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Schreiben an Thanaya

Verfasst: Dienstag 28. Mai 2013, 01:15
von Alin
Ein kleiner Botenjunge wird am Morgen an Thanayas Tür klopfen. Er wird ihr freudig zulächeln und ihr mitteilen, dass er nun jeden Tag kommen würde um ihr einen Brief zu überreichen. Er wüsste auch, das sie nicht lesen kann und deswegen würde er ihr auch jeden Tag vorlesen!

Liebe Thanaya,
ich kann mir dein bekümmertes Gesicht kaum noch ansehen, ohne das es mir nicht auch das Herz zerreißt. Und so versuche ich nun, jeden Tag, ein wenig Sonne in dein dunkles Leben zu bringen und sei es drum, dass ich nur einen Strahl senden kann. Der heutige Brief wird der Kürzeste sein, die, die darauf folgen, werden länger. So musst du dem kleinen Jungen als etwas mehr Zeit schenken, wenn er dir die Zeilen vor liest.

  • Ich sitze hier und blick zurück!
    Soviele Tränen, soviel unglück!
    Es gibt so viel was ich bereu,
    doch trotz allem:
    Du warst mir treu!
    Hast dich von mir nicht täuschen lassen,
    versuchst mir zu helfen,
    anstatt mich zu hassen!

    Du kannst noch immer das gute in mir sehn,
    anstatt dich umzudrehn und zu gehen,
    bleibst du hier,
    verlässt mich nicht,
    durch dich weiß ich
    was FREUNDSCHAFT ist
In Freundschaft
Alin

Verfasst: Dienstag 28. Mai 2013, 08:52
von Thanaya
Als der Botenjunge klopfte und sie am frühen Morgen, noch damit beschäftigt war Chaos ins Haus zu bringen, die Tür öffnete und er ihr den Brief vorlas, da wurden ihr die Knie weich. Und Tränen liefen ungehindert über das blasse Gesicht.
Sie wusste auch nicht warum... nein falsch, sie wusste warum...sie kannte die Gründe warum sie in den letzten Wochen mehr und mehr alleine blieb, Gesellschaft mied und es lag schwer auf ihrem Herzen. Und es tat ihr leid für die die sich sorgten.
Als der Botenjunge fertig gelesen hatte nahm sie den Brief entgegen, drückte diesen an sich, und schleppte ihn den ganzen Tag mit sich herum. Ab und an holte sie ihn wieder hervor, mühte sich ab ihn selber zu lesen, wobei sich die Lippen stetig die Worte nachbildeten....


F r e u n d s c h a f t

Verfasst: Mittwoch 29. Mai 2013, 00:27
von Alin
Und wieder wird am Morgen der Botenjunge klopfen:

Meine liebe Thanaya,
ich hoffe der erste Tag hat dir gefallen. Heute musst du länger zuhören.
Ich weiß das du viel durchgemacht hast die letzten Wochen und Mondläufe und ich weiß auch, dass ich und jeder andere viel durchgemacht hat. Wichtig ist in dem Fall, dass man nicht in ein Loch fällt. Eigentlich darf ich gar nicht reden, bin ich doch Ewigkeiten in dein Loch gefallen und habe mir den harten Aufprall gewünscht, bevor ich Dazen traf.
Ich habe gemerkt, dass es nicht die Ereignisse sind, die uns stärker machen, sondern die Seelen die wir kennen. Freunde, Verwandte, Verbundene. Sie sind nämlich die, welche unsere Risse heilen, die wir uns beim Fallen holen und sie sind auch die, die an dem dünnen Seil ziehen, uns immer weiter die Schlucht hinauf, in der wir fallen. Jedoch müssen wir auch versuchen das Seil zu greifen, welches uns umschlingt. Denn es ist kein Knoten vorhanden, der uns daran hält, das müssen wir selbst tun.
Und ich möchte das du weißt, selbst wenn alles sinnlos und leer erscheint, sei dir gewiss, dass Dazen und ich immer da sein werden um dein Seil zu halten und die Wunden, die der Sturz dir brachte, vernähen.

