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Wenn man etwas verliert was man liebt...

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 10:10
von Gast
Die Nacht nach dem Markt war unruhig für sie, obwohl sie tot müde war und ihre Füße schmerzten konnte sie nicht schlafen.
Unruhig warf sie sich von einer Seite zur anderen, das Bett kam ihr so groß und leer vor ohne ihn. Seit Tagen war er nicht mehr im Haus und lies sie und die Familie alleine.
Immer öfter war sie dadurch in der Position Entscheidungen für die Familie treffen zu müssen. Das war ihr zwar nichts neues, das hatte sie damals bei Fareed auch tun müssen, aber dennoch wäre es ihr lieber gewesen, wenn er da gewesen wäre.

Unruhig drehte sie sich vom Rücken auf den Bauch und vergrub ihr Gesicht im Kissen. Der Tag an dem sie ihm sagte, dass sie ein Kind erwarteten war kein freudiger Tag gewesen und immer wieder schossen ihr seine Worte durch den Kopf. Ihm war nur wichtig gewesen, dass er nicht zu kurz kommen würde. Er hatte sich kein Stück darüber gefreut, dass sie ein Kind erwarteten. Es war mehr der Punkt gewesen, dass er nicht verlieren wollte, was sie teilten und zwar das Bett.
Es war ein Stich in ihr Herz gewesen, der so tief saß, dass sie nicht anders konnte als innerlich zu schreien und zu weinen. Und doch sagte sie ihm, dass sie ihn nie zurück weisen würde wenn es ihn übermannte, dass sie immer in seinem Bett sein würde und für ihn bereit, auch wenn es ihr innerlich anders zumute war. Denn sie liebte ihn und sie wollte ihn nicht verlieren, nach dem steinigen Weg den sie zusammen gegangen waren.

Die Worte die er eins zu ihr sagte, die Worte als er um sie warb, sie waren scheinbar vergessen und nichts mehr wert. Damals sagte er ihr, wie sehr er sich darauf freute mit ihr ein Kind zu bekommen, wie sehr er sich darauf freute, kleine trappelnde Kinderfüße zu erleben, dass es eine schöne Schwangerschaft für sie werden würde und er sie auf Händen tragen würde durch diese schwere Zeit und sie nicht alleine lassen würde wie Fareed es damals tat.

Und nun war es anders, er freute sich nicht über ein Kind und das lies er sie spüren. Alleine seine Abwesenheit zeigte ihm, dass er nicht bei ihr sein wollte und die Worte von Khalida schlugen ihr um die Ohren „ er war so abwesend in Bajard“, ja er war abwesend gewesen aber sicher nicht wegen ihr wie Khalida vermutete, dort war mehr dahinter.

Sie drehte sich erneut vom Bauch auf den Rücken und legte ihre Finger um ihren Bauch herum und streichelte in kreisenden Bewegungen darüber.
Die Frucht in ihr war noch klein, kaum sichtbar und vor allem nicht spürbar, aber sie wusste das sie da war, dass sie wachsen würde und sich in ein paar Monaten wölben würde soweit, bis sie ihre Füße nicht mehr sehen konnte, bis ihr jeder Schritt schwer fallen würde. Aber sie würde auch diesmal jenen Gang gehen. Sie hatte schon einmal ein Geschenk Eluives alleine ausgetragen. Damals war niemand für sie da gewesen, die Masari hatten sie verstoßen so wie Fareed es getan hatte als er Verschwand. Würden es die Bashir ein weiteres Mal tun, wenn ihr Oberhaupt es von ihnen verlangen würde?
Sie war sich dessen nicht sicher, aber selbst wenn sie es tun würden, würde Eluive ihr die Kraft geben es durchzustehen. Selbst wenn sie alleine wieder den Tritten und dem klopfenden Herzen in ihrem Inneren lauschen würde, dann würde sie es tun mit einem lächeln auf dem Gesicht und mit der Freude über das Leben in ihrem Herzen.

