Voneinander lernen, ...
Verfasst: Dienstag 21. Mai 2013, 18:39
Voneinander lernen, miteinander kämpfen, füreinander einstehen
Es war ein leises Rauschen, das Rascheln eines ganz besonderen Stoffes im Spiel des Windes.
Kein Umhang konnte für die, die ihn trugen mit halten - denn es war nicht nur die Farbe, die signalisierte, dass hier mehr als nur ein Zweck erfüllt wurde, auch die Haltung der Träger lies sogleich auf einen gewissen Stolz schließen.
Stolz – ein Teil davon zu sein.
Mit einem flüchtigen Lächeln marschierte sie so völlig in Gedanken vertieft an der Linie vorüber, zu den Akten, ins Büro.
Lange Zeit hatte sie damit verbracht gehabt, im Stillen und vom Weiten die zu bewundern, die im schimmernden Blau-Gold unterwegs waren.
Wie lange hatte sie warten müssen, bis sie etwas dazu beitragen konnte, ein Teil davon sein durfte?
Geduld war nie eine ihrer größten Stärken gewesen und so auch wohl die größte Herausforderung, auf ihrem Weg.
Sie erinnerte sich noch dunkel an die Bewunderung für ihre damaligen Ausbilder,
einer absolut gradlinig, eng an den Vorschriften und die Andere, ein Vorbild mit viel praktischem Wissen, immer im Dienst.
Viele Kameraden hatten ihren Weg begleitet, aber ebenso gab es die, die einen unterwegs verlassen hatten.
Manchmal völlig unverhofft… unerwartet und schmerzhaft, wieder andere geplanter, um einen neuen Weg in ihrem Leben einzuschlagen.
Sie konnte gar nicht genau sagen, wie viele Jahresläufe ins Land gegangen waren, seitdem sie ein Teil des Ganzen war, aber.. - zumindest nach der beträchtlichen Anzahl von Pergamenten auf dem Schreibtisch, den Akten, auf denen eine hauchdünne und doch nicht von der Hand zu weisende Staubschicht lag – schien es wohl schon eine geraume Weile zu sein.
Als Rekrutin gab es noch nicht viel das sie selbst hätte beitragen könnten, die besondere, wundervolle Gabe, die ihr geschenkt wurde, kaum unter Kontrolle, beschäftigte sie sich mit den Dingen, die ihr in die Hand fielen.
Tagesläufe verbrachte sie in einem Lager, in dem sich niemand so wirklich zu Recht fand.
Das System nannte sich Chaos, der Schmied, welcher heimlich heran geschafft wurde um dort Ordnung zu schaffen, musste teuer bezahlt werden.
Wie viel hatte sich seitdem geändert?
Heute gab es Jemanden, der das Lager mit liebevoller Hand führte.
Nie kam etwas abhanden, für Nachschub war gesorgt. Auch wenn sie niemals zugeben würde, dass sie sich in der neuen Ordnung gerne einmal verknotete und auf der Suche nach den Dingen fast in die Verzweiflung geriet -Es gab eine Gardistin, die Herrin des Systems war und mit geschlossenen Augen das finden würde, was der Frau Oberstleutnant einfach nicht in die Hände fallen wollte.
Die Erweiterung des Aufgabengebietes als Gardistin, hatten sie mit einem gewissen Stolz, aber auch Schrecken erfüllt. Mit einem Male verließ man sich nicht mehr nur auf seinen Vordermann, hin und wieder kam es dazu, dass man selbst es war, der die Entscheidungen treffen musste.
Das schlimme daran war nicht die Entscheidung selbst, nein, das tat man ja auch außer Dienst.
Es ging mehr um die Verantwortung, die man zu tragen hatte, sollte einmal ein Weg nicht der Richtige gewesen sein, die Konsequenz traf den ganzen Trupp.
Heute gab es eine ganze Reihe von Gardisten unter ihnen, inzwischen war das ehemalige Blau-Gold durch ein Rot-Gold getauscht worden, die Grenzen hatten sich verändert und doch..
war sie sich sicher, auch wenn manche von ihnen vielleicht den selben Zweifel in sich trugen wie sie einst, sie waren gut ausgebildet und sie würden im Notfall die richtige Entscheidung treffen.
