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Innere Monologe eines Nichtdenkers

Verfasst: Sonntag 10. Februar 2013, 22:10
von Gast
In Fremder Umgebung:

Was ist das nur, was ich mir da ansehe? Warum sehe ich es mir überhaupt an? Der Kopf schmerzt mir. Dieses unangenehme Gefühl im Mund. Wie altes Obst zu essen. Trocken - ich habe Durst. Leicht dreht es mich auch noch. Noch ? Wie lang sitze ich hier nun schon so? waren es Minuten? vielleicht Stunden oder gar Tage?
Nein, ich setzte mich gerade erst. Mein Kopf... er schmerzt.
Wie war die Frage? Ah! 'Warum bin ich hier?'.. nein.. 'was sehe ich mir an?' Nein.. ich weiss es nichtmehr. Erstmal durchatmen und versuchen mich zu erinnen und darüber nachzudenken, wie es mir Meister Orwan so oft nahelegte.
...
Wie war das noch...
...
Diese Insel.. es ist warm hier, nicht wie auf Lameriast. Kein Hemd und doch friere ich nicht. Wo verlor ich es noch gleich, das Hemd. Ahja.. im Wasser.. Badezuber nannte sie es. Sie, diese Frau.
Sieht sie mich an? .. nein. Sie scheint nachdenklich, wie ich wohl auch.
Ah, Lameriast. Da fing es an. Gerade beschäftigt am Graben, kommt sie herein, beschuldigte sie mich, ihren Schatz gestohlen zu haben. Habe ich das nicht auch ?.. Nein, so rum war es nicht. Aber ich habe es ihr so gesagt. Eigentlich wollte ich ihr das andere sagen, das Gegenteilige. Hätte ich nur nachgedacht und nicht einfach geredet... Meister, ich hätte auf dich hören sollen.
Apropos - woher kenne ich dieses Wort; habe ich es irgendwo aufgeschnappt oder vielleicht von ihr? egal - Meister.. was wird nur Meister Rory sagen, wo ich nichtmehr da bin. Er wird sicherlich enttäuscht sein.
Warum hat sie mich eigentlich mitgenommen?
Der Schatz! Genau, der Schatz, den ich zurückzahlen soll. Wie kann ich das nur, ich habe doch nichts. Und diese Frau. Ich glaube sie ist verrückt.
Vielleicht sollte ich fliehen. Aber die Waffe, die sie da hat. Ich traue mich nicht. Sicherlich findet sie mich, egal wohin ich fliehen würde.. und da ist ja auch noch der Sklavenhändler am Hafen. Und dieser andere, den sie erwähnte, dieser Barton. Bei den Göttern, was tat ich nur Falsches, dass es mir so ergehen muss.
...
Eine kleine Brise.. angenehm.
...
Wie lang sitze ich hier nun schon? Sieht sie mich an ?.. nein, immernoch nicht.
Ersteinmal durchatmen. Wie war das noch gleich.. ich trank dieses komische Zeug, das mir erst garnicht schmeckte. Der erste Schluck schmeckte mir nicht.. doch dann..der zweite und dritte.. und immer wieder. Es machte den Zustand, in dem ich mich befand, erträglich und kurz darauf absolut unerträglich. Ich erbrach alles über den Balkon und hätte es nicht bedauert, wäre ich hinterher gestürtzt. Jetzt könnte ich das aber nichtmehr. Woher kamen nur diese fremden Gedanken, die meinen Kopf beherrschten? Kommt daher dieser ekelhafte Geschmack im Mund? Es muss wohl so sein. Vielleicht aber auch von dem, was sie Banane nannte? Egal.
So vieles neues an einem Abend und noch immer weiss ich nicht, was ich hier mache. Auf Cabeza. Ja, das ist der Name der Insel, so nannte sie die Insel, diese Frau. Und das Getränk. Erinnere dich Philip, Meister Orwan brachte dir das Lesen bei und da stand etwas auf der Flasche. Der gute Meister. Vielleicht hätte ich seine Lehren besser behalten, hätte er sie nicht immer im Fluchen dahergebracht. 'Das ist ein R, du Dummkopf'. Ja! Ein 'R' war der erste Buchstabe und... Rum war das Gesöff, das sie mir gab. Rum nannte sie es, ich erinnere mich.
Vielleicht sollte ich sie auch einfach fragen.
........
Ich glaube, sie hat mich nicht gehört, bin ich mir aber nichtmal sicher, ob ich etwas gesagt habe. Ich schweige lieber weiter. Bisher half das am besten. Vielleicht sollte ich sogar so lange schweigen, bis meine Schuld bei ihr abgearbeitet ist.
Mein Kopf schmerzt immernoch. Ich bin müde. Ich sollte mich hinlegen.

Verfasst: Montag 18. Februar 2013, 17:44
von Gast
Rum und Frauen:

Jeden Morgen wache ich auf, jeden Abend schlafe ich ein und zwischendurch dieses Hämmern. Andauernd dieses Hämmern. Kein Hämmern wie damals, als ich in der Schmiede arbeitete. Nein, es ist nicht dieses sporadische Hämmern, das Klirren des Metalls, unterbrochen vom Zischen des Wassers, wenn der heiße Stahl in die Kälte des Nass taucht. Es ist eine andere Art von Hämmern. Monoton, völlig gleichförmig trifft es mich unentwegt, ohne Rücksicht und ohne Richtung, in der ich es orten könnte. Ständig dieses Hämmern in meinem Kopf, ob ich die Augen geschlossen habe oder mit offenen daliege. Ständig dieses Hämmern, das mich quält, mir keine Ruhe lassen will und nur verschwindet wenn ich einen Schluck... einen Schluck Rum sollte ich nehme.
Nein.. jetzt nicht. Es dreht mich zu sehr, ich kann jetzt nicht aufstehen. Ich sollte liegen bleiben und abwarten, dass es verschwindet... die Augen schließen, schlafen, das sollte ich....