Und irgendwie war sie sicher nicht alleine, damals ging sie hoch schwanger zu ihren Eltern, den letzten Zufluchtsort im Wüstenreich für sie und dieses mal würde sich wieder eine Zuflucht auftun, wenn das schlimmste in ihren Vorstellungen eintreffen würde. Und selbst Khalida würde ihr sicherlich nicht die Hand wegschlagen wenn sie kommen würde. Sie würde sie selbst lieben wie eine Freundin, wenn sich alle von ihr abwenden würden, da war sie sich von Herzen sicher.
Und vielleicht auch die kleine Juma, auch wenn sie sie schon lange nicht mehr gesehen hatte würde ihren Bauch streicheln und dem neuen Leben Hallo sagen, wie sie es damals bei Fareeda getan hatte… oder nicht?

Unsicherheit machte sich in ihr breit ob diese Gedanken wirklich wahr waren oder ob es nur ein Trugbild ihres Verstandes war um nicht in dem ewigen See der Verzweiflung zu fallen. Das Bild tat sich vor ihr auf wie sie alleine auf dem Boden ihres Schlafzimmers lag, das Gesicht voller Schweißperlen und der Boden der Nass um sie herum war. Würde sie das Kind im schlimmsten Falle alleine bekommen können? War sie stark genug um eine Geburt zu ertragen, ohne das jemand bei ihr war?
Ja sie würde es sein, schallte sie sich selbst mit ihrer inneren Stimme, denn sie war nie alleine Eluive war bei ihr in jedem Atemzug.

Diesen Gedanken festhalten umgriff sie ihren Bauch stärker und drehte sich auf die Seite und ein leises Lied in ihren Gedanken, ein Gebet gesungen an die Mutter wehte sie langsam in den Schlaf und schob die Gedanken beiseite die sie quälten, schob das Bild von Radeeh in den armen einer Anderen weit weg, denn sie liebte ihn von den tiefen ihres Herzens.

[img]http://th06.deviantart.net/fs70/200H/f/2011/102/8/8/sleeping_beauty_by_sonofdavinci-d3dvcdr.jpg[/img]


Ein gleißender Schmerz schoss durch ihren Körper hindurch und lies sie aufschrecken. Ein spitzer schriller Schrei schob sich dabei durch ihre Lippen hinaus in den leeren Schlafraum. Der erneute Schmerz lies sie sich krümmen und winden. War dies ein Traum? Nein es war kein Traum, der Schmerz war echt und lies ihren Körper brennen, förmlich verbrennen.

Schwer gekrümmt und mit Tränen die ihr aus den Augen schossen zog sie sich aus dem Bett und griff nach dem Morgenmantel den sie Zitternd über ihren Körper zog. Ein erneuter Schmerzstoß lies sie dabei inne halten und leise wimmern.
Sie brauchte Hilfe, eines der Mittel aus dem anderen Keller, etwas gegen diese Schmerzen die sie unfokusierbar machten. Ihre nackten Füße schoben sich über den Boden bis hin zur Treppe. Ihre Finger verkrallten sich dabei in die Fugen der steinernden Mauer. Wieso hatte sie solche Schmerzen, was peinigte sie.
Und auf dem Weg jede einzelne Treppenstufe mit zwei Füßen nehmen müssen manifestierte sich der Schmerz genau in ihrer Körpermitte.
Er manifestierte sich genau dort wo er nicht sein sollte.
Ihre Gedanken rasten gepeinigt von dem Schmerz der sie immer wieder leise stöhnen oder gar laut schreien lassen durch ihren Kopf. War es das Kind?
Nein bei Eluive es dürfte nicht das Kind sein.

Waren es die Schmerzen die ihr schon andere Frauen beschrieben hatten wenn sie am nächsten Tag gerufen wurde als Heilerin. Waren es diese Schmerzen, die nun sie peinigten?

Nein das dürfte nicht sein, sie dürfte die Frucht nicht verlieren nicht das Geschenk Eluives und der Person die sie liebte.

Ihre Gedanken verflogen erneut als sie beinahe durch die Tür fiel erneut durchgeschüttelt von diesen krampfhaften Schmerzen. In ihren Ohren rauschte ihr eigenes Blut, spülte jedes der Worte weg die sie formulieren wollte, der Pulsschlag hämmerte in ihrem Kopf auf und nieder, beraubten sie der klaren Sinne und so stolperte sie von der Tür hinüber zur Theke der Küchenzeile, hielt sich dort fest mit den Kräften die ihr noch gegeben waren.

