Haelga!
Verfasst: Freitag 4. Januar 2013, 11:07
„Verdammt nochmal bei Cirmias , konzentriere dich endlich Haelga!“ schnarrte die tief tönende Stimme ihres Vetters durch den im Halbdunkeln liegenden Übungsraum, der nur spärlich von einigen Öllaternen beleuchtet wurde.
Vor Haelgas Augen tanzten tausend kleine Lichtblitze munter umher und sie hielt sich den Kopf. Der Helm war ihr in die Stirn gerutscht und wies eine recht ansehnliche Delle auf, dort wo sie die flache Seite der Axt am Kopf erwischt hatte.
Schwer atmend nahm sie den Helm ab und warf ihn scheppernd in die nächste Ecke. Tief in ihr krampften sich die Innereien zusammen und sie spürte wieder Wut in sich aufsteigen. Wie sie doch diese Übungsstunden mit ihrem Vetter hasste. Jeden noch so kleinen Fehler nahm er zum Anlass sie wissen zu lassen, was er von ihren Kampfkünsten mit der Axt hielt. Nämlich rein gar nichts!
„Wenn du dich nicht langsam etwas mehr anstrengst, wird nie eine vernünftige Axtkämpferin aus dir und ich gebe dir doch lieber einen Besen in die Hand, den du dann im Sippenhaus schwingen darfst“ folgte gleich die nächste kleine Stichelei.
Haelga richtete den Blick nun auf ihren Vetter und fuhr sich mit der Hand kurz über den leichten Flaum auf ihren Wangen, dann ballte sie ihre Faust. Wie gerne hätte sie ihm jetzt einen gut gezielten Schwinger auf die Nase verpasst, damit die Gängeleien endlich ein Ende haben würden.
Nur langsam entspannte sie ihre zur Faust geballte Hand wieder. Sie würde ihm keinen Schaden zufügen, besann sie sich eines Besseren und außerdem hatte ihr Vetter ja recht. Sie schwang die Axt wie ein betrunkener Oger und ihre Beinarbeit war an lachhafter Grazie kaum zu überbieten so ungelegt musste sie anmuten.
Sie war noch nie die dünnste gewesen. Ganz im Gegenteil wurde sie doch gerne mal mit einem ins rollen gekommenen Bierfass verglichen von ihren Brüder und Schwester. Breit wie hoch und der Busen schien beim schwingen der Axt auch ständig im Weg, so üppig hatte Cirmias sie erschaffen.
Ihre dicken Gnubbelfinger umpackten nun mit stoischer Sturheit den Schafft der Zwergenaxt und sie legte etwas den Kopf an. Eher aus Erwartung wieder einen Hieb an den Schädel zu bekommen als den Kopf schützen zu wollen.
„Na was ist eure Peinlichkeit!?“ frotzelte ihr Vetter wieder los um sie abermals aus der Reserve zu locken, denn er wusste ganz genau wie schnell Haelga die Beherrschung verlieren konnte. Das machte sie zwar umso entschlossener aber auch umso Unaufmerksamer.
„Pass auf was du sagst lieber Vetter sonst....!“ erwiderte Haelga wütend, die Worte brummig ausspuckend. „ Ja was?Dann liegen wir wieder mit einer Beule am Boden? Mhrohohohoo“ meinte ihr Vetter als Antwort und hob wieder die Axt an, das eine Bein etwas vorschiebend um festen Stand zu suchen.
Nun war mal wieder der Punkt erreicht. Haelga war es endgültig satt und sie stürmte brüllend voran die Axt dabei im Halbbogen schwingend. Metall traf krachend auf Metall und Haelga entwicht durch die Heftigkeit des Aufpralls die Luft aus den Lungen. Sie stemmte sich mit all ihrer Kraft gegen ihren Trainingspartner, der sie aber mit derart gut gezielten Schlägen eindeckte das sie schon bald in der Defensive war und der beherzte Vorsturm jäh zu seinem Ende kam.
