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Eine günstige Gelegenheit... (Haus von Tasmalon&Serenya)

Verfasst: Donnerstag 12. Januar 2006, 17:02
von Jaster
Zufrieden vor sich hinpfeifend schlenderte Jaster über die blumenübersäte Wiese. Die Sonne klitzerte auf den kleinen Wellen die wie junge Fohlen gegen das Ufer brandeten und Vögel ließen ihre Rufe erklingen.
Es war eine recht erfolgreiche Jagd gewesen die er hinter sich hatte, der Rucksack voll mit Fleisch und Gold, so wie er es gerne hatte.
Kurz kniete er sich nieder um seinen blutigen Dolch im Gras abzuwischen als sein Blick beim Aufrichten auf das kleine Holzhaus vor ihm fiel.

Ein kleines Lächeln zeigte sich auf seinen Lippen als er langsam näher ging und seinen Blick über das Grundstück schweifen lies. Es war nicht das Anwesen eines Adligen oder reichen Handwerkers, nein eher das von einfachen Bürgern. Aber irgendetwas daran lockte Jaster näher. Das Schild über der Tür verkündete das die Herrschaften Tasmalon und Serenya hier wohnhaft waren, wenn auch nichts über ihr Handwerk auskunft gab.

Nachdem er einen Blick durch eines der Fenster geworfen hatte trat er vor die Türe und klopfte kräftig an. "Jemand daheim?" rief er mit erhobener Stimme. Doch das einzige was ihm antwortete als er lauschend den Kopf schieflegte war das kehlige Krächzen einer Krähe die über ihm ihre Kreise zog. Er schaut sich neugierig um und drehte dann versuchsweise am Türknaufe.
Siehe da, sein Glück war ihm wieder einmal hold geblieben. Die Tür war unverschlossen und als er sich im Raume umsah stellte er zufrieden fest, dass tatsächlich niemand im Hause war.

Ein Netz aus feinen Lachfältchen umspannte die Augen über dem ledernen Mundtuch als er sich im Raume umsah und nach nützlichem oder wertvollem Besitz suchte. Flink lies er seine Finger unter dem Kaminsims und der Tischplatte entlangstreichen. Als dies ohne Erfolg blieb schaut er noch gründlich unter der Matratze nach und blieb dann frurstiert schnaubend im Raum stehen. Dabei fiel sein Blick durch ein kleines Fenster auf den Garten hinter dem Hause.

Sich sichernd umsehend verließ er die Hütte und stellte erneut fest, dass auch das Gartentor unverschlossen war. An der Hauswand stand eine mit Metall beschlagene Holztruhe die sogleich sein Interesse weckte.
Rasch hockte er sich vor ihr nieder und untersuchte das Schloss der Truhe um diesem dann mit einem geeigneten Draht zu Leibe zu rücken.
Wie gross war seine Überraschung als er auch die Truhe unverschlossen fand, und ein unterdrücktes Lachen entwich seiner Kehle. "Diese Narren..." murmelte er leise während er die Kiste nach etwas brauchbarem durchsuchte.

Sogleich wanderten Brot, Käse und Wein in seinen Ranzen, ein reichliches Mahl für einen mittellosen Mann wie ihn. Doch umso grösser wurde seine Freude als er in einem der Beutel eine Vielzahl an Kräutern und andererlei Reagenzien fand. Mit einigen schnellen Griffen klaubte er eine Handvoll seltsam aussehender Knochen, einige Klumpen eines schwarzglänzenden Gesteins und ein paar Beutel mit feinem Aschestaub in seine Taschen.

"Die werde ich sicher gut verhökern können!" murmelte er zufrieden als sein Blick auf eine kleine Truhe viel, die er bis dahin übersehen hatte. Doch ach, diese war nun ausgerechnet verschlossen.
Ohne langes Zögern schnürrte er sie oben auf seinem Ranzen fest und beschloss sie in Ruhe zu öffnen, am besten während er sein frischgefundenes Abendmahl verzerte.

Sich nochmals aufmerksam umsehend schloss er die Truhe wieder und schlenderte frohen Mutes aus dem Garten. Diese Jagd endete noch viel erfolgreicher als er erwartet hatte....