Die letzte Reise eines Waldläufers
Verfasst: Donnerstag 6. September 2012, 18:35
„Husten!“ Ein lautes kräftiges Husten ist in dem kleinen Raum zu hören, während der alte Mann mit weißem Bart über die vernarbte kräftige Brust des Waldläufers fährt und das Kommando nochmals wiederholt. „Husten!“ Wieder folgt ein lautes Husten, diesmal gefolgt von mehrmaligem leiseren Husten und einem Räuspern. „Und Quacksalber, was ist’s, eh? Hab ich mir fei meine erste Erkältung eingefangen?“ Brummend lehnt sich der alte Weißbärtige zurück und kritzelt in einer unleserlichen Handschrift in sein Notizbuch. „Na nun gib mir schon irgendeine widerlich schmeckende Tinktur, ich muss wieder los.“ Tief atmet der Alte ein und schiebt die kleine Brille ein Stück weit hoch grade soweit das sie nicht von der Nasenspitze rutscht und blickt hinüber zu Eldir. Ihn nun tief in die Augen fassend meint er ruhig, „Damit wird’s diesmal nicht getan sein, du rauchst zu viel und ich hab dir beim letzten Mal schon gesagt, dass du langsamer machen musst. So gut deine Wunden auch heilen, das wird dir grade zum Verhängnis. Das Blut setzt die Arterien zu und wenn du dich überanstrengst…“ „Ai, ich weiß dann bekomm ich diese Hustenanfälle, aber fei das kann doch nicht so schlimm sein, eh?!“ „Doch Eldir, wenn du so weiter machst wirst du sterben.“
Endlich wieder draußen, aber die Worte des alten Heilers hingen ihm immer noch im Kopf. „Sterben, Sterben…“ Der Gedanke daran machte ihm erschreckend wenig aus, das einzige was langsam anfing ihn zu ärgern, er würde weit von seiner Heimat weg sterben. Das kleine Dorf am Rand der Sümpfe, langsam verblasste es schon in seiner Erinnerung. Verschmolz mit den Dörfern die er gesehen hatte auf seinen Reisen und wurde schließlich zu einem Klischee von Dorf. Er würde sich wünschen dort bei seiner Familie begraben zu werden, auch wenn er sich nie etwas daraus gemacht hatte, was mit seinem verwesenden Rest passieren sollte. Jetzt wo es greifbar wurde, dass er sterben würde, fing es an ihm etwas aus zu machen.
Nachdenklich spielte er an diesem Abend mit der Pfeife zwischen den Fingern bevor er sie dem Rat des Heilers folgend doch wieder wegsteckte. Wie könnte er nach Kilest kommen? Von dort aus würde er den Weg in das Dorf bei den Sümpfen finden, in zwei Jahren konnte es sich nicht so viel verändert haben. Er war am Abend noch durch Bajard gewandert und hatte jeden Kapitän dessen Schiff hochseetauglich aussah gefragt, ob er Kilest anfahren würde. Die Antworten waren nie gleich, aber ein Kopfschütteln, ein lautes Auflachen und ein Zeigefinger der an die Schläfe pochte, hatten in diesem Fall alle dieselbe Bedeutung. Kein Kapitän der bei klarem Verstand war, würde Kilest anfahren, hieß es doch immer noch, dass die Orks die Stadt besetzen und sogar in einem gewissen Umkreis Seefahrern mit ihren primitiven Schiffen zusetzen. Und vielleicht lag darin der Schlüssel, er brauchte einen Kapitän der wahnsinnig war, einer der Kapitäne in Bajard gab dahingehend den Richtigen Hinweis. „Geh doch zu den Piraten, die sind vielleicht waghalsig genug, wenn du genug zahlen kannst…“
Es dauerte noch gut zwei Tage, bis er von Unterhändler zu Unterhändler gereicht vor einem alten Seebären stand, dessen Bein nur noch ein Holzpflog war. Was unter der Augenklappe verborgen sein mochte wollte sich Eldir gar nicht vorstellen. „So so Kilest, das wird teuer und obwohl du kräftig aussiehst wirst dir die Fahrt nicht erarbeiten können, ich will Bares sehn.“ Nachdenklich fuhr sich Eldir um den Bart und brummte dann mit kräftiger Stimme „Zehn Hände voller großer Münzen jetzt und wenn wir ankommen verrate ich euch fei wo es noch mal so viel zu holen gibt.“ Laut lachend spuckte der alte Seebär in die Hand und streckte sie aus „Wird sind im Geschäft, in vier Tagen fahren wir aus Bajard los.“ Mit einem stummen Nicken verabschiedete sich Eldir und schlug die Kapuze wieder über sich gen Norden wendend, er hatte noch einiges zu erledigen.
