Tag des Handfastings
Verfasst: Sonntag 29. Januar 2006, 16:53
Schon der Morgen war ihm ein Graus. Erik war am Vorabend mit einem sehr sehr dumpfen Gefühl in die Felle verschwunden und hatte sich an Luciana gekuschelt. Aber der Morgen war wirklich noch viel schlimmer gewesen. Heute würde er die Frau seiner Träume heiraten!
Es war nicht die Frau oder gar die Hochzeit das eigentliche Problem - ihm war bewusst, dass sich dadurch vielleicht sein Leben ändern würde. Oder zumindest seine Einstellung zu vielen Dingen. Und auch die Reaktionen anderer auf das, was er tat. Es war einfach ein Wendepunkt in seinem Leben, dieser Tag, an dem er gerade aufgewacht war.
Das Handfasting war doch eine recht spontane Sache gewesen. Er hatte Luciana zwar schon vor über einem Monat den Antrag gemacht, und sie hatte ihn auch sofort angenommen, aber einen Termin hatten sie nie festgesetzt. Anfangs war alles noch so neu und frisch, dann gab es viel zu viel zu tun und zuletzt schob Erik es immer ein wenig hinaus, eben aus Angst vor dem Gefühl, dass er nun hatte. Dann, am Vortag, hatten sie mit Laila gemeinsam das Handfasting auf den 6ten Tag der Woche gelegt. Morgen schon? Eriks Magen wühlte und wütete und das unangenehme Stechen ward schlimmer.
Dann der Morgen. Erik wachte auf und wusste schlagartig, WAS das für ein Tag war. Und so fing sie an, seine Nervosität. Er rannte wie ein Bekloppter durch die Festung, mal hier hin, mal dort hin, suchte dort nach etwas, das er ganz wo anders hingelegt hatte, um es dann irgendwo hinzulegen, wo er es nie wieder suchen würde. Wenn ihn jemand ansprach, brauchte er einige Momente, bis er erstmal begriff, wer da vor ihm stand. Seine Hände konnte er eh nicht mehr gebrauchen, sie zitterten ohne Unterlass. Er konnte nur hoffen, dass es seiner Liebsten ähnlich gehen würde, er jedenfalls machte sich garantiert zum Gespött der ganzen Festung. Es war ihm egal. Daran konnte er momentan sowieso nicht denken.
Das Geschenk... eine Kette mit einem funkelnden Rubin, der recht dunkel war, beinahe, wie das Orange der Clansfarben. Alliestra hatte sie ihm mal gemacht und er hatte sie seitdem für diesen Tag sorgfältig in einer abgeschlossenen Schatzkiste aufbewahrt. Er durfte sie auf keinen Fall vergessen. Aber... was sollte er anziehen? Er hatte im Grunde nichts, was festlich aussah. Schickte sich auch nicht für einen Schreiner. Ein Schreiner braucht Kleidung, die robust ist und dreckig werden kann, keine Festtagssachen. Also kleidete er sich wie üblich in Kilt, Hemd, Hose, Stiefel. Alles natürlich in Clansfarben und alles schon ein wenig abgetragen.
Zum Glück nur lief ihm Freia über den Weg. Wenigstens eine Person, der klar war, dass das, was er da trug, alles war, aber garantiert nicht der richtige Aufzug für eine Heirat. Während Luciana irgendwo bei Falk oder Laila untergebracht war und dort zurecht gemacht wurde, schickte Freia Erik in sein eigenes Zimmer, um ihn dort neu einzukleiden. Falk ließ es sich natürlich auch nicht nehmen und gab Freia entsprechende Anweisungen, was alles herzurichten war:
Lederne Stiefel, hoch und kurz, eine lederne Hose zusammen mit passendem Wams, ein weißes Hemd, ein roter Umhang - und dann noch das Prunkstück, eine goldene Schwertscheide mit einem kostbar verzierten Prunkschwert, die Zierde des Mannes. Als Erik sich nach einigem Anprobieren und einigen Vorschlägen und Änderungen seiner beiden Modeberater im Spiegel betrachtete, war er geplättet.
"Das war doch mal ich?", meinte er nur, als er schließlich an sich runtersah. Er sah - gelinde gesagt - anders aus, wie ein gutaussehnder junger Mann, nicht wie ein Schreiner, der den Tag in der Werkstatt verbringt.
Und mit dem Getue um seine Kleidung und sein Aussehen war ihm auch ganz der Gedanke an jede Aufregung entgangen, er war wieder ruhig und gelassen wie üblich. War. Denn als Falk schließlich zufrieden war und ihn nach oben in Lailas Zimmer führte, wo er bis zur Zeremonie bleiben sollte, rutschte ihm das Herz sichtlich in die Hose. Sven Hinrah, sein Trauzeuge, leistete ihm Beistand, munterte ihn ein wenig auf - und war offenbar sogar noch aufgeregter als der Bräutigam selbst. Der wippte auf den Füßen hin und her, marschierte wie blöde im Zimmer auf und ab und murmelte ohne Unterlass seinen Spruch vor sich her, den Schwur, den er sich überlegt hatte.
Als Sven schließlich ging und Falk die einleitenden Worte sprach, überkam Erik allerdings eine sonderbare Ruhe. Ihm war mit einem Mal, als wäre das, was jetzt käme, richtig und unabänderlich. Es war, als füge er sich seinem Schicksal. Mit einem Mal hatte er nur noch das Bild seiner baldigen Gemahlin vor Augen und wurde ruhig, atmete langsam und zitterte nicht mehr. Die Hochzeit könnte beginnen.
