Das Leben ist eine stetige Abfolge von Leid.
Verfasst: Freitag 12. April 2013, 14:09
Praeludium
Langsam schob sich die Sonne am Horizont über eine gewaltige Zahl Baumwipfel in der Ferne. Der leuchtend rote, ins orangene verlaufende Feuerball warf seine farbigen Strahlen wie tastende Finger auf den die Baumwipfel umwabernden Nebel. Die unendlich kleinen Tropfen des Nebels brachen das Licht und liessen den Wald in einem Spiel von Regenbögen erstrahlen. Der Nebelwald, Heimat der Elfen.
Das Herz eines jeden empfindsamen Wesens hätte dieses himmlische Farbspiel wohl mit Freude und Glückseligkeit erfüllen sollen. Nicht jedoch das des Wesens mit der nachtblauen Haut, welches gebückt auf den westlichsten Ausläufern des Unheilsbergs hockte und mit fliederfarbenen Augen den Blick über die Landschaft Gerimors schweifen ließ.
Die einzigen Gefühle, die dieses Bild in diesem Wesen hervorrief waren Abscheu, Hass und Zorn. Dort lebten sie, die lichten Vettern, welche in der möglicherweise fernen Zulunft trotz ihrer Zurückgezogenheit die größte Gefahr für die letztendliche Erfüllung des Willen des Vaters sein würden.
Sie zu vernichten würde der wichtigste Schritt auf dem Weg zum allumfassenden Ende sein. Im Gegensatz zu den Menschen waren sie kaum anfällig für die Versuchungen des Vaters und zu starrsinnig die Richtigkeit ihrer Aufgabe zu erkennen. Am Ende würden auch die Menschen vernichtet werden, jenen kam jedoch im göttlichen Plan des Vaters noch eine Aufgabe zuteil, so dass jene erst entsorgt würden, wenn sie Ihm nicht mehr nützlich waren.
Die Menschen in Versuchung zu führen und sie ihrer zugedachte Aufgabe zuzuführen, dass würde sein Leben erfüllen, wie es schon das Leben seines Vaters erfüllt hatte. Als Templer würde er ihnen einen Brocken der Macht des Vaters hin werfen, auf welches sie sich stürzen würden, wie ein hungriges Tier, schwach im Geiste und leicht manipulierbar, wie die Menschen waren.
Bis er dazu in der Lage war würde es jedoch noch eine kaum zu meisternde Aufgabe für ihn geben. Er war gezwungen sich in ihren Tempel zu begeben, ihnen Loyalität und Ergebenheit heucheln, scheinbar ihre Lehren in sich aufnehmen, stets in dem Wissen dass sie ihm nichts lehren konnten.
Ein Würgereiz schob sich bei diesen Gedanken den Hals des jungen Letharfen empor. Seine Hand tastete sich in seine Tasche, die Fingerspitzen strichen über den nachtblauen Einband eines Gebetsbuches, auf welchem sich silberne Lettern erhoben. Die Berührung des kühlen Ledereinbandes und der silbernen Lettern hatte eine beruhigende Wirkung auf den Letharfen und liessen den Würgereiz verschwinden. Wann immer er diese Lettern berührte wusste er, dass der Allvater nicht fern war, er konnte seine Anwesenheit beinahe körperlich spüren.
Es würde ihm schwer fallen sich den Menschen zu unterwerfen, schwerer als seinem leiblichen Vater fiel es ihm, die Menschen nicht als das zu behandeln was sie waren, bessere Tiere. Und so war sein Herz zerrissen von widersprüchlichen Gefühlen, der Abscheu sich im Tempel beinahe ausschließlich unter Menschen zu befinden und der wohligen Aufregung endlich in die Heimat der Lethare zurück kehren zu können, nachdem er vor vielen Jahren seinem leiblichen Vater in einen Krieg auf einem minder wichtigen Kontinent gefolgt war.
Doch er würde seine Abscheu verstecken, hinter dem aufgebauten Schutzwall der Selbstbeherrschung, seinen Hass und Zorn kontrollierend, welche so viele Jahre offen zutage treten durften, ihn dem wilden Tier auf der Jagd näher brachten, als einem denkenden Wesen. Diese Quellen der Mordlust hatten dazu geführt, dass sein Erzeuger ihn zur weiteren Lehre wieder zurückgeschickt hatte, die eigenen Verbündeten ab zu schlachten war keine Option.
Es gab kein Versuchen, nur die Vervollkomnung oder den Tod.
