kommt Zeit....
Verfasst: Mittwoch 20. Februar 2013, 14:00
“Sach'ma suchste wat bestimmtes oder wieso biste hier un schaust dir hier de Glotzer aus'm Kopp?”
Der Kopf der jungen Senòrita ruckt zur Seite, die Dunkelbraunen Augen gleiten über den Merkwürdig aussehenden Typ Mensch und leicht lupft sich in einem feinen Bogen eine Braue empor.
“No, je pardonne. Ich wollte mich nur etwas umsehen, ich warte auf einen Freund.” Normalerweise wäre es ein potenzielles Opfer, in vielerlei Hinsicht wirkte der so um die 16 Sommer junge Mann eher wie einer der Männer dem man ohne weiteres das Geld aus den Taschen ziehen könnte, wenn man wollte. Aber meine Lust hielt sich heute eher in Grenzen, ich wollte endlich das die Fahrt losging und sich der Capitano auf den Weg in meine Heimat machte.
“Ney? Dann schau net so in mein Zimmer und schieb deine Glotzer weiter”, mit einer leicht äffenden Tonlage. Mit rollenden Augen wendete sich Jacq ab und stieß genervt die Luft zwischen den Lippen hindurch. Wenn wir nicht auf dem Schiff wären würde ich ihm einfach die Kehle durchschneiden, sein Gold nehmen und ihn dann in der Ecke liegen lassen, aber auf dem Schiff war einfach zu wenig Platz und die Gefahr entdeckt zu werden war zu groß. So setzte sie den Weg weiter durch die Kajüten fort sich mit einem tristem und gelangweilten Blicke umsehend.
Zehn verschissene Jahre war ich nichtmehr auf der Insel gewesen, das waren einfach Zehn zu viel....mein Herz sehnte sich nach meiner Heimat und nichts wünschte ich mir mehr als wieder die bekannten Stimmen, das angenehme Rauschen des Meeres welches sich an die Klippen drückt und durch ein Schallen vom Berg wieder zurück getragen wurde zu vernehmen. Herrlich.....einfach herrlich, dann die Sonnenuntergänge wie sich das Licht welches zum Abend Flammen ähnelt über das gesamte Meer legt, fast könnte man in jenen Augenblicken sagen dass das Wasser zu brennen scheint. Der Sand, der angenehme weiche sehr feinkörnige Sand welcher sich zwischen die Zehen bohrt und mit einer wohltuenden wärme den Fuß umspielt. Die Menschen welche einfach Leben, ganz ohne jeglichen Stress, frei von den Gedanken was Morgen kommen mag, was der König sagt, was irgendwelche Beamten sagen, Krieg....oder sonstigem. Nein hier auf der Insel schien es immer als würde die Zeit irgendwie garnicht so wirklich dorthin gelangen, fast so...als würde sie dort irgendwie stehen bleiben. Ja das alles und noch vieles, vieles mehr vermisste ich und egal wo ich die Zehn Jahre verbracht hatte, nichts konnte mich auch nur im geringsten davon abhalten zu sagen das es einfach nirgends so schön ist wie auf der Insel, meiner Heimat!
Laute Schreie waren oben zu hören und ein Ruck durchbrach das gleichmäßige Schwanken des Schiffes, endlich sie stachen in See. Ein nun gleichmäßiges ziehen brachte das Schiff Stück für Stück aus dem Hafen, die Ruder emporhebend und vorne wieder ansetzend zogen sie die Matrosen mit einer gleichmäßigen Kraft durch das Wasser, das Trommeln des Enseignes de Vaisseau, dem Fähnrich zur See, trieb die Matrosen und Sklaven zu einem gleichmäßigen Rudern an. So bahnte sich das große Schiff den Weg hinaus in aus der Hafenbucht, langsam verebbten die immer gleichen Regungen des Schiffes und man vernahm das trampeln vieler Füße auf dem Deck. Mit lautem Gebrüll kündigte sich das hissen der Flaggen an, nun endlich waren sie auf der See angekommen und die Fahrt konnte ihren Lauf nehmen.