Zunächst würde er seine Sachen bei Wolf in Ordnung bringen, alles was er nicht mitnehmen kann müsste bei ihm bleiben. Da Eldir ohnehin nicht plante wieder zu kommen, stopfte er alles was für Wolf vielleicht noch von Wert sein könnte in seine Truhe in Wolfs Höhle. Einen Zettel fertig machend und jenen mit einem Dolch an der Tür befestigend.
He da Wolf!
Ich hab dir nen paar meiner Sachen da gelassen,
du weist das ich fei kein Mann großer Worte bin.
Darum belasse ich es dabei, behalt mich in guter Erinnerung.
Dein Freund Eldir
Anschließend machte er sich auf den Weg, erst Menek’Ur, dann Lamaeriast. Eldir wollte sich noch einmal all die Orte ansehen, die sein Leben geprägt haben. Auf Menek’Ur drückte er einer jungen Menekanerin mit kratziger Stimme zwei seiner schweren Repetierarmbrüste in die Hand. Die Menekaner waren früher immer froh wenn er ihnen ihre Waffen repariert hatte, was teilwiese gar nicht leicht war. Der Wüstensand setzte immer den Mechanismen zu.
Auf der Fahrt nach Lameriast bereite sich langsam ein angenehmes Gefühl und eine Lust auf die Reise in Eldir aus, lange hatte er dieses Gefühl nicht mehr gehabt, ein Ziel vor Augen.
Als er dann die alte Festung der Gefährtinnen sah, musste er für den Moment lang ein paar Tränen runter kämpfen, erst dann legte er den kleinen Goldring in eines der zu gewucherten Beete und machte sich auf den Weg nach Wulfgard und Grimwould. Viele seiner alten Freunde waren hier verwurzelt, dieses große Thyrenweib das mit ihm immer gesoffen hat Hailey, Argos dieser Holzkopf, der vielleicht schon sein Geschenk finden würde, dass er ihm in der großen Truhe am Tor hinterlassen hatte. Leif und Falk, wenn er nicht wüsste, dass er nicht in die Ahnenhallen der Thyren eingehen würde, würde er sich glatt wünschen die beiden dort wiederzusehen. Und auch Kanubio, den er noch aus seinen frühen Tagen bei den Waldgeistern kannte. Viel Zeit war seit dem vergangen und auch für ihn würde sich dort ein Päckchen finden. Auf der Reise zurück zum Hafen machte Eldir noch kurz halt bei der Burg Eisenwart, früher Ort so vieler Streitigkeiten, Heute lag sie so still da.
Im Laufe der nächsten Tage verbrachte Eldir viel Zeit damit seine Waffen und seine Ausrüstung abzustimmen, es durfte alles nicht allzu schwer zu tragen sein aber trotzdem auch für eine beschwerliche Reise an Land ausreichen, Als er dann schließlich an Bord des Schiffes ging und auf den Weg in seine Kajüte machte, war alles organisiert. Er würde nach zwei Jahren wieder heimkehren, an den Ort wo seine Reise vor mehr als sechs Jahren begonnen hatte. Später als das Schiff sich mit einem Ruck von der Kaimauer löste und langsam fahrt aufnahm, stand Eldir an der Reling und blickte auf das schwindende Bajard. „Mach‘s gut Gerimor!“ murmelte der breit gebaute Waldläufer leise. Ein Stück alten roten Rüschenstoffes zwischen den Fingern reibend, dessen letzte Zipfel grad noch in seiner Armschiene verborgen waren. „Bald musst du dir keine Sorgen mehr um mich machen, dann bin ich zuhause.“ Ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen, wurde jener zurück gestopft und er ging unter Deck.
