Wahn. Sinn?
Verfasst: Montag 4. März 2013, 14:11
Die vollkommene, erdrückende Stille seines Kellers - sie wurde nur hin und wieder von dem leisen Kratzen des Pinsels gestört, wenn dieser mit der Leinwand in Berührung kam - zwang ihn geradezu sich mit seinen Gedanken auseinander zu setzen. War er wirklich dermaßen schwach? Zugegeben, er war nicht unbedingt für seinen eisernen Willen bekannt und tatsächlich fiel es ihm schwer auch nur eine Sache aufzuzählen, die er in seinem kurzen Leben zu Ende gebracht hatte. Einen dementsprechenden Eindruck musste er wohl hinterlassen. Da war Ailidia, die ihn als flatterhaft bezeichnete oder Roland, eigentlich sein bester Freund, der ihm offen ins Gesicht lachte, als er einen Gefallen einforderte. Nicht zuletzt Getwergelyn, der ihm jeden Anteil des Zwergenschatzes verweigerte, ganz egal wie sehr er auch für ihn schuftete. Es war fast so als würde das kleinwüchsige Wesen jetzt neben ihm stehen und den stillen Raum mit seinem Spott erfüllen: "Nix Zwergelgold! Nix Nix!".
Und dann war da natürlich noch Sie. Der Zorn übermannte ihn so plötzlich, dass er nicht einmal bemerkte wie er den klapprigen Stuhl hochgehoben und gegen die Wand gegenüber geschleudert hatte. Erst bei dem Geräusch von splitterndem Holz, fand er wieder in eine geistesgegenwärtige Lage zurück und warf einen Blick auf sein vollendetes Meisterwerk. Die Farbe war noch feucht und der helle Kerzenschein verlieh dem gemalten Antlitz fast schon etwas lebendiges. Genau siebzehn Versuche hatte er benötigt, bevor das gezeichnete Motiv dem Original genug entsprach, dass er zufrieden war. Die kalten, eisblauen Augen starrten ihm aus dem Gemälde direkt entgegen, woraufhin eine bittere Zufriedenheit die Wut-Gefühle für die Dauer weniger Momente beiseite schob. Danach überschlugen sich seine Gedanken förmlich. Auch als die Kerzen längst abgebrannt waren und gehärtetes Wachs den Boden bedeckte, stand er noch in vollkommener Finsternis schweigend vor der Leinwand; blind und taub. Nein. Er würde nicht schon wieder aufgeben. So aussichtslos es auch sein mochte, diese Schlacht würde er schlagen. Bis zum bitteren Ende.
Und dann war da natürlich noch Sie. Der Zorn übermannte ihn so plötzlich, dass er nicht einmal bemerkte wie er den klapprigen Stuhl hochgehoben und gegen die Wand gegenüber geschleudert hatte. Erst bei dem Geräusch von splitterndem Holz, fand er wieder in eine geistesgegenwärtige Lage zurück und warf einen Blick auf sein vollendetes Meisterwerk. Die Farbe war noch feucht und der helle Kerzenschein verlieh dem gemalten Antlitz fast schon etwas lebendiges. Genau siebzehn Versuche hatte er benötigt, bevor das gezeichnete Motiv dem Original genug entsprach, dass er zufrieden war. Die kalten, eisblauen Augen starrten ihm aus dem Gemälde direkt entgegen, woraufhin eine bittere Zufriedenheit die Wut-Gefühle für die Dauer weniger Momente beiseite schob. Danach überschlugen sich seine Gedanken förmlich. Auch als die Kerzen längst abgebrannt waren und gehärtetes Wachs den Boden bedeckte, stand er noch in vollkommener Finsternis schweigend vor der Leinwand; blind und taub. Nein. Er würde nicht schon wieder aufgeben. So aussichtslos es auch sein mochte, diese Schlacht würde er schlagen. Bis zum bitteren Ende.