Wie war das noch.. diese Frau, Jackie, sie ist so freundlich, so nett und ich verkannte es die ganze Zeit über.. dachte ich erst noch, dass sie eine furchtbare, eine verrückte Frau ist, stellte sie sich als so viel besser heraus, als das, als was sie mir erst vorkam.. sie erließ mir gar Schulden. Schulden, die ich in meiner Unvorsichtigkeit verursachte, als ich ihre kostbaren Pflanzen zerstörte.. wie nett von ihr.
Und die Warnungen die sie mir mitgab, was sie mir über die andere erzählte, über Hayden. Eine gefährliche Frau, der ich aus dem Weg gehen sollte, wenn es mir möglich ist.. zumindest sollte ich ihr nicht zum Feind werden. Wie konnte ich nur so irren und die Wirklichkeit verdrehen. Die, die erst so freundlich daher kam, wird zur Bestie und die, die ich zuvor als Bestie ansah, scheint die Gute. Oben scheint hier Unten und Unten Oben zu sein.. diese Insel ist verrückt....

Verfasst: Freitag 1. März 2013, 20:59
von Gast
Rum und Grabräuberei:

Jetzt liege ich hier auf meinen Fellen, dabei sollte ich doch vor dem Eingang, vor der Tür warten. Diese Tür, die Tür zu Sophies Laden auf La Cabeza.. Ich konnte das Schild nicht ganz entziffern, wusste nicht, was darauf steht, doch klar waren mir die zwei angebrachten Namen. Sophie, Hayden. Warum eigentlich Hayden ?
Egal, ich sollte ja eh nur auf Sophie warten und Sophie kam irgendwann tatsächlich heraus. Sophie, ein schöner Name. Doch war es mir einfach nicht möglich ihr gegenüber auch nur annähernd das darzubringen, was ich von ihr wollte, warum ich eine ihrer Katzen benötige und dass ich die Katze doch nur kurz benötige - vielleicht ein paar Tage oder weniger oder mehr.
Carlos und dieser andere, der mit dem finsteren Blick, wären sie nicht anwesenden gewesen, als ich vor der Tür saß, wäre es anders ausgegangen. Ja, davon bin ich überzeugt! Ich hätte eine bekommen, eine der Katzen, wir hätten sie schwarz gefärbt und schon wäre ich einen Schritt näher.... näher am Grab des alten Rumbrenners. Das Grab auf dem unheimlichen Friedhof, den ich bisher nur in der Nacht betrat, der mich schon durch sein Nähe dazu brachte, dass ich mich nicht rühren konnte, bis er fürchterliche Geräusche von sich gab und mich dazu zwang los zu rennen, so schnell, dass mir nicht mal mehr meine Gedanken folgen konnten...
...
Eigentlich will ich doch gar nicht zu dem Grab, die Leiche nicht ausgraben. Warum bin es ich, der das tun muss ? Jackie, was tust du mir nur an?...

Doch, sagte sie, dass es meine Bestimmung sei, dass sie es so in ihrem Traum sah und wie sollte ich dem nicht folgen, wollte sie bisher doch nur das Beste für mich. Wie könnte es da plötzlich sein, dass sie mich einer Gefahr aussetzen sollte ? Ich muss es tun!

Gut, dass die anderen, die da in der Taverne waren, als Jackie erzählte, was ich zu tun habe, das ich es bin, der die Leiche des alten Rumbrenners, der sein Rezept versteckt hatte, da er keinen passenden Lehrling fand, und verstarb, ehe er das Rezept an irgendjemand hätte weitergeben können, ausgraben solle, hilfreiche Tipps gaben, wie man einen Fluch abwehrt, der unweigerlich über einen kommt, wenn man die Ruhe der Toten stört. Amulette um den Hals – aus Silber!. Eine schwarze Katze, der eine Laterne an den Schwanz gebunden wird und die dann rechts.. nein links.. rechts!? herum um das Grab geschickt werden muss. Von dem Grab oder von der Katze aus rechts.. links oder rechts herum ? Irgendwas anpinkeln und noch irgendetwas über die Schulter werfen und Salz erwähnten sie - glaube ich -, das man sich ... vielleicht in die Taschen stecken solle... oder so.
Ich hoffe nur, dass dies nicht das letzte ist, was ich tue. Hier möchte ich nicht sterben, nicht hier auf Cabeza. Nicht auf der Insel, deren Gassen nach Urin und Erbrochenem stinken, wo Gewalt und fröhliche Trunkenheit wie zwei zusammenpassende Teile zueinander stehen und die Insel überschatten wie eine Flagge, die bereits von fernem davon kündet, wer hier herrscht. Piraten. Ich möchte nicht auf dieser Insel sterben.... die mir eine Heimat ist.



… Jackie sagte, dass ich den Rum verehre wie kein anderer. Das stimmt doch gar nicht, mag ich dieses Zeug gar nicht!
...
vielleicht ein bisschen..
...
vielleicht noch ein Schluck, bevor ich schlafe...