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Des Panther's Wacht
Verfasst: Sonntag 26. Mai 2013, 14:49
von Eloriahus Drugar
Die Nacht hatte die Reitschule im fernen Norden Gerimors umhüllt und lediglich der Fahle Schein des Mondes erlaubte hier und da einen etwas klareren Blick auf das Umland. Die Festivitäten des Tages waren bereits eingestellt und die Bewohner des Hofes hatten wohlmöglich bereits ihre Nachtruhe angetreten.
Unter den Bewohnern fand sich in dieser Nacht wenigstens eine weitere Person. Ein junger Knabe sollte für einige Tage auf dem Hof den Umgang mit und die Pflege von Pferden lernen. Sein Name lautete Cailean aus dem Hause Drugar.
Richtete einer der Bewohner oder viel mehr der Junge in dieser Nacht seinen Blick auf die umliegenden Waldstreifen, könnte er einen Blick auf die schattenhafte Erscheinung eines Panthers erhaschen. Ruhelos und wachsam streift er durch den Wald, verschwindet zwischen den Bäumen und erscheint dann wenig später auch wieder zwischen ihnen. Das Weiß seiner Reißzähne und das Rot seiner Augen erlauben einen leisen Schauer.
Alatar's Avatar hielt seine Wacht.
Verfasst: Montag 27. Mai 2013, 09:21
von Rothran
Dieser Tage scheint viel Bewegung um den Sumpf herrum, immer wieder wird man wohl patroillierenden Kaluren und angehörigen des Reiches dort begegnen.
Wird eine dieser kampferprobten Kalurenpatroillien wohl auf den Panther dort Treffen... ?
( http://forum.alathair.de/viewtopic.php?t=66066 )
Verfasst: Montag 27. Mai 2013, 19:38
von Pergus Fadel
Pergus war ziemlich erstaunt über den Wunsch des Onkels, den jungen Neffen am Reiterhof lernen zu lassen. Einige Tage sollte dieser dort bleiben, hart arbeiten und alles über Pferde und das Reiten erlernen, wie es in diesen wenigen Tagen bestmöglich wäre.
Von ihm aus würde das in Ordnung gehen, denn den Menschen den Umgang mit Pferden beizubringen, war nichts, was der einen oder der anderen Seite in diesem großen Krieg etwas brachte, sondern lediglich den Pferden, den Geschöpfen von Eluive geschaffen, wenn sie gut gehalten und gepflegt wurden.
Freilich musste Naischa ihre Zustimmung geben, weil sie war ja die Scheffin am Hof. Aber das tat sie gerne.
Der kleine Cailean war ziemlich zerknirscht über die harte Strafe seines Onkels, die dieser wegen seinem Alleingang auf das Reiterfest aussprach, noch dazu, wo Pergus sich bemühte, eine sehr sehr strenge Mine aufzuziehen.
Als sie dann aber aus der Reichweite des Onkels waren und Pergus ein paar Worte mit dem Jungen sprach, merkte dieser wohl, dass alles sooo schlimm nicht werden würde.
Müde war Cailean schon von all dem Rumlaufen auf dem Fest, was er Pergus auch sagte. Der führte ihn nicht, wie von seinem Onkel vorgeschlagen, in den Heustadel, um ihn dort übernachten zu lassen, sondern in eine kleine, aber liebevoll einigerichtete Kammer.
Das erste, was der Kleine bei ihnen lernen sollte, war, dass man einen Gast anständig behandelt, solange er sich als anständig und brav erweist.
Als Cailean eingeschlafen war, raste Pergus zurück aufs Fest, um viele Stunden später, total erschöpft in seiner Hängematte in tiefen Schlaf zu fallen. Nichts konnte ihn in dieser Nacht wecken, nicht die Geräusche des Waldes ... höchstens, wenn die Emma gebrüllt hätte, aber das tat sie nicht.
Verfasst: Montag 27. Mai 2013, 20:25
von Ashlin Oknei
Wer dachte, der Wald sei bei Nacht ein Hort der Ruhe und Stille der hatte sich von je her getäuscht. Die Geräusche waren mannigfaltig und Ashlin kannte sie alle und sie kannte inzwischen auch jene die nicht in die Wälder der neuen Heimat der Gesellschaft gehörten.
Seit erneut der Konflikt mit den Patherdienern entflammt war, nicht dass er jemals wirklich geruht hätte, trieb es Ashlin nicht mehr so sehr in die weit entfernten Waldregionen, sie blieb nahe, auch wenn man sie kaum sah. Immer mal wieder fand man im Gemeinschaftshaus der Gesellschaft frisches Wildbret, Leder, Felle und vieles mehr was der Wald nützliches zu geben hatte und das in so kurzen Abständen, dass ein jeder ahnen konnte, dass die Waldläuferin wohl immer im näheren Umkreis durch die Wälder zog.
