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Asche für Asche, Blut für Blut
Verfasst: Dienstag 21. August 2012, 14:35
von Releana Kelbela
Was ist die Aufgabe eines Heilkundigen im Dienste eines Gottes der uns lehrt, dass das Schwache sterben muss um dem Starken Luft zum gedeihen zu geben? Die Antwort ist einfach, denn die Aufgabe ist es, den Starken dazu anzuleiten stärker zu werden und das Werkzeug des All-Einen mit der gleichen Sorgfalt zu behandeln, wie einen wertvollen Schatz. Wer erkannt hat, das auch ein starker Geist eine starke Hülle benötigt, wer sich demnach mit Weisheit um seinen Körper bemüht, hat ein gutes Stück zum Ruhme Alatars beigetragen.
Auszug aus dem Kodex der Heilkundigen Releana
Asche für Asche, Blut für Blut.
Zu wahrer Stärke findet nur der, der klug genug ist zu erkennen wann er sich am besten mit anderen zusammen schließen sollte, die seine eigenen Stärken ergänzen und seine Schwächen ausgleichen. Zu wahrem Wissen finden die, die den Mut finden über den Tellerrand des eigenen Gebietes hinauszusehen, um zu finden was jenseits davon liegt. Beide Punkte begehrte sie für sich selbst. Die größte Stärke zu der sie fähig war, das tiefste Wissen das man ansammeln konnte. Und nun hatte sie endlich einen Weg gefunden beides zu erlangen.
Als Riah sie auf die Gemeinschaft aufmerksam gemacht hatte, war sie noch unsicher gewesen, hatte keinen Sinn darin gesehen sich Kämpfern und Magiern anzuschließen, wo sie immer das schwächste Glied sein würde. Immer? Nein. Sie hatte nicht lange gebraucht um zu erkennen dass auch der beste Kämpfer nicht über das heilerische Wissen einer Heilkundigen verfügte. Das wäre ein Platz den sie ausfüllen konnte, ein Platz der für sie wie gemacht, auf sie nur zu warten schien. Und doch...
Asche für Asche.
Es dauerte Tage bis sie Riah wieder sah, nur um zu erfahren dass sie einen Brief an die ehrenwerte Ritterin schreiben sollte und um Aufnahme ersuchen. Wie merkwürdig es sich anfühlte dass ihr Herz nicht raste vor Nervosität, wie merkwürdig, dass das Verlangen nach wahrer Größe nicht in ihren Zeilen zu lesen war. Aber jetzt... da sie einen Weg hatte, eine Entscheidung getroffen, war da nur noch Ruhe. Was sollte denn passieren? Man könnte sie ablehnen und sie würde einen anderen Weg, andere Weggefährten wählen müssen.
Auch die Antwort der Ritterin konnte die innere Ruhe kaum durchbrechen, der Termin stand fest und sie würde nicht mehr tun können, als zu überzeugen. Warum sich aufregen? Alles würde sich fügen wie Alatar es wollte... Als sie Schlussendlich vor ihr stand, Tage vor dem eigentlichen Termin... da gab es keine Zeit nervös zu werden oder Angst zu haben. Sie führte das Gespräch aus dem Bauch heraus... und wurde angenommen.
Blut für Blut.
Die Aufgabe des Heilkundigen im Dienste des All-Einen ist, Stärke zu Stärke zu führen und selbst Stärke zu erlangen. Eine Aufgabe, die einen Ort, ein Umfeld gebraucht und nun auch gefunden hatte. Ein Umfeld in dem es ihr möglich war ihrer Arbeit unbeschwert und ohne Sorge nachzugehen. Ein weiterer Schritt war getan, ein Schritt auf einem Weg der nicht weniger blutig sein würde als der eines Kriegers. Nur ein anderes Schlachtfeld.
Verfasst: Donnerstag 30. August 2012, 21:03
von Anastasia Swynedd
Viele Personen können zu einer Einheit heranwachsen, indem man ein gemeinsames Ziel verfolgt. Viele Personen können Macht verspüren, indem man das Blut gemeinsam in Wallung bringt. Viele Personen können ihren Zorn ausleben, indem man Ihren Hass schürt. Charakter und Individualität. Macht und Stärke. Zorn und Hass.
Als das Kaminfeuer mit letzten Kräften die schmalen Holzüberreste niederbrannte, schienen die Schatten an den Wänden zu wachsen, um ein letztes Mal an diesem Abend Ihren Tanz vorzuführen. Lange, spinnenartige Beine streckten sich über die Wände, um von einem Gegenstand zum Nächsten überzuspringen. Schleichend nahm die Dunkelheit Zentimeter um Zentimeter des Zimmers ein, doch erst als auch das blasse Antlitz der Blonden in Schatten gehüllt wurde und die Spinnenfinger der Finsternis Ihr Gesicht liebkosten, schlug sie das dicke Buch vor sich zu: „Das Streben nach Höherem.“.
