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Nur mit dem Herzen siehst du gut...
Verfasst: Freitag 6. Juli 2012, 20:15
von Viana Leyiasa
Wie jeder Mensch ein Krieger ist, ganz gleich auf welcher Seite er steht, oder welcher
Berufung er nachgeht, welchem Handwerk, so war es auch Viana. Während sie auf dem kalten,
verdreckten Boden der Zelle saß, träge gegen die Gitterstäbe gelehnt und in die Stille
lauschte die keine war versuchte sie sich vom Schweigen, der Gleichgültigkeit und der
Abweisung nicht einschüchtern zu lassen. Schlug nicht hinter jeder Maske ein feuriges
Herz?
[img]http://img195.imageshack.us/img195/882/vianakerker01.jpg[/img]
Um einen Weg zu erkennen, musste man da nicht einfach nur los gehen? So wie sie einfach
los gegangen war, wissend was sie erreichen wollte wenn sie den Weg auch noch nicht
kannte der sie an ihr Ziel führen musste. Das einzige was sie hatte sein müssen war
bereit sich den Aufgaben zu stellen die ihr dieser Weg aufzeigte. Sie hätte lange
auf den richtigen Augenblick warten können um los zu gehen und umso länger sie gewartet
hätte um so länger wäre sie nicht von der Stelle gekommen. Um den ersten Schritt zu tun
benötigte es eben auch ein wenig Verrücktheit.
Lange war sie, zugegeben, noch nicht hier, doch hatten sie unerwartet schon harte Hiebe
getroffen wärend ihres Kampfes, der kein offensichtlicher war. Hier würde sie so manche
Schlacht verlieren und sie lies ihrem Schmerz freien Lauf und weinte. Ruhte sich aus um
wieder zu Kräften zu kommen und dann von neuem für ihre Träume zu kämpfen.
*Ein leises Flüstern hallt vom Stein des kalten Gemäuers wieder*
Wenn ich im Dunkeln bin und keinem dafür die Schuld zuweise,
wenn ich das Dunkel zulasse und nicht davor fliehe,
wenn ich das Dunkel aushalte und dabei die Hoffnung nicht verliere,
wenn ich das Dunkel lebe und trotzdem die Liebe leben lasse,
wenn ich das Dunkel achte weil ich Teil des Dunkels bin,
wenn ich mich in das Dunkel hineinbegebe aus Mut zum Leben,
dann leuchtet mitten im Dunkel ein Licht das den Weg weist....
Man darf niemals an den ganzen Weg auf einmal denken. Man muss nur an den nächsten
Schritt denken, an den nächsten Atemzug. Und immer wieder nur an den nächsten...
Sie war ihrer Liebe wegen gekommen, ihrem Herz wegen, das nach Marzius gerufen hatte. Ihr
Geliebter, ihr bester Freund, ihr Mann, eingesperrt hinter den dunklen Mauern einer dunklen Stadt.
Und noch jetzt wo ihr alles weh tat, fühlte sie sich wohl dabei und empfand keine Reue ihrer Entscheidung wegen.
So wie Viele vor ihr für ihre Nächsten, ihre Träume, ihre Wünsche und Hoffnungen gekämpft hatten und diesen
Weg gegangen waren, ihn vielleicht gerade, wo auch immer sie waren, gingen, so gingen auch sie ihn.
Und gerade weil Soviele auf diesem Weg unterwegs gewesen waren, 'waren und sein würden', waren
sie dort nicht allein. Und Viana tröstete sich damit, dachte an die Menschen die gerade
an einem ganz ähnlichen Ort oder einem völlig Anderen, aber in der selben Situation waren.
Vielleicht voller Trauer, entmutigt, verzweifelt aber mit diesem Funken von Hoffnung und
Vertrauen der sich wie eine warme Hand sanft auf ihre Schulter legte, ihre Lampe wieder
mit Öl füllte und ihr Licht erneuerte.
Auch bei Leonie waren ihre Gedanken. Sie stellte sich vor wie sie am Abend mit der Gießkanne
die eingetopften Pflanzen bewässerte und immer wieder zum Weg hin sah. Wartend, hoffend das
Viana und Marzius bald wieder heim kämen. Sie war sich sicher das Leonie an sie dachte und Viana
brauchte diese Gedanken und die Vorstellung von ihnen. Der Geruch nach Abend, nach nasser Erde
und die aufkommende Frische die sich wie eine Wohltat auf das Land senkte.
Jemand wartet zu Hause, lässt ein Licht brennen.
So lange Leonie oder irgendein Anderer an sie oder Marzius dachte, waren sie nicht
nur hier in dieser Zelle, nein, dann waren sie auch zu Hause bei Leonie, in der Stube des
Handelshauses, im Wald zwischen den Bäumen und wer wusste wo noch. Natürlich waren Leonie und
all die anderen an die Viana dachte dann zugleich auch mit in dieser Zelle. Wo lies es sich
da besser aushalten als umringt von den Menschen die man mochte, wenn sie auch noch nicht
ganz vertraut aber längst keine Fremden mehr waren?
Man sah eben doch nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche blieb für die Augen stehts unsichtbar...
Verfasst: Freitag 6. Juli 2012, 21:49
von Marzius Windwarden
Wieso hatte er es nicht kommen sehen?
[img]http://s1.directupload.net/images/120706/n3felzjy.jpg[/img]
Ein Mann bittet ihn nach Wegekreutz zu gehen für eine Hauseinrichtung..
vorallem nach dem vorherigen Versuch ihn zu Entführen nach dem Markttag in Bajard.
Aber er war ebend zu Gutmütig.. glaubte zusehr an das Gute im Menschen und dies wurde ihm zum verhängniss.
Schon kurz nach dem er die Kutsche betrat, kamen 2 Weitere Personen hinzu.
Roberto, der Piratenwirt und ein ihm Fremder!
Nun wusste er, dass er in der Falle war.
Er war die Maus und die angebliche Hauseinrichtung war der Speck
welcher ihn locken sollte und nun war er im Sack der Katze welche sich
da Alatar Schimpfte.
Grob und wie ein Vieh, welches zur Schlachtbank geführt wird, wurde er in den Zellentrakt
der dunklen Stadt geschickt und wie ebend jenes Vieh in eine winzige Zelle gefercht,
ausgestattet mit dem Besten! Stroh.. ja.. ein Viehgatter wäre der treffende Vergleich,
obwohl es jedem Vieh besser ging als ihm, immerhin hatten Schlachtiere mehr auslauf,
Futter und Wasser.
Am selbigen Abend wurde er das erste mal befragt, er antwortete auf alles Wahrheitsgemäß, warum sollte er auch Lügen? Immerhin wollte er zu seiner geliebten Viana zurück, dem Lichtblick am Horitzont seines Lebens. Jedoch wertete man alles was er sagte als Lüge.
Ein Hochverräter soll er sein, er soll dem Feind Informationen gegeben haben und jenem geholfen.
Doch war ihm dieser Götterkampf egal.. in seinen Augen waren alles nur Sklaven, Sklaven ihrer Herren, egal ob sie nun Letharen, Rahaler oder Adorianer waren. Alle wurden sie gefüttert, wie Vieh behandelt und dienen den Obrigen nur als Frontlinienfußvolk, jene die für andere Stritten und die Lorbeeren, wenn man das überhaupt so nennen konnte, sacken die ein welche nichts taten und den ihren belustigt beim sterben zusahen. Warum sollten Menschen für die Götter Krieg führen?
Sind sie so dämlich ihr Leben nicht selbst zu bestimmen?
"Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt.
Wir sollten am Glück des Anderen teilhaben und nicht einander verabscheuen.
Haß und Verachtung bringen uns niemals näher.
Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet, und Mißgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderben und Blutschuld geführt.
Wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig.
Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und und Güte.
Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert. "
Nach 2 Tagen und 3 Nächten ohne Wasser und Brot, abgesehen von dem faulen Obst welches man ihm vorwarf, war er sichtlich ausgemerkelter, jedoch zeigte er sich Stark.
Auf einmal jedoch wurde es Hell in dem dunklen kargen Zellentrakt.
Eine liebliche Stimme umschmeichelte das Ohr : "Marzius!"
Es war die Stimme seiner Viana, und jene Stimme allein, lies ihn die letzten Tage in einsamkeit vergessen. Natürlich vermisste er vieles seit seiner Zeit hier drinn, die Freiheit, das Esse,... aber eigentlich vermisste er nur Viana, denn mehr Brauchte er nicht in seinem Leben.
Er umgriff ihre Arme, diese samtige weiche Haut, er schloss die Augen und roch ihren Duft. Er wollte die Küssen doch da sperrte man sie schon weg.. Was hat er nur getan? Er brachte sie in Gefahr.. er hätte wissen müssen, dass sie ihn sucht.. und nun ist sie ebenso gefangen wie er.. Aber er würde alles durchstehen und ertragen.. für Sie, für Beide und ihre neue Familie....
Verfasst: Samstag 7. Juli 2012, 07:49
von Leonie LaChesa
Lange saß das junge Mädchen allein am Tisch nachdem Viana fort ging um ihren Liebsten zu suchen. Schniefend malte sie sich aus was passieren konnte und was sie hätten mit Viana machen können. Die schlimmsten Dinge gingen ihr durch den Kopf und langsam ringen ihr die Tränen die Wange hinunter.
Viana war nun so etwas wie eine Ziehmutter für sie und die einzige Person der Leonie vertraute, und Vertrauen tat Leonie eigentlich noch nie jemand, denn sie war ein Weisenkind und hat in ihrem jungem Dasein schon viel schlimmes erlebt.
Ihre Gedanken waren immer bei Viana und Marzius und der Blick ging immer wieder zur Tür in der Hoffnung sie würden jeden Moment Glücklich Heim kommen.
Wie sie es Viana versprochen hatte kümmerte sie sich um die Pflanzen und um die Tiere, Schnee den kleinen Hund knuddelte sie ganz besonders. Den ganzen Tag wartete sie, und ihr fielen die Augen schon halb zu. Sie ging hinunter in den Keller, zog sich ihr Schlafkleidchen an und ging in ihr Bettchen. Es dauerte nicht lange da schlief sie ein, jedoch nach einer recht kurzen Weile sprang sie auf: Ein Alptraum, wie Viana und Marzius leiden mussten, schreckliche Dinge die man ihnen antat.
Das junge Mädchen rieb sich die Augen, weinend und schniefend saß sie zunächst hilflos auf dem Bettchen.
Sie schlug die Decke zurück, stand auf und ging hinüber zu deren Schlafzimmer und sah zu ihrem großem Bett. Es war immernoch leer, sie waren noch nicht zurück. Sie ging näher heran, ehe sie sich dann in dieses Bett einkuschelte, den Duft den sie hinterlassen hatten als Trost nutzend und schlief dann ein. Am nächsten Morgen stand sie in der Früh auf um sich einen Tee warm zu machen, essen konnte sie nicht, denn wusste sie nicht ob die beiden ausreichend essen bekommen würden. Zusammen mit dem Tee setzte sie sich an den Tisch, Schnee leistete ihr Gesellschaft und sie kraulte ihn mit einer Hand am Kopf. Wieder lag der Blick in richtung Tür, weiter in der Hoffnung sie würden jeden Moment Heim kommen, fröhlich und vorallem unverletzt.
Verfasst: Samstag 7. Juli 2012, 09:32
von Shyra Dynar
Es war schon spät, als Thancred und sie von einem kleinen Ausritt zurück zum Kontor kamen und eine an der Eingangstüre angeheftete Notiz vorfanden.
"Die ist von den Regimentlern aus Adoran, sie haben Viana gefunden und sie ist in der Heilerstube" so sagte Thancred zu Shyra. Erschrocken darüber das sie in der Heilerstube sein sollte, schlug Shyra vor, sofort dorthin zu eilen um zu sehen was passiert war und wieso Heilerstube fragte sich Shyra.
Das Herz in Shyras Brust pochte plötzlich sehr heftig und sie überkam ein ungutes Gefühl. Eilig machten sie sich auf den Weg nach Adoran, sie trieben den Kutscher an sich zu eilen und gaben ihm reichlich Trinkgold sollte er es schneller schaffen als sonst.
Dort angekommen, suchten sie die Heilerstube
"Heilerstuben gibts hier soviele, welche meinen sie nur?" und so irrten sie eine Weile durch die Stadt und kamen schließlich zu Euer Gnaden Lavern.
Sie hätte sich denken müsen, das die Regimentler sie hierher gebracht hatten. Shyra war schon hier gewesen und so riß sie eilig die Türe auf und durchsuchte die Heilerstube und fand Viana.
MIt vor Schreck geweiteten Augen betrachtete sie sie kurz um sie dann sanft in ihre Arme zu schließen und sie fand tröstende Worte, um sie zu beruhigen. Was hatte man ihr nur angetan und wer war zu so etwas fähig?
War sie dem Mörder entkommen, der umging um Berchgard?
War sie anderweitig überfallen worden?
Viel Fragen taten sich auf, aber jetzt war es erst wichtig sie zu versorgen und so reichte Thancred ihr ein Elexier, welches sie geträufelt auf einer Bandage vorsichtig auf die Wunden legte die auf Ihrem RÜcken zu sehen waren.
Da, eine Tür knarzte auf und schlug hart wieder zu, der Schreck fuhr Shyra in die Glieder, aber es war Euer Gnaden Lavern, der sichtlich erstaunt sie dort vor zu finden und wohl nicht wußte was hier geschehen
war.
Kurz und knapp schilderte Shyra ihm was sie wußte und Thancred bestätigte es ihm mit einem brummenden Nicken.
Sofort erkannte er die Lage und bot sich an, erst einmal die Wunden an Vianas Körper zu versorgen, Viana voller Angst schüttelte heftig mit dem Kopf und Shyra, sowie auch Thancred brauchten etwas Überredungskunst, sie davon zu überzeugen, das sie in guten Händen war. Letztendlich lies sie es dann zu das er sie versorgte, derweil warteten Shyra und Thancred im Nebenraum.
Was war nur geschehen?
"Wir lassen sie ruhen , wenn sie versorgt ist und morgen soll sie uns erzählen was passiert ist" sagte Shyra leise zu Thancred, dieser brummte nur wiederwillig und nickte dann.
"Du hast wohl recht, sie braucht ihren Schlaf jetzt und morgen ist auch noch ein Tag"
Es dauerte eine Weile, bis ihre Wunden versorgt waren, gehüllt in eine weite Robe, durften sie etwas später wieder zu ihr, man reichte ihr einen Tee, der sie beruhigen und für Schlaf sorgen sollte. Dankbar rang sie sich so etwas wie ein Lächeln ab als sie wieder den Raum betraten.Dann erzählte sie ihnen noch knapp das sie in Rahal gewesen war. Nachdem sie den Tee getrunken hatte, schloßen sich recht schnell ihre Augen und sie blieben noch eine Weile bei ihr.