Oh Eluive steh mir bei…

Waren die Gedanken die sie trotz der Schmerzen immer wieder hinüber brachte und auch laut aussprechen konnte. Und doch sah sie das Blut nicht was sich bereits von den letzten Treppenstufen bis hinüber ihr zur zogen. Das Blut was ihr die Beine hinab lief und sich teils mit ihrem Morgenmantel verband und ihn in einem glühenden Rot färbte.

Das erneute Krümmen ihres Körpers brachte sie dazu die Knie einknicken zu lassen. Große Schweißtropfen standen auf ihrer Stirn als sie langsam hinab rutschte auf den Boden. Ihr Körper brannte gepeinigt aus Schmerz und dem Fieber was in ihr aufkeimte.
Und so sackte ihr Kopf gegen die steinerne Aufbaut der Küche und ihre Gedanken kreisten ein letztes Mal in Bewusstsein herum.

Eluive, heilige Mutter des Lebens, sei bei mir, lass mich nicht alleine in jenen Stunden. Du nimmst mir was du mir gabst und ich will nicht an deiner Entscheidung zweifeln doch so lass mich nicht allein heilige Mutter ich bitte dich sei an meiner Seite sei in meinem Geist und lass mich fühlen das Leben, den Atem der Wüste und die Geräusche des Windes darin. Das Knacken des Sandes der Dünen und die Laute der Tiere. Oh heilige Mutter Eluive sei bei deiner Dienerin… lass mich bitte neda allein.

So waren die letzten wimmernden Worte die das Haus der Bashir im leisen Flüsterton beherrschten bevor ihr Bewusstsein ganz abdriftet und der Stille Beobachter mag vielleicht gesehen haben wie ein kurzer goldener Schein des Segens über sie huschte und ihr die Schmerzen nahm. Und so lag sie da, in ihrem eigenen Blut, das Zeichen dessen, dass Eluive ihr genommen hatte was sie in der Nacht noch wollte trotz aller Strapazen die vielleicht auf sie warten würden. Das Fieber kochte in ihrem Körper und hielt ihren Geist in dem traumlosen Schlaf gefangen und sie war allein nur ein zarter Windhauch streicheltet über sie, vielleicht der Atem Eluives vielleicht aber auch nur der Wind der durch das Küchenfenster wehte.

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 12:45
von Suraya Ayana Yazir
Schleifende, wimmernde Geräusche rissen sie aus dem Schlaf. Sie lauschte einen Moment. Stille. Sie schloss wieder die Augen und versuchte sich wieder in den Schlaf zu wiegen indem die mit einem Fuss hin und her wippte.
Da! Schon wieder! Diesmal saß sie senkrecht auf ihrer Schlafmatte im Schlafraum der Natifahs. Sie versuchte angestrengt den Geräuschen zu lauschen, indem sie die Augen schloss um sich allein auf ihr Gehör zu konzentrieren. Irgendwas war da doch, sie blickte kurz in den leeren Schlafraum, ehe sie sich zögerlich erhob und sich den Sari umwarf. Als sie sich aus dem Schlafraum traute und leise die Treppe hinab tippelte, glaubte sie ihren Augen nicht, ihre Hand führte sie unweigerlich vor ihren offen stehenden Mund.

Am unteren Ende der Treppe angekommen hob sich ihr Blick in den, in der Nacht, schlecht beleuchteten Wohnraum hinüber zu dem in sich zusammengesackten Körper. Einen Moment lang stand sie einfach nur regungslos da, der Situation nicht mächtig einen klaren Gedanken zu fassen. Ehe sie hinüber eilte um Sicht auf den dar liegenden Körper zu nehmen. Sah hinab auf ihre Füße die in einem Gemisch aus Blut und Sandstaub standen. Sie kniete sich neben sie, Nazeeya.

"Oh Eluive, was soll ich denn jetzt tun?"
"Hilfe, ich brauche Hilfe.."