Haelga kam ins straucheln, dann verspürte sie aufeinmal dumpfen Schmerz in ihre linken Flanke. Knackend traf die Übungsaxt ihres Vetters ihre ungeschützte Seite und bevor Haelga noch etwas entgegensetzen konnte, verlor sie auch schon den Halt.
„Deine Deckung taugt auch nichts Haelga!“ vernahm sie noch die Worte ihres Vetters als sie auch schon den staubigen Boden küsste.
„ Hmooooar!“ entrann es wütend ihrer Kehle als sie auf dem Boden aufschlug und es dauerte eine Weile bis sich die füllige Zwergenfrau wieder auf die Füße rappelte. Ihr Vetter wollte schon wieder zu einer weiteren Beleidigung ihrer Kampfkünste ausholen, da nahm das Gefühl der Scham und der Wut in Healga auch schon Überhand. „ Steck dir deine Axt doch sonst wohin du...du....“
Wütschnaubend donnerte Haelga ihre Axt in die Ecke , drehte sich um und stampfte los. Sie hatte endgültig die Nase voll!
Cirmias wollte wohl nicht das sie mit der Axt kämpfte. Sie traf nie dort, wo sie wollte und das lästige Schild hing nur nutzlos an ihrem Arm. Sie war einfach nicht vorausschauend genug um es sinnbringend einzusetzen. Sie entschied aus dem Bauch und kämpfte ohne nachzudenken.
Haelga stapfte durch die Gassen Nilzadans, sie wollte nur noch zurück zum Sippenhaus, sonst würde sie wohl noch jemanden, respektive ihrem Vetter, den Kiefer mit der Faust brechen, so sie noch weiter trainieren würde an diesem Tag.
Sie war enttäuscht und sauer zugleich. Aber nicht unbedingt auf ihren Vetter. Der unbeständige Zorn richtete sich eher gegen sich selbst. Woran lag es? Stark genug war sie...die Technik hatte sie rudimentär begriffen aber irgendwie fehlte ihr wohl die nötige Sichtweise um den Axtkampf zu meistern. Sie wusste es nicht! Wut mischte sich mit Unsicherheit und wieder spürte sie den unbeständigen, quälenden Griff um ihr Herz, wie sie so darüber nachdachte auf dem Heimweg.
Jeder Khaz Aduir der an diesem Abend den Weg kreuzte, hörte schon von weitem ihr wütendes schnaufen und wechselte in weiser Voraussicht die Straßenseite als Haelga an ihnen vorbei stampfte. Wenn sie so sauer war, war es besser sie nicht anzusprechen. Sie war vielleicht miserabel mit der Axt aber jeder wusste das sie einen vortrefflichen rechten Haken schlug.
Am Sippenhaus angelangt riss sie die Tür auf und polterte hinein.
Irgendwo musste sie mit ihrer Wut hin und da sie niemals einen anderen Zwergen für ihre eigenen Unzulänglichkeit verhauen würde und sie auch nicht einen Langbeiner zur Hand hatte, dem sie ordentlich die Magengrube hätte massieren können, musste der steinerne Türrahmen dran glauben.
Aufgrollend ballte sie ihre massige Faust und hieb vor Wut schnaubend zu. Schmerz zuckte ihren Unterarm empor und knackend bildete sich ein Riss im Stein des Türrahmens. Der Schmerz brachte das Gefühl der mürrischen Verbitterung in ihr etwas zum schweigen. Haelga merkte wie das Blut warm über ihre Fingerknöchel rann und sich die Bestie in ihr langsam wieder schlafen legte.
Eine ganze Weile stand sie reglos da ,den Riss im Türrahmen betrachtend, während das Blut langsam auf den Boden tröpfelte. Dann wendete sich ihr Blick langsam auf die Hand. Sie war aufgeschürft von dem Schlag auf den rohen , harten Stein und schmerzte.
„Hmmm“ entrann es brummend Haelgas Kehle. Langsam bewegte sie die dicken, fleischigen Finger und beobachtete sie nachdenklich. „Nichts gebrochen“ murmelte sie nachdenklich.