Etwas später schlich sich Thancred in den den Nebenraum und machte es sich gemütlich auf dem dort vorhandenen Steinstuhl, soweit man es sich darauf gemütlich machen konnte.
"Wenn du ein Poltern hörst heute Nacht..." er blickte mit einem diabolischen Grinsen zu Shyra
"ja, dann bist du von diesem ungemütlichen Stuhl gefallen" vollendete Shyra seinen Satz und wünschte ihm eine gute Nacht, dann machte sie sich auf den Weg in die Schlafgemächer der Stube und warf sich auf das Bett in der äußersten Ecke, sie fand keinen Schlaf und starrte an die Decke...
herrjee, wieso war sie nach Rahal gegangen, sie wußte doch das sie dahin wollte , nur wußte sie nicht, das sie schon da gewesen war und sogar schon Informationen hatte...
Verfasst: Samstag 7. Juli 2012, 15:57
von Viana Leyiasa
[img]http://img152.imageshack.us/img152/3910/vianaweinend.jpg[/img]
Was sollte sie sagen, die Augen so voller Tränen das sie kaum etwas sehen konnte. Geschüttelt von der
Pein in ihrem Herzen, der Angst und der Sorge. Gezeichnet von dem Alptraum durch den sie schweigend
hindurch gegangen war und der erst jetzt, ganz langsam und grausam greifbar wurde, real. Man hatte sie
aufgefordert und gehorsam war sie aus der Zelle gegangen.
Den Flur entlang bis er
Stop sagt...
Marzius Zelle...
er kann mich jetzt sehn und ich ihn...
Rasselnde Ketten die mich an seine Zellentür fesseln...
Sie schneiden mir das Haar...
ich will ihn beruhigen als er aufbegehrt...
es sind nur Haare, sie wachsen wieder...
Ich habe Angst aber ich sage es ihm nicht...
meine Augen verraten mich...
und doch vertraue ich...
kann er auch das sehn?
Sei still, lüg nicht nur weil sie hören wollen was nicht Wahrheit ist...
hab keine Angst vor der Angst, halte sie aus..
ich ertrage den Schmerz...
Den Schmerz...
das Salz...
und die Tränen...
Was ich nicht ertrage ist von dir fortgerissen zu werden...
Bitte hilf mir doch Jemand... es tut weh...
Man hatte sie gehen lassen, unbrauchbar wie sie war, hatte Marzius doch immer nur die selben
Worte gesprochen, lang nicht mehr ruhig aber verzweifelt. 'Er lügt...' Nein, er log nicht.
Aber wer hätte ihnen das sagen sollen. Menschen wie sie hörten nur was sie hören wollten und
in diesem Falle schien das Wort 'Verrat' all zu süß zu sein.
Viana gab sich tapfer, glaubte, hoffte, band sich an die unterschiedlichsten Gedanken. Schmerz
kannten Frauen wie sie, die wenigstens einmal im Monat zum Heiler rannten um nicht wieder zwei
Tage ausser Gefecht gesetzt im Bett zu liegen. Aber dieser Schmerz war anders. Sie litt nicht
allein, sie sah das Leid in seinen Augen als würde das ihre sich darin spiegeln. Er durfte sie
nicht berühren, er durfte ihr nicht helfen, er durfte sie nur ansehn - 'zusehn'.
Ihn so zu sehn hatte ihr das Herz schier in der Brust zerrissen, sie wollte Niemanden so sehn.
Nicht ihn den sie liebte und keinen anderen Freund. Nicht einmal einen Fremden. Lediglich
ihren Peinigern hätte sie ein wenig von diesem Schmerz zugestanden. Wissend das ein Aufbegehren
nichts nützen würde, hatte sie alles was die Männer taten still über sich ergehen lassen.
Sie hatten ihr das Haar geschnitten, ihr das Kleid im Rücken aufgerissen und sie seine 'Hure'
geschimpft. Sie hatten sie ausgepeitscht und ihr Salz in die Wunden gerieben. Da waren all die
zu verletzen suchenden Worte in Vianas Ohren lediglich hohle Frasen gewesen die an Stellen
hätten treffen sollen wo es keinen wunden Punkt gab der ihr Ziel hätte sein können. Diese
Männer hatten sich blindwütig verrannt.
Trotzdem sind sie nicht meine Feinde und es gibt keinen Sieg zu erringen, für Niemanden.
Stunden später schickte ihr das Leben Hilfe entgegen auf ihrem Weg 'nach Hause'. Zerschunden
verwirrt und verzweifelt war sie in einem fürchterlichen Zustand gewesen. Mit dem Lösen der Ketten von
Marzius Zelle, und ihrem fortschleifen, weil ihre Beine sie kaum tragen konnten, hatte sich auch
die Front geteilt die Geist und Körper aufgebaut hatten um dem Strom an seelischer und körperlicher
Qual Einhalt zu gebieten. Wie eine Flut war alles über ihr hereingebrochen, hatte die letzten
Reste an Mut und Tapferkeit brausend und tobend in einem Chaos hinfortgespühlt. Das Salz in den
Wunden, den körperlichen wie den seelischen, brannte wie Feuer.
Ihr war nichts zu sagen geblieben und kein Gedanke. Betäubt und überwältigt, ein Fluss an Tränen,
brachte man sie ins Heilerhaus nach Adoran und schickte auf ihr Bitten hin nach Thancred. Der
Erste der ihr in den Sinn gekommen und von dem sie geglaubt hatte sich ihm so zumuten zu können.
Ihn begleitete aber Shyra und Viana war so unendlich dankbar für die Freundlichkeit die ihr das
Leben in Form dieser beiden Menschen entgegenkommen lies. Ihr Handeln und ihre Worten trösteten
und wärmten, linderten und heilten brachten Sicherheit und Zuversicht zurück. Dies alles auf eine
so liebevolle Art das es ihr tief ins Herz schnitt und es ihr in ihrer emotionalen Verfassung
weitere Tränen entlockte.
Sie hatten nicht verlangt zu erzählen - waren einfach nur da gewesen und das war genau die Medizin die
sie gebraucht hatte. Gleich wie Diakon Lavern der fürsorglich und vorsichtig um die Versorgung
der körperlichen Wunden bemüht gewesen war und ihr sogar noch einen Tee gebracht hatte auf den sie
traumlos und fest hatte schlafen sollen während Thancred und Shyra nicht von ihrer Seite gewichen waren.
Das liebevolle Gebrumme des Zausels hatte noch sanft irgendwo von weiter Ferne her kommend in
ihren Ohren gelegen während sie Shyras Wange an ihrer Hand gespürt hatte. Mit ihrer Hilfe fand der
Tag ein Ende und sie kam zur Ruhe.
Sie waren die liebevollen Hände die auf ihren Schultern lagen, die ihre Lampe wieder mit Öl füllten,
auf das ihr Licht sich wieder erneuerte bis es wieder zu erlöschen drohte. Und in dem Licht entdeckte
sie die Fußspuren ihrer Freunde die ihre Seele aufatmen liesen, ihren Geist stärkten und ihm neuen
Mut gaben. Die sie sehen liesen das sie auf ihrem Weg nicht alleine war, wie auch sie nicht alleine waren.
Das ihre Gefährten vorangingen, sie begleiteten. Das alles hatte sie begreifen lassen das selbst der
Einbruch der finstersten Nacht, sie im eigentlichen freudig stimmen musste, denn an ihrer Seite waren
Menschen die am Ende die Sonne wieder aufgehn liesen.