Sie alle hatten ihre ganz besonderen Stärken.
Da war einer, der immer bemerkte, wenn ein Kamerad zurück blieb, darauf aufmerksam machte und die kleinen Dinge sah, die sonst vielleicht Niemanden auffallen würden.
Immer wenn er da war, war für das Detail gesorgt.
Ein anderer, eher unauffällig und vielleicht auch seltener im Dienst anzutreffen, tat viel hinter den Kulissen – das was keiner direkt bemerken würde. Und gerade weil der Umstand so gut zu traf, wusste sie, er tat seine Arbeit unheimlich gut.
Auch als Gardistin konnte man schon sein Feld gefunden haben und so gab es Jemand unter ihnen, der dafür sorgte, dass auch kleinste Blessuren den Dienst nicht behinderten.
Fürsorglich wurde nicht von denen gewichen, die ihre helfende Hand gerade brauchten.
Sie selbst erinnerte sich ganz gut daran, dass die nicht gerade ungeschickten Hände der Gardistin sicherlich einen guten Teil dazu beigetragen hatten, dass sie heute noch hier sein konnte.
Ein sehr ruhiger Geselle, aber keinesfalls entbehrlich, gehörte ebenso ihren Reihen an.
Er fiel stets durch seine Bereitschaft sich einzubringen auf, auch die Aufmerksamkeit eines Ritters hatte er gewonnen und sie war sich sicher, dass er seinen Weg dort gehen würde und sie eines Tages vermutlich vor ihm salutieren würde.
Eine Gardistin, ebenso diesem einem ganz besonderen Weg folgend, hatte sich schon unzählige Male vor sie gestellt. Und immer wieder kam sie nicht umhin, mit einem warmen Lächeln an vergangene Tage zu denken, das Gesicht des überraschten Feindes und mit einem Seufzen auch die vorhandenen Rachegelüste dahinter. Dennoch, auch sie war Jemand der auffiel und etwas weiter gab.
Dann gab es noch die, die am Anfang des Weges standen..
Frischlinge, die noch viel zu lernen hatten, aber auch jetzt schon kleine nicht zu leugnende Fußspuren hinterließen.
Ein nicht mehr ganz so junger Rekrut schon lange in der Mannschaft, stets darum bemüht die Ausgehuniform tauglicher zu machen. Vielleicht würde es ihm sogar eines Tages gelingen.
Ein anderer Rekrut hatte es nicht auf die Uniform abgesehen, dafür etwas, was sie alle im Herzen trugen. Immer wenn er ihr über den Weg lief und war es noch so in den kleinen Dingen hatte sie das unbestimmte Gefühl, das der starke Glaube ihn nicht nur begleitete, sondern auch durchaus Auswirkungen auf sein Umfeld hatte.
Auch zwischen Frischlingen, gab es noch die, die völlig grün hinter den Ohren waren und erst wenige Stunden des Dienstes hinter sich hatten, aber auch hier war ein junger Mann zu finden, bei dem sie sich sicher war, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis auch er ganz besondere Abdrücke hinterlassen würde.
Beim Gedanken an den eher älteren Rekruten huschte erneut ein Lächeln über ihre Lippen. Ähnlich wie bei der Gardistin war sein Feld schon recht vorher bestimmt und doch beschritt er es anders. Ruhiger und mit seiner ganz eigenen Note.
Die Erfahrung, die er mit in die Reihen brachte veränderte ebenso.
Seltener im Dienst anzutreffen war eine junge Rekrutin, die sich schon bevor sie dem Regiment angehörte viel einbrachte. Und auch heute noch kann man sich sicher sein, dass das besondere Rot des Königs keine Löcher aufweisen wird, die goldenen Rüstungen der Recken einem Schlag des Feindes stand halten und die Rösser auf denen sie sitzen im Stande sind, die Kameraden bis in die Schlacht und darüber hinaus zu tragen.
Irgendwann war man nicht mehr der, der grün hinter den Ohren war.
Man gehörte nicht mehr zu denen, die mit der Wurzelbürste die Diehlen- oder Steinböden schruppten.. Jeder der es überlebte und das Durchhaltevermögen bewies, gehörte irgendwann dem Teil an, der in Situationen, in die keiner von uns stecken wollte, Entscheidungen treffen musste.
