsache das seine Anwesenheit sie beruhigte und die Worte wegfegte die vor eine Tageslauf gesprochen worden waren von ihr und in weite ferne rückten.
Und sie nun wusste, dass er niemals zulassen würde das ihr und dem Monster etwas geschah, ließen sie in einen Schlaf fallen, der sogar die Schmerzen in ihrem Bauch recht vergessen machte. Und sie nur kurz immer wieder leicht aus dem Schlaf riss, wenn sie sich ungünstig bewegte.
Aber auch dann war er da und sie spürte seine warme Hand mit den kleinen rauen Schwielen daran, über ihren Bauch streichelte um sie zu beruhigen.
Verfasst: Mittwoch 10. Juli 2013, 11:11
von Gast
Ich habe beobachtet
Ich habe gewartet
In den Schatten
Auf meine Zeit
Ich habe gesucht
Ich habe gelebt
Für das Morgen
Mein ganzes Leben lang
Sie sagen, dass ich lernen muss zu töten bevor ich mich sicher fühlen kann
Aber ich, ich würde mich lieber selbst töten als mich in ihren Sklaven zu verwandeln
Manchmal fühle ich mich, als ob ich gehen sollte um mit dem Donner zu spielen
Irgendwie will ich nicht einfach bleiben und auf ein Wunder warten
Letztendlich bin ich
Gegangen, in Kreisen gegangen
Beobachtend, stellte mich taub oder so
Heile mich, berühre mich
Fühle mich, komm, bring mich höher...
(The Rasmus- In the Shadow)
Die Schmerzen waren am Morgen kurz nach dem Aufstehen schon wieder unerträglich geworden. So dass sie gleich nach der Feldarbeit wieder hinab gegangen in ihre Räume gegangen war.
Seit Tagen dieses Ziehen, seit Tagen immer wieder diese Schmerzen die sich anfühlten, als würde ihr einer jeden Wirbel einzeln brechen ohne es wirklich zu tun.
An dem Tag des Marktes war noch alles gut gewesen, aber in jener Nacht war es bereits das erste mal passiert, dass es sich so anfühlte als würde es sie zerreißen.
Der Tag danach war nicht minder gewesen und auch das Streicheln des Bauches hatte wenig Linderung gebracht. Es fühlte sich einfach so an, als würde eine große Kugel in ihrem Bauch immer wieder gegen alles klatschen was sich darin befand.
An Essen war gar nicht mehr zu denken, alles was sie oben hinein füllte kam bei der nächsten Welle des Schmerzes wieder mit hinaus.
Und auch die Stelle mit den Narben brachten sie beinahe zur Verzweiflung, so hatte sie in der Nacht bereits die erste Narbe aufgekratzt und das getrocknete Blut unter ihren Nägeln war das Zeichen dafür. Doch hatte auch dies keine Linderung gebracht, es war so als wollte ihr Haut von ihrem Bauch hinunter, so sehr spannte sie und zog und zerrte.
Das eine Schwangerschaft so ein Albtraum war, das hätte sie sich in ihren schlimmsten Träumen nicht vorgestellt.
Sie dachte immer eine Schwangerschaft war etwas schönes. Das Gefühl ein Wesen in sich aufwachsen zu spüren. Mit den Mann es zu genießen wie der Bauch Stück für Stück größer wurde.
Man gemeinsam Namen aussuchen würde und ein Zimmer einrichtete.
Sich Gedanken machte wie es aussehen würde, wie es sich verhalten würde.
Kleider zu kaufen für sich und das Kind. All diese schönen Dinge die man im Kopf hat wenn man daran denk, ein neues Leben auf die Welt zu bringen.
Doch sie hatte von all dem Nichts. Kein guter Moment wollte ihr einfallen, an den sie sich in einer neuen Schmerzwelle klammern konnte.
In ihrem Schrank hingen hässliche Kleider, in Farben die sie nie Tragen würde.
Die sie nicht einmal selbst ausgesucht hatte, sondern die ihr vor diktiert worden sind, deklariert als Geschenk.
