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Der Weg des Alejsandro Costera

Verfasst: Dienstag 25. September 2012, 22:27
von Alejsandro Costera
Mit was für einer Wucht musste er sich wohl den Kopf gestoßen haben, damit er alles vergessen konnte. Nun ja, zumindest für einige Tage. Langsam hatte er wieder all seine Erinnerungen aber dafür keine Arbeit. Rum war keiner zu finden und der Schnaps in der Taverne war schrecklich, es musste etwas zwischen dem Erbrochenen und der morgendlichen Pisse sein, das der Wirt in die Flasche mit dem Etikett des Schnapses füllte. Die Bewohner machten die seltsamsten Dinge und er hatte weder Plan noch Ziel, wie es nun weiter gehen sollte. Nun ja, fast. Raissa, die Gouverneurin, meinte er solle sich bei Lissy melden für die Toro. Allerdings hatte er diesen die letzten Tage nicht gesehen. Schreiben konnte er keines aufsetzen, denn er wusste sich mit den sonderbaren Zeichen, die man Schrift nannte, nichts anzufangen. Er wusste, wie das Bild des Wortes Rum aussah, aber lesen konnte er es nicht. Die Möglichkeit Lesen und Schreiben zu lernen, hat er wohl auch verspielt. Elendiges Leben und dennoch ist La Cabeza das Paradies schlechthin. Kein Land hat annähend so einen geilen Strand.

Doch all das würde ihm nicht weiter bringen, es war an der Zeit sein Glück zu versuchen. Deck schrubben und die Waren von den Schiffen zu schleppen, das konnte er immer noch, wenn er versagte. Aber mit seinen letzten gesparten Goldstücken musste er nun etwas Sinnvolles beginnen, damit er nicht wieder als Hafenarbeiter irgendwo zwischen den Kisten herum vegetiert.

Es war an der Zeit etwas zu tun, und zwar jetzt!

Verfasst: Mittwoch 26. September 2012, 00:44
von Alejsandro Costera
Er war wütend, diese ganze Situation hatte ihn wohl in Gefahr gebracht. Es war unüberlegt ihn letztendlich als Einzigen nicht getarnt nach Rahal mitzunehmen. Er war zu verärgert über diese Situation.

Es war wie immer, wenn er sich über etwas ärgerte, er verdrängte den Ärger, handelte nur noch nach dem, was er für das Beste hielt. Und dann diese Frage von Raissa und schon hatte er mit seiner Kaltherzigkeit ihr Ärger, ihr Schmerzen bereitet. Vielleicht war doch nicht für diese Schicht bestimmt, war er nicht doch besser aufgehoben zwischen Kisten und auf dreckigen Decks?

Er reichte dem Wirt sein heute erarbeitetes Gold und bat ihm folgende Worte auf ein Pergament zu verfassen und der Gouverneurin zu übergeben.

Buenos Dias Gouverneurin Raissa Nadeira,

Ich möchte mich auf diesem Wege bei euch entschuldigen, für meine Kaltherzigkeit. Es kam mir nicht in den Sinn euch mit meinen Worten zu verletzen. Das war keineswegs meine Absicht.

Da ich steht’s für meine Fehler geradestehe, stelle ich mich frei, als Zeichen meiner Reue, niedrigere Dienst zu übernehmen, um meine Schuld bei euch zu begleichen. Sofern ihr nicht eine höhere Strafe anstrebt.

Im Namen von,
Alejsandro Costra

Verfasst: Mittwoch 26. September 2012, 00:52
von Raissa Nadeira
Wütend ging sie in der Ratsstube auf und ab als es schüchtern an der Tür klopfte. Der Bankier hatte offenbar schon mehr als deutlich gemacht, dass die schwarzhaarige eindeutig in „Furienlaune“ wie er es nannte, war. “Was?!“ zischte sie gereizt und blickte zur Tür als der Wirt langsam eintrat. Auf Cabezianisch erklärte er ihr in einem wortreichen Redeschwall weshalb er gekommen war und reichte ihr das Pergament entgegen.

