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Der Neuanfang

Verfasst: Dienstag 19. März 2013, 09:51
von Gast
Der Gedanke kreiste schon lange in Verdanias Kopf. Viele Pläne lagen über ihren Schreibtisch und der Haufen wurde mehr und mehr. Nun saß sie da und griff nach Papier und einen Kohlestift. Begann ein ähnliches Haus wie die Herberge zu zeichnen. Nach geraumer Zeit und vielen vergangenen Tagen präsentierte sie ihre Zeichnung mit all ihren Vorstellungen ihren Mitgliedern. Einige schauten erst skeptisch hinein aber mehr und mehr fanden auch sie jenes sehr gut. Die ersten Vorbereitungen sollten dann auch schon bald erledigt sein. Verdania nahm ihre Pläne unter den Arm und schwingte sich auf ihr Pferd. Nun musste ein passender Ort her. Lange ritt sie durch die Gegend und schon fast verzweifelt fand sie einen geeigneten Ort für ihr neues Häuschen. Rasch ritt sie wieder zur Herberge zurück und schrieb ein Brief an den Baumeister. Es vergingen nur wenige Tage bis man sich an dem genannten Ort traf und Verdi ihre Pläne ihm zeigte. Er schaute sich um und nickte mehrmals. Aufgeregt stand Verdi da und wartete auf eine Antwort ob er ihr diesen Wunsch erbauen könnte. Seine Mundwinkel hoben sich und sagte ihr, er könnte ihr hier ein schönes Paradies aufbauen. Ihre kompletten Ideen umsetzen. Sie strahlte auf und war voller Vorfreude. Er notierte sich noch die Baustoff die er benötigen würde und gab ihr die Liste. Nun war es an ihren Leuten und ihr das man jenes heranschaffte. So stellte sie eine Liste für jeden einzelnen Mitglied auf und gab jenes als Aufgabe weiter.

Rothran, Fabi und Tarik kannte sich sehr gut im Wald aus. Sie könnten das Holz besorgen.

Ashlin war die Waldexpertin und wusste genau wie sie mit den Tieren umgehen musste. Sie könnte einiges an Wildleder besorgen und vielleicht einige schöne Triebe von ungewöhnlichen Pflanzen.

Bert und Mala konnten sich auf den Weg machen und die Rohstoffe die vorhanden waren zum Bauplatz transportieren.

Xenos wurde mit einen besonderen Auftrag los geschickt. Er sollte sich um einen Übungsplatz kümmern.

Gondros konnte die Steine beschaffen wenn er im Berg unterwegs war.

Sophie und Ashtar hatten eine wunderbare ruhige Aufgabe bekommen. Sie durften den alten Bestand durch gehen und fehlende Sachen besorgen.

Verdania verbrachte tagelang auf den Bau, beobachtete alles ganz genau und offenbarte immer wieder neue Ideen an den Baumeister. Er hätte sicherlich bald die Krise bekommen wenn man Verdi nicht ab und an von der Baustelle geholt hätte.
Alle waren schon recht aufgeregt doch würde noch sehr viel Arbeit auf sie zukommen.