Ihren Bauch, den cremte sie sich jeden Tag selbst ein und selbst nahm sie das Maßband um zu sehen wie fett sie schon geworden war.
Und jeden Tag legte sie abwechselnd ihre Füße auf den Schemel und streckte sich vor um wenigstens die Knöchel und den Fußrücken ein wenig zu massieren um das Geschwollene zu lindern.
Sie hatte nur etwas... oder eher jemanden der behauptete er war für sie da. Aber selbst so viele eigene Probleme hatte, dass er nur selten einen Funken an sie dachte.
Aber sie konnte es ihm auch nicht verübeln, sie hätte sich damals durch setzen müssen, die Kraft dazu finden müssen nein zu sagen.
Aber sie hatte sie nicht aufbringen können. Die Sehnsucht nach dem Gefühl der Geborgenheit und wenn es nur im Schmerze war, war zu groß gewesen als zu widerstehen.
Doch was hatte es ihr gebracht? Viel schlechtes und wenig gutes.
Ihr Herz hatte sich schon längst von jener Liebelei abgewendet, sie wusste das er sie nie lieben würde und sie wusste das sie auch nur so etwas wie ein Ventil war.
Doch ihr Körper genoss immer noch die wenigen Momente der Zärtlichkeit.
Aber all dies war nun nicht wichtig, denn ein erneuter Schmerzkrampf schüttelte sie und brachte sie gänzlich dazu sich auf dem Bett hin zu legen.
Die Sterne tanzten vor ihren Augen einen Reigen und die Luft presste sich aus ihren Lippen heraus, als sie beide Hände auf ihren Bauch presste.
Den lauten Schrei aus ihrer Kehle nahm sie schon kaum mehr wahr, so sehr war sie betäubt von jenem endlosen Gefühl auseinander gerissen zu werden. Und so spürte sie auch kaum noch wie das warme Blut ihr die Beine hinab lief...
Verfasst: Mittwoch 10. Juli 2013, 23:32
von Aki Orikson
Er lehnt mit dem Rücken gegen die Hauswand und starrt von der Erhöhung aus in die Ferne. Der Wind bringt die zerzauste Mähne in Wallung, während Aki tiefe, sehnsüchtige Züge von einem Krautröllchen nimmt. Das Wildkraut benebelt seine Gedanken und entspannt seine Muskeln, wodurch er nur noch dichter an die rauhe Steinwand sinkt. Der Dunst in seinen Gedanken wird dichter und hindern ihn daran diesen nachzuhängen. Gleichzeitig legt sich eine undurchdringliche Erschöpfung auf seinen Geist und er sinkt wiederstandslos und im Stehen in einen mitreissenden Tagtraum.
Der Geruch von Frühling hüllt ihn ein. Die ersten Blüten sprießen und umhüllen ihn mit ihrem charakteristischen, süßlichen Geruch. Er steht auf einer grünen Wiese, die von weißen Flecken gesprenkelt ist, die sich als Gänseblümchen heraus stellen. Das Gras raschelt hektisch, als sich Schritte nähern, die dank der kurzen Beine dicht hintereinander gesetzt werden. Aki fährt herum und geht in die Hocke, um den aufgeweckten Burschen abzufangen, der auf ihn zugestürmt kommt. Er schiebt die großen, prankenhaften Hände unter die Achseln des Jungen und hebt ihn hoch. Das Kind lacht, als es in die luftige Höhe gebracht wird, wobei die kurzen, rot-braunen Haare ungebändigt ins weiche Gesicht fallen. Die Augen sind ähnlich wie die eigenen so blau wie der Ozean, nur voller Unschuld und Lebensfreude. Bei dem Anblick muss Aki augenblicklich grinsen.
Die Szene verzerrt sich unwirklich, als sich der Junge an Aki's rechte Schulter schmiegt. 'Wo ist deine Mutter, Eduart?' Beiläufig lässt er den Blick schweifen, doch die grüne Wiese ist dahin. Die beiden stehen eng umschlungen in tiefer, bodenloser Schwärze. Dennoch behält der Junge seine Heiterkeit, als hätte sich an der Umgebung nichts geändert.