Nach einigen Tagen ruhiger Fahrt, kam der alte Kapitän unter Deck und meinte lächelnd, „So Kerl, wir sind da!“ seine letzten Sachen zusammen suchend folgte Eldir dem Mann auf Deck. Das Schiff passierte Grad den Felsenkamm hinter dem früher einmal Kilest gelegen hatte, aber von der Stadt waren nicht mehr als ein paar Ruinen geblieben. Ein Stück vor der Kaimauer ließ der Kapitän das Schiff halten und den Anker werfen, ein kleines Ruderboot brachte Eldir an Land. Auf der Kaimauer stehend rief der alte Kapitän „Und was ist mit dem Rest?!“ mit einem Lächeln wandte sich Eldir um und zog ein Pergament aus seiner Weste band es an einen Pfeil und setzt diesen mit einem genau gezielten Schuss an den Mast des Schiffes. „Das ist die Wegbeschreibung, gute Fahrt!“ Mit diesen Worten schulterte Eldir seine Reisetasche und stapfte gen Stadt, die Straßen waren verwüstet und alles lag in Trümmern, in vielen Häusern mussten Feuer gewütet haben, die die Orks damals angezündet hatten. Hier und da hörte Eldir auch noch Geräusche der Orks, so schlich er leise in eines der Häuser und beschloss auf den Einbruch der Nacht zu warten.
Als es dunkel war schlich er leise zu den Toren, dort waren tatsächlich einige Grünhäute grade dabei sich um ein Stück Beute zu balgen, das sie wohl aus den Ruinen geklaubt hatten. Möglichst leise versuchte Eldir an den dreien vorbei zu kommen, doch da war dieses Kratzen im Hals und ein lautes Husten entführ ihm gefolgt von einem kurzen Hustenanfall, mit Tränen von runtergekämpftem weiteren Husten rannte Eldir in den Wald. Das laute Grunzen in seinem Rücken verriet ihm, dass er entdeckt wurde. Das quäckende Horn wenig später beschied ihm, dass diese drei Orks nicht die einzigen gewesen sein mochten.
Während sich Eldir stets weiter gen der Sümpfe bewegte musste er nun immer wieder Ork-Patrouille ausweichen, die ihm auf Schritt und Tritt zu folgen schienen. Wobei er während der kleinen Hetzjagten die sie auf ihn veranstalteten immer wieder sich verstecken musste. Da ihm die Luft ausging bei dieser Art der Verfolgung und ihn anschließend wenn auch stets unterdrückt schwere Hustenanfälle plagten. Nach einer Weile wurde das Erdreich weicher, sumpfiger und die Umgebung wirkte merkwürdig vertraut. Dann plötzlich einen Moment musste er unachtsam gewesen sein, brachen mehrere Grünhäute durch das Unterholz und auf ihn zu. Das wäre ihm Früher nie passiert. Den ersten Angriff konnte er noch mit dem Bogenholz parieren, der aufgelegte Pfeil beendete den Lauf des zweiten Angreifers abrupt. Aber es waren zu viele und sie waren zu nah, also warf sich Eldir herum und rannte los. Das leise Klacken das die Armbrust auslöste hätte er wohl kaum gehört wenn der Bolzen der sich von hinten in seinen Rücken bohrte nicht dieses Geräusch wiederhallen ließe wie im Traum. Noch ein paar Schritte stolperte Eldir weiter bis er schließlich durch das Gebüsch krachte und mitten auf eine Lichtung, dort stand ein Haus. Etwas weiter den Weg hinab, mit einer Reihe von drei Grabsteinen. Er war Zuhause angekommen, seine Bewegungen wurden zwar stetig langsamer aber er schwankte zu den Steinen und sackte auf die Knie als er jene erreichte. Mit der behandschuhten Hand wischte er das Moos von den