Unter dem scharrenden Geräusch des schweren Steinstuhles drückte sie sich in die Höhe. Der schwarze Stoff, der Ihre schlanken Beine umspielte, schien sich mit der allmählich alles einnehmenden Finsternis zu vereinen. Nicht nur die Beine, auch der Torso, die Arme und Hände wurden nun Eins mit der Dunkelheit, um so den Kontrast der hellen Haut am Dekolleté, über den Hals bis hin zum Gesicht in den Vordergrund zu rücken. Noch ein letztes Mal strichen die behandschuhten Finger über die silberne Prägung des alatarischen Werkes, ehe sie sich dann dem kargen Garten zuwendete. „Spartanisch. Aber etwas anderes hätte ich von Dir auch nicht erwartet.“, die Stimme des Letharen kam Ihr in den Sinn, als sie den Blick durch den Garten wandern ließ. Man vernahm hier nicht einmal den Gesang der Vögel. Gar so, als wäre es selbst Ihnen zu trostlos. Doch warum Skulpturen aufstellen und Blumenbeete anlegen lassen, wenn sich die wahre Schönheit doch sowieso nur in der Unberührtheit der Dinge offenbarte?
Viele Grashalme hatten unter den schweren Schritten der Besuchter gelitten, das Schuhwerk von Kriegern, Magiern und Templern hatte das Grün in die Knie gezwungen, während man sich an der Gruppenstärke erfreut hatte. Aus einer langjährigen Idee wurde Realität und erst nach und nach ließ sich die Ausmaße dieser getroffenen Entscheidung abschätzen. Fürsprecher, wie auch Neider trafen aufeinander, Pro und Contra wurde noch lange nach der Gründung abgewogen. Für den Herrn und das höhere Ziel.
Als sie auch hier allmählich von der Dunkelheit dominiert wurde, trugen Ihre Füße sie in die obere Etage. Sie war so müde, unendlich müde. Nicht die Arbeit war es, die triste Stagnation raubte Ihr allmählich die Kraft. Drei Jahre waren inzwischen in das Land gezogen. Jahre voller Höhen, Tiefen und oftmals leerer Versprechungen. Sie spürte das Bett unter sich. Weiche Daunen, die sich schützend, wie eine zweite Haut um sie schlossen. Ja... sie war all dem mancher Tage so überdrüssig, es war viel zu...
Doch noch ehe sie Ihr Gedankenspiel beenden konnte, hatte der Schlaf sie übermannt. Diese Schlacht hatte sie für heute verloren.
[Fortsetzung folgt.]
Verfasst: Dienstag 25. September 2012, 08:27
von Syrion Salakaz
Früh am Morgen lag Syrion schon wach im Bett. Die ersten Sonnenstrahlen spendeten bereits Licht in seinem Schlafzimmer und erhellten ebenso den Marktplatz, der direkt vor seinem Haus war. Träge und gefesselt von der Entspannung, die das Bett auf ihn an diesem Morgen ausübte, sinnierte er über sich und seinen Aufenthalt in Rahal nach.
Viel Zeit war bereits vergangen. Schon über einen halben Jahreslauf befand sich Syrion in der heiligen Stadt und hatte sich nicht nur eifrig, sondern auch neugierig den Geboten des All-Einen hingegeben. Er hatte sich der Stadtwache angeschlossen, in der er nach eifriger und harter Arbeit, sich bereits zum Trabanten hoch arbeiten konnte. Die Arbeit in der Stadtwache erfüllte ihn mit Stolz und motivierte ihn zugleich, weiter hart zu arbeiten und das Leben der Bewohner des Reiches zu sichern.
Ebenso wie er eine gute Beschäftigung in der Stadtwache fand, lernte er auch viele wichtige Personen kennen. Unter anderem auch Anastasia. Bei ihrem ersten Treffen im Tempel, bei der Weihe Xyntias zur Vicaria, wirkte sie stark distanziert und kühl, er hatte zu dem Zeitpunkt das Gefühl, dass er sie meiden sollte, auch wenn es mit seiner Berufung in der Stadtwache nur eine Frage der Zeit war, sie doch kennen zu lernen. Nach der Weihe traf er öfter auf sie, öfter, als er es sich gewünscht hätte, denn seine Einschätzung ihrer Person hatte seit dem Tempel immer in seinem Hinterkopf gesessen und ihn ständig gewarnt. Doch mit der Zeit bemerkte er, dass die Ritterin, so man sie denn etwas kennenlernen konnte, nicht so gefährlich war, wie es ihre kalte Ausstrahlung andeutete. Natürlich galt dies nur dann, wenn man sie nicht verärgerte.
Inzwischen hatte sie ihn für sich eingenommen und er war auch der Pranke beigetreten, in der er sich inzwischen sehr wohl fühlte. Mit Stolz trug er das Wappen der Gemeinschaft, der er angehörte. Aber der Beitritt war nicht alles, was sie ihm brachte. Sie hatte ihn zu ihrem Knappen gemacht. Eine Ehrung seiner Person, mit der er nicht gerechnet hatte und die viele Erwartungen mit sich bringt, die er mit Fleiß und harter Arbeit erfüllen will, egal wie schwer seine Aufgaben und sein Unterricht werden würde.