Dann fixierte sie wieder den Türrahmen mit dem Blick der nun deutlich ruhiger wirkte. Die Wut über ihr eigenes Versagen während der Übungsstunde und über ihren Vetter, der es ja eigentlich nur gut meinte, verflog so nach und nach.
„Cirmias mag keine Feiglinge und Leute die aufgeben...aber vielleicht muss ich meine Herangehensweise überdenken..denn eine große Hammerschwingerin werde ich wohl nie!“ sinnierte sie vor sich hin.
Am nächsten Morgen war schon sehr früh lautes Getöse im Sippenhaus zu vernehmen. Klingende Hammerschläge drangen aus dem untersten Stockwerk nach oben.
Haelga hatte die ganze Nacht über das was am gestrigen Tage passiert war nachgedacht. Ja sie würde Cirmias auf ihre Art stolz machen. Sie hatte sich Progrimms großen Kriegshammer aus dem Waffenständer geschnappt und eine Lore mit festen Granitsteinen aus der Mine hergeschoben. Eine Kiste stand bereit und so zertrümmerte sie mit wuchtigen Hieben die Steine bis nur noch scharfkantiger Splitt übrig blieb, mit dem sie bis zum Rand die eisenverstärkte Truhe füllte.
„ Zu aller erst muss ich meine Finger und Hände abhärten und stärker machen!“ brummte sie vor sich hin als sie krachend einen weiteren Felsbrocken zerschmetterte und die scharfen Kiesel in die Truhe schaufelte.
Haelga würde sich einen Lehrmeister suchen. Denn schon oft hatte sie die Wühler verstohlen bei ihren Übungen beobachtet. Die körperlichen Voraussetzungen hatte sie und wie der steinerne Türrahmen bezeugen konnte, auch den nötigen Fausthieb. Doch zuerst galt es die Finger unempfindlicher zu machen , das Handgelenk zu stärken und an ihrer Technik zu arbeiten.
In den letzten Jahren hatte sie sich in so mancher Wirtshausprügelei behaupten können, aber um den Kampf gegen die Gefahren der düsteren Tunnel bestehen zu können, würde es mehr bedürfen als nur einen passablen rechten Haken.
Nach einer Weile war die Truhe bis zum bersten mit scharfen Steinsplittern gefüllt und sie legte Progrimms Hammer wieder zurück an seinen Platz. Ächzend und schnaufend zerrte sie dann die Truhe runter in den Keller des Sippenhauses und löste ihrer Handschuhe von den Fingern.
Ihre Rechte schmerzte immer noch von dem gestrigen Schlag gegen den Türrahmen jedoch waren die kleinen Blessuren schon am verschorfen.
Mit festem Blick fixierte Haelga die Truhe und ihren Inhalt, dann ballte sie ihre Fäuste und positionierte sich davor.
„ Eins.....zwei!“ Immer wieder hieb sie ihre Fäuste mit aller Kraft tief in den scharfkantigen Splitt und überall flogen Kiesel aus der Truhe. Was anfangs noch wie ein Kinderspiel anmutete, stellte sich bald schon als schmerzhafte Lektion heraus. Jeder Hieb in die mit Kieseln gefüllte Truhe bereitete heftige Schmerzen die bis hinauf in den Oberkörper fluteten.
Viele Tage wiederholte Haelga diese Übung, bis sich auf ihren Händen dicke ,hornige Schwielen bildeten und sie deutlich die Stärkung ihres Handgelenks und Oberarms spürte. Ja sie würde sich zur Wühlerin ausbilden lassen, einen Lehrmeister suchen der vielleicht geduldiger war als ihr Vetter und so Cirmias will irgendwann vielleicht doch noch ihren Platz finden.
Dann würde sie sich die Farben der Khaz Aduir verdient haben und vielleicht auch ihre Wut besser kontrollieren.