Steinen und ein leichtes Lächeln schob sich über seine Züge, mit versiegenden Kräften den Handschuh von der Hand ziehend, um die Handfläche auf den Stein zu legen, bevor er hustend zusammen sackte. Seine Blicke wurden langsamer, träge, richteten sich kurz auf die gezackte Bolzenspitze, die aus seiner Brust ragte und auf seine Verfolger die aus dem Gebüsch brachen. Durch das er nur kurz vor ihnen gekommen war. Sein Jagdmesser ziehend und die Klinge gegen sich wendend, überschwemmte ein letzter Schwall trüber werdender Schmerzen seine Sinne, bevor sie zu schwinden begannen…
Endlich wieder draußen, aber die Worte des alten Heilers hingen ihm immer noch im Kopf. „Sterben, Sterben…“ Der Gedanke daran machte ihm erschreckend wenig aus, das einzige was langsam anfing ihn zu ärgern, er würde weit von seiner Heimat weg sterben. Das kleine Dorf am Rand der Sümpfe, langsam verblasste es schon in seiner Erinnerung. Verschmolz mit den Dörfern die er gesehen hatte auf seinen Reisen und wurde schließlich zu einem Klischee von Dorf. Er würde sich wünschen dort bei seiner Familie begraben zu werden, auch wenn er sich nie etwas daraus gemacht hatte, was mit seinem verwesenden Rest passieren sollte. Jetzt wo es greifbar wurde, dass er sterben würde, fing es an ihm etwas aus zu machen.
Nachdenklich spielte er an diesem Abend mit der Pfeife zwischen den Fingern bevor er sie dem Rat des Heilers folgend doch wieder wegsteckte. Wie könnte er nach Kilest kommen? Von dort aus würde er den Weg in das Dorf bei den Sümpfen finden, in zwei Jahren konnte es sich nicht so viel verändert haben. Er war am Abend noch durch Bajard gewandert und hatte jeden Kapitän dessen Schiff hochseetauglich aussah gefragt, ob er Kilest anfahren würde. Die Antworten waren nie gleich, aber ein Kopfschütteln, ein lautes Auflachen und ein Zeigefinger der an die Schläfe pochte, hatten in diesem Fall alle dieselbe Bedeutung. Kein Kapitän der bei klarem Verstand war, würde Kilest anfahren, hieß es doch immer noch, dass die Orks die Stadt besetzen und sogar in einem gewissen Umkreis Seefahrern mit ihren primitiven Schiffen zusetzen. Und vielleicht lag darin der Schlüssel, er brauchte einen Kapitän der wahnsinnig war, einer der Kapitäne in Bajard gab dahingehend den Richtigen Hinweis. „Geh doch zu den Piraten, die sind vielleicht waghalsig genug, wenn du genug zahlen kannst…“
Es dauerte noch gut zwei Tage, bis er von Unterhändler zu Unterhändler gereicht vor einem alten Seebären stand, dessen Bein nur noch ein Holzpflog war. Was unter der Augenklappe verborgen sein mochte wollte sich Eldir gar nicht vorstellen. „So so Kilest, das wird teuer und obwohl du kräftig aussiehst wirst dir die Fahrt nicht erarbeiten können, ich will Bares sehn.“ Nachdenklich fuhr sich Eldir um den Bart und brummte dann mit kräftiger Stimme „Zehn Hände voller großer Münzen jetzt und wenn wir ankommen verrate ich euch fei wo es noch mal so viel zu holen gibt.“ Laut lachend spuckte der alte Seebär in die Hand und streckte sie aus „Wird sind im Geschäft, in vier Tagen fahren wir aus Bajard los.“ Mit einem stummen Nicken verabschiedete sich Eldir und schlug die Kapuze wieder über sich gen Norden wendend, er hatte noch einiges zu erledigen.