In der Gemeinschaft hatte er schon viele wichtige Persönlichkeiten kennenlernen dürfen und gehörte inzwischen auch zu ihnen, was ihn auch freute. Er hatte auch eine Aufgabe dort, ein Turnier für die Stadt planen, er würde es in den kommenden Tagen sicher angehen, damit es Gestalt annehmen konnte. Jedenfalls hatte er schon viele Ideen, die es umzusetzen halt, vielleicht würde er auch Anastasias Rat diesbezüglich einholen.
Es waren viele Gedanken die er an diesem Morgen gehabt hatte, doch hatten sie wieder seine Motivation geweckt und ihn nun schlussendlich aus dem Bett steigen lassen. Voller Elan und Tatendrang machte er sich nun wieder an die Arbeit für das Reich und für die Pranke.
Verfasst: Dienstag 25. September 2012, 09:11
von Releana Kelbela
Müde ließ sich die rothaarige Heilerin auf eine der Liegen sinken, lehnte den Rücken gegen die Wand und schloss für einen Moment die fast gelb schimmernden Augen. So sehr sie ihre Arbeit liebte, so gern sie ihren Beruf auch ausübte... es war anstrengend. Sie gab sich Mühe niemanden etwas merken zu lassen, doch an manchen Tagen, und das hier war ein solcher, war sie einfach am Rande der Erschöpfung. Bis spät in die Nacht hinein hatte sie Dienst in der Stadtwache gehabt, dann war sie weiter zum Gildensitz gegangen, hatte sich dort um die Dinge gekümmert, die unmittelbar anlagen, nur um auf dem Heimweg jemandem in die Arme zu laufen, der wegen einer Schlägerei einen Heiler suchte. Um es kurz zu machen – ihre Nacht war sehr kurz gewesen. Wieder einmal.
Einen Moment lang verzogen sich die Lippen ein wenig, während sie darüber nachdachte, ob sie es anders haben wollte. Natürlich, gerade der Adjutant hatte das unvergleichliche Talent sie zur Weißglut zu treiben, doch das wies auch Esalador auf. Sie hatte etwa 200 Mal mit dem Gedanken gespielt, ihr Austrittsgesuch einzureichen, doch dann hatte ihr Stolz überhand gewonnen. Sie würde sich mit Sicherheit nicht von einem einzigen Mann klein kriegen lassen. Egal wer er war. Und wenn sie ehrlich war, war er auch kaum so übel wie er in manchen Momenten erschien. Er war hart und mehr als aufbrausend, aber er war nicht ungerecht. Ein Umstand den sie zu schätzen wusste. Sie war Heilerin und sicher nicht geneigt, sich mit ihm anzulegen wenn sie einen Wutanfall befürchten musste.
Alles in allem, folgerte sie, hatte sie es doch gar nicht so schlecht. Sie hatte sich ihr Leben in Rahal eingerichtet, lebte mit dem Mann zusammen mit dem sie ihr Leben teilen wollte, sie hatte die Gemeinschaft und die Stadtwache. Es musste sich alles noch einspielen, das sicherlich, aber alles in allem war sie seltsam glücklich. Langsam aber sicher fügte sich alles. Ihr Ruf als Alchimistin war nicht der schlechteste, und sie war eine gute Heilerin. Nein, sie war eine sehr gute Heilerin, korrigierte sie sich selbst. Wenn man Nathaniel glauben wollte, war sie die Beste im Reich. Natürlich würde er das über jeden sagen der ihn vom Rand des Todes zurückzerrte. Was aber nicht bedeutete, dass sie es ungern hörte.
Einen Moment würde sie noch hier sitzen bleiben... nur einen Moment noch ausruhen, dann würde es weiter gehen. In 5 Stunden begann ihr Dienst, und es gab so viel zu tun. Viel zu viel... Noch ehe sie den Gedanken zu Ende gedacht hatte, war sie schon in einen tiefen, traumlosen Schlaf gesunken.
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2012, 13:53
von Releana Kelbela
Der Morgen dämmerte gerade erst herauf, als er aufsaß und dem Hafen zustrebte. Auf das Schiff zu, das ihn ein für alle Mal von hier fortbringen würde. Schweigend sah sie ihm hinterher. Alle Worte waren gesprochen worden, alle Dinge geklärt. Sie hatte immer gewusst, dass sie erst nach dem Reich, nach Alatar an die Reihe kam und nun war der Zeitpunkt gekommen, an dem sich aus diesem Grund ihre Wege trennten. Er hatte gewusst, sie würde ihn nicht begleiten da ihre eigene Aufgabe hier, in der heiligen Stadt lag. Ebenso gut hatte sie gewusst, dass sie ihn nicht dazu bringen konnte zu bleiben.