Also hatte dieser ihn wieder nach Rahal geschickt, um die Wege des Allvaters im Tempel zu studieren und die Theologie der Menschen zu verstehen, um diese einfacher Manipulieren zu lernen, die Ungläubigen zu bekehren, oder zu richten und für den Krieg gegen das Licht neue Kämpfer zu rekrutieren.
Cha'xyrol war vor allem an den Unterschieden der Theologie von Menschen und Letharen interessiert, erkannte er die menschliche Theologie als Schlüssel zu ihrer Unterwerfung. Sie hatten andere Bedürfnisse als Lethare, welche voll vom Geiste des Vaters durchdrungen waren und seinen Plan bis zur letztendlichen Vernichtung zu vollziehen bereit waren, war dieser Willen allein wahnsinnigen Menschen innewohnend.
Abermals suchten seine Fingerspitzen wieder das Gebetsbuch, es schien beinahe eine eigene Intelligenz zu besitzen. Wie von selbst führte es den Leser zu den Seiten, welche das Wissen enthielten, nach welchem es dem Leser dürstete und es suchte sich seinen Träger aus, leitete es ihn im Geiste wo es zu finden war, bis er es an sich nahm. Das wohlige Kribbeln welches die Berührungen in ihm hervorriefen rief auch ein kribbeln der Spannung in ihm hervor. Endlich würde er wieder in den Höhlen der Lethare an den Blutopfern zu ehren des Vaters teilnehmen können, rituelle Handlungen zu ehren des Vaters, anders als jene notwendigen Blutopfer auf dem Schlachtfeld um den Krieg zu gewinnen hatten diese eine größere Betörung, da sie, nicht notwendig, allein zu Ehren des Vaters vollzogen wurden.
Nachdem die Sonne im zuge der düsteren Gedanken vollends aufgegangen war zog er sich zurück in die Höhle, welche an diesem Tage sein Unterschlupf sein würde. Er hatte es vorgezogen durch Gerimor nur Nachts zu reisen, um den Bewohnern seine Herkunft leichter verbergen zu können.
Und so führten ihn seine Schritte nach einbruch der Nacht stetig auf nach Rahal, dem dunklen Herz des Reiches des Vaters unter welchem sich das Reich der Lethare Leth'Axorn erstreckte, sein eigentliches Ziel.
Langsam schob sich die Sonne am Horizont über eine gewaltige Zahl Baumwipfel in der Ferne. Der leuchtend rote, ins orangene verlaufende Feuerball warf seine farbigen Strahlen wie tastende Finger auf den die Baumwipfel umwabernden Nebel. Die unendlich kleinen Tropfen des Nebels brachen das Licht und liessen den Wald in einem Spiel von Regenbögen erstrahlen. Der Nebelwald, Heimat der Elfen.
Das Herz eines jeden empfindsamen Wesens hätte dieses himmlische Farbspiel wohl mit Freude und Glückseligkeit erfüllen sollen. Nicht jedoch das des Wesens mit der nachtblauen Haut, welches gebückt auf den westlichsten Ausläufern des Unheilsbergs hockte und mit fliederfarbenen Augen den Blick über die Landschaft Gerimors schweifen ließ.
Die einzigen Gefühle, die dieses Bild in diesem Wesen hervorrief waren Abscheu, Hass und Zorn. Dort lebten sie, die lichten Vettern, welche in der möglicherweise fernen Zulunft trotz ihrer Zurückgezogenheit die größte Gefahr für die letztendliche Erfüllung des Willen des Vaters sein würden.
Sie zu vernichten würde der wichtigste Schritt auf dem Weg zum allumfassenden Ende sein. Im Gegensatz zu den Menschen waren sie kaum anfällig für die Versuchungen des Vaters und zu starrsinnig die Richtigkeit ihrer Aufgabe zu erkennen. Am Ende würden auch die Menschen vernichtet werden, jenen kam jedoch im göttlichen Plan des Vaters noch eine Aufgabe zuteil, so dass jene erst entsorgt würden, wenn sie Ihm nicht mehr nützlich waren.
Die Menschen in Versuchung zu führen und sie ihrer zugedachte Aufgabe zuzuführen, dass würde sein Leben erfüllen, wie es schon das Leben seines Vaters erfüllt hatte. Als Templer würde er ihnen einen Brocken der Macht des Vaters hin werfen, auf welches sie sich stürzen würden, wie ein hungriges Tier, schwach im Geiste und leicht manipulierbar, wie die Menschen waren.