Als Gardist schon unangenehm, als Wachtmeister sollte man sich keinerlei Fehler mehr erlauben.
Allerhöchstens bei der Farbwahl der dienstfreien Garderobe, da konnten sie durchaus passieren, aber dass war ja nichts was den Dienst und die damit verbundenen Aufgaben beeinflusste.
Sehr viele Jahre in diesem Gold lagen hinter ihm und ganz sicher war, dass ihm alle zu hörten wenn er mit einem gewissen Korporal anfing… ‚Geh zum Regiment haben sie gesagt…‘
Die Ausbildung.. etwas, dass sie geliebt hatte.
Natürlich hatte auch da die Verantwortung noch einmal zu genommen, man war nicht nur für Entscheidungen verantwortlich, nein, man war es auch für die die gar nicht von einem selbst getroffen wurden.
Denn man hatte es gelehrt oder auf diese Art und Weise vermittelt.
Auch wenn es einen gewissen Druck mit sich brachte, eine orangene Mütze – heute die blaue – zu tragen, war es doch das was ihr immer am liebsten gewesen war.
Stundenlang hatte sie am Tor verbringen können, das theoretische Wissen weiter gebend, dass ihr einst gegeben wurde, während immer mehr Bürger bereitwillig bei der Ausbildung unterstützend Anschauungsbild spielten.
Sie musste mit einem Grinsen zugeben, dass nicht jeder gespielte Ernstfall wirklich wie geplant ablief und auch an gewissen Stellen nistete sich gerne mal ungefragt der Fehler ein und doch war es eine Zeit in die sie sich heute immer mehr zurück sehnte.
Wie an anderer Stelle auch, hatte es hier Menschen gegeben, die heute tatkräftig ihre eigenen Vorstellungen umsetzten. Da war ein Korporal, dessen Waffe nicht nur der Bogen war, auch unliebsames wurde gerne angesprochen, selbst vor dem Vorgesetzten landete es immer wieder auf dem Tisch. Beharrlich, gradlinig und vor allem herrlich Ehrlich.
Ein Jeder, der durch das Gespräch mit ihrer Empfehlung kam, hatte sich den Platz in der Truppe verdient.
Ein ganz spezieller Geselle war der, der eine ganze Weile die Folterkammer sein heim nannte.
Sicherlich war der Raum nicht nur aus dem Praktischen heraus gewählt worden, schmunzelnd kam sie nicht umhin ihn als äußerst gut gewählt zu bezeichnen.
Nicht gerade geliebte Tätigkeiten waren in seiner Hand gut aufgehoben, eine strenge Hand und doch Jemand, der sie zur Ordnung rief, dann wenn es von Nöten war und es kein anderer tat.
Nicht zuletzt gab es noch Jemanden der hier seinen Platz behauptete.
Eher ruhig und wenn es nach ihr ging, eines der am schwersten zu erhitzenden Gemüter.
Mit seiner Art die Dinge in die Hand zu nehmen, zu lehren und selbst noch einmal zu erklären, sorgte er dafür, dass auch der letzte Gardist, die Theorie im Schlaf beten konnte und nebenbei ganz heimlich wurde ein gewisser Anstand in die Herzen gepflanzt, von Jemanden der außerdem einen weiteren Weg bestreitet..
Irgendwann hatte sie Orange gegen Gold getauscht.
Sie erinnerte sich einmal wie behauptet wurde, dass es nun mehr Schreibtischdienst gab.
Eigentlich… bedachte man die Bibliothek, wäre es wohl ein Teil der ihr hätte liegen sollen?
Dabei schweifte der Blick noch einmal über die unzähligen Pergamente, Stapel und… Lagepläne, ein leiser Seufzer entfuhr ihr.
Hätte ihr vorher Jemand gesagt, was es alles mit sich bringen würde, hätte sie vielleicht noch die Möglichkeit zur Flucht ergriffen, schreiender Weise.. vermutlich.
Aber nun saß sie hier.
Nicht alle Entscheidungen die sie gefällt hatte, hatten ein Ruhmreiches Ende genommen.