Verfasst: Dienstag 19. März 2013, 11:41
von Malachai Schwarzmourne
Da stand er nun, in der kühlen Luft, vor dem Haufen an Rohstoffen, die er über den halben Kontinent schleppen konnte.
Er seufzte, enledigte sich der schweren Kleidung und zog sich die alten Hemden an, die Verdi ihn dafür rausgelegt hatte.
Klamotten, die nur einem Zweck hatten: dreckig und zerrissen zu werden.
Er fragte sich, ob dies ihre Art von Bestrafung wäre. Bestrafung, weil er Sie in Düstersee verpasst hatte.
Und nun durfte er zur Buße schleppen, schleppen und schleppen.
Und das dabei immer die Worte der Eile im Nacken ihm zugeflüstert wurden, damit die Handwerker, die schon fleißig am bauen waren, ja keine ungewollte Pause einlegen könnten, machte die Sache nicht besser.
Er tätschelte noch einmal Schattenhufs Hals, das Pferd blickte ihn förmlich vernichtend an. Zu Eitel war es, als das es zum Packpferd degradiert wurde und dennoch, da musste es nun auch durch.
So senkte er, fast seufzend klingend, sein stolzes Haupt und versuchte wohl, kränklich und schwach zu wirken, als Malachai begann, sein Pferd zu packen.
Ironischerweise, erhob das Pferd jedesmal majestätisch den Kopf, wenn er und Malachai an einer Koppel mit Stuten vorbeigingen oder eine holde Dame ihren Weg kreuzte, imposant, so als wolle er zeigen: "Seht mich an, welch Lasten ich mit Leichtigkeit auf meinem Rücken trage", nur um danach wieder diesen vernichtenden Blick auf Mala zu werfen.
Malachai selber war nur Dankbar, dass ob der Last, die er auf seinen Armen wiefte und auf den Rücken schnallte, die Kälte schnell vergessen war und er sich mehr und mehr eisige Luft wünschte.
So verbrachte er den Tag, mit Aufheben, Aufsatteln, Aufheben, losgehen, gehen, frieren, schwitzen, ankommen, ablagern, auf Schattenhuf steigend, reitend, vor Frust ab und an mal abgewoffen werdend, die Schürfen und Wunden verbindend und wieder angekommen, mit Aufheben, Aufsatteln, losgehen...

Verfasst: Mittwoch 20. März 2013, 17:33
von Malachai Schwarzmourne
Mittlerweile konnte Malachai nicht mehr zählen, wie oft er diesen Weg ging und dabei die Arme voller Rohstoffe hielt.
Aber er began, sich Abkürzungen zu suchen, den Pfad zu verlassen und auch einmal durch den Wald zu gehen.
Ja, dieser dröge Gang gab ihm zuviel Zeit zum nachdenken, soweit, dass er sich sogar überlegte, irgendwo einen Wagen zu klauen und an Schattenhuf zu spannen oder dem Kutscher Goldsäcke in den Arm zu drücken, damit er die Ladungen transportierte. Aber nein, es wäre unsinnig, ein Wagen müsse einen zu großen Umweg fahren, als das es sich wirklich lohnen würde, darauf zurück zu greifen.
Und so war es schon gen Nachmittagsstunde, als er wieder ankam. Er legte die Rohstoffe ab, als er gerade Schattenhuf entladen wollte und einige der Bauarbeiter belauschte.
"Man man man...diese Frau Schwarzmourne...der Bauleiter ist schon völlig entnervt ob ihrer ganzen Änderungen und Zweifel, ob dies und jenes auch so gemacht wird, wie sie es sich vorstellt."
"Ja. Man merkt immer sein resigniertes Gesicht, wenn Sie wieder ankommt und wieder mit ihrem begeisterten Gesicht ihm wedelnd signalisiert, dass sie eine Idee hat. Aber trotz alledem, die Schwarzmourne ist schon eine Augenweide auf dem Bauplatz hier. Ich glaube, es fehlt ihr ein Mann, der sie ein wenig beschäftigt. Also wäre ich ihr Ehegatte, ich würde..."
Doch ehe der Kerl auch nur weitersprechen konnte, ging Malachai um Schattenhuf rum, in deren Blickfeld, die Augen leicht zusammen gekniffend, wirkte seine Narbe, als würde Sie pulsieren.
Ja, man musste ihn nicht kennen, um diesen vernichtenden Blick deuten zu können. Ein Blick, der wie ein Raubtier nur darauf wartete, dass die Beute einen Fehler begehen würde und so schwiegen Sie auf einen Schlag, förmlich abwehrend die Hände hochhebend.
"Dann würdest du was?"
Der Mann, der den Satz nicht beenden konnte, schien Panik zu verspüren, während der andere, wohl erleichtert, nicht in der Schußlinie zu sein, langsam versuchte, einen Schritt zurück zu machen.
"Ich...also....wisst ihr...ich meinte..."
Ehe er sich nur weiter in den Dreck reiten konnte, wollte Malachai gerade einen Satz nach vorne machen, die Faust schon geballt, als ihn etwas am Kragen packte und beinahe das gleichgewicht verlieren lässt.
"Malachai, da bist du ja. Was trödelst du hier rum? Die Steinklopfer haben keine Steine mehr und der Holzvorrat geht auch langsam zu Ende. Und was ist das hier? Birke? BIRKE? Wir brauchen Buche. Das habe ich dir gesagt."
In seinem Ohr verschwimmen die Worte, als er auf die sich wie wellen bewegenden Lippen seiner Frau starrte, die ihn wieder einmal anmahnte, Eile walten zu lassen. Und dies war der Moment, als die Bauarbeiter die Flucht ergriffen, diese Gelegenheit der Ablenkung nutzten und Tätig, wie Vieh getrieben ihrem Werk nachgingen.
Malachai indes drehte sich zu Verdania um, schaute ihr in die Augen, vernahm all diese Tätigkeiten, die er zu erledigen hatte und das einzige, was er entgegnen konnte, war ein Lächeln, ihre Hand nehmend, einmal nickend und bestätigen, dass er sich auf den Weg machen würde.
Egal wie sie ihn treiben würde...sie wäre der einzige Mensch der Welt, für den Malachai die höchsten Berge und tiefsten Täler, dunkelsten Höhlen und dichtesten Wälder bestreiten würde.
Und so ging er vom Bauplatz, mit einem Lächeln, dem wissen, es ist ihr Traum und erfreut sich daran, wie sie an dem Vorhaben aufblüht und ihre Augen strahlen mögen.
Er freute sich, ein Teil dessen sein zu können.