'Ich habe keine Mutter..' Die kindlichen und doch so tiefgründigen Worte hallen in Aki's Kopf wieder. Der kleine Kopf schmiegt sich bereitwillig an die breite Schulter und Eduart schließt die Augen locker, ein geborgenes Lächeln auf den kindlichen Lippen. Die tiefschwarze Tätowierung des Rabens mit ausgebreiteten Schwingen, der Aki's Schulter umarmt, zeichnet sich durch das helle Hemd ab. Die Flügel scheinen sich von der Haut zu lösen und recken sich mit zerzausten Federn nach dem Kopf des Jungen. Fast schon liebevoll anmutend legt sich das Gefieder um den kleinen, schutzlosen Kopf und verharrt.
'Papa, ich habe Angst.' murmelt der Junge und krallt sich mit den Fingern sanft in den Stoff des Hemdes. 'Du brauchst keine Angst haben.. es wird nicht weh tun.' versichert Aki ihm und legt eine Hand sachte auf Eduart's Hinterkopf. Daraufhin stößt der Junge den Atem etwas beruhigter aus und schmiegt sich in die befremdliche Umarmung, den Worten seines Vaters vertrauend. Aki's Finger zucken leicht, als er spürt wie der kleine Körper mit seinem Gewicht et was schwerer auf seinem Arm lastet. Die kindlichen Lippen bleiben leicht offen stehen, als das Gesicht friedlich wird, sobald der Atem aussetzt. Ohne jegliche Gefühlsregung beobachtet Aki, wie das Leben aus dem Gesicht weicht. Die ausgebreiteten Schwingen lösen sich von dem Körper des Kindes und ziehen sich in Richtung seiner Schulter zurück. Die Federspitzen scheinen kraftvoll zu pulsieren, als das Gefühl von Macht durch Aki's Körper zuckt. Im Gegenzug für den abgeschlossenen Dienst erhält er dieses Hochgefühl.
'Friss dich an dieser unschuldige Seele satt und erstick daran. Ich will deine Dankbarkeit nicht.'
Seine Schulter kribbelt heftig, was ihn aus dem Traum reisst. Starr blickt er in die Ferne, während die Finger intuitiv den Weg zur Schulter finden und, nach Linderung flehend über die tätowierte Haut kratzen. Die ersten Atemzüge gehen rasselnd, ehe er murmelnd feststellt, was ihn unvorbereitet trifft. 'Es ist tod.' Weit zurückgedrängt und vergraben in seinem Unterbewusstsein will ihn irgendetwas dazu motivieren zu Schreien. Doch er bleibt einfach nur stehen und streckt die Finger aus, als dieses kraftvolle, stärkende Gefühl noch immer seine Nervenenden erbeben lässt.
Er wusste, wie es enden würde, bevor es überhaupt begonnen hatte. Und doch überwältigte ihn diese Endgültigkeit und raubt ihm für wenige Herzschläge den Atem. Es gab nichts, was du tun hättest können. Er hätte das Versprechen eingefordert, egal wie sehr du dich gewehrt hättest. Aki muss an diese weisen Worte denken, die ihm immer wieder begegnen und die er aus vollem Herzen verachtet. 'Alles hat seinen Preis.' Und das war der Preis für Less' Leben. Ein Leben für ein Anderes. Less hatte keinerlei Erinnerung an den Pakt den sie eingegangen war, um ihr eigenes Leben zu erhalten. Doch genau so war es beabsichtigt und sie durfte es nie erfahren.
Das Röllchen ist mittlerweilen runter gebrannt, weswegen es achtlos beiseite geschnippt wird. Sie hat Menschen, die für sie da sind und sich um sie sorgen. Mike, Baldur oder Yannick. Es wird ein paar Monatsläufe dauern, dank der Zertreuung auf dem Hof, dann wird sie den Verlust vergessen haben. Sie wird ein neues Leben beginnen, eines ohne ihn und ohne den Schatten, den er über sie zieht. Ohne die Heuchelei, um in ihrer Nähe zu bleiben, um sicher zu stellen, dass alles nach Plan läuft.