Verfasst: Samstag 7. Juli 2012, 20:41
von Shaladir Fazir Omar
bitte löschen, falscher thread...
Verfasst: Samstag 7. Juli 2012, 20:45
von Marzius Windwarden
Lügner, Lügner... Verräter Lügen immer!
Immer wieder hämmerten die Gardisten und die Priesterliche Obrikeit
diese Worte an seinen Kopf. "Na ? Hast du Hunger?" Wurde er von Asgerath gefragt, was er jedoch verneinte. "Du bist ein schlechter Lügner" in der Tat, das war er, jedoch war dies wie auch alles andere davor die Wahrheit, nur war Althan zu dämlich die Wahrheit zu erkennen, oder er wollte sie nicht erkennen?! Immerhin hatte Marzius kurz zuvor getrunken und gespeißt. Einen köstlichen Krapfen, welchen er von Viana bekam. Zwar waren sie eingie Zellen von einander entfernt, jedoch hatte sie eine Garnrolle dabei mit welchen die beiden sich Austauchen konntne.
Althan grinste, ein grinsen gleich einem Kind, welches sein Bonbon gleich lutschen darf. Nur war sein Bonbon in diesem Fall die Folter von Viana, vor den Augen von Marzius.
"Kettet sie an seine Gitter, er soll sie sehen, er soll leiden, dann wird er Sprechen"
Wies Althan den Letharen an, welcher folgte wie ein verlauster Schoßhund.
Angst keimte in Marzius auf, keine Angst vor Schmerzen oder sonstigem, nein Angst davor was sie mit seiner liebsten anstellen würden.
"Nein! Nehmt mich!" Rief er gen der Wachen, doch diese lachten nur und sagten, es wäre seine Schuld, und nun müsse Viana dafür bezahlen. Er soll ertragen was sie erträgt und ihr dabei in die Augen sehen.
[img]http://s14.directupload.net/images/120707/bh6cwjnn.jpg[/img]
Er musste zusehen, wie sie ihr das Kleid aufschlitzen und wie sie die Peitsche prasselnd auf sie Niederbrausen liesen. Er wollte dass es aufhört, dass sie nicht Leiden muss. Erbarmen für Viana, was mit ihm geschehen wird, war ihm egal. Hauptsache ihr ging es gut, er begann zu sagen was sie Hören wollten, doch Viana schüttelte nur den Kopf. Er wusste dass sie die Klügere war, die in bestimmten Situationen einen kühlen Kopf behielt. Er musste ihr vertrauen... sie wirkte so Tapfer.. lies alles Still über sich ergehen, sie schrie nichtmal.. was für eine Frau, doch hätte er am liebsten geschrien, denn er Fühlte mit. Schlag um Schlag blutete sein Herz mehr. Ach wie gern hätte er ihr die Schmerzen genommen.. aber sie liesen ihn nicht. Er sah wie genussvoll Althan diese Pein durchführte... ihm ging es nicht darum irgendwas zu erfahren oder irgendjemanden zu bestrafen.. er wollte nur seine Macht ausspielen und andere Quälen.. Doch schien Viana ihn nicht so zu befriedigen wie er es gerne hätte.
Am Ende "reinigten" sie ihre Wunden mit Salz.. er konnte nicht zusehen.. dieses liebliche Gesicht mit all den Schmerzen auf ihm. Die Tetrarchin betrat den Zellentrakt.. sie verschaffte sich einen Kurzen Überblick und als sie Hörte, dass Viana wohl nutzlos sei, wies sie die Wachen an sie Wegzuschicken.. "Was sollen wir mit ihr machen?" "Tötet sie.. oder schmeißt sie aus der Stadt" Töten.... er hörte nur dieses Wort.. und er traute ihnen Wahrlich zu, dies in die Tat umzusetzen... Der Lethar packte Viana nach dem er sie von den Ketten löste und schleifte sie wie Vieh welches man nichtmehr brauchte hinaus. Marzius streckte noch seine Hand nach ihr aus, versuchend sie ein letztes Mal zu berühren doch.. war sie zu weit entfernt.. Angst, tiefe Angst wie er sie noch nie in seinem Leben spürte, kam auf.. Was würden sie nun mit ihr Tun?? Tränen rannen über seine Wangen, heiße salzige Tränen und dann war Viana fort. Quälende Minuten die ihm wie Stunden vorkamen vergingen, bis der Lethar zurück kam "Deine Hure war still.. sie sagte nichts, als ich ihr vor dem Tor die Kehle aufschnitt" Sprach der Lethar mit einem breiten und lustvollen Grinsen... eine Welt zerbrach in Marzius.. War sie wirklich tot? nahmen sie ihm wirklich das wichtigste in seinem Leben? Oder war es wiedermal ein Trick.. egal.. er vermutete das Schlimmste.. sein schlimmster Alptraum wurde Wahr.. Viana ist tot... er hatte keinen Grund mehr irgendwas zu sagen.. die Welt um ihn herum wurde tief Schwarz... und so verblieb er schweigend und trauernd in seiner Zelle.. allein.. allein mit seinem Schmerz....
Verfasst: Samstag 7. Juli 2012, 22:03
von Shyra Dynar
Nachdem die Edle sie verlassen hatte und Renfurt sich auf nach Berchgard gemacht hatte, weilte sie noch lange an Vianas Bett. Sie musste wohl kurz eingenickt sein, jedoch als sie erwachte, fühlte sie sich elendig und schlapp, auch ein Spaziergang am Meer half nicht...die frische Luft brachte ihr keine Linderung, um Viana nicht anzustecken, schleppte sie sich heim und verkroch sich in ihrem Bett.
Geschüttelt von Fieberkrämpfen und starkem Husten, lag sie schweißgebadet dort...Ihre Lebensgeister schienen sie nach und nach zu verlassen....
Verfasst: Sonntag 8. Juli 2012, 00:57
von Viana Leyiasa
Ein kleines Abenteuer war es gewesen, hatte für reichlich Ablenkung gesorgt. Nachdem
Besuch von Renfurt und dem Gespräch mit Lilian war sie am späten Nachmittag zum
zweiten Mal aufgewacht und hatte sich allein vorgefunden. Dafür schien sich ihr Körper
von den Strapazen etwas erholt zu haben, hatte die Ruhe reichlich ausgenutzt. Am
liebsten wäre sie liegen geblieben um alles fort zu schlafen und an sich vorübergleiten
zu lassen. Der Kummer, die Angst, alle Zweifel irgendwo im traumlosen Nichts verloren
gegangen um ohne sie wieder von Marzius liebevollen, starken Händen geweckt zu werden.
[img]http://img220.imageshack.us/img220/5828/vivitraurig.jpg[/img]
Sich ein zu igeln aber, wusste sie, brachte ihr nichts. Zumal das Leben da draussen
auf sie wartete und gelebt werden wollte. Viana gab sich einen kleinen Ruck, etwas
zu tun, wäre gut für sie, auch wenn es ihr schwer gefallen war sich dazu auf zu raffen.
Bevor sie die Heilerstube verlassen hatte, hatte sie sich bei Alana nach Shyra
erkundigt. Zu hören das sie nicht gut ausgesehen habe als sie gegangen war, hatte
Viana große Sorgen bereitet. Womöglich hatte Renfurt sie mit seinem Husten angesteckt
der am späten Nachmittag dagewesen war.