Jene Gedanken schallten durch ihren Kopf als sie ihr die schweißnassen Haare aus dem Gesicht strich. Ihr Gesicht ließ Hilflosigkeit vermuten. Sie rüttelte sie einige Male.

"Bloss niemanden aufwecken, ohje was mach ich denn jetzt nur?"
"Khalida, ja Khalida, ich habe doch mitbekommen wie sie von ihr sprach, ich glaub sie sind Freunde, ich muss Khalida holen, ja Khalida ich muss sie holen, sie weiss was zu tun ist."


Die Gedanken überschlugen sich still in ihrem Kopf während sie Nazeeya bedeckte und sofort, so wie sie war, zum Haus der Yazirs eilte.

Leise bat sie die Wache derer darum ausschliesslich Khalida zu wecken, der Bitte kam sie wohl mit einem Schürzen der Lippen auch nach.
Und während sie vor den Toren des Hauses auf Khalida wartete, sah sie abermals auf ihre mit blutbefleckten Füße hinab.

"Blut, Blut, schon wieder Blut an mir ....."

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 18:30
von Khalida Yazir
Ein lauwarmer Wind strich ihr durchs Haar und über den Leib und lies ein wohliges Gefühl in ihrem Körper entstehen. Sie hörte sich selbst seufzen.
Doch dann, schlagartig, änderte sich die Szenerie, der sandige Boden unter ihren Füßen fing an zu zittern, und sie geriet in Bewegung. Abwärts. Viel zu schnell.
Das schöne Gefühl verschwand, und mit ihm der wunderbare Traum. Wurde eingetauscht durch eine Gestalt die sie mit Rütteln an der Schulter weckte.
"Khalida, du hast Besuch. Eine Bashir. Viel spaß."
Sie wußte nicht, dass es ein Ernstfall war. Nur deswegen noch ein wohliges Räkeln, ehe sie sich ein paar Kleidungsstücke griff und in Richtung Treppe tappte. Ein Griff an den Kopf? Kopftuch. Ein Griff vor das Gesicht? Schleier. Alles Richtig. So ging sie dann um die junge Bashir zu empfangen.
Schon als sie den letzten Vorhang hinter sich gelassen hatte, beschlich sie ein eigentümliches Gefühl. Jenes leichte unangenehme Ziehen, was sich normalerweise als unheilvoller Instinkt ankündigte. So kam es dann auch. Zweimal mahnte sie Suraya zur Ruhe, bevor sie wirklich Begriff was los war.

"Lauf zurück! Schnell! Sieh nach Wunden! Wenn du welche findest, drücke ein Stück Tuch darauf. Egal was! Aber lauf! Wir kommen nach!"
So trieb sie die Bashir zur Eile an, und mit schnellen Schritten und fliegendem Gewandt eilte sie wieder hinauf in das Schlafzimmer.
"Rija! Aufwachen. RIJA!"
Auch sie wurde ebenso unsanft aus dem Schlaf gerüttelt wie wenige Augenblick zuvor Khalida. Sie würde Rija mit schnellen Worten erklären was los sei, wo die Hilfe benötigt wird und sie im Zweifel zur Eile antreiben.

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 20:32
von Gast
Ein paar Worte genügten und Rija war vom Traumland so weit entfernt wie die Sternenbilder am Himmel von der golden Stadt. Sie war schon auf der Treppe als sie den Sari befestigte und bis sie in der Heilerstube war, war auch der Schleier um ihren Kopf gewickelt. Die Khaliq schwanger und blutend... Rija's Gefühle waren aufgewühlt. Hoffendlich kam sie neda zu spät.

Bei Eluive währe ich doch nur neda so lange wach geblieben. Es nützte aber nichts ich muss klar denken und die Ruhe bewahren!

Während sie ein paar Dinge zusammen raffte lies sie sich von Khalida nochmal alles erzählen was diese wuste.

Angekommen im Haus der Bashir bestätigten sich die Befürchtungen nach eingehender Untersuchung. Mit etwas Hilfe brachte sie Nazeeya dann ins Bett . Suraya wurde angewiesen Wasser mit den mitgebrachten Käutern zu erhitzen und als der Sud wieder etwas abgekühlt war säuberte Rija die Khaliq sorgfältig. Ein bisschen Sorgen machte ihr das Fieber, darum blieb sie auch noch bis zum Vormittag.