Bis er dazu in der Lage war würde es jedoch noch eine kaum zu meisternde Aufgabe für ihn geben. Er war gezwungen sich in ihren Tempel zu begeben, ihnen Loyalität und Ergebenheit heucheln, scheinbar ihre Lehren in sich aufnehmen, stets in dem Wissen dass sie ihm nichts lehren konnten.
Ein Würgereiz schob sich bei diesen Gedanken den Hals des jungen Letharfen empor. Seine Hand tastete sich in seine Tasche, die Fingerspitzen strichen über den nachtblauen Einband eines Gebetsbuches, auf welchem sich silberne Lettern erhoben. Die Berührung des kühlen Ledereinbandes und der silbernen Lettern hatte eine beruhigende Wirkung auf den Letharfen und liessen den Würgereiz verschwinden. Wann immer er diese Lettern berührte wusste er, dass der Allvater nicht fern war, er konnte seine Anwesenheit beinahe körperlich spüren.
Es würde ihm schwer fallen sich den Menschen zu unterwerfen, schwerer als seinem leiblichen Vater fiel es ihm, die Menschen nicht als das zu behandeln was sie waren, bessere Tiere. Und so war sein Herz zerrissen von widersprüchlichen Gefühlen, der Abscheu sich im Tempel beinahe ausschließlich unter Menschen zu befinden und der wohligen Aufregung endlich in die Heimat der Lethare zurück kehren zu können, nachdem er vor vielen Jahren seinem leiblichen Vater in einen Krieg auf einem minder wichtigen Kontinent gefolgt war.
Doch er würde seine Abscheu verstecken, hinter dem aufgebauten Schutzwall der Selbstbeherrschung, seinen Hass und Zorn kontrollierend, welche so viele Jahre offen zutage treten durften, ihn dem wilden Tier auf der Jagd näher brachten, als einem denkenden Wesen. Diese Quellen der Mordlust hatten dazu geführt, dass sein Erzeuger ihn zur weiteren Lehre wieder zurückgeschickt hatte, die eigenen Verbündeten ab zu schlachten war keine Option.
Es gab kein Versuchen, nur die Vervollkomnung oder den Tod.
Also hatte dieser ihn wieder nach Rahal geschickt, um die Wege des Allvaters im Tempel zu studieren und die Theologie der Menschen zu verstehen, um diese einfacher Manipulieren zu lernen, die Ungläubigen zu bekehren, oder zu richten und für den Krieg gegen das Licht neue Kämpfer zu rekrutieren.
Cha'xyrol war vor allem an den Unterschieden der Theologie von Menschen und Letharen interessiert, erkannte er die menschliche Theologie als Schlüssel zu ihrer Unterwerfung. Sie hatten andere Bedürfnisse als Lethare, welche voll vom Geiste des Vaters durchdrungen waren und seinen Plan bis zur letztendlichen Vernichtung zu vollziehen bereit waren, war dieser Willen allein wahnsinnigen Menschen innewohnend.
Abermals suchten seine Fingerspitzen wieder das Gebetsbuch, es schien beinahe eine eigene Intelligenz zu besitzen. Wie von selbst führte es den Leser zu den Seiten, welche das Wissen enthielten, nach welchem es dem Leser dürstete und es suchte sich seinen Träger aus, leitete es ihn im Geiste wo es zu finden war, bis er es an sich nahm. Das wohlige Kribbeln welches die Berührungen in ihm hervorriefen rief auch ein kribbeln der Spannung in ihm hervor. Endlich würde er wieder in den Höhlen der Lethare an den Blutopfern zu ehren des Vaters teilnehmen können, rituelle Handlungen zu ehren des Vaters, anders als jene notwendigen Blutopfer auf dem Schlachtfeld um den Krieg zu gewinnen hatten diese eine größere Betörung, da sie, nicht notwendig, allein zu Ehren des Vaters vollzogen wurden.
Nachdem die Sonne im zuge der düsteren Gedanken vollends aufgegangen war zog er sich zurück in die Höhle, welche an diesem Tage sein Unterschlupf sein würde. Er hatte es vorgezogen durch Gerimor nur Nachts zu reisen, um den Bewohnern seine Herkunft leichter verbergen zu können.
Und so führten ihn seine Schritte nach einbruch der Nacht stetig auf nach Rahal, dem dunklen Herz des Reiches des Vaters unter welchem sich das Reich der Lethare Leth'Axorn erstreckte, sein eigentliches Ziel.