Er würde nicht zurück kehren, er hatte nicht einmal versucht, ihr diesen Eindruck zu vermitteln. Dieser Abschied war von Dauer, also hatten sie einander schweigend gehalten bis die Zeit zum Aufbruch gekommen war. Alle Bande waren gelöst worden, ersetzt durch die Bande der Pflicht gegenüber dem Reich, gegenüber dem All-Einen, gegenüber seiner Heiligkeit. In einem Leben wie sie es führten war für Liebe wenig Raum, ein Umstand den sie nie wieder vergessen würde.
Ihr Blick folgte ihm noch eine ganze Weile, während er im Gewirr des Hafens untertauchte, dann wandte sie sich abrupt um und ging zurück ins Labor. Selbst jetzt gab es noch genug Arbeit, sie konnte sich die Schwäche nicht erlauben, daran zu denken dass er sie nie wieder sehen würde. Und sie ihn ebenfalls nicht. Einen Moment lang spürte sie den Drang, ihre Sachen zu packen und mit ihm zu gehen, doch sie band etwas anderes an diesen Ort. Ein einziges Gebot, das sie mit jedem Atemzug lebte.
„Dir zu dienen heißt Treue zu lernen, denn aus ihr erwächst der große Geist der all deine Gesegneten gleichermaßen erfüllt“ murmelte sie leise vor sich hin. Treue. Loyalität. Bande die schwerer wogen als das Verlangen nach seiner Nähe. Ihre Treue galt den Ahads, galt seiner Heiligkeit selbst. Sie würde nicht wortbrüchig werden. Eine einzelne Träne rann über ihre Wange, als sie sich sein Gesicht erneut vor Augen rief, sich an die Momente erinnerte, die sie mit ihm verbracht hatte.
„Leb wohl, Esalador. Viel Glück.“ Ein Abschied... Für immer.
Verfasst: Mittwoch 16. Januar 2013, 13:08
von Anastasia Swynedd
„Es gab eine Zeit, da schien die Sonne Tag und Nacht und nur in den Bergen, Höhlen und unter Wasser ward es dunkel. Genau genommen konnte man sagen, oberhalb der Erde war immer Tag und darunter immer Nacht.“
Mit einer langsamen Bewegung wurde das Buch nach dem ersten Absatz des neuen Kapitels geschlossen. Helle Haarsträhnen hatten sich in Ihr Gesicht verwirrt, verliehen den strengen Zügen eine Nuance, die man so selten im Gesicht der Ahad sehen konnte. Der Blick aus den hellen Augen glitt zu der Fensterfront Ihres Anwesens hinüber, um die Aufmerksamkeit einige Momente der dort draußen vorherrschenden Dunkelheit zu widmen.
In den Höhlen war es immer dunkel, sie konnten nicht die Schönheit eines Sternenhimmels bewundern, geschweige denn die wohltuende Wärme der ersten Sonnenstrahlen im anbrechenden Frühling. Die Dunkelheit hatte sich wie ein Mantel, um Ihre Kinder gelegt. Schütze, versteckte und beeinflusste sie mit Sicherheit. Der mehlige Geschmack der hellen Made breitete sich ein weiteres Mal auf Ihrer Zunge aus, als Ihre Gedanken weiter und weiter in das düstere, komplexe Höhlensystem vordrangen. „Wir essen, um zu überleben.“, drang die basslastige Stimme an Ihr Ohr, während das weiße Tier sich zwischen Ihren Fingerspitzen wand. Keinen Sinn für Schönheit und Ästhetik. Die Dunkelheit hatte die Arme ausgebreitet und eine Schwärze über Ihre Welt gebracht. Sie fühlte seinen Blick, hörte seine Worte, als sich die vielen Beinchen der Made über Ihre Zunge bewegten. „Voneinander lernen. Miteinander leben.“, wie oft tauchte sie bereits in die allumfassende Dunkelheit ein? Ließ sich auf diese Lehren ein? Die Flüssigkeit, die sich in Ihrem Mund ausbreitete, als sie die Made in der Mitte zerteilte, war warm und zeugte von Leben. Von einem ausgelöschten Leben, dessen Saft sich in Ihrer Kehle ausbreitete, ohne, dass sie den Geschmack richtig hätte definieren können. Mit dem Geschmack breitete sich in Ihr aber auch eine Art Gewissheit aus: Sie gaben tatsächlich alles dafür, um zu überleben. Wie überheblich mochten Ihnen die Menschen erscheinen? Vor allem diese, die sich mit Ihrem Hab und Gut fühlten, wie die Made im Speck?