Sie lies sie schlafen das war das Beste was sie tun konnte. Ab und zu wechselte sie die Wickel, legte das Sandsäckchen wieder auf den Unterbauch zurück und untersuchte auch den kleinen etwar 7 Finger grossen Körper des Babys nach auffälligkeiten welche die nächtlichen Geschehnisse von heute erklären würden. Ein Grund gab es immer wenn sich der Körper einer Natifah gegen ein Kind entscheidet. Manchmal erklärte Eluive ihre Entscheidung manchmal nicht...

Nazeeya würde dann entscheiden wenn sie wieder wach war...

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 20:54
von Gast
Sie spürte wie man ihren Körper bewegte, sie spürte die Verkrustungen an ihrem Körper an den Beinen und auch an ihren Armen. Wieso konnte man sie nicht einfach liegen lassen.
Wieso bewegte man sie, sie wollte nicht Bewegt werden. Ihr ganzer Körper schmerzte und es war wie eine Flamme die durch sie schoß und lodernd sich an ihrem Atem labte.

Sie spürte jede einzelne Erschütterung der Schritte der Person die sie die Treppe hinter trug. Es frass sich tief in sie hinein, wieso konnte man sie nicht einfach schlafen lassen. Dieser ewige Atem der Wüste der durch ihren Körper rauschte und ihr Erinnerungen der alten Zeiten einspühlte.

Sie hörte die Worte wie durch Watte die um sie herum gesprochen wurden. Es waren Natifahs die um sie herum sprachen aber sie konnte ihre Stimmen nicht zuordnen. Wer war es, der hier war.. wo brachte man sie hin, war sie tot... lebte sie noch oder war es etwas dazwischen?

Sie driftete wieder mehr ab ihre Ohren konnten sich nicht mehr auf das gesprochene konzentrieren. Nur der sanfte Odem der Erinnerung fing sie wieder ein, der Moment wo die Schuhe der Braut an ihre Füße gezogen wurden und Radeeh den Ehering an ihren Finger steckte. Es war ein gutes Gefühl es war warm in ihr so wohlig warm und nichts in der Welt wollte sie jener Erinnerung von guten Zeiten entfliehen.

[img]http://th02.deviantart.net/fs19/200H/f/2007/242/b/9/Married_by_eldesaparecido.jpg[/img]

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 21:15
von Suraya Ayana Yazir
Sie tat wie ihr aufgetragen. Doch ihre Augen sprachen Bände der Verzweiflung mit jedem Handeln das von ihr ausging. Sie sorgte sich und manch einer hätte in ihren Augen bildlich ein scheues Reh gesehen, das zu klein war um vom Jäger wegzurennen.

Es war nicht das Blut, das machte ihr nichts aus. Sie wischte es sorgfältig vom Boden auf, sah dem Wasser beim auswringen des Lappens zu wie es in den Eimer tropfte und vergrub den damit getränkten Lappen draussen in der Wüste.

[img]http://us.cdn3.123rf.com/168nwm/red2000/red20001009/red2000100900016/7767701-red-water-environmental-abstract-background--red-water-drop-plantschen-im-wasser.jpg[/img]

Es war die Verbindung dessen mit einer ihr liebgewonnen Person. Das war zuviel. Sie hatte nichtmal das eine Szenario verarbeitet, folgt doch gleichsam das nächste. Was mutete Eluive ihr da zu? Doch war nicht sie es um die es ging, es ging um Nazeeya und ihr Kind. "Ist es schon ein Kind wenn es erst 7 Finger breit ist?" Ihr Gedanken machten ihr immerwieder einen Strich durch die Rechnung und es fiel schwer sich von ihnen loszureissen.

Sie schlief die ganze Nacht nicht, vielleicht döste sie hier und da mal ein aber wirklich an Schlafen war nicht zu denken solang ihr Körper sich in diesem Zustand befand.

"Wer wird es den Männern sagen?! Ich nicht! Was sollte ich auch sagen?"

