Neue Heimat
Verfasst: Dienstag 2. Oktober 2012, 13:32
von Kiara Thanel
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Re: Neue Heimat
Verfasst: Dienstag 2. Oktober 2012, 17:04
von Kiara Thanel
Die alte Heimat
Herbst. Ja es war wieder soweit. Der Herbst war wieder gekommen und färbte den Wald, wie in all den Jahren zuvor, in einer vielfalt an farben.
Rot, orange, gelb, braun... Ja es war wahrlich eine Pracht. Die vielen farben schenkten einem doch noch etwas Wärme an den allmählich kälter werdenden Tagen.
wieder einmal machten sich die Männer des Dorfes bereit. Bereit um auf die Jagd zu gehen, um Vorräte für den Winter anzuschaffen. Es war noch sehr früh am morgen.
Der Nebel legte sich über den Wald, den Bergen und den Wiesen wie eine decke aus eiskalten Dunst. In der Mitte des recht kleinen Dorfes versammelten sich langsam alle
Jäger dieses Dorfes. Angefangen von den etwas Jüngeren, gewaffnet mit Dolchen, um die Felle der erjagten Beute zu gerben, bis hin zu den Schützen und schwertkämpfern.
Auf ihren Vater dabei war sie besonders stolz. Denn er war es der die kleine Gruppe leitete und dafür sorgte das sein Dorf und seine Familie für den Winter gerüstet
waren. Da sie genau wusste, wann ihr Vater sich fertig machte, stand sie ebenfalls früh an morgen auf und schlich sich in die Nähe des Treffpunktes aller Jäger.
Es waren zwar nicht viele, höchstens zehn bis dreizehn Mann, doch der Ausmaß der Beute war groß genug um bis zum Frühjahr durchzukommen. Als sich alle versammelt
hatten, verschwand die junge Frau hinter den Büschen. Sie rannte so schnell sie nur konnte. Sie musste nicht mehr darauf achten wohin sie tratt, denn der Wald war ihr
zuhause. Sie wusste an welcher Stelle ein Stein oder ein Ast im Weg lag. Der kühle Nebel peitschte ihr Gesicht. Doch auch das störte sie nicht mehr. Sie wurde
langsamer und langsamer. Bis sie stehen blieb. Ihr blick ging empor und so griff sie an einen Stamm, welcher zwar groß war, doch schmal genug war, um auf den riesigen
Baum hinauf zu klätern. Oben an der spitze angekommen, konnte sie bishin zu den Bergen blicken. Sie konnte auch sehen, wenn auch nur als Schemen erkennbar, wie die Männer
des Dorfes über die Wiesen pirschten um das erste Wild zu erlegen. sie versteckte sich gerne hier. Hier fühlte sie sich am wohlsten. Obwohl sie den Frauen helfen sollte
Nüsse,Beeren, Pilze und Kräuter für den Winter zu sammeln machte sie sich nichts daraus. Auch das Fleisch wurde von den Frauen gerecht zerteilt und in in Salz gefüllten Fässern eingelegt.
Zwar schimpfte ihre Mutter meistens für ihr Verhalten mit ihr, doch wusste sie, dass ihre
Mutter es nicht so meinte. Nein... Sie war ein Herzens guter Mensch. Sie liebte ihre Mutter über alles. Auch wenn die junge Frau mehr fasziniert von der Kunst des Schwertes
war als von der ganzen Frauenarbeit. Sich um den Haushalt und Kinder kümmern? Nein, das war nichts für sie.
Sie musste schmunzeln bei dem Gedanken das ihr Vater sie meucheln würde, wenn er wüsste das sie sich an manchen Nächten heimlich sein Schwert nahm, um
mit diesen zu trainieren.
Einige warme Sonnenstrahlen streichelten ihr Gesicht. Erschrocken blickte sie sich um und fiel beinahe von den Meter hohen Baum herunter. Glücklicherweise konnte
sie sich schnell fangen und hielt sich noch am Stamm fest, eher es zum Fall kommen konnte. Rasch kletterte sie den Baum herab und rannte so schnell es ihre Beine
nur zuliessen.