„Ein..zwei....drei“ Noch lange hallten ihre schnaufenden Ausrufe durch die Sippenhalle der Donnerkeile, bekundend das es eine Zwergin gab, die nicht aufgeben würde um Cirmias die Ehre zu erweisen.
Vor Haelgas Augen tanzten tausend kleine Lichtblitze munter umher und sie hielt sich den Kopf. Der Helm war ihr in die Stirn gerutscht und wies eine recht ansehnliche Delle auf, dort wo sie die flache Seite der Axt am Kopf erwischt hatte.
Schwer atmend nahm sie den Helm ab und warf ihn scheppernd in die nächste Ecke. Tief in ihr krampften sich die Innereien zusammen und sie spürte wieder Wut in sich aufsteigen. Wie sie doch diese Übungsstunden mit ihrem Vetter hasste. Jeden noch so kleinen Fehler nahm er zum Anlass sie wissen zu lassen, was er von ihren Kampfkünsten mit der Axt hielt. Nämlich rein gar nichts!
„Wenn du dich nicht langsam etwas mehr anstrengst, wird nie eine vernünftige Axtkämpferin aus dir und ich gebe dir doch lieber einen Besen in die Hand, den du dann im Sippenhaus schwingen darfst“ folgte gleich die nächste kleine Stichelei.
Haelga richtete den Blick nun auf ihren Vetter und fuhr sich mit der Hand kurz über den leichten Flaum auf ihren Wangen, dann ballte sie ihre Faust. Wie gerne hätte sie ihm jetzt einen gut gezielten Schwinger auf die Nase verpasst, damit die Gängeleien endlich ein Ende haben würden.
Nur langsam entspannte sie ihre zur Faust geballte Hand wieder. Sie würde ihm keinen Schaden zufügen, besann sie sich eines Besseren und außerdem hatte ihr Vetter ja recht. Sie schwang die Axt wie ein betrunkener Oger und ihre Beinarbeit war an lachhafter Grazie kaum zu überbieten so ungelegt musste sie anmuten.
Sie war noch nie die dünnste gewesen. Ganz im Gegenteil wurde sie doch gerne mal mit einem ins rollen gekommenen Bierfass verglichen von ihren Brüder und Schwester. Breit wie hoch und der Busen schien beim schwingen der Axt auch ständig im Weg, so üppig hatte Cirmias sie erschaffen.
Ihre dicken Gnubbelfinger umpackten nun mit stoischer Sturheit den Schafft der Zwergenaxt und sie legte etwas den Kopf an. Eher aus Erwartung wieder einen Hieb an den Schädel zu bekommen als den Kopf schützen zu wollen.
„Na was ist eure Peinlichkeit!?“ frotzelte ihr Vetter wieder los um sie abermals aus der Reserve zu locken, denn er wusste ganz genau wie schnell Haelga die Beherrschung verlieren konnte. Das machte sie zwar umso entschlossener aber auch umso Unaufmerksamer.
„Pass auf was du sagst lieber Vetter sonst....!“ erwiderte Haelga wütend, die Worte brummig ausspuckend. „ Ja was?Dann liegen wir wieder mit einer Beule am Boden? Mhrohohohoo“ meinte ihr Vetter als Antwort und hob wieder die Axt an, das eine Bein etwas vorschiebend um festen Stand zu suchen.
Nun war mal wieder der Punkt erreicht. Haelga war es endgültig satt und sie stürmte brüllend voran die Axt dabei im Halbbogen schwingend. Metall traf krachend auf Metall und Haelga entwicht durch die Heftigkeit des Aufpralls die Luft aus den Lungen. Sie stemmte sich mit all ihrer Kraft gegen ihren Trainingspartner, der sie aber mit derart gut gezielten Schlägen eindeckte das sie schon bald in der Defensive war und der beherzte Vorsturm jäh zu seinem Ende kam.
Haelga kam ins straucheln, dann verspürte sie aufeinmal dumpfen Schmerz in ihre linken Flanke. Knackend traf die Übungsaxt ihres Vetters ihre ungeschützte Seite und bevor Haelga noch etwas entgegensetzen konnte, verlor sie auch schon den Halt.