Sie versuchte die Gedanken aus ihrem Kopf zu schütteln und wischte Nazeeya immerwieder zwischendurch den Schweiß von der Stirn. sie würde nicht von ihrer Seite weichen.

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 22:09
von Gast
Langsam weichte ihr Geist auf, das Bild der Wüste verschwand, der Ausblick vom Berg Eluives dem heiligen Ort der Mutter schwang aus ihrem Blick und löste sich in kleine Rauchwölkchen auf.

Nurnoch die schwarze Leere war zu sehen vor ihrem inneren Auge und ein kleiner Spalt Licht der hindurch fiel. Starrte sie gerade ihre innere Lidseite an? War es alles kein Traum. Wo war sie?
Als jene Gedanken in ihr Aufkeimten kam der Schmerz zurück, das Feuer in ihr war wie ein Vulkan der immer höher wurde und mehr und mehr und drohte über zu schwappen.
Sie spürte wie jemand ihr mit dem Lappen über die Stirn wichte.

Sie horschte tief in sich hinein, dort war nichts außer der Schmerz selbst der zurück geblieben war. Das innere Herz es war weg, nichts mehr war zu spüren und selbst als sie die heilige Mutter anflehte, dass es nicht so sein sollte. Es geschah nichts, ihr flehen so stumm wie es in ihrem Kopf wiederhallte war umsonst.
Die heilige Mutter hatte ihr keinen Traum bescherrt die Schmerzen waren echt, die Angst in ihr war echt und das Gefühl der leere war echt.

Sie hatte ihr Kind verloren, sie hatte Radeeh und ihr Kind verloren, verbesserte sie sich selbst. Sie wollte weinen doch ihr Körper lies sie nicht, er hielt sie gefangen in seinem heisen Atem und in den Schmerzen die er ihr bereitete.

Und doch jemand war bei ihr, strich ihr über die Wange hinweg als könnte die Person den Schmerz spüren der in ihr herrschte. Ein neuer Lappen wurde ihr auf die Stirn gelegt. Die Kühlung kühlte auch etwas die Hitze in ihr, konnte jedoch nicht die Trauer in ihr Kühlen. Sie war allgegenwertig und umspannte sie wie ein riesiges Zelt.
Und doch verspürte sie noch etwas mehr Linderung als sie den Atem neben sich spürte und hörte.

Es war ein leises gleichmässiges Atmen, scheinbar war die Person eingeschlafen, sie kannte den Geruch noch nicht so gut. Er war weiblich aber es war nicht Khalida und auch nicht Jumanah, jene kannte sie.

Und doch kroch schwerlich ihre Finger Stück für Stück weiter, geleitet von den schmerzlichen Krämpfen in ihrem Körper die sie immer wieder schüttelten. Und irgendwann spürte sie die fremden Finger unter ihren. Wären ihre Augen nicht so schwer gewesen, hätte sie sie ein Stück geöffnet, wäre sie nun nicht so müde hätte sie vielleicht etwas gesagt. Vielleicht... vielleicht hätte sie etwas gesagt!

Die warme Haut unter ihren Fingern spüren drifteten ihre Gedanken wieder ab, sie sah ein Lachen vor ihren Augen, es war das Lächeln von Radeeh. Wo war er Lachte er gerade auch so oder würde er mit ihr weinen, so wie ihr es ihr inneres gerade tat?

[img]http://th06.deviantart.net/fs71/200H/i/2012/151/f/b/holding_hands_by_alfi_ramadhani-d51uggu.jpg[/img]

Verfasst: Montag 18. Februar 2013, 13:59
von Gast
Oh sie kannte den Ausdruck auf dem Gesicht Nazzea's leider nur zu gut. Das letzte mal als sie Ihn sah war es bei ihrer Schwägerin gewesen, aber auch davor schon...

Sie selber hing während der Wartezeiten, in dem es nichts zu tun gab, ausser zu beobachten, ihrer Gedanken nach.

Wie muss es sich nur anfühlen... Die Khaliq tut mir so leid... Ich weis doch wie sehr es alleine schmerzt niemals ein kleines Leben in sich gefühlt zu haben... eines aber zu verlieren... neda das wüsche ich bei Leibe keinem...