Nachdem Viana, auch wenn sie sich nicht viel Zeit damit gelassen hatte, in saubere
angemessenere Kleidung geschlüpft war um wenigstens wieder ein bischen etwas her zu
machen hatte sie sich darum gekümmert etwas Ordnung in das kurze, schwarze Haar zu
bringen. Dafür hatte sie wohl am längsten gebraucht aber der Blick in den Spiegel war
ganz zufrieden stellend und hatte ihr gezeigt das es längst nicht so schlimm war. Ein
hübsches Gesicht verunstaltete so schnell eben nichts. Sie würde sich daran gewöhnen
und wenn sie erst wieder richtig lächeln konnte, wenn Marzius wieder bei ihr wäre,
würde es ohnehin zu einer Nebensächlichkeit verblassen.
Wenn er wieder bei mir ist...
Ein bisschen Zeit hatte sie sich noch gelassen um die innere Ruhe zurück zu finden.
Irgendwann musste es weitergehn, ob heute oder Morgen, was spielte das für eine Rolle.
Umso früher, umso besser...
denn so lange du wartest...
tut sich da nichts...
Nachdem Leonie ihr das Herz mit ihrer Wiedersehensfreude etwas erleichtert hatte und sie
ihr im Groben erzählen hatte müssen was passiert war, hatten sie sich auf die Suche nach
Shyra gemacht. Viana hatte die Sorge um sie keine Ruhe finden lassen, es hatte ihr ein
regelrechtes Unwohlsein beschert das schwer wie ein Stein in ihrem Bauch gelegen hatte.
Sicher eine Stunde waren sie in Adoran unterwegs gewesen, hatten alle Hausschilder nach
ihrem Namen abgesucht, in viele Fenster gesehen. Erst zum Ende hin als sie schon fast
aufgegeben hatten, hatten sie es zu ihrer Erleichterung gefunden.
Die Tür aber öffnete ihnen Niemand und da war die Sorge in Vianas Herz noch größer geworden.
Da hatte sie mehr denn je hinein wollen und deshalb waren sie nach LaCabeza gefahren um
Carlos zu holen und er kam. Für sie hatte er die Tür geöffnet. Viana hatte Shyra in einem
schrecklichen Zustand gefunden. Im Fieberwahn hatte sie gelegen, klitschnass geschwitzt
das Kleid. In diesem Moment hatte sie nicht daran denken wollen was geschehen wäre wenn
sie nicht so wehement darauf gepocht hätte diese Tür auf zu bekommen. Wenn nötig hätte
sie brachiale Gewalt eingesetzt. Immerhin, selbst wenn es Shyra gut gegangen wäre hätte
es sie dann im schlimmsten Falle eine Tür gekostet, aber ruhig schlafen lassen.
Viana hatte ihr sofort kalte Wadenwickel angelegt um das Fieber etwas zu senken. Leonie half
wo sie konnte und auch Carlos war bereit mit an zu packen. Sie kannte ihn und wusste wo man
ihn treten musste damit er seinen Allerwertesten in Bewegung setzte. Natürlich hatte er es
nicht unterlassen können Sprüche in den Raum zu werfen wie:
'Iech warr noch nie im Schlaf-
simmerr einerr Senorita ohne nackt su sein'
oder
'so schlaff
sien die lieblichen Senoritas eigentliech nurr nachdem iech gemacht habe
amorre mit ihnen'
Unmöglich!
Ständig hatte sie ein Auge auf ihn haben müssen damit er Shyra auch ja nicht, spitz-
bübisch wie er war, irgendwo unziemlich berührte. Für ihn hatte da wohl nur eine junge,
hübsche Frau gelegen, das sie Fieber hatte... ach das störte ihn doch nicht, immerhin
war es eine Frau! Carlos Carlos...
Letzten Endes und zu ihrer Erleichterung hatte sich das Fieber mittels der Heiltinktur die
Renfurt ihnen am Nachmittag gebracht hatte und den kalten Wickeln senken lassen.
Darauf hatten sie Shyra eine, im eigentlichen, viel zu große Robe übergezogen, die durch
ihre Größe aber eben das ganze Unterfangen etwas erleichtert hatte und Carlos trug sie
voran ins Heilerstübchen. Carlos blieb nicht länger als nötig immerhin hatte er noch
einen zu trinken und eine hübsche Senorita zu verführen gehabt. Ein Ritual dem er sicher
jeden Abend fröhnte.
Viana und Leonie aber blieben noch lange bei Shyra und wachten über ihren Schlaf und
das Fieber das zu aller Glück nicht hatte wiederkommen wollen. Vianas Herz war gleich viel
leichter geworden. Wie sie da lag hatte sie ihr unglaublich leid getan, es hatte ihr weh
getan sie so zu sehn. Natürlich aber hatte Viana gewusst das Shyra jetzt in guten Händen
und sicher war. Sie würde sich erholen und irgendwann würde diese turbolente Zeit hinter
ihnen allen liegen. Wieviel Glück sie gehabt hatten - das Leben hatte gut für sie gesorgt.
Zu später Nacht, ja beinahe bis in den Morgengrauen, nachdem Julian noch darauf bestanden
hatte Vianas Verbände zu wechseln und ihre Wunden neu zu versorgen, Leonie längst ein-
geschlafen war und den Traum der Gerechten träumte, hatte sie sich mit ihm unterhalten.
Unglaublich müde im eigentlichen aber angeregt vom Gespräch über Götter und die Welt.
Über die Dinge die passiert waren, über das Jetzt und andere Dinge die vielleicht noch
kommen würden. So einnehmend und angenehm war es gewesen sich mit zu unterhalten das
es sie für eine ganze Weile weit fort brachte von ihren Sorgen und auch ihm hatte es, wie
es ihr erschienen war, gut getan.
Später, als die ersten Sonnenstrahlen durch die Fenster hereingefallen waren und man gedämpft
durch das Glas schon das morgendliche Zwitschern der Frühaufsteher unter den Vögeln hatte
vernehmen können, waren sie zu Bett gegangen und zumindest Viana war sofort in einen, dank
des Tees, traumlosen, tiefen Schlaf gesunken. Dabei galt ihr letzter, bewusster Gedanke
Marzius...
Ich lebe...
ich warte...
komm nach Hause...
bitte...
Gib ihn mir wieder...
Verfasst: Sonntag 8. Juli 2012, 15:12
von Shyra Dynar
Sonnenstrahlen kitzelten ihre Nase als sie erwachte, verwirrt schaute sie sich um, dann fiel ihr wieder ein Viana...sie war wegen Viana hier...wo war sie nur?
Sie setzte sich auf die Bettkante und wunderte sich, das sie in einem der Betten für die Kranken lag und Kleider für Kranke trug... Langsam jedoch kam ihre Erinnerung zurück, sie war hier gewesen als es ihr auf einmal schlecht ging und war noch an die frische Luft gegangen, aber es wurde nicht besser sondern immer schlimmer. Der Husten der sie fast um den Verstand brachte wurde immer schlimmer und sie fieberte. Vage erinnerte sie sich noch daran das sie sich heim geschleppt hatte...dann jedoch schien es, als erinnere sie sich nicht mehr daran, wie sie wieder her gekommen war.
Langsam rutschte sie von der Kante des Bettes um auf die Füße zu kommen, noch leicht schwankend schaffte sie es und zog sich um.
Frische Luft, ja die würde ihr jetzt gut tun, deshalb verlies sie langsam wieder zu Kräften kommend die Heilerstube und machte einen wohltuenden Spaziergang am Strand....