Eigentlich.. hatte das Ganze sehr wenig mit Ruhm zu tun. Viel mehr damit verantwortlich zu sein, Sündenbock, Schuldige.
Vieles lag wie ein Stein auf dem Herzen, drückte schwer und manches ließ sich einfach nicht abschütteln und dennoch..
Es waren all die Menschen, an die sie gerade gedacht hatte, Menschen auf die sie vertrauen, auf die sie sich verlassen konnte… Sie waren es warum sie heute dennoch hier saß.
Das war der Grund warum sie nicht schreiend davon lief und auch die nächste Konsequenz ausbaden würde, weil sie wusste wofür sie es tat.
Eine weitere goldene Mütze gab es noch, eine die sie niemals in ihrem ganzen Leben tragen wollen würde. Um nichts in der Welt beneidete sie den Menschen der sie trug, der der die unliebsamsten Entscheidungen durchsetzte von denen, die ohnehin schon nicht geliebt wurden.
Gleich einer Mauer, die man ab und an brauchte, tauchte er dann auf, wenn es sein musste.
Um das ab zu halten, was den Rest nicht treffen sollte und genau dafür empfand sie tiefste Dankbarkeit für ihn.
Häufig aber waren nicht sie es, die den Hauptteil der Verantwortung trugen.
Nein, sie waren nicht dafür gemacht an der Politik teil zu haben und auch dafür war sie unendlich dankbar.
Eine Last die unendlich viel schwerer wog, als die die sie zu tragen hatte.
Die richtige Entscheidung, für so viele, die Stärke die man zeigen musste, die Hiebe die man einzustecken hatte.
Dafür gab es zwei ganz besondere Menschen.
Sie hatte oft genug erlebt, wie sich das ungleiche Blau zusammen gesellte und vor etwas stellte, um eine Einheit zu bilden. Etwas was nicht weichen würde, egal was da kommen würde, um die zu schützen die dahinter standen.
Keiner von ihnen würde das auf kurze Sicht aufgeben, auch wenn sie sich sicher war, dass auch sie dieses Gefühl kannten, welches einen des Nachts hin und wieder beschlich..
Sie würden es niemals zeigen.
[als kleines Dankeschön, ich möchte keinen von euch missen…]
Es war ein leises Rauschen, das Rascheln eines ganz besonderen Stoffes im Spiel des Windes.
Kein Umhang konnte für die, die ihn trugen mit halten - denn es war nicht nur die Farbe, die signalisierte, dass hier mehr als nur ein Zweck erfüllt wurde, auch die Haltung der Träger lies sogleich auf einen gewissen Stolz schließen.
Stolz – ein Teil davon zu sein.
Mit einem flüchtigen Lächeln marschierte sie so völlig in Gedanken vertieft an der Linie vorüber, zu den Akten, ins Büro.
Lange Zeit hatte sie damit verbracht gehabt, im Stillen und vom Weiten die zu bewundern, die im schimmernden Blau-Gold unterwegs waren.
Wie lange hatte sie warten müssen, bis sie etwas dazu beitragen konnte, ein Teil davon sein durfte?
Geduld war nie eine ihrer größten Stärken gewesen und so auch wohl die größte Herausforderung, auf ihrem Weg.
Sie erinnerte sich noch dunkel an die Bewunderung für ihre damaligen Ausbilder,
einer absolut gradlinig, eng an den Vorschriften und die Andere, ein Vorbild mit viel praktischem Wissen, immer im Dienst.
Viele Kameraden hatten ihren Weg begleitet, aber ebenso gab es die, die einen unterwegs verlassen hatten.
Manchmal völlig unverhofft… unerwartet und schmerzhaft, wieder andere geplanter, um einen neuen Weg in ihrem Leben einzuschlagen.
Sie konnte gar nicht genau sagen, wie viele Jahresläufe ins Land gegangen waren, seitdem sie ein Teil des Ganzen war, aber.. - zumindest nach der beträchtlichen Anzahl von Pergamenten auf dem Schreibtisch, den Akten, auf denen eine hauchdünne und doch nicht von der Hand zu weisende Staubschicht lag – schien es wohl schon eine geraume Weile zu sein.
