Unterm Sternenhimmel
Verfasst: Sonntag 30. Dezember 2012, 00:29
Es war einer jener bedeutungsvoller Tage, die eigentlich gar nicht so bedeutsam anfangen und sich so gar nicht bedeutungsvoll anfühlen. Man könnte den Tag auch schlicht als Sonnabend bezeichnen, oder den 29 Alatner im Jahre 255. Für die meisten Menschen sicherlich nur irgend ein Tag wie jeder andere und so gar nicht bedeutungsvoll.
Doch für einen Menschen auf der Welt war es der wohl schönste Tag in seinem Leben. Nun, so ganz stimmte das wohl nicht. Besser gesagt für zwei Menschen. Aber wie bereits erwähnt, der Tag begann eigentlich ganz normal für einen jungen Mann, der bekannt ist unter dem Namen Bert. Als er erwachte war Ashlin schon längst auf, er hatte lang geschlafen.
Der erste Höhepunkt des Tages war sicherlich die Schatzjagd mit der Gesellschaft. Durch die halbe Welt waren sie gereist um verstecke Schätze zu heben, Drachen zu erschlagen und Jungfrauen zu retten. Nun gut, die Jungfrauen hatte sie ausgelassen, dennoch viel erledigt und reiche Beute gemacht. Bis der Gang schließlich wieder in die Herberge führte.
Beinahe wäre dort aus einem bedeutungsvollen Abend ein sehr ärgerlicher Abend geworden. Ein Abend voller Streit und Zank. Doch für diesen Abend hatte das Schicksal einen anderen Plan. Dennoch, das Geschehen hatte dem Mann, der als Bert bekannt war sehr zugesetzt. Es schmerzte ihn doch mehr als er zugeben wollte, wie Sophie sprach. Deutlich merkte er, dass es ihr nicht gut ging. Doch letztlich merkte er auch, dass er mit seiner Kraft am Ende war, wie sollte er ihr noch helfen? Konnte er das überhaupt? Brauchte sie das überhaupt? Wollte er das noch?
Seine Gedanken kreisten wie wild und nur mit Mühe hatte er sich beherrschen können, sich an Ashlin festgehalten, die im Halt gab in diesem Gespräch. Vielleicht war es niemandem außer ihr aufgefallen, wie aufgewühlt er gewesen war, wie sehr ihn das Gespräch belastete. Nur ein Kind, dass ohne Eltern aufwächst weiß, wie wichtig Familie und die Liebe von Mutter und Vater ist.
Beinahe geplatzt wäre er vor innerlicher Anspannung, als Verdania und Ashlin plötzlich von Heirat und Kindern sprachen. Er war aufgestanden und nach draußen gegangen, hatte sich beruhigen müssen, frische Luft und Abstand halfen ihm und auch hier hätte der Abend noch alle Chancen gehabt ganz anders zu verlaufen. Eigentlich hatte er nur kurz verschnaufen wollen und dann zu Gondros in den Keller verschwinden wollen, wo immer noch sein Bett stand. Unbenutzt schon seit Wochen, hatte er doch immer daheim geschlafen. Daheim, das war jetzt Höhle, das war bei Ashlin.
Aber sie war ihm nachgegangen, ihm nachgeeilt und so hatte er sie einfach in den Arm genommen und all sein Zorn, seine Wut, seine Anspannung war von ihm abgefallen. Er konnte keine schlechten Gefühle haben, wenn sie bei ihm war. Worte waren in diesem Augenblick sinnlos und so gingen sie einfach ein Stück und ihr Gang führte sie zu dem Lagerfeuer vor Bajard. Ein seltsamer Ort. Besinnlich und ruhig lag er dort, wie an jenem Abend, als sie dort ihr erstes langes richtiges Gespräch zu zweit geführt hatten. Es schien ihm eine Ewigkeit her, doch nie hatte er sie vergessen können, nie aus seinem Herzen verbannen. Selbst als er es versucht hatte, als er sich alleine gelassen und hilflos fühlte, selbst da war sie noch in seinem Herzen gewesen. Wie ein Schleier lag diese Zeit nun hinter ihm und war vergangen. Noch nicht vergessen, vielleicht nie vergessen, doch vergeben.
