Viele Wege führen zum Ziel
Verfasst: Sonntag 14. Oktober 2012, 10:26
Unruhig warf sie sich in ihrem Bett hin und her, zog die Bettdecke bis zum Kinn herauf, nur um sie wenige Momente später wieder von sich zu stoßen und sich Schutz suchend zusammen zu rollen. Einen kurzen Moment wünschte sich die Heilerin beinahe, sie könnte weinen und auf diese Art den nagenden Schmerz in ihrem Inneren loswerden, schluchzen, schreien und sich auf irgendeine Weise von dem Druck befreien, der nicht ganz Trauer und nicht ganz Wut war. Aber so sehr sie sich auch bemühte, ihre Augen blieben trocken, der Blick ohne etwas zu fixieren stumpf geradeaus gerichtet.
In ihrem Inneren rangen verletzter Stolz, Sehnsucht und Wut miteinander, untermalt von einem niemals abklingenden Crescendo an Stimmen, die in ihrem Kopf widerhallten und immer lauter wurden, bis sie sich ihnen nicht mehr entziehen konnte. Sie wusste nicht was schlimmer war, das Mitleid das sie in den Augen derer gesehen hatte, die ihr nahestanden, die stille Wut die sich nur in bissigen Kommentaren Luft gemacht hatte, oder die Schande, dass sie mit einer Lüge gelebt hatte. Einer hübschen Lüge die sich hinter süßem Honig verborgen hatte, sie in die Falle gelockt um sie dann zu zerstören.
Überall im Haus waren Erinnerungen, Erinnerungen an Gelächter, an ruhige Abende und Gespräche. Erinnerungen an ihn, die nur darauf warteten sie aus dem Dunkeln anzuspringen und weitere Fetzen aus ihrer mühsam aufrecht erhaltenen Selbstbeherrschung zu reißen bis nichts mehr übrig war außer einem zitternden Häufchen Elend. Es war schon ohne die Stimmen schlimm genug gewesen, doch jetzt, wo sie sich in ihrem Kopf gegenseitig zu überschreien schienen, schlugen sie mit geballter Macht auf sie ein, gepaart mit dem bitteren Beigeschmack der Lüge.
„Er hat mir einst gesagt er habe nur Lebensabschnittsgefährtinnen“
„Ich will mein Leben mit dir verbringen“
„Taugenichts!“
„Releana, Du bist stark.“
„Ich brauche Dich“
„Dummkopf.“
„Er ist seinen Worten treu geblieben, auf deine Kosten.“
„Du schaffst das schon“
„Feigling“
Ihr wurde schlecht beim Gedanken an die Wahrheit in den Worten, und an die Schande die es bedeutete ihm geglaubt, ihm vertraut zu haben. Sie wollte allein sein, sich in ihrem Kummer vergraben und war sich sicher, dass ihre Abwesenheit nicht einmal auffallen würde. Dann blitzten andere Erinnerungen auf, andere Worte, die ihren Entschluss einfach still und leise zu verschwinden ins Wanken brachten.
„Versprecht mir etwas zu essen, nur eine Kleinigkeit!“
„Ich habe dich in den letzten Tagen nicht erreichen können“
„Wenn ihr nicht esst schlage ich euch die Tür ein und zwinge euch das Brot in den Rachen“
„Ich lege euch über's Knie und zwinge euch die Suppe hinein“
„Zutrauen würde ich ihm das schon“
Sie konnte nicht verschwinden. Ihre Schwester würde zielstrebigst zu Ahad Swynedd laufen, bei ihrem Glück auch zu Darkan. Sie würde wenn nötig die ganze verdammte Stadt auf den Kopf stellen um ihre Schwester zu finden. Und in einem Punkt hatte Ahad Hrathen Recht gehabt... sie könnte nicht weit genug laufen um sich vor IHM zu verstecken. Und die Unterhaltung die folgen würde wenn er sie fand war eine die sie nicht führen wollte. Es wurde Zeit vernünftig zu sein. Es wurde Zeit sich wieder zusammen zu reißen. Sie war stark genug.