Verfasst: Mittwoch 20. März 2013, 23:21
von Sarah Schwarzmourne
Und wieder war ein Tag vorueber und wieder hat sie diesen daheim bei den Kindern verbracht. Sicher sie war gerne bei den Kindern daheim und passte auf sie auf wärend Verdi und Malachai für die neue Herberge am Arbeiten waren, aber Tagein Tagaus immer nur Kinderspiele, kochen und putzen, das war nicht sie und langsam fiel ihr die Decke auf den Kopf.
Malachai und Verdi kamen immer so spät heim dass sie meist schon schlief und nur am Rande mitbekam dass sie noch nach ihren beiden Schätzen sahen, schon seltsam wie sehr sie Logan verändert hatte, nie hätte sie gedacht dass sie beim leisesten Geräusch wach werden würde, schlief sie doch früher wie ein Bär im Winterschlaf und kaum etwas konnte sie wecken. Aber sie konnte zum glück immer wieder recht rasch einschlafen.
Das einzige Highlight in den letzten Wochen war der Besuch von Keylon, sie dachte er würde nicht mehr wieder kommen genauso wie Hudi wobei der nicht mal einen Brief hinterlassen hatte wie Keylon. Umso schöner war der Abend, sie haben viel geplaudert und auch wenn Sarah es besser wusste, sie genoss seine Nähe. Nur eine Frage raubte ihr heute den Schlaf: Was würdest du tun wenn Hudgarr zurueck kommen würde Sarah?
Ja was nur? Sie wusste es nicht und sie wollte auch nicht drüber nachdenken, sie wollte und konnte es nicht und doch blieb die Frage in ihrem Gedächtnis hängen selbst als sie sich zum jagen verabredet haben und er vorschlug Mala und Verdi auch zu fragen ob sie mitkommen. Ja eine ablenkung und ein bisschen pause von der harten Arbeit würde den beiden guttun.
Bis dahin konnte sie aber nichts anderes tun als weiter auf die Kinder aufzupassen und die beiden so gut es geht abzulenken was nicht so einfach ist denn wenn sie etwas gefunden hatte das Basti spass macht mochte es die kleine Stella nicht und was Stella gefiel war Basti viel zu langweilig. Und auch Logan forderte ab und zu ihre Aufmerksamkeit. Aber sie gab sich alle Mühe und so fand man immer mehr spiele die allen halbwegs gefielen und die Zeit zog weiter ins Land.