Stille war in den Kajüten eingekehrt als die Nacht einzug hielt, ab und an vernahm man das laute Schnarchen eines Passagiere und der ihr allzu bekannte Geruch von Rum machte sich in den Kajüten breit. Langsam erhob sich der grazile Körper der Jungen Frau und schritt in aller Ruhe mit leisem Fuße das Deck hinauf. So war es doch immer die schönste Zeit auf Schiff, in der Nacht wenn es ruhig war, man den Sternenhimmel betrachten konnte und dem Rauschen des Meeres genießend lauschte. Das Dunkelbraune Augenpaar schweifte suchend über das Deck bis eine scheinbar geeignete Stelle gefunden war und sie ihren Weg dorthin Fortsetzt. Angekommen legt sie die Ellenbogen auf die Reling und beugt den Körper leicht nach vorne, die Haare gleiten in sanften Bewegungen, herunterhängend, über die Schultern und der Blick ruht auf der ruhigen See. Die Augenlider schließen sich und ein zufriedenes tiefes Einatmen ist zu hören.
So langsam platzte ich fast vor Aufregung, keine Ruhe findend wälze ich mich eh nur im Bett hin und her, daher schadet es doch nicht sich etwas die Füße zu vertreten.
„Ney da is se wieder, das Weyb das sich de Glotzer au der Stirn g'schaut hat“ Schritte sind zu vernehmen und das knarren der Holzdielen, die Worte von einem leisen Lachen begleitet. Jacq wendet sich und hinter ihr stehen drei hochgewachsene Seebären und der sechzehn Jährige komische Typ Mensch von heute Mittag. Sie verschränkt die Arme vor sich wobei erst suchend ihre Hand zum Waffengurt streicht und als sie den harten kalten Gegenstand von Pistole spürt atmet sie kurz erleichtert auf. Ihre Augen huschen musternd über die vier Männer, leicht verengen diese sich für einen kurzen Augenblick ehe sie Fragen, fast provozierend eine Braue empor lüpft. „Was wollt ihr?“ Plötzlich mit einem mal verschwand der stets freundlich anregende französische Akzent und eine provokante fast drohende Stimme, begleitet von einem Cabezianischen gerollten 'R' dringt zu dem Männern. Diese blinzeln erst einige male auf ehe sie schelmisch zu grinsen beginnen und ein jeder mit einem begierigen Blick über den Körper von Ihr gleiten lässt. „Was macht ein Weyb wie du alleine auf der hohen See? Magste nicht ein paar Gulden verdienen? Hier gibt’s ja kaum Weyber und vor allem keine solche wie dich.“ Ein Nicken andeutend in Richtung ihres Körpers. Einer der Männer leckt sich gierig über die Lippen und und grinst dann, die Faulen Zähne zeigend, breit auf.
„Verschwindet und sucht Euch eine andere oder ich blase Euch euren grotesk hässlichen Schädel vom Hals“ faucht Jacq ihnen entgegen und die Augen verengen sich zu schlitzen.
Normalerweise hätte ich kein Problem auch wenn es mich anwiederte zumindestens den Jungen und den einen Typ....aber heute hielt sich meine Lust doch sehr in grenzen und vor allem mochte ich es nicht wenn man mir drohte. Drohen war etwas was meine Hand zu einer nervösen Waffe werden lassen konnte.
Die Männer noch immer keine Anstalten machend sich zu wenden begannen damit den Kreis um sie immer enger zu ziehen. Ihr Augenpaar huscht suchend nach Fluchtmöglichkeiten hin und her.
Und so ein scheiß bei der ersten Nacht.
Die Wangenknochen der jungen rothaarigen Frau spannen sich an und sie drückt sich mit dem Rücken gegen die Reling. Immer näher schreiten die Männer und die Hand des jungen findet sich sehr schnell auf ihrem Busen wieder. Ihre Hand versuchend schnell nach unten zu gleiten umschließt sie dort die Pistole und zieht jene heraus, ihr Glück ist wohl das sie stets nach dem benutzten diese Nachlädt.