Sie stand langsam auf, tappte auf nackten Füßen die Treppe herauf in die Küche. Eher automatisch schob sie den Kessel mit der Suppe auf das Feuer und schlang die Arme um sich, während sie wieder erwärmt wurde. Sie würde sich wieder aufrappeln, aber zuerst würde sie etwas essen. Bevor ihr noch die Tür eingeschlagen wurde.
In ihrem Inneren rangen verletzter Stolz, Sehnsucht und Wut miteinander, untermalt von einem niemals abklingenden Crescendo an Stimmen, die in ihrem Kopf widerhallten und immer lauter wurden, bis sie sich ihnen nicht mehr entziehen konnte. Sie wusste nicht was schlimmer war, das Mitleid das sie in den Augen derer gesehen hatte, die ihr nahestanden, die stille Wut die sich nur in bissigen Kommentaren Luft gemacht hatte, oder die Schande, dass sie mit einer Lüge gelebt hatte. Einer hübschen Lüge die sich hinter süßem Honig verborgen hatte, sie in die Falle gelockt um sie dann zu zerstören.
Überall im Haus waren Erinnerungen, Erinnerungen an Gelächter, an ruhige Abende und Gespräche. Erinnerungen an ihn, die nur darauf warteten sie aus dem Dunkeln anzuspringen und weitere Fetzen aus ihrer mühsam aufrecht erhaltenen Selbstbeherrschung zu reißen bis nichts mehr übrig war außer einem zitternden Häufchen Elend. Es war schon ohne die Stimmen schlimm genug gewesen, doch jetzt, wo sie sich in ihrem Kopf gegenseitig zu überschreien schienen, schlugen sie mit geballter Macht auf sie ein, gepaart mit dem bitteren Beigeschmack der Lüge.
„Er hat mir einst gesagt er habe nur Lebensabschnittsgefährtinnen“
„Ich will mein Leben mit dir verbringen“
„Taugenichts!“
„Releana, Du bist stark.“
„Ich brauche Dich“
„Dummkopf.“
„Er ist seinen Worten treu geblieben, auf deine Kosten.“
„Du schaffst das schon“
„Feigling“
Ihr wurde schlecht beim Gedanken an die Wahrheit in den Worten, und an die Schande die es bedeutete ihm geglaubt, ihm vertraut zu haben. Sie wollte allein sein, sich in ihrem Kummer vergraben und war sich sicher, dass ihre Abwesenheit nicht einmal auffallen würde. Dann blitzten andere Erinnerungen auf, andere Worte, die ihren Entschluss einfach still und leise zu verschwinden ins Wanken brachten.
„Versprecht mir etwas zu essen, nur eine Kleinigkeit!“
„Ich habe dich in den letzten Tagen nicht erreichen können“
„Wenn ihr nicht esst schlage ich euch die Tür ein und zwinge euch das Brot in den Rachen“
„Ich lege euch über's Knie und zwinge euch die Suppe hinein“
„Zutrauen würde ich ihm das schon“
Sie konnte nicht verschwinden. Ihre Schwester würde zielstrebigst zu Ahad Swynedd laufen, bei ihrem Glück auch zu Darkan. Sie würde wenn nötig die ganze verdammte Stadt auf den Kopf stellen um ihre Schwester zu finden. Und in einem Punkt hatte Ahad Hrathen Recht gehabt... sie könnte nicht weit genug laufen um sich vor IHM zu verstecken. Und die Unterhaltung die folgen würde wenn er sie fand war eine die sie nicht führen wollte. Es wurde Zeit vernünftig zu sein. Es wurde Zeit sich wieder zusammen zu reißen. Sie war stark genug.
Sie stand langsam auf, tappte auf nackten Füßen die Treppe herauf in die Küche. Eher automatisch schob sie den Kessel mit der Suppe auf das Feuer und schlang die Arme um sich, während sie wieder erwärmt wurde. Sie würde sich wieder aufrappeln, aber zuerst würde sie etwas essen. Bevor ihr noch die Tür eingeschlagen wurde.