Erlebnisse einer Heilerin...
Verfasst: Freitag 14. September 2012, 15:58
1. Kapitel: Verlassen meiner Heimat
Neunzehn Winter verbrachte ich mein Leben in Bajard und erlebte schon frühzeitig als kleines Mädchen die Konflikte in der Stadt. Ich war nie wirklich darauf erpicht dabei zu sein und konnte sie immer vermeiden. Meistens ging es hier um Streitereien im Götterglauben, ein fehlgeschlagener Handel, Raubzüge oder Entführungen von den Leuten aus Rahal oder eine Schlägerei zwischen zwei Betrunkenen. In diesen Konflikten war immer jemand verletzt und mein Vater hatte begrenzte Kenntnisse in der Heilkunst. Ich schaute ihm oftmals zu und bei kleineren Gelegenheiten durfte ich selbst auch Hand am Verwundeten anlegen. Das waren wirklich schöne Momente für mich, ich konnte für jemanden Sorgen und lernte zugleich noch was in der Heilkunst.
Auf diesen Weg lernte ich Herr Katuri kennen. An einem besonnenen Tag begegnete er an der Kutsche vor Bajard drei Banditen, sie waren mit Kurzschwertern und Bögen bewaffnet. Aus dem nahen kleinen Waldstück am Ostufer konnte ich ihnen aus sicherer Distanz zu sehen. Sie wechselten mehrere Worte miteinander, aber ich wusste nicht wirklich worum es ging. Auf einmal begann der Kampf zwischen ihnen, ich versteckte mich schnell hinter dem Baum und verhielt mich ganz ruhig. Denn ich wollte nicht das nächste Opfer werden. Da hörte ich nur wie sich die Klingen kreuzten und das Sausen der fliegenden Pfeile. Ich versteckte meinen Kopf unter den Armen und wusste nicht wie mir geschah. Ich zitterte am ganzen Leib und war zum ersten Mal in der Nähe eines Konfliktes. Ihr Geplänkel dauerte ungefähr einige Minuten und ich hörte Schmerzensschreie. Langsam nahm ich die Arme von meinem Kopf und schaute ums Eck. Da sah ich Herr Katuri am Boden liegen, ein Pfeil steckte in seinem rechten Oberarm. Die Banditen hingegen lagen niedergestreckt am Boden, langsam kroch ich aus meinem Versteck. Zuvor versicherte ich mich aber ob auch niemand mehr da war, naja das war ein schwerer Irrtum und ich lernte eine wichtige Lektion. Ein Bandit hatte überlebt und sich hinter einigen gestapelten Kisten versteckt. Als ich mich Herr Katuri näherte, beugte ich mich über ihn und betrachtete seine Wunde. Blut floss heraus und er verzerrte sein Gesicht vor Schmerzen. Der Anblick war nicht gerade angenehm, aber er brauchte Hilfe. Plötzlich eilte der Bandit aus seinem Versteck hervor und packte mich von hinten an den Haaren. Es ging alles viel zu schnell und ich hatte eine Klinge am Hals. Ich fing an leise zu wimmern und flehte den Mann an mich loszulassen, aber all dies nützte nichts. Herr Katuri lag weiter auf dem Boden und hielt seine linke Hand auf die Wunde am rechten Oberarm. Naja ich verhielt mich ganz ruhig, da ich nicht sterben wollte und der Mann ging mit mir Richtung Küste. Er stand mit dem Rücken zu Herr Katuri. Herr Katuri schien noch bei Sinnen zu sein und wartete auf einen geeigneten Moment, welcher sich ihm jetzt offenbarte. Er ließ seine Wunde mit los und griff zur kleinen Handarmbrust. Er legte an und visierte den Rücken vom Banditen an. Herr Katuri drückte ab und der Pfeil sauste auf ihn zu. Der Bandit wurde am Rücken getroffen, die Klinge fiel zu Boden und er sackte zusammen. Ich