Im Dorf angekommen blieb sie erst einmal stehen. Sie ging in die Hocke und stützte ihre Hände an ihren Knien ab. Auch ihr Atem beruhigte sich wieder etwas.
Es war schon spät am Nachmittag, als sie Zuhause ankam und versuchte sich leise einzuschleichen, um schnellstmöglich in ihren Zimmer zu verschwinden.
Als eine laute, tiefe Stimme ertönte zog sich alles in ihr zusammen. "Kiara!! Wo zum Teufel warst du und wie siehst du wieder aus!!!" Es war die Stimme ihres Vaters.
Langsam wendete sie sich um. Ein Mann von fast zwei Metern Stand vor ihr, die Wut in seinen Augen kaum übersehbar und die Arme vor der Brust verschränkt.
Verlegen antwortete sie leise "Draußen?". Ihr vater schloss die Augen und in seiner stirn bildeten sich tiefe Falten, die sie nur zu gut kannte.
Wieder ertönte seine Stimme, doch dieses mal so laut, dass sogar einige Dorfbewohner davon mitbekamen. "Anstatt im Wald herum zugeistern solltest du deiner Mutter
und den anderen Frauen helfen!!!". Kiara wiederrum blieb stur und erwiederte, "Ich möchte viel lieber mit dir und den anderen zur Jagd! Ich möchte nicht wie alle
anderen sein! Ich möchte so wie ihr etwas richtiges für das Dorf tun.. Ich möchte eine Schwertkämpferin sein!!!.". Mit ihren Fuß stampfte sie dabei auf den Boden.
Angst vor ihren Vater hatte sie keine. Zwar hatte ihr Vater es geschafft sie hin und wieder einzuschüchtern, doch es gelang ihr recht schnell wieder ihren Mut zu fassen.
"Es reicht!!!", schrie ihr Vater sie an. "Du bist und bleibst eine Frau!! Und du solltest lernen verantwortung zu übernehmen!!". Auf die Worte ihres Vaters
hin, schaut sie ihn verdächtigend an. "Wie meinst du das?". Ihr gefiel der Tonfall ihres Vaters nicht. Doch er wendete sich nur von ihr ab und meinte, "Das wirst du
schon noch früh genug erfahren. Nun geh und zieh dich angemessen an. Das essen ist gleich fertig.". Ein leises schnauben entwich ihr, eher sie sich
abwandte.
Leise seufzend stand sie vor ihren Schrank. Ein eher schmächtiger Schrank, aus einfachen Holz. Doch stabil genug um die wenigen Kleider zu tragen die sie besaß.
Wiederwillig nahm sie sich eines der Kleider und legte es sich an. Leise ging Kiara in Richtung Küche. Die Tür war geschlossen doch der Duft von frisch gebratenen
Fleisch hing in der Luft. Sie liebte das essen ihrer Mutter. Sie war eine wahrlich gute Köchin. Doch als sie näher kam, hörte sie ihre Mutter und ihren Vater miteinander
sprechen. seine Stimmung war zwar wieder etwas beruhigt, doch das Gespräch welches sie heimlich belauschte, schockierte sie bis auf die Knochen. Sie hörte ihren Vater
sagen, "Sie muss lernen verantwortung zu übernehmen... Sie ist nun im richtigen alter um zu heiraten.". Ungläubig ballten sich Kiaras Hände zu Fäusten. In ihrem Magen
drehte sich alles. Sie hatte ein Gefühl, als würde man ihr alle eingeweide heraus reissen wollen. Doch ihre Mutter nahm sie in Schutz und erwiederte, "meinst du nicht
sie ist noch zu jung?". "Nein sie wird Raphael zum Mann nehmen. Er ist ein guter Mann und wird ein
guter Nachfolger. Da bin ich mir sicher.". Kiara hielt es nicht mehr aus. Sie und heiraten? Nein. Sie ist noch nicht so weit. Und dann auch noch Raphael?!?