Scheiße ein Schuss verdammt, nur ein einziger Schuss und es sind drei zu viel.
Nichteinmal zum schießen kommend greifen die Männer nach der Pistole und ihrer Hand, zerren diese aus ihren Fingern und schmeißen sie ins Meer hinein.
Der geschockte Blick der Frau, dann geht ein Ruck durch ihren Körper und sie versucht sich mit aller Gewalt aus den Fängen zu befreien, sich durch die Lücken hindurch zu drücken. Gezappel, gefluche, aufgejaule als sie einem in die Weichteile tritt. Dann holt einer aus und verpasst ihr einen fest sitzenden Schlag in den Magen, sie krümmt sich und keucht auf.
Verdammtes Pack!
Gleich darauf wird der Körper der jungen Frau wieder an die Reling gepresst, unsanft und hart knallt das Holz gegen ihren Rücken. Versuchend sich mit den Füßen durch tretende Beine zu wehren und sie dort zu treffen wo es wohl am meisten schmerzt zerrt sie trotz der wieder folgenden Schläge in die Magengegend an den Armen hin und her. Einer der Männer drängt sich zwischen ihre Beine und versucht hiermit die Bewegung einzuschränken, als er ihr immer näher kommt beißt sie ihm mitten ins Gesicht. Ein lautes wütendes Aufschreien folgt ehe er ihr seinen Schädel mit voller Wucht ins Gesicht schlägt. Gleichsam lässt er von ihr ab und sie rutscht unsanft nach unten, sie dort den Kopf noch hinten am Reling-Rand anschlagend verliert sie für einen kurzen Augenblick das Bewusstsein. Unsanft packt eine Hand ihren Kragen, sie merkt wie das warme Blut über ihr Gesicht strömt, ein Aufhusten ehe man sie nach oben zieht. Einige male aufblinzelnd um wieder eine einigermaßen gute Sicht zu gewinnen Spuckt sie ihnen entgegen. „Du dumme Gör“ der faul-Zahn wischt sich das mit Blut und Spucke Gemisch aus dem Gesicht, pläckt die Zähne und knurrt sie fluchend an. „Verpasst ihr einen Schlag das sie den morgen nicht mehr erlebt und schmeißt sie in eine Ecke oder tut was ihr wollt!“ Kaum gesagt holt einer der Männer auch schon aus die Faust kommt näher und prallt voller Wucht gen ihre Schläfe sie kippt zur Seite.
Was des weiteren geschah, ob sich die geilen Böcke noch an ihr vergriffen bleibt des Lesers eigener Fantasie überlassen. Nur am morgen fand man ein in sich zusammen gesacktes mit gut zerrissener Kleidung, junges Fräulein in der Ecke des Deck's.
„Matrosen tragt sie zum Heiler, sie brauch Verpflegung die scheint's sonst nicht mehr lange zu machen ist ja ganz Blutverschmiert. UND EINER PUTZT DAS DECK HIER SIEHTS AUS!“ Brüllt der Capitano laut. Die Matrosen hieven den zierlichen Frauenkörper Richtung Heilerkajüte und legen diese dort auf ein Bett.
„Wo habt's ihr die denn her? Die sieht aus wie ne halb tote.“ Eine leicht verzweifelt fragende Miene ziert das Gesicht des Heilers als er auf die Liege blickt. „Raus mit Euch ick schau mir die kleene erstma an. Armes ding“ Die Männer verließen das Zimmer. Als ide Tür geschlossen ist lässt sich der Heiler mit einem seufzen auf seinem Stuhl nieder.