Und all diese Gedanken und die Emotionslosigkeit, die ihn noch immer erfüllt, erinnern ihn nur daran, wie verloren er bereits ist.
Die Schulhofglocke klingelt erneut,
Regenwolken kommen erneut zum Spielen.
Hat dir niemand gesagt, dass sie nicht atmet?
Hallo, ich bin deine Seele, die dir
Jemanden zum Reden gibt.
Wenn ich lächle und nicht daran glaube,
weiß ich, dass ich bald aus diesem Traum erwache.
Versuche nicht, mich zu reparieren, ich bin nicht kaputt.
Hallo, ich bin die Lüge, die für dich lebt
damit du dich verstecken kannst.
Plötzlich weiß ich, dass ich nicht schlafe.
Ich bin noch immer hier.
All das ist von gestern geblieben.
Evanescence - Hello
Verfasst: Dienstag 16. Juli 2013, 12:16
von Gast
Vor was hast du am meisten Angst
Was nimmt dir Sicherheit
Was macht dich wirklich krank
Einsamkeit
Was ist für dich ein Freund
Warst du schon immer treu
Was ist dir wichtig
Zweisamkeit
Wurdest du schon mal verletzt
Fühlst du dich unterschätzt
Wovon bist du entsetzt
Grausamkeit
Was ist für dich Musik
Was ist dein Lieblingslied
Sag was du liebst
Dein Geheimnis von Glasperlenspiel
Die erste Nacht seit dem Tag des großen Verlustes, hatte sie gut geschlafen. Sie war einfach ins Bett gefallen und hatte dem Pochen ihres Herzens noch eine Weile gelauscht, bis sie hinab in das Land der Träume geglitten ist.
Und es war ein schöner Traum, nichts grausames war darin zu finden, kein Blut und kein Schmerz.
Es war eher so, dass sie auf einer Wiese stand und weit und breit war nichts um sie herum zu sehen, als die duftenden Blumenkelche die sich in einem leichten Windhauch hin und her schwanken ließen. Der Duft der Blumen berauschte dabei ihren Geist, brachten sie dazu sich zu entspannen und sich einfach fallen zu lassen in das satte grün, gepunktet mit ganz vielen bunten Farben des Regenbogens.
Normal war das der Moment wo sich ihr Traum meist in etwas Fürchterliches verwandelte. Doch heute war es nicht so, sie lag einfach da und genoss weiter die Gerüche und den seichten Wind der sie umspielte.
Die ganzen Sorgen und Nöte erschienen in diesem Moment so weit weg, wie die Realität.
Marek hatte recht, sie musste sich mehr entspannen, weniger nachdenken über all das was sie getan und nicht getan hatte.
Und dennoch blieb ein Stück Rest Angst übrig.
Aber er würde sie beschützen, dass hatte er ihr versprochen und er würde da bleiben so lange wie sie ihn brauchte.
Und das Gefühl in ihrem Magen bestätigte ihr, dass die Worte wahr waren. Und nicht nur einfach daher gesagt.
Sein Geschenk war etwas wunderbares gewesen, dass er sich solche Gedanken darüber gemacht hatte, was ihr Freude bereiten würde, war für sie etwas unsagbar schönes gewesen.
Und die Kette um ihren Hals fühlte sich selbst im Traum wunderbar an. Die feinen Blätter die sich in ihre Halsbeuge schmiegten, die gleichsam so kühl und voller wärme waren.
Und so nahm sie sich vor, jenes Gefühl ganz fest im Herzen zu behalten und ihm ein Stück davon wieder zu geben, wenn sich die Gelegenheit wieder auftun würde.
Dieses mal würde sie keinen Schritt zurück gehen sondern voran...