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Rafdarn - ein Kämmerer
Verfasst: Montag 22. April 2013, 02:03
von Rafdarn
Lange hatte er gesucht ... so lange, um ein Heim zu finden ...
Noch war es nicht so weit ...
noch war alles im Umbruch.
Er war bereit zu helfen mit all seiner Kraft, jener Gesellschaft.
Tief in ihm, brüllte es auf: Wir können die Welt verändern.
Doch er schwieg darüber. Noch war es ein Traum ... ein Traum, den er träumte, irgendwo zu Boden gesunken.
Verfasst: Montag 7. Oktober 2013, 01:27
von Rafdarn
Einige Mondläufe war er schon hier bei der Gesellschaft zu Kompass und Schwert, meist in Zufriedenheit.
Freilich gab es auch Momente, in welchen er zweifelte, das Richtige getan zu haben. Doch immer stellte sich heraus, dass er das Richtige getan hatte.
Verdania war eine wahrlich gute Dienstherrin, die sich auch nicht scheute, sich für ein vermeintliches Fehlverhalten zu entschuldigen.
Jener Abend jedoch, er war ganz anders.
Dieser Badetag - er hatte ihn sich völlig anders vorgestellt.
So wie damals, in strenger Sittsamkeit, Männer von Frauen getrennt.
Doch kam es ganz anders.
Freilich waren alle Weiber noch bedeckt, doch ihm zu wenig. Jene Blöße dürften doch lediglich Eheleute aneinander sehen.
Am liebsten wäre er weit, sehr weit und noch weiter davongelaufen.
Selina erkannte seine Not, auch wenn sie sie wohl nicht wirklich verstand, denn sie fand nichts daran, etwas freizügiger zu sein. Dennoch ... dieses Feingefühl, seine Verwirrung darüber zu erkennen, beindruckte ihn zutiefst.
Malena war der Auslöser, dass sie sich besser kennen gelernt hatten. Bei einer Übung. Ganz leicht hatte er Selina, wie eine Feder, auf seine Hüfte gehoben, als es galt, einige Hindernisse zu überwinden.
Zum ersten Mal nach langer Zeit konnte er nicht einschlafen. Nicht wegen der nur spärlich bekleideten Weiber am Badetag ... nun ja, vielleicht auch deswegen - mehr aber noch wegen Selina, die ihn immer wider tief beeindruckte. Er spürte, dass sie vieles gemeinsam hatten, dieselben Interessen - oder täuschte er sich?
Wäre er um anderthalb Jahrzehnte jünger, er hätte nur noch Augen für dieses Weib gehabt. Doch war er sich seines Alters bewusst.
Jene Nacht war keine gute für Rafdarn. Unruhig schlief er, geplagt von wirren Träumen. Als er erwachte, war er schweißgebadet, doch etwas Warmes, Wohlwollendes gloßte in ihm, das ihm ein Lächeln entlockte.
Verfasst: Sonntag 13. Oktober 2013, 02:28
von Rafdarn
Er war in die Rolle eines Kämmerers geschlüpft, ein einfacher Diener, der seinem Herrn stets wohl zur Seite stand, was immer auch komme möge.
Doch war er zutiefst in seinem Herzen tatsächlich kein einfacherer Kämmerer, sondern ein Mann des Schwertes, der seinem letzten Dienstherren zuerst in dieser Funktion zur Seite gestanden war.
Eine offene Türe hatte diesen Zwist ausgelöst.
Xeonos, Kriegsherr der Gesellschaft, fühlte sich auf den Schwanz getreten, als Rafdarn mit seiner Stimme versuchte, die Steinwände zu durchdringen.
Nur eine Stimme, mit der er sich nicht sicher war, die dicken Steinwände zu durchdringen.
Eine offene Türe, die geschlossen sein sollte. Eine andere, die immer offen war. Er selbst war pflichtbewusst immer darauf bestrebt, dass jene und die andere offen oder geschlossen war.
Xenos verstand das alles nicht, und Verdania noch weniger.
In diesem Moment wollte er nur noch weg ... weg ... und noch weiter weglaufen. Doch ward die Gesellschaft ein Heim für ihn geworden, was man nicht einfach so wegwerfen sollte.
Rafdarn war sich bewusst, wer er war, was er konnte und wozu er fähig war.
In seiner bescheidenen Position als Kämmerer wurde er nun wohl unterschätzt. Doch er war nicht nur einer, der seiner Herrin die Bettlaken geradezog und sich in der Küche darum kümmerte, dass standesgemäßes Essen für die werte Verdania serviert wurde.
Er - war - mehr als das.
Und dessen war er sich durchaus gewiss.
Er wollte Xenos nicht herausfordern, da er genau wusste, dass er ihm unterliegen würde, er wollte einfach nur in Frieden leben, ein Kämmerer, seiner Dienstherrin ergeben ..... und doch ...,
zweifelte er.
Jene Dienstherrin schien nicht an seiner Seite, eher mehr an der von Xenos.
Zweifelnd ging er an diesem Abend zu Bett.
Der neue Tag würde vielleicht Klarheit in die Situation bringen. So hoffte er.