„Kindchen, Kindchen, wat ham die dir nur anjetan.“ Eine Schüssel warmes Wasser richtend beginnt ihr sie zu Waschen um ihr die Wunden zu säubern und ihr dann etwas frisches anzuziehen, auch wenn es nur ein Unterkleid war, so war es doch immerhin etwas. Zehn Tagelang lag Jacqueline in der Kajüte, neben des nicht aufwachens plagte noch ein starkes Fieber den Körper. Als der Puls immer schwächer wurde und die Haut immer blasser kam der Schiffpriester und gab der Frau die Weihe so das sie wohl in Frieden ruhen kann denn keiner sprach ihr noch einen Tag länger zu.
In der Nacht wurde auch der Atem immer seichter kaum hob sich noch der Brustkorb. Ein leichter kaum sehbarer Ruck durchstoß den Körper, ein tiefes unkontrolliertes einatmen und plötzlich riss sie die Augen auf. Fast als würde sie nichts sehnlicher wollen als nach Luft zu schnappen, fast als wäre die gewürgt worden oder man hätte ihr die Luft zum Atmen gar genommen. Geschockt dreht sich der Heiler zu ihr um und blickt die nun dort mit offenen aufgerissenen Augen, liegende Frau an. Er hechtet nach vorne greift nach dem Glas Wasser und setzt sich an die Bettkante. „Ruhisch Kindchen, ick bin da, brauchste keene Angst zu hab'n“ Jacq rutscht in die Ecke des Bettes sich an die Wand pressend ehe ein trockenes husten sie überkommt, dankbar das Wasser annehmend welches der Heiler ihr dann reicht.
„Wo bin ich? Nein eher, was ist passiert?“ von einem abermaligen leisen trockenen auf husten begleitet. Die Dunkelbraunen Augen blicken zweifelnd, unsicher aber auch fragend zu dem Heiler hinauf. „Mädken, da war'n so'n paar geile Böcke, tut mir leid für dich. Ick hoffe dat da nich's passiert. Is immer scheisse wenn da was nachkommt.“ Blickt sie hierbei Mitfühlend an und schenkt ihr ein warmes lächeln.
Na warte wenn ich Euch kriege. Ich werd Euch alles abschneiden und zwar jedem einzeln. Scheiße wieso schmerzt mir mein Schädel so. Keine Ahnung wie lange sie nun weggetreten war oder was genau passiert war, aber irgendjemand wird dafür auf jedenfall die Rechnung tragen. Kommt Zeit kommt Rat. Der scheiß Kopf und dann noch das schwummrige Gefühl und die Übelkeit.
Die Hand gen die Schläfen legend folgt ein tiefes einatmen und sie lässt sich wieder in das Kissen zurück gleiten. „Nu ruhste dich ma noch aus und moin geht’s weiter da sinn wa nämlich wieder an Land. Sind kurz vor Bajard.“
Kurz vor Bajard? Will der mich verarschen? Wir sind doch erst losgefahren! Das würde bedeuten, scheiße, das würde bedeuten das sie ziemlich lange hier unten in der Kajüte lag. Verficktes Kanonenrohr.
Man konnte ihr genau ansehen das sie gerade mehr als überrumpelt von der Aussage des Mannes war und ein noch verwirrterer Ausdruck legte sich auf die Züge. „Aye, ganze Zehn Tache kleene, zehn Tache warste hier unten. Aber ick hab auf dich aufgepasst weiste und dich gepflecht und so. Hab dir Kräuter umschläge gemacht und eigentlich, eigentlich hatte ick nich jedacht das du nochma aufwachst. Aber zack da warste wieder und nu liegste da als wär irgendwie nichs passiert.“ Ebenso in seinem Gesicht spiegelt sich Verwirrung ab. „Nu schlafste ruhst dich noch aus, ick weck dich dann aye?“ mit einem nicken wendet sie sich dann auch schon und verfällt in einen tiefen und Traumlosen Schlaf.
Wieder war das aufbrüllen von dem Capitano zu hören „SEGEL EINHOLEN!“ abermaliges getrampel ehe das Schiff dann wieder in die gleichmäßigen Zug bewegungen verfällt. Die Junge Frau hatte schon ihre Sachen gepackt und stand auf Deck dem treiben zuschauend. In ihrer rechten ein Röllchen mit Wildkraut und in der linken eine Pulle Rum.
