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Entführung einer Heilerin

Verfasst: Donnerstag 14. März 2013, 21:11
von Svetlana Ethered

Die Verlockung



Eigentlich wollte sie nur ein wenig in Bajard herum schlendern.
Noch immer hegte sie durchaus Interesse daran, dass gewisse Leute ihre Drohungen wahr machten, ein wenig Abwechslung war immer gut.
Aber, wie so oft, es tat sich nichts, kein Roland weit und breit.
Hatte er doch Angst bekommen?
Dann weckte etwas anderes ihre Aufmerksamkeit.

Die kleine Gruppe, um Alessio, die einfach da auf der Straße standen, und sich unterhielten.
„Und wer bist du?“ Fragte sie die fremde Frau, die bei dem Hünenhaften Piraten und der kleinen Luninara stand.
„Lana das ist Kersti, Kersi, das ist Lana“, stellte Alessio die beiden vor.
‚So ein Idiot‘, war das erste, was der schwarzhaarigen Piratin durch den Kopf ging.
Ein strafender, genervter Blick wurde zur Seite geworfen, den Alessio sichtlich auch nicht übersehen hatte.
Die größten, unabsichtlichen, Verräter hatte man stets in den eigenen Reihen.

Sie bot der Berchgarder Heilerin einige Kräuter an, um sie auf die Insel zu locken.
Sie unterhielten sich eine ganze Weile, Lana gab ihr einige kleine Bündel mit, und sie einigten sich darauf, dass sich die Heilerin melden würde.
Immerhin kannte sie Lana’s echten Namen dank Alessio.
Aber nun gut.
Dann lies sie Kersti gehen.
In offensichtlicher Sicherheit, die Stassen Cabeza’s durchqueren.

Es ratterte…
Gehen lassen, vorsichtig sein, oder aufs Ganze gehen?
Die Entscheidung war schnell gefällt, Gold….
Wie viel könnte sie den Heilerinnen für die Freilassung ihrer Kameradin abluchsen?
Egal, versuch macht Klug!

Im Schatten der Dämmerung und im Schutz der Häuser folgte sie Kersti, nur um einen geeigneten Moment abzupassen.
Der Knauf des Diamant Entermessers sauste auf den Hinterkopf der Rothaarigen zu, traf sein Ziel und die Heilerin sackte Ohnmächtig zusammen.


Wie viel verlangt man für eine Heilerin?




Lana schleifte Kersti zurück zu ihrem Haus.
Der Ast, den die Heilerin bei sich führte, ließ sie unachtsam liegen, jedoch den herunter gekullerten Hut, nahm sie an sich, stopfte ihn unachtsam in die Innentasche des Mantels.
Dann zerrte sie die bewusstlose zurück zu ihrem Haus.
Die Füße schleiften über den Boden, sie hatte Mühe, auch wenn Kersti keineswegs dick war, aber das Gewicht eines reglosen Körpers war nicht zu unterschätzen.
Lana brachte sie hinunter in den Keller, legte sie ins Bett und versorgte die kleine Platzwunde am Kopf.
Die Beule oder die höchstwahrscheinlich folgenden Kopfschmerzen linderte es nicht, aber zumindest Blutete sie nicht mehr.
Gürtel mit Waffen und Umhängetasche nahm sie der Heilerin ab, der Mantel wurde von ihr auf versteckte Waffen untersucht.
Man soll ja nichts dem Zufall überlassen.
Als alles geschehen war, schloss sie das Zimmer sorgsam ab, damit Kersti nicht fliehen konnte, und wanderte nach oben.
Die Sachen der rothaarigen verstaute sie sorgsam, die Haarlocke, die sie ihr abgeschnitten hatte, legte sie auf den Tisch.
Aus einem alten, abgegriffenen Buch riss sie ein Blatt heraus und begann mit roter Tinte einen Brief zu schrieben.
Dabei sind die Buchstaben krakelig, die Schrift wirkt sehr unsauber und lieblos.
So, wie sie ihre Briefe sonst nicht schrieb.




Seid mir gegrüßt Liliana und Assamaril

Vermisst ihr jemanden in eurer Mitte?
Habt ihr schon nach der Rothaarigen gesucht?
Würdet ihr sie gerne unbeschadet und bei bester Gesundheit wieder haben?

Was seid ihr bereit zu zahlen dafür?
Wie viel ist Euch das Leben eurer Freundin wert, die so viel auf Euch hält?

Wenn ihr Euch entschieden habt, hinterlegt mir eine Nachricht in der alten Hausruine nördlich vor Bajard.
Solltet Ihr auf die Idee kommen, mir eine Falle stellen zu wollen, oder anderweitig Regiment oder sonstige Hilfen zu nutzen, wird Eure Freundin nicht unbeschadet bleiben.