In einer Stunde etwa änderte sich das Leben von zwei jungen Menschen, obwohl sich eigentlich gar nichts änderte. An einem Lagerfeuer, im Licht der Sterne, des Feuers und bei leichtem Schneefall.
Er liebte sie, das wusste er. Sie liebte ihn, das wusste er. Sie waren Mann und Frau, auch das wusste er. Sie gehörten zusammen, natürlich wusste er das.
Dennoch und das änderte alles, sie sprachen ihre Gefühle aus. Ließen sie ganz langsam in die Welt hinein fliesen. Es war schwierig für beide, gab es doch keine Worte für das, was sie alles für den anderen empfanden.
Und so dauerte es lange, beinahe eine Ewigkeit, bis langsam die Erkenntnis in dem Mann, der sich Bert nennt, reifte. Er hatte eine Frau, sie einen Mann und eigentlich wussten sie das alles schon lange. So richtig getraut hatte es sich keiner von beiden auszusprechen.
„Verdania wird uns umbringen... so ganz ohne weißes Kleid und Torte.“
Das war das erste was aus ihm herausgesprudelt kam. Beide hatten gelacht und ihre Antwort sprach auch ihm aus der Seele.
„Aber wenigstens sterben wir glücklich.“
Danach hatte er einige Momente gebraucht und immer noch war es noch nicht ganz bis zum letzten Rest seines Bewusstseins durchgedrungen und so war die nächste Frage fast ebenso kindisch.
„Bin ich dann Garan Oknei?“
Garan. Der Name den ihm seine Eltern gegeben hatten. Seinen Familiennamen wusste er nicht mehr, zu jung war er gewesen, als sie gestorben waren. Nur Ashlin gebrauchte in diesem Land seinen Namen und nur bei ihr traute er sich ganz er selbst zu sein. Zu groß war noch die Furcht vor der Verfolgung aus seiner Heimat. Bisher war ihm niemand gefolgt, doch die Angst blieb. Vor allem weil er jetzt Menschen hatte, die er nicht in Gefahr bringen wollte. Vor allem war es Ashlin. Doch gefiel ihm auch die Vorstellung immer eine Maske zu tragen, die er nur ablegen wollte wenn er bei ihr war.
Garan Oknei also... und ganz ohne Torte und Kleid. Nur sie beide, vereint durch ihre Liebe, vor Eluive und Horteras unterm Sternenhimmel. Nein, so hatte er sich sicher nicht vorgestellt zu heiraten. Es war noch viel schöner als in seinen Träumen.
Doch für einen Menschen auf der Welt war es der wohl schönste Tag in seinem Leben. Nun, so ganz stimmte das wohl nicht. Besser gesagt für zwei Menschen. Aber wie bereits erwähnt, der Tag begann eigentlich ganz normal für einen jungen Mann, der bekannt ist unter dem Namen Bert. Als er erwachte war Ashlin schon längst auf, er hatte lang geschlafen.
Der erste Höhepunkt des Tages war sicherlich die Schatzjagd mit der Gesellschaft. Durch die halbe Welt waren sie gereist um verstecke Schätze zu heben, Drachen zu erschlagen und Jungfrauen zu retten. Nun gut, die Jungfrauen hatte sie ausgelassen, dennoch viel erledigt und reiche Beute gemacht. Bis der Gang schließlich wieder in die Herberge führte.
Beinahe wäre dort aus einem bedeutungsvollen Abend ein sehr ärgerlicher Abend geworden. Ein Abend voller Streit und Zank. Doch für diesen Abend hatte das Schicksal einen anderen Plan. Dennoch, das Geschehen hatte dem Mann, der als Bert bekannt war sehr zugesetzt. Es schmerzte ihn doch mehr als er zugeben wollte, wie Sophie sprach. Deutlich merkte er, dass es ihr nicht gut ging. Doch letztlich merkte er auch, dass er mit seiner Kraft am Ende war, wie sollte er ihr noch helfen? Konnte er das überhaupt? Brauchte sie das überhaupt? Wollte er das noch?
Seine Gedanken kreisten wie wild und nur mit Mühe hatte er sich beherrschen können, sich an Ashlin festgehalten, die im Halt gab in diesem Gespräch. Vielleicht war es niemandem außer ihr aufgefallen, wie aufgewühlt er gewesen war, wie sehr ihn das Gespräch belastete. Nur ein Kind, dass ohne Eltern aufwächst weiß, wie wichtig Familie und die Liebe von Mutter und Vater ist.