Niemals würde sie einen solchen idioten zum Mann nehmen. Er sah zwar gut aus und war ein wahrlicher Meister im Nah- und Fernkampf, doch viele junge Frauen die nach
ihm schmachteten wurden von ihm in sein Bett gelockt. Doch niemand wusste davon, ausser Kiara selbst. Immerhin schlich sie sich nachts mit dem schwert ihres Vaters
heraus, um zu üben. Alleine wenn sie an die Geräusche dachte, wenn sie sich an seiner kleinen Hütte vorbei schlich... Ein schauer lief ihr über den Rücken. Angewiedert
und Wutentbrannt, schlich sie sich wieder in ihr Zimmer. Sie hatte die Nase voll und fasste einen entschluss. Sie lies sich zwingen Kleider anzulegen und sich Damenhaft
zu verhalten. Doch ihre Freiheit würde sie sich nicht nehmen lassen. Niemals würde sie diesen penetranten wiederling heiraten. Sie griff unter ihr Bett und holte eine Tasche hervor. Sie würde nur das nötigste
mitnehmen. Es war schon dunkel und es würde kein problem sein im Schatten der Bäume und Büsche zu verschwinden. Da sie sich täglich die Landschaft von ihren
lieblungsplatz aus ansah, wusste sie wie sie zum Hafen kommen würde. So nahm sie ihre Kleidung, legte sich Hose, Bluse und Stiefel an und kleterte aus dem Fenster.
Kiara blickte sich noch einmal kurz um, eher sie die Schatten der Nacht sie verschlangen.
Eine neue Welt
Endlich wieder fester Boden unter den Füßen. Eine frische briese wehte ihr Haar zurück und die Sonne strahlte ihr wohlgesonnen entgegen und so streckte sich Kiara ihr
freudig entgegen. Sie fragte den Schiffskapitain wie dieser Ort hieß und der etwas ältere Herr sagte ihr, "Dies ist Bajard, junge Dame.". Mit einem nicken
murmelte sie, "Bajard also...". Der Schiffskapitain bat sie darum einen Brief nach Rahal zu bringen. Es würde zwar schwer werden in diesen Landen, doch irgendwie
würde sie es schon schaffen. Als ob das schicksal es so wollte traff sie auf zwei Damen die ihr gerne halfen. Erleichtert brachten ihr Sophie und Luninara, so
hießen die beiden Frauen, sie nach Rahal und nach einen kurzen Gespräch mit einen Führer der Garde, gab sie diesen den Brief in die Hand. Nur kurze Zeit darauf
verliessen sie wieder die Stadt. Sie fühlte sich undwohl, denn nichts konnte die Schönheit ihres geliebten zuhauses übertrumpfen. Sie machten sich wieder auf den Weg
nach Bajard und ließen sich in einer Taverne nieder. Mit ein paar flaschen Rum verbrachten sie den Abend und amüsierten sich. Auch ein Mann kam hinzu und mit ihm
verbrachten wir noch etwas Zeit in der Taverne, eher sich Kiara bedankte, sich verabschiedete und die kleine Gruppe verließ. Zu ihren Glück lag ein kleiner Wald, indem
sie sich nieder ließ. Nichts übertraf die Gemütlichkeit, eines Bettes das aus weichen Blättern bestand. Sie würde sich noch an das Land gewöhnen, doch es würde dauern.
Und so verbleibt sie in dieser Zeit im Walde.
Es vergingen einige Tage in den Landen und immer mehr lernte sie neue Leute kennen. Sophie und Luninara lernte sie zu beginn kennen. Hinzu kamen noch zwei liebenswerte
Herren, welche ihr mit einer Eisenrüstung aushalfen, als auch nach einigen Stunden Seefahrt, eine Schneiderin.