Als Rekrutin gab es noch nicht viel das sie selbst hätte beitragen könnten, die besondere, wundervolle Gabe, die ihr geschenkt wurde, kaum unter Kontrolle, beschäftigte sie sich mit den Dingen, die ihr in die Hand fielen.
Tagesläufe verbrachte sie in einem Lager, in dem sich niemand so wirklich zu Recht fand.
Das System nannte sich Chaos, der Schmied, welcher heimlich heran geschafft wurde um dort Ordnung zu schaffen, musste teuer bezahlt werden.
Wie viel hatte sich seitdem geändert?
Heute gab es Jemanden, der das Lager mit liebevoller Hand führte.
Nie kam etwas abhanden, für Nachschub war gesorgt. Auch wenn sie niemals zugeben würde, dass sie sich in der neuen Ordnung gerne einmal verknotete und auf der Suche nach den Dingen fast in die Verzweiflung geriet -Es gab eine Gardistin, die Herrin des Systems war und mit geschlossenen Augen das finden würde, was der Frau Oberstleutnant einfach nicht in die Hände fallen wollte.
Die Erweiterung des Aufgabengebietes als Gardistin, hatten sie mit einem gewissen Stolz, aber auch Schrecken erfüllt. Mit einem Male verließ man sich nicht mehr nur auf seinen Vordermann, hin und wieder kam es dazu, dass man selbst es war, der die Entscheidungen treffen musste.
Das schlimme daran war nicht die Entscheidung selbst, nein, das tat man ja auch außer Dienst.
Es ging mehr um die Verantwortung, die man zu tragen hatte, sollte einmal ein Weg nicht der Richtige gewesen sein, die Konsequenz traf den ganzen Trupp.
Heute gab es eine ganze Reihe von Gardisten unter ihnen, inzwischen war das ehemalige Blau-Gold durch ein Rot-Gold getauscht worden, die Grenzen hatten sich verändert und doch..
war sie sich sicher, auch wenn manche von ihnen vielleicht den selben Zweifel in sich trugen wie sie einst, sie waren gut ausgebildet und sie würden im Notfall die richtige Entscheidung treffen.
Sie alle hatten ihre ganz besonderen Stärken.
Da war einer, der immer bemerkte, wenn ein Kamerad zurück blieb, darauf aufmerksam machte und die kleinen Dinge sah, die sonst vielleicht Niemanden auffallen würden.
Immer wenn er da war, war für das Detail gesorgt.
Ein anderer, eher unauffällig und vielleicht auch seltener im Dienst anzutreffen, tat viel hinter den Kulissen – das was keiner direkt bemerken würde. Und gerade weil der Umstand so gut zu traf, wusste sie, er tat seine Arbeit unheimlich gut.
Auch als Gardistin konnte man schon sein Feld gefunden haben und so gab es Jemand unter ihnen, der dafür sorgte, dass auch kleinste Blessuren den Dienst nicht behinderten.
Fürsorglich wurde nicht von denen gewichen, die ihre helfende Hand gerade brauchten.
Sie selbst erinnerte sich ganz gut daran, dass die nicht gerade ungeschickten Hände der Gardistin sicherlich einen guten Teil dazu beigetragen hatten, dass sie heute noch hier sein konnte.
Ein sehr ruhiger Geselle, aber keinesfalls entbehrlich, gehörte ebenso ihren Reihen an.
Er fiel stets durch seine Bereitschaft sich einzubringen auf, auch die Aufmerksamkeit eines Ritters hatte er gewonnen und sie war sich sicher, dass er seinen Weg dort gehen würde und sie eines Tages vermutlich vor ihm salutieren würde.
Eine Gardistin, ebenso diesem einem ganz besonderen Weg folgend, hatte sich schon unzählige Male vor sie gestellt. Und immer wieder kam sie nicht umhin, mit einem warmen Lächeln an vergangene Tage zu denken, das Gesicht des überraschten Feindes und mit einem Seufzen auch die vorhandenen Rachegelüste dahinter. Dennoch, auch sie war Jemand der auffiel und etwas weiter gab.
Dann gab es noch die, die am Anfang des Weges standen..
Frischlinge, die noch viel zu lernen hatten, aber auch jetzt schon kleine nicht zu leugnende Fußspuren hinterließen.