hingegen stand starr und zitternd auf derselben Stelle. Ich wimmerte wie ein kleines Mädchen und Herr Katuri stand langsam mit schmerzverzerrtem Gesicht auf. Ich vernahm davon nichts und spürte nur eine Hand auf meiner linken Schulter, vor Schreck drehte ich mich um und erblickte Herr Katuri. Dessen rechter Arm Blut überströmt war, ich lächelte ihm unsicher zu und schüttelte mich. Es vergingen noch etwa drei Minuten bis ich mich wieder fasste. Mit wimmernder Hand ergriff ich die Hand meines Retters und brachte ihn zu Vater Haus in Bajard. Vater war leider nicht da und so oblag es mir sich seiner Wunde anzunehmen. Ich hatte das ja schon bei Vater gesehen und genau setzte ich an. Ich brach den Pfeil in zwei Hälften, legte ein Stück Stoff auf die Wunde und drehte den Pfeil vorsichtig heraus. Damit sich die Wunde auf keinen Fall entzündete. Ich tauchte ein weiteres Stoffstück ins Wasser und reinigte die Wunde durch vorsichtiges tupfen. Ich musste die Bandagen öfters wechseln und hatte einen ziemlich hohen Verschleiß von ihnen. Aber das war mir egal, ich wollte meinem Retter das Leben retten. Nachdem die Blutung halbwegs gestoppt worden war, nahm ich eine heilende Mixtur von Vater. Ich wusste dass sie aus Ginseng, Knoblauch und Alraune bestand. Zusammen gemischt hatten sie eine heilende Wirkung und ich tröpfelte etwas davon auf die offene Wunde. Danach machte ich mich daran die Wunde sorgsam mithilfe von Nadel und Faden zu vernähen. Ich machte noch einen Verband um Herr Katuris rechten Oberarm und lächelte zufrieden. Herr Katuri verlor das Bewusstsein und ich umsorgte ihn zwei Tage. Nachdem er wieder in Vaters Haus wach geworden war, kam Vater immer noch nicht wieder zurück. Herr Katuri erzählte mir dass er bald wieder aufbrechen wollte, ich fragte ihn ob ich denn mitkommen könne. Er musterte mich kurz und schüttelte vehement den Kopf. Es entstand zwischen uns ein Gespräch und am Ende überzeugte ich ihn doch mitkommen zu können. Denn seine Wunde müsse auf der Reise versorgt werden, indem Zustand könnte sein Leben sonst in großer Gefahr sein. Ich packte hastig einige Verbände, Mixturen sowie Nadel und Faden ein. Ich begleitete meinen Retter um eine Schuld eines Tages zu begleichen, wovon Herr Katuri bisher nichts wusste. Ich wusste einige Grundlagen der Heilkunst von Vater, aber es gab noch eine Menge zu lernen. Ich dachte mir dies sei der beste Weg und ich war froh darüber Bajard hinter mir zu lassen. Auch wenn ich die Stadt wieder einmal besuchen sollte. [/b]
Neunzehn Winter verbrachte ich mein Leben in Bajard und erlebte schon frühzeitig als kleines Mädchen die Konflikte in der Stadt. Ich war nie wirklich darauf erpicht dabei zu sein und konnte sie immer vermeiden. Meistens ging es hier um Streitereien im Götterglauben, ein fehlgeschlagener Handel, Raubzüge oder Entführungen von den Leuten aus Rahal oder eine Schlägerei zwischen zwei Betrunkenen. In diesen Konflikten war immer jemand verletzt und mein Vater hatte begrenzte Kenntnisse in der Heilkunst. Ich schaute ihm oftmals zu und bei kleineren Gelegenheiten durfte ich selbst auch Hand am Verwundeten anlegen. Das waren wirklich schöne Momente für mich, ich konnte für jemanden Sorgen und lernte zugleich noch was in der Heilkunst.