Ihre Blicke huschten über die Zeilen, die Wut in ihren Augen wich zunächst Verblüffung, dann Amüsement. Sie wandte sich dem Wirt erneut zu und erklärte, nun deutlich besser gelaunt was sie von ihm verlangte. Er sollte Alej sagen, dass die Gouverneurin ausgesprochen ungehalten gewesen sei, die Zeilen sie noch viel mehr verärgert hätten. Die vorgeschlagene Strafe sei in ihren Augen keineswegs akzeptabel, sie erwarte ihn darum alsbald am Strand. Er solle sein Messer mitbringen, sowie eine Pistole wenn er denn habe. Auf Rüstungen werde wohlweislich verzichtet.

Mit einem leisen lachen sah sie aus dem Fenster, während der Wirt sich auf den Weg machte um ihre Nachricht auszurichten. Das würde dem Jungspund wohl einen Schrecken einjagen... einen gehörigen sogar.

Verfasst: Mittwoch 26. September 2012, 01:00
von Alejsandro Costera
Er blickt den Wirten etwas überrascht an und meinte zu ihm:

"Richtet ihr aus, ich werde da sein. Sie soll sagen wann und wo. Aber vorher gebt mir noch einen letzten von eurem grausigen Schnaps."

Er lehnt sich an die Wand neben des Stuhls, an dem Tisch und dachte darüber nach. Jetzt war er wohl jener, der bereit sein musste sein Opfer zu bringen.

Verfasst: Mittwoch 26. September 2012, 10:29
von Alejsandro Costera
Er erwachte an diesem Morgen und diesmal nicht wie sonst, gleich in der Nähe vom Strand, sondern noch immer mitten in der Taverne sitzend. Der Wirt hatte sich auf mehrere Stühle gelegt und schnarchte vor sich hin. Er hob den Arm, in dem er noch immer die Falsche mit diesem Zeug, das der Wirt Schnaps nannte, in der Hand hielt. Es war nur noch ein wenig von dem Gesöff in der Flasche, aber seine Lust auf dieses Grausame, war gleich gegen null.

Langsam dämmerte es ihm wieder, was am letzten Abend geschehen war. Er stellte die Flasche auf dem Tisch und betete das Gesicht in die Hände um sich kurz darauf den Schlaf aus den Augen zu reiben. Er hob seinen Kopf, blickte zu dem Wirten, Griff in die Tasche und legte dem Wirt das meiste deines restlichen Goldes auf die Theke. Nach heute würde er es sowieso nicht mehr benötigen. Der Rest, der ihm blieb, nahm er um sich noch ein letztes Mahl zu gönnen.

Als er aus der Taverne schlenderte, kam ihm kurz der Gedanke, dass er noch genug Zeit hätte, einen hinterlistigen Plan zu schmieden, ihr eine Falle legen konnte. Das harte Licht der Sonne knallte ihn in die Augen und man hätte seine Ideen auch als Lichtblick deuten können. Er hält sich für einen Moment die Hand vor die Augen, um sie dann langsam wie eine Klappe wieder zu öffnen. Es war schwer sich nach solch einer durchzechten Nacht an das Tageslicht zu gewöhnen. Aber immerhin, es sollte wohl das letzte Mal sein, an dem er es sah. Denn die Gedanken, ihr eine Falle zu legen, verwarf er sogleich wieder, wie er wieder den Blick über die Insel La Cabeza schweifen konnte. Sie war ihm viel zu wichtig und wer weiß, welch kranker Geist dann wohl die Insel leiten würde, sofern es ihm gelingen würde. Es war schon schlimm genug, dass sich hier diese Magier herumtrieben. Eigentlich sollte man sie gleich verbrennen, wenn sie die Insel betreten, um zu verhindern, das La Cabeza doch noch in deren Karten verzeichnet wird.

Er schlenderte langsam Richtung Strand runter, verzehrte einen Apfel und nahm die Flasche die er zum Dank von Rohnja erhalten hatte. Er konnte sich von ihr nun nicht einmal verabschieden, aber andererseits würde das dann vermutlich nur zu einem weiteren Konflikt führen. Alejsandro bat den Wirten sich diesbezüglich im Schweigen zu halten. Er lehnte sich an einer der Fässer, öffnete die Flasche und wartete, bis die Zeit gekommen war.