Sie hielt die Augen offen, kannte die Wälder wie ihre Hosentasche, und sie war Wachsam, sehr Wachsam.
Wilde Tiere die nicht hier her gehörten oder gar einen bedrohlichen Eindruck machten auf Reisende und Anwohner, wurden nicht selten Opfer ihrer vortrefflich abgeschossenen Pfeile.
Verfasst: Montag 27. Mai 2013, 21:55
von Eloriahus Drugar
Die schattenhafte Gestalt des Panthers würde einzig in den Nächten durch die Wälder streifen und seinen Blick auf den Reiterhof lenken. Sollten die Patrouillen aber auch in der Nacht Fortsetzung finden, würde er noch seltener in das Sichtfeld der Hofbewohner oder besser des Jungen treten.
Hätte ein Dritter aber doch einen Blick auf ihn erhascht, würde er sich wider seines Instinktes zurückziehen und letztlich irgendwo im Unterholz des Waldstückes und im Dunkel der Nacht verschwinden. Seine ihm aufgetragene Aufgabe war es zu wachen und nicht etwa zu jagen oder zu töten.
Weiter im Süden Gerimors, in dem Kellergewölbe seines Familienhauses wurde Eloriahus aus dem Gebet gerissen. Ein feiner Schweissfilm lag auf der Stirn des Ahad und er kniete vor einem kleinen Alatarschrein. Die Ketzer bewegten sich wie ein aufgebrachtes Ameisenvolk über die Welt. Zahllos waren sie und wachsam... Eloriahus lies seine Zähne aufeinander mahlen und erhob sich. Kein Ostling dürfte Hand an sein Blut, seinen Neffen legen...
Verfasst: Dienstag 28. Mai 2013, 00:24
von Rafdarn
...
Verfasst: Dienstag 28. Mai 2013, 00:30
von Pergus Fadel
Bis tief in die Nacht schnitzte Pergus an der Bestellung von Tali ... Holzschüsseln wollte sie, um ihre Kochwut zu befriedigen. Gerne machte er sie für sie, hatte sie doch so brav am Reiterfest mitgeholfen.
Als er zur Seite sah, wähnte er einen Schatten im Wald. Einen, der sich geschmeidig bewegte, wie eine große schwarze Katze, und sogleich im Unterholz verschwand.
Pergus lächelte. Es könnte ein Panther gewesen sein.
Seit seiner Begegnung mit einem solchen Tier in Bajard faszinierten sie ihn.
Zuerst hatte er sie in seiner Einfalt "große schwarze Katze" genannt, bis man ihm erklärt hatte, dass dies Panther seien und höchst gefährlich.
Nein, Pergus glaubte jenen nicht, die diese Tiere für gefährlich hielten, denn jener damals in Bajard ... nun gut, er fauchte, ... aber das Tier kannte Pergus ja nicht. Getan hatte ihm der Panther damals aber nichts, als Pergus niederkniete und ihm vorsichtig den Handrücken hinhielt.
So verspürte er auch keine Unruhe in sich, sollte dieser Schatten wirklich ein Panther gewesen sein, denn die Emma, die Emma tät scho laut muhen, wenn da wirklich a Gefahr fürn Hof wär.
So gab sich Pergus an diesem Tag zur rechtschaffenen Ruhe.
Verfasst: Dienstag 28. Mai 2013, 10:24
von Cailean Drugar
Im Haus war es ruhig und nur noch wenig Zeit blieb dem Jungen bis das Reiterfest begann. Den Weg zu dieser Festlichkeit hatte der Bursche mit Leichtigkeit herausgefunden. Und doch plagte ihn das schlechte Gewissen ohne ein Wort zu verschwinden. Seine Hoffnung galt seiner Tante Tara, ein kleines Pergament auf dem Tisch sollte genügen sie zu informieren. Zu diesem Zeitpunkt dachte er nicht im geringsten daran das dieses Pergament auch seinem Onkel Elo in die Hände fallen könnte.
Augenblicke später befand sich Cailean auf dem Reiterfest. Neugierig betrachtete er die bunten Stände und die vielen Menschen die sich dort tummelten. Auch fand er darunter bekannte Gesichter und hier und da hielt der achtjährige Junge einen kleinen Plausch.