Verfasst: Samstag 23. März 2013, 23:27
von Rothran
Die Tage wollten nicht kürzer werden, die Gefahren nicht kleiner.
Ja, die Gesellschaft tat Gutes in ihrem Werk und war auch erfolgreich in dem was sie tat. " Ein erstrebenswerter Gedanke, welchen sich die Gründer ausdachten... " auch wenn er wusste das es eine Erweiterung eines alten Konzeptes war, diesem durfte er von Anfang an beiwohnen.
Und nun, nach vielen Mondläufen stand er wieder in den Wäldern dieser Welt, auch Tarik wieder an seiner Seite, diesmal aber sogar noch eine Frau, Fabienne, an der Seite Tariks, er musste bei dem Anblick grinsen.
Ja, es hatte sich einiges verändert, leider auch die Lage der Gemeinschaft...
Und so suchten sie gemeinsam gutes Holz, der Winter war hart, aber dieser Schritt schien nunmehr unausweichlich.
Der Anstoß gab wohl eine simple Hilfestellung bei einigen Freunden: Man wurde angegriffen, verteidigte sich und siegte... "... damit kamen wohl einige nicht klar... " murmelte er zu sich selbst, während seine Axt in geübter Weise sich ihren Weg durch einen Baum bahnte. Auch Stärketechnisch war die Gesellschaft gereift. Wohl zu sehr das sich ein ganzes Reich bedroht fühlte und das wo selbst in deren Reihen Leute standen, die einst die Gastfreundschaft ohne Vorurteil bei Ihnen genossen hatten.
" Wir können die Bürger Bajards da nicht weiter mit hineinziehen " Sagte Verdania, Sie hatte Recht, wie so oft, dennoch plagte ihn auch ab und an etwas Wehmut, war dies doch seine Heimat. " Aber gerade deswegen... " und so zogen sich die Tage in harter Arbeit dahin...

Verfasst: Sonntag 24. März 2013, 05:23
von Stella Schwarzmourne
Das Kinderzimmer sah aus wie geleckt!

Halt mal, das Kinderzimmer sah aus wie geleckt???
Irgendwas konnte da nicht stimmen. Dort wo sonst das Chaos die Oberhand hatte, wo Kleidung, Spielzeug, mehr oder minder eklige Fundstücke aus dem Garten und Stella ihr Unwesen trieben, war nun alles sauber. Sauber, aufgeräumt, kein einziges Holzklötzchen, kein Glas mit Wurm, kein Rattenskelett, keine angebissenen Äpfel oder Marmeladenbrote die langsam unter dem Bett vor sich hingammelten, ein sauber gemachtes Bett ...

Stella hatte schon alles für den Umzug zusammengepackt, denn alles was sich sonst in ihrem Zimmer verteilte, ja, auch die ekligen Sachen, fanden sich mit dem Ordnungssinn einer 3-jährigen, also ausgesprochenem Durcheinander, in der Größten Truhe ihres Zimmers.

Und hatte man sich erst mal vom nahezu schockierenden Anblick des sauberen Zimmers erholt, ergriff einen punktum die Frage, ja fast panikartig: "WO IST DAS KIND!??"

DAS Kind fand man dann wohl ganz brav....
Was eigentlich schon wieder einem Paradoxon gleich kam, denn wann war dieses Kind jemals als BRAV zu bezeichnen gewesen? Wirbelwind, Quarktasche, Stinker, Frechdachs, stets mit einer Zwille und dazugehörigen harten Erbsen bestückt, mal ganz abgesehen vom Mundwerk, das nur selten, ja, genau genommen, nur im Schlafe wirklich still stand.