Bei einem spaziergang traf sie auf Luminara, welche ihr einen Tipp gab um an etwas Gold zu kommen. Es war zwar mühsam doch für ein paar Goldstücke erlegte sie in
Bajard ein paar Ratten und ging auch mit Luminara auf Jagd. An einen Abend entschloss sie sich wieder auf die Insel der Piraten zu segeln um sich einige Kleider
zu erkaufen. Alleine der gedanke verwunderte Kiara, doch sie wollte sich auch an das Land anpassen. Und da sie noch nie eine solche Pracht an Kleidern sah wie in
den letzten Tagen, wägte sie in Gedanken ab, einige davon zu probieren. An Land angekommen atmete sie erleichtert auf. Der Laden war noch geöffnet und erfreut klopfte
sie an der Tür. Es dauerte zwar, doch nach einigen Augenblicken des wartens, öffnete sich diese und Leonie standt vor ihr. Als sie herein kam, war auch noch ein
weiterer Anwesender im Hause. Ebenso kam jemand gleich hinter ihr herein, ohne das sie es Anfangs bemerkte, bis zumindestens Leonie ihn grüßte. Kiara als auch der
fremde setzten sich auf eine Bank und Leonie fragte, was sie wohl für Kiara tun könnte. Kiara bat um einige Kleider und während Leonie nickend nach hinten ging
und in ihren Vorräten suchte, huschte ihr Blick immer wieder herüber zu den fremden. Auch er ließ hin und wieder seinen Blick zu ihr wandern. Auch wenn nur kurz.
Nach einiger Zeit bemerkte sie wie sie verlegen wird und fühlte sich von sich selbst ertappt. Auch im hinteren teil des Raumes konnte man getuschel vernehmen.
Jedoch verstand Kiara nicht was gesagt wurde. Nach einigen Momenten stellte sich der Herr, wohl ebenso verlegen wie Kiara selbst, als Rasan Telfes vor. Kiara zog sich
innerlich zusammen, als leonie ihr die Kleider reichte und sie hinter den vorhang scheuchte, um diese anzulegen und sie vor den Anwesenden vorzuführen.
Wunderlicher weise gefiel es ihr. Der zarte Stoff der sich an sie schmiegte und diese wunderschöne vielfalt. Es verstrich einige Zeit, bis sie fertig war. Rasch
gab Leonie ihr noch zwei Paar Schuhe mit. Auch diese schmiegten sich an ihre Haut. Solch weiche Kleidung hatte sie noch nie im Leben gesehen. Sie zahlte die Kleidung
und verabschiedete sich. Draußen beäugte sie noch einige Momente den Stoff und strich mit ihren Fingern über diesen. Jedoch wurde sie aus ihren gedanken zurückgeholt.
Rasan stand hinter ihr. Die röte die sich kurz zuvor in ihre Wangen schlich und draußen wieder abklang, kehrte zurück. Er schien ebenso schüchtern zu sein wie sie.
Doch trotz alledem fragte er sie ob sie nicht lust hätte mit ihm in den nächsten Tagen etwas speißen zu gehen. Ihr Herz machte auf einmal einen Satz. Und freudig
stimmte sie seiner frage hin zu. Nochmals verabschiedeten sich beide. Sie hob die Hand und winkte ihm nach.
Es war spät in der Nacht, als Kiara im Walde lag. Ihre Tasche unter ihren Kopf gelegt. Dieses Gefühl... Es war so fremd... Sie fühlte sich als würde sie fallen.
In ihren Bauch drehte sich alles und die Hitze in ihren Wangen, wenn sie an ihn dachte, ließ sie wie in Fieber versinken. War sie Krank? Sie wusste es nicht.
Doch nicht nur ihr Körper drehte durch. Auch etwas anderes, tief in ihr rief nach ihm. Sie hatte das Gefühl etwas vertrautes in ihm gesehen zu haben. Doch was war es?
Sie musste es heraus finden. Doch würde sie schlafen können? Wohl kaum. Denn einige Stunden lag sie noch da und wendete sich hin und her, eher sie in den späten
stunden der Nacht einschlief.