Nicht zum ersten Mal ertappte sie sich dabei, wie sie in all den Jahren das ein oder andere Mal Vergleiche zu dem Volk der Letharen anstellte. Ihr Verhalten, Ihre Lebenweise, Ihre Hierarchie, Ihr Zusammenhalt. Es gab Momente, in denen sie sich den Kindern des Herrn zugehöriger fühlte, als den Menschen in den Städten des alatarischen Reiches. Mit spitzen Fingern zeichnete sie zum wiederholten Male die letharische Rune an Ihrem Handgelenk nach, das Zeichen der Verbundenheit, der Loyalität. Sie konnte Ihn spüren, auch jetzt. Den Blick aus dunkelgrünen Augen. Sie konnte es hören. Das unterdrückte Knurren, welches aus dem muskulösen Brustkorb drang. Er war der Inbegriff der Loyalität für sie. „Wach' auf, Anastasia. Wach' auf. Oder muss ich Dich erst bewusstlos prügeln?“. Der Schlag der gepanzerten Hand flammte in Ihren Erinnerungen auf, ließ die linke Gesichtshälfte brennen. „Wo ist die Anastasia geblieben, die ich kennen und schätzen lernte?“, ein animalisches Knurren, dann der eiskalte Griff um Ihre Kehle herum.
Hier saß sie nun. Die Schultern durchgedrückt, die Haltung gerade und der Blick so entschlossen, wie sie es seit langer Zeit nicht mehr war. Sie war gefallen, nicht aber liegen geblieben. Durch den Rückfall schien eine Stärke in Ihr zu sprießen, die sie nicht nur dem All-Einen zu verdanken hatte. Ein Gefühl hatte sich in Ihr eingenistet, das jede andere Emotion auslöschen konnte. Ein Gefühl, das jeder Beschreibung trotze. Aber er war es, der sie wieder auf die Füße gebracht hatte. Er war es, der Ihr die Fehler aufzeigte, die Konsequenzen verdeutlichte und Ihr die eigene Schwäche vor Augen führte. Sie hatte daraus gelernt. Und nicht nur das. Es war, als hätte man das Band ein weiteres mal geflochten, enger und unnachgiebiger, als in den Jahren zuvor. Die behandschuhten Finger an Ihrem Handgelenk hatten inzwischen die Form Ihrer Narbe verlassen, um eine weitere, letharische Rune in Gedanken nachzuzeichnen. Ein Narbengeflecht, das Ihr nur allzu bekannt war und von Ihrem Unterbewusstsein, in den Vordergrund gedrängt werden wollte.
Mit einem Ruck löste sie Ihren Blick von der Fensterfront, um beide Hände an den dicken Buchrücken vor sich zu legen. Die eingefallene Haltung, welche sie beim Lesen eingenommen hatte, war während Ihrer Gedankenreise vollkommen verschwunden und auch die blonden Strähnen machten der Strenge im Gesicht wieder Platz. Noch während sich die Fingerspitzen an den Ecken in das Buch gruben, machte sich eine grimmige Entschlossenheit in Ihrem Antlitz breit. Ein Ausdruck, der Ihren Augen eine eisige Kälte verlieh, Ihren geschwungenen Lippen einen animalischen Zug.
Für Seine Ziele.
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Verfasst: Mittwoch 16. Januar 2013, 14:35
von Tyr´riaxan
Diese verdammten Menschen! Ein schwerer Schlag der gepanzerten Hand rauschte gegen den leblosen Leib, gekettet an eine hölzerne Halterung in seinem Keller. Ein Bandit, Abschaum, Dreck, nicht mehr und nicht weniger, völlig nutzlos. Das einst, junge grobschlächtige Gesicht war inzwischen vollkommen deformiert und die Haut an jeder erdenklichen Stelle in dem Gesicht aufgeplatzt. Das letzte Blut quoll aus dem toten Leib und bildete eine Lache unter dem Gestell.
Der hochgewachsene Letharf sah auf die blutige Faust hinab. Die Handschuhe aus meisterlicher Hand gefertigt, jedes einzelne Glied musste funktionieren, dass es seinen Zweck erfüllte, und an den Spitzen feine, scharfkantige Kralle angebracht.
Wie seine Gemeinschaft, seine Geschwister.
Verbundenheit, Loyalität, jeder musste funktionieren, damit sich der eigentliche Zweck erfüllen konnte, doch was war, wenn einer aus der Reihe trat?
Alles würde bröckeln, wie seine Rüstung, würden die einzelnen Glieder sich lösen, wäre sein Körper ungeschützt, angreifbar, so war es auch mit der Gemeinschaft… tanzte ein Glied aus der Reihe, war sie schwach und angreifbar.
Anastasia – war sie so ein ‚schwaches’ Glied?
Wie alt war sie? 28 Jahre? 28 Jahre auf dieser Welt, nicht mehr als ein Welpe.
Sie vertraute ihm, das wusste er. Warum hatte er sich darum bemüht, ihr zurück auf den Weg zu helfen? Alatar sah seinen Sinn darin, da war er sicher. Sie war eine Ahad – Menschen sahen zu ihr auf und sie hatte eine wichtige Position, wie ein starkes Glied in einer Rüstung, würde sie versagen, würde ein Loch entstehen, das geflickt werden müssten.
