Eine unfreiwillig erfolgreiche Suche nach Dissonanzen
Verfasst: Montag 30. Juli 2012, 02:15
Einmal mehr ein Tag, der eindeutig anders lief als geplant.
Es begann damit, dass sie sich auf die Suche nach ein paar auf Karten verzeichneten Dissonanzen begeben hatte, um eben diese aus der Welt zu treiben. Sie kam freilich nicht weit - als sie an Bajard vorbeiflog, stieß sie auf zwei Kinder, die mit Erbsen eine Riesenspinne beschossen. Dass dies kein gutes Ende nehmen konnte, war der Elfe bewusst - und so eilte sie sich, aus Flügeln wieder Arme werden zu lassen und das Schlimmste zu verhindern.
Eine ganze Weile hatte sie daraufhin mit den Kindern zusammengesessen, ihnen ein wenig aus ihrer Vergangenheit vorgesungen und mit dem Jungen länger über die Ansichten zum Leben und zu den Göttern gesprochen.
Gerade wollte sie sich heimwärts wenden, als Shalaryl und Lun'mellin sie dazu überredeten, noch mit nach Bajard zu kommen um einen Schneider aufzusuchen - sie waren ja ohnehin unmittelbar vor der Tür.
Weit kamen sie allerdings nicht - eine ganze Rahaler Abordnung nahm sie prompt in Empfang. Und ließ sie vor allem nicht wieder gehen. Man stellte sie vor die Wahl - eine dürfe gehen, die anderen kämen mit nach Rahal. Sie schickte Lun'mellin fort - sie war die Unerfahrendste der Drei und im Zweifel jene, die die Fähigkeit besaß, sie wieder zu zusammenzuflicken, sollte ihnen etwas Ernsteres widerfahren.
Shalaryl und sie verstanden sich blind - eine Waldpassage könnte ihnen die Flucht ermöglichen. Arme zu Gefieder, hinfortfliegen in die Freiheit - es schien eine gute Möglichkeit, den Häschern zu entkommen. Doch gerade, als sie mit Halluzinationen begannen, Verwirrung zu stiften, wurde es ihren Wächtern zu bunt und sie schlugen die beiden Elfinnen bewusstlos.
Nachdem sie von einem Gardisten in den Kerker getragen worden war, kam sie langsam wieder zu sich. Pflichtbewusst, doch ohne unnötige Demütigungen, ließ er sie nach Durchsuchung und Entfernung ihrer Harfe dort. Doch als ihr Blick noch an der Harfe hing, jenem Instrument, mit dem sie so viele Erinnerungen verband, trat schon einer der gefallenen Geschwister in die Zelle - um sie in die Folterkammer zu verlegen.
Seltsame Methoden hatten diese Wesen, mit ihren Gefangenen zu sprechen. Sie banden sie an einen Holzpfahl. Nicht, dass sie auch einfach sitzend oder stehend hätte mit ihnen sprechen können. Ein dunkel gekleideter Mann, ein Anführer wie es schien, trat zu ihr und verhörte sie. Doch so recht konnte sie ihm zu seiner Zufriedenheit nicht antworten - was hatte sie in den letzten Jahren schon mit den Geschehnissen in Adoran zu schaffen gehabt. Sie hatte schließlich geforscht, tief verborgen in den Wäldern.
Ein weiterer Lethar trat hinzu. Wollte eine Träne von ihr. Für seine Sammlung. Seltsame Dinge wahrlich, die einige Wesen sammelten. Ehe er auf die Idee kam, in ihrem Auge herumzustechen, gewährte sie ihm diese.
Nach einiger Zeit der Worte wurde eine Entscheidung getroffen - man hatte genug von ihren Aussagen und beschloss, ihr die Ohren abzuschneiden und sie vor Rahal wieder abzusetzen. Der Lethar trat auf sie zu. Den Gardisten anweisend, sie festzuhalten, vollführte er sein blutiges Werk. Sie kämpfte um die Macht über ihren Körper und ihre Sinne. Sie war schwach, ihr Geist drohte zu schwinden - und die Blöße, die Zelle zusammenzuschreien, wollte sie sich gewiss nicht geben. Sie hoffte inständig, dass sie es bei der Demütigung beließen.
Zu schwach, um selber zu gehen, nahm sie schließlich der Gardist auf den Arm und trug sie hinaus. Ihr Blick kreuzte kurz Shalaryls - sie war offenkundig unversehrt, doch man brauchte sie nicht einmal gut zu kennen um zu sehen, welche Emotionen Lamentinus Zustand in ihr auslöste.
Sie luden sie an der Kutsche ab. Shalaryl war es, die sie stützte und zunächst notdürftig versorgte. Doch Hilfe nahte schnell. Lun'mellin und Elu'beth kamen hinzu, brachten sie heim - und versorgten sie gründlich. Zwei Liedweber und eine Heilerin - die besten Voraussetzungen, um ihr neue Ohren wachsen zu lassen. Mit Geduld und Hingabe kümmerten sie sich die halbe Nacht darum, Lamentinu wieder herzustellen.
Es blieb Bedauern in ihr. Bedauern darüber, dass diese Wesen den Sinn für das Schöne verloren hatten. Dass sie sich daran erfreuten, Eluives Schöpfung zu verstümmeln. Und den faden Beigeschmack, dass sie dies auch an ihre Kinder versuchten weiterzugeben. Vielleicht konnte sie einem ihrer Kinder ein wenig die Augen öffnen - sie wusste es nicht, zumindest hatte sie es versucht. Besonders gefiel ihr der Gedanke jedoch nicht, dass ihre Tränen und ihre Ohren nun als Trophäe in den Vitrinen Rahals prangten.
