Auf eigenen Beinen...
Verfasst: Montag 23. Juli 2012, 18:39
Als wäre es erst gestern gewesen, wo sie von dem Steg das feste Land betrat.
"Mach, was du willst, Amira" - hatte er gesagt.
"Ich helfe dir nicht - wie ich es dir beigebracht habe. Nur das, was du dir selbst erarbeitet hast, ist etwas wert. Du bist frei, mein Kind" - hatte er gesagt.
Und ja, sie war frei, die ersten Schritte in der neuen Heimat waren schwer gewesen.
Was konnte sie schon?
Kochen, sich um Tiere kümmern... ja... da hörte es auch schon auf.
Sie sah diese Taverne, diesen Namen "Mimeria Ebenholz" - das war doch eine Idee! Mit den Menschen würde sie schon irgendwie klar kommen, Kochen konnte sie und von dem ganzen Gesöff hatte sie in der Heimat genug gelernt, sie würde bestimmt klar kommen.
Die Bürgermeisterin war eine nette Frau, und sogar die Wachen waren eigentlich ganz nett, wie sie ihr halfen einen Brief zu verfassen... Schreiben und Lesen konnte sie ja auch nicht, aber gut, in der Not wusste man sich ja zu helfen.
Einen Bürgerbrief, in dem ihr Name stand - und ja, sie war stolz, dieses Stück Papier, ihr erster Schritt. Jetzt war sie eine Bürgerin der Stadt Düstersee.
Einige Nächte stand sie vor der Taverne, das Licht war aus, keiner kam, seltsam, doch wie es der Zufall wollte war dann da doch jemand, als sie von der Bürgermeisterin wiederkam. Äußerlich hatte sich nichts verändert, aber jetzt war da dieser Mann - Asgerat.
Asgerat, ein ziemlich großer Mann, aber innerlich scheinbar klein wie ein Zwerg, sie hatte schon fast das Gefühl, als habe der Mann Angst vor ihr, komischer Kautz.
Wie sich dann aber herausstellte, war er wohl der Besitzer der Taverne und er würde sie hier arbeiten lassen... dann sagte er noch irgendwas von einem Geheimniss, so wirklich verstanden hatte sie ihn nicht - aber sie hatte Arbeit!
Jetzt hatte sie ihre ersten Groschen verdient, viele nette Leute kennengelernt, aber ihr Vater hatte Recht, so einfach war es dann doch nicht.
Sie starrte an die Decke des Tavernenzimmers, Asgerat lies sie hier schlafen und leben. Essen und Trinken hatte sie ja genug im Schankraum. Sie war zu schmal, hatte dieser Menos gesagt, aber warum hört sie das andauernd? Sie konnte doch auch nichts dazu... na, vielleicht wäre so eine wohlgeformtere Schankfrau einfach nur schöner anzusehen? Männerfantasien? Ach, was wusste sie schon...
Und wie es wieder dunkler in dem kleinen Zimmer wurde und die letzten Gäste nach Hause gingen, wurde es auch in ihrem inneren dunkler.
Sie versuchte immer zu Lächeln und Tapfer zu sein, aber irgendwas fehlte ihr dann doch - die Familie, die sie zurückgelassen hatte, das Lächeln ihrer Mutter, das Rumgemaule von ihrem Vater, die scherzenden großen Brüder und das rumgehampel der kleinen Brüder. Der Stall, die Tiere, die Heimat, das vertraute Bett... hier war sie nicht alleine, aber irgendwie dann doch.
Alles neu, aber immerhin konnte sie stolz auf sich sein - Schritt für Schritt wie ein kleines Kind lernte sie alleine zu sein und ihr Leben zu richten. Mit einem weinendem und einem lachenden Auge schaute sie aus dem Fenster, aber das Lächeln verlernte sie nie.
Vielleicht war das schwarze Ross, diese Taverne ihre Zukunft, jedenfalls fühlte sie sich wohl und war zumindest angekommen.