Die durchdringende, strenge und deutliche Stimme seines Onkels durchstrich seine Euphorie. Auch wenn sich Cailean in diesem Moment gerne in Luft aufgelöst hätte, hielt er dem Blick und den strengen Worten seines Onkels stand. Einen Viertelstundenlauf gab er ihm um noch Einkäufe zu erledigen, so war doch von Anfang an bewusst das er die Zeit aus den Augen verlieren würde.
Die Strafe die er erhielt raubte dem Jungen den Atem. Drei ganze Tage auf dem Hof an welchem er arbeiten und lernen sollte. Es gab kein zurück und jegliche Begeisterung war aus seinem Gesicht gestrichen. Es half nichts zu bitten oder zu diskutieren, hatte sein Onkel einmal Worte gesprochen waren sie Gesetzt. Das war das Erste was der Junge recht schnell erlernte in dem Hause Drugar.
Nachdem Pergus den Burschen in eine kleine Kammer geführt hatte, in welcher das Feuer des Kamin's leise knisterte, entlockte er dem Jungen doch noch ein kleines lächeln. Müde durch die Anstrengung und Aufregung fand der Junge in einen tiefen Schlaf.
Als der mitternächtliche Glockenschlag bereits verstrichen war erhob sich Cailean und aus seinem Bett und trat an das Fenster. Die schemenhafte Gestalt eines Panthers strich an dem Wald entlang. Cailean fühlte sich geborgen der Schatten machte ihm keine Angst. Auch wenn er die Hintergründe noch nicht recht verstand, krabbelte der Junge wieder zufrieden in sein Bett.
Er würde seinen Onkel nicht enttäuschen und er wird Pergus Worte sicher folge leisten. Nach getaner Arbeit wird man den Jungen nicht nur auf dem Hof erblicken, neugierig und abenteuerlustig wird man Cailean auch die Straße entlang laufen sehen. Doch gerade in den Abendstunden wird Pergus wohl ein besonderes Auge auf den Jungen haben ….....
Verfasst: Mittwoch 29. Mai 2013, 04:10
von Pergus Fadel
Sein erster Tag auf dem Bauernhof.
Es kam ganz anders, als geplant. Geplant war, dass der junge Cailean erst einmal die Früchte pflücken sollte, die Ställe ausmisten sollte, die Kühe melken sollte und vieles andre mehr.
Doch ward plötzlich arges Gehämmer an der Türe zwischen der ärmlichen Stube und dem Stall.
Als die Türe aufflog, stand ein Ork in der Stube.
Pergus flüchtete unter den Tisch. Was die drei Kinder oben nicht sahen, mit einem schelmischen Grinsen auf den Lippen.
Angst täuschte er vor, feuerte die Kinder an, doch dieses Unwesen niederzuschlagen!
Wahrlich, nachdem sie ihre erste Angst überwunden hatten, zückten sie ihre Zwillen, warfen mit Kokosnüssen und Cailean schlug mit dem Holzschwert, das ihm Pergus zugeschoben hatte, auf das Ungetüm ein.
In seinem tiefsten Inneren bewunderte Pergus den kleinen Cailean. Er hatte das Herz eines wahren Kämpfers. Freilich war ihm beim ersten Anblick des vermeintlichen Orks das Herz in die --- vielleicht recht dunstige --- Hose gerutscht, auch hatte er nach Hilfe zu Pergus geschrien. Als dieser, in den Pakt eingeweiht, sich aber nicht rührte, tat sich der Kleine mutig hervor und gemeinsam mit den beiden andren Kindern schaffte er es, den Unhold zu verjagen.
Als sich alles wieder beruhigt hatte, schuf ihm Pergus das Obst zu ernten, was er auch sehr gut tat, auch als Cedric an dem Baum heftig rüttelte ... eine Gleichgewichtsübung, die der Junge erst nicht verstand, vielleicht erst später, als Pergus ihm erklärte, dass auch beim Ritt höchstes Gleichgewichtsempfinden verlangt wäre.
Dann sollte der junge Cailean die Bienenstöcke ausnehmen. Er fluchte und schimpfte auf die kleinen Flugtiere, die ihn stachen, wobei Pergus stets sofort versuchte, seine Stiche mit kühlenden Bandagen zu lindern.
Pergus ging und holte einen Pfeil, den er selbst erst seit kurzem herstellen konnte, einen, der mit einer dünnen Wachsschicht überzogen war. Mit diesem Pfeil versuchte er dem Cailean zu erklären, warum die Bienen wichtig waren und dass sie, um diese Pfeile herstellen zu können, ihnen ihre Wohnwände nahmen.