Es begann damit, dass sie sich auf die Suche nach ein paar auf Karten verzeichneten Dissonanzen begeben hatte, um eben diese aus der Welt zu treiben. Sie kam freilich nicht weit - als sie an Bajard vorbeiflog, stieß sie auf zwei Kinder, die mit Erbsen eine Riesenspinne beschossen. Dass dies kein gutes Ende nehmen konnte, war der Elfe bewusst - und so eilte sie sich, aus Flügeln wieder Arme werden zu lassen und das Schlimmste zu verhindern.
Eine ganze Weile hatte sie daraufhin mit den Kindern zusammengesessen, ihnen ein wenig aus ihrer Vergangenheit vorgesungen und mit dem Jungen länger über die Ansichten zum Leben und zu den Göttern gesprochen.
Gerade wollte sie sich heimwärts wenden, als Shalaryl und Lun'mellin sie dazu überredeten, noch mit nach Bajard zu kommen um einen Schneider aufzusuchen - sie waren ja ohnehin unmittelbar vor der Tür.
Weit kamen sie allerdings nicht - eine ganze Rahaler Abordnung nahm sie prompt in Empfang. Und ließ sie vor allem nicht wieder gehen. Man stellte sie vor die Wahl - eine dürfe gehen, die anderen kämen mit nach Rahal. Sie schickte Lun'mellin fort - sie war die Unerfahrendste der Drei und im Zweifel jene, die die Fähigkeit besaß, sie wieder zu zusammenzuflicken, sollte ihnen etwas Ernsteres widerfahren.
Shalaryl und sie verstanden sich blind - eine Waldpassage könnte ihnen die Flucht ermöglichen. Arme zu Gefieder, hinfortfliegen in die Freiheit - es schien eine gute Möglichkeit, den Häschern zu entkommen. Doch gerade, als sie mit Halluzinationen begannen, Verwirrung zu stiften, wurde es ihren Wächtern zu bunt und sie schlugen die beiden Elfinnen bewusstlos.
Nachdem sie von einem Gardisten in den Kerker getragen worden war, kam sie langsam wieder zu sich. Pflichtbewusst, doch ohne unnötige Demütigungen, ließ er sie nach Durchsuchung und Entfernung ihrer Harfe dort. Doch als ihr Blick noch an der Harfe hing, jenem Instrument, mit dem sie so viele Erinnerungen verband, trat schon einer der gefallenen Geschwister in die Zelle - um sie in die Folterkammer zu verlegen.
Seltsame Methoden hatten diese Wesen, mit ihren Gefangenen zu sprechen. Sie banden sie an einen Holzpfahl. Nicht, dass sie auch einfach sitzend oder stehend hätte mit ihnen sprechen können. Ein dunkel gekleideter Mann, ein Anführer wie es schien, trat zu ihr und verhörte sie. Doch so recht konnte sie ihm zu seiner Zufriedenheit nicht antworten - was hatte sie in den letzten Jahren schon mit den Geschehnissen in Adoran zu schaffen gehabt. Sie hatte schließlich geforscht, tief verborgen in den Wäldern.
Ein weiterer Lethar trat hinzu. Wollte eine Träne von ihr. Für seine Sammlung. Seltsame Dinge wahrlich, die einige Wesen sammelten. Ehe er auf die Idee kam, in ihrem Auge herumzustechen, gewährte sie ihm diese.
Nach einiger Zeit der Worte wurde eine Entscheidung getroffen - man hatte genug von ihren Aussagen und beschloss, ihr die Ohren abzuschneiden und sie vor Rahal wieder abzusetzen. Der Lethar trat auf sie zu. Den Gardisten anweisend, sie festzuhalten, vollführte er sein blutiges Werk. Sie kämpfte um die Macht über ihren Körper und ihre Sinne. Sie war schwach, ihr Geist drohte zu schwinden - und die Blöße, die Zelle zusammenzuschreien, wollte sie sich gewiss nicht geben. Sie hoffte inständig, dass sie es bei der Demütigung beließen.
Zu schwach, um selber zu gehen, nahm sie schließlich der Gardist auf den Arm und trug sie hinaus. Ihr Blick kreuzte kurz Shalaryls - sie war offenkundig unversehrt, doch man brauchte sie nicht einmal gut zu kennen um zu sehen, welche Emotionen Lamentinus Zustand in ihr auslöste.
Sie luden sie an der Kutsche ab. Shalaryl war es, die sie stützte und zunächst notdürftig versorgte. Doch Hilfe nahte schnell. Lun'mellin und Elu'beth kamen hinzu, brachten sie heim - und versorgten sie gründlich. Zwei Liedweber und eine Heilerin - die besten Voraussetzungen, um ihr neue Ohren wachsen zu lassen. Mit Geduld und Hingabe kümmerten sie sich die halbe Nacht darum, Lamentinu wieder herzustellen.
Es blieb Bedauern in ihr. Bedauern darüber, dass diese Wesen den Sinn für das Schöne verloren hatten. Dass sie sich daran erfreuten, Eluives Schöpfung zu verstümmeln. Und den faden Beigeschmack, dass sie dies auch an ihre Kinder versuchten weiterzugeben. Vielleicht konnte sie einem ihrer Kinder ein wenig die Augen öffnen - sie wusste es nicht, zumindest hatte sie es versucht. Besonders gefiel ihr der Gedanke jedoch nicht, dass ihre Tränen und ihre Ohren nun als Trophäe in den Vitrinen Rahals prangten.