Doch er kam nicht umher sich einzugestehen, dass seine Tat nicht uneigennützig war. Ihr Vertrauen eröffnete ihm das Tor zu einer Manipulation unbekannten Ausmaßes. Wie eine kleine Marionette, die sich an ihn krallte und von ihm geführt werden wollte.
Das malträtierte Gesicht des Letharfen verzog sich unter einem Grinsen. Die vernarbte, runzelige Gesichtshälfte durch seine damalige Weihe noch immer seltsam lahm, als hätte er nicht so recht die Kontrolle darüber.
„Meine Marionette…“
Es war ein seltsamer Bund, er sah so viele Facetten an ihr – Facetten die ihn an seine eigenen Geschwister erinnerte, aber zugleich auch diese unverkennbaren, hässlich - schwachen Züge einer einfachen Menschenfrau.
Ein flüchtiger Gedanke an ihr letztes Zusammentreffen und mit einem plötzlichen Anflug innerlicher Anspannung, rauschte die Faust abermals gegen das Gesicht des Menschenkadavers. Der Kopf flog zur Seite, das Genick brach und hing dann ohne den Widerstand des Knochens widerlich in einer nahezu akkuraten Horizontalen.
Bei Alatar, was trieb er da?
Diese Menschenfrau, diese eindringlichen Blicke, diese Kälte und doch diese Hingabe.
Für gewöhnlich hasste er die Menschen, diese hässliche Sprache, aber irgendwas gab es, an ihr, das ihn faszinierte.
Und je länger er an sie dachte, umso stärker wurde der eine Gedanke… war er das schwache Glied? Er zeigte der Frau Gesten und Berührungen, die kein anderer Mensch jemals von ihm ernten würde und vermutlich nicht einmal eine Lethra – war es wirklich nur noch die Manipulation, oder der Griff nach den Zügeln seiner Marionette? Loyalität und Vertrauen, das war es, was sie wollte. Etwas, dass die Letharen nach außen trugen, wenn sie gemeinsam unterwegs waren. Lernen von den Erfahrenen, eine starke Hierarchie, unumstößliche Disziplin, aber genauso auch das unendliche Streben nach Perfektion. Und wieder konnte er fast alles mit ihr in Verbindungen bringen.
Sie hörte auf das, was er sagte - sie hing an seinen Lippen und nicht einmal ein Griff um ihre Kehle, oder gar unter Schlägen, zeigte sie nicht einmal die Schwäche, die die Menschen so oft vor seiner Rasse zeigte: Angst.
Sie war ein Welpe, mit ihren Kanten und ihren Schwächen, aber wie der alte Ala’thraxor mal gesagt hat… „Jeder hat Schwächen, man muss nur mit ihnen umgehen können.“
Und selbst wenn sie seine Schwäche war, er würde sie formen, so wie Alatar sie brauchte. So manipulieren, dass sie das menschliche Fleisch unter ihrem Namen als Ahad so führen wird, wie es seiner Gemeinschaft als nützlich erscheint. Sie war sein unsichtbares Sprachrohr zum Volk…„Meine Marionette“
Für seine Ziele.
Verfasst: Mittwoch 16. Januar 2013, 18:11
von Gast
Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt. In Reihe und Glied
stand die Arkoritherin mit treuen Gefolgsleuten an deren Seite
sie bereits viele Schlachten bestanden hatte. An Körpergröße
konnte die kleine Frau kaum mit den anderen aufwiegen; was
ihre Kampfkraft anging jedoch wussten selbst die
herannahenden Feinde Bescheid.
Ruhig und flach ging ihr Atem. Kampfbereit war sie den
herannahenden Ordensrittern zugewandt – Oh.. sie waren viele.
Die graublauen Augen fix auf ihr Ziel gerichtet wirkte sie eine
jener mächtigen Applikationen für die ihr Orden unter den
Feinden gefürchtet war. Funken stoben auf, als der Ordensritter
noch im Sattel davon getroffen wurde – und dennoch hielt er
weiter auf sie zu – den Schild angehoben und das furchtbare
Schwert an der Seite herabragen lassend, bereit zum Schlag.
Ein schwarzer Schatten, so wirbelte sie auf der Stelle herum und
nahm die Beine in die Hand. In einem kurzen Sprint rannte sie
ins Fischerdorf hinein - kein Blick zurück - und nur das
charakteristische Geräusch von Rüstmetall das mit Holz
kollidierte ließ sie wissen dass die Ordensritter
erwartungsgemäß mit dem Holzbalken der Barrikade
Bekanntschaft gemacht hatten. Ihre helle Stimme brach kurz
unter der dicken Panzerung des Knochenhelms hervor in einem
hämischen Kichern – und sie unterband es sofort –
Zurückhaltung und Konzentration. Sofort blieb die Arkoritherin
stehen und wandte sich zum Feind herum.
