Halber Mensch
Verfasst: Donnerstag 7. März 2013, 12:10
Diese Frau hatte Isen in Gegenwart anderer als ein ein Ding bezeichnet, das zu haben sich nicht lohnen würde. Nicht, dass sie zur Disposition stehen würde, aber dass sie in der Öffentlichkeit einer solchen Kränkung ausgesetzt war, konnte sie nur mit ungeheurer Überwindung hinnehmen. Sie schwieg. Für sie war es undenkbar, jemanden auf diese Weise anzureden und dass Brennan, an den die Stellungnahme gerichtet war, keine Anstalten machte sie zu korrigieren, bestärkte sie in ihrer Absicht das Gesagte unkommentiert zu lassen. Dass sie sich später noch bedankt hatte, als man ihr anbot der Gruppe in die Taverne zu folgen, wäre allerdings nicht mehr unbedingt notwendig gewesen.
Unbedingt notwendig wäre auch nicht gewesen, dass sie im Rahmen der Auslagerung bestimmter Schuldigkeiten ausgerechnet den Mann in die Pflicht rief, von dem sie ein bisschen mehr erwartet hatte und nun, da sie wusste, dass auf ihn kein Verlass war, wurde auch klar, dass sie von vornherein keinen Anlass gehabt hatte ihm zu vertrauen. Sie traute den Menschen deren Unzuverlässigkeit nur in dem Ausmaß zu, zu dem sie selbst fähig war und sie war schlicht unfähig jemanden böswillig zu hintergehen.
Dass sie dann doch die Beherrschung verloren hatte bereute sie tags darauf zutiefst, und nicht nur wegen den anschaulich gewordenen Konsequenzen, denn wenn es etwas gab, das geschäftliche Arrangements unmöglich machte, dann waren es Gefühle. Haltung konnte man immer bewahren und diese Einsicht war umso notwendiger als dass sie ihr Gold hart an der Grenze sittlicher Normen verdiente.
Sie war eine Bewohnerin dreier Welten: In einer war sie allein und in einem Ausmaß in sich gekehrt, das sie bei physischen Reaktionen implodieren lassen würde. In einer anderen war sie Geschäftspartner und als solcher weitgehend kooperativ und in einer dritten - der bevorzugtesten und gleichzeitigt vernachlässigsten Welt - war sie lesend der Retter unverheirateter Frauen in hohen Türmen, warf sich vor fahrende Pferdekutschen, befuhr die Meere und kämpfte an der Seite von Rittern gegen Ungeheuer.
Als sie am Tag nach dem unglücklichen Zusammentreffen mit Brennan aufwachte, spürte sie, dass wieder Blut aus der Wunde auf ihrem Rücken zu sickern begonnen hatte. Ein sicheres Zeichen für bevorstehendes Unheil.
[img]http://imageshack.us/a/img534/295/lfe3d7b1b9238e2d79c9c36.jpg[/img]
Unbedingt notwendig wäre auch nicht gewesen, dass sie im Rahmen der Auslagerung bestimmter Schuldigkeiten ausgerechnet den Mann in die Pflicht rief, von dem sie ein bisschen mehr erwartet hatte und nun, da sie wusste, dass auf ihn kein Verlass war, wurde auch klar, dass sie von vornherein keinen Anlass gehabt hatte ihm zu vertrauen. Sie traute den Menschen deren Unzuverlässigkeit nur in dem Ausmaß zu, zu dem sie selbst fähig war und sie war schlicht unfähig jemanden böswillig zu hintergehen.
Dass sie dann doch die Beherrschung verloren hatte bereute sie tags darauf zutiefst, und nicht nur wegen den anschaulich gewordenen Konsequenzen, denn wenn es etwas gab, das geschäftliche Arrangements unmöglich machte, dann waren es Gefühle. Haltung konnte man immer bewahren und diese Einsicht war umso notwendiger als dass sie ihr Gold hart an der Grenze sittlicher Normen verdiente.
Sie war eine Bewohnerin dreier Welten: In einer war sie allein und in einem Ausmaß in sich gekehrt, das sie bei physischen Reaktionen implodieren lassen würde. In einer anderen war sie Geschäftspartner und als solcher weitgehend kooperativ und in einer dritten - der bevorzugtesten und gleichzeitigt vernachlässigsten Welt - war sie lesend der Retter unverheirateter Frauen in hohen Türmen, warf sich vor fahrende Pferdekutschen, befuhr die Meere und kämpfte an der Seite von Rittern gegen Ungeheuer.
Als sie am Tag nach dem unglücklichen Zusammentreffen mit Brennan aufwachte, spürte sie, dass wieder Blut aus der Wunde auf ihrem Rücken zu sickern begonnen hatte. Ein sicheres Zeichen für bevorstehendes Unheil.
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