Verfasst: Sonntag 8. Juli 2012, 17:54
von Marzius Windwarden
Er war in stille, tiefe Trauer verfallen, schweigend in sich gekehrt hatte er die Nacht nicht viel Schlaf bekommen.. Irgendwann übermannte ihn die Erschöpfung dann doch, zumindest für eine kurze Zeit. So das er für vielleicht ein oder zwei Stunden Schlaf fand.
Stimmen weckten ihn aus seinem kurzen unruhigen Schlaf, in welchem er von Viana träumte. Davon wie sie sie vor seinen Augen folterten und wie sie sie hinrichteten. Zu den Gittern seiner kargen Zelle ging er, sah monoton den Gang entlang. Dort stand Lyss, sprach mit einem Gefangenen. Wie sich durch das Belauschen herausstellte, handelte es sich um einen Diener Krathors, einen Seelenernter. Lyss Worte an diesen waren beinahe freundlich, wie unter alten Bekannten. Dass er log lag eigentlich auf der Hand, anscheinend wurde man hier lediglich für Wahrheiten bestraft, nicht für Lügen.
Lyss ging von der Zelle weg und kam auf die von Marzius zu. Still beobachtete sie ihn für einen Moment, ehe sie sodann fragte "Wo ist dein Weibchen? Ihre Zelle ist leer." "Ihr.. habt sie mit genommen.. sie getötet.." Antwortete er gebrochen, mit leeren Augen, der Klang seiner Stimme hohl und monoton. Da lächelte sie auf und meinte "Nun weiß ich mit wessen Kopf unsere Echsen Gestern gespielt haben, ehe sie die Haut abrissen... aber wenn du willst, kannst du ein Auge von ihr bekommen, sofern die Echsen noch was übrig gelassen haben. Dann kannst du sie ja Ehren in dem du es aufbewahrst."
"Die Hoffnung Stirbt zuletzt, doch wenn Sie stirbt, nimmt sie dich mit."
Gewissheit, zumindest offenkundige, jedoch fühlte er nichts.. konnte sie noch leben? Er wusste es nicht.. er wusste nicht was er glauben, was er fühlen sollte... Lyss erkannte diese Tatsache und nutze sie aus. Gebrochen wie er vor ihr kniete, den Kopf gesenkt, der Blick kraft- und leblos. Wahrlich er war ein gebrochener Mann, sein Mut hatte ihn verlassen. Sie sagte er solle stark sein, dann würde er es überleben. Sie kam zu ihm in die Zelle und befahl ihm sich zu erheben, wollte ihm ein Geschenk machen, das Geschenk der Wahrheit, seine Erinnerungen. Langsam und schwach erhob er sich, sah sie aber nicht direkt an. Er schloss die Augen, lies es über sich ergehen während sie über das 'Gestern' redete. Während dessen verfiel er in eine Art Trance... kein Aufbegehren, keine Gegenwehr.
Beinahe liebevoll war schien sie dann und wann.. und wie sie zu ihm sprach, dämmerte die Vergangenheit in ihm und brach zu einem neuen Morgen an. Bruchstücke reihten sich aneinander wie zu einem Mosaik aus dem ein Gemälde erwuchs. Er sah alles vor sich. Sein Leben in Düstersee, seine Beziehung zu Lyss, zu Vicy. Seinen Umgang mit den menschlichen Frauen, die Errichtung des Rammbockes, Zwietracht und Missgunst und Strafen, bis zum Tag an dem man ihm die Schandmaske aufsetzte. Geschmiedet von einer seiner Weibchen.. umschließend den ganzen Kopf. Er sah wie er seine Strafe im Tempel antreten wollte und auf dem Weg dorthin überfallen und entführt wurde von... ja... von Geistern des Waldes.
Er erzählte Lyss alles, gleich einer Vertrauten, einer guten Freundin wie sie eine solche einst gewesen war. Doch.. er war nichtmehr der den sie eingesperrt hatten.. mit seinen Erinnerungen kam der vergessene Teil seines Selbst zu ihm zurück. Die Kälte in seinem Herzen und die Abscheu gegenüber menschlichen Emotionen wie Liebe und Mitgefühl breiteten sich aus, verdrängte einen großen Teil der Wärme und des Lichtes in ihm, das viel zu schwach war um die aufkommende Dunkelheit zurück zu drängen. Danach verließ Lyss die Zelle und er sah ihr emotionslos nach, ehe eine Adeptin der Schwarzmagier den Trakt betrat, zusammen mit Kava. einem Landsknecht der Wache.
Und wieder waren es da... dieses Wort... Verräter. So nannte ihn die Adeptin. Er sah sie mit einem Funkeln in seinen Augen an und einem Gesichtsausdruck welcher nach Blut lechzte...
"Sag noch einmal Verräter zu mir und ich reiße deine Zunge heraus um sie zu verspeisen, dabei
hebe ich meinen Weinkelch auf deine Schmerzen!" Er fauchte sie mordlüstern an als schon Kava seine Stimme erhob „Soll ich ihm die Zähne ausschlagen?" sofort drehte er seinen Kopf zu ihm und sprach mit gefletschten Zähnen "wenn ich dich danach mit deinen Eingeweiden erhängen darf gerne. Na los, komm rein spielen." Die Zellentür öffnete sich, die Adepta trat herein und auf Marzius Gesicht formte sich ein verlangendes und zugleich hämisches Grinsen, gleich einem Tier dem man seine Mahlzeit bringt. "Sei lieb Marzius..." Sprach Lyss monoton, aber dennoch gebieterisch, ehe sie sich abwandte.. Marzius gehorchte, er neigte sein Haupt und verblieb ruhig. Selbst als die Adeptin mit ihrer Magie sein Blut vergiftete und sich ein starkes, schmerzhaftes Brennen in seinen Adern ausbreitete, blieb er standhaft. Natürlich schwächte es seinen Körper zusätzlich und er strauchelte in einem Moment, fing sich aber schon im nächsten wieder und blieb hart. Hart und unnachgiebig wie erstarrtes Eisen.
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Beleidigungen seinerseits folgten. Aus ihm war das Monster geworden das man ihn vergessen hatte lassen und das jetzt zurückgekommen war um um seinen Platz zu streiten. Auf gewisse Art und Weise schien er vom Adepten dafür sogar bewundert zu werden wenn seine Worte natürlich auch nicht ohne Strafe blieben. Yxul und Tyr kamen dazu. Als sie von seiner Dreistigkeit hörten, sperrten sie ihn in die Zelle in der sie den Diener Krathors gefercht hatten. Vollgerüstet war er, die Platte aus Diamant. "Wenn ich ihn nicht töten soll.. müsst ihr mich aufhalten.. ansonsten beende ich meine Arbeit" Kam es kalt von dem Krathori, ehe er auf Marzius zutrat und mit voller Wucht gegen seinen Unterkiefer schlug. Sein Kopf schnellte sofort zurück, schlug hart gegen die Eisenstäbe.
Aus der Platzwunde rann schon bald drauf Blut, nässte sein Haar und tropfte im bittersüßen Rot an ihm herab. Um die Benommenheit zu vertreiben blieb ihm keine Zeit, noch benebelt traf ihn bereits der nächste schwere Hieb, diesmal in die Magengrube. Stockend keuchte er auf dann sackte er zusammen. Der Diener aber lies nicht ab. Er packte ihn am Kragen und stemmte ihn gegen die Wand, wo er seine mit Kettengeflecht geschützten Hände um die Kehle des Ausgemergelten schloss und ihm die Luft abschnürte. Da begann die Welt um Marzius zu verschwimmen, der Kopf verfärbte sich Purpur begleitet vom typischen Röcheln.