Jetzt nur noch zu Alejsandro und dann bin ich zuhause....
Der Kopf der jungen Senòrita ruckt zur Seite, die Dunkelbraunen Augen gleiten über den Merkwürdig aussehenden Typ Mensch und leicht lupft sich in einem feinen Bogen eine Braue empor.
“No, je pardonne. Ich wollte mich nur etwas umsehen, ich warte auf einen Freund.” Normalerweise wäre es ein potenzielles Opfer, in vielerlei Hinsicht wirkte der so um die 16 Sommer junge Mann eher wie einer der Männer dem man ohne weiteres das Geld aus den Taschen ziehen könnte, wenn man wollte. Aber meine Lust hielt sich heute eher in Grenzen, ich wollte endlich das die Fahrt losging und sich der Capitano auf den Weg in meine Heimat machte.
“Ney? Dann schau net so in mein Zimmer und schieb deine Glotzer weiter”, mit einer leicht äffenden Tonlage. Mit rollenden Augen wendete sich Jacq ab und stieß genervt die Luft zwischen den Lippen hindurch. Wenn wir nicht auf dem Schiff wären würde ich ihm einfach die Kehle durchschneiden, sein Gold nehmen und ihn dann in der Ecke liegen lassen, aber auf dem Schiff war einfach zu wenig Platz und die Gefahr entdeckt zu werden war zu groß. So setzte sie den Weg weiter durch die Kajüten fort sich mit einem tristem und gelangweilten Blicke umsehend.
Zehn verschissene Jahre war ich nichtmehr auf der Insel gewesen, das waren einfach Zehn zu viel....mein Herz sehnte sich nach meiner Heimat und nichts wünschte ich mir mehr als wieder die bekannten Stimmen, das angenehme Rauschen des Meeres welches sich an die Klippen drückt und durch ein Schallen vom Berg wieder zurück getragen wurde zu vernehmen. Herrlich.....einfach herrlich, dann die Sonnenuntergänge wie sich das Licht welches zum Abend Flammen ähnelt über das gesamte Meer legt, fast könnte man in jenen Augenblicken sagen dass das Wasser zu brennen scheint. Der Sand, der angenehme weiche sehr feinkörnige Sand welcher sich zwischen die Zehen bohrt und mit einer wohltuenden wärme den Fuß umspielt. Die Menschen welche einfach Leben, ganz ohne jeglichen Stress, frei von den Gedanken was Morgen kommen mag, was der König sagt, was irgendwelche Beamten sagen, Krieg....oder sonstigem. Nein hier auf der Insel schien es immer als würde die Zeit irgendwie garnicht so wirklich dorthin gelangen, fast so...als würde sie dort irgendwie stehen bleiben. Ja das alles und noch vieles, vieles mehr vermisste ich und egal wo ich die Zehn Jahre verbracht hatte, nichts konnte mich auch nur im geringsten davon abhalten zu sagen das es einfach nirgends so schön ist wie auf der Insel, meiner Heimat!
Laute Schreie waren oben zu hören und ein Ruck durchbrach das gleichmäßige Schwanken des Schiffes, endlich sie stachen in See. Ein nun gleichmäßiges ziehen brachte das Schiff Stück für Stück aus dem Hafen, die Ruder emporhebend und vorne wieder ansetzend zogen sie die Matrosen mit einer gleichmäßigen Kraft durch das Wasser, das Trommeln des Enseignes de Vaisseau, dem Fähnrich zur See, trieb die Matrosen und Sklaven zu einem gleichmäßigen Rudern an. So bahnte sich das große Schiff den Weg hinaus in aus der Hafenbucht, langsam verebbten die immer gleichen Regungen des Schiffes und man vernahm das trampeln vieler Füße auf dem Deck. Mit lautem Gebrüll kündigte sich das hissen der Flaggen an, nun endlich waren sie auf der See angekommen und die Fahrt konnte ihren Lauf nehmen.
