[*] Wenn Kinderherzen lachen.
Verfasst: Samstag 25. Mai 2013, 20:56
Kinder müssen nicht große Reden schwingen,
nicht kläglich um Worte ringen,
die Wahrheit nicht beugen,
um zu gewinnen und überzeugen.
Kinder müssen nicht heucheln,
das Gewissen nicht meucheln,
um keinen Mund Honig streichen,
um was zu erreichen.
Kinder müssen nicht schmeicheln,
um Herzen zu brechen,
nicht Schwüre hecheln.
Kinder lächeln.
© Günter Fritsch
Der Markt an der Reitschule war überwältigend, gar riesig. Noch nie zuvor in meinem Leben hatte ich so viele Menschen gesehen und dazu noch so unterschiedliche.
Ein Stand reihte sich an den nächsten und die Auslagen waren überwältigend. So viel konnte mein Auge erhaschen, nachdem der Weg durch Wiesen, Wälder und Gewässer so erschwerlich war. Meine Füße schmerzten, dennoch beugten sie sich dem ungewohnten Druck der Schuhe, die ich sonst nie trug. Ich sah viele lachende Kinder um mich herum, eines schneller weg als das andere. Und um mich herum stand immer irgendwer vertrautes.
Ghadir hatte ich recht schnell aus meinem Blick verloren. Ich war so vertieft darin, die einzelnen Menschen zu beobachten und neue Gesichter kennenzulernen. Zia und ich, wir hatten uns gemeinsam auf den Weg gemacht, um die Stände zu erkunden. Solange, bis wir von einem kleinen Mädchen aufgehalten wurden. Ich spürte, wie sie an meinem Kleid zupfte und uns erzählte, dass ihre Mutter einen Stand mit vielen tollen Düften hatte. Zia stellte mich vor und erklärte der jungen Dame, dass ich so etwas wie eine Prinzessin war. Als ich das herzzerreissende und bewundernde Lächeln des Mädchens sah, wurde mir tatsächlich etwas warm ums Herz. Ich mochte Kinder. Sie erhellten meine Züge und meinen Alltag.
Nachdem Zia überprüft hatte, ob ihre Hände sauber waren, ging ich mit der kleinen Dame zu dem Stand ihrer Mutter. Schon von weitem roch man die wohltuenden Düfte und als ich selbst ein paar Kostproben davon riechen durfte, war ich tatsächlich hin und weg. Welch herausragende Kunst, solch Düfte zu kreieren. Und neben mir weiterhin Dolli, die Stolz war wie eine Große, dass sie neben mir - einer Prinzessin, die sogar in einem Palast wohnt - stehen darf. Und zudem meine Hand halten darf.
Ihre Mutter, wenn ich mich nicht allzu sehr täuschte, verfügte sie über keinerlei Augenlicht mehr und war blind, war ebenfalls eine sehr zuvorkommende und höfliche Frau. Ich fühlte mich an dem Stand wohl, weswegen ich auch sehr viel Zeit dort vergeudete und alles um mich herum vergaß. Dennoch, irgendwann musste auch ich einmal "Auf Wiedersehen" sagen und meinen Weg fortsetzen. So ließ ich die Hand der kleinen Dame Dolli los, knickste und lächelte ihr entgegen. "Wenn du und deine Mama einmal Zeit übrig habt, dann dürft ihr mich gerne in MenekUr besuchen kommen."; ich sah ihre großen Augen und wusste, welche Frage folgen würde. "In den Palast?"; ich nickte. "Aiwa, in den Palast!", ich wusste, damit ließ ich das kleine Mädchenherz höher schlagen. Und es erfreute mich, wenn ich jemandem eine Freude machen konnte. Und ich würde mich freuen, wenn mich die beiden einmal besuchen kommen würden. Immerhin musste so ein Palast beeindruckend sein für so ein kleines Mädchen.
nicht kläglich um Worte ringen,
die Wahrheit nicht beugen,
um zu gewinnen und überzeugen.
Kinder müssen nicht heucheln,
das Gewissen nicht meucheln,
um keinen Mund Honig streichen,
um was zu erreichen.
Kinder müssen nicht schmeicheln,
um Herzen zu brechen,
nicht Schwüre hecheln.
Kinder lächeln.
© Günter Fritsch
Der Markt an der Reitschule war überwältigend, gar riesig. Noch nie zuvor in meinem Leben hatte ich so viele Menschen gesehen und dazu noch so unterschiedliche.
Ein Stand reihte sich an den nächsten und die Auslagen waren überwältigend. So viel konnte mein Auge erhaschen, nachdem der Weg durch Wiesen, Wälder und Gewässer so erschwerlich war. Meine Füße schmerzten, dennoch beugten sie sich dem ungewohnten Druck der Schuhe, die ich sonst nie trug. Ich sah viele lachende Kinder um mich herum, eines schneller weg als das andere. Und um mich herum stand immer irgendwer vertrautes.
Ghadir hatte ich recht schnell aus meinem Blick verloren. Ich war so vertieft darin, die einzelnen Menschen zu beobachten und neue Gesichter kennenzulernen. Zia und ich, wir hatten uns gemeinsam auf den Weg gemacht, um die Stände zu erkunden. Solange, bis wir von einem kleinen Mädchen aufgehalten wurden. Ich spürte, wie sie an meinem Kleid zupfte und uns erzählte, dass ihre Mutter einen Stand mit vielen tollen Düften hatte. Zia stellte mich vor und erklärte der jungen Dame, dass ich so etwas wie eine Prinzessin war. Als ich das herzzerreissende und bewundernde Lächeln des Mädchens sah, wurde mir tatsächlich etwas warm ums Herz. Ich mochte Kinder. Sie erhellten meine Züge und meinen Alltag.
Nachdem Zia überprüft hatte, ob ihre Hände sauber waren, ging ich mit der kleinen Dame zu dem Stand ihrer Mutter. Schon von weitem roch man die wohltuenden Düfte und als ich selbst ein paar Kostproben davon riechen durfte, war ich tatsächlich hin und weg. Welch herausragende Kunst, solch Düfte zu kreieren. Und neben mir weiterhin Dolli, die Stolz war wie eine Große, dass sie neben mir - einer Prinzessin, die sogar in einem Palast wohnt - stehen darf. Und zudem meine Hand halten darf.
Ihre Mutter, wenn ich mich nicht allzu sehr täuschte, verfügte sie über keinerlei Augenlicht mehr und war blind, war ebenfalls eine sehr zuvorkommende und höfliche Frau. Ich fühlte mich an dem Stand wohl, weswegen ich auch sehr viel Zeit dort vergeudete und alles um mich herum vergaß. Dennoch, irgendwann musste auch ich einmal "Auf Wiedersehen" sagen und meinen Weg fortsetzen. So ließ ich die Hand der kleinen Dame Dolli los, knickste und lächelte ihr entgegen. "Wenn du und deine Mama einmal Zeit übrig habt, dann dürft ihr mich gerne in MenekUr besuchen kommen."; ich sah ihre großen Augen und wusste, welche Frage folgen würde. "In den Palast?"; ich nickte. "Aiwa, in den Palast!", ich wusste, damit ließ ich das kleine Mädchenherz höher schlagen. Und es erfreute mich, wenn ich jemandem eine Freude machen konnte. Und ich würde mich freuen, wenn mich die beiden einmal besuchen kommen würden. Immerhin musste so ein Palast beeindruckend sein für so ein kleines Mädchen.