Ein Tumult. Zwei der Reiter lagen am Boden – davon einer
bewusstlos und der andere hielt sich den schmerzenden Kopf,
noch als sie und ihr schwarzberobter Bruder ihn mit weiteren
todbringenden Liedwirkungen von seinem Leid erlösten. Die
Wucht mit der diese Applikationen den Boden des zum
Schlachtfeld mutierten Dorfeingangs aufplatzen liessen, der
Geruch von Blut und Angst versetzten sie in Erregung – ein
Gefühl das durchaus süchtig machen konnte, und die
Arkoritherin wusste darum – doch sie genoss die Atmossphäre.
Langsam, im Augenwinkel Tristan – sie vertraute auf ihn – war
er doch ebenso Teil des neuen Arkoritherordens wie sie: von
furchtbarer Anmut und kampferfahren dass keiner, nicht einmal
die größten Krieger unter den Ketzern es mit Ihnen aufnehmen
konnten. Der Blick wechselte zur anderen Seite hin und sie sah
Kava seine blau leuchtende Klinge im Leib eines Jünglings
versenken der in die Gewänder des Ketzerordens gekleidet war.
Blut durchtränkte das leuchtende Weiss der Ordensrobe und
konnte sie dennoch nicht von dem überraschten Ausdruck auf
dem Gesicht des Burschen ablenken – kaum älter als sie.
Die Sekunden in denen solche Impressionen durch ihren auf
Effizienz und Kampfstärke getrimmten Verstand huschten
muteten für den Moment wie die Ewigkeit an. Und doch waren es
nur Augenblicke. Schnell hatte sie ein neues Ziel ausgemacht
und kein Wort drang über ihre Lippen als sie einen der Reiter
förmlich in seiner Rüstung bersten ließ und er getroffen zu
Boden stürzte. Kein Mitleid für die Schwachen – es galt die
Schlacht zu gewinnen und ihr Knochenhelm fixierte einen
weiteren Berittenen. Erbarmungslos, kalt, hart – das waren die
Adjektive die bei ihren Gegner Assoziationen zu ihr hervorrufen
sollten.
So wollte sie es.
Verfasst: Freitag 24. Mai 2013, 11:15
von Gast
Man sagte ihm nach er wäre zu streng, zu wählerisch und setzte zu hohe Anforderungen in jene Welpen. Genaugenommen hatten die Meisten die er sich ansah nur enttäuscht, kein Biss, kein Durchhaltevermögen und viel zu wenige Eigeninitiative. Ja, er setzte vielleicht andere Maßstäbe, nicht nur im Glauben mussten sie bereit sein sich zu festigen, er verlangte auch Herz und Mut, etwas was er in den vergangenen Wochenumläufen bei nur wenigen der Anwärter sah.
Also sah er sich um, vernachlässigte seine Bücher sträflich, um nach neuem Material Ausschau zu halten. Auch jenes Umherwandern war ernüchtend, nur zwei die er näher in Augenschein nehmen wollte, doch auch dort vermisste er den hell lodernden Zorn der in ihnen als Saatkorn schlummerte, doch nicht auszubrechen schien.
Er demütigte sie, er forderte sie, er kämpfte mit ihnen, er verlangte Unmögliches... doch Mut und Herz, den Willen nach mehr zu streben... sah er in dieser Zeit nicht. Maya so stark und charismatisch fest in ihrem Tun und Glauben für die Gemeinschaft und nun seit vielen Monden fort... würde er jemand finden, der es wert wäre ausgebildet zu werden, nur noch einmal würde er jenes auf sich nehmen, Deavon hatte seine Führung schon lange nicht mehr nötig.
Die Ahad war auf Reisen und ein Treffen musste anberaumt werden.
Doch bis dahin würde er sich weiter damit beschäftigen zu suchen und zu prüfen.
Verfasst: Samstag 3. August 2013, 00:41
von Fann Thalwa
Sie setzte sich zu den anderen vieren an den Tisch, der frei mittig im Raum ruhte. Alle Seiten von gleicher Länge. Auf der einen saßen Deavon und die ehrenwerte Ahad, würdevoll und reserviert und doch gleichsam mit ihrer Anwesenheit den Kreis der Gemeinschaft schließend. Diese Anordnung verdeutlichte Fanns aufmerksamen Blick so gleich, dass sie die beiden ein respektvolles Verhältnis pflegten. Ihnen gegenüber saßen Neyla und ein unbekannter Lethar. Wie Fann waren sie Anwärter der Pranke des Herrn. Sie wurde geradezu rekrutiert, gezielt mit einem Prankenhieb aus dem Fluss voller schwarzer Fische herausgegriffen und zappelnd an Land gezogen. Statt ihr den Kopf abzubeißen bekam sie das Zeichen der Gemeinschaft der Pranke des Herrn ans Hemd gesteckt.
Die dritte Seite des Tisches nahm Fann für sich selbst ein, die Freiheit nutzend und genießend, mit ihren scharfen, klaren Augen jedes Gesicht für Studien der Mimik einer Betrachtung unterziehen zu können.