Stille war in den Kajüten eingekehrt als die Nacht einzug hielt, ab und an vernahm man das laute Schnarchen eines Passagiere und der ihr allzu bekannte Geruch von Rum machte sich in den Kajüten breit. Langsam erhob sich der grazile Körper der Jungen Frau und schritt in aller Ruhe mit leisem Fuße das Deck hinauf. So war es doch immer die schönste Zeit auf Schiff, in der Nacht wenn es ruhig war, man den Sternenhimmel betrachten konnte und dem Rauschen des Meeres genießend lauschte. Das Dunkelbraune Augenpaar schweifte suchend über das Deck bis eine scheinbar geeignete Stelle gefunden war und sie ihren Weg dorthin Fortsetzt. Angekommen legt sie die Ellenbogen auf die Reling und beugt den Körper leicht nach vorne, die Haare gleiten in sanften Bewegungen, herunterhängend, über die Schultern und der Blick ruht auf der ruhigen See. Die Augenlider schließen sich und ein zufriedenes tiefes Einatmen ist zu hören.
So langsam platzte ich fast vor Aufregung, keine Ruhe findend wälze ich mich eh nur im Bett hin und her, daher schadet es doch nicht sich etwas die Füße zu vertreten.
„Ney da is se wieder, das Weyb das sich de Glotzer au der Stirn g'schaut hat“ Schritte sind zu vernehmen und das knarren der Holzdielen, die Worte von einem leisen Lachen begleitet. Jacq wendet sich und hinter ihr stehen drei hochgewachsene Seebären und der sechzehn Jährige komische Typ Mensch von heute Mittag. Sie verschränkt die Arme vor sich wobei erst suchend ihre Hand zum Waffengurt streicht und als sie den harten kalten Gegenstand von Pistole spürt atmet sie kurz erleichtert auf. Ihre Augen huschen musternd über die vier Männer, leicht verengen diese sich für einen kurzen Augenblick ehe sie Fragen, fast provozierend eine Braue empor lüpft. „Was wollt ihr?“ Plötzlich mit einem mal verschwand der stets freundlich anregende französische Akzent und eine provokante fast drohende Stimme, begleitet von einem Cabezianischen gerollten 'R' dringt zu dem Männern. Diese blinzeln erst einige male auf ehe sie schelmisch zu grinsen beginnen und ein jeder mit einem begierigen Blick über den Körper von Ihr gleiten lässt. „Was macht ein Weyb wie du alleine auf der hohen See? Magste nicht ein paar Gulden verdienen? Hier gibt’s ja kaum Weyber und vor allem keine solche wie dich.“ Ein Nicken andeutend in Richtung ihres Körpers. Einer der Männer leckt sich gierig über die Lippen und und grinst dann, die Faulen Zähne zeigend, breit auf.
„Verschwindet und sucht Euch eine andere oder ich blase Euch euren grotesk hässlichen Schädel vom Hals“ faucht Jacq ihnen entgegen und die Augen verengen sich zu schlitzen.
Normalerweise hätte ich kein Problem auch wenn es mich anwiederte zumindestens den Jungen und den einen Typ....aber heute hielt sich meine Lust doch sehr in grenzen und vor allem mochte ich es nicht wenn man mir drohte. Drohen war etwas was meine Hand zu einer nervösen Waffe werden lassen konnte.
Die Männer noch immer keine Anstalten machend sich zu wenden begannen damit den Kreis um sie immer enger zu ziehen. Ihr Augenpaar huscht suchend nach Fluchtmöglichkeiten hin und her.
Und so ein scheiß bei der ersten Nacht.
Die Wangenknochen der jungen rothaarigen Frau spannen sich an und sie drückt sich mit dem Rücken gegen die Reling. Immer näher schreiten die Männer und die Hand des jungen findet sich sehr schnell auf ihrem Busen wieder. Ihre Hand versuchend schnell nach unten zu gleiten umschließt sie dort die Pistole und zieht jene heraus, ihr Glück ist wohl das sie stets nach dem benutzten diese Nachlädt.