Immer wieder glitten ihre Gedanken auch hinüber zu ihrem Fadrim.

War es ähnlich? Ein Kind zu verlieren oder einen Bruder?

Sie war ganz in sich gekehrt als sie plötzlich die Finger spürte und ein warmherziges lächeln legte sich auf ihre Züge.

"Schlafe Nazzeya! Das Fieber sinkt schon. Du must Kraft sammeln" wisperte sie leise vieleicht drang aiwa etwas zu ihr hindurch.

Verfasst: Mittwoch 7. August 2013, 07:28
von Benedict Weber
Die ganze Nacht hatte sie wach gelegen, nicht einmal für einen Moment ein Auge zugetan.
Und das unangenehme Gefühl in ihrem Magen war wieder zu einer riesigen Wolke angeschwollen und verbat ihr gar jeden Schluck Wasser und auch nur den kleinsten Bissen Nahrung.
Gerade hatte sie das eine halbwegs für sich verdaut und in eine Bahn gelenkt, womit sie Leben konnte, kam das nächste um die Ecke und schmiss sie um.

Die Worte, des gestrigen Abends halten immer und immer wieder in ihrem Kopf herum. Wie konnte er nur so etwas sagen? War sein hass und seine Abneigung auf sie so groß oder war es einfach nur, dass es ihm egal war, Hauptsache nach außen gab die Familie ein gutes Bild ab?

Noch nie bisher, war sie vom Haus Bashir so gedemütigt worden. Sie hatte viel Demütigung über sich ergehen lassen müssen unter den Masari, doch nun auch bei den Bashir.
War es so gekommen, wie sie es vorher gesagt hatte? Würde sich die Geschichte ein weiteres Mal wiederholen? Nur diesmal hatte ihr Eluive es erspart einen riesigen Bauch dabei mit sich herum zu tragen.
Wusste sie damals schon, dass Radeeh gehen würde, dass sie alleine sein würde mit all der Trauer über den Verlust ihres Mannes und ihres Kindes.
Wahrscheinlich wusste sie es, denn etwas wie Schicksal gab es nicht, alles war die Bestimmung der Allmutter und es ging seinen Weg voran.

Sie hatte ihr Herzblut für die Familie Bashir gegeben, alles zu liebe Radeeh dem jene Familie alles bedeutet hatte.
Wie viele Stunden hatte sie im Familienhaus gesessen und den Natifahs Dinge erklärt oder gekocht oder Gäste bewirtet für den Laden.
Wie oft hatte sie jede einzelne Fliese geputzt. Sie konnte es nicht mehr zählen, so viele Male waren es gewesen.
Und nun da wo sich Menekur gewandelt hatte, hatte sich auch alles um sie herum gewandelt. Freunde wurden zu jenen die einen Ansahen wie etwas Schlechtes.
Vermeidliche Feinde, wurden zu jenen die einen in der Trauer auffingen und hielten.

War Kadir einmal am Grab gewesen, hatte er sich einmal Gedanken darüber gemacht, wie sie sich fühlte, wo man ihr die Vorwürfe machte, Radeeh wäre wegen ihr gegangen und weil sie das Kind verloren hatte. Oder dachte er genau so?
Hatte er gewusst, dass Rashid sie nur ausnutzen wollte und gar nicht an ihr interessiert war sondern nur daran, dass sein Plan funktioniert.

Vielleicht hätte sie weiterhin vom Familienhaus fern bleiben sollen, weiterhin ihnen das Glück ohne sie ermöglichen sollen, denn dann hätte sie Sinan nie auf seine Beobachtung angesprochen.
Dann wäre Sinan nie zu Kadir gegangen, obwohl sie ihn gebeten hatte, es nicht zu tun.

Denn dann wäre sie weiterhin das Stückchen Luft im Haus Bashir, das nur dann gebraucht wurde, wenn eine Hochzeit anstand.