Ein nicht mehr ganz so junger Rekrut schon lange in der Mannschaft, stets darum bemüht die Ausgehuniform tauglicher zu machen. Vielleicht würde es ihm sogar eines Tages gelingen.
Ein anderer Rekrut hatte es nicht auf die Uniform abgesehen, dafür etwas, was sie alle im Herzen trugen. Immer wenn er ihr über den Weg lief und war es noch so in den kleinen Dingen hatte sie das unbestimmte Gefühl, das der starke Glaube ihn nicht nur begleitete, sondern auch durchaus Auswirkungen auf sein Umfeld hatte.
Auch zwischen Frischlingen, gab es noch die, die völlig grün hinter den Ohren waren und erst wenige Stunden des Dienstes hinter sich hatten, aber auch hier war ein junger Mann zu finden, bei dem sie sich sicher war, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis auch er ganz besondere Abdrücke hinterlassen würde.
Beim Gedanken an den eher älteren Rekruten huschte erneut ein Lächeln über ihre Lippen. Ähnlich wie bei der Gardistin war sein Feld schon recht vorher bestimmt und doch beschritt er es anders. Ruhiger und mit seiner ganz eigenen Note.
Die Erfahrung, die er mit in die Reihen brachte veränderte ebenso.
Seltener im Dienst anzutreffen war eine junge Rekrutin, die sich schon bevor sie dem Regiment angehörte viel einbrachte. Und auch heute noch kann man sich sicher sein, dass das besondere Rot des Königs keine Löcher aufweisen wird, die goldenen Rüstungen der Recken einem Schlag des Feindes stand halten und die Rösser auf denen sie sitzen im Stande sind, die Kameraden bis in die Schlacht und darüber hinaus zu tragen.
Irgendwann war man nicht mehr der, der grün hinter den Ohren war.
Man gehörte nicht mehr zu denen, die mit der Wurzelbürste die Diehlen- oder Steinböden schruppten.. Jeder der es überlebte und das Durchhaltevermögen bewies, gehörte irgendwann dem Teil an, der in Situationen, in die keiner von uns stecken wollte, Entscheidungen treffen musste.
Als Gardist schon unangenehm, als Wachtmeister sollte man sich keinerlei Fehler mehr erlauben.
Allerhöchstens bei der Farbwahl der dienstfreien Garderobe, da konnten sie durchaus passieren, aber dass war ja nichts was den Dienst und die damit verbundenen Aufgaben beeinflusste.
Sehr viele Jahre in diesem Gold lagen hinter ihm und ganz sicher war, dass ihm alle zu hörten wenn er mit einem gewissen Korporal anfing… ‚Geh zum Regiment haben sie gesagt…‘
Die Ausbildung.. etwas, dass sie geliebt hatte.
Natürlich hatte auch da die Verantwortung noch einmal zu genommen, man war nicht nur für Entscheidungen verantwortlich, nein, man war es auch für die die gar nicht von einem selbst getroffen wurden.
Denn man hatte es gelehrt oder auf diese Art und Weise vermittelt.
Auch wenn es einen gewissen Druck mit sich brachte, eine orangene Mütze – heute die blaue – zu tragen, war es doch das was ihr immer am liebsten gewesen war.
Stundenlang hatte sie am Tor verbringen können, das theoretische Wissen weiter gebend, dass ihr einst gegeben wurde, während immer mehr Bürger bereitwillig bei der Ausbildung unterstützend Anschauungsbild spielten.
Sie musste mit einem Grinsen zugeben, dass nicht jeder gespielte Ernstfall wirklich wie geplant ablief und auch an gewissen Stellen nistete sich gerne mal ungefragt der Fehler ein und doch war es eine Zeit in die sie sich heute immer mehr zurück sehnte.
Wie an anderer Stelle auch, hatte es hier Menschen gegeben, die heute tatkräftig ihre eigenen Vorstellungen umsetzten. Da war ein Korporal, dessen Waffe nicht nur der Bogen war, auch unliebsames wurde gerne angesprochen, selbst vor dem Vorgesetzten landete es immer wieder auf dem Tisch. Beharrlich, gradlinig und vor allem herrlich Ehrlich.