[img]http://img855.imageshack.us/img855/3483/logo2ro.jpg[/img]
"Mach, was du willst, Amira" - hatte er gesagt.
"Ich helfe dir nicht - wie ich es dir beigebracht habe. Nur das, was du dir selbst erarbeitet hast, ist etwas wert. Du bist frei, mein Kind" - hatte er gesagt.
Und ja, sie war frei, die ersten Schritte in der neuen Heimat waren schwer gewesen.
Was konnte sie schon?
Kochen, sich um Tiere kümmern... ja... da hörte es auch schon auf.
Sie sah diese Taverne, diesen Namen "Mimeria Ebenholz" - das war doch eine Idee! Mit den Menschen würde sie schon irgendwie klar kommen, Kochen konnte sie und von dem ganzen Gesöff hatte sie in der Heimat genug gelernt, sie würde bestimmt klar kommen.
Die Bürgermeisterin war eine nette Frau, und sogar die Wachen waren eigentlich ganz nett, wie sie ihr halfen einen Brief zu verfassen... Schreiben und Lesen konnte sie ja auch nicht, aber gut, in der Not wusste man sich ja zu helfen.
Einen Bürgerbrief, in dem ihr Name stand - und ja, sie war stolz, dieses Stück Papier, ihr erster Schritt. Jetzt war sie eine Bürgerin der Stadt Düstersee.
Einige Nächte stand sie vor der Taverne, das Licht war aus, keiner kam, seltsam, doch wie es der Zufall wollte war dann da doch jemand, als sie von der Bürgermeisterin wiederkam. Äußerlich hatte sich nichts verändert, aber jetzt war da dieser Mann - Asgerat.
Asgerat, ein ziemlich großer Mann, aber innerlich scheinbar klein wie ein Zwerg, sie hatte schon fast das Gefühl, als habe der Mann Angst vor ihr, komischer Kautz.
Wie sich dann aber herausstellte, war er wohl der Besitzer der Taverne und er würde sie hier arbeiten lassen... dann sagte er noch irgendwas von einem Geheimniss, so wirklich verstanden hatte sie ihn nicht - aber sie hatte Arbeit!
Jetzt hatte sie ihre ersten Groschen verdient, viele nette Leute kennengelernt, aber ihr Vater hatte Recht, so einfach war es dann doch nicht.
Sie starrte an die Decke des Tavernenzimmers, Asgerat lies sie hier schlafen und leben. Essen und Trinken hatte sie ja genug im Schankraum. Sie war zu schmal, hatte dieser Menos gesagt, aber warum hört sie das andauernd? Sie konnte doch auch nichts dazu... na, vielleicht wäre so eine wohlgeformtere Schankfrau einfach nur schöner anzusehen? Männerfantasien? Ach, was wusste sie schon...
Und wie es wieder dunkler in dem kleinen Zimmer wurde und die letzten Gäste nach Hause gingen, wurde es auch in ihrem inneren dunkler.
Sie versuchte immer zu Lächeln und Tapfer zu sein, aber irgendwas fehlte ihr dann doch - die Familie, die sie zurückgelassen hatte, das Lächeln ihrer Mutter, das Rumgemaule von ihrem Vater, die scherzenden großen Brüder und das rumgehampel der kleinen Brüder. Der Stall, die Tiere, die Heimat, das vertraute Bett... hier war sie nicht alleine, aber irgendwie dann doch.
Alles neu, aber immerhin konnte sie stolz auf sich sein - Schritt für Schritt wie ein kleines Kind lernte sie alleine zu sein und ihr Leben zu richten. Mit einem weinendem und einem lachenden Auge schaute sie aus dem Fenster, aber das Lächeln verlernte sie nie.
Vielleicht war das schwarze Ross, diese Taverne ihre Zukunft, jedenfalls fühlte sie sich wohl und war zumindest angekommen.
[img]http://img855.imageshack.us/img855/3483/logo2ro.jpg[/img]