Oder bleib ihr nur noch dieser eine Weg…

[img]http://th01.deviantart.net/fs70/200H/i/2010/060/5/a/Alone_by_Kitty_Kat_Lover.jpg[/img]

Verfasst: Mittwoch 7. August 2013, 15:29
von Hazar Sevinc Bashir

Warum strafte Nazeeya mich so?
Diese Frage wollte mir nicht aus dem Kopf gehen.
Auch nicht nachdem ich Rat bei Aaminah gesucht hatte, oder mit Kadir gesprochen hatte.
Ich hatte der Prehaatim nie etwas Böses gewollt, nie etwas Böses getan.
Was hatte sie nur gegen mich?
War es wirklich die Eifersucht?
Sie hatte doch gar keinen Grund dazu.
Selbst wenn Kadir sich mit Haroun einigen würde und ich Kadirs Ehefrau werden würde, und somit die erste Natifah des Hauses Bashir wäre, wäre es kein Grund für sie.
Aiwa, Radeeh war weg, und ich konnte den Schmerz verstehen, den sie in ihrem Herzen trug, aber ihn an mir aus zu lassen?
Das sich Kadir mir anvertraut hatte, damals als ich bei ihnen leben musste, war eher Zufall gewesen. Wir kannten uns zu dem Zeitpunkt doch gar nicht.
Das Nazeeya selber zu dem Zeitpunkt nicht da war, da konnte keiner etwas für.
Weder Kadir, noch Nazeeya und am wenigsten ich.

Ich hatte versucht auf sie zu zu gehen, mit ihr zu reden, die Situation besser zu machen, aber ich hatte nichts als Ablehnung und Missgunst geerntet.
An dem Abend, an dem der Troubel vor dem Haus war, und Kadir nachsehen gegangen war, war alles für mich nur noch schlimmer.
Ich war keine von ihnen und damals stand ich in keiner Gefahr eine von ihnen zu werden, und doch tat es mir leid, als ich Kadir nach Nazeeya rufen hörte, diese aber einfach weiter geritten war.
Niedergeschlagen und Traurig kam Kadir ins Familienhaus zurück, Nazeeya’s Familienarmband in der Hand.
Er schüttelte den Kopf, nahm an, das sie es verloren hätte.
Er wusste nicht was er tun sollte und ich konnte ihm nicht helfen.
Ich wusste selber zu wenig über Nazeeya über die Vergangenheit, aber mir stand es auch nicht zu, zu bohren und nach zu fragen.
Auch wenn ich gerne mehr für beide getan hätte.
Damals hatte ich noch nicht das Gefühl, das sie mich nicht leiden konnte.

Ich hatte Kadir noch nie so wütend gesehen.
Es tat mir leid, ihn so zu sehen, erst recht, als ich später zu ihm gegangen war, um zu sehen, wie es ihm geht und er mir erzählte was passiert war.
Aus der Trauer, der Hilflosigkeit meines zukünftigen war, durch Nazeeyas Halbwahrheiten und Ausschmückungen, Wut geworden.
Sie war doch Preehatim, warum tat sie nur sowas?
Kadir war immer so bemüht darum, allen gerecht zu werden. Er war Nazeeya nachgelaufen, hatte nach ihr gerufen, hatte sich gesorgt, und auch er hatte nur Ablehnung entgegen gebracht bekommen.
Warum?
Das Khalida den Anstand am gestrigen Tage hatte, mich zu fragen, ob ich die drei begleiten möchte, und Nazeeya an mir vorbei gelaufen war, als wäre ich Luft, und mich demnach weder mit Respekt noch mit Anstand behandelt hatte, war mir schwer auf den Magen geschlagen.
Aamimah hatte sofort gemerkt, das mit mir etwas nicht stimmte.
Es lag wie ein Stein auf meinem Herzen, wenn ich daran dachte, dass ich nur versucht hatte, zu helfen und dadurch so gestraft wurde.

Ich weiss gar nicht, wie ich mich jetzt verhalten soll…
Das einzige, was ich weiss ist das ich immer für Kadir da bin, egal was passiert.
Und wir würden die Prüfungen schon überstehen, die Eluive uns auferlegte.
Ich stand bei Rashid auf dem Prüfstand und Nazeeya strafte mich mit Missachtung.
Aber gut, ich würde das durchstehen.

Ich würde die Stärke besitzen, mich allen Herausforderungen zu stellen.