Ein Jeder, der durch das Gespräch mit ihrer Empfehlung kam, hatte sich den Platz in der Truppe verdient.
Ein ganz spezieller Geselle war der, der eine ganze Weile die Folterkammer sein heim nannte.
Sicherlich war der Raum nicht nur aus dem Praktischen heraus gewählt worden, schmunzelnd kam sie nicht umhin ihn als äußerst gut gewählt zu bezeichnen.
Nicht gerade geliebte Tätigkeiten waren in seiner Hand gut aufgehoben, eine strenge Hand und doch Jemand, der sie zur Ordnung rief, dann wenn es von Nöten war und es kein anderer tat.
Nicht zuletzt gab es noch Jemanden der hier seinen Platz behauptete.
Eher ruhig und wenn es nach ihr ging, eines der am schwersten zu erhitzenden Gemüter.
Mit seiner Art die Dinge in die Hand zu nehmen, zu lehren und selbst noch einmal zu erklären, sorgte er dafür, dass auch der letzte Gardist, die Theorie im Schlaf beten konnte und nebenbei ganz heimlich wurde ein gewisser Anstand in die Herzen gepflanzt, von Jemanden der außerdem einen weiteren Weg bestreitet..
Irgendwann hatte sie Orange gegen Gold getauscht.
Sie erinnerte sich einmal wie behauptet wurde, dass es nun mehr Schreibtischdienst gab.
Eigentlich… bedachte man die Bibliothek, wäre es wohl ein Teil der ihr hätte liegen sollen?
Dabei schweifte der Blick noch einmal über die unzähligen Pergamente, Stapel und… Lagepläne, ein leiser Seufzer entfuhr ihr.
Hätte ihr vorher Jemand gesagt, was es alles mit sich bringen würde, hätte sie vielleicht noch die Möglichkeit zur Flucht ergriffen, schreiender Weise.. vermutlich.
Aber nun saß sie hier.
Nicht alle Entscheidungen die sie gefällt hatte, hatten ein Ruhmreiches Ende genommen.
Eigentlich.. hatte das Ganze sehr wenig mit Ruhm zu tun. Viel mehr damit verantwortlich zu sein, Sündenbock, Schuldige.
Vieles lag wie ein Stein auf dem Herzen, drückte schwer und manches ließ sich einfach nicht abschütteln und dennoch..
Es waren all die Menschen, an die sie gerade gedacht hatte, Menschen auf die sie vertrauen, auf die sie sich verlassen konnte… Sie waren es warum sie heute dennoch hier saß.
Das war der Grund warum sie nicht schreiend davon lief und auch die nächste Konsequenz ausbaden würde, weil sie wusste wofür sie es tat.
Eine weitere goldene Mütze gab es noch, eine die sie niemals in ihrem ganzen Leben tragen wollen würde. Um nichts in der Welt beneidete sie den Menschen der sie trug, der der die unliebsamsten Entscheidungen durchsetzte von denen, die ohnehin schon nicht geliebt wurden.
Gleich einer Mauer, die man ab und an brauchte, tauchte er dann auf, wenn es sein musste.
Um das ab zu halten, was den Rest nicht treffen sollte und genau dafür empfand sie tiefste Dankbarkeit für ihn.
Häufig aber waren nicht sie es, die den Hauptteil der Verantwortung trugen.
Nein, sie waren nicht dafür gemacht an der Politik teil zu haben und auch dafür war sie unendlich dankbar.
Eine Last die unendlich viel schwerer wog, als die die sie zu tragen hatte.
Die richtige Entscheidung, für so viele, die Stärke die man zeigen musste, die Hiebe die man einzustecken hatte.
Dafür gab es zwei ganz besondere Menschen.
Sie hatte oft genug erlebt, wie sich das ungleiche Blau zusammen gesellte und vor etwas stellte, um eine Einheit zu bilden. Etwas was nicht weichen würde, egal was da kommen würde, um die zu schützen die dahinter standen.
Keiner von ihnen würde das auf kurze Sicht aufgeben, auch wenn sie sich sicher war, dass auch sie dieses Gefühl kannten, welches einen des Nachts hin und wieder beschlich..
Sie würden es niemals zeigen.
[als kleines Dankeschön, ich möchte keinen von euch missen…]