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Das Ende eines Lebens
Verfasst: Montag 22. Oktober 2012, 23:28
von Siegfried Gantersbach
Es war an einem Abend, der wie jeder andere begann.
Siegfried, der Gantersbach, ließ sich wie gewohnt in der Hafenschenke volllaufen, torkelte ziellos durch Bajard, brach den einen oder anderen Streit vom Zaum und landete letzten Endes im gemütlichen Keller der Bajarder Bank, um dort seine sauer verdienten Münzen zu zählen.
Doch diesmal sollte es anders kommen:
...
Verfasst: Dienstag 23. Oktober 2012, 02:38
von Graulist Eisenjam
„Nun ziert euch nicht so!“ zischte Graulist zu Nym, als dieser fassungslos auf die Frauenkleider starrte, die man ihm kurz zuvor in die Hand gedrückt hatte. In der düsteren Atmosphäre des Geheimverstecks konnte man die Geschmacklosigkeit des Outfits nur erahnen, welches Direktor Graulist, der Degen, zu diesem Zwecke auserkoren und zusammengestellt hatte.
„Nun habt euch nicht so!“ tönte es nun auch aufmunternd von Franz Degenscheidt, dem Degenkünstler und man sah kurz seinen Degen durchs Halbdunkel blitzen.
„Dazu möglichst unauffälliges Haar – “ sagte Graulist zufrieden, nachdem Konzertmeister Nym sich trotz allem Widerwillen in das Kostüm gezwängt hatte „ – und das heißt in diesen Landen ein leidenschaftlich-flammendes rot!“
Als Nyms Verwandlung zur Frau vollbracht war, verließen die drei das Kunsthaus und begaben sich unauffällig und ohne von Zeugen gesehen zu werden in den Keller der bajarder Bank.
Dort angekommen vermummten sich Graulist und Franz Degenscheidt mit Masken und weiten Kapuzenroben und verbargen sich in den Schatten, während Lockvogel Nym, die Frau, nervös auf seinen Auftritt wartete.
Sie alle wussten, was zu tun sein würde, wenn Siegfried sich nun bald in den Keller begeben würde, wie er es schon so oft zuvor getan hatte…
Verfasst: Dienstag 23. Oktober 2012, 02:55
von Nym
Entsetzen stand dem jungen Musiker ins Gesicht geschrieben als die hellrote Flüssigkeit über seine Finger und unaufhörlich auf den Boden tropfte. Er konnte gar nicht schnell genug die Stimme erheben, da war sein neuer bester Freund, Hundegen, schon an seiner Seite und beförderte die rote Substanz mit der Zunge geschickt in sein Maul. Die Übelkeit unterdrückend goss er sich den nächsten Eimer mit eiskalten Wasser über das Haupt, um auch den Rest der penetranten roten Farbe aus dem Haar zu bekommen.
Verfasst: Dienstag 23. Oktober 2012, 03:13
von Siegfried Gantersbach
Dabei hatte sich der Abend so vielversprechend fortgesetzt...
Eine schöne junge Frau, vielleicht ein wenig bäuerlich, mit ihrem flammend roten Haar, ja, so rot, dass es ihm wie eine knisternd-leckende Flamme schien, doch in seiner Gewöhnlichkeit geradezu anheimelnd, machte ihm im Keller erste Avancen.
Und wer war Siegfried, sich solch einer rustikalen Schönheit zu verweigern?
Ein bärtiger Kuss und ein Dolch im Strumpfband später, fand Richards Leben ein jähes Ende, als er blutspuckend seinen letzten Atem am Boden des Bajarder Bankkellers aushauchte.
Seine letzten Gedanken streiften all die schönen Ereignisse, die sein Leben erfüllt hatten:
Die Wachgänge an der Seite des Knappen Xontor um Düstersee, seine mysteriöse Verlobung mit Talana Virr, die wilden Abenteuer mit seinen Söldnern, die Ausbildung als Torwache durch Thanaya...
Doch letzten Endes war alles was blieb, ein grauer Traum, der nun seinen letzten Vorhang schloß.
Verfasst: Dienstag 23. Oktober 2012, 03:23
von Graulist Eisenjam
Gemeinsam entsorgten sie den mit Steinen beschwerten Leichnam im bajarder Brackwasser.
[img]http://www.imgbox.de/users/public/images/BbUnigYEEq.jpg[/img]
Verfasst: Dienstag 23. Oktober 2012, 14:27
von Franz Degenscheidt
Im Keller der Bajarder Bank: direkt neben den Treppen standen sie im Schatten, Graulist der Degen und Franz Degenscheidt der Degenkünstler, von nun an bekannt als D2 (Degen 2) und D1 (Degen 1).
Während der Konzertmeister, als überaus liebreizende Frau verkleidet, sich daran machte die Zielperson abzulenken warteten die beiden Degen auf den richtigen, gar den aller richtigsten Moment!
Angespannt sah D1 immerwieder auf D2, welcher das Zeichen zum Zugriff geben sollte. Dann, endlich, war es an der Zeit, D2 trat aus den Schatten - ging zielsicher auf die Zielperson zu und... fiel über den Kerzenständer, D1 folgte ihm mit hastigem Schritt, voller Tatendrang und stolperte über D2, damit den Kerzenständer mitreißend und nun lagen sie beide da, verheddert in sich selbst und dem Kerzenständer während die Zielperson Nym's ausgezeichnete Verkleidung durchschaut hatte und ein Handgemengel stattfand.
Die beiden Degen wurschteteln ineinander herum, hatte es der eine geschafft aufzustehen rangen ihn die Versuche des anderen wieder nieder und so krochen sie auf allen Vieren zum Geschehen, doch war es schon passiert, ein Messer in der Brust der Zielperson - doch da! die Wertvolle Tasche wirbelte unter einem letzten Aufschrei durch die Luft und die Degen stürtzten sich hastig darauf, doch D2 - der listige Graue für den der Degenkünstler nichts als höchsten Respekt und Bewunderung übrig hat, war schneller!
Die Beute war gesichert und nun musste man sich nurnoch um die Leiche kümmern....