Verfasst: Mittwoch 26. September 2012, 11:22
von Raissa Nadeira
Ein leichtes, boshaftes Lächeln spielte um ihre Lippen als sie die Vorhänge zurückzog und in den hellen, sonnigen Morgen blinzelte. Wenn sie richtig vermutete schloss Alej inzwischen mit seinem Leben ab und freundete sich mit dem Gedanken an, dass sie ihn töten würde. Gut so. Gewöhnlich war sie nicht derart... kalt dass sie einen jungen Mann derart an dem zweifeln ließ was sie vorhatte, doch sie hatte die dumpfe Vermutung, dass in diesem Fall die Angst sein größter Lehrer sein würde. Sie hoffte nur, dass Rohnja nichts davon mitbekam, sie würde ihm am Enden noch sagen, dass sie ihn wegen einer solchen Lapaile nicht umbringen würde.

Sie hasste es, derart mit ihm umspringen zu müssen. Hasste es, dass er an den Strand kommen würde und Angst vor ihr hatte. Aber es musste sein. Dieses eine Mal musste er sie fürchten, damit er niemals vergaß, dass selbst die sanftmütigste Piratin mit Vorsicht zu genießen war. Er musste diesen Tag in Todesangst ausstehen, damit sie ihm beibringen konnte, was er lernen musste... Aber das änderte nichts daran, dass sie sich selbst dafür hasste.

Mit einem leisen Seufzen winkte sie einen Piraten heran, dessen Hilfe sie sich für diesen Zweck von Vallas erbeten hatte. „Geh zu ihm... sag ihm ich erwarte ihn zur 10. Stunde nach dem Mittagsläuten am Strand. Keine Rüstungen. Pyrianmesser, wenn er keines hat leihe ich ihm eines. Und mach ihm etwas Angst was mich angeht.“ Als ob man ihm das sagen müsste. Er war eine furchteinflößende Gestalt wenn man ihn nicht kannte. Aber sie vertraute ihm. Diesmal jedenfalls.

Verfasst: Mittwoch 26. September 2012, 16:27
von Alejsandro Costera
Ich lehnte gerade an dieser alten Tonne aus schäbigen Eichenholz, da trottete so eine hässliche Gestalt daher, die aussah als hätte ihr gestern jemand den letzten Rum weggesoffen und das Frühstück hatte er wohl auch verpasst. Tja, Pech, früher aufstehen. Wäre das heute nicht schon scheiß egal, hätte ich vielleicht sogar Furcht vor diesem Kerl gehabt. Mit seiner dumpfen Stimme, die klang als hätte irgendjemand ihn einmal ein Schwert zu stark an die Kehle gesetzt, fragte er:

„Hey Ratte, bist du Alejsandro?“

Ich musterte den Kerl von oben nach unten, dann wieder von unten nach oben, ohne meinen Hintern in Bewegung zu setzen. Da er nicht so aussah als würde er aus Rahal kommen, konnte er nur von jemandem auf der Insel kommen und hier hatte ich erst einen neuen Feind. Ich hätte ihr nicht zugetraut sich jemanden mit einer so hässlichen Visage als Scherge zu halten.

„Auch hey … Nein ich bin Prinz Benedikt der Vierte, Besitzer der Ländereien aller Latrinen hier auf der Insel. Was hast du für ein Anliegen?“

Diese Antwort schmeckte diesen Kerl einfach nicht, ohne ein Wort von sich zu geben, fühlte ich wie sein dreckiger Stiefel gegen meinen Schädel knallt und es mich zur Seite schlug. Ich sah noch die Flasche in der Schräglage und sah das Zeug aus der Flasche entrinnen. Ich dachte, „scheiße“, das Zeug ist gut und griff nach der Flasche um mich dann wieder aufzurichten. Da packte mich dieses hässliche Kind und zog mich hoch, am Kragen meines Hemdes in seine Augenhöhe. So hässlich er auch war, er war stark wie ein Bär. Mit schmerzen am Kopf und Blut, das sich langsam aus meinem Mundwinkel Richtung Kinn den Weg bannte, konnte ich es nicht lassen und warf ihn noch entgegen:

„Hey … du bist echt kräftig … aber auch hässlich, man sollte dich in ein Bergwerk stecken damit du mit deiner scheiß Visage keine kleinen Kinder erschrecken kannst.“


Nun ja, ihr könnt euch sicherlich denken, das hat ihm noch weniger gefallen und ich kann euch gar nicht sagen, wo mich die nächsten Schläge überall trafen. Aber ich hatte das Gefühl, mein ganzer Körper würde leben, denn so gut wie überall hatte ich Schmerzen.