Scheiße ein Schuss verdammt, nur ein einziger Schuss und es sind drei zu viel.
Nichteinmal zum schießen kommend greifen die Männer nach der Pistole und ihrer Hand, zerren diese aus ihren Fingern und schmeißen sie ins Meer hinein.
Der geschockte Blick der Frau, dann geht ein Ruck durch ihren Körper und sie versucht sich mit aller Gewalt aus den Fängen zu befreien, sich durch die Lücken hindurch zu drücken. Gezappel, gefluche, aufgejaule als sie einem in die Weichteile tritt. Dann holt einer aus und verpasst ihr einen fest sitzenden Schlag in den Magen, sie krümmt sich und keucht auf.
Verdammtes Pack!
Gleich darauf wird der Körper der jungen Frau wieder an die Reling gepresst, unsanft und hart knallt das Holz gegen ihren Rücken. Versuchend sich mit den Füßen durch tretende Beine zu wehren und sie dort zu treffen wo es wohl am meisten schmerzt zerrt sie trotz der wieder folgenden Schläge in die Magengegend an den Armen hin und her. Einer der Männer drängt sich zwischen ihre Beine und versucht hiermit die Bewegung einzuschränken, als er ihr immer näher kommt beißt sie ihm mitten ins Gesicht. Ein lautes wütendes Aufschreien folgt ehe er ihr seinen Schädel mit voller Wucht ins Gesicht schlägt. Gleichsam lässt er von ihr ab und sie rutscht unsanft nach unten, sie dort den Kopf noch hinten am Reling-Rand anschlagend verliert sie für einen kurzen Augenblick das Bewusstsein. Unsanft packt eine Hand ihren Kragen, sie merkt wie das warme Blut über ihr Gesicht strömt, ein Aufhusten ehe man sie nach oben zieht. Einige male aufblinzelnd um wieder eine einigermaßen gute Sicht zu gewinnen Spuckt sie ihnen entgegen. „Du dumme Gör“ der faul-Zahn wischt sich das mit Blut und Spucke Gemisch aus dem Gesicht, pläckt die Zähne und knurrt sie fluchend an. „Verpasst ihr einen Schlag das sie den morgen nicht mehr erlebt und schmeißt sie in eine Ecke oder tut was ihr wollt!“ Kaum gesagt holt einer der Männer auch schon aus die Faust kommt näher und prallt voller Wucht gen ihre Schläfe sie kippt zur Seite.
Was des weiteren geschah, ob sich die geilen Böcke noch an ihr vergriffen bleibt des Lesers eigener Fantasie überlassen. Nur am morgen fand man ein in sich zusammen gesacktes mit gut zerrissener Kleidung, junges Fräulein in der Ecke des Deck's.
„Matrosen tragt sie zum Heiler, sie brauch Verpflegung die scheint's sonst nicht mehr lange zu machen ist ja ganz Blutverschmiert. UND EINER PUTZT DAS DECK HIER SIEHTS AUS!“ Brüllt der Capitano laut. Die Matrosen hieven den zierlichen Frauenkörper Richtung Heilerkajüte und legen diese dort auf ein Bett.
„Wo habt's ihr die denn her? Die sieht aus wie ne halb tote.“ Eine leicht verzweifelt fragende Miene ziert das Gesicht des Heilers als er auf die Liege blickt. „Raus mit Euch ick schau mir die kleene erstma an. Armes ding“ Die Männer verließen das Zimmer. Als ide Tür geschlossen ist lässt sich der Heiler mit einem seufzen auf seinem Stuhl nieder.
„Kindchen, Kindchen, wat ham die dir nur anjetan.“ Eine Schüssel warmes Wasser richtend beginnt ihr sie zu Waschen um ihr die Wunden zu säubern und ihr dann etwas frisches anzuziehen, auch wenn es nur ein Unterkleid war, so war es doch immerhin etwas. Zehn Tagelang lag Jacqueline in der Kajüte, neben des nicht aufwachens plagte noch ein starkes Fieber den Körper. Als der Puls immer schwächer wurde und die Haut immer blasser kam der Schiffpriester und gab der Frau die Weihe so das sie wohl in Frieden ruhen kann denn keiner sprach ihr noch einen Tag länger zu.