Ein letztes Mal bäumte er sich auf, biss die Zähne zusammen und schlug mit voller Wucht auf den Helm des Dieners ein. Kurz lockerte sich der Griff und er bekam wieder einen Moment lang Luft, welchen er sofort ausnutzte um nach Atem zu ringen. Natürlich lies der Diener nicht locker, was hätte man auch anderes erwarten sollen. Erneut drückte er zu, versuchte ihm die Luft ab zu schnüren. Was ihn rettete war ein Energieball der den Diener gehieß von ihm ab zu lassen.
Keuchend und Röchelnd sperrte man ihn wieder in seine eigene Zelle zurück. Den Rest des Abend schwieg er, keine Kraft etwas zu sagen, zu denken oder zu fühlen. Der Körper übersät mit Blutergüssen das Haar verklebt vom getrockneten Rot, die Rippen der linken Seite gebrochen. Und der Durst zerrte an ihm, gleich so auch der Hunger. Zu schwach also um sich irgendwie auf zu raffen, blieb er schlicht liegen, seine Beine hätten ihm ohnehin den Dienst versagt.
Verfasst: Montag 9. Juli 2012, 17:27
von Viana Leyiasa
Irgendwo an einem Ort tief in uns, sind wir alle allein und das ist gut so.
Dorthin kann Niemand blicken. Alles was uns regt, uns bewegt liegt dort, ver-
borgen vor den Augen Fremder wie Vertrauter. Wir entscheiden wann und wen wir
teil haben lassen an unseren Gedanken, unseren Träumen, unserer Trauer, unseren
Ängsten oder unserem Glück. Dort sind wir mit uns allein, aber nicht einsam.
Einsam werden wir wenn wir aufhören am Leben Anderer Teil zu haben oder Andere
an unserem Leben Teil haben zu lassen.
So hielt es auch Viana. Jeden Morgen fiel es ihr schwer auf zu stehen, sich zu
kleiden, das Licht durch die Fenster herein zu lassen und das Haus zu verlassen.
Diese Schwelle zu überwinden, die jedes Mal erneut vor ihr lag wie ein steil an-
steigender Hang den man sich müde hinauf quälen muss. Wenn sie es dann aber
geschafft hatte, im Freien stand, die Sonne im Gesicht, das Zwitschern der Vögel
im Ohr und das weiche, warme Gras unter ihren Füßen, war es als spaziere sie den
Hang wieder hinunter. Dem Leben entgegen um daran Teil zu haben. Mit jedem
Schritt den sie dann ging wurde ihr wärmer und sie fand etwas Mut und Kraft
zurück. Dann fiel es ihr leichter zu hoffen, zu lächeln und auf den Tag zu
warten an dem die dunklen Wolken sich lichten würden.
[img]http://img339.imageshack.us/img339/8505/vergissmeinnicht.jpg[/img]
So lange Du dich sehnst... mein Liebster.. wird die Hoffnung nicht sterben...
Mit diesen Worten legte sie ein Vergissmeinnicht auf die Seite seines Bettes.
Dort hatte sie geschlafen, warm und sanft wie von seinen Armen umsorgt in das
weiche Fell das seinen Geruch eingefangen hatte und noch an sich trug, geschmiegt.
Diese Sehnsucht hielt ihre eigene Hoffnung am Leben, deren Herz kräftig und unnach-
giebig schlug. Sie würde nicht aufhören zu warten und trotzdem ging das Leben
weiter, selbst dann wenn etwas ganz Besonderes darin fehlte...
Während dessen fühlte sie sich vom Leben umsorgt das ihr Ablenkung war und ihr
Freunde ins Haus schickte die für sie da waren wie sie für diese da sein durfte.
Nicht selten brachten sie Viana heimlich zum Staunen mit ihrer Fürsorge, ihrer liebe-
vollen Art und Weise. Thancred der alle seine Schwestern zum Abend hin nach
Hause brachte, ein Auge auf sie habend, manchmal zwei. Shyra, die sich zu aller
Freude wieder erholt hatte. Amelie, Lloydia und Laila die ihr alle helfen wollten.
Und auch Amary, selbst wenn es ihr nicht bewusst war, hatte Viana mit ihrem
Fest gut getan und sie war froh sich statt dessen nicht Daheim eingeigelt zu haben.
Verfasst: Dienstag 10. Juli 2012, 15:50
von Marzius Windwarden
... das Leben als Tier in gewalt der dunklen Stadt war vorbei, jedoch aber nicht der Kampf um sein Leben.
Die Zeit hat ihn Schwach gemacht und sein Geist hat sich mehr oder weniger verkrochen in seinem Inneren, gleich einem schützenden Bunker aus Fleisch und Blut. Lyss brachte ihn hinter feindliche Linien, vor das Tor Berchgards, wohl wissend dass sie dort hätte den Tod finden können, dennoch Half sie ihm.. ihm.. dem Verräter, der der nun ein Vogelfreier war.. Der, welcher den Tod sofort finden würde wenn er das Reich Rahal betreten würde. Und er war dankbar dafür, wohl wissend dass er es alleine nicht nach Berchgard oder Bajard geschafft hätte. Laufen konnte er nichtmehr, seine Muskulatur war zu sehr abgebaut zudem hatte er zu große Schmerzen weshalb er sich nichteinmal hätte wehren können, sollte ihn ein Tier anfallen oder sonstiges.. er war leichte Beute. Doch sie packte ihn und brachte ihn nach Hause...
"Ich werde dich töten, wenn wir uns wieder sehen, aber ich werde dich nicht Jagen" sprach sie noch, ehe Marzius schwach gen des Tores kroch wo er dann auch von den Wachen gefunden Wurde.
Endlich.. er hatte es geschafft.. seine letzten Kraftreserven aufgebraucht.. er Sah sie Wache mit einem verschleierten Blick an, ehe er sodann auch zusammen brach. Keuchend lag er da.. Ist das sein Ende? Nein.. zuweit hatte er es geschafft, kurz vor dem Ziel wollte er nicht Aufgeben.
Die Wache schulterte ihn nach einem Moment und brachte ihn sodann zum Handwerkshaus wovon er selbst jedoch nichtmehr viel mitbekam. Viana und Lloydia brachten ihn in den Heilerraum. Ein beinahe unidentifizierbares stück Fleisch lag vor ihnen. Er war dreckig, die Haare welche länger waren als man sie bei ihm kannten, klebten regelrecht fettig und mit verkrustetem Blut in seinem Gesicht. Der Körper war dreckig und geschunden, übersät mit frischen und alten Blutergüssen.
An seinem Hals prangt ein Würgemal, die Kapilare der Augen waren geplatzt, welshalb sie nichtmehr Weiß sondern nun Blutrot waren. Unter dem abgemagerten Oberkörper sah man sehr gut die gebrochenen Rippen was von diversen Tritten stammen wird...
Es dauerte nicht lang, bis Viana einen Heiler holte.. oder.. nunja.. eher einen Diakon. Julian.. eine Person die er nicht leiden konnte, welches wohl aber auf gegenseitigkeit beruhte. Ebenso Lloydia welche Viana und Julian helfend zur Seite stand.. wie gut dass er von alle dem nichts mitbekam..jedoch war wird er beiden zum Dank verpflichtet sein.. später.