„Du kleiner Scheißer, ich soll dir von der Gouverneurin ausrichten du sollst zur 10 Stunde hier sein. Sei pünktlich. Hast du Arschloch das verstanden?“

Ein wenig unter Schmerzen windend, ich gebe zu ich untertreibe, das wenig sollte an dieser Stelle wegfallen, antwortete ich mit einer etwas ächzenden Stimme:

„Aye, ich bin schon hier und bewege mich wohl nicht mehr weg.“

„Ich würde dich ja selbst wegräumen, die bei den Eiern aufhängen und dich in der Sonne trocknen lassen wie eine elende Landratte, aber es würde der Gouverneurin den Spaß rauben, wenn ich das für sie erledige.“

Darauf stellte er mir noch die Frage ob ich ein Pyrianmesser habe was ich auch irgendwie verneinte. Danach ließ er mich fallen wie einen nassen Sack. Ich muss dann wohl eingeschlafen sein, also ich dann erwachte, konnte ich an jedem einzelnen Glied meines Körpers fühlen, was zuvor passiert war. Ich erhob mich sehr schwerfällig, unter Schmerzen und machte mich auf den Weg zum Wasser, um mir das Gesicht zu waschen. Alles andere spielte keine Rolle, das würde sowieso heute hier enden. Wozu also danach sehen, was dieser hässliche Ork mir angetan hatte. Das mit der Mahlzeit werde ich wohl nun auslassen müssen. Mich nun wieder zurück zu begeben, wäre etwas zu viel weg und wer weiß ob ich es nochmals hierher schaffen würde und nicht schon unterwegs abdrehte. Ich wollte sie zumindest noch das eine mal sehen.

Verfasst: Donnerstag 27. September 2012, 09:53
von Alejsandro Costera
Irgendwann hatte ich mich den Strand entlang bewegt, an die Stelle, wo es nicht möglich war, von hinten sich an jemanden ran zu schleichen. Sie konnte also nur von zwei Seiten kommen, sie nahm den üblichen weg. Ich wollte sie einfach sehen, wenn sie mich mit dem Messer attackierte. Aber nichts von all dem geschah, wir unterhielten uns, zum ersten Mal, ganz normal. Da war kein Konflikt, keine Meinungsverschiedenheit. Es waren zwei Dinge, die mich an diesen Abend überrascht haben, eigentlich drei, oh nein doch nicht, vier. Das erste war, das sie mich ausbilden wollte und mir den Zielen, die sie sich dabei gesetzt hatte, hatte sie wahrlich viel zu tun. Als Zweites, das sie mir ihre Geschichte erzählt hatte, ganz frei raus, ohne dass ich danach gefragt habe. Dabei wurde mir so manches klar. Das Dritte war der Abschied, der mich ganz ehrlich überrascht hatte und das Vierte, ich habe noch nie so gut in Sand geschlafen wie diese Nacht. Aber frage nicht, wie es mir heute Morgen geht. Ich stehe, aber Frage nicht wie. Eines war sicher, dem hässlichen Kerl werde ich noch zeigen, dass er nicht am längeren Ast sitzt.

Verfasst: Freitag 5. Oktober 2012, 08:59
von Alejsandro Costera
Als Pirat, so war er sich sicher, musste man nicht nur die Fähigkeit besitzen zu plündern, zu rauben, Karten zu lesen oder mit dem Säbel umzugehen. Nein, es war auch wichtig gut darin zu sein, nicht man selbst zu sein.

Als Pirat ist man meist in der Unterzahl gegen die Armeen der Städte. Es ist also kein Leichtes im Kampf gegen diese zu bestehen. Was wäre wohl die beste Taktik gegen diese Armeen? Richtig, nicht berechenbar zu sein, keine Gesetze zu Achten um mit der Freiheit des Piratendaseins, gegen die selbst erlegten zwänge der Städter zu kämpfen. Sofern dies überhaupt nötig war. Es war natürlich viel einfacher sein Ziel unauffällig zu erreichen, ohne dabei das Aufsehen zu erregen. Er musste also ein Meister der Verkleidung werden. Niemand konnte bisher die Situation durchschauen.

Für andere würde er das Spiel noch einige Zeit weiterspielen, für Raissa war es nun zu Ende. Sie wusste nun um seine Spielchen und er war sich sicher, sie hatte verstanden, was er damit zum Ausdruck bringen wollte.

Dennoch, er hatte noch sehr viel zu lernen. Er war, und das in der Tat, ein Grünschnabel. Das wollte er ändern und zwar schnell.