Der Junge schien jedoch sehr beeindruckt, hielt der den Pfeil, den ihm Pergus zum Andenken an die fleißigen Bienen übergab, fest an sich gepresst.
Während sie auf den Bänken saßen, begannen zwei Hengste, --- es war nichts Unübliches am Hof, dass jene ihre Machtkämpfe ausspielten, --- einander zu keilen. Heftiger und heftiger wurde der Kampf um die Stuten, bis einer der beiden zu Boden ging und sein Leben aushauchte, während die Mähne des Siegers in den Himmel flog.
Naischa ging mit Cailean, um ihm zu zeigen, was nun an der Tagesordnung war. Das besiegte Tier musste ausgenommen werden, das Fleisch herausgeschnitten, der Darm und die wertvolle Leber gesichert werden.
Cailean meinte, er müsse zu Bett gehen, er wäre müde, was ihm durchaus gewährt wurde.
Er war wohl alt genug, um selbst ins Bett zu finden ... doch ...
Pergus lauschte ...
waren da Geräusche, als würde er sich übergeben wollen?
Pergus konnte es nicht wirklich zuordnen.
Zu viele Stimmen waren da am Hof.
Als Pergus selbst später dann in seiner Hängematte lag, und den turbulenten Tag nochmals vor seinem geistigen - schläfrigen - Auge passieren ließ, erinnerte er sich an das, was er zu Cailean sagte, als er nicht mit den beiden ganz jungen Mädels am Hof zurecht kam:
"Wenn du deine Ruhe haben willst, gib ihnen einfach recht."
Pergus schlief ein in Wohlgefallen mit der Welt und ihren Aufgaben, er war sich sicher, dass der kleine Cailean heute sehr viel gelernt hatte. Auch das Pferd, mit dem er arbeiten würde, wurde ihm heute schon vorgestellt - es war jenes, das ein minderwertiges in den Tod befördert hatte und aus dessen Fleisch es in den nächsten Tagen gute Würst geben würde.
Doch Cailean war schon zu müde, um dieses edle Tier näher kennen zu lernen. So schickten Pergus und Naischa ihn schlafen, um ausgeruht am nächsten Tag an seine eigentliche Aufgabe, den Umgang mit und die Pflege von einem Pferd heranzugehen.
Verfasst: Donnerstag 30. Mai 2013, 04:24
von Pergus Fadel
Cailean wurde abgeholt, viel früher als vorgesehn.
In seinem Herzen bedauerte Pergus das zutiefst. Er sah viel Gutes in dem Kind, welches in verwirrender Art ständig in dem Namen des "Seinen" grüßte.
Cailiean versprach, wiederzukommen und seine Ausbildung, die sein Onkel für ihn vorgesehen hatte, fortzusetzen, doch war da ein Fest ... freilich verstand Pergus, dass er an diesem teilnehmen wollte.
Was er absolut nicht verstand, der Pergus, war, dass einer, der im Namen des "Seinen" grüßte, von dem die Leut sagten, dass der der Böse wäre, bei der Ausbildung am Hof ein Verständnis für die Schöpfung und die Wesen der Eluiv ausprägte.
Pergus wusste wohl, dass er dies seinem Onkel niemals sagen dürfte und trotzem wühlte dies in ihm.
Spät des Nachts kam der "Braune" zu ihnen auf den Hof, jener, der am Fest den Segen der Eluiv den Pferden gespendet hatte. Pergus fasste sich ein Herz und fragte nach. Lange ging die Plauderei darüber und sie kamen zu dem Gedanken, dass es wohl das Herz eines Kindes war, das alles gierig aufsaugte in den Lehren, egal ob sie gut oder böse wären, egal welcher Gott dahinter stehen würde.
Pergus Herz schlug selbst wie das eines Kindes, obwohl er schon mehr als 20 Jahresläuf erlebt hatte.
Mehr noch als all das, was ihm über Eluive erzählt wurde, verstand er Cailean. Ein Kind, offen für alles, was er ihm erklärte.
An jenem Abend schmiegte sich Pergus wie in einem Frostschauer in seinen Umhang, in dem er sich in seine Hängematte einrollte. Es war, als wäre mit Cailean ein guter Freund vom Hof gegangen, der in Pergus eine Leere zurückgelassen hätte.
All seine Gedanken waren bei dem Jungen. Wo war er nun? Wer war diese Tante? Warum war sie gekommen und hatte sie ihn weggeholt?
So vieles konnte er sich nicht erklären, doch musste er schlafen, um für den neuen Tag ausgeruht zu sein.
Schlafen ... schlafen ... und so entschlummerte er.