„Deine Deckung taugt auch nichts Haelga!“ vernahm sie noch die Worte ihres Vetters als sie auch schon den staubigen Boden küsste.
„ Hmooooar!“ entrann es wütend ihrer Kehle als sie auf dem Boden aufschlug und es dauerte eine Weile bis sich die füllige Zwergenfrau wieder auf die Füße rappelte. Ihr Vetter wollte schon wieder zu einer weiteren Beleidigung ihrer Kampfkünste ausholen, da nahm das Gefühl der Scham und der Wut in Healga auch schon Überhand. „ Steck dir deine Axt doch sonst wohin du...du....“
Wütschnaubend donnerte Haelga ihre Axt in die Ecke , drehte sich um und stampfte los. Sie hatte endgültig die Nase voll!
Cirmias wollte wohl nicht das sie mit der Axt kämpfte. Sie traf nie dort, wo sie wollte und das lästige Schild hing nur nutzlos an ihrem Arm. Sie war einfach nicht vorausschauend genug um es sinnbringend einzusetzen. Sie entschied aus dem Bauch und kämpfte ohne nachzudenken.
Haelga stapfte durch die Gassen Nilzadans, sie wollte nur noch zurück zum Sippenhaus, sonst würde sie wohl noch jemanden, respektive ihrem Vetter, den Kiefer mit der Faust brechen, so sie noch weiter trainieren würde an diesem Tag.
Sie war enttäuscht und sauer zugleich. Aber nicht unbedingt auf ihren Vetter. Der unbeständige Zorn richtete sich eher gegen sich selbst. Woran lag es? Stark genug war sie...die Technik hatte sie rudimentär begriffen aber irgendwie fehlte ihr wohl die nötige Sichtweise um den Axtkampf zu meistern. Sie wusste es nicht! Wut mischte sich mit Unsicherheit und wieder spürte sie den unbeständigen, quälenden Griff um ihr Herz, wie sie so darüber nachdachte auf dem Heimweg.
Jeder Khaz Aduir der an diesem Abend den Weg kreuzte, hörte schon von weitem ihr wütendes schnaufen und wechselte in weiser Voraussicht die Straßenseite als Haelga an ihnen vorbei stampfte. Wenn sie so sauer war, war es besser sie nicht anzusprechen. Sie war vielleicht miserabel mit der Axt aber jeder wusste das sie einen vortrefflichen rechten Haken schlug.
Am Sippenhaus angelangt riss sie die Tür auf und polterte hinein.
Irgendwo musste sie mit ihrer Wut hin und da sie niemals einen anderen Zwergen für ihre eigenen Unzulänglichkeit verhauen würde und sie auch nicht einen Langbeiner zur Hand hatte, dem sie ordentlich die Magengrube hätte massieren können, musste der steinerne Türrahmen dran glauben.
Aufgrollend ballte sie ihre massige Faust und hieb vor Wut schnaubend zu. Schmerz zuckte ihren Unterarm empor und knackend bildete sich ein Riss im Stein des Türrahmens. Der Schmerz brachte das Gefühl der mürrischen Verbitterung in ihr etwas zum schweigen. Haelga merkte wie das Blut warm über ihre Fingerknöchel rann und sich die Bestie in ihr langsam wieder schlafen legte.
Eine ganze Weile stand sie reglos da ,den Riss im Türrahmen betrachtend, während das Blut langsam auf den Boden tröpfelte. Dann wendete sich ihr Blick langsam auf die Hand. Sie war aufgeschürft von dem Schlag auf den rohen , harten Stein und schmerzte.
„Hmmm“ entrann es brummend Haelgas Kehle. Langsam bewegte sie die dicken, fleischigen Finger und beobachtete sie nachdenklich. „Nichts gebrochen“ murmelte sie nachdenklich.