Antonia



Bei dem Brief ist eine von Kersti’s roten Haarlocken beigefügt, außerdem der grüne Schlapphut, den die Heilerin bei sich trug.



So die beiden den Botenjungen befragen, wird er höchstens als Antwort geben, dass die Frau Kupferrotes Haar hatte, das locker zu einem Zopf gebunden war.
Antonia hieße sie, sagt er, und sie habe ihm 100 Goldmünzen gegeben, für das er sich nun einiges kaufen könne.
Und in Bajard hat er sie getroffen, mehr weiß der Pausbäckige kleine Kerl nicht.

Verfasst: Freitag 15. März 2013, 13:59
von Gast
Liliana las den Brief und wurde blass. Schrecken spiegelte sich in ihrer Mimik wieder aber auch Zorn. Zorn über die Entführerin.. ein wenig aber auch über Kersti, wo trieb sie sich auch ständig rum.. Bajard. Düstersee. Damit brachte sie sich ja selbst in Gefahr und anscheinend wußte man daß sie zu ihr gehörte. Sicher wußte die Entführerin auch daß sie nicht grade unvermögend war und hatten vor eine groß Summe zu erpressen.
Einige Gedanken gingen ihr durch den Kopf als Assa herunterkam. Sofort fragte sie nach Kersti und als ihr Lili den Brief vorlas wollte sie gleich zur Bank und ihr Gold holen.. Lili hielt sie davon ab.. Zum einem hätte ihr Gold sowieso lange nicht gereicht.. zum anderen hatte sie schon einen Plan und so setzte sie einen Brief auf, den sie zu der Ruine brachte:

Ich werde zur siebten Abendstunde dort sein, bringt Kersti mit.
Ich werde dort auf euch warten, alleine wie ihr es verlangt.

Verfasst: Freitag 15. März 2013, 15:17
von Assamaril
Als Lili hatte vorgelesen den Brief, Assamaril hatte gar nicht verstanden. Zwar die Worte sind klar, aber die Bedeutung dieser Worte war so, als würde sie nicht sein von dieser Welt. „Kersti wurde entführt“. Aber langsam Assamaril fühlte das, was sie hatte gefühlt schon so oft. Angst! Assamaril dachte schon oft darüber nach, dass sie war wohl geboren dazu, immer Angst zu haben. Aber diesmal es war schlimmer. Eine Angst, die war niemals gewesen so stark. Und es war keine Angst um sich selber. Kersti war entführt. Assamaril wünschte sich, es wäre nicht Kersti sondern sie selber. Sie selber war wie entführt ihre ganze Kindheit. Und sie hatte gelernt zu bestehen das. Aber Kersti, sie war es gewohnt zu leben in Freiheit. Und was würden die Entführer antun zu Kersti, besonders dann wenn Kersti schlägt blutig die erste Nase von den Entführern?!
Assamarils einzige Waffe war ihr Verstand und die Fähigkeit zu belügen die Menschen. Mit dieser Waffe, sie hat immer gekämpft und gefunden einen Ausweg für alles. Aber diesmal es war so, als wäre abgeschalten ihr Verstand.
Lili hielt zurück Assamaril, sie wollte holen ihr weniges Gold von der Bank. Eigentlich Assamaril wusste nicht, ob es war viel Gold oder wenig Gold, das sie besaß; niemand hatte ihr erklärt. Aber was sie hatte, sie wollte geben für Kerstis Freiheit.
Lili versprach, sie würde bringen Kersti nach Hause zum selben Abend. Das konnte beruhigen Assamaril etwas, weil Lili war immer da. Sie hatte sich gekümmert um alle Schwierigkeiten, seitdem sie kümmerte sich um Assamaril. Liliana ist eine kluge Frau, sie wird wissen, was ist zu tun.
Aber die Angst wollte nicht weggehen. Was wäre, wenn sie töten Kersti? Warum sollten die Entführer gehen lassen Kersti? Der Gedanke daran war so furchtbar, dass Assamarils Bewusstsein wollte abschalten.
Lili wurde beunruhigt. Sie versuchte wieder normal machen Assamaril, die da stand am Fenster nur zitternd und geistig abwesend. Lili hatte Angst um Kersti schon, und dann sie bekam auch Angst um Assamaril. Sie versuchte zu heilen Assamaril mit einer leichten Ohrfeige. Als das war ohne Ergebnis, sie versuchte zu schlagen eine feste Ohrfeige. Aber für Assamaril es war normal, man schlug sie. Und es brachte kein Ergebnis, sodass Lili trug ihre Schülerin ins Bett ins Patientenzimmer und versperrte den Ausgang mit schweren Schränken, um zu schützen Assamaril vor ihren Taten.
Da lag Assamaril im Bett ohne Lebenskraft eingesperrt im Patientenzimmer mit Lilis Worten im Ohr: „Heute Abend ich bringe Kersti nach Hause“.