Es saß also, ja tatsächlich, BRAV auf der Bank vor dem Gemeinschaftshaus, doch es wäre zu schön gewesen sie dort auch im sauberen Kleidchen zu sehen. Nein, das wäre dann doch zu viel der guten Dinge gewesen.
Statt dessen hatte sie ihrem, um einige Jahre älteren Bruder, eine Hose stibizt, eine die er zwar lange schon nicht mehr trug, weil sie Kurz war, aber dem Mädchen doch noch einige Nummern zu groß. So hatte sie diese bis unter die Achseln hoch gezogen, mit einem Hanfstrick dort festgezurrt und an den Füßen aufgestülpt. Auch das Hemdchen, welches sie trug, musste einst einen größeren Besitzer gehabt haben, denn die Ärmel waren, mindestens um die Hälfte ihrer Länge hochgekrempelt, was die, eh noch kleinen, Kinderhändchen noch winziger erscheinen lies, aber nicht von den stets schwarzen Rändern unter den Fingernägeln und klebrigen Handflächen ablenken konnte.

Vor ihr auf dem Boden fanden sich ihre drei Lieblingsgefährten:
- Dimon, der eigentlich ein Dämon war, aus weichem flauschigen Stoff, Flügeln aus einem schimmernden Seidenrest.
- Griff, das Schmusegreifenküken, mit den riesen großen Kulleraugen, das sonst eigentlich nur ihren Schlaf bewachte.
- und Etwas. "Etwas" war nicht mehr zu identifizieren. Es hatte ein Auge, das aber auch nur noch an einem Faden hing, kaum noch Füllung im Leib, aber immerhin hatte es noch drei Beine (oder waren es Arme? Tentakel?) und war wohl in den drei Jahren kräftig zerliebt worden, doch stets unweit der kleinen Stella.

Daneben ein Rucksack.
Ein jedes der Tierchen war beladen. Auf dem Rücken des einen ein festgezurrtes Holzscheitchen, auf dem des anderen eine kleine Schatulle mit krummen Nägeln, die Gondros immer wegwarf und irgendwo am Leib des dritten Tierchens ein kleiner Balronlederfetzen, den die Kleine wohl irgendwann einmal in der Schneiderstube der Mutter aufgelesen hatte.
Im Rucksack befand sich jede Menge Süßkram, wohl hatte Stella ihr gesamtes geheimes Lager ausgeräumt und eingepackt.

So saß sie da also und mit baumelnden Beinen und erwartungsvollem Blick wartete sie auf die Rückkehr ihres Vaters. Bei seiner nächsten Fuhre wollte sie ihm helfen und hatte alles dafür hergerichtet, er musste nur noch kommen.

Und WEHE er sagte wieder was von "zu klein" oder "zu gefährlich", dann würde sie eben alleine los ziehen (auch wenn sie gar nicht wusste wohin).

DANZ DENAU!