  • Ich bin froh, dich zu kennen.
    darf dich meine Freundin nennen.
    Auch wenn wir uns nicht immer sehen,
    denk ich, dass wir uns stumm verstehen.
    Wenn du mich brauchst, rufe mich
    Sobald ich kann, bin ich da für Dich.
    Denn so sollte Freundschaft sein,
    niemand von uns ist jemals allein.
    Bist du traurig, tröste ich dich
    so gut, wie du es tust für mich.
    Du bist da, das macht mir Mut
    Dich zu kennen, tut mir so gut.
In Freundschaft
Alin

Verfasst: Mittwoch 29. Mai 2013, 16:45
von Thanaya
Auch dieser Brief wurde wie ein Schatz stets bei sich getragen, immer wieder mal hervorgeholt und wieder wegetan.
Dann schnappte sie sich all ihre Hausaufgaben und korrigierten Briefe die sie noch von Althan hatte, setzte sich im Wohnzimmer auf den Boden und breitete alles vor sich aus. Wer brauchte schon einen Tisch und Stühle..
Lange überlegte sie hin und her und zog schliesslich das kleine Büchlein hervor, das Florentine ihr gegeben hatte... zum täglichen Schreiben üben. Doch bis auf eine herausgerissene Seite.. war es noch unbenutzt. Zusammen mit den Hausarbeiten tat sie es wirklich.. sie schrieb freiwillig einen Brief, ganz alleine.


liebe Alin

vielen libn dank für dein briv. ich freu mich ser darüba und ich weis das du es auch nich ainfach hasd. wir müsn zusamnhaltn. gerade jedz wo ales so verloan wirgd.
  • ich möchd füa dich ein sonenstral sein
    ein lächln, auch wen nur klein
    mit dir zusam ganz vile kuchn bakn
    und die traurigeit veatreibn lasn
    wen du jemant zum redn brauchsd
    bin ich da wi du füa mich auch
Thanaya

Verfasst: Donnerstag 30. Mai 2013, 00:56
von Alin
Und der nächste Tag:

Liebe Thanaya,
der gestrige Abend war wie immer einer, der einen mehr hinab warf, als einen hinauf zu helfen. Aber du und auch ich sollten uns davon niemals unterkriegen lassen. Wenn es irgendwann ruhiger ist und wir es uns erlauben können, würde ich gerne mit dir zelten gehen. Zwei Tage vielleicht oder nur einen Tag und eine Nacht, wie es eben möglich ist. Mit Lagerfeuer und Gruselgeschichten? Vielleicht können wir noch wen mitnehmen, wenn dir wer einfällt, dem das auch gefallen würde und der auch Ruhe bräuchte.
Ich habe mich im übrigen sehr über deinen Brief gefreut. Du kannst schon richtig gut schreiben und ich werde ihn in Ehren halten. Er zählt nun zu den wichtigsten drei Schreiben, welche ich in meinem Besitz habe.

  • Mit dir zusammen sein
    in Freude und im Leid.
    Mit dir nie einsam sein.
    Das Schönste was es gibt!

    Für jeden Spaß zu haben,
    viel Unsinn angestellt.
    Wie immer unzertrennlich
    die Nächte durchgemacht.

    Für immer Freunde bleiben,
    für immer da zu sein.
    Zu lachen und zu weinen.
    Ich sehne mich danach!
In Freundschaft
Alin

Verfasst: Donnerstag 30. Mai 2013, 12:57
von Thanaya
Diesmal liess sie den Botenjungen der mit dem Brief vor ihrer Tür stand und schon den Mund aufmachte um zu sprechen, nicht wieder davor stehen, sondern bat ihn schon regelrecht drängend hinein und liess ihn sich hinetzen. Während sie sich ihm gegenüber hinsetzte, lauschte sie den Worten, und bei dem Gedanken ans Zelten hellte sich ihre Miene auf, insbesondere als der Abschnitt über die Gruselgeschichten kam. Als er fertig war, nahm sie auch jenen Brief an sich und schien gedanklich schon durchzugehen wen man noch mitnehmen könnte und was man alles zum Zelten einpacken müsse.