Auf diesen Weg lernte ich Herr Katuri kennen. An einem besonnenen Tag begegnete er an der Kutsche vor Bajard drei Banditen, sie waren mit Kurzschwertern und Bögen bewaffnet. Aus dem nahen kleinen Waldstück am Ostufer konnte ich ihnen aus sicherer Distanz zu sehen. Sie wechselten mehrere Worte miteinander, aber ich wusste nicht wirklich worum es ging. Auf einmal begann der Kampf zwischen ihnen, ich versteckte mich schnell hinter dem Baum und verhielt mich ganz ruhig. Denn ich wollte nicht das nächste Opfer werden. Da hörte ich nur wie sich die Klingen kreuzten und das Sausen der fliegenden Pfeile. Ich versteckte meinen Kopf unter den Armen und wusste nicht wie mir geschah. Ich zitterte am ganzen Leib und war zum ersten Mal in der Nähe eines Konfliktes. Ihr Geplänkel dauerte ungefähr einige Minuten und ich hörte Schmerzensschreie. Langsam nahm ich die Arme von meinem Kopf und schaute ums Eck. Da sah ich Herr Katuri am Boden liegen, ein Pfeil steckte in seinem rechten Oberarm. Die Banditen hingegen lagen niedergestreckt am Boden, langsam kroch ich aus meinem Versteck. Zuvor versicherte ich mich aber ob auch niemand mehr da war, naja das war ein schwerer Irrtum und ich lernte eine wichtige Lektion. Ein Bandit hatte überlebt und sich hinter einigen gestapelten Kisten versteckt. Als ich mich Herr Katuri näherte, beugte ich mich über ihn und betrachtete seine Wunde. Blut floss heraus und er verzerrte sein Gesicht vor Schmerzen. Der Anblick war nicht gerade angenehm, aber er brauchte Hilfe. Plötzlich eilte der Bandit aus seinem Versteck hervor und packte mich von hinten an den Haaren. Es ging alles viel zu schnell und ich hatte eine Klinge am Hals. Ich fing an leise zu wimmern und flehte den Mann an mich loszulassen, aber all dies nützte nichts. Herr Katuri lag weiter auf dem Boden und hielt seine linke Hand auf die Wunde am rechten Oberarm. Naja ich verhielt mich ganz ruhig, da ich nicht sterben wollte und der Mann ging mit mir Richtung Küste. Er stand mit dem Rücken zu Herr Katuri. Herr Katuri schien noch bei Sinnen zu sein und wartete auf einen geeigneten Moment, welcher sich ihm jetzt offenbarte. Er ließ seine Wunde mit los und griff zur kleinen Handarmbrust. Er legte an und visierte den Rücken vom Banditen an. Herr Katuri drückte ab und der Pfeil sauste auf ihn zu. Der Bandit wurde am Rücken getroffen, die Klinge fiel zu Boden und er sackte zusammen. Ich hingegen stand starr und zitternd auf derselben Stelle. Ich wimmerte wie ein kleines Mädchen und Herr Katuri stand langsam mit schmerzverzerrtem Gesicht auf. Ich vernahm davon nichts und spürte nur eine Hand auf meiner linken Schulter, vor Schreck drehte ich mich um und erblickte Herr Katuri. Dessen rechter Arm Blut überströmt war, ich lächelte ihm unsicher zu und schüttelte mich. Es vergingen noch etwa drei Minuten bis ich mich wieder fasste. Mit wimmernder Hand ergriff ich die Hand meines Retters und brachte ihn zu Vater Haus in Bajard. Vater war leider nicht da und so oblag es mir sich seiner Wunde anzunehmen. Ich hatte das ja schon bei Vater gesehen und genau setzte ich an. Ich brach den Pfeil in zwei Hälften, legte ein Stück Stoff auf die Wunde und drehte den Pfeil vorsichtig heraus. Damit sich die Wunde auf keinen Fall entzündete. Ich tauchte ein weiteres Stoffstück ins Wasser und reinigte die Wunde durch vorsichtiges tupfen. Ich musste die Bandagen öfters wechseln und hatte einen ziemlich hohen Verschleiß von ihnen. Aber das war mir egal, ich wollte meinem Retter das Leben retten. Nachdem die Blutung halbwegs gestoppt worden war, nahm ich eine heilende Mixtur von Vater. Ich wusste dass sie aus Ginseng, Knoblauch und Alraune bestand. Zusammen gemischt hatten sie eine heilende Wirkung und ich tröpfelte etwas davon auf die offene Wunde. Danach machte ich mich daran die Wunde sorgsam mithilfe von Nadel und Faden zu vernähen. Ich machte noch einen Verband um Herr Katuris rechten Oberarm und lächelte zufrieden. Herr Katuri verlor das Bewusstsein und ich umsorgte ihn zwei Tage. Nachdem er wieder in Vaters Haus wach geworden war, kam Vater immer noch nicht wieder zurück. Herr Katuri erzählte mir dass er bald wieder aufbrechen wollte, ich fragte ihn ob ich denn mitkommen könne. Er musterte mich kurz und schüttelte vehement den Kopf. Es entstand zwischen uns ein Gespräch und am Ende überzeugte ich ihn doch mitkommen zu können. Denn seine Wunde müsse auf der Reise versorgt werden, indem Zustand könnte sein Leben sonst in großer Gefahr sein. Ich packte hastig einige Verbände, Mixturen sowie Nadel und Faden ein. Ich begleitete meinen Retter um eine Schuld eines Tages zu begleichen, wovon Herr Katuri bisher nichts wusste. Ich wusste einige Grundlagen der Heilkunst von Vater, aber es gab noch eine Menge zu lernen. Ich dachte mir dies sei der beste Weg und ich war froh darüber Bajard hinter mir zu lassen. Auch wenn ich die Stadt wieder einmal besuchen sollte. [/b]