Zunächst würde er seine Sachen bei Wolf in Ordnung bringen, alles was er nicht mitnehmen kann müsste bei ihm bleiben. Da Eldir ohnehin nicht plante wieder zu kommen, stopfte er alles was für Wolf vielleicht noch von Wert sein könnte in seine Truhe in Wolfs Höhle. Einen Zettel fertig machend und jenen mit einem Dolch an der Tür befestigend.
He da Wolf!
Ich hab dir nen paar meiner Sachen da gelassen,
du weist das ich fei kein Mann großer Worte bin.
Darum belasse ich es dabei, behalt mich in guter Erinnerung.
Dein Freund Eldir
Anschließend machte er sich auf den Weg, erst Menek’Ur, dann Lamaeriast. Eldir wollte sich noch einmal all die Orte ansehen, die sein Leben geprägt haben. Auf Menek’Ur drückte er einer jungen Menekanerin mit kratziger Stimme zwei seiner schweren Repetierarmbrüste in die Hand. Die Menekaner waren früher immer froh wenn er ihnen ihre Waffen repariert hatte, was teilwiese gar nicht leicht war. Der Wüstensand setzte immer den Mechanismen zu.
Auf der Fahrt nach Lameriast bereite sich langsam ein angenehmes Gefühl und eine Lust auf die Reise in Eldir aus, lange hatte er dieses Gefühl nicht mehr gehabt, ein Ziel vor Augen.
Als er dann die alte Festung der Gefährtinnen sah, musste er für den Moment lang ein paar Tränen runter kämpfen, erst dann legte er den kleinen Goldring in eines der zu gewucherten Beete und machte sich auf den Weg nach Wulfgard und Grimwould. Viele seiner alten Freunde waren hier verwurzelt, dieses große Thyrenweib das mit ihm immer gesoffen hat Hailey, Argos dieser Holzkopf, der vielleicht schon sein Geschenk finden würde, dass er ihm in der großen Truhe am Tor hinterlassen hatte. Leif und Falk, wenn er nicht wüsste, dass er nicht in die Ahnenhallen der Thyren eingehen würde, würde er sich glatt wünschen die beiden dort wiederzusehen. Und auch Kanubio, den er noch aus seinen frühen Tagen bei den Waldgeistern kannte. Viel Zeit war seit dem vergangen und auch für ihn würde sich dort ein Päckchen finden. Auf der Reise zurück zum Hafen machte Eldir noch kurz halt bei der Burg Eisenwart, früher Ort so vieler Streitigkeiten, Heute lag sie so still da.
Im Laufe der nächsten Tage verbrachte Eldir viel Zeit damit seine Waffen und seine Ausrüstung abzustimmen, es durfte alles nicht allzu schwer zu tragen sein aber trotzdem auch für eine beschwerliche Reise an Land ausreichen, Als er dann schließlich an Bord des Schiffes ging und auf den Weg in seine Kajüte machte, war alles organisiert. Er würde nach zwei Jahren wieder heimkehren, an den Ort wo seine Reise vor mehr als sechs Jahren begonnen hatte. Später als das Schiff sich mit einem Ruck von der Kaimauer löste und langsam fahrt aufnahm, stand Eldir an der Reling und blickte auf das schwindende Bajard. „Mach‘s gut Gerimor!“ murmelte der breit gebaute Waldläufer leise. Ein Stück alten roten Rüschenstoffes zwischen den Fingern reibend, dessen letzte Zipfel grad noch in seiner Armschiene verborgen waren. „Bald musst du dir keine Sorgen mehr um mich machen, dann bin ich zuhause.“ Ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen, wurde jener zurück gestopft und er ging unter Deck.