Es war keine leichte Aufgabe für Julian ihn wieder halbwegs herzurichten, aber er schaffte es. Auch wenn es viel Zeit in Anspruch nahm. Viana blieb die ganze Zeit bei ihr, immer wieder besänftigte sie ihn, während er die letzten Tage durchträume.. Oh Viana.. endlich war er wieder bei ihr, auch wenn man ihm Sagte sie sei tot.. so richtig glauben wollte er es nicht.. er spürte sie.. und nachdem Lyss ihm sagte dass sie noch am Leben war, festigte das seine Kräfte. Und nun war er hier.. Zuhause.. bei Ihr, bei seinen Freunden.. seinen wahren Freunden...
Verfasst: Dienstag 10. Juli 2012, 18:57
von Lloydia Feltla
Die nacht war kurz gewesen und vorallem mehr als schwer.
Stunden hatte es gedauert bis Marzius soweit versorgt war, dass der Diakon das Handelshaus verlassen konnte und doch gab es keine Ruhe, Gardisten suchten das Handelshaus. Wenn sie sie richtig verstanden hatte um Marzius mit zunehmen, ein Sachverhalt, den keiner zulassen wollte und konnte.
Aber der Diakon hatte es wohl irgendwie geschaffte das Ganze abzuwenden und die Garde zog erst einmal ab. Jedoch war Lloydia sich sicher, dass das noch nicht beendet war.
Müde hatte sie sich nach oben zurückgezogen, Heim konnte Sie nicht, denn wer wusste. Was die letzten Stunden bis zum morgengrauen bringen würden?
Im nachhinein hatte sie jedoch nie gedacht, dass sie für diesen Mann einmal versuchen würde ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen, daher war sie nun doch froh, dass er irgendwie es dort heraus geschafft hatte. Nicht auszudenken wenn noch einmal wer wie Viana durch Befreiungsversuche dort gelandet wäre. Aber versucht hatte sie es, immerhin hatte sie es Viana versprochen und was Lloydia versprach hielt sie auch.
Und nachtragend war sie Marzius sowieso nicht mehr, es war ihr Bruder und er würde es auch bleiben.
Und wenn er ein Arsch wein wollte dann würde er es sein, aber sie wusste in Viana hatte sie nun mehr wie eine Schwester, sondern auch eine Freundin und sie würde ihm sicher über den Mund fahren wenn er frech wurde.
Seufzend setzte sie sich auf dem Bett auf, der Himmel war schon leicht rosa gefärbt und doch hatte sie nur wenige Stunden Schlaf gefunden gehabt. Aber nun würde sie hinab gehen und bei einem Bad versuchen noch etwas Kraft zu sammeln für die kommenden Tage, denn eines Stand Fest.
Die schlechten Zeiten waren noch nicht vorbei!
Und die Zeit musste zeigen, was aus ihr werden würde. Würde sie weiter Brav die Verkäuferin sein, mit dem hübschen Hüftschwung und dem immer netten Lächeln.
Oder würde sie für ihre Familie wieder zu dem werden müssen was sie war?
Gefährlich, schnell und vor allem Tödlich?
Verfasst: Mittwoch 11. Juli 2012, 19:14
von Viana Leyiasa
Siege, als auch Niederlagen gehören zum Leben eines jeden - ausser zum Leben der Feiglinge.
Im Handwerkshaus war es still geworden, hier und da brannte noch eine Kerze als schwacher
Schein durch die Fenster, ab und an das Schließen einer Tür oder leise, huschende Schritte.
Ein gedämpftes 'Klick - Klack' von einer Uhr, irgendwo verloren gegangen zwischen all dem
Krimskrams der sich mit den Jahren angesammelt haben musste und nun in geheimen Ecken vor
sich hinstaubte. Viele Dinge, irgendwann einmal neu, irgendwann, vor längst vergangenen
Tagen einmal wichtig gewesen. Und in Mitten all dieser geruhsamen Heimlichkeit Viana, ganz
aufgelöst noch, lächelnd aber, weil sie etwas zurück bekommen hatte, das sie nicht hatte
vergessen können. Zu ihrem Glück, denn dieses Eine, das ihr so wichtig schien, war nicht zu
ersetzen, wie ein Ring, oder ein Diadem, mochte es auch noch so wertvoll sein.
Ich hab dich wieder... dem lichtem Panteon sei gedankt...
Glücklich weil Marzius zu ihr zurück gekommen war, weil man ihn hatte gehn lassen und zu-
gleich leidend weil man ihn so zugerichtet hatte. Während der ganzen Zeit in welcher sich
der Diakon, Stunde um Stunde, um Marzius Wunden gekümmert hatte, war Lloydia nicht von
ihrer Seite gewichen. Von allem Trubel drum herum hatte Viana kaum etwas mitbekommen,
sie war viel zu aufgelöst gewesen. Marzius schien mehr tot als lebendig als die Wache
ihn hereingetragen und auf den Tisch im Alchemistenstübchen gelegt hatte. Noch bevor Viana
es recht begriffen hatte, hatte Lloydia ihre Beine in die Hand genommen und war auf dem
schnellsten Wege nach Adoran gereist um den Diakon zu holen. Er war ihnen Beiden von all
den Heilern als erstes eingefallen.
Oh Lloydia wenn ich dich nicht gehabt hätte...
Lloydia hatte sich um alles gekümmert. Darum das Ruhe einkehrte, Geschäft und Türen geschlossen
wurden und darum aufdringliche Gardisten die, wie es zu diesem Zeitpunkt den Anschein gehabt
hatte, in ihrem Pflichtbewusstsein über Leichen hatten gehen wollen, vor der Tür hielt.
Viana wusste das Feindseeligkeit nie etwas gutes zu Tage förderte, bald als möglich würde
sie sich der unangenehmen Aufgabe widmen müssen, dieses Durcheinander das wegen des Streites
mit diesem Myrtol entstanden war, zu schlichten um zurück zu geordneten Verhältnissen zu
gelangen. Diesem jungen Mann, dem Diakon war es zu verdanken das die Blauröcke sich vor-
erst mit einer Schonfrist zufrieden gaben die da lautete das Marzius sich in Adoran melden
solle, sobald er wieder auf den Beinen wäre. Er hatte Viana sogar angeboten mit zu gehn,
genauso wie Amelie und Leonie natürlich. In ihren Gedanken sah sie schon das ganze Hand-
werkshaus nach Adoran marschieren und der Gedanken lies sie glücklich auflächeln.
Eine richtige Familie, der Ort an dem sie alle in ganz besonderer Weise mit ihren Eigenheiten
ihren Stärken und ihren Schwächen angenommen würden. Alle wie sie da waren. Lloydias Selbst-
zweifel, Marzius Sturkopf, seine Aufmüpfigkeit, die Lücken in Leonies Leben die ausgefüllt
werden wollten, ihr eigener Wahn Allen und Jedem der auf zwei Beinen ging etwas Süßgebäck in
den Mund stecken zu wollen. Ganz abgesehen davon das sie sich manchmal so unglaublich in
ihren Beschäftungen verlieren konnte das man sie dann Tage nicht zu Gesicht bekam. Da gab
es wohl so Einiges und noch mehr das man bei jedem Einzelnen von ihnen finden könnte. Aber
eine Familie bedeutete eben über diese Dinge hin weg zu sehen, am Leben der Anderen Teil zu
haben und sie am eigenen Teil haben zu lassen.
Wofür hätte man denn auch eine Familie, wenn man sich in Zeiten der Stürme nicht auf sie
verlassen könnte...
Und so wachte Viana weiterhin an Marzius Bett, bis hin zum Morgen und über den Tag und die
darauffolgende Nacht. Mit ihm war ein Stück der Familie zurück gekommen, jetzt erst
konnte sie sich wieder ganz zu Hause fühlen.