Verfasst: Dienstag 2. April 2013, 15:27
von Malachai Schwarzmourne
Langsam neigte sich die Rohstoff-Plackerei dem Ende zu, doch schlecht schaute Malachai nicht, als er ein, gar zu braves Mädchen auf den Stufen der Gesellschaft, sitzend, fast kauernd und wohl gelangweilt ob des wartens, vor fand.
Sie strahlte ihn an, er kannte diesen Gesichtsausdruck zu gut. Dieses "Ich bin gaaaaanz lieb und will was von dir"-Blick, den Sie definitiv von ihrer Mutter geerbt hatte.
Sie sprang ihn förmlich an, ein Umstand, der wegen seines nun doch schon geschundeteten Rückgrades selbst bei diesem Fliegengewicht ihn aufstossen liess.
Natürlich umgarnte Sie ihn direkt, mit Worten, sie hätte ihr Zimmer aufgeräumt, hätte alleine ihre Sachen gepackt und er wäre ja der tollste Papili der Welt. Es entging natürlich Malachai nicht die kindliche Manipulation, die dieses Kind aus seiner Sicht schon zu gut beherschte, aber gut, schliesslich hat er dies beruflich gemacht, das ausfragen, das langsame erspähen, was wirklich hinter einer Fassade stecken mag. Selbst wenn er schmunzeln musste, dass er diese Fähigkeiten, die er nutzte, um Verräter zu entlarven oder zu befragen, nun an seiner Tochter nutzen musste. Und es graute ihm vor dem Tag, wo Sie seine Methoden erkennen würde und ihn damit ausspielen könnte, wie sie mochte.
Aber gut, er wird ja auch Alt.
Nun kristalisierte sich aber langsam ihre Absichten heraus und natürlich fiel es ihm schwer, seiner kleinen Prinzessin irgendetwas abzuschlagen, selbst wenn er ihr aber erst einmal erklären musste, dass im Moment nur gebaut wird und Sie ihre Sachen noch hierlassen könnte. Der Umzug, würde noch einige Wochenläufe auf sich warten.
So belud er wieder Schattenhuf, erfreute sich innerlich, dass sein stolzes Ross nun durch Stellas Anwesenheit gezwungen war, eine gute, glanzvolle Figur zu machen, packte dann den Rest des Holzes auf seinen Rücken und nahm Stella bei der Hand.
Natürlich dauerte der Weg nun fast doppelt so lange. Permanent entdeckte Stella etwas, oder blieb stehen, quängelte, weil Sie müde war oder musste für kleine Prinzessinen ins Gebüsch gehen, doch am Ende, kamen Sie an der Baustelle an.
Einige mahnende Worte an seine Tochter gerichtet, es wäre KEINE Spielwiese und sie solle bitte aufpassen und NICHTS anfassen, ehe Sie schon zu ihrer Mamili stürmte und Malachai sich resignierend auf den Boden setzte, zu einigen anderen Arbeitern, die dort wohl sitzten oder pausierten oder....
Hm...es dauerte einige Sekunden, bis Malachai nachfragte, warum nicht gearbeitet wurde. Eigentlich eine Frage, die er schon direkt bereute, ehe Sie über seine Lippen kam.
Sie sprachen davon, dass es Lieferschwierigkeiten mit den benötigten Materialien gäbe, dass die Karawane wohl die meisten an Banditen abgeben mussten und nun einen irrwitzig langen Umweg fahren müssten.
Ein Seufzer, als er die Erkenntnis erhielt, dass ohne die Materialien auch die Rohstoffe von Malachai, die er sich abpackte zur Baustelle, sinnlos erscheinen lassen.
So atmete er tief durch, wollte sich langsam erheben und vorsichtig aus dem Staub machen, als er die liebliche Stimme in seinem Nacken spürte und ihn frohlockend zurief. Ohja, da erkannte Malachai die Ähnlichkeit zwischen seiner Tochter und seiner Frau. Dieses liebliche Lächeln, dieses klimpern mit den Augen, dieser Blick, vielleicht gespielt Hilfloswirkend, um diesen Retterinstinkt aufzurufen bei einem Mann...egal was es alles war, er wusste jetzt schon, er würde sich die Klippe runterstürzen, wenn Sie es gerne hätte. Aber so einfach wäre es nicht. Sie sagte ihm schnell, was das Problem sei und ob er helfen könne. Waffen Schultern, Rüstung anziehen (aber WEHE es wäre die teure Drachenlederrüstung) und dann die Wege abklappern nach diesen Banditen und Sie einmal daran erinnern, dass Diebstahl kein Kavaliersdelikt wäre.
So senkte er seufzend den Kopf, wandt sich um und nickte nur, ehe er seine Sachen holte, sich ankleidete und zu Fuß losging (Schattenhufs Blick liess schon deuten, dass er ihn mindestens alle 5 Schritt zufällig abwerfen würde). Am Rand bat Verdi ihn noch einmal zur Vorsicht und sollte er sehen, dass er alleine nichts ausrichten kann, zurückkommen und Rothran und Bertram mitnehmend.
Naja, dachte sich Malachai, eine gute Tat des Tages soll ja so sein...selbst wenn die Tat wäre, dass er die armen, unwissenden Wegelagerer vor dem Zorn seiner Frau schützen würde.

Verfasst: Mittwoch 3. April 2013, 11:01
von Xenos
Man traf Xenos nur noch selten in Bajard an, er wirkte stets in Gedanken oder konzentrierte sich auf Pergamente, welche er in den Händen hielt. Immer mit seinem Kohlestift bewaffnet, saß er an verschiedenen Orten und ließ sich inspirieren, malte und zeichnete drauf los, stets von einigen zerrissenen und geknüllten Pergamentfetzen umzingelt versuchte er seiner Kreativität freien Lauf zu lassen, um DEN Übungsplatz zu planen, den die Welt zuvor noch nicht gesehen hatte.