Wegen des Gardedienstes war sie zu spät gekommen, die Ablösung hatte etwas auf sich warten lassen. Es gab keine Schelte, keine schrägen Blicke. Lediglich ein dezentes Grüßen, ein Setzen ohne Aufhebens, ein Fortführen des Disputs.
Fann war genau dann in das Gespräch mit eingestiegen, als man über ihr Schreiben sprach. Tags zuvor hatte sie eine recht lange und umfassende Liste abgegeben, die ein Gesamtkonzept umfasste, sowie eine Aufsplittung der Vorschläge nach thematisch passenden Überschriften und übersichtlich aufgereihten Unterpunkten mit detaillierten Angaben.
Sie war nicht dazu aufgefordert gewesen Vorschläge für die Pranke des Herrn zu verfassen, konnte sich aber das Gefühl eines kleinen Funkens Stolz und Freude nicht erwehren, dass man es gelesen und grundsätzlich als gut befunden hatte. Sie selbst hatte von sich die Meinung, recht gut schreiben zu können, wenn man bedachte in welchen Verhältnissen sie viele Jahre gelebt hatte und dass ihre Mundart bewusst gewählt eine andere war.
Die Diskussionen, welche drei Veranstaltungen man als nächstes abhalten wolle, zu welchem Datum, mit welchen Gruppierungen, wieso und warum, wurden hauptsächlich zwischen den vieren ausgetragen. Die Ahad hörte zu und sah den Sprechenden an. Sie nickte, bejahte oder korrigierte auf eine ruhige Weise. Eine Art, die sie nicht leise oder klein wirken ließ. Das Schweigen und Sprechen im richtigen Moment verdeutlichte lediglich ihre Position und Haltung.
Jeder bekam seine Aufgaben zugewiesen, konnte sich sogar die nach eigenem Ermessen am besten zu einem passenden aussuchen.
Jetzt würden die Sachen wieder in Bewegung kommen.
Verfasst: Freitag 9. August 2013, 21:32
von Fann Thalwa
Nach und nach versammelten sich jene vorwiegend dunkel gekleideten auf ihren Rössern und Echsen auf der freien, ausgewählten Fläche. Einige waren den Einladungen gefolgt, andere besaßen nicht mal die Muße abzusagen. Vielleicht waren aber auch lediglich die Botenjungen unzuverlässig und ihnen gehörte der Hintern mit einem Rohrstock versohlt, dass sie die Absagen oder Terminüberschneidungen der verschiedenen Gemeinschaften nicht pünktlichen zum Haus der Pranke des Herrn brachten.
"Der Herr duldet keine Schwäche ... und darum sind wir hier um an uns zu arbeiten und diese Schwäche auszumerzen." So begrüßte Deavon die Gerüsteten.
Trotz derer, die nicht erscheinen konnten, da ihre Pflichten sie hielten, waren sie eine beachtliche Zahl an willigen Streitern verschiedener Berufungen. Deavon, wie Fann wohlwollend bemerkte, übernahm als Vertreter der Pranke des Herrn die Gruppen aufzuteilen und ersparte damit lange Diskussionen wer gegen wen antreten würde. Im Wissen um die Stärke jedes einzelnen teilte er jeder Gruppe Arkane zu, Nahkämpfer, Heiler und zum Schluss den Fernkämpfer: sie selbst.
Während der Aufteilung wurde Neyla neben ihr von einem Gefühl ergriffen, wie es bei manchen Kinderspielen zu Tage trat: die Sorge in keine Gruppe gewählt zu werden. Auch wenn es nur ein Scherz sein sollte, war sie sich nicht sicher, wie 'sicher' Neyla sich in der Rolle der offenen Feldschlacht mit ihren ausgesuchten Waffen fühlte. Fann war gar nicht in den Sinn gekommen, dass es zu negieren sei, diejenigen, die sich im Speziellen übten, zuletzt dem Grundgerüst einer kampffähigen Gruppe zuzuweisen. Der Pulk, die Masse, die Stoßkraft: das waren die Nahkämpfer.
Zudem war es eine Frage der Höflichkeit und Sitte, dass die Mitglieder der Pranke des Herrn sich am Schluss aufteilten.
Die Kunst mochte nun darin liegen zu erlernen, wie die Träger so vieler verschiedener Waffengattungen (oder Befähigungen) in einheitlicher Zusammenarbeit ihre Kräfte und Angriffe mobilisieren konnten. Den ganzen Abend wechselten sie sich in Angriff und Verteidigung ab, erprobten verschiedene Abläufe, kämpften zu Fuß oder zu Pferd. Angestrebte Perfektion.
Am Ende war man erschöpft, aber erfüllt von Tatendrang, sodass sich einige für ihre weiteren angestrebten Aufgaben verabschiedeten. Die meisten schienen zufrieden und wünschten sich eine Wiederholung.
Fann hatte sich nur gewünscht, dass man dergleichen vor den Schlachten um Grenzwarth und Düstersee abgehalten hätte.
Die Pranke des Herrn würde wohl nun dergleichen häufiger in die Wege leiten. Ein guter Beginn.