Nach einigen Tagen ruhiger Fahrt, kam der alte Kapitän unter Deck und meinte lächelnd, „So Kerl, wir sind da!“ seine letzten Sachen zusammen suchend folgte Eldir dem Mann auf Deck. Das Schiff passierte Grad den Felsenkamm hinter dem früher einmal Kilest gelegen hatte, aber von der Stadt waren nicht mehr als ein paar Ruinen geblieben. Ein Stück vor der Kaimauer ließ der Kapitän das Schiff halten und den Anker werfen, ein kleines Ruderboot brachte Eldir an Land. Auf der Kaimauer stehend rief der alte Kapitän „Und was ist mit dem Rest?!“ mit einem Lächeln wandte sich Eldir um und zog ein Pergament aus seiner Weste band es an einen Pfeil und setzt diesen mit einem genau gezielten Schuss an den Mast des Schiffes. „Das ist die Wegbeschreibung, gute Fahrt!“ Mit diesen Worten schulterte Eldir seine Reisetasche und stapfte gen Stadt, die Straßen waren verwüstet und alles lag in Trümmern, in vielen Häusern mussten Feuer gewütet haben, die die Orks damals angezündet hatten. Hier und da hörte Eldir auch noch Geräusche der Orks, so schlich er leise in eines der Häuser und beschloss auf den Einbruch der Nacht zu warten.
Als es dunkel war schlich er leise zu den Toren, dort waren tatsächlich einige Grünhäute grade dabei sich um ein Stück Beute zu balgen, das sie wohl aus den Ruinen geklaubt hatten. Möglichst leise versuchte Eldir an den dreien vorbei zu kommen, doch da war dieses Kratzen im Hals und ein lautes Husten entführ ihm gefolgt von einem kurzen Hustenanfall, mit Tränen von runtergekämpftem weiteren Husten rannte Eldir in den Wald. Das laute Grunzen in seinem Rücken verriet ihm, dass er entdeckt wurde. Das quäckende Horn wenig später beschied ihm, dass diese drei Orks nicht die einzigen gewesen sein mochten.
Während sich Eldir stets weiter gen der Sümpfe bewegte musste er nun immer wieder Ork-Patrouille ausweichen, die ihm auf Schritt und Tritt zu folgen schienen. Wobei er während der kleinen Hetzjagten die sie auf ihn veranstalteten immer wieder sich verstecken musste. Da ihm die Luft ausging bei dieser Art der Verfolgung und ihn anschließend wenn auch stets unterdrückt schwere Hustenanfälle plagten. Nach einer Weile wurde das Erdreich weicher, sumpfiger und die Umgebung wirkte merkwürdig vertraut. Dann plötzlich einen Moment musste er unachtsam gewesen sein, brachen mehrere Grünhäute durch das Unterholz und auf ihn zu. Das wäre ihm Früher nie passiert. Den ersten Angriff konnte er noch mit dem Bogenholz parieren, der aufgelegte Pfeil beendete den Lauf des zweiten Angreifers abrupt. Aber es waren zu viele und sie waren zu nah, also warf sich Eldir herum und rannte los. Das leise Klacken das die Armbrust auslöste hätte er wohl kaum gehört wenn der Bolzen der sich von hinten in seinen Rücken bohrte nicht dieses Geräusch wiederhallen ließe wie im Traum. Noch ein paar Schritte stolperte Eldir weiter bis er schließlich durch das Gebüsch krachte und mitten auf eine Lichtung, dort stand ein Haus. Etwas weiter den Weg hinab, mit einer Reihe von drei Grabsteinen. Er war Zuhause angekommen, seine Bewegungen wurden zwar stetig langsamer aber er schwankte zu den Steinen und sackte auf die Knie als er jene erreichte. Mit der behandschuhten Hand wischte er das Moos von den Steinen und ein leichtes Lächeln schob sich über seine Züge, mit versiegenden Kräften den Handschuh von der Hand ziehend, um die Handfläche auf den Stein zu legen, bevor er hustend zusammen sackte. Seine Blicke wurden langsamer, träge, richteten sich kurz auf die gezackte Bolzenspitze, die aus seiner Brust ragte und auf seine Verfolger die aus dem Gebüsch brachen. Durch das er nur kurz vor ihnen gekommen war. Sein Jagdmesser ziehend und die Klinge gegen sich wendend, überschwemmte ein letzter Schwall trüber werdender Schmerzen seine Sinne, bevor sie zu schwinden begannen…