Dann fixierte sie wieder den Türrahmen mit dem Blick der nun deutlich ruhiger wirkte. Die Wut über ihr eigenes Versagen während der Übungsstunde und über ihren Vetter, der es ja eigentlich nur gut meinte, verflog so nach und nach.
„Cirmias mag keine Feiglinge und Leute die aufgeben...aber vielleicht muss ich meine Herangehensweise überdenken..denn eine große Hammerschwingerin werde ich wohl nie!“ sinnierte sie vor sich hin.
Am nächsten Morgen war schon sehr früh lautes Getöse im Sippenhaus zu vernehmen. Klingende Hammerschläge drangen aus dem untersten Stockwerk nach oben.
Haelga hatte die ganze Nacht über das was am gestrigen Tage passiert war nachgedacht. Ja sie würde Cirmias auf ihre Art stolz machen. Sie hatte sich Progrimms großen Kriegshammer aus dem Waffenständer geschnappt und eine Lore mit festen Granitsteinen aus der Mine hergeschoben. Eine Kiste stand bereit und so zertrümmerte sie mit wuchtigen Hieben die Steine bis nur noch scharfkantiger Splitt übrig blieb, mit dem sie bis zum Rand die eisenverstärkte Truhe füllte.
„ Zu aller erst muss ich meine Finger und Hände abhärten und stärker machen!“ brummte sie vor sich hin als sie krachend einen weiteren Felsbrocken zerschmetterte und die scharfen Kiesel in die Truhe schaufelte.
Haelga würde sich einen Lehrmeister suchen. Denn schon oft hatte sie die Wühler verstohlen bei ihren Übungen beobachtet. Die körperlichen Voraussetzungen hatte sie und wie der steinerne Türrahmen bezeugen konnte, auch den nötigen Fausthieb. Doch zuerst galt es die Finger unempfindlicher zu machen , das Handgelenk zu stärken und an ihrer Technik zu arbeiten.
In den letzten Jahren hatte sie sich in so mancher Wirtshausprügelei behaupten können, aber um den Kampf gegen die Gefahren der düsteren Tunnel bestehen zu können, würde es mehr bedürfen als nur einen passablen rechten Haken.
Nach einer Weile war die Truhe bis zum bersten mit scharfen Steinsplittern gefüllt und sie legte Progrimms Hammer wieder zurück an seinen Platz. Ächzend und schnaufend zerrte sie dann die Truhe runter in den Keller des Sippenhauses und löste ihrer Handschuhe von den Fingern.
Ihre Rechte schmerzte immer noch von dem gestrigen Schlag gegen den Türrahmen jedoch waren die kleinen Blessuren schon am verschorfen.
Mit festem Blick fixierte Haelga die Truhe und ihren Inhalt, dann ballte sie ihre Fäuste und positionierte sich davor.
„ Eins.....zwei!“ Immer wieder hieb sie ihre Fäuste mit aller Kraft tief in den scharfkantigen Splitt und überall flogen Kiesel aus der Truhe. Was anfangs noch wie ein Kinderspiel anmutete, stellte sich bald schon als schmerzhafte Lektion heraus. Jeder Hieb in die mit Kieseln gefüllte Truhe bereitete heftige Schmerzen die bis hinauf in den Oberkörper fluteten.
Viele Tage wiederholte Haelga diese Übung, bis sich auf ihren Händen dicke ,hornige Schwielen bildeten und sie deutlich die Stärkung ihres Handgelenks und Oberarms spürte. Ja sie würde sich zur Wühlerin ausbilden lassen, einen Lehrmeister suchen der vielleicht geduldiger war als ihr Vetter und so Cirmias will irgendwann vielleicht doch noch ihren Platz finden.
Dann würde sie sich die Farben der Khaz Aduir verdient haben und vielleicht auch ihre Wut besser kontrollieren.
„Ein..zwei....drei“ Noch lange hallten ihre schnaufenden Ausrufe durch die Sippenhalle der Donnerkeile, bekundend das es eine Zwergin gab, die nicht aufgeben würde um Cirmias die Ehre zu erweisen.