Beinahe geplatzt wäre er vor innerlicher Anspannung, als Verdania und Ashlin plötzlich von Heirat und Kindern sprachen. Er war aufgestanden und nach draußen gegangen, hatte sich beruhigen müssen, frische Luft und Abstand halfen ihm und auch hier hätte der Abend noch alle Chancen gehabt ganz anders zu verlaufen. Eigentlich hatte er nur kurz verschnaufen wollen und dann zu Gondros in den Keller verschwinden wollen, wo immer noch sein Bett stand. Unbenutzt schon seit Wochen, hatte er doch immer daheim geschlafen. Daheim, das war jetzt Höhle, das war bei Ashlin.
Aber sie war ihm nachgegangen, ihm nachgeeilt und so hatte er sie einfach in den Arm genommen und all sein Zorn, seine Wut, seine Anspannung war von ihm abgefallen. Er konnte keine schlechten Gefühle haben, wenn sie bei ihm war. Worte waren in diesem Augenblick sinnlos und so gingen sie einfach ein Stück und ihr Gang führte sie zu dem Lagerfeuer vor Bajard. Ein seltsamer Ort. Besinnlich und ruhig lag er dort, wie an jenem Abend, als sie dort ihr erstes langes richtiges Gespräch zu zweit geführt hatten. Es schien ihm eine Ewigkeit her, doch nie hatte er sie vergessen können, nie aus seinem Herzen verbannen. Selbst als er es versucht hatte, als er sich alleine gelassen und hilflos fühlte, selbst da war sie noch in seinem Herzen gewesen. Wie ein Schleier lag diese Zeit nun hinter ihm und war vergangen. Noch nicht vergessen, vielleicht nie vergessen, doch vergeben.
In einer Stunde etwa änderte sich das Leben von zwei jungen Menschen, obwohl sich eigentlich gar nichts änderte. An einem Lagerfeuer, im Licht der Sterne, des Feuers und bei leichtem Schneefall.
Er liebte sie, das wusste er. Sie liebte ihn, das wusste er. Sie waren Mann und Frau, auch das wusste er. Sie gehörten zusammen, natürlich wusste er das.
Dennoch und das änderte alles, sie sprachen ihre Gefühle aus. Ließen sie ganz langsam in die Welt hinein fliesen. Es war schwierig für beide, gab es doch keine Worte für das, was sie alles für den anderen empfanden.
Und so dauerte es lange, beinahe eine Ewigkeit, bis langsam die Erkenntnis in dem Mann, der sich Bert nennt, reifte. Er hatte eine Frau, sie einen Mann und eigentlich wussten sie das alles schon lange. So richtig getraut hatte es sich keiner von beiden auszusprechen.
„Verdania wird uns umbringen... so ganz ohne weißes Kleid und Torte.“
Das war das erste was aus ihm herausgesprudelt kam. Beide hatten gelacht und ihre Antwort sprach auch ihm aus der Seele.
„Aber wenigstens sterben wir glücklich.“
Danach hatte er einige Momente gebraucht und immer noch war es noch nicht ganz bis zum letzten Rest seines Bewusstseins durchgedrungen und so war die nächste Frage fast ebenso kindisch.
„Bin ich dann Garan Oknei?“
Garan. Der Name den ihm seine Eltern gegeben hatten. Seinen Familiennamen wusste er nicht mehr, zu jung war er gewesen, als sie gestorben waren. Nur Ashlin gebrauchte in diesem Land seinen Namen und nur bei ihr traute er sich ganz er selbst zu sein. Zu groß war noch die Furcht vor der Verfolgung aus seiner Heimat. Bisher war ihm niemand gefolgt, doch die Angst blieb. Vor allem weil er jetzt Menschen hatte, die er nicht in Gefahr bringen wollte. Vor allem war es Ashlin. Doch gefiel ihm auch die Vorstellung immer eine Maske zu tragen, die er nur ablegen wollte wenn er bei ihr war.
Garan Oknei also... und ganz ohne Torte und Kleid. Nur sie beide, vereint durch ihre Liebe, vor Eluive und Horteras unterm Sternenhimmel. Nein, so hatte er sich sicher nicht vorgestellt zu heiraten. Es war noch viel schöner als in seinen Träumen.