Es war nicht die Frau oder gar die Hochzeit das eigentliche Problem - ihm war bewusst, dass sich dadurch vielleicht sein Leben ändern würde. Oder zumindest seine Einstellung zu vielen Dingen. Und auch die Reaktionen anderer auf das, was er tat. Es war einfach ein Wendepunkt in seinem Leben, dieser Tag, an dem er gerade aufgewacht war.
Das Handfasting war doch eine recht spontane Sache gewesen. Er hatte Luciana zwar schon vor über einem Monat den Antrag gemacht, und sie hatte ihn auch sofort angenommen, aber einen Termin hatten sie nie festgesetzt. Anfangs war alles noch so neu und frisch, dann gab es viel zu viel zu tun und zuletzt schob Erik es immer ein wenig hinaus, eben aus Angst vor dem Gefühl, dass er nun hatte. Dann, am Vortag, hatten sie mit Laila gemeinsam das Handfasting auf den 6ten Tag der Woche gelegt. Morgen schon? Eriks Magen wühlte und wütete und das unangenehme Stechen ward schlimmer.
Dann der Morgen. Erik wachte auf und wusste schlagartig, WAS das für ein Tag war. Und so fing sie an, seine Nervosität. Er rannte wie ein Bekloppter durch die Festung, mal hier hin, mal dort hin, suchte dort nach etwas, das er ganz wo anders hingelegt hatte, um es dann irgendwo hinzulegen, wo er es nie wieder suchen würde. Wenn ihn jemand ansprach, brauchte er einige Momente, bis er erstmal begriff, wer da vor ihm stand. Seine Hände konnte er eh nicht mehr gebrauchen, sie zitterten ohne Unterlass. Er konnte nur hoffen, dass es seiner Liebsten ähnlich gehen würde, er jedenfalls machte sich garantiert zum Gespött der ganzen Festung. Es war ihm egal. Daran konnte er momentan sowieso nicht denken.
Das Geschenk... eine Kette mit einem funkelnden Rubin, der recht dunkel war, beinahe, wie das Orange der Clansfarben. Alliestra hatte sie ihm mal gemacht und er hatte sie seitdem für diesen Tag sorgfältig in einer abgeschlossenen Schatzkiste aufbewahrt. Er durfte sie auf keinen Fall vergessen. Aber... was sollte er anziehen? Er hatte im Grunde nichts, was festlich aussah. Schickte sich auch nicht für einen Schreiner. Ein Schreiner braucht Kleidung, die robust ist und dreckig werden kann, keine Festtagssachen. Also kleidete er sich wie üblich in Kilt, Hemd, Hose, Stiefel. Alles natürlich in Clansfarben und alles schon ein wenig abgetragen.
Zum Glück nur lief ihm Freia über den Weg. Wenigstens eine Person, der klar war, dass das, was er da trug, alles war, aber garantiert nicht der richtige Aufzug für eine Heirat. Während Luciana irgendwo bei Falk oder Laila untergebracht war und dort zurecht gemacht wurde, schickte Freia Erik in sein eigenes Zimmer, um ihn dort neu einzukleiden. Falk ließ es sich natürlich auch nicht nehmen und gab Freia entsprechende Anweisungen, was alles herzurichten war:
Lederne Stiefel, hoch und kurz, eine lederne Hose zusammen mit passendem Wams, ein weißes Hemd, ein roter Umhang - und dann noch das Prunkstück, eine goldene Schwertscheide mit einem kostbar verzierten Prunkschwert, die Zierde des Mannes. Als Erik sich nach einigem Anprobieren und einigen Vorschlägen und Änderungen seiner beiden Modeberater im Spiegel betrachtete, war er geplättet.
"Das war doch mal ich?", meinte er nur, als er schließlich an sich runtersah. Er sah - gelinde gesagt - anders aus, wie ein gutaussehnder junger Mann, nicht wie ein Schreiner, der den Tag in der Werkstatt verbringt.
Und mit dem Getue um seine Kleidung und sein Aussehen war ihm auch ganz der Gedanke an jede Aufregung entgangen, er war wieder ruhig und gelassen wie üblich. War. Denn als Falk schließlich zufrieden war und ihn nach oben in Lailas Zimmer führte, wo er bis zur Zeremonie bleiben sollte, rutschte ihm das Herz sichtlich in die Hose. Sven Hinrah, sein Trauzeuge, leistete ihm Beistand, munterte ihn ein wenig auf - und war offenbar sogar noch aufgeregter als der Bräutigam selbst. Der wippte auf den Füßen hin und her, marschierte wie blöde im Zimmer auf und ab und murmelte ohne Unterlass seinen Spruch vor sich her, den Schwur, den er sich überlegt hatte.
Als Sven schließlich ging und Falk die einleitenden Worte sprach, überkam Erik allerdings eine sonderbare Ruhe. Ihm war mit einem Mal, als wäre das, was jetzt käme, richtig und unabänderlich. Es war, als füge er sich seinem Schicksal. Mit einem Mal hatte er nur noch das Bild seiner baldigen Gemahlin vor Augen und wurde ruhig, atmete langsam und zitterte nicht mehr. Die Hochzeit könnte beginnen.