In der Nacht wurde auch der Atem immer seichter kaum hob sich noch der Brustkorb. Ein leichter kaum sehbarer Ruck durchstoß den Körper, ein tiefes unkontrolliertes einatmen und plötzlich riss sie die Augen auf. Fast als würde sie nichts sehnlicher wollen als nach Luft zu schnappen, fast als wäre die gewürgt worden oder man hätte ihr die Luft zum Atmen gar genommen. Geschockt dreht sich der Heiler zu ihr um und blickt die nun dort mit offenen aufgerissenen Augen, liegende Frau an. Er hechtet nach vorne greift nach dem Glas Wasser und setzt sich an die Bettkante. „Ruhisch Kindchen, ick bin da, brauchste keene Angst zu hab'n“ Jacq rutscht in die Ecke des Bettes sich an die Wand pressend ehe ein trockenes husten sie überkommt, dankbar das Wasser annehmend welches der Heiler ihr dann reicht.
„Wo bin ich? Nein eher, was ist passiert?“ von einem abermaligen leisen trockenen auf husten begleitet. Die Dunkelbraunen Augen blicken zweifelnd, unsicher aber auch fragend zu dem Heiler hinauf. „Mädken, da war'n so'n paar geile Böcke, tut mir leid für dich. Ick hoffe dat da nich's passiert. Is immer scheisse wenn da was nachkommt.“ Blickt sie hierbei Mitfühlend an und schenkt ihr ein warmes lächeln.
Na warte wenn ich Euch kriege. Ich werd Euch alles abschneiden und zwar jedem einzeln. Scheiße wieso schmerzt mir mein Schädel so. Keine Ahnung wie lange sie nun weggetreten war oder was genau passiert war, aber irgendjemand wird dafür auf jedenfall die Rechnung tragen. Kommt Zeit kommt Rat. Der scheiß Kopf und dann noch das schwummrige Gefühl und die Übelkeit.
Die Hand gen die Schläfen legend folgt ein tiefes einatmen und sie lässt sich wieder in das Kissen zurück gleiten. „Nu ruhste dich ma noch aus und moin geht’s weiter da sinn wa nämlich wieder an Land. Sind kurz vor Bajard.“
Kurz vor Bajard? Will der mich verarschen? Wir sind doch erst losgefahren! Das würde bedeuten, scheiße, das würde bedeuten das sie ziemlich lange hier unten in der Kajüte lag. Verficktes Kanonenrohr.
Man konnte ihr genau ansehen das sie gerade mehr als überrumpelt von der Aussage des Mannes war und ein noch verwirrterer Ausdruck legte sich auf die Züge. „Aye, ganze Zehn Tache kleene, zehn Tache warste hier unten. Aber ick hab auf dich aufgepasst weiste und dich gepflecht und so. Hab dir Kräuter umschläge gemacht und eigentlich, eigentlich hatte ick nich jedacht das du nochma aufwachst. Aber zack da warste wieder und nu liegste da als wär irgendwie nichs passiert.“ Ebenso in seinem Gesicht spiegelt sich Verwirrung ab. „Nu schlafste ruhst dich noch aus, ick weck dich dann aye?“ mit einem nicken wendet sie sich dann auch schon und verfällt in einen tiefen und Traumlosen Schlaf.
Wieder war das aufbrüllen von dem Capitano zu hören „SEGEL EINHOLEN!“ abermaliges getrampel ehe das Schiff dann wieder in die gleichmäßigen Zug bewegungen verfällt. Die Junge Frau hatte schon ihre Sachen gepackt und stand auf Deck dem treiben zuschauend. In ihrer rechten ein Röllchen mit Wildkraut und in der linken eine Pulle Rum.
Jetzt nur noch zu Alejsandro und dann bin ich zuhause....