Auch bei der Baustelle war er oft anzutreffen und ging immer wieder laut zählend umher, man könnte meinen der Kriegsherr zählt sein Heer, aber nein er versuchte einen geeigneten Platz auszukundschaften und diesen mit seinen Fußmaßen abzustecken. stets sah man ihn, wie er mit dem Kohlestift seine Pergamente korrigierte oder bereits fertig zu scheinende Skizzen wieder durchstrich.
Auch schien er desöfteren in Gedanken zu sein und mit den Fingern zu zählen, wie viel Materialien er wohl brauchen würde, um die Zahl dann schnell aufzuschreiben. Nur wehe er hörte auch nur das Zwitschern der Vögel, welche ihn die Zahlen vorher vergessen ließ.

Oft wurde er auch in anderen Städten gesehen, an einem Teich sitzend oder vor Bauten und Plätzen stehend und mit seinem umherschweifenden Blicken. Kaum ansprechbar wirkte er stets sehr konzentriert oder manchmal auch schlafend, erschöpft von der geistigen Anstrengung.

So hat er sich sein Handwerk bewusst ausgesucht, mit dem Schwert konnte er über viele Momente Kämpfen, ohne das seine Arme Müde wurden, doch mit dem Kopf das war schon ein wenig anstrengender..

Doch all den Anstrengungen zum Danke nahmen seine Zeichnungen immer mehr Gestalt an und wurden schließlich mit einem zufriedenen Lächeln und nur noch einem Stück Kohlestift, welches in seinen mit Kohle beschmierten Händen kaum noch auffiel, beendet.

Verfasst: Donnerstag 11. April 2013, 23:55
von Bertram Schattenlaub
Leere.

Dieses Gefühl überkam Bert, als er so die Herberge vor sich sah. Denn das war sie. Leer. Alle Möbel waren verstaut, die schweren Truhen waren fort geschafft. Keine Geräusche der Tiere, die draußen ihr Futter fraßen. Keine spielende Stella, die wie ein Wirbelwind durchs Haus brauste. Nicht das stetige Geräusch von Gondros Schmiedehammer, der auf den Amboss schlug. Stille kam zur Leere dazu. Keine Verdania, die ein Liedchen sang, während sie mit Fabienne Kuchen backte oder die Nähte an Berts Rüstung flickte. Der Tisch an dem Rothran die Tränke braute war leergeräumt. Die Sägespähne die von Tariks Arbeit zeugten waren ebenfalls verschwunden.

Und das Ashlin fehlte, war ein Gefühl, an das sich Bert zwar nicht gewöhnen konnte und das ihm stets einen Stich versetzte, doch er musste weiter durchhalten, bis sie wieder vereint waren.

Ein Lächeln huschte über Berts Lippen. Man konnte der KuS nachsagen was man wollte, aber aufgeräumt und sauber hatten sie die Herberge verlassen. Bald schon würden sie an ihren neuen Platz ziehen, in Sicherheit ziehen, fort von Rahal und all dem Bösen, was in letzter Zeit über sie hereingebrochen war. Das hoffte Bert jedenfalls. Von ganzem Herzen.

Dieser Ort war immer ein zuhause für ihn gewesen. Seit er in diesem Land angekommen war, war die Herberge dort gestanden und hatte allem getrotzt. Orkinvasionen, Rahal, der Flut und dem Sturm. Doch nun würden sie sich auf den Weg machen und weiterziehen. Wenn Gebäude so etwas wie eine Seele haben, dachte Bert, dann hoffe ich, dass es mit uns mitkommt.

Was der Ort jedoch darstellte, das sollte erhalten bleiben. Eine Anlaufstelle für alle, die Hilfe, Rat, Nahrung oder dergleichen benötigten.

Jetzt ist es an der Zeit. An der Zeit ein neues Kapitel anzufangen. Ein Neuanfang.